Revierpassagen » Architektur & Städtebau
Rauchzeichen, später: Andreas Rossmann erkundet das Ruhrgebiet
Sein Revier beginnt hinter der Ruhrtalbrücke, von auswärts mit dem Auto kommend. Hier fährt der NRW-Feuilletonkorrespondent in einen wichtigen Sektor seines Berichtsgebiets ein. Kunst und Kultur dieser Region sind Gegenstand seiner Reportagen und Rezensionen, die er seit über 20 Jahren für die FAZ verfasst. Nun hat Andreas Rossmann eine Auswahl davon unter dem Titel „Der Rauch verbindet die Städte nicht mehr“ als Buch im Verlag der Buchhandlung Walther König herausgebracht. Der „Reiseführer fürs Handschuhfach“ ist illustriert … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Architektur & Städtebau, Bekenntnisse, Buchmarkt, Geschichte, Gesellschaft, Kultur an sich, Kunst, Literatur, Unterwegs
“Unaufgeregteste Großstadt” der Republik oder etwa doch ein Provinznest?
Abseits des Fußballs gibt es immer wieder Anlässe, sich über Verhältnisse in Dortmund aufzuregen. Stichwort neonazistische Umtriebe. Stichwort Verwahrlosung und Laden-Leerstände bis in die Innenstadt hinein. Stichwort desolate Zustände in Teilen der Nordstadt. Ach, ich werde des Aufzählens müde. Da können Lokalpolitiker und harmoniegeneigte Lokalpresse (also praktisch nur noch die Ruhr Nachrichten) noch so jubeln oder beschwichtigen: Diese finanziell gebeutelte Kommune droht in vielen Bereichen dauerhaft auf den absteigenden Ast zu geraten. Nicht nur Lokalpatrioten widerstrebt überdies jedes … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Architektur & Städtebau, Medien, Politik und so, Region Ruhr, Stadt Land Fluss, Wirtschaft
Hauptbahnhof in Hagen: Vom Dom der Mobilität zur “Endstation Denkmal”
Friedrich Harkort, dessen Namen der 1931 fertiggestellte Ruhrstausee im Dreistädteeck Hagen/Wetter/Herdecke trägt, sorgte im 19. Jahrhundert dafür, dass das Bergische mit dem industriellen Dortmund im wachsenden Schienennetz verbunden wurde. Im Revolutionsjahr 1848 war Hagen daran angeschlossen, entwickelte sich fortan zum ausgewachsenen Logistikstandort, blieb es bis heute. Als 1861 in Ruhr-Sieg-Strecke hinzu kam, war Hagen ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, hatte erste Höhepunkte im industriellen Aufbau und alles rief danach, dass dieses immer wohlhabender werdende Hagen einen repräsentativen Bahnhof … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Technik
Die Böden, auf denen wir leben
Reden wir mal kurz über Oberböden und Bodenbeläge. Über das, was wir täglich mit Füßen treten. Doch was heißt hier treten? Da gibt es erhebliche Unterschiede. Je nach Befindlichkeit seiner selbst und nach Beschaffenheit des Untergrunds schreitet, schwebt oder schlurft man. Zwischen „klinisch gefliest“ und „mit schweren Orientteppichen belegt“ tun sich Welten auf. Wenn man nur genau genug nachforschte, ließen sich aus den Oberböden nicht nur finanzielle Potenzen, sondern wahrscheinlich auch politische und sonstige Präferenzen herauslesen. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Architektur & Städtebau, Design, Gesellschaft, Stilfragen, Warenwelt & Werbung
“Dortmunder Modell”: Die Stadt muss kleinlich sparen, ihr Airport macht Millionen “Miese”
Kürzlich konnte man im Dortmunder Lokalteil der Ruhr-Nachrichten (RN) erfahren, wie kleinlich inzwischen die Sparschrauben bei der Stadt angesetzt und festgedreht werden. Beispiele erwünscht? Bitte sehr: Zootiere bekommen ab jetzt weniger Frischkost. Macht gerade mal 10 000 Euro im Jahr. Brunnen sprudeln künftig seltener, was Strom und Wasser spart. 35 000 Euro im Jahr. Vom Kulturbereich mal wieder ganz zu schweigen. Völlig ohne weitere Erläuterung finden sich in dem RN-Artikel Posten wie die Kündigung der „Alarmaufschaltung … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Politik und so, Region Ruhr, Technik, Wirtschaft
St. Maria zur Wiese in Soest wird 700 Jahre alt
Stolz stehen die beiden Türme am Stadtrand der Hansestadt Soest: St. Maria zur Wiese nennt sich die imposante Kirche, die uns so unverfälscht gotisch vorkommt. Tatsächlich kann die Kirche in diesem Jahr ihren 700. Geburtstag feiern, aber die Turmspitzen entstanden erst im 19. Jahrhundert. Da teilen die Soester das Schicksal der Kölner Kirchenbauer, die auch erst auf die Hilfe des protestantischen Herrschers aus Berlin für die Fertigstellung ihres Domes warten mussten. In Soest findet sich im Hauptchor … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Stadt Land Fluss
Dortmund in den 20er Jahren: Groß- und Weltstadtträume in der westfälischen Provinz
Dortmund in den 1920er Jahren – war da was? Da wird doch wohl nicht viel „Betrieb“ gewesen sein, oder? Nun. Wie man’s nimmt. Es war gewiss kein Vergleich mit Berlin. Auch war es kein goldenes, aber doch ein vielfach hoffnungsvolles Jahrzehnt in Westfalens größter, seinerzeit (bis zur Weltwirtschaftskrise 1929) deutlich aufstrebender Stadt. Für den Sammelband „Die 1920er Jahre. Dortmund zwischen Moderne und Krise“ haben 23 Autor(inn)en jeweils in kurzen Aufsätzen einige Grundlinien der damaligen Entwicklung skizziert, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Arbeitswelt & Beruf, Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Stadt Land Fluss, Wirtschaft
Traumhaus, später: Lutz Hübners “Richtfest” am Schauspielhaus Bochum uraufgeführt
Wohnst du noch oder lebst du schon zusammen? Die Baugemeinschaft als soziales Experiment eignet sich perfekt als Stoff für die Bühne. Von sozialbewegt über großbürgerlich bis yuppiehaft reichen die unterschiedlichen Lebensstile der sechs Parteien, die sich unter dem Dach ihres neuen Traumhauses harmonisch vereinen wollen. Das Desaster ist selbstredend programmiert, denn zum „Richtfest“, so der Titel des neuesten Stückes von Lutz Hübner, kommt es nicht. Vorher haben sich die Mitglieder der Eigentümergemeinschaft unter der Regie von … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Allgemein, Architektur & Städtebau, Region Ruhr, Theater
Abriss oder Architektur-Archiv: Was wird aus dem früheren Ostwall-Museum?
Es gibt Betrübliches von einer „prominenten“ Dortmunder Baulichkeit zu berichten. Das frühere Dortmunder Museum am Ostwall (dessen Bestände bekanntlich ins „Dortmunder U“ umgezogen sind) gammelt allem Anschein nach erbärmlich vor sich hin. Schon der flüchtige Laienblick von außen lehrt jedenfalls das Gruseln. Rundum sprießt Vegetation durch die Ritzen zwischen den Steinen, ginge es so weiter, könnte irgendwann die „Natur“ das ganze Areal zurückerobert haben. Die Freitreppe hinterm Haus ist in einem kläglichen Zustand. Zwischenzeitlich sind hier angeblich … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Politik und so, Region Ruhr, Wissenschaft
Sie lauern überall: Dortmunder Peinlichkeiten
Eigentlich wollte ich – nach diversen miesen Erfahrungen in jüngster Zeit – an dieser Stelle nur über Dortmunder Gaststätten schreiben, die es mit dem Service nicht so haben. Doch dann trug es mich weiter von hinnen. Vielleicht liegt’s ja am Kater nach dem verlorenen Revierderby. Eines dieser Ausflugslokale liegt an prominentester Stelle im Westfalenpark; dort, wohin viele Dortmunder ihre auswärtigen Gäste mitnehmen. Wie peinlich! Es dürfte weit und breit kaum einen anderen gastronomischen Betrieb geben, in … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Region Ruhr, Stadt Land Fluss, Wahnwitz
Zwischen Weltgeltung, Utopie und herben Verlusten: Das Hagener Osthaus-Museum spürt seiner Geschichte nach
Hagens Osthaus-Museum nimmt jetzt die eigene Geschichte in den Blick – von den Uranfängen anno 1902 bis heute. Doch man geht dabei nicht streng geordnet vor, sondern gleichsam essayistisch, kursorisch, nach Art von Flanierenden. Damit macht man aus der Not eine Tugend. Denn weite Teile der ursprünglichen Bestände sind ja nicht mehr zur Hand, so dass in einer bloßen Chronologie arge Lücken klaffen müssten. Bekanntlich sind die hochbedeutenden Kernbestände der Sammlung im Jahr 1922, nach dem … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Fotografie, Geschichte, Kultur an sich, Kunst, Natur, Region Ruhr, Utopien
“Tatort” Dortmund: So heimelig kann Fernsehen sein!
Das trifft sich gut: Da ist man gerade heute früh aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat deshalb sowieso schon diesen Distanzblick auf die eigene Stadt. Und dann läuft just am selben Abend der allererste ARD-“Tatort“, der in Dortmund spielt. Auch da wirken die wie mit dem Salzstreuer auf den Film verteilten Schauplätze (man muss schließlich den Ort sofort nachhaltig beglaubigen) so fremd vertraut. Wenn man sich hier auskennt, muss man freilich befürchten, dass die fernsehtauglich sehenswerten Stätten alsbald aufgebraucht sein werden, sollte es in dieser nahezu panischen Frequenz weitergehen. Stadtsilhouette aus der Ferne, Standard-Panorama mit Bibliothek und „Dortmunder U“, Katharinentreppe, Polizeipräsidium, Industriemuseum Zeche Zollern, Westfalenstadion (aka Signal-Iduna-Park), allerlei Ansichten zwischen Halde und pompöser Großbürgervilla – all das wurde gleich geflissentlich in die erste Folge (Untertitel “Alter Ego”) gepfercht. Bei einer mehrmals gezeigten … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Medien, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Sang- und klangloses Ende für Berlins Kunsthaus “Tacheles”
„Die Bank hofft auf einen zweistelligen Millionenbetrag!“ Kernaussage eines Berichtes von Radio Berlin-Brandenburg über die künstlerisch-friedliche Räumung des „Tacheles“ an der Oranienburger Straße in Berlin. Das gleichnamige Kunsthaus wird bald nicht mehr existieren, die HSH Nordbank, die gern mal über Wertberichtigungen (das sind nichts anderes als Verluste) berichten lässt und Beteiligungen im Finanzbereich auf den Cayman Inseln pflegt, will es dringend versilbern. Und Berlin verliert an einer seiner tollsten Straßen ein gutes Stück aus seinem prallen … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Stadt Land Fluss, Stilfragen, Wirtschaft
Steinzeit in Hattingen: Die Blut-Ablaufrinne im Opferstein – wohl nur ein Mythos
So ein kleines Museum findet man selten, so ein schönes aber auch nicht. Das „Bügeleisenhaus“ in der Hattinger Altstadt gehört dem Heimatverein, und dort wird die Ausstellung „Steinzeit in Hattingen“ gezeigt. Zugegeben, die Zahl der Objekte ist begrenzt. Einen schönen Mammutzahn, Werkzeuge und kleine Waffen kann man sich ansehen, und in einem Sonderraum wird die Geschichte eines Steins vorgestellt, der in einem Hattinger Park liegt und schon Gegenstand eines Romans und zahlreicher Ortslegenden wurde. Er hat … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Stadt Land Fluss, Unterwegs
Potsdamer Provinzposse: SAP-Gründer Hasso Plattner als Mäzen einer DDR-Kunstsammlung
Am Neuen Markt in Potsdam ist preußische Geschichte allgegenwärtig. In Rufweite liegt Schinkels Nikolaikirche und der Marstall, der heute ein Filmmuseum beherbergt. Der Blick schweift von hier aus zum Wiederaufbau des im Krieg arg mitgenommenen und von den Baubrigaden der DDR abgerissenen Hohenzollernschlosses. In zwei Jahren soll im rekonstruierten Preußenschloss der brandenburgische Landtag einziehen. Ob bis dahin für die sich derzeit in Potsdam abspielende kultur- und kunstpolitische Provinzposse, die viel über die nach wie vor offenen … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Kunst, Politik und so, Stilfragen
Auch eine Glaubensfrage: Dortmund-Süd oder Lüdenscheid-Nord?
Immer ist von „Lüdenscheid-Nord“ die Rede, wenn Fußballanhänger aus Gelsenkirchen die verhasste Ballspielvereinigung Borussia vom Borsigplatz nicht beim echten Namen nennen wollen. Das, so meine ich, tut der Sauerland-Zentralstadt „Dortmund-Süd“ aber unrecht. Lüdenscheid hat nämlich einiges zu bieten, wie ich kürzlich bei einem Besuch wieder bestätigt bekam. Sicher, die Architektur der Innenstadt wirkt zusammen gewürfelt, vor allem das klobige Rathaus kann man durchaus hässlich nennen, aber das Leben pulsiert, die Menschen scheinen ihre City zu mögen, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Stadt Land Fluss, Unterwegs
Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße
Jetzt bin ich doch tatsächlich ein kleines bisschen stolz und weiß gar nicht so recht, aus welchem Grund. Vielleicht bin ich auch einfach nur berührt vom Zeitvergang und vom verwehten Geist eines Ortes. Ja, das wird es wohl sein. Die Sache ist die: Just über die eigentlich unscheinbare Dortmunder Steinhammerstraße, in der ich im Alter zwischen 2 und 6 Jahren unter kargen Umständen aufgewachsen bin, gibt es jetzt einen gewichtigen, höchst bemerkenswerten Bildband des Fotografen Wilhelm … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Architektur & Städtebau, Fotografie, Geschichte, Kinderzeiten, Lebenswege, Region Ruhr
Rätselvolle Dingwelt ohne Menschen – Bilder von Christian Hellmich in Wuppertal
Wie wäre das wohl, wenn die Dinge sich zeitweise selbständig machen oder wenn sie gänzlich ohne uns existieren würden? Eine uralte Alptraum-Frage, die immer wieder auch die bildende Kunst umtreibt. Auf den Bildern des Christian Hellmich (Jahrgang 1977), der ursprünglich Comiczeichner hat werden wollen, kommen menschliche Gestalten prinzipiell nicht vor. „Ich will kein leidendes Fleisch malen“, meint er dazu lapidar. In der Wuppertaler Von der Heydt-Kunsthalle hat Hellmich nun seine allererste Einzelausstellung in einem Museum, bestückt … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kunst
Der Traum des Architekten
Liebe Revierlinge, etwas Berichterstattung aus dem Zonenrandgebiet der wahren Kulturhochburg muss auch mal sein. Von daher bitte ich um Verzeihung für den folgenden Bericht über das Geschehen in der finsteren westlichen Peripherie der Zivilisation. Frauke Dannert in der Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf Ausgelassen feiern Dannerts Collagen die Freiheit von all den Sachzwängen, die ArchitektInnen an der Umsetzung bahnbrechender Einfälle hindern: Ohne Rücksicht auf kleinliche Gesetze von Material und Statik, entwickeln sich ihre Gestalten … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kunst
Fachwerk neben moderner Architektur im Hagener Freilichtmuseum
Nach längerer Zeit waren wir mal wieder im Hagener Freilichtmuseum. Offiziell heißt es ja „LWL-Freilichtmuseum Hagen – Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik“ und liegt zwischen Wald und Landwirtschaft im idyllischen Mäckingerbach-Tal am Südrand der Stadt. Von früheren Besuchen mit den Kindern in deren Anfangsjahren kannten wir vieles, aber noch nicht den neuen Eingangsbereich und die NE-Metallwerkstätten und –gießereien, den schnuckeligen Friseurladen und das gerade eröffnete Restaurant. Dieser glatte Neubau mit der großen Terrasse spaltet offensichtlich die … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Unterwegs
Das Revier möchte auch mal wieder Kohle sehen
Bislang waren die Touristik-Werber der Region Ruhr stets gehalten, das Revier als normalisierte oder gar potente Gegend mit einmaligen Monumenten und weitgehend gelösten Strukturproblemen zu verkaufen. Es sollten einem schier die Augen übergehen: Kulturelle und sonstige „Leuchttürme“, wohin man auch blickte, seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 war gar eine Nachhaltigkeit sondergleichen wirksam, hieß es vollmundig. Mit Pauken und Trompeten wurde eine wachsende „Kreativwirtschaft“ ausgerufen. Selbst die bislang zum Himmel stinkende Kloake namens Emscher wird renaturiert und fließt … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Kultur an sich, Politik und so, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Baumängel am Duisburger Lehmbruck-Museum: Zack und vorerst dicht
“Raimund, Dir haben sie gerade das Museum dicht gemacht.” Der Direktor des Duisburger Lehmbruck-Museums, Raimund Stecker, bekam am Tag seines Geburtstags, dem 8. März, von seiner Stellvertreterin Claudia Thümler einen Anruf mit diesem Wortlaut. Das klingt wie der Beginn eines Spielfilms, aber die Realität ist oft noch seltsamer. Stecker interpretierte die abrupte Stilllegung: “Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden.” Denn quasi in einer Nacht- und Nebelaktion schloss die kommunale Bauordnung erst einmal die Pforten. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kultur an sich, Kunst, Region Ruhr
Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?
Ich muss gestehen: Ich bin überrascht. Heute habe ich bei Facebook das auch hier beigegebene Foto eingestellt und folgende Zeilen daneben gesetzt: „Eine Schande, dass dieses Dortmunder Innenstadt-Kino seit Jahren geschlossen ist und vor sich hingammelt. Es ließe sich was draus machen. Dann müssten ‚nur noch’ ein paar Leute kommen und Filme gucken.“ Mit der Vielzahl qualifizierter Wortmeldungen und “Gefällt mir”-Markierungen, die diese knappe Äußerung hervorgerufen hat, hätte ich nicht gerechnet. Bei dem früher ausgesprochen schmucken Kino handelt … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kino, Kleinkunst & Comedy, Kultur an sich, Musik & Konzert, Region Ruhr
“Stilvoll und lichtdurchflutet” – Maklerdeutsch ist pure Poesie
Wer sich auf Wohnungssuche begibt, der lernt nach und nach die sprachlichen Bemäntelungen kennen, die in der Maklerzunft üblich sind. Sie lassen sich in manchen Punkten mit den notdürftig beschönigenden Formeln in Arbeitszeugnissen vergleichen. Hier wie da werden Texte nach Baukastenprinzip aus Standardfloskeln gefügt. Hier wie da verständigt man sich gleichsam im ironisch gebrochenen Modus mit kaschierten Hintergedanken. Es gibt sozusagen eine imaginäre Interlinearversion, die den eigentlichen Sinn enthält. Damit driftet das Genre der Immobilien-Annonce in literarische … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Architektur & Städtebau, Sprache, Warenwelt & Werbung
Winkelmanns Theaterreise ins Dortmunder U
Die Geschichte des Dortmunder U als Kreativzentrum ist bislang keine ruhmreiche: Erst das ewige Hin und Her um das Konzept, bevor die Fördergelder überhaupt flossen, dann zahlreiche Teileröffnungen, steigende Baukosten, Verzögerungen und das Gefühl, es noch immer mit einer Baustelle zu tun zu haben. Regisseur Adolf Winkelmann („Contergan“) steckte dank seiner „Fliegenden Bilder“, die nun direkt unter dem goldenen U leuchten, mittendrin im Chaos – und hat seine schrägen Erfahrungen nicht nur in ein Buch, sondern … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie, Theater
Worüber wir inzwischen nicht geschrieben haben
Holla! Als dieses Blog jetzt zwangsläufig für einige Tage offline gewesen ist, hat man erst einmal so richtig gemerkt, wie die Zeit verfliegt und wie die Ereignisse sich türmen. Was hätte man nicht alles schreiben können, sollen, müssen! Vom tödlich aggressiven Rechtsextremismus hätte man wohl auch hier nicht schweigen dürfen. Obwohl schon einem Karl Kraus zu Hitler nichts mehr eingefallen ist (ein Ohnmachtsgefühl, das er freilich höchst wortgewaltig zu entladen wusste). Man hätte dem sauberen Signore Silvio B. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Medien, Politik und so, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie, Wahnwitz
Vestische Erleuchtung
Der Herbst ist da und mit ihm zum sechsten Male in Folge “Recklinghausen leuchtet”. Am 14. Oktober eröffnet, zieht die Veranstaltung wie bereits in den Vorjahren wieder viele Besucher in die schöne Altstadt der vestischen Kommune. Noch bis zum 30. Oktober erstrahlen 34 historische Gebäude und Privathäuser in einem sorgsam installierten Lichtermeer. Das diesjährige Leuchten findet im Rahmen des 775. Stadtjubiläums statt. Auch wenn Recklinghausen EU-konform auf moderne LED-Lichter setzt, liegt der Schwerpunkt auf den altehrwürdigen … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Region Ruhr
Alles muss wohl immer lustig sein
Kürzlich wurde das Modell für das zukünftige Fußballmuseum am Dortmunder Hauptbahnhof veröffentlicht. Mir hat das gläserne Stück gut gefallen – immerhin konnte man sich in der Regionalpresse ein Bild machen oder besser ansehen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fand sich dazu ebenfalls etwas: Eine Acht-Zeilen-Meldung im Feuilleton mit der Überschrift „Ein Klotz am Bahnhof“. Da sollte wohl eine lustige Assoziation an den Volksmund geschaffen werden, von wegen „Klotz am Bein“, aber im Text findet sich … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Medien, Sprache
Der Koloss von Dortmund
Dortmunds Innenstadt steht unmittelbar vor dem radikalsten Umbruch der letzten Jahrzehnte. Am 15. September wird ein Einkaufscenter mitten in der City eröffnet, das rund 160 Geschäfte umfasst und sich (wesentlich auf dem Gelände der früheren Thier-Brauerei) vom Wallring bis zum Westenhellweg erstreckt. Schon jetzt steht fest, dass sich mit der “Thier-Galerie” Charakter und Schwerpunkte des Stadtzentrums gründlich ändern werden. Der Investor und Betreiber ECE hat etwa 300 Millionen Euro in den weitläufigen Bau gesteckt und kalkuliert … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Region Ruhr, Warenwelt & Werbung, Wirtschaft
Kunst kommt von Können – aber nicht immer
Lange war es geschlossen, das Osthaus Museum in Hagen. Seit es 2009 mit dem angeschlossenen Schumacher-Neubau wieder eröffnet wurde, zieht es vor allem Architektur-Freunde an. In diesem Sommer nun hat das Haus eine frühere Tradition wieder aufgegriffen: Die Ausstellung „Hagener Künstlerinnen und Künstler“. Alle zwei Jahre soll sie stattfinden. Für 2011 hatten sich 117 bildende Künstler beworben, 42 wurden durch eine Jury ausgewählt, und bei dieser Menge – im Verhältnis zur Größe der Stadt Hagen – … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kunst, Region Ruhr