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Ein seltenes 24-Stunden-Freiluft-Museum mit alten Metall-Maschinen

Niemand zweifelt an der Bedeutung des Ruhrgebiets für die deutsche Industriegeschichte. Früher bezeichnete man das Revier übrigens in offiziellen Quellen als „rheinisch-westfälisches Industriegebiet“. Aber der Ursprung dieser Industrie liegt etwas weiter südlich, in den idyllischen Tälern des Sauerlandes, an den Nebenflüssen von Ennepe und Lenne, Volme und Ruhr. Hier begann die systematische Entwicklung der Erz-Verhüttung und der Kleineisenindustrie, angetrieben von der reichlich vorhandenen Wasserkraft.

PRAKTICA

Blick in die Museumshalle.
(Foto: lwl)

Manche Städte dort haben zur Erinnerung an diese Geschichte Teile alter Maschinen im öffentlichen Raum ausgestellt, Schwungräder zum Beispiel, doch nirgends wurde das so konsequent gemacht wie in Ennepetal. Dort haben Privatleute vor knapp drei Jahrzehnten die Initiative für ein „Straßen-Industrie-Museum“ ergriffen. Inzwischen findet man an 27 Stellen im Stadtgebiet alte Maschinen aus der Metallverarbeitung in der Region auf Betonsockeln, davor eine in Metall gegossene Schrifttafel mit Erläuterungen über die Funktion des Teils und seiner Herkunft, also den Hersteller und das „Fabriksken“, in der das Maschinchen seine Arbeit machte.

So findet man die „Doppelarmige Exzenterpresse“ vor der Sparkasse oder die „Langhobelmaschine“ vor dem Berufskolleg, die „Stabstahl-Schere“ steht an der Sonnen-Apotheke, ein „Luftdruckhammer“ auf dem Marktplatz und der „Fallhammer mit Schmiedeofen“ vor der Hauptschule Friedenshöhe. Für dieses 24-Stunden-Museum gibt es ein Orientierungsheft mit dem Plan für einen „Spaziergang durch 400 Jahre Eisengeschichte“. Und nicht nur das Museum selbst geht auf Privatinitiative zurück: Auch die Pflege der Objekte haben „Paten“ übernommen – Schulen und Vereine, aber auch Handwerksbetriebe aus dem Stadtgebiet. Ergänzt wird das Straßenmuseum seit ein paar Jahren durch das „Industrie-Museum Ennepetal“, das ebenfalls von einer privaten Stiftung in den Räumen einer denkmalgeschützten ehemaligen Eisengießerei aufgebaut wird und das von April bis November jeweils am ersten Sonntag eines Monats bei freiem Eintritt öffentlich zugänglich ist.

Weitere Informationen:

http://www.ennepetal.de/Strassenindustriemuseum.485.0.html

http://www.industrie-museum-ennepetal.de

Geschrieben von

Historiker und Germanist. Pensionierter Redakteur

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Eine Antwort zu "Ein seltenes 24-Stunden-Freiluft-Museum mit alten Metall-Maschinen"

  1. [...] Ruhrgebiet oder “Rheinisch-westfälisches Industriegebiet”: der Ursprung dieser Industrie liegt etwas weiter südlich, in den idyllischen Tälern des Sauerlandes, an den Nebenflüssen von Ennepe und Lenne, Volme und Ruhr … revierpassagen [...]

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