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Revierpassagen » Archiv

Was Dachdecker nicht zu erzählen wagen

Was Dachdecker nicht zu erzählen wagen

In letzter Zeit gab’s abermals Anlässe, um über das althergebrachte Handwerk der Dachdecker nachzudenken. Einzelheiten spielen hier keine Rolle. Nur dies: Auf dem fünfstöckigen Nachbarhaus ist gerade eine Firma zugange, es sieht momentweise richtig gefährlich aus. Immer wieder hört man horrible Geschichten über abgestürzte Dachdecker, auch im berühmten Gedicht “Weltende” des Jakob van Hoddis kommt bekanntlich ein solches Unglück vor – sogar kollektiv: “Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei…” Vielleicht rührt auch daher der spezielle, manchmal … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf

4. Staffel der “Jungen Wilden”: Konzerthaus Dortmund will neue Klassikwege gehen

4. Staffel der “Jungen Wilden”: Konzerthaus Dortmund will neue Klassikwege gehen

Die Musik klingt dramatisch, und das verwundert kaum, wenn im Film dazu ein Klarinettist samt Instrument von reißendem Wasser bedrängt wird, wenn ein Sänger einen meterhohen Urwaldbaum erklimmen will, oder eine Akkordeonistin, inklusive Stirnlampe, sich in kalter Höhle wiederfindet. „Klassik geht neue Wege“ ist dieses Kurzvideo überschrieben, die neueste Produktion des Konzerthauses Dortmund, ein Werbetrailer für die nunmehr vierte Staffel der „Jungen Wilden“. Das Format, 2006 von Intendant Benedikt Stampa ins Leben gerufen, zunächst vom Publikum … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Region Ruhr

Höllisch ist das Leben, das Paradies fällt aus: “Die göttliche Komödie” am Schauspiel Köln

Höllisch ist das Leben, das Paradies fällt aus: “Die göttliche Komödie” am Schauspiel Köln

Hat heute wirklich noch jemand Angst vor der Hölle? Glaubt einer noch ans Fegefeuer als Übergangsstadium ins Paradies? Wo man von seinen Sünden gereinigt wird, z.B. von Wollust, Völlerei, Geiz oder Neid? In Zeiten von Fifty Shades of Grey oder öffentlichen Abspeck-Sows im TV sind alle Sünden total normal und deren Läuterung hat sich – wenn überhaupt – komplett ins Diesseits verschoben. Die Selbstoptimierung findet hier und jetzt statt und nicht erst nach dem Tod wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur, Theater

Schmerzlicher Abschied: Jürgen Klopp verlässt nach der Saison den BVB

Schmerzlicher Abschied: Jürgen Klopp verlässt nach der Saison den BVB

Wie ärgerlich, dass mal wieder die „Bild“-Zeitung die Nachricht zuerst hatte: BVB-Trainer Jürgen Klopp hat um Auflösung seines bis 2018 reichenden Vertrages gebeten. Soeben hat Jürgen Klopp die Nachricht offiziell in einer Pressekonferenz bestätigt – sichtlich bewegt, zeitweise zaudernd, mit stockender Stimme. Der Entschluss falle ihm “unglaublich schwer”, aber die Entscheidung habe jetzt getroffen werden müssen, damit der Verein die nächste Saison planen könne. Es sei somit die “absolut richtige Entscheidung”, fernab von aller Sentimentalität und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Lebenswege, Leibesübungen, Region Ruhr, Wirtschaft

Makellose Technik im Dienste des Ausdrucks – die Sängerin Diana Damrau auf Bühne und CD

Makellose Technik im Dienste des Ausdrucks – die Sängerin Diana Damrau auf Bühne und CD

Fiamma del Belcanto“ heißt die neueste CD-Veröffentlichung der Sängerin Diana Damrau. Mit den Begriffen nimmt man’s bei Warner nicht so genau: Enthalten sind Arien des klassischen Belcanto, etwa aus „La Sonnambula“ und „I Puritani“ von Vincenzo Bellini, Raritäten wie Gaetano Donizettis „Rosmonda d’Inghilterra“, die der Opernbesucher im Ruhrgebiet vor einigen Jahren in Gelsenkirchen erleben konnte, und Ausschnitte aus Opern des mittleren Verdi, aber auch die Arie der Nedda („Qual fiamma“) aus Ruggero Leoncavallos „Pagliacci“, die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Oper & Ballett, Tonträger

“Diese gebrochene Landschaft” – Günter Grass 2010 in der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet

“Diese gebrochene Landschaft” – Günter Grass 2010 in der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet

„Mehr Licht – Die europäische Aufklärung weiter gedacht“ hieß das große Kulturhauptstadt-Projekt, das das Literaturbüro Ruhr 2010 auf die Bühnen des Reviers brachte. Neben anderen Themen handelte dieses Projekt auch von “Sprachkritik als Praxis kritischen Denkens” und von der “Verantwortung des Intellektuellen”. Als Gast im Theater Bochum und im Landschaftspark Meiderich las Günter Grass dazu aus seinem Buch „Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache“. Entgegen allen Gerüchten, Grass sei ein grantiger, spröder, alles dominieren … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Literatur, Region Ruhr, Sprache

Der Geschichte ein Gesicht geben: Erinnerung an eine Dortmunder Lesung mit Günter Grass

Die Revierpassagen sind nun mal ein Blog mit regionalem Schwerpunkt im Ruhrgebiet. Daher hier eine kleine Erinnerung an einen Auftritt des heute verstorbenen Günter Grass im Harenberg City Center zu Dortmund. Wer dabei war, wird heute daran denken: Es war am Sonntag, 19. September 1999; drei Tage, bevor ihm der Literaturnobelpreis zugesprochen wurde. Ich schrieb damals für die „Westfälische Rundschau“: Dortmund. Immenser Andrang zur neuesten Folge der Reihe „Kultur im Tortenstück“ im Dortmunder Harenberg City Center: Als Günter Grass aus seinem Buch „Mein Jahrhundert“ las, lauschten ihm über 500 Menschen andächtig. Wäre mehr Platz gewesen, so wären gewiss doppelt so viele gekommen. Zuerst fielen die Farben auf: Nicht nur, weil im Hause zugleich eine Ausstellung mit Grass’ Lithographien und seinen farbenfrohen Original-Aquarellen zum Buch eröffnet wurde. Grass, mit dunkelgelbem Jackett und Weste … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Literatur, Region Ruhr

Abschied vom “lebenslustigen Pessimisten” – zum Tod des Schriftstellers Günter Grass

Abschied vom “lebenslustigen Pessimisten” – zum Tod des Schriftstellers Günter Grass

Es gab Zeiten, da war sein Ruhm kaum noch zu steigern. Als Günter Grass im Herbst 1999 den Literaturnobelpreis bekam, war er auf dem Gipfel der weltweiten Reputation angelangt. Heute ist Deutschlands gewichtigster “Großschriftsteller” der Gegenwart mit 87 Jahren gestorben. Über die Toten nur Gutes, heißt es. Doch manches kann und soll man nicht verschweigen: Die moralische Instanz, die Grass über Jahrzehnte gewesen ist, hat leider Risse bekommen. Sein allzu spätes Eingeständnis, mit 17 Jahren Mitglied … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Literatur

Wer tötete Gregor Samsa? Kafka trifft Krimi und Mystery am Prinz Regent Theater

Wer tötete Gregor Samsa? Kafka trifft Krimi und Mystery am Prinz Regent Theater

An Franz Kafkas „Verwandlung“ haben sich Generationen von Schülern die Zähne ausgebissen: Wie ist die Erzählung zu deuten, in der sich Gregor Samsa nach und nach in einen Käfer verwandelt, zum Entsetzen seiner Familie, die er nun nicht mehr ernähren kann, woraufhin die familiäre Situation eskaliert und Samsa schließlich verwahrlost und verhungert? Schlüssige Deutungen gibt es viele, auch auf der Bühne, etwa 2012 in Oberhausen, wo sich nicht Gregor, sondern vielmehr seine parasitären Angehörigen in Tiere … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Pionierin mit der Kamera: Frauenfilmfestival erinnert an die Dortmunderin Elisabeth Wilms

Pionierin mit der Kamera: Frauenfilmfestival erinnert an die Dortmunderin Elisabeth Wilms

Als „filmende Bäckersfrau“ hat sich Elisabeth Wilms (1905-1981) lange Zeit selbst verstanden. Oft und penetrant wurde diese Formel später in journalistischen Titelzeilen aufgegriffen, bis sie vollends zum Klischee geronnen war. Jetzt werden ausgewählte Arbeiten von Elisabeth Wilms in einem regionalen Schwerpunkt des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund gezeigt. In diesem Kontext ist es natürlich erst recht nicht ratsam, sie als Ehefrau vorzustellen, die lediglich ihrem Hobby gefrönt habe. Da klingt es doch weitaus besser, dass der Gatte … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Architektur & Städtebau, Festivals, Gesellschaft, Kino, Lebenswege, Region Ruhr, Utopien

Bilder einer aufstrebenden Gesellschaft – Recklinghausen zeigt Ikonen aus Varna

Bilder einer aufstrebenden Gesellschaft – Recklinghausen zeigt Ikonen aus Varna

Hier ist er der Mittelpunkt: Joseph, Ehemann von Maria und, wie man das immer etwas verschämt nennt, Ziehvater des Jesusknaben. Wegen göttlich herbeigeführter Jungfrauenschwangerschaft war er ja nicht der biologische Vater. Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch hat man sich in Varna seiner angenommen und ihm in einer großen Ikone den Ehrenplatz zugewiesen. Und da steht er nun, wallend das Gewand, doch bescheidend schauend, einen Zollstock in der Hand. Rechts im Bild und wesentlich kleiner ein … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Glaubensfragen, Kunst, Region Ruhr

Geistig angereicherte “Stellensuche” – André Comte-Sponvilles kleine Sex-Philosophie

Geistig angereicherte “Stellensuche” – André Comte-Sponvilles kleine Sex-Philosophie

Was macht ein Philosoph, wenn er mal ordentlich abverkaufen will? Richtig, er schreibt ein Buch, das beispielsweise so heißt: „Sex. Eine kleine Philosophie“. Andererseits hat man in lüsterner Laune relativ wenig mit Philosophie im Sinn. Egal. Der Franzose André Comte-Sponville, ehemals Philosophie-Professor an der Sorbonne, hat ein Buch herausgebracht, das auf Deutsch just so heißt wie oben erwähnt. Und was steht drin? Nun, zunächst der Versuch einer Definition von Sexualität an und für sich. Beim Menschen ist sie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Liebesleben, Natur

Auf Frankfurts “Golanhöhen” – Marc-Oliver Bischoff beendet seine Krimi-Trilogie

Auf Frankfurts “Golanhöhen” – Marc-Oliver Bischoff beendet seine Krimi-Trilogie

Man muss nur tief genug in der Vergangenheit des Kriminalkommissars wühlen, dann findet man schon den Mörder. So scheint seit einiger Zeit ein unumstößliches Krimi-Gesetz zu lauten. Egal, ob man “Tatort” einschaltet oder einen Kriminalroman aufschlägt – ohne persönliche Verwicklungen der ermittelnden Personen geht es anscheinend nicht mehr. Der unbeteiligt ermittelnde Kommissar wurde wohl in Rente geschickt. Da macht auch der neue Roman “Golanhöhen” von Marc-Oliver Bischoff aus der bewährten Dortmunder-Krimi-Schmiede (Grafit Verlag) keine … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Arbeitswelt & Beruf, Buchmarkt, Literatur

Familienfreuden XVIII: Österliche Schonfrist

Familienfreuden XVIII: Österliche Schonfrist

„Fiona“, fragte ich gestern Abend, „weißt Du eigentlich, was morgen ist?“ „Vogelparty?“ Letztens hatte die Tagesmutter Karneval nachgeholt und Fi hing dem flatterhaften Event immer noch sehr hinterher. „Nein, die war doch schon. Weißt Du, was morgen ist?“ „Ja!“ …. „Was denn?“ Sie überlegte kurz. „Weiß gar nicht.“ Diese Formulierung gehört mittlerweile zu unseren geflügelten Worten. „Morgen ist doch Ostern!“ In Fionas Augen stahl sich ein Strahlen. „Schokolade!“ Seit einigen Tagen schon hatten wir erzählt, dass … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Bekenntnisse, Kinderzeiten, Lebenswege

Schön und kess: Die Junge Oper Dortmund zeigt Jens Joneleits Musikmärchen “Sneewitte”

Schön und kess: Die Junge Oper Dortmund zeigt Jens Joneleits Musikmärchen “Sneewitte”

Die Theatermenschen sind als erste da. Ganz in Schwarz gekleidet sitzen, stehen oder laufen sie auf der kleinen Bühne der Jungen Oper in Dortmund herum, das Stück hat noch gar nicht begonnen. Dann aber geht alles ganz schnell. Kai Bettermann greift sich eine Art weißen Hermelinmantel und setzt die königliche Krone auf. Seine Mitstreiter werfen sich ebenfalls in ansehnliche Gewänder. Und flugs finden wir uns im Märchenland wieder, wo das Schicksal des königlichen Kindes namens … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett, Theater

Weg der Qual ohne Erlösung: Lars von Triers „Dogville“ am Theater Krefeld

Weg der Qual ohne Erlösung: Lars von Triers „Dogville“ am Theater Krefeld

Das Stück handelt von unverdienter Gnade, vom Unsinn von Barmherzigkeit. Vom Scheitern eines Lebensprinzips, das dem Weg Jesu folgt, in einer Gesellschaft, die man als „kleinbürgerlich“ bezeichnen könnte, die aber über jenes schiefe Etikett weit hinausreicht und für die Menschheit als Ganze stehen könnte. Lars von Triers „Dogville“ spielt wie kaum einer anderer Film mit christlich-biblischen Bezügen. Aus dem Film wurde ein Bühnenstück, das jetzt am Krefelder Theater Premiere hatte. Eigentlich sind solche Adaptionen überflüssig. Warum … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Kein Monatsrückblick

Kein Monatsrückblick

_________________________________________________ Liebe Leserinnen und Leser der Revierpassagen, diesmal gibt es keinen Monatsrückblick. Der Grund für den Verzicht liegt nahe. Der März stand – auch und vor allem im Ruhrgebiet – so sehr im Zeichen des fürchterlichen Germanwings-Absturzes, dass sich eine Rückschau auf „Besonderheiten“ des Monats nicht nur erübrigt, sondern geradezu verbietet. _________________________________________________ … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein

Zum Tod von Helmut Dietl: “Kir Royal” – ein Gipfelglück der deutschen Fernsehgeschichte

Zum Tod von Helmut Dietl: “Kir Royal” – ein Gipfelglück der deutschen Fernsehgeschichte

Seine Fernsehserien “Monaco Franze” und “Kir Royal” sind Legenden. Man kann man sie wieder und wieder anschauen – und man wird ihrer nicht müde werden. Der Regisseur Helmut Dietl, der jetzt im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs gestorben ist, war einer der ganz Großen des Metiers, der mit “Schtonk” (1992) und “Rossini” auch im Kino Erfolge feierte. Aus Anlass seines Todes hier noch einmal ein Beitrag aus der Revierpassagen-Reihe “TV-Nostalgie”, zu verstehen als Hommage und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Stilfragen

Revierpassagen-Texte wurden bühnenreif: Rolf Dennemanns “Unterwegs mit meinem Körper”

Revierpassagen-Texte wurden bühnenreif: Rolf Dennemanns “Unterwegs mit meinem Körper”

Wenn ein gelegentlicher Mitarbeiter der “Revierpassagen” ein Bühnenprogramm entwickelt und aufführt; wenn noch dazu sehr lesenswerte Textvorlagen zu diesem Projekt als Beiträge in den Revierpassagen gestanden haben – dann, ja dann machen wir umso lieber ein bisschen Reklame dafür. Die Rede ist von Rolf Dennemann und seiner szenischen Lesung “Unterwegs mit meinem Körper”, die kürzlich erfolgreich Premiere hatte. Der Autor, Regisseur und Schauspieler schildert seine Odyssee durch diverse Krankenhäuser des Landes. Es halten sich dabei erzkomische … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Kleinkunst & Comedy, Literatur, Scherz, Satire, Ironie, Theater, Wahnwitz

Versöhnung im Sterben: Charles Gounods „Faust“ gelingt am Theater Hagen

Versöhnung im Sterben: Charles Gounods „Faust“ gelingt am Theater Hagen

Charles Gounods „Faust“ stand lange unter Kitschverdacht, vor allem bei literarische Gebildeten in Deutschland: Die Konzentration des komplexen „Faust“-Stoffes auf die Liebestragödie, die Abkunft von einem französischen Boulevard-Stück, der Transfer der musikalischen Diktion aus der „Großen Oper“ und die Spuren der tragischen Frauen Donizettis – all das rückte Gounods Werk in abschätziges Zwielicht, ausgedrückt auch durch den lange gebräuchlichen deutschen Titel „Margarethe“. Seit einer Generation hat sich die Rezeption gründlich verändert, „Faust“ wird nicht mehr länger … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Im Zweifel für das Leben: Ian McEwans neuer Roman “Kindeswohl”

Im Zweifel für das Leben: Ian McEwans neuer Roman “Kindeswohl”

Für die Londoner Familienrichterin Fiona Maye gehören komplizierte juristische Fragen zum Alltag, doch der Fall des Adam Henry ist besonders bizarr. Sein Schicksal steht im Zentrum von Ian McEwans Roman „Kindeswohl“. Der 17jährige Adam Henry ist an Leukämie erkrankt. Eine ihn rettende Bluttransfusion lehnen seine Eltern und auch er selbst aus religiösen Gründen kategorisch ab. Die Familie gehört zu den Zeugen Jehovas, die mit Verweis auf Worte der Bibel einen solchen medizinischen Eingriff untersagen. Die behandelnde … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Glaubensfragen, Lebenswege, Literatur, Psychologie

Ein paar Gedanken (und Gefühle) bei Durchsicht meiner Büchersammlung

Ein paar Gedanken (und Gefühle) bei Durchsicht meiner Büchersammlung

Vor einem Umzug kommt man schon mal auf die Idee, seine Bücher einer Revision zu unterziehen. Um vielleicht „Ballast“ abzuwerfen. Oder auch nicht. Ein Kernsatz beim Sortieren bemisst sich vorwiegend am Bauchgefühl: Werde ich wohl jemals wieder in dieses Buch hineinsehen? An den Rändern der Sammlung sind mit der Zeit unscharfe Zonen entstanden, in denen sich Bücher gleichsam nur noch versteckt halten und schlotternd auf Nicht-Entdeckung hoffen. Ha! Die sollen mich kennen lernen. Doch Vorsicht, nichts überstürzen: … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Buchmarkt, Kultur an sich, Lebenswege, Literatur

So ist es nun einmal, das Leben: “Chronik meiner Straße” von Barbara Honigmann

So ist es nun einmal, das Leben: “Chronik meiner Straße” von Barbara Honigmann

Alle Bücher von Barbara Honigmann haben einen autobiografischen Kern. Und fast immer geht es auch um ihre spät erwachte jüdische Identität. Genauer: Es geht um die Veränderung, die ihr Leben erfahren hat, als die Tochter eines marxistischen Intellektuellen nach jüdischem Ritus heiratete und 1984 die DDR verließ. Seitdem lebt sie in Straßburg, und ihre Wohnung liegt in einer Straße, in der Juden, Christen und Moslems mehr oder weniger friedlich nebeneinender leben, sich die Kulturen und Religionen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Literatur

Festspiel-Passagen I: Der Sound der Zwanziger Jahre in der Bauhausstadt Dessau

Festspiel-Passagen I: Der Sound der Zwanziger Jahre in der Bauhausstadt Dessau

„In eins verschmolzen sind Wort und Töne“ singt die Gräfin in Richard Strauss‘ „Capriccio“: Für sie ist die Frage nach dem Vorrang von Text oder Musik in der Oper gelöst. „Zu einem Neuen verbunden“ sind sie. „Eine Kunst durch die andere erlöst.“ Wenn es denn so harmonisch wäre. In einer Zeit, in der Strauss und sogar der Wortfanatiker Wagner das Übertiteln ihrer Bühnenwerke erdulden müssen, weil es an artikuliertem Singen mangelt, stellt sie die Frage … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

Götterdämmerung für die Gralswelt: „Parsifal“ in kontroverser Deutung in Wuppertal

Götterdämmerung für die Gralswelt: „Parsifal“ in kontroverser Deutung in Wuppertal

Was der Gral ist, das sagt sich eigentlich nicht. Der Junge, der sich da etwas abseits von den anderen Studenten an den roten Livreen der Türsteher vorbeidrückt, weiß es auch nicht. Er zuckt die Schultern: Eben doch nur ein Tor? Aber Thilo Reinhardt sagt es uns, im Laufe der fünf Stunden „Parsifal“ an der Wuppertaler Oper. Der Gral ist demnach ein machterhaltendes Konstrukt, eine Gedanken-Chimäre, ein ideologisches Bücher- und Herrschaftswissen. Parsifal verbrennt am Schluss dieses Buch, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Bonner “Hommage an Michelangelo” untersucht seine Wirkung auf andere Künstler

Bonner “Hommage an Michelangelo” untersucht seine Wirkung auf andere Künstler

Schon zu Lebzeiten galt er als Legende. Seine Wirkung auf die europäische Kunst war und ist auch 450 Jahre nach seinem Tod enorm: Michelangelo Buonarroti (1475-1564) hat sich als herausragender Künstler der europäischen Renaissance vor allem durch seine virtuose Darstellung des menschlichen Körpers unsterblichen Ruhm erworben. Die Bundeskunsthalle Bonn widmet seinem jahrhundertelangen Einfluss auf die europäische Kunst eine Ausstellung. Die Schau ist bis 25. Mai zu sehen. Die „Hommage an Michelangelo“ stellt nicht dessen eigenen Werke … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Vollendet unvollendet: Wolfgang Herrndorfs “Bilder deiner großen Liebe”

Vollendet unvollendet: Wolfgang Herrndorfs “Bilder deiner großen Liebe”

“Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert.” Es kommt in Schüben, gegen die man sich nicht wehren kann – “wie Hunger oder Durst, oder wenn man ficken will”. Mit solcher Art Betrachtungen beginnen die “Bilder deiner großen Liebe”. Ein junges Mädchen stellt diese Betrachtungen an. Sie steht im Hof einer Anstalt, betrachtet die blühenden Blumen, die Sonne am Himmel – das Klischee ist ihr bewusst. Mit dem Daumennagel berührt sie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur

Die Kunst als Insel: Das Aalto-Theater zeigt „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss

Die Kunst als Insel: Das Aalto-Theater zeigt „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss

Recht überschaubar ist die Zahl der Opernfans, die von sich behaupten können, „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss je auf der Bühne erlebt zu haben. Selbst im Essener Aalto-Theater, das Stefan Soltesz in seiner Zeit als Opernintendant und Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker zu einer wahren Strauss-Hochburg formte, stand die einzige komische Oper des Komponisten noch nie auf dem Spielplan. Neben so wuchtigen, schillernden und opulenten Meisterwerken wie „Elektra“, „Salome“ und „Der Rosenkavalier“ wirkt „Die schweigsame Frau“ … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Sie geht, er geht auch: “Gift. Eine Ehegeschichte” am Schauspielhaus Bochum

Sie geht, er geht auch: “Gift. Eine Ehegeschichte” am Schauspielhaus Bochum

Irgendwann steht die Frau ganz alleine auf der Bühne der Bochumer Kammerspiele, der Theaternebel wabert langsam ins Publikum und mit ihm eine große Traurigkeit, während die Frau sich mit geschlossenen Augen dem Regen hingibt. Die namenlose Frau (Bettina Engelhardt), die vor zehn Jahren erst ihr Kind, dann sich selbst und dann ihren Mann verlor, hat diesen gerade zum ersten Mal seit zehn Jahren wiedergesehen – auf dem Friedhof, auf dem das gemeinsame Kind liegt. Denn Jacob … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Liebesleben, Theater

Holocaust als Opernstoff: Bochums Intendant Anselm Weber inszeniert “Die Passagierin” in Frankfurt

Holocaust als Opernstoff: Bochums Intendant Anselm Weber inszeniert “Die Passagierin” in Frankfurt

Zeit, sich zu erinnern, ist immer. Aber manchmal verdichtet sich Erinnerung, behauptet sich im Präsens und drängt sich in den gleichgültigen Lauf des Alltags. Momentan liegt es nahe, Vergangenes in die Gegenwart zu holen, auf dass es nicht vergessen werde: Vor 100 Jahren tobte der Erste Weltkrieg, vor 70 Jahren rissen die letzten Zuckungen des Nazi-Systems noch einmal Zehntausende in einen sinnlosen Tod. Aber vor 70 Jahren gab es auch Aufatmen: Die Alliierten erreichten die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett