Revierpassagen » Archiv
Kennedys frühe Deutschland-Reisen: Seine Berlin-Rede hatte eine lange Vorgeschichte
Der Besuch von US-Präsident Barack Obama ruft nicht nur Erinnerungen an den legendären Auftritt von John F. Kennedy wach, dessen Aufenthalt in Berlin sich in diesen Tagen zum 50. Mal jährt. Er bietet auch einmal mehr Anlass, die Rede des damaligen Hoffnungsträgers historisch einzuordnen und zu analysieren. Dass die vier Worte „Ich bin ein Berliner“, mit denen Kennedy Geschichte schrieb, mehr waren als nur ein momentaner oder spontaner Ausdruck von Solidarität mit den Menschen in der … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Buchmarkt, Geschichte, Gesellschaft, Politik und so, Unterwegs
Wie ein Werk von Keith Haring fester Bestandteil in Pisas Stadtkultur wurde
Ich nahm Maß, nahm alle meine beschränkten Begabungsressourcen beisammen (so viele habe ich bei der Gabe des Fotografierens nicht) und nahm einen veritablen Keith Haring auf – in die Serie meiner Aufnahmen, die ich nach einem Besuch in Pisa heim brachte. Und in diesem Moment nahm ich wieder einmal an, was mir vor vielen Jahren mein ehrlich bewunderter Lehrer Ewald Linka nahe brachte: die Gedanken von Walter Benjamin zum Thema „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen … Den ganzen Artikel lesen »
Akzent zum Verdi-Jahr: “Die Räuber” („I Masnadieri“) am Aalto-Theater Essen
Was bringt eigentlich so ein Jubiläum? Im Zweifelsfalle nichts: Auf Richard Wagners 200. Geburtsjahr trifft das zu. Und für Giuseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag im Oktober gerade medial präpariert wird, steht Ähnliches zu befürchten. Verdi hat nicht einmal die hässliche Seite aufzuweisen, die bei Wagner von einer aufgescheuchten Kultursociety nach jahrzehntelanger seriöser Forschung nun in hippeligem Moralismus breit getreten wurde. Verdi war kein Antisemit, sein Lebenswandel sperrt sich der Mythenbildung und kein Faschist hat ihn zum … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Oper & Ballett, Region Ruhr
Familienfreuden auf Reisen: Polka Dots!
Sicher, das Geschlecht eines Babys zu bestimmen, ist nicht einfach. Schon in Deutschland musste ich mehrfach erklären, dass es sich bei Fi um ein Mädchen handelt. Aber die Taktrate, mit der die Amerikaner sie für einen Jungen halten, macht mich doch stutzig. Immerhin, die Rezeptionistin in San Francisco, einmal eingeweiht, begrüßt Fiona fortan mit breitem Grinsen und großem Enthusiasmus für die “polkaaaa dots!”, die ihre kleinen Lederschlappen zieren. Die gefallen auch der Dame in dem winzigen … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kinderzeiten, Unterwegs, Weite Welt
“Das Halstuch” – Wiedersehen mit dem “Straßenfeger” von einst
Es war der “Straßenfeger” schlechthin: Im Januar 1962 hatte der Durbridge-Sechsteiler “Das Halstuch” im ARD-Programm eine unfassbare Zuschauerquote von 89 Prozent – praktisch ohne konkurrierende Kanäle. Für die Älteren war das eine prägende Fernseherfahrung der Frühzeit. Jetzt hat der Kulturkanal 3Sat die Krimireihe noch einmal ausgestrahlt – an einem Stück. Als bekennender TV-Nostalgiker lässt man für eine solche Wiederbegegnung einen zeitgleichen Leipziger “Tatort” ohne weiteres links liegen. Die großflächige Wiederholung des Klassikers (20.15 bis 23.50 Uhr) … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Fernsehen, Geschichte, Medien, Stilfragen
Das Klavier-Festival zieht mit Sebastian Knauer aufs Land und bleibt doch im Ruhrgebiet
Manchmal kommen diese Fragen, gerade jetzt zum 25jährigen Jubiläum, bisweilen mit kritischem Unterton: nach der Verortung des Klavier-Festivals Ruhr, seinen Wurzeln und seiner Ausbreitung. Und was gilt eigentlich als Kerngebiet? Daraus folgende Irritationen scheinen berechtigt, wenn die Veranstalter zum Konzert nach Hünxe einladen. Aufs Land, genau gesagt aufs Wasserschloss Gartrop, wo jetzt der Pianist Sebastian Knauer Sonaten von Beethoven sowie Schubert-Stücke interpretiert hat. Doch gemach: Hünxe gehört zum Kreis Wesel. Und dort wurde eben auch Steinkohle … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert, Region Ruhr
Wer blättert denn noch im Brockhaus?
Wie gern sehen sich manche gedruckt! Es ist ihnen ein Antrieb des Schreibens, vielleicht sogar ein hauptsächlicher. Auch mit dem Internet hat sich diese Form des Bleibenwollen nicht erledigt, sie hat sich allerdings gewandelt, ins Flüchtige gewendet. Wenngleich man uns sagt, dass im Netz nichts verloren gehe, so beschleicht einen hin und wieder das Gefühl, mit einem Wusch könne alles hinschwinden für immer. Doch auch im Virtuellen hinterlässt man gern seine mehr oder weniger kümmerlichen Spuren, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Medien, Netzwelten, Sprache, Technik
Ein Europäer aus der bayerischen Provinz: Johann Simon Mayr zum 250. Geburtstag
Venedig, Karneval 1794: Im neuen „Teatro La Fenice“ wird die Oper „Saffo“ aufgeführt. Der Komponist ist ein „Zugereister“ aus Bayern, der sich durch einige Oratorien einen Namen gemacht hat: Johann Simon Mayr. Die Oper hat Erfolg, der 30-jährige Maestro erhält ein Jahr später erneut einen Opernauftrag: „Lodoiska“. In den kommenden Jahren sollte Mayr eine der führenden Gestalten nicht nur des venezianischen, sondern des italienischen Opernlebens werden. Bis vor wenigen Jahren teilte dieser Komponist das Schicksal vieler … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Geschichte, Lebenswege, Oper & Ballett
Familienfreuden auf Reisen: Verrückte Hühner
San Francisco wurde nicht für Kinderwagen gebaut. Ganz sicher nicht. Kaum wagen wir uns in die spannenden Gebiete der Stadt vor, wird es anstrengend. Sportlicher Kinderwagen hin oder her, ich gebe ziemlich schnell auf und an Normen weiter. Der ächzt und stemmt sich mit seinem ganzen Körper gegen Fionas Porsche, um die gefühlten 90 Grad. Steigung zu packen. Wir sehen Autos die berühmte Lombard Street hinab fahren, Fiona lallt fröhlich unter ihrem Regenschutz und Normen kommt … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kinderzeiten, Unterwegs, Weite Welt
Irgendwie muss sich Peer Steinbrück doch aufs Glatteis führen lassen…
Jetzt geht es wohl los. Noch rund 100 Tage sind’s bis zur Bundestagswahl (Sonntag, 22. September) und der Wahlkampf scheint in seine heiße Phase zu treten. Nun gab es schon mal einen Vorgeschmack, als Maybrit Illner in ihrer ZDF-Sendung den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück einvernahm. Steinbrück ist bekanntlich schon in einige Fettnäpfchen getappt. Die Skala reichte von bestens honorierten Vorträgen über Gehaltsvorstellungen fürs Kanzleramt bis hin zur nicht mehrheitsfähigen Meinung über Weinpreise. Manche kreiden ihm seither fast … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Fernsehen, Politik und so
Ruhrfestspiele: Zwei Teufel und ein Weib
Wie ein überdimensionales Mikadospiel liegen die Baumstämme kreuz und quer auf der Bühne. Als hätte ein Riese gewütet und dann die Lust verloren oder als sei ein Kyrill durch den Bergwald gefegt. Auf den Stämmen balancieren zwei Männer und eine Frau, schwindelnd, nah am Abgrund, immer kurz vor dem Absturz. Ein Sinnbild für ihr unheilvolles Dreiecksverhältnis, das von Leidenschaften, Eifersucht und Gier vergiftet ist und schließlich in die Katastrophe führt. Martin Kusej inszenierte „Der Weibsteufel“ 2008 … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Region Ruhr, Theater
Glühende Eruptionen: Federico Colli debütiert beim Klavier-Festival Ruhr in Dortmund
Mit Federico Colli, dem Sieger der renommierten Leeds International Piano Competition 2012, hat Italien nach längerer Zeit wieder einmal einen jungen Pianisten im Rennen, der alle Chancen hat, an die große Tradition von Arturo Benedetti Michelangeli über Maurizio Pollini und den oft unterschätzten Bruno Canino bis Andrea Lucchesini anzuknüpfen. Colli setzte sich – offenbar in einer knappen Entscheidung – gegen den gleichaltrigen Schweizer Louis Schwizgebel durch, der zumindest einen Teil der Kritiker auf seiner Seite … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert
Offene Wege der Jugend: Ismael Margain beim Klavier-Festival Ruhr in Dortmund
Müssen junge Debütanten immer gleich nach den Sternen greifen? Müssen sie sich mit den Gipfelwerken der Klavierliteratur Vergleichen aussetzen, die wie eine gewaltige Last aus 100 Jahren dokumentierter Rezeptionsgeschichte auf ihnen lasten? Ismael Margain, der 20-jährige aus einem – wie das Programmheft extra betont – mittelalterlichen Städtchen in der Dordogne, hat die Frage auf seine Weise beantwortet. Er bestritt beim Klavier-Festival Ruhr in Dortmund in der Reihe „Die Besten der Besten“ sein Debut mit Beethovens Opus … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert
Familienfreuden auf Reisen: Die mauen Herren
Ankommen! Und das möglichst gut. Das war eigentlich der einzige Gedanke, der uns antrieb beim Abflug. Dass unsere Reise in die USA mit Fiona zu einer ganzen Reihe von seltsamen Begegnungen mit mauen und merkwürdigen Herren werden würde, konnten wir ja nicht ahnen. Startschuss war schon am Gate. Ein kleiner, wohlproportionierter Herr mit Lupe in der Hand fragte uns mit unnachgiebiger Miene und Ungeduld im Blick, ob wir unser Gepäck a) selbst gepackt und b) jemand anders dazu Zugang gehabt hätte. Fi schaute den Herren ebenso erstaunt an, wie wir beide. Trotzdem schafften wir es in den Flieger. Obwohl wir fast eine Stunde bis zum Abflug warten musste und die arme Fiona schrie wie am Spieß, sagte der ältere Herr in der Reihe hinter uns später zu mir, wir würden einen sehr … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kinderzeiten, Unterwegs, Weite Welt
Bremer “Tatort”: Alles klar nach 24 Minuten
Lange keinen Bremer “Tatort” mehr gesehen. Hauptgrund: Meistens war ich von den Krimis mit Inga Lürsen (Sabine Postel) gelinde enttäuscht. Aber gut. Man kann ja mal wieder reinschauen. “Er wird töten” hieß ihr neuester Fall – und er war so konstruiert, dass man es kaum fassen kann. Mordopfer ist Lürsens Kollege und allerbester Freund Leo Uljanoff (Antoine Monot jr.), der beim Pinkeln auf der Herrentoilette der Polizeizentrale hinterrücks erstochen wird. Mit ihm wollte die Kommissarin sogar … Den ganzen Artikel lesen »
“Westfälischer Droste-Sommer 2013″ – und der Eintritt ist durchgehend frei
„Süße Ruh’, süßer Taumel im Gras…“ Unter diesem Titel kann man ab Samstag, 15. Juni, an drei verschiedenen Orten für jeweils vier bis fünf Wochen den „Westfälischen Droste-Sommer 2013“ erleben. Natürlich ist das Motto ein Zitat aus dem lyrischen Werk der berühmten Dichterin aus dem Münsterland. Die Annette von Droste-Gesellschaft hat zusammen mit der Literaturkommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einen mobilen, multi-medialen Museums-Pavillon erstellen lassen, in dem man nicht nur Literatur sehen und hören kann, sondern … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Literatur, Musik & Konzert, Stadt Land Fluss
Von der Zeugung bis zum Tod – umstrittene “Körperwelten” bald in Bochum
„Das wird auch für das Ruhrgebiet ein Knaller.“ – So volltönend zitiert die WAZ in ihrem Online-Auftritt Michael Scholz, den Sprecher der Event-Agentur „All in one“. Worum geht es da wohl? Rock und Pop der Weltklasse? Spitzensport? Anderweitige Rekordversuche? Was soll so spektakulär sein, dass der PR-Mann es so lautstark anpreist wie ein Marktschreier? Nüchtern gesagt: Es geht um öffentlich gegen Eintrittsgeld präsentierte Leichen. Aber natürlich nicht um ganz gewöhnliche, sondern um solche, die nach der patentierten … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Natur, Stilfragen
ZDF-Dauerbrenner “Aktenzeichen XY…ungelöst”: Sie trauen unserem Mitleid nicht
Was für eine Zeitspanne: Seit 1967 gibt es die ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY…ungelöst”. Der Begründer Eduard (“Ede”) Zimmermann ist längst eine Legende. Vor allem anfangs, in den Jahren der Studentenbewegung, wurden nicht selten Vorwürfe erhoben: Zimmermann rufe zur “Menschenjagd” auf, fördere das Denunziantentum und diskriminiere womöglich Minderheiten. Auch das ist sehr lange her. Und heute? Nun, Rudi Cerne moderiert die Sendung auch schon seit geraumer Zeit, genauer: seit 2002. Der aus Herne stammende ehemalige Sportler und Sportjournalist … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Medien, Stilfragen
Das Spektrum der Romantik: Michaela Selinger singt Lieder im Aalto-Foyer
Wien, Paris, Glyndebourne, Hamburg: Die Sängerin Michaela Selinger hat sich in den letzten Jahren einen internationalen Ruf erarbeitet. Und kehrt dennoch immer wieder gerne nach Essen zurück, so zuletzt mit einer Liedmatinee ins Foyer des Aalto-Theaters. Sie beginnt mit einem raffinierten Bogenschlag: Sie nimmt mit Hanns Eislers „Erinnerung an Eichendorff und Schumann“ direkt Bezug zum zweiten Teil ihres Konzerts, dem „Liederkreis“ op. 39 Robert Schumanns auf Texte von Joseph von Eichendorff. Dazwischen fächert sie Aspekte der … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Oper & Ballett
Eklat in der Philharmonie: Krystian Zimerman unterbricht Konzert wegen eines Handy-Filmers
Der Humor war abhandengekommen: Karol Szymanowskis Schlussfuge in seinen „Variationen h-Moll über ein polnisches Thema“ op.10 will nicht hymnisch-ernst, sondern mit Augenzwinkern gespielt werden. Aber Krystian Zimerman beschloss sein Konzert beim Klavier-Festival Ruhr mit verärgertem Furor. Nach traumhaft gespielten Debussy-Préludes und der geistig einzigartig durchdrungenen fis-Moll-Sonate des jungen Johannes Brahms war es zum Eklat gekommen: Zu Beginn der Szymanowski-Variationen hatte Zimerman offenbar aus den Augenwinkeln registriert, dass ein Zuhörer auf der Empore mit einem Smartphone filmte. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Medien, Musik & Konzert, Netzwelten, Stilfragen
Krachledern: Liszts Wagner- und Verdi-Bearbeitungen beim Klavier-Festival Ruhr
Richard Wagner und Giuseppe Verdi in aller Form zu würdigen, zu beider 200. Geburtstag, ist für Opernschaffende ein Leichtes. Beide Komponisten definieren sich ausschließlich über ihr musikdramatisches Schaffen, andere Gattungen rangieren unter „ferner liefen“. Wenn sich also das Klavier-Festival Ruhr diesen Monolithen des 19. Jahrhunderts angemessen nähern will, bleiben nur Umwege. Der wichtigste Pfad führt über den seinerzeit herausragenden Pianisten Franz Liszt, der im übrigen 1870 Wagners Schwiegervater wurde. Liszt entpuppte sich im Laufe seiner Auftritte … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert
Dem “Meister” entkommt man nicht: Klavierduo Tal/Groethuysen würdigt Wagner
Sympathie-Bonus für das Klavierduo! Yaara Tal und Andreas Groethuysen kamen zum Klavier-Festival mit einem Programm, das genau auf das Thema dieses Jubiläumsjahres abgestimmt war. In der Philharmonie Essen kombinierten sie Wagner, übertragen auf zwei Klaviere, mit Debussy, durchleuchteten damit berühmte Ausschnitte aus Opern des „Meisters“, stellten ihm die ganz andere Musik Claude Debussys zur Seite. Der Franzose ist einer der Vielen, die sich vom Sog der Wagner’schen Musik freischwimmen mussten und doch dem Strudel nicht ganz entkamen. Die … Den ganzen Artikel lesen »
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ARD-”Brennpunkt” zum Hochwasser: Die unstillbare Gier nach starken Bildern
Es ist auf Dauer etwas ermüdend: Gewisse Medien müssen stets übertreiben und stellen deshalb jeden stärkeren Wetterumschwung wenigstens als Jahrzehnt-Ereignis hin. Doch diesmal ist es wirklich ernst. Die Regenflut, die jetzt vor allem Teile Bayerns und Sachsens überschwemmt hat, übertrifft tatsächlich alle vergleichbaren Ereignisse in Deutschland. Die ARD hat schon weitaus geringfügigere Ereignisse zum Anlass für einen “Brennpunkt” nach der Tagesschau genommen, manchmal auch schon mittelprächtige Fußball-Nachrichten. Die 45-Minuten-Ausgabe “Hochwasseralarm – der Kampf gegen die Flut” … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Fernsehen, Medien, Natur, Politik und so, Stadt Land Fluss, Wissenschaft
Der Stoff des Verderbens: „Gas“ bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen
„Gas“! Der Titel hatte am Ende des Ersten Weltkriegs eine alarmierende Brisanz. In den Endkämpfen an festgefahrenen Fronten wurde zum ersten Mal Giftgas eingesetzt. Die europäische Zivilisation stand fassungslos vor den dämonischen Ergebnissen einer Entwicklung, die – wie wir heute erfassen – das Ende des alten Europa bedeutete. Georg Kaiser, der produktive Dramatiker seiner Epoche, hat seinem Sinnspiel um Macht und Vernichtung, Utopie und Humanität, Krieg und Klassenkampf diesen Titel gegeben. Gas ist in den zwei … Den ganzen Artikel lesen »
“Aller Unfug ist schwer”: Vor 100 Jahren wurde der TV-Unterhalter Peter Frankenfeld geboren
„Schau ich weg von dem Fleck, ist der Übrrrrziehrrrr weg.“ Oder: „Das ist meine Frankenfeld-Jacke!“ (Verstehen nur Menschen, die sich noch übel an Feldjacken der Soldaten im 2. Weltkrieg erinnern). Heute vor 100 Jahren, am 31. Mai 1913, wurde Peter Frankenfeld in Berlin-Kreuzberg geboren. Er hörte in der Familie Frankenfeldt (mit „t“) zunächst auf die hübschen Vornamen Willi Julius August. Und dieser Mensch hielt wenig später noch weniger von Uniformen, überhaupt nichts von den dahinter steckenden … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Fernsehen, Lebenswege, Medien, Scherz, Satire, Ironie
Was vom Monat übrig blieb – das war der Mai
So schnell kann es gehen. Das war es mit dem Wonnemonat im “Frerbst” 2013. Bleibt die Hoffnung, dass die alte Weisheit “Mairegen macht schön” wirklich wahr ist. Genug davon dürften wir gehabt haben, um das überprüfen zu können. Zum Glück gab es reichlich sportliche und kulturelle Ablenkung. Und das war dem Ruhrpott sein Mai: Finale des Monats: Das Wunder von Dortmund wiederholte sich im Londoner Wembley-Stadion leider nicht. Dafür haben die Schwarz-Gelben den Bayern etwas anderes … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Allgemein, Kultur an sich, Region Ruhr
Sophie-Mayuko Vetter zelebriert beim Klavier-Festival Ruhr die Klangfarben der Melancholie
Manchmal gibt es diese Abende. Die uns noch eine Zeit lang beschäftigen. Die nachwirken ob dessen, was es zu hören gab. Die dem Publikum Konzentration und Geduld abverlangen, außerdem die Bereitschaft, mehr zu wollen als pure Unterhaltung. So wie jetzt beim Auftritt der Pianistin Sophie-Mayuko Vetter, deren Programm sich als überwiegend dunkel tönender musikalischer Kosmos entpuppt. Wo Disparates auf lineare Poesie trifft, Melancholie auf trotziges Aufbegehren. Vetter widmet sich, als Gast des Klavier-Festivals Ruhr, einem Werkkanon, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert
Ödnis im Zeichen der Löschblattwiege: Walter E. Richartz’ „Büroroman“ – wiedergelesen
„Zu jedem Schreibtisch gehört die Schreibgarnitur aus Bakelit. Sie besteht aus Schale, Notizzettelkästchen und Löschblattwiege.“ Das klingt ja allerliebst nostalgisch. Tatsächlich entstammt die knappe Schilderung dem „Büroroman“ von Walter E. Richartz (1927-1980), der 1976 herauskam und heute noch als Taschenbuch greifbar ist. Welch ein zeitlicher Abstand! Damals wurden gerade die ersten Versuche mit EDV (Elektonische Datenverarbeitung) unternommen. Sie scheinen zunächst nur nebulös am Horizont dieses Romans auf. Doch gegen Schluss kosten sie die ersten Arbeitsplätze. Von Fax, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Buchmarkt, Gesellschaft, Lebenswege, Literatur, Scherz, Satire, Ironie, Wirtschaft