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Streng, schwarzweiß und einfühlsam – Fotografien von Barbara Klemm und Stefan Moses in der Küppersmühle

Streng, schwarzweiß und einfühlsam – Fotografien von Barbara Klemm und Stefan Moses in der Küppersmühle

Neo Rauch hat sich beim Malen schmutzig gemacht und läuft, warum auch immer, aus dem Bild; und Willy Brandt steht im Wald. Den Leipziger Maler Neo Rauch hat Barbara Klemm 2011 fotografiert, den Altbundeskanzler Willy Brandt 1984 Stefan Moses. Auf den ersten Blick haben die beiden Fotografien wenig gemein. Doch beide eint, dass sie Portraits sind, dass berühmte Pressefotografen sie machten und dass sie jetzt in der Duisburger Küppersmühle in der selben Ausstellung hängen. Barbara Klemm, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fotografie, Kunst

Bei Immobilien muss man halt richtig zulangen – ein kleines Lehrstück für Dortmund und NRW

Bei Immobilien muss man halt richtig zulangen – ein kleines Lehrstück für Dortmund und NRW

Gestern habe ich mich bei Lektüre der Regionalzeitung aufgeregt, heute schon wieder. Das kommt öfter vor; nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch wegen der Machart. Aber darum geht’s jetzt mal nicht. Es war also im vermeintlichen WAZ-Lokalteil (der ja von den Ruhrnachrichten kommt) zu lesen, erneut habe ein Großinvestor (diesmal die Gagfah aus Luxemburg) auf einen Schlag gleich 1700 Wohnungen in Dortmund erworben, davon allein 650 im Stadtteil Westerfilde, der in den letzten Jahren derbe … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Politik und so, Wirtschaft

Die Generation Handy verschont mich nicht

Die Generation Handy verschont mich nicht

Ja, ich weiß, das ist nicht richtig was Neues, das ist längst richtiger Alltag: Aber heute fiel es mir nicht nur besonders auf, sondern auch gehörig auf die Nerven. Das öffentliche Dauertelefonieren, die allerörtliche Erreichbarkeit und das hemmungslos vorgetragene Mitteilungbedürfnis via Handy. Ätzend! Beginnen wir mit einer Klarstellung: Ich habe selbst ein Handy, ich weiß selbst, dass “Handy” total falsch ist, weil Handy klein geschrieben wird, handlich bedeutet und damit eigentlich ein mobile phone oder auch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Stilfragen, Technik

Gescheiterter Kraftkerl – “Tod eines Handlungsreisenden” überzeugt in Dortmund

Gescheiterter Kraftkerl – “Tod eines Handlungsreisenden” überzeugt in Dortmund

„Tod eines Handlungsreisen“ – das klingt so schön abgehoben, so zeitlos; und der Reisende ist in Religion oder Literatur ja sowieso oft mit quasi mythologischer Aufladung unterwegs, ins Totenreich oder ins Paradies, seiner alten Liebe hinterher oder wohin auch immer. Und möglicherweise ist gar der Weg schon sein Ziel. Auch Arthur Miller wird Gedanken wie diese gehabt haben, als er seinen dramatischen Welterfolg so abgehoben betitelte. Seit das Stück wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Romantik und Alltag: Tanzabend b.21 an der Düsseldorfer Rheinoper

Romantik und Alltag: Tanzabend b.21 an der Düsseldorfer Rheinoper

“Alle meine Schwänlein schwimmen auf dem See“: Eine Reihe kleiner weißer Gummi-Schwänchen sitzt an der Rampe und schaut ins Publikum. Doch das eigentliche Geschehen spielt sich hinter ihnen auf der großen Bühne des Düsseldorfer Opernhauses ab. Als Hommage an das romantische Ballett – allen voran Schwanensee – hat Düsseldorfs Ballettchef Martin Schläpfer eine neue Choreographie zur Sinfonie Nr. 2 von Johannes Brahms kreiert. Heiter und sonnig klingt die Musik und lässt an einen sommerlichen Tag am … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Tanz

Freies Theaterfestival “Favoriten 2014″ in Dortmund – Chaos, Krise, Kreativität

Freies Theaterfestival “Favoriten 2014″ in Dortmund – Chaos, Krise, Kreativität

Es riecht erdig im ehemaligen Museum am Ostwall: Die große, lichte Eingangshalle ist mit Rasen ausgelegt. Picknickdecken liegen bereit. In der Mitte: ein schwarzer, begehbarer Kubus. Wer neugierig die Tür öffnet, stößt einen überraschten Schrei aus: Innen blendet gleißend weißes Licht, auch Wände, Boden, Decken: weiß. Ein Stuhl in der Mitte lädt ein, der extremen Sinneserfahrung nachzuspüren – und das umgebende Nichts mit Bedeutung zu füllen. Im 29. Jahr seines Bestehens bricht das Festival „Favoriten“ gleich … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Region Ruhr, Theater

Tanzte man sur oder sous le Pont d’Avignon? – Was aus Hörfehlern entstehen kann

Tanzte man sur oder sous le Pont d’Avignon? – Was aus Hörfehlern entstehen kann

Zumindest in Europa kennt fast jede und jeder das Lied von der Brücke in Avignon, und sei es nur aus dem Vortrag der kleinen Mireille Mathieu. Dort auf der halben Brücke über die Rhône – in Frankreich ist dieser Fluss männlichen Geschlechts (Le Rhône) – wurde angeblich so gern getanzt, nämlich “sur le Pont”. In Wahrheit handelte es sich aber wohl um einen Hörfehler, der sich irgendwann eingeschlichen hat. Getanzt wurde nämlich ursprünglich unter den Bögen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Sprache, Stadt Land Fluss, Unterwegs, Weite Welt

Frage des Alters: Michael Gruner inszeniert “Die Gerechten” von Camus in Düsseldorf

Eigentlich seltsam, dass eine Gruppe von Schauspielern im Rentenalter auf der Stadttheaterbühne so ungewöhnlich wirkt. Schließlich ist im Publikum diese Altersgruppe ebenfalls überdurchschnittlich vertreten – mal abgesehen von den Studenten, die auch viel Zeit haben, ins Theater zu gehen. Wer meistens fehlt, sind die 35-50jährigen: Karriere und Kinder vertragen sich mit Kunst am Abend organisatorisch weniger gut. Sicher gibt’s im Klassiker den alten König Lear oder die gestandene Mutter Courage, die auch schon alles gesehen hat. Aber Camus „Gerechte“ als revolutionäre Alt-68er? Diesen Ansatz bringt Regisseur Michael Gruner (selbst Jahrgang 1944) nun in der neusten Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses auf die Bühne, das zurzeit vom Interimsintendanten Günther Beelitz (75) geleitet wird. „Wir kennen uns seit den sechziger Jahren“, benennt Beelitz die alte Seilschaft ganz munter bei der Premierenfeier. Ruhrgebietsbewohnern sind beide … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Theater

Reales Drama: “Die Kinder von Opel” am Schauspielhaus Bochum

Reales Drama: “Die Kinder von Opel” am Schauspielhaus Bochum

Ende des Jahres schließt das Opel-Werk in Bochum für immer. Der Automobilhersteller kam Anfang der 1960er Jahre und läutete den Strukturwandel ein: Die ersten Zechen in Bochum hatten damals längst dicht gemacht, Opel war der Hoffnungsträger. Sein Ende hinterlässt ein Trauma. Das Schauspiel Bochum, traditionell stark verwurzelt im Alltagsleben der Stadt, leistet schon seit einem Jahr kreative Traumatherapie mit seinem „Detroit-Projekt“. Einen Abschluss-Beitrag lieferte nun die Künstlergruppe „kainkollektiv“: Im Theater unter Tage, der kleinsten Spielstätte des … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Theater, Wirtschaft

Heldentenor, streichelweich: Klaus Florian Vogt in der Philharmonie Essen

Heldentenor, streichelweich: Klaus Florian Vogt in der Philharmonie Essen

Hach, diese Stimme. So heiter, so silberhell, fast wie ein nach unten oktavierter Knabensopran. Sie singt von Liebe und Lenz, schwärmt von süßer Empfindung und edler Ritterschaft. Das klingt so gutgläubig, so jugendlich optimistisch, als töne sie aus einem Märchenreich in unsere wirre Welt herüber. Der diesen lichten Zauber ausübt, ist ein Mittvierziger aus Schleswig-Holstein: Klaus Florian Vogt, Sohn einer Medizinerfamilie, entwickelte sich vom Hornisten des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg zu einem der gefragtesten Heldentenöre unserer Tage. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Durch einen peinlichen Alltag stolpern – Wilhelm Genazinos Roman “Bei Regen im Saal”

Durch einen peinlichen Alltag stolpern – Wilhelm Genazinos Roman “Bei Regen im Saal”

Sein Tonfall ist längst nicht mehr verwechselbar, er schreibt vielleicht immer am gleichen Roman, der sich beharrlich fortspinnt. Fast möchte man meinen, das geschehe inzwischen wie von selbst. Doch natürlich verdanken wir auch die neueste Prosa „Bei Regen im Saal“ einer steten Anspannung, der feinnervigen Beobachtungs- und Schilderungsgabe des Wilhelm Genazino. Gibt es da eine Entwicklung von Buch zu Buch? Oder handelt es sich um eine fortlaufende Suada? Der Ich-Erzähler namens Reinhard hat über Kants Philosophie promoviert, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur

Europäische Spitzenliga: Daniel Harding und Renaud Capuçon in der Philharmonie Essen

Europäische Spitzenliga: Daniel Harding und Renaud Capuçon in der Philharmonie Essen

Dass Richard Strauss sich selbst als Held seines Lebens gesehen hat, dröhnte uns in den letzten Wochen im Ruhrgebiet von beinahe jedem philharmonischen Standort entgegen. Die Komposition „Ein Heldenleben“ von 1898 stand in diesem Herbst schon in Düsseldorf, Duisburg und Dortmund auf dem sinfonischen Programm. Auch Daniel Harding ließ sich die Chance des Strauss-Jahres nicht entgehen und präsentierte in der Essener Philharmonie das monumentale Werk des 34jährigen, kombiniert mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms. Aber wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Wie die Kirche aufklären wollte – “Komm in meinen Wigwam” im Dortmunder Schauspiel

Wie die Kirche aufklären wollte – “Komm in meinen Wigwam” im Dortmunder Schauspiel

Das sittliche Wohlergehen des jungen Menschen ging ihnen über alles. Beschützt und behütet sollte er seinen Weg in die Welt der Erwachsenen finden. Wenn da nur diese fluchwürdige Sexualität nicht gewesen wäre, die ja irgendwie zum Leben dazugehört, aber doch mächtig stört. Zumal sie den jungen Menschen beiderlei Geschlechts ablenkt vom Pfad der Tugend. Oder vom Pfad des Herrn, der tunlichst ein katholischer sein sollte. So hat sich die Kirche in vergangenen Zeiten viel Mühe gegeben, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Lebloser Liveticker

Lebloser Liveticker

Früher standen “Ticker” (in grauer Vorzeit waren damit Fernschreiber gemeint) mal für halbwegs wichtige Nachrichten, die wenigstens ein Stückchen Papier wert waren. Heute wird bekanntlich jeder Flach- und Unsinn online mit einem “Liveticker” verfolgt. Beispielsweise heute wieder: Die Mannschaft des krisengeplagten BVB hebt zum Flug nach Istanbul ab und die Ruhrnachrichten sind atemlos online dabei. Es könnten aber auch eine andere Homepage und eine andere Geschehnislosigkeit sein. Alles andere wäre ja eine Nachricht; wenn sie beispielsweise n … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien, Netzwelten

“Eine Jugend in Deutschland” am Schauspiel Essen: Ein Projekt, das zu viel will

“Eine Jugend in Deutschland” am Schauspiel Essen: Ein Projekt, das zu viel will

Die Idee hat schon viel Wahnsinniges: den Ersten Weltkrieg auf die Bühne zu bringen und noch dazu die Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan; die Autobiografie des jüdischen Autors und Verdun-Kämpfers Ernst Toller zu inszenieren, verknüpft mit den Schicksalen aus Afghanistan heimkehrender Soldaten. Regisseur Moritz Peters und Dramaturgin Carola Hannusch haben es am Essener Schauspiel gewagt. „Eine Jugend in Deutschland – Krieg und Heimkehr 1914/2014“ erlebte am Samstag die Uraufführung. Das Stück hat Projekt-Charakter, ist eher Collage denn Drama: … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

“Mörderischer Mistral” – lesenswerter Provence-Krimi von Cay Rademacher

“Mörderischer Mistral” – lesenswerter Provence-Krimi von Cay Rademacher

Die meisten Menschen sehen lieber Krimis im Fernsehen als sie in Buchform zu lesen. Das hat zum Teil auch mit der grenzwertigen Qualität zu tun. Der Dumont-Verlag hat in Cay Rademacher aber einen Autor gefunden, der Spannung mit sicherem Stil und sprachlicher Eleganz verbindet. Mit Capitaine Blanc setzt er nun einen neuen Kommissar in die Welt, der in Südfrankreich ermittelt. Blanc wird von einem Tag zum anderen aus Paris in die Provence versetzt, weil er in … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur

Unverbraucht und frisch: Johannes Schaafs Version von Mozarts „Cosí fan tutte“ in Essen

Unverbraucht und frisch: Johannes Schaafs Version von Mozarts „Cosí fan tutte“ in Essen

Rückzug auf die Vernunft. Die Männer können das. Gefühle ausblenden, „heitere Ruhe“ finden. Her mit dem Sekt. Die Frauen können – oder wollen – das nicht. Die Versöhnung im Namen einer fragwürdigen Vernunft funktioniert nicht; nicht nach diesem Schock. Cosí fan tutte? So machen’s alle? Wohl kaum. Johannes Schaaf hat in seiner Essener Inszenierung der Mozart-Oper, die jetzt (blitzsauber einstudiert) wieder aufgenommen wurde, dem vernünftelnden Pragmatismus des Finalensembles eine Absage erteilt. Der Mensch, der alles von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

TV-Nostalgie (28): “Der goldene Schuß” mit Lou van Burg – “Kimme, Korn – ‘ran!”

TV-Nostalgie (28): “Der goldene Schuß” mit Lou van Burg – “Kimme, Korn – ‘ran!”

Hier geht’s um einen Mann, der im Fernsehen der frühen Jahre gleichsam barocke Figur machte. Wohlgenährt, sinnenfroh und schwungvoll unterhielt der Charmeur Lou van Burg, gern auch familiär „Onkel Lou“ oder „Mister Wunnebar“ genannt, die Nation zwischen “Wirtschaftwunder” und ersten Krisen. Die mit Abstand erfolgreichste Show des Holländers war von 1964 bis 1967 „Der goldene Schuß“ im ZDF. Was sich heute wohl kein Fernsehmacher außerhalb der Kulturkanäle trauen würde: Vorbild für die Spielidee war der dramatische … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Medien

Langjähriger Dortmunder Journalistik-Professor Ulrich Pätzold legt Berlin-Buch vor

Langjähriger Dortmunder Journalistik-Professor Ulrich Pätzold legt Berlin-Buch vor

30 Jahre war Ulrich Pätzold ordentlicher Professor für Journalistik in Dortmund. Als er 1978 in die Westfalenmetropole berufen wurde, um den seinerzeit neuen Studiengang mit aufzubauen, kam er aus Berlin, damals noch eine geteilte Stadt. Nach seiner Emeritierung kehrte er zurück an die Spree und legt jetzt ein Buch vor, mit dem er den Leser einlädt, ihn auf seinen Spaziergängen durch die Hauptstadt zu begleiten. Gern abseits der Touristenpfade macht er sich auf den Weg durch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Geschichte, Gesellschaft, Kultur an sich, Literatur, Schule, Uni, Bildung

Getanzte Lebensläufe – persönliche Eindrücke zwischen Litauen und Dortmund

Getanzte Lebensläufe – persönliche Eindrücke zwischen Litauen und Dortmund

Vom 8. Bis 12. Oktober fand in Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens, das internationale Tanzfestival AURA24 statt. Die Dortmunder Produktionsgruppe artscenico war dabei. Zusammen mit der Tanzcompagnie Aura wurde die Koproduktion „CVs – Curricula vitarum“ realisiert. Der Tänzer und Choreograph Paul Hess hat das Vorhaben mit einem internationalen Ensemble umgesetzt, das dort neu zusammengestellt wurde. Als verantwortlicher Koproduzent bin ich zum Festival und zur Premiere nach Kaunas gereist. Hier einige persönliche Eindrücke: Die Zusammenarbeit mit Aura … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Tanz, Unterwegs

Geschälte Bäume – David Chipperfields “Sticks and Stones” in der Berliner Nationalgalerie

Geschälte Bäume – David Chipperfields “Sticks and Stones” in der Berliner Nationalgalerie

Was für ein Kontrast: Ein Wald aus geschälten Bäumen, ein Heer aus 144 verletzt und doch standhaft wirkenden, acht Meter hohen Fichtenstämmen in einem riesigen Kasten aus Glas und Stahl. „Sticks and Stones“ nennt der britische Star-Architekt David Chipperfield (nach dessen Plänen u. a. auch das Essener Museum Folkwang umgebaut wurde) seine beeindruckende „Intervention“, mit der er das gläserne Foyer der Berliner Nationalgalerie in einen Denk- und Erlebnisraum verwandelt und die komplizierten Wechselwirkungen von Architektur und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kunst

Unwiderstehliche Reize des Südens – die Halbinsel von Saint-Tropez

Unwiderstehliche Reize des Südens – die Halbinsel von Saint-Tropez

Der Süden zieht die Deutschen spätestens seit Goethes Italienreise immer wieder magisch an, und zu diesen Sehnsuchtsorten gehört für Mitteleuropäer auch die Côte d’Azur und dort besonders die Halbinsel von Saint-Tropez. Nicht nur “Normalos” wie wir machen dort gelegentlich Urlaub – seit seinen diversen Prozessauftritten weiß man auch von der Millionenvilla des ehemaligen Chefs des Essener Karstadt-Konzerns, Thomas Middelhoff, dort unten in Südfrankreich. Inzwischen hat er seinen Wohnsitz von Bielefeld ganz dorthin verlegt. Zu den Orten auf … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Kino, Unterwegs

Familienfreuden XVI: Von Klokletten und anderen Erfindungen

Familienfreuden XVI: Von Klokletten und anderen Erfindungen

Wer mich kennt, für den dürfte das keine besondere Überraschung sein: Fiona redet gerne – und viel. In der Hinsicht also ganz die Mama. Sie scheint allerdings auch eine andere Vorliebe von mir geerbt zu haben: die des Worterfindens. Als ich noch bei der Zeitung gearbeitet habe, hat ein Kollege tatsächlich mal eine der Kulturseiten unter seiner Schreibtischauflage aufbewahrt, weil ich in einer Schlagzeile eines meiner erfundenen Worte untergebracht hatte – ich glaube, es war „Kuschelpuschen“ … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Kinderzeiten, Lebenswege, Sprache

Gütiger Genius: Wuppertal zeigt Camille Pissarro als Vaterfigur der Impressionisten

Gütiger Genius: Wuppertal zeigt Camille Pissarro als Vaterfigur der Impressionisten

Dieser Mann mit dem Ehrfurcht gebietenden weißen Bart, den man da auf historischen Fotografien und gemalten Selbstporträts sieht, muss eine Leitfigur, ja ein Vorfahre beinahe biblischen Zuschnitts gewesen sein. Und tatsächlich: Es ist kaum übertrieben, Camille Pissarro (1830-1903) als „Vater des Impressionismus“ zu bezeichnen. Als solcher firmiert er jetzt in einer sehenswerten Schau des Wuppertaler Von der Heydt-Museums. Lange Zeit blieben sie in den Pariser Salons verpönt, ja, das Wort „Impressionisten“ geriet gar zum Spottnamen, mit dem … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Philosophische Komödie: Richard Strauss’ “Der Rosenkavalier” in Krefeld

Philosophische Komödie: Richard Strauss’ “Der Rosenkavalier” in Krefeld

An „Rosenkavalieren“ ist in diesem Strauss-Jahr 2014 wahrlich kein Mangel. Die jüngste Premiere ist nun aus Krefeld zu vermelden. Düsseldorf hatte seine traditionelle Otto-Schenk-Inszenierung im Frühjahr wieder ausgegraben, Gelsenkirchen die 150-Jahrfeier der Geburt Richard Strauss‘ gar schon im Oktober vor einem Jahr begonnen (und jetzt mit der „Frau ohne Schatten“ erfolgreich fortgesetzt). In Dortmund wird die silberne Rose in der Regie des Hausherrn Jens Daniel Herzog ab 25. Januar 2015 überreicht. Und in Kassel, Frankfurt oder … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

“Geschlossene Gesellschaft”: Vom Glanz und Elend der Superreichen

“Geschlossene Gesellschaft”: Vom Glanz und Elend der Superreichen

Was macht das viele Geld mit den Reichen und Superreichen? Sind Multimillionäre und Milliardäre besonders glücklich oder besonders zerknirscht? Derlei Menschheitsfragen wollte Dennis Gastmann mit seinem Buch „Geschlossene Gesellschaft. Ein Reichtumsbericht“ stellen – und vielleicht gar beantworten. Ist es ihm gelungen? Nun, zunächst einmal lässt er uns weitschweifig und umständlich wissen, an welche reichen Leute er n i c h t herangekommen ist, nämlich an fast alle Berühmtheiten: „Mick Jagger? Begrüßt mein Interesse, muss jedoch absagen. Johnny … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Lebenswege

Drei Männer und “Die Frau auf der Treppe” – der neue Roman von Bernhard Schlink

Drei Männer und “Die Frau auf der Treppe” – der neue Roman von Bernhard Schlink

Drei völlig unterschiedliche Männer, vordergründig geeint durch eine unerfüllte Liebe: der narzisstische Künstler, der schwerreiche Unternehmer, der Anwalt, der nur solange vermitteln will, wie er Recht behält. Eine Frau, die sich allen drei Männern gleichermaßen entzogen hat. Die Frau, Irene, stand einst Modell für ein Frühwerk des heute bedeutenden Künstlers Karl Schwind. Seit Jahrzehnten hat niemand mehr “die Frau auf der Treppe” gesehen, der Verbleib des Gemäldes ist unklar, von Geheimnissen umwittert. Irenes erster Mann, der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Literatur

TV-Nostalgie (27): “Auf der Flucht” – Als Dr. Richard Kimble durch die USA gehetzt wurde

TV-Nostalgie (27): “Auf der Flucht” – Als Dr. Richard Kimble durch die USA gehetzt wurde

Eigentlich erstaunlich, dass diese Serie auch bei uns so legendär werden konnte. Ab 9. Juli 1965 zeigte die ARD lediglich 26 von insgesamt 120 Folgen von „Auf der Flucht“. Dennoch war der flüchtige „Dr. Kimble“ (David Janssen) bald allen Fernsehzuschauern ein Begriff – und blieb es für viele bis heute. Doch halt! Nicht alle haben das damals sehen dürfen. Wenn ich mich recht entsinne, haben meine Eltern die Serie damals regelmäßig geguckt, doch für mich war … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen

Kolossale Freiheits-Göttin: Stefan Herheim inszeniert Puccinis “Manon Lescaut” in Essen

Kolossale Freiheits-Göttin: Stefan Herheim inszeniert Puccinis “Manon Lescaut” in Essen

Als „Musiker der kleinen Dinge“ sah Giacomo Puccini sich selbst. Mit „Manon Lescaut“, seinem ersten großen Opern-Erfolg, war die erste seiner faszinierenden Frauengestalten geboren: ein junges Mädchen, bildschön und noch sehr unerfahren, erfüllt von übergroßer Lebensgier, die ihr schließlich zum Verhängnis wird. Im Essener Aalto-Theater bläst Regisseur Stefan Herheim die Titelfigur jetzt zur monumentalen Ikone auf. Das Glücksversprechen, das von diesem schillernden Geschöpf ausgeht, setzt er demjenigen der amerikanischen Freiheitsstatue gleich, die zur Entstehungszeit des … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Wie die Welt in den Kopf gekommen ist – Paul Austers “Bericht aus dem Inneren”

Wie die Welt in den Kopf gekommen ist – Paul Austers “Bericht aus dem Inneren”

„Am Anfang war alles lebendig. Die kleinsten Gegenstände waren mit pochenden Herzen ausgestattet, und selbst die Wolken hatten Namen. Steine konnten denken, und Gott war überall.“ Paul Auster gehört zu den bedeutendsten amerikanischen Gegenwartsautoren. Ob mit seiner “New-York-Trilogie” oder seiner “Brooklyn-Revue”, mit “Der Mann im Dunkel” oder “Sunset Park”: Immer wieder hat Auster die Möglichkeiten der postmodernen Literatur neu vermessen, furios mit Erzählweisen jongliert. Das neue Buch des 1947 geborenen und seit vielen Jahren mit der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Kinderzeiten, Lebenswege, Literatur, Psychologie