Artikel Kommentare

Revierpassagen » Archiv

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juli

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juli

Es war doch ein bunter Monat. Das Wetter schlug Kapriolen, für die Bauern allerdings keine schlechten. Die Menschen feierten trotzdem allüberall. Schützenfeste landauf, landab, Scheunenfeste, Festivals. Für alle von allet watt dabei. Soviel kornblumenblau war selten. Und das war dem Ruhrpott sein Juli Manifest des Monats: 64 Wissenschaftler(innen) veröffentlichten das „konvivialistische Manifest“, welches sich mit den Grenzen des Wachstums beschäftigt und Chancen aufzeigt. Rückkehr des Monats: Marc-André Hamelin, Preisträger des Klavier-Festival-Ruhr spielte in Mülheim wieder ein atemberaubendes Programm. Oasen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Kultur an sich, Region Ruhr

An der Schwelle der Moderne: Vor 125 Jahren starb Vincent van Gogh an einem Schuss

An der Schwelle der Moderne: Vor 125 Jahren starb Vincent van Gogh an einem Schuss

Seine Sonnenblumen, sein Selbstbildnis, seine Sternennacht: Bilder, die ins kollektive Gedächtnis eingegangen sind. Millionenfach reproduziert, weltbekannt. Vincent van Gogh, der niederländische Pfarrerssohn und exzentrische Außenseiter, gehört heute zu den populärsten Meistern am Beginn der Moderne – und zu den teuersten Malern im internationalen Kunstmarkt. 1987 wurden knapp 40 Millionen Dollar für eines seiner Sonnenblumenbilder gezahlt; drei Jahre später legte ein japanischer Sammler für das „Porträt des Dr. Gachet“ über 82 Millionen Dollar hin. Erst vor drei … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Glaubensfragen, Kunst, Lebenswege

Stipendium – zu spät: Bloke Modisane, ein südafrikanischer Autor in Dortmund

Stipendium – zu spät: Bloke Modisane, ein südafrikanischer Autor in Dortmund

Unser Gastautor Heinrich Peuckmann über ein bewegendes Autorenschicksal – und ein weithin unbekanntes Seitenstück Dortmunder Literaturgeschichte: Es ist eine Geschichte, die mich tief betroffen gemacht hat damals. Und ganz ist sie nie gewichen, denn wenn sie mir wieder einfällt, die Geschichte, ist sie wieder da, diese Betroffenheit. Ganz unvermittelt geschieht das, während einer Autofahrt zum Beispiel, während eines Spaziergangs, während der Wartezeit auf einen Bus oder eine Straßenbahn. Unauslöschlich haben sich die Bilder in mein Gedächtnis … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Lebenswege, Literatur

Dortmunds Meisterwerke bitte länger zeigen!

Dortmunds Meisterwerke bitte länger zeigen!

„Schade, dass Anfang August schon wieder alles vorbei sein soll.“ Das meinte Rolf Pfeiffer Mitte Mai hier in den Revierpassagen, nachdem er die Ausstellung „Meisterwerke im Dortmunder U“ gesehen und beschrieben hatte. Der 9. August wird als letzter Besichtigungstag auf den Plakaten und Handzetteln genannt, und dieser schnelle Schluss wäre wirklich sehr, sehr schade. Man kann allen kunstliebenden Menschen nur empfehlen, dem Rat von Rolf zu folgen und sich an einem der noch verbleibenden Tage anzusehen, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Region Ruhr

Ausstellung „Digitale Folklore“: Damals, als das Internet noch eine freie Spielwiese war

Ausstellung „Digitale Folklore“: Damals, als das Internet noch eine freie Spielwiese war

Es gibt Gelegenheiten, bei denen man sich ziemlich alt vorkommt, noch besser gesagt: ziemlich weit ab vom (allerdings auch schon längst verflossenen) Hauptstrom des Geschehens. Mir war jetzt ein solches Gefühl beim Rundgang durch die Dortmunder Ausstellung „Digitale Folklore“ beschieden. Ohne kundige Führung hätte ich wenig von den technischen Details verstanden. Somit war’s auch gleichsam fremdes kulturelles Gelände. Dabei ging es gar nicht mal um stürmische Avantgarde, sondern um eine neuere Form der Nostalgie, nämlich um wehmütige … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Medien, Netzwelten, Utopien

Wenn die Männer mit der Motorsense kommen… – ein bebildertes Panopticon

Wenn die Männer mit der Motorsense kommen… – ein bebildertes Panopticon

Also eigentlich läuft das immer gleich: ich guck raus und denk, ah, endlich wieder ein paar Blümchen auf dem Scheißrasen hier und ein, zwei Tage später ist dann der Gartennazi mit seinen Hanseln da und fräst alles bis 1mm über der Wurzel runter. Seine Geräte setzen 65% der eingesetzten Energie in Krach um, 47% in Gestank, 15 in Wärme und mit den restlichen 2 zertritt er ach die goldne Flur. Diesmal hat das perfide Schwein als … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Bekenntnisse, Glaubensfragen, Leibesübungen, Musik & Konzert, Natur, Psychologie, Tanz, Technik, Wahnwitz

Kinoschauspieler, Folkmusiker und vieles mehr: Theodore Bikel starb mit 91

Kinoschauspieler, Folkmusiker und vieles mehr: Theodore Bikel starb mit 91

Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an die TV-Sendung und ihren genauen Namen erinnern, ist einfach zu lange her. Aber der Name des Moderators (wie man es heute nennen würde) blieb haften. Es war Theodore Bikel. Theodore Meir Bikel ist jetzt im Alter von 91 Jahren gestorben. Nach meinem Dafürhalten ist er auf eine Stufe zu stellen mit beispielsweise Sir Peter Ustinov. Immer wieder seit unserem ersten Kennenlernen via TV ereignete es sich, dass … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Kino, Lebenswege, Rock & Pop

Integration (nicht nur) auf dem Rasen – Fußball war im Ruhrgebiet stets eine verbindende Kraft

Integration (nicht nur) auf dem Rasen – Fußball war im Ruhrgebiet stets eine verbindende Kraft

Der folgende Beitrag macht klar, warum Fußball gerade im Ruhrgebiet so ungemein wichtig ist. Ein Text unseres Gastautors Heinrich Peuckmann, Schriftsteller aus Bergkamen: Wenn Borussia Dortmund gegen Schalke 04 spielt, steht das halbe Ruhrgebiet Kopf. Unglaubliche Emotionen werden frei, bei den Verlierern fließen Tränen, bei den Siegern brechen Jubelstürme aus. Kaum jemand, der das Revier nicht kennt, versteht, warum der Fußballsport hier eine so große Bedeutung hat. Man muss ein Stück in die Geschichte des … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Gesellschaft, Glaubensfragen, Leibesübungen, Region Ruhr

Abscheulicher Sonntag: 17 Dinkelbrötchen und kirchliche Anwandlungen

Abscheulicher Sonntag: 17 Dinkelbrötchen und kirchliche Anwandlungen

… ächz. 7:25 … 8:45 Kaffee beim Bäcker Zuverlässig die gleiche Klientel wie beim vorigen Mal. Am meisten verabscheue ich die jungen glücklichen erfolgreichen geldgepolsterten Jogger, die noch eben Brötchen holen gehen, die jungen glücklichen erfolgreichen geldgepolsterten Hundeausführer, die noch eben Brötchen holen gehen und die jungen glücklichen erfolgreichen geldgepolsterten Eltern, die noch eben Brötchen holen gehen. Ihre Kinder verabscheue ich auch. Die Rentner sind ok, wenn sie die Schnauze halten. »Schönen Sonntag noch!«. »Sitz!«. »Willst du nochn Schokocroissant?«. »Du musst dein Rad hier nicht … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Glaubensfragen, Wahnwitz, Warenwelt & Werbung

Festspiel-Passagen II (München): Die Gruberova zehrt nur noch vom früheren Glanz

Festspiel-Passagen II (München): Die Gruberova zehrt nur noch vom früheren Glanz

Eine der üblichen Dreiecksbeziehungen? Nicht ganz: In Gaetano Donizettis „Roberto Devereux“ muss eigentlich von einem „Viereck“ gesprochen werden, denn Sara, das eigentliche Opfer der unheilvollen Konstellation, wird von ihrem Mann Nottingham aufrichtig geliebt – und diese Liebe, verbunden mit gekränkter Ehre, ist für das nachtschwarze Ende dieser immer noch unterschätzten Oper entscheidend, die jetzt bei den Opernfestspielen in München mit Edita Gruberova als Königin Elisabeth I. von England im Spielplan stand. Aber auch zwischen den anderen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Oper & Ballett

Absturz aus dem bürgerlichen Leben: Doris Knechts Roman „Wald“

Absturz aus dem bürgerlichen Leben: Doris Knechts Roman „Wald“

Ein Haus in den Voralpen. Tief im Wald, in der Nähe ein Fluss, Idylle pur. Marian lebt allein in diesem Haus. Im Garten baut sie Gemüse an. Davon und von dem, was sie sonst noch so findet, ernährt sie sich. Ab und an angelt sie ein Festmahl, dazu gibt es selbstgebackenes Brot, zum Dessert einen selbstgebackenen Apfelkuchen. Wärme spendet ein Holzofen, befeuert aus dem sorgsam gestapelten Holz hinter dem Haus. Ihr Tagesablauf wird nur durch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Lebenswege, Literatur

Gesammelte Totenzettel

Gesammelte Totenzettel

Unsere Mutter ist jetzt schon seit vielen Jahren tot, und als wir uns kürzlich während eines unserer Besuche bei der Schwester an die gemeinsame Kindheit erinnerten, kramten wir etwas wehmütig in der Kiste mit Erinnerungen an die Mutter. Zu den Sammelstücken gehört auch ein Kästchen mit Totenbriefen, die sie bei Beerdigungen erhalten und aufbewahrt hatte. Das ist wohl etwas sehr Katholisches. Beisetzungen in katholischen Gemeinden beginnen fast immer mit einem Gottesdienst in der Kirche, und bevor man gemeinsam … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Glaubensfragen

„Klassische“ Musik als europäisches Phänomen: Zum Abschluss des Klavier-Festivals Ruhr

„Klassische“ Musik als europäisches Phänomen: Zum Abschluss des Klavier-Festivals Ruhr

Das mit dem „nordischen Ton“ ist so eine Sache: Das Klavier-Festival Ruhr baute rund um die 150. Geburtstage von Jean Sibelius (mehr) und Carl Nielsen (weniger) ein Programm, um die großen Meister Skandinaviens zu ehren. Verdienstvolle Konzerte verwiesen auf die hierzulande kaum bekannte lebendige Musikszene im 18. und 19. Jahrhundert, zu der etwa Ture Rangström oder Wilhelm Stenhammer gehörten. Musiker aus dem Norden wie Olli Mustonen und Ketil Haugsand waren zu Gast. Aber im Endeffekt zeigte … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

„Ein Stück von sich schenken“: Zum 75. Geburtstag der Sängerin Helen Donath

„Ein Stück von sich schenken“: Zum 75. Geburtstag der Sängerin Helen Donath

Sie war nie die strahlende Diva, aber auch nie ein schüchternes Mauerblümchen; sondern stets eine Sängerin, die mit Stimme und Karriere verantwortungsvoll und vorsichtig umgegangen ist. Und so kommt es, dass Helen Donath am heutigen 10. Juli ihren 75. Geburtstag feiern kann und nach wie vor singt. Bis gestern stand sie als Mrs. Grose in Robert Carsens Inszenierung von Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ auf der Bühne des Wiesbadener Staatstheaters. Eine Rolle, die sie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Lebenswege, Oper & Ballett

Niedliche Brutalität: Joep van Lieshouts Ruhrtriennale-Dorf in Bochum

Niedliche Brutalität: Joep van Lieshouts Ruhrtriennale-Dorf in Bochum

Wer die Rotterdamer Crew um Joep van Lieshout engagiert, weiß nicht nur, was ihn erwartet. Er erwartet auch genau das. Das Atelier Van Lieshout inszeniert das Gelände vor der Bochumer Jahrhunderthalle – und bedient die Hoffnungen der Ruhrtriennale nach einem crazy-verstörenden Festivalzentrum. Der Künstler bestückt das Areal mit seinen organisch-verrätselten Systemen: Auf die Besucher warten unter anderem ein überdimensionierter Darmausgang, eine Werkstatt für Waffen und Bomben und eine Guerilla-Farm. »The Good, the Bad and the Ugly«, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Kunst, Region Ruhr

Bist du denn nicht „äußerst zufrieden“?

Bist du denn nicht „äußerst zufrieden“?

In letzter Zeit hatte ich es mal wieder öfter mit Hotlines zu tun. Keine Angst, es folgt nicht der 245. Beitrag über allfälligen Ärger mit Callcentern, sondern eine relativ neue Spezialität bei der Telekom. Achtet mal drauf: Wenn ihr die Telekom-Hotline anruft (nach rund 15 Minuten besteht schon die Chance, auf ein offenkundig menschliches Wesen zu treffen), werden die Mitarbeiter früher oder später das Wort „äußerst“ aussprechen. Warum dies? Einer bedeutete mir unverblümt, wenn ich nachträglich zu unserem … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Gesellschaft

Die besondere Kraft des Körpertheaters – ein sommerliches Festival in Essen

Die besondere Kraft des Körpertheaters – ein sommerliches Festival in Essen

In Großbritannien ist der Begriff „physical theatre“ eine feste Größe für alles, was sich bewegt, also weder reiner Tanz noch reines Schauspiel ist. Körpertheater – wenn man so will. Die Folkwang-Hochschule ist ein Beispiel für die Lehre dazu. Im Essener Maschinenhaus findet (erst) seit 2012 die „Internationale Plattform Physical Theatre“ statt. Begründet wurden die Tage internationalen Ausdrucks von Fabian Sattler (Vorstand des Maschinenhauses) und Thomas Stick (Studiengang der Universität Folkwang). Unter dem Titel „Full Spin“ entstand … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Leibesübungen, Region Ruhr, Theater

Die Pranke des wilden Bären: Denis Matsuev in der Philharmonie Essen

Die Pranke des wilden Bären: Denis Matsuev in der Philharmonie Essen

Aber holla: Wenn Denis Leonidovich Matsuev auftritt, gibt’s für den Steinway kein Pardon. Der in Irkutsk geborene und von seinem Vater unterrichtete Russe verkörpert Eigenschaften, die man gemeinhin mit der „russischen Schule“ verbindet: stählerne Energie, gewaltiger Ton, dräuende Romantik. Und dazu phänomenale Treffsicherheit in Skalen, Grifffolgen, Oktavparallelen und was derlei virtuoses Handwerk noch mehr ist. Ein amerikanischer Kritiker schrieb über ein Matsuev-Konzert, er habe in seiner fast sechzigjährigen Laufbahn noch nie ein Klavier so laut gespielt … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

Der Triumph des Absurden: Bohuslav Martinůs „Julietta“ an der Oper Frankfurt

Der Triumph des Absurden: Bohuslav Martinůs „Julietta“ an der Oper Frankfurt

Traum oder Realität? Erinnerung oder Fiktion? Tatsache oder Vorstellung? Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind, wenn man in eine Stadt kommt, in der alle Bewohner ihre Erinnerung verloren haben. In der Vergangenheit nicht existiert. In der Geschichte synthetisch wird, nicht zu unterscheiden von bloßer Erfindung oder gar verkaufter Erinnerung. Bohuslav Martinůs Oper „Juliette ou La Clé des songes“ greift im Gewand des Surrealen, des Traumes, ein erkenntnistheoretisches Problem auf, über das wohl schon … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

Weltexklusiv: Nichts über die Hitzewelle, nichts über Griechenland

Weltexklusiv: Nichts über die Hitzewelle, nichts über Griechenland

Wir wissen eben, was wir unseren Leser(inne)n schuldig sind. Daher hier keine einzige Zeile über etwaige Hitzerekorde und keine Spekulationen über Griechenland. Nun erwarten wir demütig Dankschreiben aus aller Welt. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein

Grüne Oasen zwischen den Städten

Grüne Oasen zwischen den Städten

Die historischen Wandervereine aus Sauerland, Eifel und anderen deutschen Mittelgebirgsregionen haben so ihre Probleme mit dem Image und dem Nachwuchs, aber das ändert nichts daran, dass Wandern immer neue Freunde gewinnt. Wer dann auf eigene Faust loszieht, der sucht passende Begleiter in Buchform. Die findet man für viele Gegenden im Düsseldorfer Droste-Verlag, zum Beispiel mit dem Freizeitführer für den Ennepe-Ruhr-Kreis. Unter dem Motto „Grüne Oasen zwischen den Städten“ werden darin 20 Wanderungen beschrieben. Der Autor – oder … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Natur, Region Ruhr, Stadt Land Fluss

Super-Virtuoses, ironisch gebrochen: Marc-André Hamelin brilliert in Mülheim

Super-Virtuoses, ironisch gebrochen: Marc-André Hamelin brilliert in Mülheim

Seit 1997 tritt Marc-André Hamelin immer wieder beim Klavier-Festival Ruhr auf; 2013 war er dessen Preisträger. Jetzt kam der kanadische Virtuose zurück und spielte in Mülheim ein atemberaubendes Programm ohne jeden Show-Effekt. Bei ihm steht die Musik im Zentrum, nichts anderes. Und wer käme einem genuinen Musiker mehr entgegen als Mozart? Die D-Dur-Sonate KV 576, für andere vielleicht ein „Einspielstück“, wird von Anfang an in seriösem Ernst gefasst: Keine Koketterie im „Jagdthema“ des Beginns, klare Sicht … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

Ohne Wachstum und gewaltfrei leben: „Das konvivialistische Manifest“

Ohne Wachstum und gewaltfrei leben: „Das konvivialistische Manifest“

Eine neue Zeit der Manifeste scheint gekommen. Nach Stéphane Hessels manifestartigem Pamphlet „Empört Euch!“ und dem „Akzelerationistischen Manifest“ erschien im September 2014 in deutscher Übersetzung „Das konvivialistische Manifest“, das inzwischen mehr als 2.500 Unterzeichner gefunden hat. Seit Ivan Illichs Veröffentlichung von „Tools of Conviviality“ (dt.: „Selbstbegrenzung. Eine politische Kritik der Technik“, 1975) ist Konvivialität im politisch/soziologischen Diskurs – mehr noch im anglo- und frankophonen Bereich als in Deutschland – ein fester Begriff. Ein Jahr vor Illichs … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Literatur, Philosophie, Politik und so, Utopien, Warenwelt & Werbung, Wirtschaft

Dosierte Energie: Benjamin Moser beim Klavier-Festival Ruhr in Essen-Werden

Dosierte Energie: Benjamin Moser beim Klavier-Festival Ruhr in Essen-Werden

Haus Fuhr in Essen-Werden ist mit seinem intimen Saal ein idealer Veranstaltungsort für das Klavier-Festival Ruhr. Allerdings hat der Raum seine Tücken; er bildet das Spiel des Solisten sehr genau ab, verstärkt aber die Lautstärke überproportional, sobald sie über ein verhaltenes Mezzoforte hinausgeht. Dazu steht auf der Bühne ein Steinway, erfreulich präsent im Klang, aber für diesen Raum wünschte man sich manchmal einen weicher intonierenden Flügel. Benjamin Moser, nun schon zum vierten Mal beim Klavier-Festival zu … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Na bitte. Wer sagt’s denn! Es ist Sommer. Richtiger, echter, heißer Sommer. Und das in der Siebenschläfersonne. Da wird das tapfere Bibbern und Ausharren während der Schafskälte doch belohnt. Und das war dem Ruhrpott sein Juni: Unbehagen des Monats: verursacht die hochaktuelle Inszenierung von Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ bei den Mülheimer Stücketagen. Fundament des Monats: Noch tragen die Strukturen der Unnaer Stadtkultur. Nur wie lange noch? Es geht immer mehr um Mittelverteilung. Anstalt des Monats: Im Essener Aalto-Theater … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein, Kultur an sich, Region Ruhr

Neues aus dem Fegefeuer: „Die 7 Todsünden“ im Kloster Dalheim

Neues aus dem Fegefeuer: „Die 7 Todsünden“ im Kloster Dalheim

Sie haben die Ausstellung »Die 7 Todsünden« im Kloster Dalheim noch nicht gesehen? Da haben Sie etwas verpasst. Aber nur kein Neid: Überwinden Sie die Trägheit, gehen Sie einfach hin! Kleine Augen und ein eckiges Kinn, auch die Nase zeigt spitz nach oben. So sieht er aus, der Neid. Dagegen die Habgier: Eine Hakennase prangt unter Schlitzaugen, die Mundwinkel sind nach unten gezogen. Die Schweizer Künstlerin Eva Aeppli formte die »Physiognomie der Laster« an Bronze-Köpfen. Sie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Glaubensfragen, Kunst

Wenn markante Gebäude nicht mehr ohne Weiteres fotografiert werden dürfen…

Wenn markante Gebäude nicht mehr ohne Weiteres fotografiert werden dürfen…

Ich behaupte ja gern mal, dass manchen Politikern von Berlin bis Brüssel ein gewisser Hang zur realitätsfernen Naivität nicht abgesprochen werden kann. Bei Kommissären der Europäischen Union ist das nicht anders – oder sogar noch ausgeprägter? Ein Urheberrecht ist nicht nur eine feine und absolut zu befürwortende Sache, gerade in Zeiten der Weltweitnutzung von Bildern via facebook und anderer sozialer Netzwerke. Aber man kann bei Anpassungen dieser Rechtsvorschriften an aktuelle Medialität auch derartig übers Ziel … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Fotografie, Medien, Netzwelten

„Malerei als Poesie“: Miró-Ausstellung in Düsseldorf

„Malerei als Poesie“: Miró-Ausstellung in Düsseldorf

Frau, Vogel, Stern: Diese Motive bilden die Konstanten im Werk des spanischen Malers Joan Miró. Im Laufe seines Künstlerlebens (1893-1983) sind sie in seinen Gemälden immer wieder zu finden. Doch zeigt die aktuelle Ausstellung in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf (zu sehen bis zum 27. September), wie Miró sich in seinen verschiedenen Schaffensperioden immer wieder neu erfand: Seien es seine Themen, seine Materialien oder seine Farbgebung. Die Zeit spiegelt sich in seinem Werk, mag es vordergründig … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst

Chancen am Borsigplatz: Der soziale Ertrag des Bierbrauens und andere Aktionen

Chancen am Borsigplatz: Der soziale Ertrag des Bierbrauens und andere Aktionen

Bei „Public Residence: Die Chance“, einem künstlerischen Experiment in der Dortmunder Nordstadt, ging es um kulturelle Teilhabe und soziale Kreativität. Das Projekt endete im Mai, soll aber nachwirken. Gastautorin Isabelle Reiff, selbst Mitglied im eingetragenen Verein „Borsig11″, zieht eine Bilanz aus Veranstaltersicht: „Das ist zynisch, dass Sie das hier machen!“ So begann ein längeres Streitgespräch, das der Künstler Frank Bölter mit einem Politiker der Linken auf dem Kleinen Borsigplatz führte. Anlass dazu bot eine eigenwillige Kunstaktion … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Kunst, Politik und so, Region Ruhr, Stadt Land Fluss, Utopien

Die Kunst, den Kern zu treffen: Zum Tod des Karikaturisten Bernd Gutzeit

Die Kunst, den Kern zu treffen: Zum Tod des Karikaturisten Bernd Gutzeit

Ein Nachruf auf den Künstler und Karikaturisten Bernd Gutzeit, verfasst von Gastautorin Ilka Heiner, der langjährigen Leiterin der WR-Lokalredaktion Schwerte: Politische Karikaturen zeichnete er seit seinen frühen Studienjahren, fast 30 Jahre lang hat er seine Kommentare für die Seite 2 der Westfälischen Rundschau (WR) mit Zeichenfeder und Pinsel festgehalten. Jetzt ist Bernd Gutzeit zwei Tage nach seinem 79. Geburtstag nach langer Krankheit in seiner Wahlheimat Schwerte gestorben. Seine Karikaturen fügten sich in der Erkenntnis, dass sich die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Politik und so, Scherz, Satire, Ironie