10 Antworten

  1. Philipp
    12. September 2013

    @Charlotte von Graupenfeld: darf ich annehmen, hinter Ihrem Pseudonym verbirgt sich der verletzte „Künstler“ selbst?

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  2. Michaela
    10. Dezember 2012

    „Hätte ich doch nicht schreiben sollen?“
    Doch, doch – das musste schon alles mal gesagt werden. Ich finde gut, dass z. B. nicht alle (perversen, offensichtlich nur profitgeilen) Auswüchse moderner „Kunst“ unwidersprochen hingenommen werden. Gut, dass jemand den Mund aufmacht.

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  3. Matthias Kampmann
    5. Dezember 2012

    Diese Werbeeinblendungen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, weil sie so bezeichnend für die Sache sind: Es müsse getan werden, was getan werden müsse, lässt Iman Rezai heute markig über seine PR-Maschine verbreiten. „Dass Kunst wirklich Schmerzen bereiten kann, ja sogar zu einer regelrechten Folter auszuwachsen bereit ist“, zeige Rezai, heißt es weiter. Quoi? Die Kunst ist also bereit, auszuwachsen. Zu einer Folter? Hier treibt augenscheinlich etwas ganz anderes, weil Altbekanntes aus: einfältiger, gedankenloser Männlichkeitswahn.
    Bereits am Montag, 3.12., verkündete seine Werbeagentur (lesen Sie sich am besten den Absatz laut und langsam vor):

    „Im Laufe der Ausstellung haben sich bereits 17 Menschen von dem Künstler Iman Rezai durch Waterboarding foltern lassen. Keiner hielt die Folterung länger als 6 Sekunden aus. Das Opfer hat sich bemerkbar gemacht, und Rezai hat das Experiment sofort beendet. In der Realität beginnt jedoch erst hier die wahre Folterung. Zur Finnisage am Donnerstag den 6. Dezember wird daher die Folterung um weitere 6 Sekunden verlängert, nachdem das Opfer sein Zeichen gibt, dass es abbrechen möchte. Iman Rezai wird im Selbstversuch die Zeit der Folterung verdreifachen: Er möchte die Folterung 18 Sekunden lang aushalten.“

    Dabei meint Rezai sogar zu wissen, dass Folter ein Instrument der Machtausübung ist. Wow, wer hätte das gedacht? Ok. Spaß beiseite. Worum geht’s? Um Kunst, Folter, Schmerz, Wasser, Authentizität, Macht, Missbrauch, Provokation? Oder geht es nicht doch um schiere Aufmerksamkeit? Man lasse sich folgenden Satz auf der Zunge zergehen, sofern man noch Geschmacksknospen nach dem obigen langen Zitat hat: „Ich weiß die Arbeit ist provokant für manche, für andere ist es auch keine Kunst. Was verstehen die von Kunst? Zucker zu malen und Zucker zu schmecken sind zwei verschiedene Welten.“

    So einfach scheint die Welt in den Augen von Herrn Rezai zu sein, der wie ein Mann tun muss, was ein Mann tun muss. Der Zuckerguss seiner fleißigen Phrasenschmiede garniert den gröbsten Macho-Unfug und vermittelt den Anschein, tja welchen, über diese schiere Torheit hinausgehenden bloß? Wenn ich das mal wüsste… Schwamm drüber und den Humbug am besten gleich vergessen. Hätte ich doch nicht schreiben sollen?

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  4. Matthias Kampmann
    27. November 2012

    @ Michaela: Geht mir irgendwie auch so.

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  5. Michaela
    26. November 2012

    Diese in übler Form vorgebrachten Anfeindungen wecken ziemlich ungute Erinnerungen in mir.

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  6. Matthias Kampmann
    26. November 2012

    @ CvG, Jago: S. Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Frankfurt/M 2003, S. 128-176.

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  7. Bernd Berke
    25. November 2012

    @Samuel Jago: In die Sach-„Debatte“, die von einer Seite praktisch nur mit Beleidigungen geführt wird („Schwachsinn“, „dumm“), menge ich mich nicht ein.
    Ich kann Ihnen aber versichern, dass Matthias Kampmann nicht nur ausgebildeter Journalist, sondern darüber hinaus auch noch promovierter Kunsthistoriker ist. Sein theoretischer Hintergrund und seine Kunsterfahrung dürften bei weitem ausreichen, um ein Phänomen wie Iman Rezai einzuordnen.

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  8. Samuel Jago
    24. November 2012

    Ein professioneller Journalist sind sie aber nicht Herr Kampmann. Dafür fliesst zuviel Hass in ihren Artikel und zu wenig Fakten! Und sie wollen einen Künstler urteilen. Dumm ist nur ihr Artikel geschrieben, aber sie wissen ja wenn sie die PR-Maschinerie so genau analysiert haben, das ein Verriss genauso wenn nicht nützlicher für die Karriere sein kann als Komplimente.
    Wirklich armselig ist aber ihre Unterstellung der Künstler würde Kasse machen! Bewisen sie das!

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  9. Matthias Kampmann
    23. November 2012

    Hallo Frau von Graupenfeld,

    wenn Sie meinen Text lesen, werden Sie feststellen, dass ich kritisiere, wie Rezai in Komplizenschaft mit „The Coup“ den Bogen auf eine den Verstand beleidigende Weise überspannt hat. Klar kann einem eine Agentur helfen, neue Publikumsfelder zu erschließen. Aber das „Wie“ ist hierbei entscheidend. Und klar, unternehmen Künstler dauernd Aktionen, die die „ästhetische Grenze“ verschieben. Ich kann Ihnen Hunderte von Beispielen nennen. Hier ist sie meiner Auffassung nach jedoch überschritten worden – womit sich Kunst, frei nach Luhmann – als solche annuliert. Die Indizien im von mir nicht erlebten, aber eben textlich vermittelten, sprich bepreisten Werk sowie dieser billige, sich lauthals anheischig machende Kommunikationsodus der Agentur schreien einen förmlich an. Schauen Sie hin und prüfen Sie das Gesehene und Gelesene! Ziehen Sie sich doch einmal Pressematerial von, sagen wir, dem MMK in Frankfurt, dem HdK in München oder dem WKV in Stuttgart. Was herrscht dort für ein sprachlicher Duktus? Die Sache zu vertreten, ohne aufzutreten, als müsse ein Raabsches TV-Format vermarktet werden, das ist es (nur: wenn da keine Sache ist?): Es geht in unserem Business auch um Credibility. Wäre ich Künstler, entfleuchte ich umgehend dieser Agentur.

    Im Übrigen ist die Story kein Bericht, sondern ein Kommentar, mit dem eine Meinung vertreten wird, die nach einem Prozess des Lesens, Nachdenkens und Vergleichens gebildet wurde. Abgesehen davon: Wer das Parkett der Öffentlichkeit betritt, muss eben damit leben, dass sein Auftreten kommentierend begleitet wird.

    Beste Grüße, MKampmann

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  10. Charlotte von Graupenfeld
    22. November 2012

    Lange nicht mehr so einen Schwachsinn gelesen! Die Ausstellung ist von den Künstlern unabhängig von Galeristen organisiert worden, um freie Kunst präsentieren zu können. Da wird nichts verkauft, folglich auch kein Profit generiert. Unterstützung von einer PR-Agentur zu bekommen ist für die Künstler Hilfestellung und weit weg von Geldmacherei. Ich nehme an Sie haben nie ein Wort mit den Initiatoren gewechselt, sonst würden Sie hier nicht diese zahllosen Unterstellungen verbreiten.

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