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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober

Deutschland wartet. Auf die Manifestation der Fast-Abschaffung einer parlamentarischen Opposition. Darauf, dass Angela Merkel Obama ihr vollstes Vertrauen ausspricht. Auf die Lieferung einer zweisitzigen Luxus-Badewanne für bischöfliche Residenzen. Gut, dass im Revier auch andere Dinge interessierten. Und das war dem Ruhrpott sein Oktober:

Freude des Monats: Goldenes Spätsommerwetter nicht nur für alte Weiber:

Ruhr in Witten Herbede im Oktober

Freundschaft des Monats: Don Carlo am Theater Dortmund

Meisterlicher Schlusspunkt des Monats: Giampaolo di Rosa, Titularorganist der portugiesischen Nationalkirche S. Antonio in Rom, beschloss mit einem Konzert den 10. Internationalen Orgelzyklus am Essener Dom.

Film des Monats: Steven Soderberghs Werk über das Leben von Liberace. Leah Herz fand in ihrer Besprechung den Untertitel „Zuviel des Guten ist wundervoll“ zwar sperrig, aber sehr treffend.

Wehmut des Monats: Zum letzten Mal gab es Neues aus der Anstalt. Abschied von einer der besten Kabarett-Sendungen, welche das deutsche Fernsehen je aufbot.

Firlefanz des Monats: Rossinis „Italienierin“ landet im Gelsenkirchener Regenwald.

Zustandsbeschreibung des Monats: Bernd Berke wirft einen differenzierten Blick auf ein Stadtviertel zwischen Luxus und Niedergang.

Sofa des Monats: Rolf Dennemann startete einen Selbstversuch und schaute an einem Samstag-Abend drei Stunden lang fern. Gelacht haben wohl nur wir Leser über seine äußerst treffende Momentaufnahme deutschen Fernsehschaffens.

Hängepartie des Monats: Bekanntermaßen hat Deutschland die Opposition abgewählt. Wenig süßlich nicht nur die immer noch unentschiedenen Koalitionsverhandlungen, sondern auch die zugehörigen gebührenfinanzierten Gesprächsrunden im TV.

Beginn des Monats: Glückauf für die Erstsemester.

Wiederbelebung des Monats: William Boyds „James Bond-Roman“ Solo.

Durchhänger des Monats: Nomen est omen. Hörbuchjunkie Rudi Bernhardt war enttäuscht vom „Sauerkrautkoma“, dem fünften Fall des Kommisars Eberhofer in der Serie von Rita Falk.

Kindheit des Monats: Der stark autobiographisch geprägte Roman „Die Straße“ von Andreas Maier.

Aufgewärmtes des Monats: La Traviata in Duisburg – ebenso verzichtbar und austauschbar wie ein Großteil des gesamten aktuellen Spielplans der einst so innovativen Deutschen Oper am Rhein.

Bett des Monats: Das Theater Oberhausen lädt mit dem Stück „Brecht“ zum Nachdenken ein. Über die Frage, ob Theater eher wie Sex ist oder einem Hospiz ähnelt.

Gastbeitrag des Monats: Gastautorin Sabine Schwalbert zur Diskussion um den Abriss des Dortmunder Museums am Ostwall.

Randgeschehen des Monats: Operetten im Ruhrgebiet

Suche des Monats: Auch in seinem neuen Roman „Nacht ist der Tag“ erzählt der Schweizer Peter Stamm von Menschen, deren Leben erst in Einzelteile zerfallen muss, bevor sie dieses und sich selbst wiederfinden.

Preisverleihung des Monats: Terezia Mora bekam für ihren Roman „Das Ungeheuer“ den deutschen Buchpreis. Über seine literarische Wertigkeit kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein.

Drama des Monats: Macbeth in Essen, die erste Premiere unter dem neuen Intendanten Hein Mulders ist noch mehr Versprechen denn Erfüllung.

Familienfreuden des Monats: Nadine Albach wünscht sich eine Lauschabschaltautomatik.

Grenzüberschreitung des Monats: eine UN-Expertengruppe regt die Abschaffung des traditionsreichen Jahrhunderte alten niederländischen Sinterklaas-Festes an, da der den Nikolaus begleitende „zwarte Piet“ Rassissmus schüre. Man darf sich beruhigt zurücklehnen, wenn die UN sonst keine Sorgen mehr hat.

Grande Dame des Monats: Elisabeth Leonskaja erwies sich auch bei einem Gastspiel im Dortmunder Konzerthaus als Meisterin der Klangnuancen.

Maßstab des Monats: Leonidas Kavakos und Enrico Pace zeigen als kongeniales Duo besessene Musizierlust.

Lied des Monats: Roger Vontobels Inszenierung des Nibelungenlieds am Bochumer Schauspielhaus.

Außenstehender des Monats: Louis Begleys Roman Erinnerungen an eine Ehe.

Wiederbelebung des Monats: Die schon fast in Vergessenheit geratene Tradition des Blogstöckchens ist wieder da und wird auch von den Bloggern im Ruhrgebiet gerne aufgenommen.

Ausverkauf des Monats: Das Medienhaus Lensing soll die Tageszeitungs-Ausgaben der Funke Mediengruppe im Raum Dortmund (sprich WAZ und redaktionslose WR) nun komplett übernehmen. Zustimmung des Kartellamts vorausgesetzt.

Da freuen wir uns doch, dass sich die Kultur des Bloggens im Ruhrgebiet so gut etabliert hat und wünschen allen Lesern einen vielfältigen November. Dieser Rückblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Über ergänzende Höhepunkte des Monats freuen wir uns in den Kommentaren jederzeit.

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Eine Antwort zu "Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober"

  1. Bernd Berke sagt:

    Überflüssigkeit des Monats: Vorspann der WDR-Lokalzeit ohne BVB-Südtribüne — http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/bvb-wirft-wdr-populismus-wegen-lokalzeit-trailer-vor-id8618563.html

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