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Revierpassagen-Texte wurden bühnenreif: Rolf Dennemanns “Unterwegs mit meinem Körper”

Revierpassagen-Texte wurden bühnenreif: Rolf Dennemanns “Unterwegs mit meinem Körper”

Wenn ein gelegentlicher Mitarbeiter der “Revierpassagen” ein Bühnenprogramm entwickelt und aufführt; wenn noch dazu sehr lesenswerte Textvorlagen zu diesem Projekt als Beiträge in den Revierpassagen gestanden haben – dann, ja dann machen wir umso lieber ein bisschen Reklame dafür. Die Rede ist von Rolf Dennemann und seiner szenischen Lesung “Unterwegs mit meinem Körper”, die kürzlich erfolgreich Premiere hatte. Der Autor, Regisseur und Schauspieler schildert seine Odyssee durch diverse Krankenhäuser des Landes. Es halten sich dabei erzkomische … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Kleinkunst & Comedy, Literatur, Scherz, Satire, Ironie, Theater, Wahnwitz

Versöhnung im Sterben: Charles Gounods „Faust“ gelingt am Theater Hagen

Versöhnung im Sterben: Charles Gounods „Faust“ gelingt am Theater Hagen

Charles Gounods „Faust“ stand lange unter Kitschverdacht, vor allem bei literarische Gebildeten in Deutschland: Die Konzentration des komplexen „Faust“-Stoffes auf die Liebestragödie, die Abkunft von einem französischen Boulevard-Stück, der Transfer der musikalischen Diktion aus der „Großen Oper“ und die Spuren der tragischen Frauen Donizettis – all das rückte Gounods Werk in abschätziges Zwielicht, ausgedrückt auch durch den lange gebräuchlichen deutschen Titel „Margarethe“. Seit einer Generation hat sich die Rezeption gründlich verändert, „Faust“ wird nicht mehr länger … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Im Zweifel für das Leben: Ian McEwans neuer Roman “Kindeswohl”

Im Zweifel für das Leben: Ian McEwans neuer Roman “Kindeswohl”

Für die Londoner Familienrichterin Fiona Maye gehören komplizierte juristische Fragen zum Alltag, doch der Fall des Adam Henry ist besonders bizarr. Sein Schicksal steht im Zentrum von Ian McEwans Roman „Kindeswohl“. Der 17jährige Adam Henry ist an Leukämie erkrankt. Eine ihn rettende Bluttransfusion lehnen seine Eltern und auch er selbst aus religiösen Gründen kategorisch ab. Die Familie gehört zu den Zeugen Jehovas, die mit Verweis auf Worte der Bibel einen solchen medizinischen Eingriff untersagen. Die behandelnde … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Glaubensfragen, Lebenswege, Literatur, Psychologie

Ein paar Gedanken (und Gefühle) bei Durchsicht meiner Büchersammlung

Ein paar Gedanken (und Gefühle) bei Durchsicht meiner Büchersammlung

Vor einem Umzug kommt man schon mal auf die Idee, seine Bücher einer Revision zu unterziehen. Um vielleicht „Ballast“ abzuwerfen. Oder auch nicht. Ein Kernsatz beim Sortieren bemisst sich vorwiegend am Bauchgefühl: Werde ich wohl jemals wieder in dieses Buch hineinsehen? An den Rändern der Sammlung sind mit der Zeit unscharfe Zonen entstanden, in denen sich Bücher gleichsam nur noch versteckt halten und schlotternd auf Nicht-Entdeckung hoffen. Ha! Die sollen mich kennen lernen. Doch Vorsicht, nichts überstürzen: … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Buchmarkt, Kultur an sich, Lebenswege, Literatur

So ist es nun einmal, das Leben: “Chronik meiner Straße” von Barbara Honigmann

So ist es nun einmal, das Leben: “Chronik meiner Straße” von Barbara Honigmann

Alle Bücher von Barbara Honigmann haben einen autobiografischen Kern. Und fast immer geht es auch um ihre spät erwachte jüdische Identität. Genauer: Es geht um die Veränderung, die ihr Leben erfahren hat, als die Tochter eines marxistischen Intellektuellen nach jüdischem Ritus heiratete und 1984 die DDR verließ. Seitdem lebt sie in Straßburg, und ihre Wohnung liegt in einer Straße, in der Juden, Christen und Moslems mehr oder weniger friedlich nebeneinender leben, sich die Kulturen und Religionen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Literatur

Festspiel-Passagen I: Der Sound der Zwanziger Jahre in der Bauhausstadt Dessau

Festspiel-Passagen I: Der Sound der Zwanziger Jahre in der Bauhausstadt Dessau

„In eins verschmolzen sind Wort und Töne“ singt die Gräfin in Richard Strauss‘ „Capriccio“: Für sie ist die Frage nach dem Vorrang von Text oder Musik in der Oper gelöst. „Zu einem Neuen verbunden“ sind sie. „Eine Kunst durch die andere erlöst.“ Wenn es denn so harmonisch wäre. In einer Zeit, in der Strauss und sogar der Wortfanatiker Wagner das Übertiteln ihrer Bühnenwerke erdulden müssen, weil es an artikuliertem Singen mangelt, stellt sie die Frage … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

Götterdämmerung für die Gralswelt: „Parsifal“ in kontroverser Deutung in Wuppertal

Götterdämmerung für die Gralswelt: „Parsifal“ in kontroverser Deutung in Wuppertal

Was der Gral ist, das sagt sich eigentlich nicht. Der Junge, der sich da etwas abseits von den anderen Studenten an den roten Livreen der Türsteher vorbeidrückt, weiß es auch nicht. Er zuckt die Schultern: Eben doch nur ein Tor? Aber Thilo Reinhardt sagt es uns, im Laufe der fünf Stunden „Parsifal“ an der Wuppertaler Oper. Der Gral ist demnach ein machterhaltendes Konstrukt, eine Gedanken-Chimäre, ein ideologisches Bücher- und Herrschaftswissen. Parsifal verbrennt am Schluss dieses Buch, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Bonner “Hommage an Michelangelo” untersucht seine Wirkung auf andere Künstler

Bonner “Hommage an Michelangelo” untersucht seine Wirkung auf andere Künstler

Schon zu Lebzeiten galt er als Legende. Seine Wirkung auf die europäische Kunst war und ist auch 450 Jahre nach seinem Tod enorm: Michelangelo Buonarroti (1475-1564) hat sich als herausragender Künstler der europäischen Renaissance vor allem durch seine virtuose Darstellung des menschlichen Körpers unsterblichen Ruhm erworben. Die Bundeskunsthalle Bonn widmet seinem jahrhundertelangen Einfluss auf die europäische Kunst eine Ausstellung. Die Schau ist bis 25. Mai zu sehen. Die „Hommage an Michelangelo“ stellt nicht dessen eigenen Werke … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Vollendet unvollendet: Wolfgang Herrndorfs “Bilder deiner großen Liebe”

Vollendet unvollendet: Wolfgang Herrndorfs “Bilder deiner großen Liebe”

“Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert.” Es kommt in Schüben, gegen die man sich nicht wehren kann – “wie Hunger oder Durst, oder wenn man ficken will”. Mit solcher Art Betrachtungen beginnen die “Bilder deiner großen Liebe”. Ein junges Mädchen stellt diese Betrachtungen an. Sie steht im Hof einer Anstalt, betrachtet die blühenden Blumen, die Sonne am Himmel – das Klischee ist ihr bewusst. Mit dem Daumennagel berührt sie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur

Die Kunst als Insel: Das Aalto-Theater zeigt „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss

Die Kunst als Insel: Das Aalto-Theater zeigt „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss

Recht überschaubar ist die Zahl der Opernfans, die von sich behaupten können, „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss je auf der Bühne erlebt zu haben. Selbst im Essener Aalto-Theater, das Stefan Soltesz in seiner Zeit als Opernintendant und Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker zu einer wahren Strauss-Hochburg formte, stand die einzige komische Oper des Komponisten noch nie auf dem Spielplan. Neben so wuchtigen, schillernden und opulenten Meisterwerken wie „Elektra“, „Salome“ und „Der Rosenkavalier“ wirkt „Die schweigsame Frau“ … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Sie geht, er geht auch: “Gift. Eine Ehegeschichte” am Schauspielhaus Bochum

Sie geht, er geht auch: “Gift. Eine Ehegeschichte” am Schauspielhaus Bochum

Irgendwann steht die Frau ganz alleine auf der Bühne der Bochumer Kammerspiele, der Theaternebel wabert langsam ins Publikum und mit ihm eine große Traurigkeit, während die Frau sich mit geschlossenen Augen dem Regen hingibt. Die namenlose Frau (Bettina Engelhardt), die vor zehn Jahren erst ihr Kind, dann sich selbst und dann ihren Mann verlor, hat diesen gerade zum ersten Mal seit zehn Jahren wiedergesehen – auf dem Friedhof, auf dem das gemeinsame Kind liegt. Denn Jacob … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Liebesleben, Theater

Holocaust als Opernstoff: Bochums Intendant Anselm Weber inszeniert “Die Passagierin” in Frankfurt

Holocaust als Opernstoff: Bochums Intendant Anselm Weber inszeniert “Die Passagierin” in Frankfurt

Zeit, sich zu erinnern, ist immer. Aber manchmal verdichtet sich Erinnerung, behauptet sich im Präsens und drängt sich in den gleichgültigen Lauf des Alltags. Momentan liegt es nahe, Vergangenes in die Gegenwart zu holen, auf dass es nicht vergessen werde: Vor 100 Jahren tobte der Erste Weltkrieg, vor 70 Jahren rissen die letzten Zuckungen des Nazi-Systems noch einmal Zehntausende in einen sinnlosen Tod. Aber vor 70 Jahren gab es auch Aufatmen: Die Alliierten erreichten die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Weil der Energieriese RWE drastisch sparen will: Industriedenkmal Koepchenwerk bedroht

Weil der Energieriese RWE drastisch sparen will: Industriedenkmal Koepchenwerk bedroht

Als hätte ich es geahnt. Vor ein paar Tagen verfasste ich einige Zeilen über drei Buchstaben (die sehen echt erbärmlich aus) und über ein industriehistorisch wertvolles Elektrizitätswerk, das nach seinem Konstrukteur Arthur Koepchen benannt wurde. Und heute lese ich, dass die Eigentümerin (früher war das mal die VEW), dass also RWE in Essen aufgrund des hohen Kostendrucks im Allgemeinen drastisch sparen will: Das Schieberhaus am Oberbecken mit dem Schriftzug RWE, die oberirdischen Druckrohrleitungen und das … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Technik, Wirtschaft

Mitten ins Herz der Finsternis: Der famose Roman “Butcher’s Crossing” von John Williams

Mitten ins Herz der Finsternis: Der famose Roman “Butcher’s Crossing” von John Williams

„Seine Sprache ist wie in Stein, wie in den Fels gemeißelt. Eindringlich, zeitlos, dramatisch“, schrieb ein amerikanischer Kritiker über John Williams und seine Romane, die erst jetzt – 20 Jahre nach seinem Tod – erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht werden. „Stoner“ stand monatelang auf den Bestseller-Listen und begeisterte das Publikum. In seinem jetzt wiederentdeckten und endlich auch in Deutschland erscheinenden Roman „Butcher´s Crossing“ erzählt der 1922 Texas geborene und 1994 in Arkansas verstorbene Autor davon, wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur

Tödliche Logik: „Hamlet“ als Oper von Ambroise Thomas in Bielefeld

Tödliche Logik: „Hamlet“ als Oper von Ambroise Thomas in Bielefeld

Es ist was krank am Hofe Dänemarks. Auf der Couch sitzen ein junger Mann und eine junge Frau, fast noch ein Mädchen. Um sie herum herrscht Ausgelassenheit: Man feiert die Krönung des neuen Königs. Aber der hagere Junge zeigt kein Interesse: Er notiert sich etwas in einem Büchlein. Vor dem schüchternen Versuch des Mädchens, ihn sacht zu berühren, zuckt er zurück. Die wirren Haare, der unstete Blick, die gesuchte Isolation: So sieht ein Außenseiter aus. Hamlet … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Ein Maler mit vielen Talenten – Haus Opherdicke zeigt Bilder von Oskar Kurt Döbrich

Ein Maler mit vielen Talenten – Haus Opherdicke zeigt Bilder von Oskar Kurt Döbrich

In der Bretagne entstanden 1970 seine letzten Bilder, formenreiche, zerklüftete Landschaften, sorgfältig in Tusche auf das Papier gebracht. Im selben Jahr starb Oskar Kurt Döbrichs mit 59 in Münster. Er hinterließ ein eindrucksvolles Oeuvre, aus dem nun rund 120 Arbeiten in Haus Opherdicke zu sehen sind. Seit etlichen Jahren ist es in Schloß Cappenberg wie auch in Haus Opherdicke guter Brauch, Künstler zu präsentieren, deren Schaffen durch den deutschen Nationalsozialismus eine jähe Unterbrechung erfuhr und die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Besseres Klima, leichterer Zugang, neue Akzente: Museum in Hamm öffnet nach Umbau

Besseres Klima, leichterer Zugang, neue Akzente: Museum in Hamm öffnet nach Umbau

Am östlichen Rand des Ruhrgebiets steht eine kulturelle Festivität ins Haus: Nach 21 Monaten Bauzeit feiert die Stadt Hamm die Wiedereröffnung ihres Gustav-Lübcke-Museums. Damit es sich auch lohnt, wird dieses Ereignis fast das ganze Jahr über zelebriert, sozusagen Stück für Stück. Die einzelnen Abteilungen der Dauerausstellung öffnen nach und nach in jeweils neuer Form, die erste größere Wechselschau („Sehnsucht Finnland“ mit skandinavischer Kunst) wird es im Oktober geben. An diesem Sonntag beginnt der Reigen mit einem Tag … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Kunst, Region Ruhr, Technik

Wundersam fröhlich: Milan Kundera feiert “Das Fest der Bedeutungslosigkeit”

Wundersam fröhlich: Milan Kundera feiert “Das Fest der Bedeutungslosigkeit”

Es schien, als sei Milan Kundera literarisch verstummt, hatte doch der Autor, der 1975 seine tschechische Heimat verließ und seitdem in Paris lebt, viele Jahre keinen Roman mehr veröffentlicht. Doch jetzt, mit 85 Jahren, meldet er sich zurück. Mit einem Roman, der mit melancholischer Heiterkeit und humorvoller Eleganz ein ironisches „Fest der Bedeutungslosigkeit“ zelebriert. Milan Kundera zählt zu jenen Autoren, die schon deshalb zeitlos allgegenwärtig sind, weil die Titel ihrer Romane – „Die unerträgliche Leichtigkeit des … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur, Philosophie

Gescheiterte „Werktreue“: Fiasko mit Carl Maria von Webers „Freischütz“ in Aachen

Gescheiterte „Werktreue“: Fiasko mit Carl Maria von Webers „Freischütz“ in Aachen

An Webers „Freischütz“ entzündet sich Inszenierungs-Fantasie gerne: Das liegt am Libretto Friedrich Kinds, seinen Elementen der Kolportage, der Schauergeschichte, des Sentimentalen und des Fantastischen. Es liegt an dem störrisch die Religion bemühenden, für metaphysisch unbeleckte Regisseure von heute nicht nachvollziehbaren Ende. Und es liegt sicher auch an der Repertorielast, die Webers meistgespieltes Werk beschwert. Irgendetwas Neues muss ja jeder finden, der sich dem Stück widmet. Insofern gehört eine gute Portion Mut dazu, die Geschichte von Freikugeln, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Betörend verstörend: Sibylle Bergs Roman “Der Tag, als meine Frau einen Mann fand”

Betörend verstörend: Sibylle Bergs Roman “Der Tag, als meine Frau einen Mann fand”

Das bloße Handlungsgerippe ist rasch erzählt: Partnerin eines zunehmend erfolglosen Theaterregisseurs lernt beim Aufenthalt in einem namenlosen Land der „Dritten Welt“ knackigen jungen Mann kennen und vögelt sich mit ihm die Seele aus dem Leib. Daraus erwächst erbärmliches seelisches Leiden. Entscheidend ist natürlich auch auf dem literarischen Platz, w i e davon erzählt wird. Sibylle Bergs neuer Roman „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ ist in die mittlerweile weithin üblichen Kürzest-Kapitel gegliedert, die das … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur

Familienfreuden XVII: Im Land des freien Willens

Familienfreuden  XVII: Im Land des freien Willens

Es ist jetzt keine Überraschung. Schließlich kann man das in jedem Elternratgeber nachlesen. Und gut ist es ja im Prinzip auch. Nämlich: Unsere Tochter ist gerade auf Erkundungstour in das Land ihres freien Willens – und wir alle müssen mit. Sofort! Unsere Tagesmutter hat es letztens auf den Punkt gebracht: „Fiona wird einmal einen Job mit Weisungsbefugnis bekommen“, stellte sie lapidar fest. Und berichtete dann, wie unsere Tochter zwei andere zweieinhalbjährige Mädchen instruiert hatte, mit ihr … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Bekenntnisse, Gesellschaft, Kinderzeiten, Lebenswege

Twittern im Theater: Das goldene Zeitalter für Social Media

Twittern im Theater: Das goldene Zeitalter für Social Media

Gestern war ich im Schauspiel Dortmund. Es war eine Einladung. Ich sollte mein Handy mitbringen, um damit während der Vorstellung zu fotografieren, zu filmen und Kurz-Texte darauf schreiben, so viele wie ich will. Dafür gab es freies W-Lan, ein Bier und eine Brezel. Es war mein erstes TweetUp, und es war – tja. Es war so, dass ich am Ende das Bedürfnis verspürte, mehr als 140 Zeichen zu schreiben. Also bitte, hier der Erfahrungsbericht. Ein TweetUp … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Medien, Netzwelten, Theater

Letzte Fragen, laut und lustig – “The Return of Das Goldene Zeitalter” im Dortmunder Theater

Letzte Fragen, laut und lustig – “The Return of Das Goldene Zeitalter” im Dortmunder Theater

Premiere von “The Return of Das Goldene Zeitalter” im Dortmunder Theater. Viel Bild, viel Ton – und irgendwann stimmt das Ensemble Liedzeilen aus einem berühmten Song der Puhdys an:  “Jegliches hat seine Zeit / Steine sammeln, Steine zerstreu’n / Bäume pflanzen, Bäume abhau’n / Leben und sterben und Streit.” Das Lied entstand Mitte der 70er Jahre in der DDR und erklang auch im Film „Die Legende von Paul und Paula“ mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder. Autor des Films und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Könner für Kenner: Das Belcea-Quartet in der Essener Philharmonie

Das Belcea-Quartet gehörte bei seiner Gründung 1994 zu den hoffnungsvollsten Gruppierungen auf diesem heiß umkämpften Markt. Die Erwartungen haben sich bestätigt: Corina Belcea, Axel Schacher, Krzysztof Chorzelski und Antoine Lederlin gehören heute zur Elite der Kammermusik. Das Quartett spielte zahlreiche Uraufführungen, kann sich aber auch mit seinen Aufnahmen im Repertoirebereich – etwa mit Gesamtaufnahmen der Quartette Beethovens und Mozarts – mühelos der Konkurrenz stellen. In der Essener Philharmonie waren die Könner des Belcea-Quartets mit Liebhabern der Kammermusik unter sich: Streichquartettabende ziehen keine Massen an. Seit das Bildungsbürgertum schwindet, kommen die nicht mehr, die früher vielleicht noch einen Prestigegewinn erhofften, wenn sie sich zum Kreis der Kenner gesellten. Oder die eine besonders tiefe musikalische Bildung demonstrieren wollten. Das soll kein Mäkeln am Publikum sein: Das geistvolle Gespräch unter vier Instrumentalisten muss man … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Vielleicht ist ja jetzt die Zeit, wo das Wünschen wieder hilft. Einen ruhigen Monat hatten wir im Nachsatz des Januar-Rückblicks gewünscht und was haben wir bekommen? Einen ruhigen Monat. Und der BVB ist offenbar auch wieder auf dem aufsteigenden Ast. Geht doch. Dafür lassen sich in der Februarsonne die Aufregungen der vergangenen Monate umso trefflicher besichtigen. Egal, wo man derzeit im Revier spazieren geht, die Schäden von Pfingststurm Ela (2014) fallen jetzt nach den Aufräumarbeiten … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Region Ruhr

Er war Spock – und er war nicht Spock: Zum Tod des vielseitigen Leonard Nimoy

Er war Spock – und er war nicht Spock: Zum Tod des vielseitigen Leonard Nimoy

Leonard Nimoy ist mit 83 Jahren gestorben. Er war der eigentlich unsterbliche Mr. Spock mit den spitzen Ohren, der unverkennbaren Grußhand. Sein wortloser Griff an des Gegners Schulter konnte diesen in Sekunden lahm legen. Ich ringe noch mit mir, ob ich nun im Gleichklang mit Sheldon Cooper (“The Big Bang Theory”) trauern soll oder distanziert, wie es sich gehört. Aber Leonard Nimoy war ein großer Held meiner jungen Jahre. Sein markanter Kopf, sein schneidender Verstand, sein … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Kino

Gescheiterte Chance: Das „Ruhrepos“ von Kurt Weill und Bert Brecht

Gescheiterte Chance: Das „Ruhrepos“ von Kurt Weill und Bert Brecht

Wenn ab heute (27. Februar) das Kurt Weill Fest in Dessau sich erneut dem Schaffen eines der wichtigen Komponisten der Moderne der zwanziger Jahre widmet, darf auch ein Seitenblick auf das Ruhrgebiet erlaubt sein. Für das Industrierevier wäre nämlich um ein Haar ein Werk entstanden, dessen kulturgeschichtliche Bedeutung ähnlich entscheidend wie die der 1928 uraufgeführten „Dreigroschenoper“ hätte werden können. Die Rede ist von der Idee eines „Ruhrepos“, das mit einem Text von Bert Brecht, Musik von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Geschichte, Region Ruhr

Monströser Machtmensch: Lars Eidinger brilliert als “Richard III.” in Berlin

Monströser Machtmensch: Lars Eidinger brilliert als “Richard III.” in Berlin

Er trägt einen umgeschnallten riesigen Buckel, eine starre Halskrause und ein enges Korsett. Mit einem Klumpfuß watet er durch Ströme von Blut, stakst mit finsterer Miene durch ein fieses Ränkespiel. Er grinst und greint, schreit und sabbert. Mit seinem Lederkopfverband erinnert er an den Kannibalen Hannibal Lecter. Und wenn er in das vom Bühnenhimmel herab hängende Mikrofon seine machthungrigen und mordgierigen Fantasien hinein säuselt, erkennt man, dass er eine blinkende Zahnspange trägt: Dieser missgestaltete Mann, bei … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Künstler auf der Suche – Hagener Museum zeigt frühe Bilder von Emil Schumacher

Künstler auf der Suche – Hagener Museum zeigt frühe Bilder von Emil Schumacher

Als Emil Schumacher begann, ein berühmter Maler zu werden, war er immerhin schon 33 Jahre alt. Der Moment ist klar bestimmbar. Am 8. Mai 1945, dem Tag der deutschen Kapitulation, kündigte Schumacher seinen Job als technischer Zeichner in einer Hagener Batteriefabrik und wurde freier Künstler. Dieser mutige Schritt – wie auch das Ende des Zweiten Weltkriegs – liegt jetzt fast 70 Jahre zurück und ist Anaß für eine Sonderausstellung im Hagener Schumacher-Museum, die dem Frühwerk gewidmet … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Nibelungen nach französischer Art: Ernest Reyers „Sigurd“ in Erfurt ans Licht geholt

Nibelungen nach französischer Art: Ernest Reyers „Sigurd“ in Erfurt ans Licht geholt

Erstaunlich, was es nach Jahrzehnten ausgedehnter opernarchäologischer Feldforschung noch zu entdecken gibt. Und erstaunlich, was an einem mittelgroßen deutschen Opernhaus möglich ist, wenn der richtige Intendant kreatives Potenzial entfaltet: Unter Guy Montavon ist Erfurt zu einer ersten Adresse für Uraufführungen und für Ausgrabungen vergessener, vernachlässigter und verkannter Werke geworden. Die laufende Spielzeit – anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren – steht unter dem Motto „Geliebter Feind“: Sie brachte mit der Uraufführung von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett