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Revierpassagen » Gesellschaft

TV-Nostalgie (22): “Ein Herz und eine Seele” – als “Ekel Alfred” gegen die Sozis wetterte

TV-Nostalgie (22): “Ein Herz und eine Seele” – als “Ekel Alfred” gegen die Sozis wetterte

Was für ein Kotzbrocken! Alle Welt kannte den Mann als „Ekel Alfred“. Den Beinamen hatte er sich wahrlich verdient. Mit seiner Familie im Ruhrgebiets-Reihenhaus war dieser Alfred Tetzlaff keineswegs „Ein Herz und eine Seele“, wie der Serientitel ironisch verhieß. Nein, mit diesem monströsen Oberspießer konnte keiner in Frieden leben. Zu sagen, dass der Haussegen ständig schief hing, wäre eine Untertreibung. Engstirniges Weltbild Ab Anfang 1973 wetterte Alfred (großartig gespielt von Heinz Schubert) gegen alles, was nicht in sein … Den ganzen Artikel lesen »

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Tiefen und Untiefen des Alltags: David Gutersons Erzählungen “Zwischen Menschen”

Tiefen und Untiefen des Alltags: David Gutersons Erzählungen “Zwischen Menschen”

Für die Redewendung, wonach der Alltag die besten Geschichten schreibt, bietet der US-Schriftsteller David Guterson mit seinem neuen Band „Zwischen Menschen“ gelungene Beispiele. Der Autor, der durch seinen Roman „Schnee, der auf Zedern fällt“ weltweit Berühmtheit erlangte, erzählt von menschlichen Begegnungen. In den zehn Episoden erscheint das Aufeinandertreffen der Beteiligten anfangs eher belanglos, bevor sich die eigentlichen Dimensionen erschließen. Mit jedem Kapitel beweist Guterson sein Talent, die Figuren psychologisch exakt zu taxieren, wodurch ihre Gegensätze und … Den ganzen Artikel lesen »

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Die Dekadenz der britischen Oberschicht – Evelyn Waughs Roman “Verfall und Untergang”

Die Dekadenz der britischen Oberschicht – Evelyn Waughs Roman “Verfall und Untergang”

Jetzt mal Hand aufs Herz, dies ist doch ein allerliebster Romananfang: „Mr. Sniggs, der Prodekan, und Mr. Postlethwaite, der Schatzmeister, saßen allein in Mr. Sniggs’ Zimmer, das auf den Gartenhof des Scone College ging. Aus der Wohnung von Sir Alastair Digby-Vaine-Trumpington, zwei Aufgänge weiter, drang wildes Grölen…“ Man muss sich diesen ersten Satz im schönsten Oxford-Akzent gelesen vorstellen – und schon kann man sich in jenem herrlichen Loriot-Sketch mit Evelyn Hamann wähnen. Tatsächlich hat Evelyn Waughs erstmals … Den ganzen Artikel lesen »

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Husaren, Helfersyndrom, Hahn im Korb, Huberty – noch ein paar Zeilen zur Fußball-WM

Husaren, Helfersyndrom, Hahn im Korb, Huberty – noch ein paar Zeilen zur Fußball-WM

Ja, ist es denn zu glauben? Nur noch acht Partien, dann ist auch diese Fußball-WM schon wieder vorbei. Gegen derlei Flüchtigkeit muss man sich stemmen und wenigstens ein paar Kleinigkeiten festzuhalten suchen. Ach, man könnte herrlich schwelgen in ausgelutschten Sätzen wie „Es gibt im Weltfußball keine leichten Gegner mehr“ oder „Es gibt auch interessante 0:0-Spiele“. Ja, diese WM gibt das alles her und sorgt somit für allzeit gut gefüllte Phrasenschweine. Alle „Großen“, alle Favoriten haben sich bislang … Den ganzen Artikel lesen »

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Es war ein Monat, der wohl vielen in Erinnerung bleiben wird. Ein Unwetter mit hier bisher unbekannten Ausmaßen tobte sich am Pfingstmontag aus. Kurz vor knapp, dass man unser Revier in ruhrische Seenplatte hätte umtaufen müssen. Und nein, wir hatten keinen Sturm, wir hatten ganz offiziell Orkan, der (nicht nur) in Teilen des Ruhrgebiets eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Mit Wirbeln. Währenddessen. Der Wirbel nachher, auch der mediale hielt sich in Grenzen. Wer auf anrückende Hilfskonvois … Den ganzen Artikel lesen »

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Warum ist Fronleichnam ein Feiertag?

Warum ist Fronleichnam ein Feiertag?

Für die meisten Mitmenschen ist der heutige Donnerstag ein gern gesehener Feiertag, der mit der Freitags-Brücke einen netten Kurzurlaub ermöglicht. “Fronleichnam” nennt sich das katholische Fest, das vielen Beschäftigten in Deutschland Freizeit verschafft, auch in NRW und im Ruhrgebiet. Kaum aber jemand weiß wirklich, was denn Fronleichnam eigentlich ist. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet “Leib des Herrn”. Nach der Vorstellung der Katholischen Kirche verwandelte ihr Begründer Jesus von Nazareth am Tag vor seiner … Den ganzen Artikel lesen »

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Rätsel des Alltags (3): Problemkasse

Rätsel des Alltags (3): Problemkasse

Das rätselhafte Phänomen, von dem heute zu berichten wäre, ist nicht gänzlich neu. Es handelt sich aber um ein Weltgesetz, das sich immer wieder aufs Scheußlichste entfaltet. Sobald ein Supermarkt oder ein vergleichbarer Ort des Konsums mehr als zwei Kassen hat, steht man mit Sicherheit an der Problemkasse. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um einen Sonderfall von Murphys Gesetz. Es gibt verschiedene Varianten. Beispiele: Du hast dich im Schweiße deines Angesichts bis auf Platz drei vorgewartet – und … Den ganzen Artikel lesen »

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Vattatach: International bekannt, in Deutschland bekanntlich besonders feucht

Vattatach: International bekannt, in Deutschland bekanntlich besonders feucht

Zugegeben, alles zugegeben. Ich war allgemein wirklich nicht bekannt für meinen ausgeprägten Hang zur Totalabstinenz. Aber schon früher, als mir der gesellige Genuss wohlschmeckender Getränke mit prozentual messbaren alkoholischen Inhaltsstoffen noch näher stand als er es heute tut, schon damals neigte ich zum heiligen Schwur, es mir am Himmelfahrtstag zu untersagen, meine Lampe ausgiebig zu begießen. Bollerwagenumzüge waren mir schon immer zuwider. Und wer trägt die Verantwortung für diesen durchfeuchteten Unfug, diesen Himmelfahrtstag eines jeden Jahres … Den ganzen Artikel lesen »

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Als auch Westfalen unter Napoleon litt – historische Ausstellung auf Schloss Cappenberg

Als auch Westfalen unter Napoleon litt – historische Ausstellung auf Schloss Cappenberg

Was hat der Flachkomiker Mario Barth mit einer seriösen Ausstellung über Napoleons Zeit zu tun? Nun, seine Produktionsfirma hat einen Hartschaum-Nachbau der Quadriga vom Brandenburger Tor zur Verfügung gestellt, den Barth einst als Deko bei seinen Auftritten im Olympiastadion verwendete. Und wo ist jetzt der Zusammenhang? Es mag nicht direkt der Wahrheitsfindung dienen, ist aber ein machtvoller „Hingucker“: Die größenhalber auf mehrere Raumzonen des Cappenberger Schlosses verteilte Quadriga (hier zwei Pferde, da zwei Pferde, dort der … Den ganzen Artikel lesen »

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Rassismus im Reihenhaus: “Waisen” bei den Ruhrfestspielen

Rassismus im Reihenhaus: “Waisen” bei den Ruhrfestspielen

Wer hiesiges Regietheater gewohnt ist, dem kommt das Szenario von “Waisen” zunächst etwas boulevardesk vor: Man blickt in ein naturalistisch nachgebautes Reihenhauszimmer mit ikeaartigen Resopalmöbeln, in denen drei Leute wie du und ich sitzen: Spielzeug liegt herum, keiner hat überdimensionale Hasenmasken an oder ist nackt und auch die übliche Videoprojektion sucht man vergebens. Langweilig? Konventionell? Nicht unbedingt. Denn das „wellmade play“ des britischen Dramatikers Dennis Kelley, in Szene gesetzt von Wilfried Minks für die Ruhrfestspiele in … Den ganzen Artikel lesen »

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Herzig und zuversichtlich: Wie der Kulturkanal arte über Dortmund berichtet

Herzig und zuversichtlich: Wie der Kulturkanal arte über Dortmund berichtet

Auf den Kulturkanal arte halte ich größere Stücke. Wenn man sich denn aufs Medium Fernsehen einlässt, finden sich hier und bei 3Sat Inseln im Meer der Verdummung. Also habe ich mich jetzt gefreut, dass dort ein Film über Dortmund auf dem Programm stand. Tatsächlich wurde da gelobhudelt, dass es nur so seine Art hatte und dem Lokalpatrioten schmeichelte. Die hauptsächliche Botschaft des 25 Minuten langen Films: Es gebe in ganz Deutschland wohl keine andere Stadt, die … Den ganzen Artikel lesen »

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TV-Nostalgie (17): “Wünsch Dir was” – als Dietmar Schönherr für Skandale sorgte

TV-Nostalgie (17): “Wünsch Dir was” – als Dietmar Schönherr für Skandale sorgte

Das waren noch Zeiten, in denen eine Show wie „Wünsch Dir was“ als „antiautoritär“ galt. Die Familienspiele mit Dietmar Schönherr und seiner Frau Vivi Bach liefen von Ende 1969 bis Ende 1972 im ZDF und produzierten damals mehrere Skandale. Wenn man sich das heute noch einmal ansieht, staunt man über Fernsehen wie aus einer anderen Welt. Damals war es innovativ und gab sich “querdenkerisch”, heute wirkt es seltsam altbacken. Jeweils drei Familien aus Deutschland, Österreich und … Den ganzen Artikel lesen »

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Grenzen in Europa zu Opas Jugendzeiten

Grenzen in Europa zu Opas Jugendzeiten

Wir werden am kommenden Sonntag das Europa-Parlament wählen. Die Frankfurter Sonntagszeitung hat dazu heute eine Sammlung von Grenzerfahrungen veröffentlicht – aus Zeiten, in denen es noch Schlagbäume und Passkontrollen, Geldwechsel und blaue Postsparbücher gab. Zu dem Thema kann wohl jeder aus der Opa-Generation noch Geschichten beisteuern. Zum Beispiel 1980: Für einen dreitägigen Kurzurlaub in Holland fuhren wir mit unseren Kindern auf der Autobahn Richtung Arnheim, doch an der Grenzstation konnten wir den niederländischen Zöllnern keine Kinderausweise … Den ganzen Artikel lesen »

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Kliniken unter Kostendruck: TV-Report über unser krankes Gesundheitswesen

Kliniken unter Kostendruck: TV-Report über unser krankes Gesundheitswesen

Ganz neu waren diese Befunde übers deutsche Gesundheitswesen nicht, doch in dieser Fülle und Dichte trotzdem alarmierend. Die Patienten, so das zentrale Fazit, gelten den Kliniken zusehends als Geldbringer. Eine Besserung der Zustände ist einstweilen nicht in Sicht. Lukrative Fälle werden viel zu oft operiert, chronische Krankheiten hingegen häufig vernachlässigt. In der Sendung „Krankenhaus-Report: Wo Medizin Kasse macht“ (3Sat) ging es vor allem um die unseligen Folgen der sogenannten Fallpauschale, nach der die Behandlung einer bestimmten … Den ganzen Artikel lesen »

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Für ein Literaturhaus Ruhr – Dem Ruhrgebiet fehlt ein Mittelpunkt literarischen Lebens

Für ein Literaturhaus Ruhr – Dem Ruhrgebiet fehlt ein Mittelpunkt literarischen Lebens

„Vielleicht ist es das, was mich an Oberhausen herausfordert: Daß man die Stellen kennen muß. Die Plätze, an denen aus nichts ‚etwas‘ wird. Daß es Orte gibt, direkt in Oberhausen, die sind genau wie Frankreich, Berlin oder Neapel, ich schaue mich nur um und kann atmen, es gibt Stellen in Oberhausen, an denen kann man tatsächlich atmen.“ Martin Skoda in seiner Erzählung „Oberhausen“ (in: Dokumentation zum Oberhausener Literaturpreis 1999, Verlag Karl Maria Laufen, Oberhausen 1999) Abseits aller … Den ganzen Artikel lesen »

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Der Schriftsteller Jörg Albrecht wird in Abu Dhabi festgehalten – ein Hilferuf

Der Schriftsteller Jörg Albrecht wird in Abu Dhabi festgehalten – ein Hilferuf

Jörg Albrecht ist ein Sprachkünstler. Ein leiser, ein höflicher Mensch. Einer der zuhört, einer der viel überlegt. Einer, der voller spannender und bemerkenswerter Gedanken steckt. Und einer, der sich nicht im Eindimensionalen bewegt. Einer, der sich für andere Menschen, andere Kulturen interessiert, der neugierig und aufgeschlossen ist, reflektiert und respektvoll. So habe ich den mittlerweile in Berlin lebenden Jörg Albrecht in seiner Heimat Dortmund kennengelernt, bei Gesprächen und Interviews zu seinen Büchern und Theaterinszenierungen. Jetzt sitzt … Den ganzen Artikel lesen »

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TV-Nostalgie (16): Dieter Hildebrandt – die besten Jahrzehnte des Kabaretts

TV-Nostalgie (16): Dieter Hildebrandt – die besten Jahrzehnte des Kabaretts

Heute bestreiten gewisse „Comedians“ ganze Abende mit dröhnenden Flachwitzchen darüber, dass Frauen auf Handtaschen und Schuhe versessen sind oder angeblich nicht einparken können. Welch ein himmelweiter Unterschied zum politischen Kabarett, das den Namen verdient! Da geht’s beim Lachen eben auch ums Nachdenken. Und wer hätte mehr dafür gestanden als Dieter Hildebrandt? Der Mann fehlt! Sicher: Das parteipolitische Witzeln der 50er und 60er Jahre hatte sich irgendwann mal erledigt. Doch einer wie Hildebrandt lief zwar gewiss nicht … Den ganzen Artikel lesen »

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“Die Spiegel-Affäre”: Starker Politthriller um Augstein und Strauß

“Die Spiegel-Affäre”: Starker Politthriller um Augstein und Strauß

Das war ziemlich großes Kino, was uns die ARD (und ein paar Tage zuvor arte) heute geboten hat: „Die Spiegel-Affäre“ war eines jener raren Fernseh-Ereignisse, für die man denn doch gern seine Gebühren zahlt. Die Älteren erinnern sich – und hoffentlich wissen auch einige Jüngere ein wenig Bescheid: Im Oktober 1962 berichtete das Hamburger Magazin „Der Spiegel“ unter der Schlagzeile „Bedingt abwehrbereit“ über die mangelnde Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr. Kampf um die Pressefreiheit Franz Josef Strauß, CSU-Verteidigungsminister im Kabinett … Den ganzen Artikel lesen »

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“Mittelalter” als Mummenschanz für Millionen

“Mittelalter” als Mummenschanz für Millionen

Am Sonntag hat Familie B. ein paar Stunden auf einem so genannten „Mittelalterfest“ verbracht. Nun könnte man das unter dem bewährten Blutdrucksenkungs-Motto „Hingehen – gucken – weggehen“ abhandeln. Doch dann stünden hier nur wenige Zeilen. Das Festival hat in Dortmund volle fünf Tage gedauert. Täglich strömten viele Tausend zum Fredenbaum, dem weitläufigen Grün in der Nordstadt. Man wüsste gern, was die Kommune den Veranstaltern abknöpft und wie dann die Umsätze und Gewinne so aussehen. Wahrscheinlich kann … Den ganzen Artikel lesen »

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Familienfreuden XV: Ostern von seiner Schokoladenseite

Familienfreuden XV: Ostern von seiner Schokoladenseite

So ist das ja meistens mit den Sachen, die man sich auf eine ganz bestimmte Weise sooo schön vorgestellt hat – sie laufen ganz anders als geplant. Oder mit anderen Worten: Ostern mit einer fast Zweijährigen. Eier und Geschenke verstecken, Gäste herzlich begrüßen, vielleicht noch etwas vom Osterhasen erzählen – und dann das Startsignal für die große Suche im Garten geben, bei der alle freudig die Tulpen nach Buntebemaltem durchforsten. So in etwa sah meine Vorstellung … Den ganzen Artikel lesen »

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Ai Weiwei und die Kunst des Konflikts

Ai Weiwei und die Kunst des Konflikts

Er hätte in New York bleiben können, frei, unbehelligt. Immerhin lebte der chinesische Künstler und Architekt Ai Weiwei von 1981 bis 1993 seinen amerikanischen Traum. Aber wer kannte ihn schon? Erst als aufrührerischer Heimkehrer entwickelte Ai ein von der westlichen Welt bewundertes Werk voller Zorn und Schönheit. Der Konflikt mit dem kommunistisch-kapitalistisch agierenden Regime inspiriert ihn zu immer wieder neuen Installationen, die er jetzt in einer grandiosen Schau im Berliner Gropius-Bau zeigt: „Evidence“ – Beweis. Dass … Den ganzen Artikel lesen »

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Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten

Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten

Über evangelische Pfarrhaushalte ist schon so manches geschrieben worden. Der Schriftsteller Tilman Röhrig (Jahrgang 1945) kann seine besondere Geschichte aus solch einer Familie erzählen, die doch in den Grundzügen zugleich furchtbar zeittypisch anmutet: Er ist als Kind von seinem Vater windelweich geprügelt worden. Immer und immer wieder. Oft aus nichtigen Anlässen. Willkürlich. Manchmal nur, weil die Stiefmutter es eben so wollte. Eine Realität wie aus dem bösen Märchen. Röhrigs erschütternder Bericht vom höllisch gottgleich strafenden Vater … Den ganzen Artikel lesen »

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Drama in Damaskus: “Kuss” am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt

Drama in Damaskus: “Kuss” am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt

Aktuelle politische Konflikte auf die Bühne zu bringen, ist immer ein Risiko: Kann man dem Schrecken des Krieges und dem Leid der Opfer im fiktionalen Raum wirklich gerecht werden? Kann man den jeweiligen Konflikt überhaupt verstehen, wenn er sich in einem völlig anderen Kulturkreis und Machtgefüge abspielt? Wie entgeht man der Gefahr des herablassenden europäischen Blickes, der den betroffenen Gesellschaften zuerst mangelndes Demokratieverständnis attestiert und sich dann ratlos abwendet? Die Uraufführung „Kuss“ von Guillermo Calderón am … Den ganzen Artikel lesen »

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TV-Nostalgie (12): “Kir Royal” – Gier nach Glanz

TV-Nostalgie (12): “Kir Royal” – Gier nach Glanz

Wir erinnern uns: Nach den vergleichsweise kargen 70ern standen viele Leute nach 1980 ganz unverblümt auf Luxus und Verschwendung. Diese Zeitstimmung ist nirgends trefflicher eingefangen worden als in einer Fernsehserie: „Kir Royal“ (ab September 1986 im ARD-Programm) gehört wohl immer noch zum Besten, was das Medium in Deutschland je geboten hat. Man hätte all die Dekadenz und Korruption, den obszönen Reichtum und das dazu passende Schnorrertum in der Münchner „Bussi“-Gesellschaft ganz anders, nämlich viel zorniger darstellen … Den ganzen Artikel lesen »

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Brigitte Bardot und die erotische Nostalgie

Brigitte Bardot und die erotische Nostalgie

Heute Abend war Henri-George Clouzots Filmklassiker „Die Wahrheit“ (1960) im arte-Programm zu sehen. Da dachte ich spontan: Den schaust du dir noch einmal an. Wer spielt die Hauptrolle? Richtig: Brigitte Bardot! Mit diesem Film wurde sie erstmals auch als ernsthafte Charakterdarstellerin wahrgenommen. Zuvor hatte die Bardot vor allem als blonde Lolita Männern – wie man früher zu sagen pflegte – “den Kopf verdreht”, vorwiegend in nicht allzu ambitionierten Filmen. Charakteristisch schon die (deutschen) Titel wie „Gier … Den ganzen Artikel lesen »

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Mit Lebenslust altern und sterben – Der Film “Rosie” kommt ins Kino

Mit Lebenslust altern und sterben – Der Film “Rosie” kommt ins Kino

Rosie geht es gesundheitlich gar nicht gut. Trotzdem hat sie keine Lust, mit dem Trinken und Rauchen aufzuhören. Der Rat ihrer Ärzte kann ihr gestohlen bleiben und gegen die Vorhaltungen ihrer (erwachsenen) Kinder ist sie immun. Wenn sie schon das verbitterte Gesicht ihrer schmallippigen Tochter Sophie sieht oder den besänftigenden Dackelblick ihres Sohnes Lorenz, dann wird ihr ganz anders. Rosie, obwohl bereits vom Tode gezeichnet, ist eine lebenslustige Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt … Den ganzen Artikel lesen »

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Nichts blieb, wie es war: Herfried Münklers umfassendes Werk über den Ersten Weltkrieg

Nichts blieb, wie es war: Herfried Münklers umfassendes Werk über den Ersten Weltkrieg

Es hätte ein deutsches Jahrhundert werden können – im positiven Sinn. Ob Wissenschaft, Technik, Medizin oder Industrie: Deutschland nahm 1914 in Europa durchaus eine Vorreiterrolle ein und erfuhr vielfältige Anerkennung. Verheißungsvoll waren auch die Signale des südlichen Nachbarn, der k.u.k. Monarchie. Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand wollte den einzelnen Nationalitäten mehr Eigenständigkeit gewähren, um auf diese Weise den Vielvölkerstaat in eine sichere Zukunft zu führen. „Wo ist da also das Problem?“, drängt sich als Frage am Vorabend … Den ganzen Artikel lesen »

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Wie Werte entstehen und schwinden – “Kunst und Kapital” im Lehmbruck-Museum

Wie Werte entstehen und schwinden – “Kunst und Kapital” im Lehmbruck-Museum

Künstler haben manchmal so ihre Schliche, um die gängigen Praktiken des Kunstmarkts zu unterlaufen. Mal wird nur ein wenig origineller Stempel als Signatur verwendet, so dass der Wert des zugehörigen Werkes auf einmal zweifelhaft ist. Mitunter wird gleich gezielt dafür gesorgt, dass keinerlei oder wenigstens kein einmaliges oder bleibendes Objekt vorhanden ist, an das sich zählbare Wertschöpfung knüpfen könnte. Um solche (teilweise vertrackten) Strategien dreht sich im Duisburger Lehmbruck-Museum die Ausstellung des Akzente-Festivals. „Hans im Glück – … Den ganzen Artikel lesen »

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Ja, das Schreiben und das Lesen…

Ja, das Schreiben und das Lesen…

Seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten – ach, eigentlich immer schon, seit es Schriftzeichen gibt – wird um den Bestand der Lese- und Schreibkultur gebangt. Zugegeben: Man bangt ja auch gerne mit. Aber: Es ist auch schon eine Binsenweisheit, dass – allen Bilderfluten zum Trotz – das Internet eine neue Verschriftlichtung mit sich bringt. Früher war die Schwelle zum Schreiben und vor allem zum freimütigen Herzeigen des Geschriebenen bedeutend höher. Doch nun darf jede(r) ‘ran, auch wenn sämtliche … Den ganzen Artikel lesen »

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Armer Thilo Sarrazin: Er leidet ganz schrecklich unter dem “Tugendterror”

Ich hatte es ja befürchtet, hegte allerdings die Hoffnung, drum herum kommen zu können. Aber diese Hoffnung trog, wie ich heute erfuhr. Er hat es wieder getan: Thilo Sarrazin hat wieder ein Buch geschrieben. Was noch schlimmer ist: Er hat einen Verlag, der es drucken lässt, bewirbt und in die Buchläden bringt. “Der neue Tugendterror” heißt es, vom bedauernswerten Opfer Thilo Sarrazin handelt es, die Leiden im boshaften Dschungel des bundesdeutschen “Gutmenschentums” mit angeschlossener Medienbranche soll es erzählen. Der verlagsernannte Querdenker tobt seinen Flachsinn mal wieder “gewohnt scharfsinnig” (Werbe-O-Ton des Verlages, DVA) aus, rechnet mit Missständen ab, geißelt alles, was nicht in der Betrachtung seines überragenden Geistes bestehen kann (und da gibt es vermutlich nur sein Spiegelbild) und belehrt jedermensch, dass er nur einem seine ungeteilte Bewunderung schenken darf – ihm, … Den ganzen Artikel lesen »

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