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TV-Nostalgie (14): “Kojak” – ein Markenzeichen mit Charakter

TV-Nostalgie (14): “Kojak” – ein Markenzeichen mit Charakter

Nicht zu glauben: Jetzt ist es schon fast 40 Jahre her, dass der wohl berühmteste Glatzkopf der Fernsehgeschichte auch auf deutschen Bildschirmen erschienen ist. Am 3. Oktober 1974 hatte der New Yorker Polizist „Kojak“ seine ARD-Premiere. Immerhin 118 Folgen lang jagte der gebürtige Grieche (bekanntlich gespielt von Telly Savalas – ursprünglich sollte Marlon Brando die Rolle übernehmen) beim Einsatz in Manhattan jede Menge Schwerverbrecher. Nicht nur der kahle Schädel steigerte Kojaks Wiedererkennungswert. Auch sein Konsum von … Den ganzen Artikel lesen »

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Was wird hier gespielt? NRW-Theatertreffen 2014 in Dortmund

Was wird hier gespielt? NRW-Theatertreffen 2014 in Dortmund

Der Dortmunder Theaterchef Kay Voges gibt sich bescheiden. Die zehn besten nordrhein-westfälischen Theaterproduktionen des Jahres 2014 herauszufinden, sei schlichtweg unmöglich. „Wer will das entscheiden?“ Stattdessen haben die Dortmunder ihre Kollegen in den anderen Städten um Vorschläge gebeten. Und die Vorschläge haben sie darauf hin geprüft, ob sie auf einer Dortmunder Bühne gespielt werden können. Die ausgesuchten Inszenierungen sind das Teilnehmerfeld des NRW-Theatertreffens, das vom 13. bis 20. Juni in Dortmund stattfindet. Und weil ein bißchen … Den ganzen Artikel lesen »

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Vernarbte Seelen: Leoš Janáčeks “Jenufa” am Musiktheater im Revier

Vernarbte Seelen: Leoš Janáčeks “Jenufa” am Musiktheater im Revier

Eine Mühle ist weit und breit nicht in Sicht. Das Korn aber türmt sich zu Bergen, rieselt in alle Ritzen, seine Leben spendende Energie unter einer harten Schale verbergend. Aus ihm entspringt in Gelsenkirchens Musiktheater eine wilde Menschentragödie: „Jenufa“, die erste große Oper des Tschechen Leoš Janáček, von Intendant Michael Schulz jetzt neu in Szene gesetzt. Auf die tragischen Ereignisse um die verbitterte Küsterin, die das uneheliche Kind ihrer Stieftochter Jenufa tötet, wirft Schulz mehr als … Den ganzen Artikel lesen »

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Solistin und Instrument sind eins – die Cellistin Alisa Weilerstein in der Essener Philharmonie

Solistin und Instrument sind eins – die Cellistin Alisa Weilerstein in der Essener Philharmonie

„Alisa Weilersteins Cello macht ihre Identität aus“. Die Verschmelzung von Solistin und Instrument ist für die Los Angeles Times der Schlüssel zum Spiel der Musikerin. Es ist eine ziemlich genaue Beobachtung. Denn die Amerikanerin scheint nahezu symbiotisch verwachsen mit dem sonor klingenden Korpus. Hinzu aber kommt: Diese Verbindung führt unmittelbar zum Kern des zu interpretierenden Werkes. Das wiederum setzt Emotionen frei, die das Publikum geradewegs zu spüren bekommt. Gleichwohl aber bleibt der Eindruck, dass sich die … Den ganzen Artikel lesen »

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Mit Geschmack und Sentiment: Klarinettenmusik von Iwan Müller

Mit Geschmack und Sentiment: Klarinettenmusik von Iwan Müller

Ein anderer hätte alles hingeworfen: Da verbessert ein Deutsch-Balte namens Iwan Müller die Klappentechnik der Klarinette, schafft so ein Instrument, das auch in entlegenen Tonarten spielbar ist. Er gründet eine Klarinettenfabrik, stellt seine „clarinette omnitonique“ dem Pariser Conservatoire vor. Doch die Kommission dieser so einflussreichen wie konservativen Musik-Institution lehnt es ab, das Instrument einzuführen. Man fürchtet, der Charakter der Tonarten könne beeinträchtigt werden. Die Firma Müllers geht in Konkurs. Doch Müller gibt nicht auf. Seine Konzertreisen … Den ganzen Artikel lesen »

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Zum Tod des Feuilletonisten Hans Jansen

Er war ein Feuilletonist vom alten Schlage, ein Kritiker, der die Gegenstände seines Schreibens spürbar liebte, auch wenn er mit den konkreten Ergebnissen des Kulturschaffens beileibe nicht immer einverstanden war. Der brachiale Verriss aber war seine Sache nie: Hans Jansen, langjähriger Kulturchef der Essener WAZ, ist jetzt mit 79 Jahren gestorben. Die mit ihm gearbeitet haben (ob als Redakteure, Volontäre, Praktikanten), sprechen mit größter Achtung und Bewunderung von ihm. Der Mann mit der sonoren Stimme hatte gleichsam auch etwas Väterliches. Er besaß ein untrügliches Gespür für junge journalistische Talente, die er anzuregen und zu fördern wusste. Von einem wie ihm hätte auch ich gerne mehr gelernt, doch ich war nun mal bei einer anderen Zeitung. So blieb es bei gelegentlichen Begegnungen in Theaterfoyers und meist kurzen Gesprächen, vor allem aber bei … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Lebenswege, Medien, Region Ruhr, Theater

Von Mittagsschläfchen und anderen Störungen – der neue Roman von Hans-Ulrich Treichel

Von Mittagsschläfchen und anderen Störungen – der neue Roman von Hans-Ulrich Treichel

Es gibt Menschen, die haben Stimmen im Ohr und verstehen sie nicht. Franz Walter hört nur eine einzige Stimme und die versteht er sehr gut. Es ist die seiner Mutter. Nach halbwegs geglückter Psychotherapie hört er auch diese nicht mehr, dafür hält nun ein einziges Wort sein Ort besetzt. “Mutter, Mutter, Mutter” – so kreist es unablässig in seinem Ohr. Und nicht nur dort. Das Wort Mutter kreist in seinem Kopf, ach was: in seinem ganzen … Den ganzen Artikel lesen »

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Gasometer Oberhausen – grandiose Lichtinstallation verformt die Riesendose

Gasometer Oberhausen – grandiose Lichtinstallation verformt die Riesendose

Zuletzt hing Christos Luftsack im Rund des Gasometers und akzentuierte grandios das atemberaubende Nichts. Jetzt ist hier nur noch Licht – eine Licht-Installation, genauer gesagt, die „320 Grad Licht“ heißt und den einzigartigen Raum auf kluge Weise nutzt. Da Licht aber nur bei Dunkelheit sichtbar wird, ist es im Gasometer insgesamt gesehen eher dunkel – bis Ende des Jahres, denn dann endet die Ausstellung mit dem Titel „Der schöne Schein“. Doch weißes Licht, das die Wände … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Design, Fotografie, Kultur an sich, Kunst, Region Ruhr

Von Erfurt nach Westfalen: Bedeutsame Oper „Joseph Süss“ kommt 2015 ans Theater Münster

Von Erfurt nach Westfalen: Bedeutsame Oper „Joseph Süss“ kommt 2015 ans Theater Münster

Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer ist die eines Glücksritters des 18. Jahrhunderts: Aufstieg bei Hofe, Finanzrat des Herzogs von Württemberg, nach dessen plötzlichem Tod Schauprozess und Todesurteil. Ein Justizmord, wie man heute zweifelsfrei nachweisen kann. Doch Joseph Süß war Jude, und der Prozess gegen ihn ein Manifest des offenen Antisemitismus. Als „Jud Süß“ wurde sein Schicksal zum Material für judenfeindliche Propaganda, die in Veit Harlans berüchtigtem Film von 1940 gipfelte: ein sogenannter Vorbehaltsfilm, der … Den ganzen Artikel lesen »

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Eine Chance für junge Musiker: Orchesterakademie Essen vergibt Stipendien

Eine Chance für junge Musiker: Orchesterakademie Essen vergibt Stipendien

Links, erste Geigen. Drittes Pult, vorne. Das ist er: Schlank, schwarze Haare, schwarze Augen. Nestor Luciano Casalino, einer der jungen Musiker aus der Orchesterakademie der Essener Philharmoniker. Einer aus 400 Bewerbern, der für ein Jahr eines der heißbegehrten Stipendien ergattert hat. Geige zu spielen hat der Argentinier schon mit vier Jahren begonnen: „Mein Onkel ist Pianist und arbeitet als Korrepetitor. Er hat mit die Geige gekauft und den ersten Unterricht bezahlt.“ Casalinos Geigenlehrer in Argentinien hatte … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Arbeitswelt & Beruf, Lebenswege, Musik & Konzert, Schule, Uni, Bildung

Im Trauerhaus: Uraufführung nach Thomas Hürlimann am Theater Oberhausen

Im Trauerhaus: Uraufführung nach Thomas Hürlimann am Theater Oberhausen

“Das Gartenhaus” – der Titel klingt eher nach einem beschwingten Sommerabend oder nach einem Tête-à-Tête im Grünen. Tatsächlich geht es in der gleichnamigen Uraufführung nach einer Novelle des Schweizer Autors Thomas Hürlimann am Theater Oberhausen um ein gewichtigeres Thema: Tod und Trauer. Ein älteres Ehepaar hat den Sohn verloren, nun stellt sich die Frage: Rosenstrauch oder Grabstein? Lucienne (Margot Gödrös) setzt sich durch und lässt einen künstlerisch ansprechenden Gedenkstein anfertigen, aber sie brüskiert damit ihren Ehemann … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur, Theater

TV-Nostalgie (13): “Stahlnetz” – der Krimi-Straßenfeger von damals

TV-Nostalgie (13): “Stahlnetz” – der Krimi-Straßenfeger von damals

Ganz tiefer Griff in die Nostalgie-Kiste: Wer erinnert sich noch an Jürgen Rolands Krimiserie „Stahlnetz“, die von 1958 bis 1968 lief? Und wer weiß noch, wer die Drehbücher dazu geschrieben hat? Richtig, es war Wolfgang Menge, der uns später historische TV-Stücke wie „Das Millionenspiel“ oder „Ein Herz und eine Seele“ („Ekel Alfred“) beschert hat. “Dieser Fall ist wahr” Die „Stahlnetz“-Macher betrieben geradezu einen Kult der Wirklichkeitsnähe. Hier wurden wahre Kriminalfälle nachgespielt und es sollte die echte Polizeiarbeit im … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen

Philharmonie Essen 2014/15: Programm mit Sahnehäubchen

Philharmonie Essen 2014/15: Programm mit Sahnehäubchen

Mit Mozart als Schwerpunktthema und dem internationalen Star der Alte-Musik-Szene Jordi Savall als „Residence“-Künstler geht die Philharmonie Essen in ihre elfte Spielzeit 2014/15. Mit 127 Veranstaltungen – vom großen Orchesterkonzert bis zur musikalischen Kennenlern-Stunde für die Allerkleinsten – hat Intendant Hein Mulders bei der Pressekonferenz zu neuen Saison ein ausgewogenes, sorgfältig geplantes Programm vorgestellt. Der Erfolg gibt ihm bisher Recht: Schon jetzt konnte die Philharmonie stolz eine Zahl von über 100.000 Besuchern in der laufenden Spielzeit … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Region Ruhr

Ai Weiwei und die Kunst des Konflikts

Ai Weiwei und die Kunst des Konflikts

Er hätte in New York bleiben können, frei, unbehelligt. Immerhin lebte der chinesische Künstler und Architekt Ai Weiwei von 1981 bis 1993 seinen amerikanischen Traum. Aber wer kannte ihn schon? Erst als aufrührerischer Heimkehrer entwickelte Ai ein von der westlichen Welt bewundertes Werk voller Zorn und Schönheit. Der Konflikt mit dem kommunistisch-kapitalistisch agierenden Regime inspiriert ihn zu immer wieder neuen Installationen, die er jetzt in einer grandiosen Schau im Berliner Gropius-Bau zeigt: „Evidence“ – Beweis. Dass … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Kunst, Lebenswege, Politik und so

Kafkaeske Geschichte von Willkür und Gewalt: Rossinis „Diebische Elster“ in Frankfurt

Kafkaeske Geschichte von Willkür und Gewalt: Rossinis „Diebische Elster“ in Frankfurt

Das Unheimliche triumphiert. Von Gioacchino Rossini ist der Opernbesucher leichte Kost gewöhnt – auch weil deutsche Opernhäuser nicht bereit sind, anderes zu gewähren. Und nur, wenn man mit dem Regisseur Glück hat, werden die grotesken und die irritierenden Momente in Werken wie „La Cenerentola“ oder „Der Türke in Italien“ auch herausgearbeitet. Im Falle von „La gazza ladra“ stand das bisher nicht zur Debatte, denn „Die diebische Elster“ mit ihrer weithin bekannten Ouvertüre wurde einfach nicht … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten

Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten

Über evangelische Pfarrhaushalte ist schon so manches geschrieben worden. Der Schriftsteller Tilman Röhrig (Jahrgang 1945) kann seine besondere Geschichte aus solch einer Familie erzählen, die doch in den Grundzügen zugleich furchtbar zeittypisch anmutet: Er ist als Kind von seinem Vater windelweich geprügelt worden. Immer und immer wieder. Oft aus nichtigen Anlässen. Willkürlich. Manchmal nur, weil die Stiefmutter es eben so wollte. Eine Realität wie aus dem bösen Märchen. Röhrigs erschütternder Bericht vom höllisch gottgleich strafenden Vater … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Bekenntnisse, Fernsehen, Gesellschaft, Kinderzeiten, Lebenswege

Auf den Spuren der Tiermafia – Heinrich Peuckmanns Krimi “Angonoka”

Auf den Spuren der Tiermafia – Heinrich Peuckmanns Krimi “Angonoka”

Den Kamener Schriftsteller Heinrich Peuckmann (65) kannte ich bisher nur vom Telefon. Der immens fleißige Mann rührt stets selbst die Trommel für seine Bücher, denn die kleineren Verlage können sich nicht allzu wirksam in die Bresche werfen. Also ruft Peuckmann an oder mailt, wenn es etwas Neues aus seiner Werkstatt gibt. Jetzt kam mal wieder Post, denn er hat einen Krimi rund um die Tiermafia geschrieben, die weltweit illegal mit raren, bedrohten Tierarten handelt. Das Thema … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur, Region Ruhr

Ausflug nach Prag: Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker, halb geglückt

Ausflug nach Prag: Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker, halb geglückt

„Prag, goldene Stadt“ hieß das Motto des achten Sinfoniekonzerts der Essener Philharmoniker, und Tomáš Netopil nutzte die dramaturgische Steilvorlage kreativ. Die beiden der tschechischen Hauptstadt gewidmeten Werke zu Beginn und am Ende sind für deutsche Konzertbesucher ziemlich unerforschtes Terrain. Karel Husa, der 92jährige in Prag geborene amerikanische Komponist, hatte 1968 unter dem Eindruck des sowjetischen Einmarschs seiner Heimatstadt ein tönendes Denkmal gesetzt. Dem Werk für ein Blasmusik-Orchester gab Husa eine sinfonische Fassung, die er nach dem … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Es gibt etwas zu lachen – “Der nackte Wahnsinn” in Dortmund

Es gibt etwas zu lachen  – “Der nackte Wahnsinn” in Dortmund

Nein, dass das Dortmunder Theater in der Intendanz von Kay Voges eine besonders trübselige Veranstaltung wäre, kann man wirklich nicht behaupten. Glücklicherweise gibt es hier immer wieder was zu lachen. Und jetzt erst recht! „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn, der hier am Samstag seine Premiere erlebte, ist ein Spaßstück erster Güte, ein Komödienstoff nach allen Regeln der Kunst, den ein hellwaches Ensemble mit Tempo und großem Körpereinsatz zum ungetrübten Vergnügen macht. Damit wäre fast schon … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Scherz, Satire, Ironie, Theater, Wahnwitz

Die Katastrophen sah sie kommen – “Kassandra” in Dortmund

Die Katastrophen sah sie kommen – “Kassandra” in Dortmund

Die Rückwand eine Spiegelfläche, einige Scheinwerfer – mehr Bühnenbild braucht es nicht, um Kassandras Denken sinnfällig zu machen: Reflexion und Erhellung (vielleicht auch Erleuchtung) kennzeichnen es, ein Verstandesmensch ist sie, eine Analytikerin, ein Intellektuelle. Und eine Leidende unter eigener Erkenntnis. Im Studio des Dortmunder Theaters gibt die jugendliche Bettina Lieder Kassandra Gesicht und Stimme. In einem kräftezehrenden 80-Minuten-Monolog erzählt sie ihre – Kassandras – Lebensgeschichte, und sie wirft sich so bedingungslos in die Rolle, daß ein … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Kunst, Literatur, Theater

“Menschenschlachthaus”: Wie die Kunst den Ersten Weltkrieg nicht fassen konnte

“Menschenschlachthaus”: Wie die Kunst den Ersten Weltkrieg nicht fassen konnte

Als auch die Künstler in den Ersten Weltkrieg geraten, ist ihre anfängliche Kampfes-Euphorie sehr bald vorüber. Die Bilder vom Kriege, zwischen 1914 und 1918 entstanden, enthalten hin und wieder patriotische Appelle, doch kaum noch triumphale Gesten. Ja, die Kunst macht sich geradezu klein vor der schrecklich übermächtigen Wirklichkeit, wie man jetzt in einer bemerkenswerten Wuppertaler Ausstellung sehen kann. So manche Skizze ist im Schützengraben oder an der Frontlinie entstanden. Dorthin konnte man keine Staffeleien und Leinwände … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fotografie, Geschichte, Kultur an sich, Kunst, Politik und so

Von der Lust am Werden: Schubert-Symphonien mit Pablo Heras-Casado

Von der Lust am Werden: Schubert-Symphonien mit Pablo Heras-Casado

Zu den unseligen Traditionen in der Musikrezeption gehört, dass seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert der historische Belang zunehmend zum Qualitätskriterium erhoben wurde: Nur noch, was strukturell tiefgründig war, was als Fortschritt eingeschätzt wurde und was im hegelianischen Sinne den Zeitgeist voranbrachte, war es wert, dauerhaft zur Kenntnis genommen zu werden. Vor diesem – tief im Unterbewusstsein der sich wahrhaft gebildet wähnenden Schicht weiter wirksamem – Kriterium musste vieles verblassen: vom „wälschen Tand“ angefangen über vermeintlich Epigonales … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Tonträger

Knochenstaub für die Ruhrtriennale

Knochenstaub für die Ruhrtriennale

Duisburg. Das Ballett „Le sacre du printemps“ von Igor Strawinsky ist ja eigentlich ein etabliertes Stück Bühnenkunst. Deshalb erstaunt es auf den ersten Blick, daß sich der Titel unter den insgesamt vier Musiktheater-Produktionen findet, die Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels  für das Festival im Spätsommer ankündigt.  Doch keine Angst! Dies ist keineswegs die reumütige Rückkehr zum Mainstream, wie immer der auch beschaffen sein mag. Vielmehr ist der italienische Theatermacher Romeo Castellucci, der diese Produktion zu verantworten hat, eines … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Oper & Ballett, Region Ruhr, Tanz, Theater

Der Menschenfeind und das wahre Leben: “Molière auf dem Fahrrad”

Der Menschenfeind und das wahre Leben: “Molière auf dem Fahrrad”

Einst war Serge Tanneur (Fabrice Luchini) ein ebenso begnadeter wie berühmter Schauspieler. Doch dann hat er der Welt Lebewohl gesagt und sich auf eine Insel im Atlantik zurückgezogen. Aus dem einstigen Liebling der Medien ist ein muffeliger Mann geworden, der Schmeichelei und Heuchelei hasst und nach Wahrheit und Aufrichtigkeit strebt. Er ist der lebendig gewordene „Menschenfeind“ und könnte aus Molière altem Stück direkt in die Gegenwart geschmuggelt worden sein. Wenn Serge noch einmal auf die Bühne … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kino, Theater

Szenische Ernüchterung: „Der Traum ein Leben“ von Walter Braunfels an der Oper Bonn

Szenische Ernüchterung: „Der Traum ein Leben“ von Walter Braunfels an der Oper Bonn

Wenn der Traum das Leben ist, dann ist dieses Leben ein Alptraum. Walter Braunfels hat sich, im nationalsozialistischen Deutschland aus allen Ämtern entlassen, in der inneren Emigration Franz Grillparzers Märchen „Der Traum ein Leben“ als Opernstoff gewählt und zwischen 1934 und 1937 komponiert. Die romantische Vorlage wird zu einer Parabel über Macht, Moral und Märchenwelten. Dem jungen Rustan ist die häusliche Idylle mit ihrem Gleichmaß des Tage „schal und jämmerlich“; er fühlt sich zu Größerem berufen. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Was vom Monat übrig blieb: Das war der März

Was vom Monat übrig blieb: Das war der März

Wo wir sind, ist die Welt. Was die Weltöffentlichkeit im Großen bewegte, hatte das Revier ganz lokal zu bieten. Von Russen über Sichtungsgeräte bis hin zum (unentschiedenen) Derby – et war wieder von allet watt dabei. Nur nach Flugzeugen wurde in der Ruhr nicht gesucht. Und so war dem Ruhrpott sein März. Käse des Monats: Zur Stärkung nach den berüchtigten Höllen-Höhlen-Touren gibt es demnächst im Ennepetal köstlichen Klutertkäse. Wohl bekomm’s. Favoriten des Monats: Die Oscar-Dekorierten sind nicht … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Region Ruhr

Tanztheater Cordula Nolte: Verstörendes aus der neuen Konsumwelt

Tanztheater Cordula Nolte: Verstörendes aus der neuen Konsumwelt

Ich bin, also konsumiere ich. Ich konsumiere, also bin ich. Aber was wird aus all dem Konsum – und was macht er mit mir, aus uns? Verstörende, schockierende, auch komische Antworten darauf sind nun im Tanztheater Cordula Nolte in Dortmund zu sehen. „Auf der Kippe“ heißt das jüngste sozialkritische Stück der freien Tanzbühne. Am Samstagabend feierte es umjubelte Premiere an der Rheinischen Straße/Ecke Paulinenstraße. Es gab schon Abende, an denen man mehr gelacht hat in der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Tanz, Theater, Warenwelt & Werbung, Wirtschaft

“Kannibalismus” in unseren Innenstädten – ein neues Beispiel in Hagen

In der Innenstadt von Hagen kann man ihn wieder erleben, den Kannibalismus der geschäftigen Projektentwickler: Eine Galerie jagt die nächste, eine moderne Mall verdrängt die junge alte. Es ist noch gar nicht so lange her, dass in Hagen ein Teil des Rathauses abgerissen und an seiner Stelle ein überdachtes Einkaufszentrum errichtet wurde – die “Volmegalerie”, benannt nach dem Flüsschen Volme, das hinter dem Gebäudekomplex in Richtung Ruhr fließt. Integriert wurden dort ein Sportartikel-Kaufhaus und ein Saturn-Elektronikmarkt. Gut zehn Jahre später entsteht nun direkt nebenan eine ganz neue Mall, wieder etwas heller, wieder etwas moderner, wieder etwas größer. Auch dafür wurde ein ganzer Häuserkomplex abgerissen, und wenn diese “Rathaus-Galerie” demnächst eröffnet wird, ist auch Saturn wieder dabei: Die ziehen nämlich um von der jungen alten in die dann schon bald wieder veraltete junge … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Region Ruhr, Warenwelt & Werbung

Tod an der Front: Kunsthalle Bielefeld erinnert an Weltkriegsopfer Hermann Stenner

Tod an der Front: Kunsthalle Bielefeld erinnert an Weltkriegsopfer Hermann Stenner

Er wurde gerade einmal 23 Jahre alt: Der gebürtige Bielefelder Hermann Stenner starb im Dezember 1914 an der Ostfront. Ein Opfer des Ersten Weltkriegs wie andere Künstler auch, etwa August Macke oder Franz Marc. Die Bielefelder Kunsthalle zeichnet nun in einer großen Ausstellung zum ersten Mal die nur fünfjährige Schaffenszeit Stenners nach. „Er wäre einer der besten Maler Deutschlands geworden“, schrieb sein Studienfreund Willi Baumeister noch 1950 rückblickend an die Familie. Über 250 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Drama in Damaskus: “Kuss” am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt

Drama in Damaskus: “Kuss” am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt

Aktuelle politische Konflikte auf die Bühne zu bringen, ist immer ein Risiko: Kann man dem Schrecken des Krieges und dem Leid der Opfer im fiktionalen Raum wirklich gerecht werden? Kann man den jeweiligen Konflikt überhaupt verstehen, wenn er sich in einem völlig anderen Kulturkreis und Machtgefüge abspielt? Wie entgeht man der Gefahr des herablassenden europäischen Blickes, der den betroffenen Gesellschaften zuerst mangelndes Demokratieverständnis attestiert und sich dann ratlos abwendet? Die Uraufführung „Kuss“ von Guillermo Calderón am … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Politik und so, Theater