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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Dezember

der WeihnachtstrollDas Ruhrgebiet ist erleichtert, dass der größte im Dezember zu vermeldende ruhrische Skandal der des „Rolls-Reus“ war und unser Pott von diversen „Gidas“ verschont blieb, die in einer eigenartigen Mischung aus Ausreden, Schuldzuweisungen und Heiligenschein durch andere deutsche Innenstädte paradierten. Dafür schlug der Weihnachtstroll eine wettertechnische Kapriole zum Jahresende. Die erhofften weißen Weihnachten wurden grau und nass, danach gab’s dann ein bisschen Schnee.

Und das war dem Ruhrpott sein Dezember:

Szenen des Monats: Das Dortmunder Schauspielhaus seziert Bergmans „Szenen einer Ehe“ in einer eher umgangssprachlichen Umsetzung.

Abtaucher des Monats: Thomas Schweres legt ein beachtliches Krimi-Debut vor. Und das als Schalker in der „verbotenen Stadt“…

Wunderteam des Monats: Die aus den 30er Jahren stammende Fußball-Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ erlebte erst jetzt eine umjubelte Premiere im Dortmunder Opernhaus.

Sparmaßnahmen des Monats: Die durch immense Sozialkosten gebeutelte Ruhrgebiets-Metropole Dortmund reduziert ihre sozialen Leistungen stetig. Da macht auch Kleinvieh Mist und die durch Schließung eines Dammwildgeheges eingesparten 4.500 Öcken sind anscheinend willkommen. Aber „zum Glück“ ist es noch nicht soweit, dass an lukrativen Chefposten gespart werden muss.

Vorschlag des Monats: Vielleicht ist es ja an der Zeit für eine Frühwarnkultur im Museum ?

Plan des Monats: Und wieder soll Kunst verkauft werden, um den Etat zu sanieren, diesmal aus dem Hagener Osthaus-Museum.

Schichtende des Monats: Bei Opel in Bochum stehen die Bänder still. Der letzte Zafira lief vom Band. Wieviel Detroit in Bochum steckt, wird sich erst noch weisen müssen. Ein mitfühlendes „Glückauf“ an all jene, deren Existenzen bis jetzt mit dem Autowerk verknüpft waren.

Lehrstück des Monats: Das Auf und Ab der Rettungsversuche für den Mülheimer Ringlokschuppen. (Aktuell scheint die Veranstaltungsstätte gerettet)

TV-Nostalgie des Monats: Rituale der Possierlichkeit in Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“.

Gerücht des Monats: Bleibt Bochum nichts erspart? Leise und laut gewisperte Stammtisch-Gespräche sehen Stefan Effenberg als Nachfolger von Peter Neururer beim VFL Bochum.

Ungewissheit des Monats: Was wird aus der Lindenbrauerei in Unna?

Fürsorge des Monats: Helen Malkowsky verdichtet in einer glänzend gelungenen Produktion der Folkwang Hochschule von Brittens “The Turn of the Screw” die Indizien des Stückes zu einer Geschichte von Missbrauch und übersteigerter Fürsorge und führt die Studierenden dreier Gesangsklassen darstellerisch über sich selbst hinaus.

Gesunkener Dampfer des Monats: Das einstige Flaggschiff deutscher Fernsehunterhaltung ist nun endgültig passé. Und tschüss – Wetten, dass!

Hölle des Monats: Gerd Herholz versucht tapfer, dem Hotline-Irrsinn noch etwas Positives abzugewinnen. Aber ist Meditation da wirklich die Lösung?

Schwebezustand des Monats: Es gibt noch Menschen, die diesen Zustand zum ersten Mal erleben. Zumindest in Form einer Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn.

Überraschung des Monats: Keine ausgebildeten Musical-Darsteller, sondern das Schauspiel-Ensemble des Essener Grillo-Theaters landet mit „Cabaret“ einen veritablen Hit. Katrin Pinetzki findet: ein Genuss für Auge und Ohr, beste Unterhaltung, schöne Stimmen, gekonnte Choreografien, klug inszeniert.

Hommage des Monats: Mozarts „Zauberflöte“, als Hommage an den Stummfilm inszeniert, passt nur auf den ersten Blick nicht recht. Dass dies eine kongeniale Verbindung sein kann, zeigt die Rheinoper in Düsseldorf und Duisburg.

Gartenland des Monats: Kat Menschiks ansprechend gestalteter Bildband „der goldene Grubber“ macht Lust auf Gartenglück.

Investigativste Recherche des Monats: Die ganze Wahrheit über den Fall Marco Reus! Kann doch keiner so blöd sein und glauben, dass der gewiefte Taktiker wirklich mit einem gefälschten niederländerdischen Führerschein unterwegs war? Also bitte.

Beinahe-Schönheitskönigin des Monats: Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“ enttäuscht und ist genau das, wovon er handelt: seichte Unterhaltung.

Sehnsucht des Monats: Gefestigtes Mittelmaß! Mehr will der besorgte Fan ja vorerst gar nicht vom BVB.

Abschiede des Monats: Kurz vor Weihnachten trauern Millionen Musikfans in aller Welt. Die Revierpassagen verabschieden sich von Udo Jürgens und von Joe Cocker. Beide waren unbestrittene Größen in ihren jeweiligen Genres.

Dieser Rückblick erhebt wie immer keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Über Ergänzungen freuen wir uns in den Kommentaren jederzeit. Wir wünschen allen Lesern einen guten Start im neuen Jahr.

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Eine Antwort zu "Was vom Monat übrig blieb: Das war der Dezember"

  1. Michaela sagt:

    Und wieder einmal – Auftritte des Monats: Die Charmelippen waren am 04. und 07.12. mit ihrem neuen Programm „Damenwahl“ im Café Kaldi zu Gast. Leider hielt sich die Menge der Zuschauer (aber nicht deren Stimmung!) in Grenzen. Es gibt aber noch mindestens zwei Chancen, die 7 Damen zu erleben: am 22.01.2015 (19:00 Uhr) und am 25.01.2015 (18:Uhr) im Kom’ma-Theater in Rheinhausen.

    Karten, also verbindliche Reservierungen (15,-€), sind über charmelippen@gmx.de zu erhalten.

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