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Revierpassagen » Psychologie

Die guten Seiten der schlechten Stimmung

Die guten Seiten der schlechten Stimmung

Soll man sich wirklich von allen Hoffnungen und jedwedem Optimismus verabschieden und stattdessen Trauer und Pessimismus Vorschub leisten? So will der Arzt und Psychologe Dr. Arnold Retzer sein Buch „Miese Stimmung“ wohl kaum verstanden wissen, auch wenn er schon nach wenigen Zeilen einen Wertewandel für überfällig hält. Vereinfacht könnte man zwar sagen, der Privatdozent an der Universität in Heidelberg möchte die Menschen drängen, statt auf Spaß und Erfolg lieber auf Trauer und Scheitern zu setzen. Der … Den ganzen Artikel lesen »

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Gerhard Roth und die Gugginger Künstler: Tolle Bilder, empathisch einfühlsame Texte

Gerhard Roth und die Gugginger Künstler: Tolle Bilder, empathisch einfühlsame Texte

Rechtzeitig vor dem Geburtstag Gerhard Roths, des bedeutenden österreichischen Schriftstellers, der am 24. Juni 70 Jahre alt wurde, erschien im Mai im Residenz Verlag ein opulenter Text– , Bild– und Foto–Band: Gerhard Roths „Im Irrgarten der Bilder / Die Gugginger Künstler“. So wichtig Gerhard Roths Texte für diesen Bildband auch sind, sie legen allesamt Wert darauf, die individuelle Besonderheit der Gugginger Künstler vordringlich und in uns Leser…n nachhallend zur Geltung kommen zu lassen. Was in meinem … Den ganzen Artikel lesen »

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Vandalismus unter der Gürtellinie

Vandalismus unter der Gürtellinie

Ikonoklasmus, Bildersturm: eine der absurdesten Artikulationen unserer Zeit. Passive Kulturgüter, ob aus politischer oder persönlicher Aversion, mit Gewaltakten zu zerstören, ist in aufgeklärt-demokratischen Gesellschaften schlichtweg daneben. Was jedoch heutzutage besonders bemerkenswert erscheint: das avisierte Körperteil. Michelangelo, dessen Statue des “Auferstandenen Christus” in der römischen Kirche Santa Maria sopra Minerva bis heute einen pietätsgerechten Lendenschurz zu tragen hat, war gestern. Aber immerhin, diese große Bildhauerei ist ja noch vollendet, wenn auch mit Fremdslip. Unterhalb der Gürtellinie trifft’s … Den ganzen Artikel lesen »

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Der Familie entgeht man nicht – Zeruya Shalevs Roman “Für den Rest des Lebens”

Der Familie entgeht man nicht – Zeruya Shalevs Roman “Für den Rest des Lebens”

Auch wenn man selbst schon Kinder hat und in der Mitte des Lebens steht: Solange die eigenen Eltern leben, bleibt man ein Kind. Ein Kind, das von der Erziehung und den Erwartungen und Enttäuschungen der Eltern geprägt ist, ein Kind, das den Tod der Eltern verkraften muss, während man selbst Kinder erzieht und sie vor dem Tod beschützen will. Vor allem davon, dass Eltern uns „Für den Rest des Lebens“ prägen und die Familienbande stärker sind … Den ganzen Artikel lesen »

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Piccoli als Papst: Man muss wohl etwas katholisch denken

Piccoli als Papst: Man muss wohl etwas katholisch denken

Ein Film, der mit einer Beerdigung beginnt – das ist normalerweise ein „Tatort“. Bei „Habemus Papam“ wird jedoch ein Papst beerdigt, und zwar Johannes Paul II. Die bekannten Dokumentaraufnahmen führen in einen Spielfilm ein, in dem es um einen fiktiven Papst geht, der von den Kardinälen im Konklave gewählt wird, der sich aber vor der Größe der Aufgabe fürchtet und flieht. „Ein Papst büxt aus“ heißt deshalb in Deutschland der (misslungene) Nebentitel. Michel Piccoli spielt diesen … Den ganzen Artikel lesen »

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Hier daafsse nichma bekloppt werden!

Hier daafsse nichma bekloppt werden!

Materialien zur psychotherapeutischen Behandlung des Ruhrgebiets   Die Statistik ist wohl nicht mehr taufrisch, doch bemerkenswert: Im Ruhrgebiet warten Klienten im Schnitt 17 Wochen auf psychotherapeutische Hilfe. Im Bundesdurchschnitt sind es 12,5 und im Osten der Republik 16,1 Wochen. Grund für die offenbar eklatante Unterversorgung: In anderen Großstädten werden rund 40 Therapeuten je 100 000 Einwohner zugelassen, im Revier nur ungefähr 10. Diese Zahlen hat Prof. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung … Den ganzen Artikel lesen »

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Meine liebe Datenkrake

Meine liebe Datenkrake

Vor Facebook sind wir alle gleich: Großeltern und Enkel einträchtig im Dienst für die große Sache, die da heißt: Alle Menschen werden Freunde. Falsch. Ein wesentlicher Unterschied trennt die Jungen von den jung Gebliebenen. Erstere tun ganz entspannt, was Facebook sie tun heißt, und schicken dessen Gesellschaftsspiele sorglos kreuz und quer über Schulhöfe und Kontinente. Ihre Vorfahren hingegen tun selbiges und schämen sich dafür – und das zunehmend wortgewaltig. Inzwischen versendet die Mehrzahl der Ü30 … Den ganzen Artikel lesen »

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Das Sexmonster greift an

Das Sexmonster greift an

Ob eine Dreiecksbeziehung mit Leiche, Blutorgien oder das kampfbereite Hirn von Hitler – der als Trash-Papst gefeierte Arthouse-Horrorfilmregisseur Jörg Buttgereit hat eine Vorliebe für Themen, die unsere Gesellschaft lieber verdrängen würde. Der Dortmunder Schauspieldirektor Kay Voges hat diesen Grenzgänger engagiert, mit dem Double-Feature „Green Frankenstein“ und „Sexmonster“ die Studio-Saison zu eröffnen. Mut, der sich gelohnt hat. Jörg Buttgereit hat eigentlich Unmögliches möglich gemacht: Trash-Kultur im Theater, Film auf der Bühne, japanischer Monsterfilm ohne Monster, schmieriges Zitat … Den ganzen Artikel lesen »

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Weiß

Weiß

 Jawohl, Euer Ehren: Ich gestehe. Ich gehöre auch zu denen, die mit der Kamera im Anschlag durch Ausstellungen ziehen, und von denen man sich fragt, was sie mit all den erlegten Terabytes eigentlich anstellen. Naja, erstmal beschriften und in entsprechenden Ordnern versenken. Selbige tragen so unverfängliche Titel wie „Malerei“, „Skulptur“, „Installation“ und so. Guckt man aber rein, fällt – in meinem Fall – eine gewisse Einseitigkeit auf. Es sieht nicht allzu farbenfroh aus da drinnen. … Den ganzen Artikel lesen »

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Träumen ohne Sigmund Freud

Träumen ohne Sigmund Freud

Psychoanalytiker und Patienten, die hofften, auf der Couch verquasten Träumen und verdrängten Wünschen auf die Spur zu kommen, müssen dieser Tage ganz tapfer sein. Nicht genug, dass der französische Philosoph Michel Onfray meint, Sigmund Freuds Lehre sei bloß ein auf Hirngespinsten und Obsessionen basierendes Konstrukt und der Ödipus-Komplex eine Legende. Jetzt haben auch noch Neurologen und Psychologen der Universität Zürich Freuds Traumdeutung entzaubert. Freuds These, wir würden in unseren Träumen einen Weg zum Unbewussten finden … Den ganzen Artikel lesen »

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Facebook: Das Leben der Anderen

Facebook: Das Leben der Anderen

Da lungert man schon seit geraumer Zeit bei Facebook herum und hat noch nichts darüber geschrieben. Das geht nicht an! Zumal Facebook ansonsten das meistbekakelte Ding in der Medienlandschaft sein dürfte. Wir haben hier also das unoriginellste aller Themen. Das mutmaßliche Interesse ist in etwa so breit gestreut wie früher bei TV-”Straßenfegern”. Millionen können mitreden oder glauben dies jedenfalls. Wo gibt es das sonst noch – außer vielleicht beim Fußball. Nein, hier wird keine schneidige oder geschmeidige … Den ganzen Artikel lesen »

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Soziale Miniaturen (9): Pornosammler

Soziale Miniaturen (9): Pornosammler

Sein Spitzname klingt so ähnlich wie „platsch!“ Als würde da jemand steinschwer ins Wasser plumpsen. Unrettbar und doch irgendwie brunzlustig. Einem wie ihm gibt man früher oder später einen solchen Spitznamen. Er gehört zu jenen, die wohl nie mit einer Frau leben werden. Schwul ist er wahrscheinlich nicht, sondern ein manischer Onanist. Ein bekennender. Nein, ein herausprustender. Mag sein, dass man ihn früher einen „Hagestolz“ genannt hätte. Obwohl man sich einen solchen eher mager und ausgedörrt vorstellt. … Den ganzen Artikel lesen »

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Das wandernde Tagebuch

Das wandernde Tagebuch

Wie man dazu kam, wer weiß das schon? Im Nachhinein kann man viel behaupten, tut es dann vielleicht auch, weil es mit der Erinnerung nicht soweit her ist. Kurze Erinnerung. Kleine Festplatte, auch genannt Hirn. Aber immer behaupten, man wüsste es. Ach, Frau Koch-Mehrin, damals bei Plasberg. Und was kam noch alles danach, vom Davor ganz zu schweigen. Koch-Mehrin, was für ein Name ! Plötzlich tauchte die auf. Blond und langbeinig, kein Mutter-Typ wie U.v.d.L. - hier gemeint der Mutter-Typ des neuen Jahrtausends, also nicht: Mütter aller Länder vereingt … Den ganzen Artikel lesen »

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Im Kino: Udo ist eben doch nicht Kurt Krömer

Mal wieder ins Kino gegangen, weil im WDR ein Interview mit Kurt Krömer über seine Rolle als „Udo“ zu sehen und zu hören war. Hat es sich gelohnt? Natürlich ist Kurt Krömer im Detail immer ein Hinsehen wert. Im Film „Eine Insel namens Udo“ spielt Krömer aber gar nicht seine Rolle als Kurt Krömer, sondern einen eher schüchternen, etwas zerbechlichen Mann, ohne Krömers markante Brille. Er ist der Kaufhausdetektiv Udo, der von allen übersehen wird – „schwersichtbar“ eben – bis die Managerin Jasmin kommt und ihn wahrnimmt, samt Flecken im Hemd und seiner schrulligen Art. Sie ist auf ihre Weise eben selbst ein wenig kauzig, und so endet diese Komödie dann auch etwas naiv romantisch. Gelohnt hat sich der Kinobesuch wegen der teils witzigen Dialoge und der schrägen Bilder. Auch die … Den ganzen Artikel lesen »

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Soziale Miniaturen (8): Geschlossene Abteilung

Sie haben J. in die „Geschlossene“ eingewiesen, denn er ist mehrmals aus dem Altenheim geflüchtet. Die Polizei musste ihn jeweils einfangen. Wie schnell dann solch eine Einweisung geht. Er gehört hier ganz offenkundig nicht hin. Ringsherum die schweren „Fälle“, stundenlang in endlos wiederholten Bewegungen kreisend. Ob ihnen noch zu helfen wäre? Das übersteigt nicht nur den Laienverstand. Mit J. ist man schlichtweg „nicht fertig geworden“, wie es schon bei widerspenstigen Kindern heißt. Er beharrt auf seinen Rechten. Er will hier raus. Er schreibt Briefe an Behörden, „Eingaben“, mit sorgfältig ausgeschnittenen Pressezitaten gespickt. Er droht, dem „Focus“ das brisante Material zuzuspielen. Manchmal redet er krauses Zeug, das sich nicht erschließt, doch dann ist er wieder ganz und gar zugänglich und zugewandt. Ein Irrer ist er nicht, schon gar nicht gemeingefährlich. Als der leitende Arzt … Den ganzen Artikel lesen »

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Morgen-Notiz aus der Provinz

Morgen-Notiz aus der Provinz

Nein, ich zweifel nicht daran, dass heute Freitag ist. Man sagt, es ist Freitag und wer reibt sich heute nicht alles die Hände… Manchmal werden sie auch gefaltet. Oh, gesegneter Freitag ! Oh, heiliges Wochenende! Ach, ändert sich denn wirklich etwas? Wer ändert sich denn schon? Immer wird verlangt, die anderen sollten sich ändern. Von sich selbst nimmt man in dieser Sache lieber Abstand. Da betreibt man gerne Denkmalpflege… Mit den letzten Ruinen gehen sie hausieren… und merken es nicht einmal… Verschanzt hinter ihrem eigenen Gedankengut, welches alles andere als … Den ganzen Artikel lesen »

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Hungerast?

Hungerast?

Der Hungerast ist wie eine Wand, die steht vor dir, erbarmungslos. Man friert. Die Beine werden schwach. Man schimpft. Dort oben hört einen niemand. Da kann man schimpfen, man kann bitten, man kann flehen. Irgendwo um 2000 Meter, da oben am Tourmalet, am Großglockner, am Furka oder Grimselpass, wo kein Baum mehr steht, da fängt es an zu schneien. Man hat keine Winterreifen und auch keine 50 000 Euro von Milchschnitte. Man hat eigentlich keine Schnitte. Das Zelt ist vom Discounter, die Handschuhe hat Omma gestrickt. So ist … Den ganzen Artikel lesen »

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Was soll das?

Was soll das?

Man fragt sich das im Straßenverkehr, im Garten, am Herd, an der Theke, vorm Fernseher, im Bett, an der Tastatur, bei H&M, in der Badewanne, im Café, an der Ampel… Immer fragt man sich: was soll das? Man liest die Zeitung: was soll das? Man bohrt in der Nase: was soll das? Zweifellos suchen wir nach Erklärung, manchmal nach Sinn. Das kann man auch Bestandschutz nennen. In einer dynamisierten Welt sehnen wir uns nach Schutz. Wir zweifeln, ob wir das Tempo mithalten können… Alles geht so … Den ganzen Artikel lesen »

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Spieglein

Spieglein

Spieglein, Spieglein an der Wand, oh Schreck, man hat sich selbst erkannt             Foto: by Stefan Dernbach … Den ganzen Artikel lesen »

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Schubladen

Schubladen

Schublade auf, Schublade zu. Nochmal auf, gucken, und wieder zu. Kompaktes Format. Sehr überschaubar. Das gibt Sicherheit. Noch ein paar Nägel in die Rahmung. Man weiß ja nie was kommt. Aber man weiß, was sich in der Schublade befindet. Das weiß man. In der Schublade liegt das Vermächtnis. Man hat uns etwas vermacht, oftmals völlig ungefragt. Eine Gabe. Milde Gabe, lustige Gabe, langweilige Gabe, ärgerliche Gabe, liebevolle Gabe … Alles in die Schublade … Dort gibt es Fächer wie in Besteckkästen. Für das Süße, gibt es Kuchengabeln. Kleine Gäbelchen. Die Messer liegen … Den ganzen Artikel lesen »

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FAZ: Kopf-Gevögel?

Das gewichtige Blatt liegt vor einem, ein paar Seiten umdrehen, anhalten, schauen. “Von Tätern und Opfern”…29. Mai 2011 – FAZ – Sonntagszeitung Die Protagonisten: Christoph Röhl & Tilman Jens. Der Röhl hat einen Film gemacht & der Jens ein Buch geschrieben. Das klingt dann zunächst mal alltäglich, ja wäre da nicht die Odenwaldschule. Wer sich etwas mit der Gesellschaft befasst, bei dem klingelt es sofort. Aber warum ist dieser Artikel in der Rubrik – Politik – gelandet? Eine Debatte, na ja, eher ein Streit zweier Kulturschaffender. Man hat sich in den Haaren, zieht und zerrt. Wer hat denn nun geschlampt? – der Röhl oder der Jens – oder beide? Auf jeden Fall haben sich beide Protagonisten an das Thema – Missbrauch – gewagt, der eine ( Tilman Jens ) befasst sich mit den Tätern, der andere ( … Den ganzen Artikel lesen »

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Hirnforschung

Hirnforschung

Liebes Revier. Genaugenommen braucht es euch nicht zu bekümmern, welche Ausstellung heute in anderen Bundesländern eröffnet. In der vorliegenden aber geht es um ein Hirn. Und ich dachte, weil bei euch der eine oder andere vielleicht auch sowas hat, könnte es interessant sein. Hier also nähere Infos zu Max Brand: „Meine Gedanken“ Galerie Jacky Strenz, Frankfurt am Main, 7.5. – 1.7.11 Schlechte Sicht. Der Blick von der Straße wird von einem Vorhang getrübt. Die mangelnde Transparenz … Den ganzen Artikel lesen »

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“Die Stadt der Blinden”: Wie das Böse anschwillt

Diese heillose Bestürzung ist eigentlich unvorstellbar: dass man urplötzlich erblindet und einem die sichtbare Welt gefährlich fremd wird. In „Die Stadt der Blinden” erfasst die rätselhafte Epidemie nach und nach fast die gesamte Bevölkerung. Fernando Meirelles (bekannt durch seine knallharte brasilianische Favela-Sozialstudie „City of God”) hat das Wagnis auf sich genommen, den 1995 erschienenen Roman des Literaturnobelpreisträgers José Saramago in Bilder zu fassen. Wie aber kann man im Kino eine Geschichte vermitteln, die unter Blinden spielt? Der Regisseur hat sich nicht für partielle Finsternis, sondern für ein grellweißes Gleißen entschieden, das viele Passagen des Films durchzieht und ins Surreale hebt. Die Wirklichkeit bleicht aus. Anfangs ist es ein einziger Mann, der sein Augenlicht verliert. Dass ihm gleich darauf das Auto gestohlen wird, ist die Ursünde, die auf kommende Übel vorausdeutet. Als … Den ganzen Artikel lesen »

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Was Musiker krank macht

Davon weiß man als Hörer und Konzertbesucher nichts: Viele, sehr viele Musiker spielen sich krank. Und: Häufig kommt im Klassik-Bereich der Missbrauch von Tabletten oder Alkohol vor. Solche dringlichen Probleme behandelt die Musikmedizin, die als eigenständige Disziplin noch recht jung ist. Nachgefragt beim Berliner Professor Helmut Möller, einem führenden Vertreter dieser Fachrichtung. Musikalische Talente und Routiniers so etwa zwischen 12 und 60 kommen in Möllers Sprechstunde. Erst kürzlich saß ein junger Freund und Kollege des chinesischen „Wunderpianisten” Lang Lang dort; völlig verzweifelt, weil er den eigenen Ansprüchen nicht mehr zu genügen glaubte. Die psychosomatischen (leiblich-seelischen) Symptome dürften auch daher rühren, dass dieser Mann sich ständig am weltweiten Erfolg seines Freundes misst. Damit sind wir schon bei einem Kernpunkt. In kaum einem Beruf ist die Konkurrenz so unerbittlich und täglich spürbar wie … Den ganzen Artikel lesen »

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Okkulte Kunst: Vision und Wahn

Mit spiritistischen Séancen und Tischerücken fing es oft an. Bald folgte das manische Malen: Es entstanden dann Hunderte, ja Tausende von „medialen” Bildern – angeblich aus dem Jenseits diktiert oder von höheren Wesen „befohlen”. Das Museum Bochum zeigt jetzt solch okkulte Kunst, deren Urheber nicht selten in der Psychiatrie endeten. Es ist keine Grusel-Schau. Aber es sind Grenzgänge zwischen Vision und Wahn, die einen nicht kalt lassen. Beklemmend ist vielfach die Zwanghaftigkeit, immer und immer wieder dieselben Formen und Figuren auf Leinwand oder Papier zu bannen. Mal sind es Ornamente, mal schier endlose Schriftzüge oder entseelt starrende Augen, die den Betrachter durchbohren. Solche Botschaften rühren an die Ängste jedes Menschen. Manchmal nah an der Avantgarde Es waren oft einfache Bäuerinnen oder Handwerker, die für übersinnliche Einflüsterungen empfänglich waren, als „Medien” oder Hellseher … Den ganzen Artikel lesen »

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Silvester und der Alkohol

„In Sachen Alkohol ist Silvester eindeutig der gefährlichste Tag des Jahres.” Das sagt einer, der es wissen muss. Der Bottroper Peter Kruck hat sich tief ins Thema versenkt. Er ist Autor des Standardwerks mit dem glasklaren Titel „Alcohol”. Am letzten Tag des Jahres sind Sekt, Wein, Bier und Konsorten so selbstverständlich wie sonst nie. „Da feiert man den ersten Tag vom Rest seines Lebens intensiver als sonst”, weiß Kruck (42). Auch werden womöglich negative persönliche Jahresbilanzen „ertränkt”. Andentags folgt unweigerlich der Neujahrskater. Und noch eine Besonderheit zu Silvester: „Es wird zunächst oft nicht einfach drauflos getrunken, sondern eher mit Maß und Ziel – schließlich will man gegen Mitternacht noch die Uhr im Blick behalten.” Aber dann… Gut möglich, dass Relikte aus der langen Kulturgeschichte des Alkohols ins Heute hineinragen. Kruck: „Vielleicht … Den ganzen Artikel lesen »

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Die Kultur des Rauchens schwindet

Tja, Leute, bald ist es so weit. Dann darf man an vielen, vielen Orten nicht mehr ungestraft rauchen. NRW-Gaststätten werden ab 1. Januar 2008 vermutlich fast durchweg zur qualmfreien Zone, bei der Bahn ist ab 1. September auch in Fernzügen Sense. Das bedeutet auch, dass eine Kulturepoche verrinnt. Pflichtschuldiger Hinweis: Dieser Zeitungsartikel wird Ihrer Gesundheit nicht schaden! Die europäische Ära des gekräuselten blauen Dunstes hat im Prinzip mit Kolumbus begonnen, in dessen Gefolge das von Anfang an umstrittene Tabakszeug aus der „Neuen Welt” zu uns kam. Es gab Zeiten, in denen manche Ärzte das Laster sogar als gesund einstuften. Doch früh wurde es auch als „Saufen des Nebels” geschmäht. Goethe war strikt dagegen, Hitler auch. Aber was besagt das schon? Um nur ein paar Beispiele aus der Hochkultur zu nennen: Ist … Den ganzen Artikel lesen »

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Balthus: Zwischen Unschuld und Verführung

Halb sitzt sie noch, halb liegt sie schon. Pose und Mimik des Mädchens sind gleichermaßen traumverhangen wie lasziv. Der Ausdruck flimmert zwischen Unschuld und Verführung. Der Blick des Malers und somit das Augenmerk Betrachters richten sich auf den weiß aufblitzenden Schlüpfer unter ihrem hochgerutschten roten Rock. The´rèse, die dem Künstler Balthus 1938 hierfür Modell saß, war damals erst zehn oder elf Jahre alt . . . Der Franzose Balthus ist berüchtigt wegen solcher begehrlichen Lolita-Bildnisse. Mit welcher malerischen Inbrunst er sich allein schon den entblößten Knien dieser Pubertierenden gewidmet hat, die nicht mehr kindlich spielen und niemals lächeln! So fing er die halb unbewusst erwachende Erotik sinnend in sich gekehrter Nymphen ein. Das erscheint heikel, ja mitunter skandalös. Und ist skandalös gut gemacht. Fast hilflos steht man vor derlei überragender Könnerschaft. Noch … Den ganzen Artikel lesen »

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Philosophische Suche nach dem Sinn

Bochum. Der Bochumer Gregor Nottebom hat eine ganz besondere „Ich-AG“ gegründet. Der studierte Philosoph versucht Menschen bei der Sinnsuche zu helfen – im direkten Gespräch, telefonisch oder auch via e-Mail und Internet. Gegen Gebühr, versteht sich. Ein Gespräch mit ihm über sein wahrhaft weitläufiges Arbeitsfeld. Frage: Suchen die Leute das ganze Jahr über bei Ihnen Rat? Gregor Nottebom: Hochsaison ist jetzt, um Weihnachten herum. Es ist tatsächlich so, wie man es sich vorstellt. Wenn zu Weihnachten viele mal etwas mehr Zeit haben, kommen auch manche Konflikte ans Licht. Und die Sinnfrage stellt sich stets in Konflikt-Situationen. Wie grenzen Sie sich mit Ihren Ratschlägen vom Psychologen ab? Nottebom: Meine Klienten sind in der Regel nicht krank oder ernsthaft gestört. Falls doch, dann empfehle ich ihnen eine Psychotherapie. Bei mir geht es eher um Kommunikations-Probleme, die … Den ganzen Artikel lesen »

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