Artikel Kommentare

Revierpassagen » Gesellschaft

Vom Weiterleben nach einem Todesfall: Angelika Reitzers Roman “Wir Erben”

Vom Weiterleben nach einem Todesfall: Angelika Reitzers Roman “Wir Erben”

Mit den ersten Sätzen in Angelika Reitzers Roman “Wir Erben” mag man als Leser zunächst Schwierigkeiten haben. Doch bald werden sie klar als Widerhall einer Traumsequenz Mariannes, die sich alsbald als erste wichtige, vielleicht wichtigste Figur dieses Romans herausstellt. Die Ausgangssituation ist interessant. Die vielverzweigte Mehr-oder-minder-Patchwork-Familie Mariannes hat gerade in großer Anzahl Weihnachten miteinander gefeiert bzw. begangen. Nun stirbt kurz danach – wie nebenbei – die „Familien“-Matriarchin Jutta, die Großmutter Mariannes. Die zumeist gerade Abgereisten aus … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Liebesleben, Literatur

Sie hat es wirklich nötig – heute ist der Tag der deutschen Sprache

Sie hat es wirklich nötig – heute ist der Tag der deutschen Sprache

Heute haben wir mal wieder einen wichtigen Tag. Der 13. September ist nicht nur der spezielle Tag der Ersten Hilfe (ja, wirklich), es ist auch der Tag der Deutschen Sprache. Die hat es aber auch wirklich extrem nötig. Nein, ich bejammere jetzt an dieser Stelle und zu dieser Gelegenheit nicht, dass immer mehr undeutschlich sprechende Menschen was vom Whatsappen brabbeln, oder (statt miteinander zu sprechen) sich was simsen. Nein, ich will ich keineswegs bekritteln, dass der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Schule, Uni, Bildung, Sprache

Die Dinge beginnen zu denken – “Schöne schlaue Arbeitswelt” in der Dortmunder DASA

Die Dinge beginnen zu denken – “Schöne schlaue Arbeitswelt” in der Dortmunder DASA

Klingt doch erst mal richtig nett: „Schöne schlaue Arbeitswelt“ heißt die neue Schau in der Dortmunder DASA, dem Ausstellungshaus, das der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin angegliedert ist. Doch der Blick in die Zukunft weckt gemischte Gefühle. Es geht um einige Ausprägungen der sogenannten „Ambient Intelligence“ (etwa: Umgebungs-Intelligenz), welche sich z. B. mit “denkenden“ Büros, Datenbrillen und allerlei Sensoren anschickt, weite Teile unseres Alltags zu bestimmen, also nicht nur die Arbeitswelt; wie denn überhaupt Grenzen zwischen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Gesellschaft, Netzwelten, Technik, Utopien, Wirtschaft, Wissenschaft

Das Leben ist ein langer, schmutziger Fluss: Filmischer Abgesang aufs Industriezeitalter

Das Leben ist ein langer, schmutziger Fluss: Filmischer Abgesang aufs Industriezeitalter

Detroit ist am Arsch: Verfallene Industrieanlagen, heruntergekommene, entvölkerte Stadtteile und ausgebrannte Autowracks. Und durch alles wälzen sich zwei stinkende, verseuchte Flüsse. Sechs Stunden dauert der filmische Abgesang auf das Industriezeitalter von Matthew Barney und Jonathan Bepler, den die Ruhrtriennale in der Lichtburg zeigte. Natürlich beinhaltet dieses Epos noch viel mehr: Vorlage ist der Roman „Ancient Evenings“ (Frühe Nächte) von Norman Mailer. Die ersten zwei Stunden von „River of Fundament“ vergehen mit dem Leichenschmaus bei Mailers Witwe … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Kino, Kunst, Literatur, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Region Ruhr

Geld ist keine Ware, sondern ein System – die Thesen des Briten Felix Martin

Geld ist keine Ware, sondern ein System – die Thesen des Briten Felix Martin

Was ist Geld? Diese Frage stellt der britische Wirtschaftswissenschafter Felix Martin. Die Antwort hingegen fällt landläufig anders aus, als er es sich wünscht. Martin, der früher Mitarbeiter der Weltbank war, ist der Ansicht, dass unsere herkömmliche Betrachtungsweise des Geldes im Kern falsch ist und hat die seiner Meinung nach wahre Biographie des Geldes aufgeschrieben. Die weitverbreitete Ansicht und herkömmliche Definition von Geld sei die von Geld als Ware respektive als Tauschmittel. Dies sei von Grund auf … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Arbeitswelt & Beruf, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft

ARD: Alle talken nur noch über Islamismus

ARD: Alle talken nur noch über Islamismus

Was ist nur in die ARD gefahren? Nach der Sommerpause talken sie dort jetzt alle über Themen rund um den Islamischen Staat (wahlweise IS oder ISIS). Gibt es denn da keine Koordination, keinerlei Absprachen? Am Montag sprach Frank Plasberg mit seinen Gästen über Waffenlieferungen ins Krisengebiet. Am späten Dienstagababend ging’s in „Menschen bei Maischberger“ ums kernig formulierte Thema: „Angst vor Gotteskriegern: Bedroht dieser Islam auch uns?“ Und schon am morgigen Donnerstag lädt Reinhold Beckmann zur nächsten … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Medien, Politik und so

Kratzer am Bild von Ikea

Kratzer am Bild von Ikea

Gibt es da draußen jemanden, der noch kein Ikea-Regal zusammengebaut hat? Wohl kaum. Eine Reportage über das „unmögliche Möbelhaus“ geht uns also alle an. Viele verbinden mit Ikea eine entspannte, freundliche und familiäre Atmosphäre. Doch „Der Ikea-Check“ (ARD), der über weite Strecken überzeugte, fiel nicht ganz so schmeichelhaft aus. Ein erster Vergleichstest mit einem großen Kölner Möbelhaus ergab, dass der Einkauf bei Ikea offenbar deutlich stressiger ist – Körpersensoren brachten es an den Tag. Die Lust am … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Design, Fernsehen, Gesellschaft, Stilfragen, Warenwelt & Werbung, Wirtschaft

“Göttliche Lage” – eindrucksvoller Dokumentarfilm über Dortmunds Phoenix-See

“Göttliche Lage” – eindrucksvoller Dokumentarfilm über Dortmunds Phoenix-See

„Eine göttliche Lage“, so beschreibt einer der Menschen sein frisch erworbenes Grundstück am Dortmunder Phoenix-See. Das ist schon etwas her. Ob er das heute noch so sieht, bleibt offen. Es ist eine von vielen sorgfältig ausgesuchten Szenen und Bilder, die den Dokumentarfilm „Göttliche Lage – eine Stadt erfindet sich neu“ ausmachen, der nun nach fünfjähriger Herstellungszeit Premiere hatte. Die Macher des Films, Ulrike Franke und Michael Loeken (Filmproduktion Loekenfranke), waren bereits mit ihrem Film vom Abbau … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Kino, Politik und so, Region Ruhr, Stadt Land Fluss

Immer munter und vergnügt: Vom Leben älterer Menschen rund um den Erdball

Immer munter und vergnügt: Vom Leben älterer Menschen rund um den Erdball

Im ZDF haben sie mal wieder alle Probleme dieser Welt einfach weggelächelt. “Wie geht die Welt mit ihren Alten um?” lautete das Thema – und wurde weitgehend verfehlt. Es war gedankenarmes Wohlfühl-Fernsehen nach Art eines Boulevard-Magazins, mit dem uns die Reporterin Anja Roth vom Leben älterer Menschen rund um den Erdball berichtet hat. Immer lachend, immer munter und vergnügt. Wirklich gravierende Probleme oder gar bedrückende Armut kamen ja auch in dieser neuen Ausgabe von „außendienst XXL“ … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Lebenswege

TV-Nostalgie (25): “Am laufenden Band” – Als Rudi Carrell das Fernsehen in Schwung brachte

TV-Nostalgie (25): “Am laufenden Band” – Als Rudi Carrell das Fernsehen in Schwung brachte

Dass Rudi Carrells phänomenaler ARD-Fernseherfolg „Am laufenden Band“ ein Produkt der 70er Jahre war, merkt man an manchen Einzelheiten sehr deutlich. Dies alles war beispielsweise in der Ausgabe vom 25. April 1976 zu erleben, die jetzt noch komplett im Internet zu besichtigen ist: Showmaster Rudi Carrell trägt zeittypische Schlaghosen. Bei einem Kreativspielchen wird die arabische Sprache derart wüst parodiert, wie dies heute kaum noch öffentlich-rechtlich denkbar wäre. Spiel mit den Geschlechterrollen Und weiter: An etlichen Stellen der Sendung … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft

Fast alltäglich – eine Stadt ohne Buchhandlung

Fast alltäglich – eine Stadt ohne Buchhandlung

Ennepetal ist eine Stadt mit gut 30.000 Einwohnern am Südrand des Ruhrgebietes, eine mittlere Kleinstadt, viel mittelständische Industrie, ein großes Gymnasium mit 1.400 Schülern, ein privates Theater, drei Talsperren, und als Attraktion die heilklimatische Kluterthöhle. Bis Ende März dieses Jahres hatte Ennepetal auch eine richtige Buchhandlung, gut sortiert und angesehen, doch das ist Vergangenheit. Die Buchhandlung hat am 31. März für immer geschlossen, in ihren Räumen befindet sich seit Anfang Mai der Kinderkleider-Laden des örtlichen Kinderschutzbundes … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Medien, Region Ruhr, Warenwelt & Werbung

TV-Nostalgie (24): “Der große Bellheim” – Die älteren Herren wollen es noch einmal wissen

TV-Nostalgie (24): “Der große Bellheim” – Die älteren Herren wollen es noch einmal wissen

Vier ältere Herren wollen es noch einmal wissen – und wie! Wohl selten ist der Segen langjähriger Berufserfahrung so schlüssig vor Augen geführt worden wie im legendären Vierteiler „Der große Bellheim“. Regisseur Dieter Wedel konnte bei den Dreharbeiten (1991/92) auf eine ungemein erlesene Darstellerriege vertrauen – allen voran das Quartett Mario Adorf (in der Titelrolle des Peter Bellheim), Heinz Schubert, Will Quadflieg und Hans Korte. Sie raufen sich nach und nach zusammen, um das altehrwürdige Kaufhaus … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Arbeitswelt & Beruf, Fernsehen, Gesellschaft, Lebenswege, Wirtschaft

Geld sucht Kunst: Moderne in Monaco

Geld sucht Kunst: Moderne in Monaco

Kunst und Geld gehen ja oft fruchtbare Verbindungen ein; zumindest, wenn man die bildende Kunst betrachtet und über Rekordpreise für Richters, Koons und Hirsts staunt. Und wo könnte diese Beziehung augenfälliger als im Fürstentum Monaco? Auf diesem ehemaligen Piratenfelsen, der im 20. Jahrhundert zum Steuerparadies der Reichen und Schönen aufstieg, ist zeitgenössische Kunst angesagt: In der Villa Paloma, die mit der Villa Sauber gemeinsam das Noveau Musée National de Monaco bildet, ist bis zum 2. November … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Fotografie, Gesellschaft, Kultur an sich, Kunst, Stadt Land Fluss, Unterwegs

Radio-Legende: Als Carmen Thomas jede Woche mit dem Ü-Wagen aufkreuzte

Radio-Legende: Als Carmen Thomas jede Woche mit dem Ü-Wagen aufkreuzte

Wer erinnert sich noch an diesen markanten Zeitpunkt der Radio-Geschichte? Es war vor beinahe 40 Jahren, am 5. Dezember 1974, als es erstmals hieß: „Hallo, verehrte Hörerinnen und Hörer. Hier meldet sich der Ü-Wagen, hier meldet sich Carmen Thomas.“ Zur Premiere der WDR-Sendung „Hallo Ü-Wagen“ wurde über Nikolausbräuche geredet – und darüber, ob man die Kinder über den Weihnachtsmann „belügen“ dürfe. Es waren halt die 70er Jahre, als manche meinten, alles in Frage stellen zu müssen. Alle … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Medien, Unterwegs

Wenn Junggesellen die Sau raus lassen

Wenn Junggesellen die Sau raus lassen

Ein fast normaler Samstag in der Düsseldorfer Altstadt. Viele Menschen sind unterwegs oder sitzen an den Kneipentischen in der Abendsonne, und fast ebenso viele laufen gruppenweise in seltsamen Uniformen herum – bedruckte T-Shirts mit mehr oder weniger peinlichen Sprüchen. Abschied vom Junggesellen-Leben wird da gefeiert – oder auch vom Junggesellinnen-Leben. Schon im Hauptbahnhof beginnt dieses Treiben. Gefühlt jede zweite Menschentraube im Tunnel unter den Gleisen ist in die Landeshauptstadt gedüst, um mit ihrem besten Kumpel oder … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Liebesleben, Stilfragen

Christian Wulff als Talk-Gast: Einblicke ins Räderwerk zwischen Politik und Presse

Christian Wulff als Talk-Gast: Einblicke ins Räderwerk zwischen Politik und Presse

Im Februar 2012 ist Christian Wulff von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten. Jetzt begab er sich erstmals wieder in eine TV-Talkshow: Maybrit Illner (ZDF) hatte also eine kleine Sensation zu bieten, für die sie auch ihre Sommerpause verschob und die Sendezeit überzog. Man bekam immerhin ein paar kleine Einblicke ins ratternde Räderwerk zwischen Politik, Presse und Justiz. Feldzug gegen Kampagne Wulff, inzwischen gerichtlich von allen Vorwürfen der Vorteilsnahme und Korruption freigesprochen, zieht seit einigen Wochen mit einem Buch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Medien, Politik und so

TV-Nostalgie (22): “Ein Herz und eine Seele” – als “Ekel Alfred” gegen die Sozis wetterte

TV-Nostalgie (22): “Ein Herz und eine Seele” – als “Ekel Alfred” gegen die Sozis wetterte

Was für ein Kotzbrocken! Alle Welt kannte den Mann als „Ekel Alfred“. Den Beinamen hatte er sich wahrlich verdient. Mit seiner Familie im Ruhrgebiets-Reihenhaus war dieser Alfred Tetzlaff keineswegs „Ein Herz und eine Seele“, wie der Serientitel ironisch verhieß. Nein, mit diesem monströsen Oberspießer konnte keiner in Frieden leben. Zu sagen, dass der Haussegen ständig schief hing, wäre eine Untertreibung. Engstirniges Weltbild Ab Anfang 1973 wetterte Alfred (großartig gespielt von Heinz Schubert) gegen alles, was nicht in sein … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Politik und so, Scherz, Satire, Ironie

Tiefen und Untiefen des Alltags: David Gutersons Erzählungen “Zwischen Menschen”

Tiefen und Untiefen des Alltags: David Gutersons Erzählungen “Zwischen Menschen”

Für die Redewendung, wonach der Alltag die besten Geschichten schreibt, bietet der US-Schriftsteller David Guterson mit seinem neuen Band „Zwischen Menschen“ gelungene Beispiele. Der Autor, der durch seinen Roman „Schnee, der auf Zedern fällt“ weltweit Berühmtheit erlangte, erzählt von menschlichen Begegnungen. In den zehn Episoden erscheint das Aufeinandertreffen der Beteiligten anfangs eher belanglos, bevor sich die eigentlichen Dimensionen erschließen. Mit jedem Kapitel beweist Guterson sein Talent, die Figuren psychologisch exakt zu taxieren, wodurch ihre Gegensätze und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Lebenswege, Liebesleben, Literatur

Die Dekadenz der britischen Oberschicht – Evelyn Waughs Roman “Verfall und Untergang”

Die Dekadenz der britischen Oberschicht – Evelyn Waughs Roman “Verfall und Untergang”

Jetzt mal Hand aufs Herz, dies ist doch ein allerliebster Romananfang: „Mr. Sniggs, der Prodekan, und Mr. Postlethwaite, der Schatzmeister, saßen allein in Mr. Sniggs’ Zimmer, das auf den Gartenhof des Scone College ging. Aus der Wohnung von Sir Alastair Digby-Vaine-Trumpington, zwei Aufgänge weiter, drang wildes Grölen…“ Man muss sich diesen ersten Satz im schönsten Oxford-Akzent gelesen vorstellen – und schon kann man sich in jenem herrlichen Loriot-Sketch mit Evelyn Hamann wähnen. Tatsächlich hat Evelyn Waughs erstmals … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Literatur

Husaren, Helfersyndrom, Hahn im Korb, Huberty – noch ein paar Zeilen zur Fußball-WM

Husaren, Helfersyndrom, Hahn im Korb, Huberty – noch ein paar Zeilen zur Fußball-WM

Ja, ist es denn zu glauben? Nur noch acht Partien, dann ist auch diese Fußball-WM schon wieder vorbei. Gegen derlei Flüchtigkeit muss man sich stemmen und wenigstens ein paar Kleinigkeiten festzuhalten suchen. Ach, man könnte herrlich schwelgen in ausgelutschten Sätzen wie „Es gibt im Weltfußball keine leichten Gegner mehr“ oder „Es gibt auch interessante 0:0-Spiele“. Ja, diese WM gibt das alles her und sorgt somit für allzeit gut gefüllte Phrasenschweine. Alle „Großen“, alle Favoriten haben sich bislang … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Leibesübungen, Medien, Stilfragen, Weite Welt

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Es war ein Monat, der wohl vielen in Erinnerung bleiben wird. Ein Unwetter mit hier bisher unbekannten Ausmaßen tobte sich am Pfingstmontag aus. Kurz vor knapp, dass man unser Revier in ruhrische Seenplatte hätte umtaufen müssen. Und nein, wir hatten keinen Sturm, wir hatten ganz offiziell Orkan, der (nicht nur) in Teilen des Ruhrgebiets eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Mit Wirbeln. Währenddessen. Der Wirbel nachher, auch der mediale hielt sich in Grenzen. Wer auf anrückende Hilfskonvois … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Festivals, Gesellschaft, Kultur an sich, Region Ruhr

Warum ist Fronleichnam ein Feiertag?

Warum ist Fronleichnam ein Feiertag?

Für die meisten Mitmenschen ist der heutige Donnerstag ein gern gesehener Feiertag, der mit der Freitags-Brücke einen netten Kurzurlaub ermöglicht. “Fronleichnam” nennt sich das katholische Fest, das vielen Beschäftigten in Deutschland Freizeit verschafft, auch in NRW und im Ruhrgebiet. Kaum aber jemand weiß wirklich, was denn Fronleichnam eigentlich ist. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet “Leib des Herrn”. Nach der Vorstellung der Katholischen Kirche verwandelte ihr Begründer Jesus von Nazareth am Tag vor seiner … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Glaubensfragen

Rätsel des Alltags (3): Problemkasse

Rätsel des Alltags (3): Problemkasse

Das rätselhafte Phänomen, von dem heute zu berichten wäre, ist nicht gänzlich neu. Es handelt sich aber um ein Weltgesetz, das sich immer wieder aufs Scheußlichste entfaltet. Sobald ein Supermarkt oder ein vergleichbarer Ort des Konsums mehr als zwei Kassen hat, steht man mit Sicherheit an der Problemkasse. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um einen Sonderfall von Murphys Gesetz. Es gibt verschiedene Varianten. Beispiele: Du hast dich im Schweiße deines Angesichts bis auf Platz drei vorgewartet – und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Stilfragen

Vattatach: International bekannt, in Deutschland bekanntlich besonders feucht

Vattatach: International bekannt, in Deutschland bekanntlich besonders feucht

Zugegeben, alles zugegeben. Ich war allgemein wirklich nicht bekannt für meinen ausgeprägten Hang zur Totalabstinenz. Aber schon früher, als mir der gesellige Genuss wohlschmeckender Getränke mit prozentual messbaren alkoholischen Inhaltsstoffen noch näher stand als er es heute tut, schon damals neigte ich zum heiligen Schwur, es mir am Himmelfahrtstag zu untersagen, meine Lampe ausgiebig zu begießen. Bollerwagenumzüge waren mir schon immer zuwider. Und wer trägt die Verantwortung für diesen durchfeuchteten Unfug, diesen Himmelfahrtstag eines jeden Jahres … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Gesellschaft, Stilfragen

Als auch Westfalen unter Napoleon litt – historische Ausstellung auf Schloss Cappenberg

Als auch Westfalen unter Napoleon litt – historische Ausstellung auf Schloss Cappenberg

Was hat der Flachkomiker Mario Barth mit einer seriösen Ausstellung über Napoleons Zeit zu tun? Nun, seine Produktionsfirma hat einen Hartschaum-Nachbau der Quadriga vom Brandenburger Tor zur Verfügung gestellt, den Barth einst als Deko bei seinen Auftritten im Olympiastadion verwendete. Und wo ist jetzt der Zusammenhang? Es mag nicht direkt der Wahrheitsfindung dienen, ist aber ein machtvoller „Hingucker“: Die größenhalber auf mehrere Raumzonen des Cappenberger Schlosses verteilte Quadriga (hier zwei Pferde, da zwei Pferde, dort der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Politik und so, Region Ruhr

Rassismus im Reihenhaus: “Waisen” bei den Ruhrfestspielen

Rassismus im Reihenhaus: “Waisen” bei den Ruhrfestspielen

Wer hiesiges Regietheater gewohnt ist, dem kommt das Szenario von “Waisen” zunächst etwas boulevardesk vor: Man blickt in ein naturalistisch nachgebautes Reihenhauszimmer mit ikeaartigen Resopalmöbeln, in denen drei Leute wie du und ich sitzen: Spielzeug liegt herum, keiner hat überdimensionale Hasenmasken an oder ist nackt und auch die übliche Videoprojektion sucht man vergebens. Langweilig? Konventionell? Nicht unbedingt. Denn das „wellmade play“ des britischen Dramatikers Dennis Kelley, in Szene gesetzt von Wilfried Minks für die Ruhrfestspiele in … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Theater

Herzig und zuversichtlich: Wie der Kulturkanal arte über Dortmund berichtet

Herzig und zuversichtlich: Wie der Kulturkanal arte über Dortmund berichtet

Auf den Kulturkanal arte halte ich größere Stücke. Wenn man sich denn aufs Medium Fernsehen einlässt, finden sich hier und bei 3Sat Inseln im Meer der Verdummung. Also habe ich mich jetzt gefreut, dass dort ein Film über Dortmund auf dem Programm stand. Tatsächlich wurde da gelobhudelt, dass es nur so seine Art hatte und dem Lokalpatrioten schmeichelte. Die hauptsächliche Botschaft des 25 Minuten langen Films: Es gebe in ganz Deutschland wohl keine andere Stadt, die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Fernsehen, Gesellschaft, Region Ruhr, Stadt Land Fluss

TV-Nostalgie (17): “Wünsch Dir was” – als Dietmar Schönherr für Skandale sorgte

TV-Nostalgie (17): “Wünsch Dir was” – als Dietmar Schönherr für Skandale sorgte

Das waren noch Zeiten, in denen eine Show wie „Wünsch Dir was“ als „antiautoritär“ galt. Die Familienspiele mit Dietmar Schönherr und seiner Frau Vivi Bach liefen von Ende 1969 bis Ende 1972 im ZDF und produzierten damals mehrere Skandale. Wenn man sich das heute noch einmal ansieht, staunt man über Fernsehen wie aus einer anderen Welt. Damals war es innovativ und gab sich “querdenkerisch”, heute wirkt es seltsam altbacken. Jeweils drei Familien aus Deutschland, Österreich und … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fernsehen, Gesellschaft, Stilfragen

Grenzen in Europa zu Opas Jugendzeiten

Grenzen in Europa zu Opas Jugendzeiten

Wir werden am kommenden Sonntag das Europa-Parlament wählen. Die Frankfurter Sonntagszeitung hat dazu heute eine Sammlung von Grenzerfahrungen veröffentlicht – aus Zeiten, in denen es noch Schlagbäume und Passkontrollen, Geldwechsel und blaue Postsparbücher gab. Zu dem Thema kann wohl jeder aus der Opa-Generation noch Geschichten beisteuern. Zum Beispiel 1980: Für einen dreitägigen Kurzurlaub in Holland fuhren wir mit unseren Kindern auf der Autobahn Richtung Arnheim, doch an der Grenzstation konnten wir den niederländischen Zöllnern keine Kinderausweise … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Stadt Land Fluss, Weite Welt

Kliniken unter Kostendruck: TV-Report über unser krankes Gesundheitswesen

Kliniken unter Kostendruck: TV-Report über unser krankes Gesundheitswesen

Ganz neu waren diese Befunde übers deutsche Gesundheitswesen nicht, doch in dieser Fülle und Dichte trotzdem alarmierend. Die Patienten, so das zentrale Fazit, gelten den Kliniken zusehends als Geldbringer. Eine Besserung der Zustände ist einstweilen nicht in Sicht. Lukrative Fälle werden viel zu oft operiert, chronische Krankheiten hingegen häufig vernachlässigt. In der Sendung „Krankenhaus-Report: Wo Medizin Kasse macht“ (3Sat) ging es vor allem um die unseligen Folgen der sogenannten Fallpauschale, nach der die Behandlung einer bestimmten … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Arbeitswelt & Beruf, Fernsehen, Gesellschaft, Politik und so, Wirtschaft