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Revierpassagen » Archiv

Empörung auf der Bühne, Verärgerung im Parkett: „Ariadne auf Naxos“ an der Rheinoper

Empörung auf der Bühne, Verärgerung im Parkett: „Ariadne auf Naxos“ an der Rheinoper

Selten so ein dämliches Gesicht gesehen. Schon gar nicht auf einer Opernbühne. Dabei hat „Ariadne auf Naxos“ doch gerade erst begonnen. In der Titelpartie verzehrt sich die Primadonna vor Kummer über den Verrat des Theseus, kehrt sich in bitterem Schmerz von der Welt ab – und Truffaldin, ein Komödiant aus der Gruppe der leichtlebigen Zerbinetta, glotzt dumpf verständnislos wie ein RTL II-Fan, der versehentlich 3sat eingeschaltet hat. Womöglich hielt er Ariadne bislang für eine Meerjungfrau. … Den ganzen Artikel lesen »

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Die fast unbekannte Baugeschichte des alten Ostwall-Museums – ein Buch zur rechten Zeit

Die fast unbekannte Baugeschichte des alten Ostwall-Museums – ein Buch zur rechten Zeit

Eigentlich kaum zu begreifen: Die Baugeschichte des über Jahrzehnte wichtigsten Dortmunder Kunstortes war bis in die jüngste Zeit weitgehend unbekannt. Jetzt soll ein neues Buch endlich Klarheit schaffen, möglichst mit raschen Wirkungen über die hehre Wissenschaft hinaus. Denn in Dortmund wird immer noch um die Erhaltung des früheren Ostwall-Museums gerungen – neuerdings mit deutlich besseren Aussichten. Nun aber der Reihe nach. Die eingehende Untersuchung der Dortmunder Architektur-Dozentin Sonja Hnilica trägt den nüchternen Titel „Das Alte Museum … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Buchmarkt, Geschichte, Kultur an sich, Kunst, Region Ruhr

Klug und beschwingt: “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs” in Bochum

Klug und beschwingt: “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs” in Bochum

Der langjährige Lebenspartner hat sich per Anrufbeantworter verabschiedet und das gemeinsame Apartment verlassen. Außerdem stellt sich heraus, dass er vorher verheiratet war und Vater ist. Und die Neue ist die Anwältin seiner Ex und nach eigenem Bekunden Feministin. Hemmungslos nutzt Iván, dieser Lump, die Frauen aus, mit ein paar belanglosen Worten – „Blablabla“ – bricht er scheinbar Mal für Mal mühelos ihren Willen. Das wäre in Kürze die Grundkonstellation des Stücks, einer Beziehungskomödie ganz offenbar mit … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kino, Kunst, Operette & Musical, Theater

Vom Grauen des Krieges: Gelsenkirchen zeigt “Die Frau ohne Schatten” von Richard Strauss

Vom Grauen des Krieges: Gelsenkirchen zeigt “Die Frau ohne Schatten” von Richard Strauss

Diese Oper ist eine in Töne gegossene Überforderung. „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss verlangt ein mit rund 100 Musikern besetztes Orchester samt Orgel, Glasharmonika, chinesischen Gongs, TamTams, Wind- und Donnermaschine, einem Bläserseptett hinter der Szene und zwölf Blechfanfaren. Hinzu kommen fünf stimmgewaltige Solisten für die Hauptpartien, Chöre und Kinderchöre sowie zahlreiche Statisten. Maßlos auch in ihren musikalischen Anforderungen, wurde die Märchenoper zu Strauss’ Lebzeiten öfter abgesagt als aufgeführt. Jetzt hat Gelsenkirchens Musiktheater das Renommierstück … Den ganzen Artikel lesen »

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der September

Was vom Monat übrig blieb: Das war der September

Man merkt es deutlich. Das Sommerloch hat geschlossen. Alleine die schiere Menge der in den Revierpassagen veröffentlichten Beiträge ist der beste Beleg dafür. Et war für alle von allet watt dabei. Und zum Glück wurden die größten Kürbis-Köppe nur in den zahlreichen Hofläden der ländlicheren Ruhr-Gebiete gesichtet. Und das war dem Ruhrpott sein September: Satz des Monats: “Das Ruhrgebiet hat eine vergleichsweise geringe Arschlochdichte.” (©Fritz Eckenga in der Wochenendbeilage der WAZ) Einstieg des Monats: “Die Essener Philharmoniker … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Region Ruhr

In grellem Licht: Vesselin Stanev mit einem Liszt-Programm in Düsseldorf und Essen

In grellem Licht: Vesselin Stanev mit einem Liszt-Programm in Düsseldorf und Essen

Vesselin Stanev ist einer der Pianisten, die wenig Aufhebens um sich machen und unbeirrt ihren künstlerischen Weg verfolgen. Im Falle des bulgarischen, in Paris lebenden Künstlers führt er immer wieder zu Franz Liszt: 2011 überzeugte er beim Klavier-Festival Ruhr in Gelsenkirchen mit den aberwitzig schwierigen „Etudes d‘exécution transcendante“; jetzt gastierte er mit einem nicht weniger anspruchsvollen Programm im Rahmen einer Tournee in Düsseldorf und im RWE-Pavillon der Essener Philharmonie. Dort war er zuletzt 2012 mit … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein, Musik & Konzert

Als Japan den Westen betörte – eine schwelgerische Schau im Museum Folkwang

Als Japan den Westen betörte – eine schwelgerische Schau im Museum Folkwang

Es ist mal wieder eine dieser Prunk- und Prachtausstellungen des Essener Folkwang-Museums. Seit das Haus Projekt-Partnerschaften mit dem potenten Sponsor e.on (vormals Ruhrgas) pflegt, gibt es solche Schauen mit schöner Regelmäßigkeit. Praktisch immer sind die üblichen Heroen der Klassischen Moderne mit dabei, deren namentliche Signalwirkung weithin ausstrahlende Events garantiert. Diesmal lautet der Titel: „Monet, Gauguin, van Gogh… Inspiration Japan“. Es geht um Japonismen, also japanische Einflüsse in der französischen Kunst, die damals mit der globalen Kunsthauptstadt … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Kunst, Region Ruhr, Weite Welt

Was ein ambitionierter Setzer und Drucker mit Texten von Max Goldt anstellt

Was ein ambitionierter Setzer und Drucker mit Texten von Max Goldt anstellt

Wie auf jedes neue Buch von Max Goldt, so habe ich mich auch auf dieses gefreut. Doch ach, die Vorfreude wurde hernach ein wenig geschmälert. Die herrlich schrägen Texte des Meisters sind in die Hände eines leidenschaftlich traditionsversessenen Setzers, Druckers und Typographen gefallen. Mit Goldts Einverständnis, ja gewiss doch. Bisher hat sich der Drucker Martin Z. Schröder in seiner Berliner Werkstatt seit 1998 nur für Kleinverlage über Goldts Kolumnen hergemacht – und dabei recht achtbare Auflagen erzielt. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Design, Kunst, Literatur, Stilfragen, Technik

Warum das Zigeunerleben gar nicht lustig ist – eine moralische “Odyssee” in Essen

Warum das Zigeunerleben gar nicht lustig ist – eine moralische “Odyssee” in Essen

Vorn auf der Bühne sitzt eine Gruppe übermütiger, weiß gekleideter Männer und Frauen um den Tisch herum, isst, trinkt und schwadroniert – stets im Chor – über ihre Reise, die andauert, weil sie sich ziemlich verpeilt haben. Die Gruppe ist in ihrer Gesamtheit offenbar Odysseus, nämlicher Held der Odyssee, der auf seiner zehn Jahre währenden Rückreise von Troja nach Ithaka einer Menge verstörender Wesen und Gesellschaften begegnete. Weiter hinten auf der Bühne finden im Verlauf des … Den ganzen Artikel lesen »

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“Zeitgenössische Programmierung”: Rückblick auf die Triennale-Ära von Heiner Goebbels

“Zeitgenössische Programmierung”: Rückblick auf die Triennale-Ära von Heiner Goebbels

Es ist – das Ende. Der Platz vor der Jahrhunderthalle wirkt verlassen, hinten bei den Kühlbecken werden letzte Kulissen von „Neither“ in Container verladen. Man kann das Rund des Dampflokkessels erkennen, das in Wirklichkeit eben doch bloß schwarz angestrichenes Sperrholz war. Die Ruhrtriennale 2014 geht zu Ende. Am Sonntag (28. September) ist in Bochum Schluß mit dem Royal Concertgebouw Orkest. Auch endet, was noch wichtiger ist, die Drei-Jahre-Intendanz von Heiner Goebbels. Er wird sich wieder seiner … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Kunst, Oper & Ballett, Region Ruhr, Tanz, Theater

Von Mäusen und Mördern: Ernst Tollers “Hinkemann” am Düsseldorfer Schauspielhaus

Von Mäusen und Mördern: Ernst Tollers “Hinkemann” am Düsseldorfer Schauspielhaus

Selten thematisiert ein Theaterabend mit solcher Wucht die soziale Frage: Zugleich hochemotional und explizit politisch zeigt Ernst Toller in „Hinkemann“, wie die kleinen Leute im Krieg verheizt und beschädigt werden und was diese Versehrungen ihren Seelen antun. Die Koproduktion von Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Young Directors Project der Salzburger Festspiele kam jetzt am Rhein heraus – zu Beginn der Intendanz von Günther Beelitz, der für zwei Jahre das Haus leitet und ihm zu neuem Ansehen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Theater

Metropolensound: Triennale zeigt “Surrogate Cities” als Choreographie für das Ruhrgebiet

Metropolensound: Triennale zeigt “Surrogate Cities” als Choreographie für das Ruhrgebiet

Mal begegnet sie uns als belebende Metropole, mal als verschlingender Moloch. Die Stadt moderner Prägung ist Ballungsraum und Schmelztiegel, Brennpunkt und Sehnsuchtsort, der Menschen gleichermaßen vereint wie vereinzelt. Ungezählte Fotografen, Maler, Autoren und Dichter ließen sich von ihr inspirieren. Aber lässt sich urbanes Leben auch in Töne fassen? Vor nunmehr zwanzig Jahren unternahm der Komponist Heiner Goebbels einen Versuch. Die Alte Oper Frankfurt hatte ihn beauftragt, ein Stück zur Feier des 700-jährigen Bestehens der Mainmetropole zu … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Region Ruhr

Die Leiden des Unternehmers: Peter Handke in Bochum

Die Leiden des Unternehmers: Peter Handke in Bochum

„Egal was du machst – mach das einzig Wahre“, spricht Unternehmer Hermann Quitt resigniert und bleibt einfach sitzen, während die Drehbühne ihn weiter und wegdreht. Mit diesem Werbespruch einer Brauerei endet in Bochum Peter Handkes „Die Unvernünftigen sterben aus“. Wäre es nach Handke gegangen, hätte Protagonist Quitt den Abend nicht überlebt – im Original schlägt Quitt seinen Kopf so lange gegen einen Fels, bis er reglos liegen bleibt. Das Überleben aber, soviel wird klar, ist für … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater

Rache ist auch keine Lösung – ein begeisternder “Orest” im Bochumer Prinzregenttheater

Rache ist auch keine Lösung – ein begeisternder “Orest” im Bochumer Prinzregenttheater

Ein König, eine Königin, eine Tochter – der größte Teil des Personals steht schon am Bühnenrand, wenn das Publikum eintrifft. Nur einige Papierbahnen, die auf dem Boden liegen oder von der Decke hängen, deuten die Spielstätte zwischen den Rängen an, einziges Möbel im Bild ist ein Ledersessel. In großer Kargheit und strenger Fokussierung erwartet uns die Tragödie. Das Bochumer Prinzregenttheater zeigt „Orest“. Orest, zur Erinnerung, Prinz aus dem antiken Mykene, wird nach seiner Rückkehr von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Kunst, Theater

Hinter jedem Buchregal lauert das Verbrechen – Jubiläums-Anthologie des Grafit-Verlags

Hinter jedem Buchregal lauert das Verbrechen – Jubiläums-Anthologie des Grafit-Verlags

Der Dortmunder Grafit Verlag, bekannt vor allem für Krimis mit Lokalkolorit und Kurz-Krimi-Anthologien, feiert sein 25jähriges Bestehen. Zum Geburtstag gönnt das Verlagshaus sich und seinen Autoren eine ganz besondere Anthologie. “Lies oder stirb” heisst es in dem Jubiläumsband, in dem sich die (fiktive) kriminelle Energie der Buchbranche offenbart. 17 namhafte Autoren des Grafit-Verlages geben sich die Ehre, vom Eifelkrimi über den Niederrhein-Plot bis hin natürlich zur Ruhrgebietsstory ist von allem und für alle etwas dabei. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur

Schöne Stellen und irritierende Tempi – Gabriel Feltz und die Dortmunder Philharmoniker

Schöne Stellen und irritierende Tempi – Gabriel Feltz und die Dortmunder Philharmoniker

Gabriel Feltz ist nun seit einem Jahr Chefdirigent der Dortmunder Philharmoniker. Zu Beginn seiner Amtszeit, im Spätsommer 2013, hat er mit dem Orchester Beethovens „Pastorale“ und Richard Strauss’ „Alpensinfonie“ interpretiert. Und während die Musik des Wiener Klassikers noch eher harmlos daherkam, atmete das Werk des spätromantischen Orchestrierungsmeisters revolutionären Geist. Hier ging es nicht mehr um alpine Idylle oder Naturmystik, sondern um Leben und Tod, Himmel und Hölle. Anders gesagt: Es ging ums Ganze. Dirigent und Philharmoniker … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Weltenlauf und Transzendenz – ein Konzert der Triennale in memoriam Gerard Mortier

Weltenlauf und Transzendenz – ein Konzert der Triennale in memoriam Gerard Mortier

Gerard Mortier ist im März dieses Jahres gestorben. Er war der Gründungsintendant der Ruhrtriennale und hat dort in den Jahren 2002 bis 2004 die „Kreationen“ als neue theatralische, spartenübergreifende Ausdrucksform gewissermaßen erfunden. Manches von dem, was unter der Leitung Heiner Goebbels’ heuer zu sehen ist, darf getrost als Weiterentwicklung dieser Anfänge gewertet werden. Darüberhinaus war Mortier auch ein Verfechter dessen, was gemeinhin als Neue Musik bezeichnet wird. Für sein erstes Jahr hatte der Intendant entsprechend das … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert

Verstaubt: Das Theater Dortmund startet mit Verdis “Maskenball” in die neue Spielzeit

Verstaubt: Das Theater Dortmund startet mit Verdis “Maskenball” in die neue Spielzeit

Der Schuss fällt irgendwo aus dem Dunkel. Tödlich von der Kugel eines Verschwörers getroffen, bricht der lebens- und liebesfrohe König Gustav III von Schweden zusammen. Als Riccardo, Gouverneur von Boston, begegnet uns der Herrscher in der Oper „Ein Maskenball“ von Giuseppe Verdi wieder. Der hatte seine liebe Not, das Werk durch die Zensur der österreichischen Besatzer zu bringen, und musste deshalb einem Wechsel des Schauplatzes zustimmen. Bei Katharina Thoma, Hausregisseurin am Theater Dortmund, erfährt der Regent … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett

TV-Nostalgie (26): Immer hübsch harmlos bleiben – Als Hans Rosenthal “Dalli Dalli” rief

TV-Nostalgie (26): Immer hübsch harmlos bleiben – Als Hans Rosenthal “Dalli Dalli” rief

„Alles Gute, alles Liebe – Ihr Hans Rosenthal“. Wer sich nach der Show so von seinem Publikum veabschiedet und dazu noch einen tiefen Diener macht, der will einfach nur nett sein und nirgendwo anecken. Rosenthal war mit „Dalli Dalli“ beim harmonieträchtigen ZDF genau richtig. Die Spielshow lief von 1971 bis 1986 allmonatlich und brachte es auf 153 Folgen. Wahrhaftig ein „Dauerbrenner“. Nichts für junge Leute Ganz ehrlich: Als wir damals jung waren, haben wir die Sendung noch nicht … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen

“Minority Report” in Dortmund: Wie ein Blockbuster auf die Bühne kommt

“Minority Report” in Dortmund: Wie ein Blockbuster auf die Bühne kommt

„Wo ist mein Minority Report?“ Diese Frage reicht aus, damit Kinogänger Tom Cruise vor ihrem geistigen Auge sehen, verbissen anrennend gegen ein aus den Fugen geratenes Kontrollsystem, atemberaubend verfilmt von Steven Spielberg, basierend auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick. Das Schauspiel Dortmund aber findet: „Das wahre Kino der Zukunft und das wahre Theater der Zukunft sind eins“ – und schon kann auch ein Blockbuster zu einem Bühnenexperiment (mit App!) werden, wie Regisseur Klaus Gehre … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Theater, Utopien

Heldenleben und Geigenlyrik – Start der Konzertsaison in Düsseldorf und Duisburg

Heldenleben und Geigenlyrik – Start der Konzertsaison in Düsseldorf und Duisburg

Spielzeitauftakt in Düsseldorf und Duisburg. Zwei Mal „Heldenleben“, zwei Violinkonzerte: Der Vergleich zwischen den Düsseldorfer Symphonikern und den Duisburger Philharmonikern liegt nahe. Die Düsseldorfer feiern nach dem Abschied von Andrey Boreyko den zweiten Teil ihres 150-Jahre-Jubiläums ohne Generalmusikdirektor; bei den Duisburger Philharmonikern wirkt GMD Giordano Bellincampi, der 2012 den Posten von Jonathan Darlington übernommen hatte, inzwischen prima etabliert. Sorgen hat das Orchester aber wegen seiner Spielstätte: Die Mercatorhalle wird erst Ende 2015 wieder zu bespielen sein. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert

Vom Weiterleben nach einem Todesfall: Angelika Reitzers Roman “Wir Erben”

Vom Weiterleben nach einem Todesfall: Angelika Reitzers Roman “Wir Erben”

Mit den ersten Sätzen in Angelika Reitzers Roman “Wir Erben” mag man als Leser zunächst Schwierigkeiten haben. Doch bald werden sie klar als Widerhall einer Traumsequenz Mariannes, die sich alsbald als erste wichtige, vielleicht wichtigste Figur dieses Romans herausstellt. Die Ausgangssituation ist interessant. Die vielverzweigte Mehr-oder-minder-Patchwork-Familie Mariannes hat gerade in großer Anzahl Weihnachten miteinander gefeiert bzw. begangen. Nun stirbt kurz danach – wie nebenbei – die „Familien“-Matriarchin Jutta, die Großmutter Mariannes. Die zumeist gerade Abgereisten aus … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Liebesleben, Literatur

Rex Lawson und das Pianola: Auftakt zur Reihe “Musik für Freaks” im Konzerthaus Dortmund

Rex Lawson und das Pianola: Auftakt zur Reihe “Musik für Freaks” im Konzerthaus Dortmund

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch fürs Konzerthaus Dortmund. Sicher, es hat sich in den 12 Jahren seines Bestehens fest etabliert im Kulturgefüge der Stadt. Doch muss dieser musikbeladene Tanker stets manövrierfähig bleiben. Will sagen: Hin und wieder ist es Aufgabe des Intendanten, Wagnisse einzugehen, Neues zu schaffen. Für Benedikt Stampa kein Problem. Er hat die Reihe „Junge Wilde“ 2006 aus der Taufe gehoben und jetzt, ganz frisch zur Saison 2014/15, „Musik für Freaks“. Das … Den ganzen Artikel lesen »

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Glanz einer anderen Welt: Puccinis „Tosca“ als ästhetisches Spektakel in Wuppertal

Glanz einer anderen Welt: Puccinis „Tosca“ als ästhetisches Spektakel in Wuppertal

Der Coup de Théâtre war überwältigend: Tosca entdeckt, perfide getäuscht, den erschossenen Cavaradossi, flieht vor den Schergen Scarpias, stellt sich im lichtgefluteten Ausgang dem Schuss Spolettas. Das Ende? Nicht in Stefano Podas spektakulärer Inszenierung des Puccini-Thrillers in Wuppertal. Die rote Robe der Sängerin wandelt sich hier in einen weißen, priesterlich anmutenden Mantel, Tosca schreitet ihren Widersachern entgegen, die schwarze Wand fällt und erschlägt die Peiniger. Und Tosca steht, wie eine Ikone, in einem tiefen, weiß leuchtenden, … Den ganzen Artikel lesen »

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Kreativ aus der Krise: Eine ziemlich verrückte Theatertour durch Ruhrstadt

Kreativ aus der Krise: Eine ziemlich verrückte Theatertour durch Ruhrstadt

Vier Jahre nach Ende der Kulturhauptstadt reflektieren vier Künstlergruppen, was nach RUHR.2010 geworden ist. Der gemeinsame, sechseinhalbstündige Abend heißt „54. Stadt“, spielt in Mülheim und Oberhausen, und er gerät zu einer General-Abrechnung mit dem Konzept der Kulturhauptstadt, die Kreativwirtschaft als Identitätslückenfüller zu installieren. Produziert wurde die Tour von „Urbane Künste Ruhr“ – also ausgerechnet jener Organisation, die das Erbe von RUHR.2010 pflegen und die Kreativwirtschaft weiter befeuern soll. So weit, so subversiv – und nicht nur … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Theater, Utopien

Wum und Wendelin machen jetzt politisches Theater: “Hamlet” in Dortmund

Wum und Wendelin machen jetzt politisches Theater: “Hamlet” in Dortmund

Am Schluß, und man vergibt sich nichts, wenn man es am Anfang schon erzählt, tanzen Wum und Wendelin auf der Bühne herum und wiederholen ungezählte Male aufgeregt und euphorisch den Satz „Wir machen jetzt politisches Theater“. Sie tun es, bis die ersten den Saal verlassen, sie tun es während des bald folgenden Massenexodus’, und ob sie es tun, bis der letzte Zuschauer den Raum verlassen hat, weiß ich nicht. Aber es ist ziemlich wahrscheinlich. Es ist … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kino, Kunst, Theater

Sie hat es wirklich nötig – heute ist der Tag der deutschen Sprache

Sie hat es wirklich nötig – heute ist der Tag der deutschen Sprache

Heute haben wir mal wieder einen wichtigen Tag. Der 13. September ist nicht nur der spezielle Tag der Ersten Hilfe (ja, wirklich), es ist auch der Tag der Deutschen Sprache. Die hat es aber auch wirklich extrem nötig. Nein, ich bejammere jetzt an dieser Stelle und zu dieser Gelegenheit nicht, dass immer mehr undeutschlich sprechende Menschen was vom Whatsappen brabbeln, oder (statt miteinander zu sprechen) sich was simsen. Nein, ich will ich keineswegs bekritteln, dass der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Schule, Uni, Bildung, Sprache

Später Ruhm eines großen Meisters: Vor 250 Jahren starb Jean-Philippe Rameau

Später Ruhm eines großen Meisters: Vor 250 Jahren starb Jean-Philippe Rameau

In Sachen Karriere war Jean-Philippe Rameau ein Spätzünder. Seine erste Oper stellte er in einem Alter vor, in dem andere längst die Feder aus der Hand gelegt hatten: Mit fünfzig Jahren wurde er mit „Hippolyte et Aricie“ auf einen Schlag berühmt. Da hatte Rameau schon ein Leben als Kirchenmusiker, Organist, Musiktheoretiker und Leiter eines Privatorchesters hinter sich. Vor ihm lagen noch dreißig Jahre, in denen er rund dreißig Werke für die Bühne schaffen sollte. Mitten in … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Lebenswege, Oper & Ballett

Was seit Wilhelm Busch geschah: 150 Jahre deutsche Comics in Oberhausen

Was seit Wilhelm Busch geschah: 150 Jahre deutsche Comics in Oberhausen

Da hat man sich in Oberhausen hübsch was vorgenommen: Nicht weniger als die ganze Geschichte des deutschsprachigen Comics seit Wilhelm Busch will man in prägnanten Beispielen nacherzählen. Besucher der neuen Ausstellung „Streich auf Streich“ dürfen ausgiebig der Augenlust frönen, sehen sich aber auch gefordert. In Zahlen: Die Tour durch 150 Jahre Comic-Historie ist in 15 Kapitel („Streiche“) unterteilt, rund 300 Originalzeichnungen und 60 Erstdrucke sind in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen. Die Schau erstreckt sich … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Kinderzeiten, Kunst, Literatur, Medien, Netzwelten, Scherz, Satire, Ironie

Joachim Fuchsberger ist tot – Schauspieler, Showmaster, Schlagertexter

Joachim Fuchsberger ist tot – Schauspieler, Showmaster, Schlagertexter

Howard Carpendale zwitscherte seine Schlagertexte, Jürgen Marcus posaunte sie, Gitta Lind schmalzte sie und sogar Udo Jürgens machte sie zu Erfolgen. Nebenher bescherte er den Stuttgarter Kickers ihre Vereinshymne: Die Rede ist von Joachim Fuchsberger, der als gebürtiger Schwabe erstaunliches Hochdeutsch sprechen konnte. Fuchsbergers Spitzname “Blacky” wird einerseits auf ein falsch intoniertes “Jackie” (Fuchsbergers soldatesker Deckname als Nahkampfausbilder im 2. Weltkrieg) zurückgeführt und andererseits auf die Anekdote, er habe eine Moderation im Bayerischen Rundfunk mit  trunkener … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Kino, Lebenswege, Tonträger