Revierpassagen » Archive
Sonne, Café au lait…
Die Sonne scheint. Man redet über die Schwizz, den See und Entscheidungen. Die Menschen scheinen angesichts der Fülle von Sonnenschein überrascht. Einige schauen noch immer mies gelaunt. Andere vergnügen sich im Eiscafé. Oh bella Italia,und das in Siegen. Ein Disput mit “Maaaama!” Die Dame keift in ihr Handy, als ob sie bis Rom rufen müsste. Die ganze Straße darf zuhören. “Wann machst du mir endlich meine Nägel?” Das Krakeelen dieser italienischen Prinzessin ersetzt fast eine Kreuzigung. “Und du muss mir die Spitzen noch schneiden!” Es ist noch … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft
Im Nebel
Da lagen sie vor einem, die Richtungen, himmlisch, teuflisch, weit & nah. Es ging links ab, es ging rechts ab. Aber es ging auch durch die Mitte. Manches schien fern, anderes zum Greifen nah. Wieviel Illusionen lagen im Nebel? Manchmal sah man die Hand vor Augen nicht. Was sah man denn überhaupt? Es war still. Die Dächer schwiegen, und selbst die Geister schienen noch nicht erwacht, aber schliefen sie überhaupt? Was konnte man eigentlich über den Nebel sagen? Und was konnte man über sich im Nebel sagen? Dass man … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Lebenswege, Literatur
Kaffeebohnen-Leserei
Man(n) wollte es, man(n) wollte es nicht, man(n) tat es, man(n) tat es nicht. Derweil lagen die Bohnen auf dem Tisch. man(n) schaute sie an, man(n) schwieg. Es tat gut zu schweigen, nach all der Aufregung. Ja, es war sogar notwendig. Da waren also diese Bohnen, wie aus heiterem Himmel, plötzlich auf den Tisch geregnet und natürlich auch gefallen. Man(n) hatte noch den Klang in den Ohren. Und auch der Duft war ihm wohlvertraut. Immer mit der Nase nochmal daran, wer kennt das nicht? Aber nun … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Lebenswege, Liebesleben, Literatur
Georg Stefan Troller: “Tagebuch mit Menschen”
“Tagebuch mit Menschen” - unvergessen ein Artikel in einem der deutschen Eliteblätter – sei es nun FAZ oder SZ oder, oder … zum “Buch der Tagebücher”, also zum Tagebuch überhaupt. Wofür braucht der Leser ein Tagebuch, wofür möchte er darin lesen? Private Schnulzenschau, oder darf es doch etwas mehr sein? Dann irgendwie glitt der Autor ab in einen Rundumschlag, warum auch immer. Ach, diese Tagebücher, diese Rotzerei, dieses ewige Zurschaustellen. An der Stelle mochte ich dem Journalisten nicht mehr folgen, war er wohl Opfer seiner … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Gesellschaft, Kultur an sich, Lebenswege, Literatur, Medien, Sprache
Das wandernde Tagebuch
Wie man dazu kam, wer weiß das schon? Im Nachhinein kann man viel behaupten, tut es dann vielleicht auch, weil es mit der Erinnerung nicht soweit her ist. Kurze Erinnerung. Kleine Festplatte, auch genannt Hirn. Aber immer behaupten, man wüsste es. Ach, Frau Koch-Mehrin, damals bei Plasberg. Und was kam noch alles danach, vom Davor ganz zu schweigen. Koch-Mehrin, was für ein Name ! Plötzlich tauchte die auf. Blond und langbeinig, kein Mutter-Typ wie U.v.d.L. - hier gemeint der Mutter-Typ des neuen Jahrtausends, also nicht: Mütter aller Länder vereingt … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Literatur, Medien, Politik und so, Psychologie, Wahnwitz, Wirtschaft
Morgen-Notiz aus der Provinz
Nein, ich zweifel nicht daran, dass heute Freitag ist. Man sagt, es ist Freitag und wer reibt sich heute nicht alles die Hände… Manchmal werden sie auch gefaltet. Oh, gesegneter Freitag ! Oh, heiliges Wochenende! Ach, ändert sich denn wirklich etwas? Wer ändert sich denn schon? Immer wird verlangt, die anderen sollten sich ändern. Von sich selbst nimmt man in dieser Sache lieber Abstand. Da betreibt man gerne Denkmalpflege… Mit den letzten Ruinen gehen sie hausieren… und merken es nicht einmal… Verschanzt hinter ihrem eigenen Gedankengut, welches alles andere als … Den ganzen Artikel lesen »
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Hungerast?
Der Hungerast ist wie eine Wand, die steht vor dir, erbarmungslos. Man friert. Die Beine werden schwach. Man schimpft. Dort oben hört einen niemand. Da kann man schimpfen, man kann bitten, man kann flehen. Irgendwo um 2000 Meter, da oben am Tourmalet, am Großglockner, am Furka oder Grimselpass, wo kein Baum mehr steht, da fängt es an zu schneien. Man hat keine Winterreifen und auch keine 50 000 Euro von Milchschnitte. Man hat eigentlich keine Schnitte. Das Zelt ist vom Discounter, die Handschuhe hat Omma gestrickt. So ist … Den ganzen Artikel lesen »
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Was soll das?
Man fragt sich das im Straßenverkehr, im Garten, am Herd, an der Theke, vorm Fernseher, im Bett, an der Tastatur, bei H&M, in der Badewanne, im Café, an der Ampel… Immer fragt man sich: was soll das? Man liest die Zeitung: was soll das? Man bohrt in der Nase: was soll das? Zweifellos suchen wir nach Erklärung, manchmal nach Sinn. Das kann man auch Bestandschutz nennen. In einer dynamisierten Welt sehnen wir uns nach Schutz. Wir zweifeln, ob wir das Tempo mithalten können… Alles geht so … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Kultur an sich, Literatur, Medien, Psychologie
Und ewig grüßt das Facebook-Tier
Es ist Morgen. Computerlogdaten: Web 0, 17690 Langgezogene Breitengrade. Rotweinreste im System. Schwerkraft beträchtlich. Die Vögel pfeifen trotzdem. Zur Untermalung, prasselnder Regen. Auf Facebook gibts quasselnden Regen. Da trommelts auf die Festplatte. Manchmal fühlt man sich wie Spock. Vulkanisiert. Da geht nichts mehr durch. Man ist dicht. Eine gummierte Haut schottet einen ab. Was hat man mit der Welt zu tun? Welche Welt überhaupt? Man spricht so leicht von Welt. Als ob man wüsste, was das sei. Man gibt sogar vor zu wissen, was das ist. “Die Welt zu Gast bei Freunden” – hieß … Den ganzen Artikel lesen »
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Spieglein
Spieglein, Spieglein an der Wand, oh Schreck, man hat sich selbst erkannt Foto: by Stefan Dernbach … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Psychologie
Schubladen
Schublade auf, Schublade zu. Nochmal auf, gucken, und wieder zu. Kompaktes Format. Sehr überschaubar. Das gibt Sicherheit. Noch ein paar Nägel in die Rahmung. Man weiß ja nie was kommt. Aber man weiß, was sich in der Schublade befindet. Das weiß man. In der Schublade liegt das Vermächtnis. Man hat uns etwas vermacht, oftmals völlig ungefragt. Eine Gabe. Milde Gabe, lustige Gabe, langweilige Gabe, ärgerliche Gabe, liebevolle Gabe … Alles in die Schublade … Dort gibt es Fächer wie in Besteckkästen. Für das Süße, gibt es Kuchengabeln. Kleine Gäbelchen. Die Messer liegen … Den ganzen Artikel lesen »
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Verbrieft – Bekenntnisse eines Briefschreibers
Die Sondermarke prangt glänzend auf dem Umschlag. Man denkt kurz an Ringelnatz und verabschiedet sich. Ein Kulturwelt-Erbe befindet sich auf dem Rückzug. Letzte Gefechte? Noch ein Brief, nochmal an den Schreibtisch, der diesen Namen auch verdient. Freies Sichtfeld. Ein weißes Blatt Papier, jungfräulich schön. Das Schreibgerät liegt gut in der Hand. Das sollte so sein. Man hat ein paar Stunden zu tun. Das ist nicht immer so, aber es ist eine Option, mit der man rechnen muss. Man kann von einer langen Tradition sprechen. Unzählige Kulturschaffende … Den ganzen Artikel lesen »
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LiteraTour de France
2003. Als man irgendwie noch an die Tour de France glaubte. Schreibwettbewerb zur Tour. Jeden Tag in die Tasten hauen. Es ging um Punkte und Sekunden. Jeden Tag eine Etappe beschreiben. Nach Zieldurchfahrt, direkt ans Schreibgerät,welches zum Sportgerät wurde… Klangvolle Namen, malerische Orte. In Schweiß gebadet. Bergziegen, Sprinter, Wasserträger. 20 Etappen. Schreiben wie ein Uhrwerk. Der großen Schleife Tribut zollen. Wenn die schwitzen, schwitze ich auch. Schreiben kann knüppelhart sein… Auch dort lauern Anstiege, schier endlose Serpentinen, so unverschämt steil, dass man nach Luft ringt. Es heißt nicht umsonst, in den Bergen wird die Tour entschieden… … Den ganzen Artikel lesen »
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Am Morgen
Es ist nur wenig Zeit vergangen. Eben räkelten sie sich noch auf weichen Matratzen, spürten die Ausläufer ihrer Träume und schauten mit zerzaustem Haar in bleiche Spiegel. Jetzt sitzen sie hier mit anderen Gesichtern. Keine Spur mehr von nächtlichen Verfolgungen, Schlaflosigkeit, Lust. Sie reden über das Wetter, beklagen die Politik, erzählen von Filmen, die sie am Vorabend gesehen haben. Manche verbergen ihr Gesicht hinter Zeitungen, andere zupfen an Frisuren herum. Jenseits der Scheibe rennen, stolpern, warten die anderen. Einige halten Mobiltelefone an gerötete Ohren. Die drinnen sitzen, schauen nach draußen. Gleich werden auch sie sich einreihen. Uhren werden hervorgeholt, ungläubig angeschaut, dann schnell wieder aus dem Blickfeld verbannt. Die Bedienung spielt Melodien auf der Tastatur der elektronischen Kasse. Draußen werden Busmotoren gestartet. Aus der Kaffemaschine zischt heißer Dampf. Schaumkronen werden mit pulverisierter Schokolade bestreut. Ein älterer Herr … Den ganzen Artikel lesen »
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