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Statt Steigflug ein Absturz: Wuppertals Opernchef Toshiyuki Kamioka wirft hin

Statt Steigflug ein Absturz: Wuppertals Opernchef Toshiyuki Kamioka wirft hin

Schmerzhafte Schlappe für die Wuppertaler Kulturpolitik: Opernintendant und Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka verlässt die Stadt zum Ende der Spielzeit 2015/16. Der Japaner kehrt in seine Heimat zurück, um dort ein „bedeutendes Sinfonieorchester” zu übernehmen. Noch vor einer Woche hatte Kamioka entsprechende Meldungen dementieren lassen. Nach der Sitzung des Wuppertaler Kulturausschusses am 19. November war es offiziell: Sein bis 2019 laufender Vertrag wird aufgelöst. Mit Kamiokas Rückzug erreicht der Niedergang der Wuppertaler Bühnen eine weitere Stufe. Er begann, wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Theater

TV-Nostalgie (31): “Lassie” – der berühmteste Hund aller Zeiten

TV-Nostalgie (31): “Lassie” – der berühmteste Hund aller Zeiten

Jede Nachkriegsgeneration hat ihre Fernseh-Wundertiere. Zu unserer Zeit waren das „Fury“ und „Lassie“. Vom Prachthengst Fury war hier schon einmal die Rede. Heute geht es um die nicht minder schlaue und geschickte „Lassie“, die man einfach ins Herz schließen musste. Bis heute denkt man spontan den Namen „Lassie“ (Schottisch für „Mädchen“) hinzu, wenn man einen Collie sieht. „Lassie“ gilt als berühmtester Hund der Welt. Natürlich ist die „Rolle“ nach und nach von vielen verschiedenen Rüden (weil … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Kinderzeiten

Was Architekten gut finden: “Ausgezeichnete” Bauten im Raum Dortmund – Hamm – Unna

Was Architekten gut finden: “Ausgezeichnete” Bauten im Raum Dortmund – Hamm – Unna

Wenn der Bund deutscher Architekten, Abteilung Dortmund Hamm Unna, gute Architektur und somit in der Regel gute Architekten ehren will, dann finden sich auf der Vorschlagsliste Büros aus Berlin, Nürnberg, Hagen oder Senden, wo lebendige Architekten unermüdlich an der Verschönerung der Welt werkeln. Will man aber einen großen Toten der Zunft ehren, Fachleute wissen das natürlich, muß man nach Lünen fahren. Das dortige ehemalige Mädchengymnasium, nach den Geschwistern Scholl benannt und heute Gesamtschule, hat nämlich Ende … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kunst, Stadt Land Fluss

Rudelrennen in Babylon: Händels Oratorium “Belsazar” im Gelsenkirchener Musiktheater

Rudelrennen in Babylon: Händels Oratorium “Belsazar” im Gelsenkirchener Musiktheater

“Jehova, dir künd’ ich auf ewig Hohn! Ich bin der König von Babylon!“ So ruft Belsazar in der gleichnamigen Ballade von Heinrich Heine, den Gott der Juden frech herausfordernd. Das biblische Gleichnis von der menschlichen Vermessenheit, dem Buch des Propheten Daniel entnommen, inspirierte im Jahr 1744 auch den Komponisten Georg Friedrich Händel. Er schuf mit „Belsazar“ eines seiner großen englischsprachigen Oratorien, jener zu Unterhaltungszwecken komponierten „Sacred Dramas“, die er in seinen Londoner Jahren schrieb. Verschiedentlich hat … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Reise ins Innere: Detlev Glanerts “Solaris” nach Stanislaw Lem an der Oper Köln

Reise ins Innere: Detlev Glanerts “Solaris” nach Stanislaw Lem an der Oper Köln

Spannende Zeiten in Köln. Während etwa in Düsseldorf an der Deutschen Oper am Rhein eine sichere Nummer nach der anderen abgearbeitet wird, zeigt der Opern-Herbst in der Domstadt, wie erfindungsreich Repertoirepolitik sein kann. Auf Johann Adolph Hasses in Schwetzingen wieder ausgegrabene Oper „Leucippo“ folgte nun die deutsche Erstaufführung von „Solaris“, mittlerweile die dritte in Köln gespielte Oper Detlev Glanerts. Bleibt Intendantin Brigit Meyer bei diesem Kurs, wird einem um die künftige Vielfalt nicht bange. „Solaris“ nach einem … Den ganzen Artikel lesen »

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Weihnachtsmärchen in Dortmund: Mit Sumsemann zu Darth Vader

Weihnachtsmärchen in Dortmund: Mit Sumsemann zu Darth Vader

In Märchen geht es bekanntlich oft ganz schön zur Sache. Gut trifft auf Böse – und bis es zum Happy End kommt, wird vergiftet, aufgefressen, verzaubert und verstoßen. Auch die vor gut 100 Jahren veröffentlichte Kindergeschichte von „Peterchens Mondfahrt“ ist nichts für Angsthasen. Bis Peter und seine Schwester dem fiesen Mondmann endlich das sechste Bein des Maikäfers Sumsemann abgejagt haben, gibt es einen fürchterlichen Kampf. So ist das auch in „Peters Reise zum Mond“, dem Weihnachtsmärchen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kinderzeiten, Theater

Tödliche Dreiecksbeziehung – “Einsame Menschen” im Schauspielhaus Bochum

Tödliche Dreiecksbeziehung – “Einsame Menschen” im Schauspielhaus Bochum

Man könnte sich in einer antiken Richtstätte wähnen. Gegenüber vom Saal ragen auf der Bühne weitere Zuschauerreihen auf, zwischen den Rängen befindet sich somit der Spielraum. In dessen Mittelpunkt wiederum dreht sich langsam eine Plattform mit fünf Stühlen, welche gemächlich von Schauspielern eingenommen werden, während seinerseits das Publikum seine Plätze einnimmt. Man erkennt: Was immer in den nächsten zwei Stunden auf dieser Bühne geschehen wird, ist gründlichster allseitiger Betrachtung preisgegeben. Gespielt wird im Bochumer Schauspielhaus Gerhart … Den ganzen Artikel lesen »

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Ein Platz für Tiere im Kunstmuseum – Ausstellung “Arche Noah” im Dortmunder U

Ein Platz für Tiere im Kunstmuseum – Ausstellung “Arche Noah” im Dortmunder U

Groß war sie angekündigt, die Jahresendausstellung im Dortmunder U. „Arche Noah – Über Tier und Mensch in der Kunst“ ist sie überschrieben, der Titel ist – bar jeder Doppeldeutigkeit – redliche Inhaltsangabe. Sucht man nach einem positiven Eigenschaftswort, das die Schau des Ostwall-Museums am trefflichsten kennzeichnet, so fällt einem am ehesten wohl „fleißig“ ein, vielleicht auch „redlich“ oder „korrekt“, mit etwas gutem Willen gar „engagiert“. Jedoch die Superlative haben Pause. Das sollte man wissen und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Natur

Religiöse Extremisten in Münster: Meyerbeers Oper „Der Prophet“ ist bestürzend aktuell

Religiöse Extremisten in Münster: Meyerbeers Oper „Der Prophet“ ist bestürzend aktuell

Es ist kein Gesang demütiger Pilgrime, der uns mit dem Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ entgegenschallt. Sondern die perfekte Tarnung einer politisierten Pseudo-Religion. In Giacomo Meyerbeers großer Oper „Le Prophète“ betten drei Wiedertäufer in die scheinbar fromme Weise ihren Aufruf zu Aufruhr, politischer Revolution, „heil’gem Streit“ und Mord ein. Meyerbeer bricht mit dem gespenstischen Auftritt, begleitet von fahlen, tiefen Bläsern, die ländliche Idylle, die er mit den ersten Takten seiner Oper zeichnet: In dieser Welt … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Für Kenner und Genießer: Khatia Buniatishvili und Renaud Capuçon in Wuppertal

Für Kenner und Genießer: Khatia Buniatishvili und Renaud Capuçon in Wuppertal

Drei Programmteile hat der Abend in der historischen Wuppertaler Stadthalle, wie es sich für ein anständiges Kammerkonzert gehört. Drei Mal erklingt Musik der Spätromantik, komponiert in den Jahren 1886/87. Man bewundert, wie fruchtbar damals das musikalische Schaffen in Europa war, und man fragt sich gleichzeitig, ob diese Abfolge nicht zu einförmig werden könnte. Denn so fundamental unterscheiden sich die Werke von Antonín Dvořák, Edvard Grieg und César Franck nicht, dass sie markante Kontraste aufreißen könnten. Die Gefahr … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Glücksoptimierungsrausch: Goethes “Wahlverwandtschaften” in Düsseldorf

Glücksoptimierungsrausch: Goethes “Wahlverwandtschaften” in Düsseldorf

Wie würden Eduard und Charlotte heute leben? Ja, vielleicht hätten sie ein Haus am See, eine Terrasse, belegt mit Bankirai-Dielen und direktem Schwimmeinstieg ins Wasser. Einen offenen, unverbauten Blick zum Beobachten von Booten und Vögeln. Und sehr viel Geld, um die Luxusimmobilie nach den neusten Design-Ideen zu gestalten. Doch was, wenn die Anlage vollendet und der Sommer noch nicht zu Ende wäre? Dann langweilten sie sich vielleicht in ihrer schönen neuen Welt und hätten das Bedürfnis, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Theater

Chancen am Borsigplatz: Partizipative Kunst im Dortmunder Ghetto

Chancen am Borsigplatz: Partizipative Kunst im Dortmunder Ghetto

Eine Stiftung gibt 200.000 Euro für ein Kunstprojekt am Dortmunder Borsigplatz. Die Hälfte wird in ein Spielgeld namens „Chancen“ eingetauscht und den Bewohnern geschenkt. Sie können damit ausschließlich in Kunst-Projekte zum Mitmachen investieren. Dazu leben vier Künstler ein Jahr lang im Viertel. Kann das gut gehen? Frau Reinhold ist 85 Jahre alt. Sie hat eine Vorliebe für Gartenzwerge und den BVB, sie hegt und pflegt ihren Garten, sie mahlt Chilipulver aus Paprika, und wenn ein Hund … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Kultur an sich, Kunst, Region Ruhr

Chapeau für einen der Großen im Musikgeschäft – Udo Jürgens in Oberhausen

“Udo Jürgens? DU gehst zu Udo Jürgens? Freiwillig?” So ungefähr darf man sich die Reaktionen auf mein erklärtes Vorhaben vorstellen, zum Oberhausener Gastspiel des Entertainers zu gehen. Und auch der ein oder andere Leser wird sicher irritiert eine Augenbraue hochziehen, denn bisher bin ich wohl eher als inoffizielle Punk-Rock-Beauftragte dieses Kulturblogs aufgefallen. Aber ja – ganz freiwillig war ich mit einer Freundin bei diesem Konzert. Unsere Motive waren zwar eher privat begründet, aber das tut hier nun mal nichts zur Sache, wenngleich es erfreuliche Beweggründe waren. Aber wenn ich schon einmal da war, kann ich auch davon berichten. Denn lohnenswert ist Udo Jürgens live allemal, auch wenn der eigene Musikgeschmack eigentlich ein ganz anderer ist. Meine Erwartungshaltung war es, ein Stück deutsche Musikgeschichte einmal live zu erleben und eine perfekte Show zu … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Rock & Pop

TV-Nostalgie (30): Als das HB-Männchen vor Wut in die Luft ging

TV-Nostalgie (30): Als das HB-Männchen vor Wut in die Luft ging

Kann man in diesem Falle von TV-Nostalgie reden? Nun ja, wie man’s nimmt. Wir lassen mal fünfe gerade sein. Fernseh-Legenden müssen jedenfalls nicht unbedingt aus Fleisch und Blut sein. Manche waren auch mit feinem Stift und noch dazu schwer vom Leben gezeichnet: allen voran das immerzu gestresste HB-Männchen. Das Kerlchen, dem jedes Vorhaben schiefging, war eine der bekanntesten Werbefiguren des Fernsehens. Von 1957 bis 1974 war das zornige HB-Männchen auf den Bildschirmen zu sehen, danach war … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Warenwelt & Werbung

Jekami, Jeki, JeKits – Yeah, Yeah, Yeah!

Jekami, Jeki, JeKits – Yeah, Yeah, Yeah!

Um es vorweg zu sagen: Die Sache an sich ist gut und richtig. Dass Kinder sich zunächst spielerisch und später ausgiebig mit Musikinstrumenten befassen, kann man eigentlich nur begrüßen. Doch schon die bürokratische Abkürzung für das entsprechende Maßnahmenbündel („Jeki“ = Jedem Kind ein Instrument) ist von gelinder Komik der unfreiwilligen Sorte. Da war selbst das gute alte „Jekami“ (Jede(r) kann mitmachen) noch etwas stimmiger. Freilich lassen sich solche Schöpfungen immer noch unterbieten. Und so wird das schulische … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Design, Politik und so, Schule, Uni, Bildung, Sprache

Neue Horizonte im Damals: Botho Strauß’ autobiographisches Buch “Herkunft”

Neue Horizonte im Damals: Botho Strauß’ autobiographisches Buch “Herkunft”

Das hätte man nicht unbedingt erwartet: dass der hochmögende Zeit- und Zeichendeuter Botho Strauß (Jahrgang 1944) Teile seiner eigenen Lebensgeschichte quasi bis ins Anekdotische auffächert. Doch er greift ja auch weit darüber hinaus. Es schwant einem schon, wie Germanisten und Rezensenten ab sofort seinem neuen Text „Herkunft“ biographische Details entnehmen und dieselben auf seine erzählende Prosa, auf Essays und Theaterstücke beziehen werden. Tatsächlich dürfte es da etliche Verbindungslinien geben. Doch ach, wer wollte da deutelnd zu … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Kinderzeiten, Lebenswege, Literatur

Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren

Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren

Ein Glück, dass die Welt in diesem Fall nicht auf den Papst gehört hat: Im Jahre 1903 erreichten Pius X. alarmierende Nachrichten vom Eindringen eines neuen Instruments in die geistliche Musik. Umgehend verbot er das Ding, das den Namen seines Erfinders Adolphe Sax trug. Bis heute sei der Bann nicht gelöst, heißt es. Aufgehalten hat der Heilige Vater den Siegeszug des Saxophons dennoch nicht. Bisweilen erklingt es wieder in Kirchen: wenn ein Organist etwa einen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Lebenswege, Musik & Konzert

Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal

Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal

Na klar, die Dortmunder schwärmen von ihrem Phoenixseee, die Bochumer loben die Kemnade, und auf ihren hübschen Baldeneysee lassen die Essener nichts kommen. Richtig schön aber ist es am Beyenburger Stausee. Kennen Sie nicht? Liegt ja auch viel weiter südlich, in Wuppertal, das heißt, genau genommen geht die Grenze zwischen dem politischen Ruhrgebiet (Ennepetal) und dem Bergischen Land (Wuppertal) mitten durch den kleinen Wupper-Stausee. Das schönste an dem Teich ist aber das Örtchen Beyenburg. Dort im Südosten … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Region Ruhr

Subversive Untertöne: Sergej Prokofjews “Die Verlobung im Kloster” in Dortmund

Subversive Untertöne: Sergej Prokofjews “Die Verlobung im Kloster” in Dortmund

1936 löste Sergej Prokofjew seine Wohnung in Paris auf. Just in den finsteren Jahren des stalinistischen Terrors zog er mit seiner Frau und zwei Söhnen endgültig nach Moskau zurück. Es war nicht nur Heimweh, das ihn zu diesem folgenreichen Schritt bewog. Nachdem er im Westen darunter gelitten hatte, vor reichen Gönnern, Agenten, Verlegern und Orchesterchefs katzbuckeln zu müssen, verführte ihn Stalins Propaganda vom „Kulturarbeiter an der künstlerischen Front“, vom Künstler „als führendes Mitglied der neuen Sowjetgesellschaft.“ Die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Ideen zum Theater der Zukunft – Schlaglichter aufs Dortmunder Festival “favoriten 2014″

Ideen zum Theater der Zukunft – Schlaglichter aufs Dortmunder Festival “favoriten 2014″

Es wäre ein Kunst- und Kulturzentrum, wie es Dortmund gut zu Gesicht stehen würde. Würde und wäre. Gab es hier in Dortmund nicht, wird es mutmaßlich nicht geben. Das ehemalige Museum am Ostwall (MAO) steht lange leer, kostet Geld und wird vermutlich doch als Gebäude erhalten bleiben. Die Entscheidung fällt bald. Hier also lud das Festival Theaterfestival „favoriten“ mit einem ansprechenden Ambiente zum Verweilen, zu Betrachtung und Aktion, zu Café und moderner Speise, zu Gespräch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Region Ruhr, Theater, Utopien

Auf den Spuren eines Modernisten: Prokofjew-Zeitinsel im Konzerthaus Dortmund

Auf den Spuren eines Modernisten: Prokofjew-Zeitinsel im Konzerthaus Dortmund

Nicht einmal Blumen gab es für seinen Sarg. Alle Floristen und Gewächshäuser in Moskau waren leer gekauft am 5. März 1953, als der Komponist Sergej Prokofjew starb: am gleichen Tag wie der Despot Josef Stalin, dessen Schatten er selbst im Tode nicht entkam. Die sowjetischen Zeitungen nahmen vom Ableben des Komponisten keine Notiz. Es war die New York Times, die am 9. März zuerst darüber berichtete. Prokofjews erste Frau Lina Codina, zu diesem Zeitpunkt in einem … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

TV-Nostalgie (29): Das Ohnsorg-Theater – gut geölte Lachlust aus dem Norden

TV-Nostalgie (29): Das Ohnsorg-Theater – gut geölte Lachlust aus dem Norden

Ihre Komik war oft ziemlich hausbacken, doch sie waren keineswegs Dilettanten: Über Jahrzehnte hinweg unterhielt das Ohnsorg-Theater nicht nur Touristen im Hamburger Kiez, sondern auch Millionen Fernsehzuschauer. Die Vorläuferbühne hatte Richard Ohnsorg bereits 1902 in Hamburg gegründet. An wechselnden Spielstätten gab man fortan niederdeutsche Stücke. Die meisten Schwänke wurden eigens „op Platt“ geschrieben, andere wurden aus dem Hochdeutschen oder anderen Sprachen übersetzt. Dialekt ist kein Tüddelkram Und siehe da: Weil das Niederdeutsche etwa mit dem Englischen so eng … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Theater

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober

So. Jetzt ist Schluss mit lustig. Auch wenn der letzte Monat noch jede Menge Re­mi­nis­zenzen an den Sommer zu bieten hatte, jetzt sind sie da: lange, graue, dunkle Tage. Nur gut, wenn es genug schicke Kulturangebote gibt, die das Leben bunter machen. Und wenn es die Industriekultur ist, die zuverlässig dafür sorgt, datt et im Pott jederzeit erstaunlich grün ist. Und das war dem Ruhrpott sein Oktober: Forschung des Monats: Neue Erkenntnisse, die unbedingt gegen einen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Kultur an sich, Region Ruhr

Streng, schwarzweiß und einfühlsam – Fotografien von Barbara Klemm und Stefan Moses in der Küppersmühle

Streng, schwarzweiß und einfühlsam – Fotografien von Barbara Klemm und Stefan Moses in der Küppersmühle

Neo Rauch hat sich beim Malen schmutzig gemacht und läuft, warum auch immer, aus dem Bild; und Willy Brandt steht im Wald. Den Leipziger Maler Neo Rauch hat Barbara Klemm 2011 fotografiert, den Altbundeskanzler Willy Brandt 1984 Stefan Moses. Auf den ersten Blick haben die beiden Fotografien wenig gemein. Doch beide eint, dass sie Portraits sind, dass berühmte Pressefotografen sie machten und dass sie jetzt in der Duisburger Küppersmühle in der selben Ausstellung hängen. Barbara Klemm, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fotografie, Kunst

Bei Immobilien muss man halt richtig zulangen – ein kleines Lehrstück für Dortmund und NRW

Bei Immobilien muss man halt richtig zulangen – ein kleines Lehrstück für Dortmund und NRW

Gestern habe ich mich bei Lektüre der Regionalzeitung aufgeregt, heute schon wieder. Das kommt öfter vor; nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch wegen der Machart. Aber darum geht’s jetzt mal nicht. Es war also im vermeintlichen WAZ-Lokalteil (der ja von den Ruhrnachrichten kommt) zu lesen, erneut habe ein Großinvestor (diesmal die Gagfah aus Luxemburg) auf einen Schlag gleich 1700 Wohnungen in Dortmund erworben, davon allein 650 im Stadtteil Westerfilde, der in den letzten Jahren derbe … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Politik und so, Wirtschaft

Die Generation Handy verschont mich nicht

Die Generation Handy verschont mich nicht

Ja, ich weiß, das ist nicht richtig was Neues, das ist längst richtiger Alltag: Aber heute fiel es mir nicht nur besonders auf, sondern auch gehörig auf die Nerven. Das öffentliche Dauertelefonieren, die allerörtliche Erreichbarkeit und das hemmungslos vorgetragene Mitteilungbedürfnis via Handy. Ätzend! Beginnen wir mit einer Klarstellung: Ich habe selbst ein Handy, ich weiß selbst, dass “Handy” total falsch ist, weil Handy klein geschrieben wird, handlich bedeutet und damit eigentlich ein mobile phone oder auch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Stilfragen, Technik

Gescheiterter Kraftkerl – “Tod eines Handlungsreisenden” überzeugt in Dortmund

Gescheiterter Kraftkerl – “Tod eines Handlungsreisenden” überzeugt in Dortmund

„Tod eines Handlungsreisen“ – das klingt so schön abgehoben, so zeitlos; und der Reisende ist in Religion oder Literatur ja sowieso oft mit quasi mythologischer Aufladung unterwegs, ins Totenreich oder ins Paradies, seiner alten Liebe hinterher oder wohin auch immer. Und möglicherweise ist gar der Weg schon sein Ziel. Auch Arthur Miller wird Gedanken wie diese gehabt haben, als er seinen dramatischen Welterfolg so abgehoben betitelte. Seit das Stück wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Romantik und Alltag: Tanzabend b.21 an der Düsseldorfer Rheinoper

Romantik und Alltag: Tanzabend b.21 an der Düsseldorfer Rheinoper

“Alle meine Schwänlein schwimmen auf dem See“: Eine Reihe kleiner weißer Gummi-Schwänchen sitzt an der Rampe und schaut ins Publikum. Doch das eigentliche Geschehen spielt sich hinter ihnen auf der großen Bühne des Düsseldorfer Opernhauses ab. Als Hommage an das romantische Ballett – allen voran Schwanensee – hat Düsseldorfs Ballettchef Martin Schläpfer eine neue Choreographie zur Sinfonie Nr. 2 von Johannes Brahms kreiert. Heiter und sonnig klingt die Musik und lässt an einen sommerlichen Tag am … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Tanz

Freies Theaterfestival “Favoriten 2014″ in Dortmund – Chaos, Krise, Kreativität

Freies Theaterfestival “Favoriten 2014″ in Dortmund – Chaos, Krise, Kreativität

Es riecht erdig im ehemaligen Museum am Ostwall: Die große, lichte Eingangshalle ist mit Rasen ausgelegt. Picknickdecken liegen bereit. In der Mitte: ein schwarzer, begehbarer Kubus. Wer neugierig die Tür öffnet, stößt einen überraschten Schrei aus: Innen blendet gleißend weißes Licht, auch Wände, Boden, Decken: weiß. Ein Stuhl in der Mitte lädt ein, der extremen Sinneserfahrung nachzuspüren – und das umgebende Nichts mit Bedeutung zu füllen. Im 29. Jahr seines Bestehens bricht das Festival „Favoriten“ gleich … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Region Ruhr, Theater

Tanzte man sur oder sous le Pont d’Avignon? – Was aus Hörfehlern entstehen kann

Tanzte man sur oder sous le Pont d’Avignon? – Was aus Hörfehlern entstehen kann

Zumindest in Europa kennt fast jede und jeder das Lied von der Brücke in Avignon, und sei es nur aus dem Vortrag der kleinen Mireille Mathieu. Dort auf der halben Brücke über die Rhône – in Frankreich ist dieser Fluss männlichen Geschlechts (Le Rhône) – wurde angeblich so gern getanzt, nämlich “sur le Pont”. In Wahrheit handelte es sich aber wohl um einen Hörfehler, der sich irgendwann eingeschlichen hat. Getanzt wurde nämlich ursprünglich unter den Bögen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Sprache, Stadt Land Fluss, Unterwegs, Weite Welt