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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Vielleicht ist ja jetzt die Zeit, wo das Wünschen wieder hilft. Einen ruhigen Monat hatten wir im Nachsatz des Januar-Rückblicks gewünscht und was haben wir bekommen? Einen ruhigen Monat. Und der BVB ist offenbar auch wieder auf dem aufsteigenden Ast. Geht doch. Dafür lassen sich in der Februarsonne die Aufregungen der vergangenen Monate umso trefflicher besichtigen. Egal, wo man derzeit im Revier spazieren geht, die Schäden von Pfingststurm Ela (2014) fallen jetzt nach den Aufräumarbeiten … Den ganzen Artikel lesen »

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Er war Spock – und er war nicht Spock: Zum Tod des vielseitigen Leonard Nimoy

Er war Spock – und er war nicht Spock: Zum Tod des vielseitigen Leonard Nimoy

Leonard Nimoy ist mit 83 Jahren gestorben. Er war der eigentlich unsterbliche Mr. Spock mit den spitzen Ohren, der unverkennbaren Grußhand. Sein wortloser Griff an des Gegners Schulter konnte diesen in Sekunden lahm legen. Ich ringe noch mit mir, ob ich nun im Gleichklang mit Sheldon Cooper (“The Big Bang Theory”) trauern soll oder distanziert, wie es sich gehört. Aber Leonard Nimoy war ein großer Held meiner jungen Jahre. Sein markanter Kopf, sein schneidender Verstand, sein … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Kino

Gescheiterte Chance: Das „Ruhrepos“ von Kurt Weill und Bert Brecht

Gescheiterte Chance: Das „Ruhrepos“ von Kurt Weill und Bert Brecht

Wenn ab heute (27. Februar) das Kurt Weill Fest in Dessau sich erneut dem Schaffen eines der wichtigen Komponisten der Moderne der zwanziger Jahre widmet, darf auch ein Seitenblick auf das Ruhrgebiet erlaubt sein. Für das Industrierevier wäre nämlich um ein Haar ein Werk entstanden, dessen kulturgeschichtliche Bedeutung ähnlich entscheidend wie die der 1928 uraufgeführten „Dreigroschenoper“ hätte werden können. Die Rede ist von der Idee eines „Ruhrepos“, das mit einem Text von Bert Brecht, Musik von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Geschichte, Region Ruhr

Monströser Machtmensch: Lars Eidinger brilliert als “Richard III.” in Berlin

Monströser Machtmensch: Lars Eidinger brilliert als “Richard III.” in Berlin

Er trägt einen umgeschnallten riesigen Buckel, eine starre Halskrause und ein enges Korsett. Mit einem Klumpfuß watet er durch Ströme von Blut, stakst mit finsterer Miene durch ein fieses Ränkespiel. Er grinst und greint, schreit und sabbert. Mit seinem Lederkopfverband erinnert er an den Kannibalen Hannibal Lecter. Und wenn er in das vom Bühnenhimmel herab hängende Mikrofon seine machthungrigen und mordgierigen Fantasien hinein säuselt, erkennt man, dass er eine blinkende Zahnspange trägt: Dieser missgestaltete Mann, bei … Den ganzen Artikel lesen »

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Künstler auf der Suche – Hagener Museum zeigt frühe Bilder von Emil Schumacher

Künstler auf der Suche – Hagener Museum zeigt frühe Bilder von Emil Schumacher

Als Emil Schumacher begann, ein berühmter Maler zu werden, war er immerhin schon 33 Jahre alt. Der Moment ist klar bestimmbar. Am 8. Mai 1945, dem Tag der deutschen Kapitulation, kündigte Schumacher seinen Job als technischer Zeichner in einer Hagener Batteriefabrik und wurde freier Künstler. Dieser mutige Schritt – wie auch das Ende des Zweiten Weltkriegs – liegt jetzt fast 70 Jahre zurück und ist Anaß für eine Sonderausstellung im Hagener Schumacher-Museum, die dem Frühwerk gewidmet … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Nibelungen nach französischer Art: Ernest Reyers „Sigurd“ in Erfurt ans Licht geholt

Nibelungen nach französischer Art: Ernest Reyers „Sigurd“ in Erfurt ans Licht geholt

Erstaunlich, was es nach Jahrzehnten ausgedehnter opernarchäologischer Feldforschung noch zu entdecken gibt. Und erstaunlich, was an einem mittelgroßen deutschen Opernhaus möglich ist, wenn der richtige Intendant kreatives Potenzial entfaltet: Unter Guy Montavon ist Erfurt zu einer ersten Adresse für Uraufführungen und für Ausgrabungen vergessener, vernachlässigter und verkannter Werke geworden. Die laufende Spielzeit – anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren – steht unter dem Motto „Geliebter Feind“: Sie brachte mit der Uraufführung von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Zwei gefährliche Geradeausdenker: Brechts “Flüchtlingsgespräche” in Dortmund

Zwei gefährliche Geradeausdenker: Brechts “Flüchtlingsgespräche” in Dortmund

Was tut einer den lieben langen Tag, wenn er vor den Nazis in ein fremdes Land flüchten mußte? Nun, er langweilt sich. Er wünscht sich interessante Gesprächspartner, und weil er sie nicht findet, führt er Selbstgespräche. So oder so ähnlich mag es wohl gewesen sein, als Bert Brecht in den späten 30er Jahren seine „Flüchtlingsgespräche“ in Svendborg (Dänemark) notierte. Was er damals, in dramatischer Form, seinen Figuren Kalle und Ziffel in die Dialoge schrieb, war … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

“Hart auf hart”: T.C. Boyle mit seinem neuen Roman auf der lit.COLOGNE

“Hart auf hart”: T.C. Boyle mit seinem neuen Roman auf der lit.COLOGNE

Schön, wenn die Literatur so große Säle füllt: Bis auf den letzten Platz ist der Musical Dome, die Interimsspielstätte der Kölner Oper, besetzt. Anlass ist die Lesung von T.C. Boyle, der seinen neuesten Roman auf der lit.COLOGNE vorstellt. „Hart auf hart“ ist bemerkenswerterweise zuerst auf Deutsch erschienen, die US-Amerikaner müssen noch bis Ende März warten, obwohl es um ein ur-amerikanisches Thema geht: um Waffenwahn und absoluten Freiheitsanspruch, den die Protagonisten besonders gegenüber ihrem Staat bis … Den ganzen Artikel lesen »

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Das Mysterium der Fernwärme

Das Mysterium der Fernwärme

In Erwägung, dass hier zunehmend relevante Themen aus Sein und Zeit aufgegriffen werden, geht es nun um eine „Öffentliche Bekanntgabe der Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH für die Kunden in Dortmund-Bodelschwingh“. Selbige ist heute im Anzeigenteil eines Dortmunder Lokalblatts (Mixtur aus WAZ und Ruhrnachrichten) abgedruckt; übrigens auf derselben Seite wie die täglichen Huren-Kleinanzeigen. Das will allerdings gar nichts besagen und ähnelt eher der zufälligen Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf dem Operationstisch, welche bekanntlich den Surrealismus kennzeichnet. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Technik, Wirtschaft, Wissenschaft

Rheingold, Notwist, Pasolini: Johan Simons stellt sein erstes Ruhrtriennale-Programm vor

Rheingold, Notwist, Pasolini: Johan Simons stellt sein erstes Ruhrtriennale-Programm vor

Johan Simons ist, wie bekannt, für die nächsten drei Jahre Intendant der Ruhrtriennale, und heute hat er sein Programm 2015 präsentiert. Erster Eindruck: Es kommt drauf an, was man draus macht, oder auch: Schau’n mer mal.  Der Chef selbst ist da nicht so zögerlich. “Seid umschlungen!” ist das euphorische Motto dieses “Festivals der Künste” (Untertitel), das programmatisch sehr gern in den Schöpfungs- und Erlösungsmythen der Menschheit gründelt. Die richtig großen Namen, das, was man im Showgeschäft … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Kultur an sich, Kunst, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Region Ruhr, Tanz, Theater

Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel

Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel

Diese Lache wird niemand vergessen, der sie je miterlebt hat. Erst ein zufriedenes Schmunzeln, ein amüsierter Lacher, ein sich steigerndes rhythmisches Quieken, schließlich atemlos gackernde Kaskaden, Falsett-Staccato, kreischendes Kichern: Stan Laurel reißt in dem Film „Blotto“ („Angeheitert“) von 1930 nicht nur seinen Partner Oliver Hardy in den Heiterkeitssturm mit, sondern infiziert unweigerlich auch die Zuschauer. Es ist eine der vielen unvergesslichen Szenen, die der geniale Komiker Stan Laurel hinterlassen hat. Laurel, der vor 50 Jahren, am … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kino, Lebenswege, Scherz, Satire, Ironie

Vor 70 Jahren: Als das Ruhrgebiet im Frühjahr 1945 befreit wurde

In den vergangenen Wochen wurden wir zwei Mal deutlich darauf hingewiesen, was vor sieben Jahrzehnten in Deutschland geschah: Die Bombardierung Dresdens, ein Symbol für den Untergang des “Dritten Reiches”, jährte sich am 13. Februar, und nach dem Tod des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker kamen alle Würdigungen auf seine berühmte Rede vor dem Bundestag zu sprechen, in der er den Tag der Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 einen “Tag der Befreiung” nannte. Was zum Kriegsende in der Rhein-Ruhr-Region geschah, soll hier kurz skizziert werden. Mit der Landung alliierter Truppen in der Normandie ab dem 6. Juni 1944 begann das Ende des NS-Regimes im Westen. Am 21. Oktober 1944 wurde Aachen als erste deutsche Stadt befreit – während in anderen Reichsteilen weiter gekämpft und gestorben wurde. Erst Ende Februar … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Politik und so, Region Ruhr

Baukunstarchiv NRW kommt nach Dortmund: Die Geschichten hinter den Fassaden

Baukunstarchiv NRW kommt nach Dortmund: Die Geschichten hinter den Fassaden

Am Ende hat kaum jemand mehr daran geglaubt: Voraussichtlich 2018 bekommt NRW ein Archiv für seine Baukunst. Die in Dortmund geplante Sammlung bewahrt nicht nur die Nachlässe wichtiger Nachkriegsarchitekten – sondern auch ein historisches Gebäude vor dem Abriss. Die Erfolgsgeschichte einer Idee. Darmstadt, im Jahr 1814: Auf dem Speicher des Gasthofs »Zur Traube« findet ein Dekorationsmaler ein merkwürdiges Pergament, auf dem Bohnen zum Trocknen liegen. Zu sehen ist darauf die detaillierte Schnitt-Zeichnung eines Turms. Der Fund stellt … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr

Wozu denn der ganze Zinnober? – Zwei Jahre als Autor beim Netzwerk “Seniorbook”

Wozu denn der ganze Zinnober? – Zwei Jahre als Autor beim Netzwerk “Seniorbook”

Zwei Jahre lang habe ich nebenher Texte für den Münchner Internet-Auftritt seniorbook.de verfasst. Jetzt habe ich mich dort per Mail als Autor verabschiedet; leichten Herzens und aus guten Gründen. Dabei fing damals alles recht manierlich an. Vorwiegend habe ich Beiträge über TV-Sendungen geschrieben. Warum nicht? Das haben wir ehedem bei der Zeitung in langjähriger Übung praktiziert; vielfach auch in Form der schnellen Abend- und Nachtkritik. So auch jetzt. Die Idee, ein soziales Netzwerk für gereifte Leute (worunter … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Medien, Netzwelten, Stilfragen

Vordergründig aktualisiert: Manfred Gurlitts Oper „Soldaten“ in Osnabrück

Vordergründig aktualisiert: Manfred Gurlitts Oper „Soldaten“ in Osnabrück

Von runden Geburtstagen und ähnlichen Gedenkanlässen nimmt die Musikszene oft nur dann Notiz, wenn es etwas zu vermarkten gibt. Bei Manfred Gurlitt wird es zum 125. wohl nicht anders sein. Geboren am 6. September 1890, gehört Gurlitt zu den komponierenden Dirigenten seiner an musikalischen Talenten so reichen Zeit – von Richard Strauss bis Wilhelm Furtwängler. Der Name der Familie ist durch die Sammlung Cornelius Gurlitt und die damit wieder ausgelöste Debatte um NS-Raubkunst bekannt geworden. Manfred … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Detlef Orlopps starke Strukturen und Plakate aus der DDR im Essener Folkwang-Museum

Detlef Orlopps starke Strukturen und Plakate aus der DDR im Essener Folkwang-Museum

In der Malerei wären solche Bilder etwas Vertrautes. Viele von ihnen zeigen gleichmäßige Oberflächen, sind monochrom und wirken in der Hängung schnell wie Serien. Vielleicht würde man, wäre es Gemaltes, von „konkreter Kunst“ sprechen, vielleicht auch könnte man in ihnen Totalübermalungen im Stil Gerhard Richters zu erkennen glauben. Tatsächlich jedoch sind die rund 160 Bilder Fotografien und zeigen sorgfältig abgelichtete Strukturen in urwüchsigen Landschaften oder auf bewegten Wasseroberflächen. Sie entstanden in einem Zeitraum von rund 60 … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Design, Fotografie, Gesellschaft, Kunst, Region Ruhr

Barocke Burleske: Antonio Cestis Karnevalsoper „L’Orontea“ in Frankfurt

Barocke Burleske: Antonio Cestis Karnevalsoper „L’Orontea“ in Frankfurt

Wenn’s in Frankfurt mal lustig wird, ist Achtsamkeit angesagt: Mit komischen Opern oder gar Operetten hat Hausherr Bernd Loebe seit Jahren kaum etwas im Sinn. Jetzt erbarmte er sich zur „fünften Jahreszeit“ einmal eines nach Witz und heit’rer Laune gierenden Publikums – aber wenn schon, dann wenigstens barock: „L’Orontea“ hatte rechtzeitig vor den närrischen Tagen Premiere; ein burlesker, geistvoller Spaß aus dem Jahr 1656, geschaffen von einem Franziskanermönch. Antonio Cesti wusste, wie er sein Zeitalter zu … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Frech und weltläufig: „Ball im Savoy“ von Paul Abraham am Theater Hagen

Frech und weltläufig: „Ball im Savoy“ von Paul Abraham am Theater Hagen

Nein, einen besonders guten Ruf genossen die Operetten von Paul Abraham nach dem Zweiten Weltkrieg nicht: Am ehesten tauchte noch „Viktoria und ihr Husar“ auf den Spielplänen auf, weil sie mit dem Schlager „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ dem Zeitgeschmack entsprechend recht gut zu sentimentalisieren war. Aber „Die Blume von Hawaii“ hielt man spätestens in den siebziger Jahren für grenzwertig bis unspielbar, und „Ball im Savoy“ war seit dieser Zeit so gut wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Operette & Musical

“Nachkriegskinder”: Das fortwährende Leiden unter den Soldatenvätern

“Nachkriegskinder”: Das fortwährende Leiden unter den Soldatenvätern

Die Kölner Journalistin Sabine Bode (WDR, NDR) hat ganz offenkundig seit langem das Themenfeld ihres Lebens gefunden – und intensiv durchpflügt. Ihr liegen die deutschen Kriegs- und Nachkriegskindheiten am Herzen, mithin die mehr oder minder verborgenen Verheerungen, die der Zweite Weltkrieg auch noch im Seelenleben von Nachkommen der Täter angerichtet hat. Eines ihrer Sachbücher heißt „Nachkriegskinder“. Der bereits 2011 erschienene Band ist ein mehr als heimlicher Verkaufserfolg, er hat kürzlich bereits die sechste Auflage erreicht. Bevor … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Gesellschaft, Kinderzeiten, Lebenswege, Psychologie

Verhext von Maxim Biller: “Im Kopf von Bruno Schulz” am Schauspiel Köln uraufgeführt

Verhext von Maxim Biller: “Im Kopf von Bruno Schulz” am Schauspiel Köln uraufgeführt

Maxim Billers Kolumnen in der “Zeit” lese ich ganz gerne. Als nun eine Uraufführung nach einer Novelle von ihm auf dem Spielplan des Schauspiel Köln auftauchte, dachte ich: Unbedingt hin zu „Im Kopf von Bruno Schulz“, in der Regie von Christina Paulhofer. Merkwürdig verhext habe ich 90 Minuten später das Depot 2 wieder verlassen. Dabei beginnt die Angelegenheit ganz dynamisch, um nicht zu sagen hektisch. Der Bühnenraum (Jörg Kiefel) ist in eine Turnhalle von anno dunnemals … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur, Theater

Niemals fertig ist die Kunst: Bilder von Arnulf Rainer in Ahlen

Niemals fertig ist die Kunst: Bilder von Arnulf Rainer in Ahlen

Arnulf Rainer in Ahlen? Da möchte man beinahe im kernigen Wildwest-Tonfall sagen: „Dieser Name ist zu groß für diese Stadt“. Doch tatsächlich: Der Künstler von einigem Weltruhm (documenta- und Biennale-Teilnahmen, Retrospektive im New Yorker Guggenheim Museum usw.) ist jetzt mit fast 100 Arbeiten in der westfälischen Kunstprovinz zwischen Ruhrgebiet und Münsterland gegenwärtig. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen – im Sinne einer erhöhten Präsenz. Manchmal gibt es solche glückhaften äußeren Umstände: Da stammt mit Andreas Dombret ein … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Die Neue Philharmonie Westfalen auf den Spuren der Farbenpracht ungarischer Musik

Die Neue Philharmonie Westfalen auf den Spuren der Farbenpracht ungarischer Musik

Der stilisierte Notenschlüssel, gleich einer eilig dahingeworfenen Kritzelei, ist so etwas wie ein Markenzeichen der Neuen Philharmonie Westfalen (NPW). Symbolisch steht er vor allem für Dynamik. Das dürfte ganz im Sinne von Rasmus Baumann sein, Chefdirigent des Orchesters. Denn sein Stil auf dem Podium ist von viel Elan geprägt. Mag ihm auch das große Charisma fehlen, versteht er es doch, Freude an der Musik zu vermitteln. Darüberhinaus aber scheint das gemeinsame Spiel eine Frage von Genauigkeit, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Nägel gegen die Gewalt: Günther Uecker in der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW

Nägel gegen die Gewalt: Günther Uecker in der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW

Ein Menschenauflauf für ein paar alte Nägel? Die Schlange vor der Kunstsammlung NRW (K 20) in Düsseldorf mäandert bis zur Heinrich-Heine-Allee, ein Durchkommen ist nicht möglich. Auch der Presseausweis hilft da nicht weiter: „Der Pressetermin war gestern“, bescheidet der Zerberus am Eingang barsch. Aber ich möchte doch über die Eröffnung berichten: Denn heute Abend beginnt die erste Museumsausstellung von Günther Uecker in Düsseldorf, wo der inzwischen 84jährige Künstler seit 1953 lebt und wo er Anfang der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Geschichte, Kunst

Er ist der Menschheit müde – Dortmunder “Elektra” endet im Weltschmerz des Tyrannen

Er ist der Menschheit müde – Dortmunder “Elektra” endet im Weltschmerz des Tyrannen

Schon Minuten, bevor das Licht im Saal erlischt, kann man auf der Bühne einer jungen Frau bei ihren Turnübungen zusehen. Verbissen trimmt sie ihren Körper mit Liegestützen, stemmt, dehnt und streckt sich und wirkt dabei mit ihrer Arbeitshose und den groben Schuhen wie eine Gefangene in ihrer Zelle, die sich fit macht für bessere Zeiten „draußen“. Die Frau ist Elektra, das Stück “nach Euripides”, das an diesem Abend im Dortmunder Schauspielhaus gegeben wird, heißt wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Meeresrauschen und Insekten in “3D”: Rätselhafte Premiere in Düsseldorf

Das erste Bild ist stark: Eingerahmt von drei Leinwänden sitzt man wie am Meeres-Strand, die Video-Wogen rollen heran, die Brandung rauscht. Doch das eindrückliche Bild erlischt und man hört und sieht einem (Ex-)Ehepaar beim Streiten zu. Sie (Tanja Schleiff) hat ihn (Michael Abendroth) vor Jahren verlassen und eine Galerie in New York aufgemacht. Er war immer mit der Firma verheiratet, ist nun im Ruhestand und hegt die Hoffnung, vielleicht mit ihr den Lebensabend zu verbringen. Diese schwindet ziemlich schnell, denn sie will nur kurz bleiben und auf keinen Fall zu ihm zurück. Doch was will sie dann überhaupt hier? Der Düsseldorfer Künstler Stephan Kaluza hat das Stück „3 D“ geschrieben, das jetzt im Düsseldorfer Schauspielhaus Premiere hatte, und er hat das Bühnenbild selbst entwickelt. Leider werden nach dem interessanten Eingangsbild die Leinwände … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Theater

Entdeckung in Berlin: “Eine Frau, die weiß, was sie will” – Operette, zur Farce zugespitzt

Entdeckung in Berlin: “Eine Frau, die weiß, was sie will” – Operette, zur Farce zugespitzt

Vielleicht waren es nicht nur Zwänge der Disposition, die Barrie Kosky veranlassten, die Premiere von „Eine Frau, die weiß, was sie will“ auf den 30. Januar zu legen. An dem Tag, an dem vor 82 Jahren Hitlers Gefolgsleute mit Fackeln durchs Brandenburger Tor zogen, um die „Machtübernahme“ zu feiern, fegte die Operette von Oscar Straus über die Bühne der Komischen Oper – des einstigen Metropol-Theaters, wo das Zugstück für die damalige Diva Fritzi Massary 1932 … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Operette & Musical

Hitler als Liebling der Medien: “Er ist wieder da” im Westfälischen Landestheater

Hitler als Liebling der Medien: “Er ist wieder da” im Westfälischen Landestheater

Der Gedanke ist zugegebenermaßen ziemlich absurd, aber als Phantasiespiel nicht ohne Reiz: Wie wäre es, wenn Hitler wieder auftauchte? Wenn er nach 70jährigem Dornröschenschlaf in einer deutschen Gegenwart erwachte, in der es türkische Zeitungen und Comedians gibt und niemand Respekt vor dem Führer hat? Der Autor Timur Vermes hat dieses Spiel vor einigen Jahren in seinem Romanerstling „Er ist wieder da“ gewagt. Jetzt hat das Westfälische Landestheater in der Regie von Gert Becker daraus ein … Den ganzen Artikel lesen »

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Schloß Cappenberg bleibt Kunstmuseum – doch die Ausstellungsfläche schrumpft

Schloß Cappenberg bleibt Kunstmuseum – doch die Ausstellungsfläche schrumpft

Schloß Cappenberg bleibt dem Kreis Unna als Museum erhalten. Kreis Unna, Landschaftsverband LWL und Graf Kanitz als Besitzer haben in wesentlichen Punkten Einigkeit über einen neuen Mitvertrag erzielt. Dies teilte der Kulturdezernent des Kreises Unna, Kreisdirektor Dr. Thomas Wilk, heute mit. Wermutströpfchen: Kunst wird es nur noch auf einer Etage geben, die andere Etage bleibt zukünftig dem Landschaftsverband für die Dauerausstellung über den Freiherrn vom Stein vorbehalten. Das Erdgeschoß hätte um die 350 Quadratmeter, das … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Kunst, Region Ruhr

Ein Kulturzentrum muss sich stets verändern – Gespräch über die Lindenbrauerei in Unna

Wohin wird der Weg der Kulturpolitik in Unna führen? Werden neue, ganz andere Wege beschritten? Müssen ausgetretene Pfade verlassen werden? Ein Gespräch unter Parteifreunden mit Sebastian Laaser (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses: Frage: Vorweg, den Herrn Laaser schenke ich mir, diese Förmlichkeit wäre albern. Sebastian, siehst du die Diskussion um das Kulturzentrum Lindenbrauerei als abgeschlossen an? Sebastian Laaser: Ja und Nein. Ja, weil in den letzten Monaten ja eher diskutiert wurde, ob Jahresabschlüsse oder Wirtschaftspläne korrekt seien. Da sage ich klar, dass die nicht-öffentliche Arbeitskreissitzung aus meiner Sicht alle Fragen beantwortet hat. Ich maße mir nicht an, Prüfungen durch das Finanzamt oder vereidigte Wirtschaftsprüfer in Frage zu stellen. Ich gehe davon aus, dass die Vereinsverantwortlichen auch für das Jahr 2014 alle Unterlagen ordentlich einreichen werden. Nein, weil es immer Diskussionen um die Brauerei … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kleinkunst & Comedy, Kulinarisches, Kultur an sich, Region Ruhr, Rock & Pop

Wanderers Seelennot: Franz Schuberts „Winterreise“ im Konzerthaus Dortmund

Wanderers Seelennot: Franz Schuberts „Winterreise“ im Konzerthaus Dortmund

Mitten in der Nacht stapft er los. Hinaus in den Schnee, durch die schlafende Stadt, weit übers Land, unbemerkt und ohne Ziel. Der einsame Wanderer hat keinen Namen, aber alle Freunde der Musik von Franz Schubert kennen ihn aus zahllosen Liedern. In ihnen ist der rast- und heimatlose Geselle der Hauptdarsteller: ein ewig Unbehauster, der dem Glück vergeblich nachläuft. Schon einmal ist es ihm entwischt, in dem Zyklus „Die schöne Müllerin“, in dem die Geliebte seine … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert