Revierpassagen » Archive
Kleistiana (2): Über Haydns Tod
Kleistgedenkjahr 2011 + Joseph Haydns Gedenktag heute Etwa 2 Monate vor dem von Hardenberg über Raumer bewirkten, abrupten Ende der ersten Berliner Abendzeitung mit ihrer 153. Ausgabe, jener Zeitung Heinrich von Kleists, die seit dem 1. Oktober 1810 erschienen war, erschien unter den Miszellen ein Beitrag zu Joseph Haydns Tod am 31. Mai 1809. Man mag diesen Text als ganzen vermittels folgenden Links bitte nachlesen: http://modules.drs.ch/data/attachments/2009/090531_Haydn%20heute.pdf Der Schweizer Rundfunk bzw. Radio (DRS 2) , der den von Kleist übersetzten und geringfügig erweiterten Text ins Netz gestellt hat, hat ihn nach der Sembdnerschen Kleist-Ausgabe zitiert. Nimmt man auch noch die neuere Münchener Kleist-Ausgabe hinzu, wie ich es gerade wohlweislich getan habe, so stellt man vor allem fest, dass das in Kupfer gestochene Haydn-Wort dort in einem anderen Wortlaut zitiert wird: “Meine Kraft ist erloschen, Alter und Schwäche drücken … Den ganzen Artikel lesen »
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Spieglein
Spieglein, Spieglein an der Wand, oh Schreck, man hat sich selbst erkannt Foto: by Stefan Dernbach … Den ganzen Artikel lesen »
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Schubladen
Schublade auf, Schublade zu. Nochmal auf, gucken, und wieder zu. Kompaktes Format. Sehr überschaubar. Das gibt Sicherheit. Noch ein paar Nägel in die Rahmung. Man weiß ja nie was kommt. Aber man weiß, was sich in der Schublade befindet. Das weiß man. In der Schublade liegt das Vermächtnis. Man hat uns etwas vermacht, oftmals völlig ungefragt. Eine Gabe. Milde Gabe, lustige Gabe, langweilige Gabe, ärgerliche Gabe, liebevolle Gabe … Alles in die Schublade … Dort gibt es Fächer wie in Besteckkästen. Für das Süße, gibt es Kuchengabeln. Kleine Gäbelchen. Die Messer liegen … Den ganzen Artikel lesen »
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Kleistiana (1): “Der Zweikampf”
KLEISTIANA (1) Verbrechen und Klarheit Zu Heinrich von Kleists meist sträflich unbekannter Erzählung „Der Zweikampf“ Am Anfang der Geschichte steht – wie überliefert, so auch hier – ein Mord. Wer ist der Mörder? Indizien werden gefunden, Alibis und Gegenindizien auch. Durch das plausibel erscheinende Alibi des Hauptverdächtigen gerät eine bisher unbescholtene, als unbedingt ehrenhaft geltende Person in Verdacht, den sich Neider und sehr schnell Überzeugte, will sagen, allzu schnell Überzeugt-sein-Wollende, zunutze machen. Vordergründig um eine Kriminalgeschichte, um eine Detektivgeschichte handelt es sich in dieser heute immer noch spannenden Kleistschen Novelle, mindestens ebensosehr aber um ein von einem Vorgänger des Jorge Luis Borges stammendes, ihn darin gleichsam vorwegnehmendes Kapitel aus dessen „Universalgeschichte der Niedertracht“. Um eine (zumindest zeitweilig) verwirrende Verkettung von Verbrechen und Sühne, von Unschuld und Strafe geht es hier auch noch. Und um Sexualität und Liebe, … Den ganzen Artikel lesen »
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Kulturhauptstadt Tallinn – nachhaltig eindrucksvoll und übersichtlich
Reisen ist kein Spaß. Man muss warten, man bekommt schreckliches Essen und wechselt die Verkehrsmittel, bevor man den Koffer in sein Hotelzimmer schiebt und erst mal schaut, welche sprachlich und inhaltlich nutzbaren Sender das Fernsehgerät bietet. Aber am Ende lohnt sich meist der Weg. Man ist halt woanders, wo es Gott sei Dank auch anders ist, mehr oder weniger. Zumindest die Sprache ist in diesem Fall eine Höraufgabe besonderer Qualität. Ziel ist eine der Kulturhauptstädte … Den ganzen Artikel lesen »
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„Du musst Dein Leben ändern!“
29. 05. 2011: „Du musst Dein Leben ändern!“ Mahlers Siebte mit den Bambergern Symphonikern unter Jonathan Nott in der Philharmonie Essen Hätte ich genau diese Aufführung der 7. Symphonie Gustav Mahlers schon früher hören können und genau so hören können, wie es gestern Abend in der Essener Philharmonie der Fall gewesen ist, und wäre das noch in sehr jungen Jahren erfolgt und nicht erst jetzt nach einem langen Berufsleben, ab sofort würde ich einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen haben und mein Leben fortan ganz der Musik widmen. 1952, von Salzburg in den Essener Norden gekommen, hätte ich so den zweieinhalb Jahre zuvor begonnenen Klavierunterricht auch unter den widrigsten Bedingungen einer vorherrschend musikfremden Umgebung, in der ich nun weiter aufwuchs, unbedingt fortgesetzt und hätte nicht mehr erst in einem nur vorgestellt zweiten Leben, sondern … Den ganzen Artikel lesen »
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Soziale Miniaturen (4): Sandburg
Ein zweijähriges Mädchen am Inselstrand. Selbstvergessenes Spiel. Die Eltern müssen nur zuschauen. Da erscheinen zwei Gymnasialklassen (man bemerkt sofort den Mittelschichts-Habitus), sechstes und siebtes Schuljahr. Die Phase, in der es zu „knistern“ beginnt. Mindestens. Zunächst die Mädchen. Eine von ihnen kümmert sich sogleich rührend um das Kleinkind, baut eine Sandburg mit ihm. Ganz aus freien Stücken. Ganz geduldig. Die anderen schauen interessiert hin, freilich mehr oder weniger verstohlen; manche vielleicht auch mit dem Vorbehalt, ob das denn „cool genug“ sei. Die eine, sozusagen Pionierin, macht unverdrossen weiter – und bricht alsbald den Bann. Ein ums andere Mädchen schließt sich dem Spiel an, bis schließlich ein ganzer Kreis beisammen ist, alle um das Kleinkind geschart, das beglückt lacht. Von der so vereinten Mädchengruppe werden nun auch die Jungen angelockt, die mit lässigen Gebärden herbeischlendern, … Den ganzen Artikel lesen »
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Soziale Miniaturen (3): Profis
Vierköpfige Schülergruppe, nachmittags. Ungefähr 9 bis 10 Jahre alt. Plötzlich entfährt dreien von ihnen der gegen den Vierten gewendete Ruf: „Loser!“ Tadellos ausgesprochen, geradezu mit Kennerschaft dahingesagt. Man merkt die medial vermittelte Gewohnheit. Sagt man so. Macht man halt. Kommt in jedem dritten „Tatort“ vor. Anlass zweitrangig. Und sie kennen noch ganz andere Worte… Dann die unvermeidliche und doch erstaunliche Steigerung: Die Drei skandieren „Mob-bing, Mob-bing, Mob-bing…“ Sie ironisieren es und lassen es doch nicht bleiben. Sie mobben sozusagen auf höherer Ebene, laut und schmutzig – und stehen zugleich drüber, sind abgebrühte Profis. Zutiefst dümmlich und zugleich hochreflektiert. Doch, das geht. Anything goes. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Kinderzeiten, Lebenswege
Thanks for your company, Bobby
Keine Ahnung, wann es war, aber ich war ganz sicher ein Jüngelchen, da trällerte ich auf dem Schulweg, so etwa in Höhe der Kreuzung Lindemannstraße/Kreuzstraße in Dortmund „Like a rollin‘ stone“ – hatte ich nächtens gehört, via Transistorradio. Keine Ahnung wer da sang, aber es ging widerstandslos ein und blieb in Erinnerung. Ehrfürchtig meinte mein damaliger Schulfreund, der mich wie jeden Morgen begleitete: „Ah, Bob Dylan …“ Und ich tat so, als wüsste ich, wer das ist. Wenig später wusste ich es, wusste ich, wer dieser Robert Allen Zimmermann war, der sich (man weiß nie, ob man ihm wirklich glauben darf, oder er einen schlicht auf den Arm nimmt), der sich also nach Marshall Matt Dillon nannte, weil ihm die Serie so gut gefiel. Und ich wusste, was er mit „Blowing … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Rock & Pop, Weite Welt
Meerjungfrauen und mongoloide Kinder: Eine postdramatische Theaterparodie
Auch wenn man als Dramatiker gerade einmal 30 Jahre alt ist, kann man dem Theaterbetrieb einmal so richtig den Zerrspiegel vorhalten. Genau das tut Autor Wolfram Lotz in seinem bereits mit dem Kleist-Förderpreis gekrönten Stück „Der große Marsch“, das nun bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen seine Uraufführung erlebte. Seine Thesen sind zwar nicht unbedingt originell, aber unterhaltsam und durchaus ungewöhnlich verpackt. Leider haben sie in der lahmen Inszenierung des Saarländischen Staatstheaters keine Chance. Die Bühne (Florian Barth) … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Theater
Was hättest Du getan?
Ein Stück „über das, was hier und jetzt passiert“ und über das, „woran man glaubt“ wollte der britische Dramatiker Dennis Kelly schreiben – und hat mit „Waisen“ tief in das Herz unserer Gesellschaft geschossen. Schauspieldirektor Kay Voges positioniert seine Inszenierung im ehemaligen Gebäude des Ostwallmuseums und rückt sie so atemlos nah an uns heran. Im ersten Moment fühlt man sich wie bei einer Vernissage: Videos von Daniel Hengst zeigen Szenen der Stadt, interessiert beschaut von den … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Region Ruhr, Theater, Wahnwitz
Soziale Miniaturen (2): Kontoauszug
Ein stilecht abgewrackter Punk schlurft daher, heftig tätowiert, flächendeckend gepierct. Wie es das Klischee verlangt. Auf seinem rissigen Shirt prangt die Aufschrift „Ihr seid alle ätzend!“ Hasserfüllt die ganze Haltung, jeder Blick Abwehr und Angriff. Oh, der hat Schluss gemacht mit allen Übereinkünften. Der ist sternenweit entfernt von jedem Spießertum, von jeder Normalität. Fast könnte man ihn beneiden. Doch was tut er jetzt? Er nestelt aus dem abgewetzten Rucksack seine EC-Karte der Volksbank hervor, verschafft sich routiniert … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Warenwelt & Werbung
Todschick
Wer’s auch in der Küche so richtig brutal mag und diese Haltung himmelschreiend dokumentieren will, der muss für diesen elenden Mist über 100 Euro aufwenden. Unpraktisches oder unnützes Design ist eine Sache. Eine solch kokette Gewaltdarstellung ist eine andere Angelegenheit. Es bleibt ja nicht beim kurzen Auflacher oder auch beim mühsam kaschierten Befremden unter den Gästen. Jedes neuerliche Zücken und jedes Wegstecken der Messer gerät wieder zum comichaft simulierten Gewaltakt, begleitet von einem Augenzwinkern, das wohl besagen soll: “Wir sind doch gar nicht so, wir wollen nur spielen.” Wie grausig lang muss solchen Leuten ihre Weile werden. Ihr Dasein brüllt nach Betäubung. Ach, da ergreift einen schon wieder diese unsinnige Verbotslaune, in der man Dinge und Verhältnisse einfach nur weg haben will aus der Welt. Altbekannte Weisheit, spätestens seit Nietzsche: Blickt man lange genug in den Abgrund, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Design, Gesellschaft, Warenwelt & Werbung
Gütige Diktatur
Der und jene könnten Anwandlungen haben. Sie könnten sich wünschen, eine „gütige Diktatur“ zu errichten. Dann würde vieles geradezu hingebungs- und liebevoll verboten, ja das Ungefüge würde gleichsam zärtlich von der Erde weggestreichelt. Wohlig ließe man sich treiben zwischen zeitweiligem Überdruss und bleibendem Widerwillen gegen Dinge und Worte. Wachsende Verbotslust. Anschwellende Verfügungslaunen. Nun aber frisch begonnen: Internet? Schluss mit dem infantilen Quatsch. Fernsehen? Ab dafür! Mobiltelefonie? Weg damit. Schleunigst. Keine Leute mehr mit Headsets, die vor sich hin … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Medien, Scherz, Satire, Ironie, Utopien, Wahnwitz
Absurditäten des Alltags
Manche Tage beginnen mit einer Ansammlung von Skurrilitäten. Es fing schon am Kiosk an. Auf die Frage „Haben Sie auch einen Spiegel?“ sah mich die Verkäuferin derart entgeistert an, dass ich schnell hinzufügte „Also, ich meine, die Zeitschrift.“ Da jauchzte die Frau, kriegte sich kaum noch ein und japste „Danke für den besten Witz des Morgens.“ Am Bahnhof dann stand und saß eine Klasse schwer pubertierender Jugendlicher auf dem Weg zu einem Schulausflug, mitsamt einer um Ordnung … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Wahnwitz, Weite Welt
Immobilien-Theater – Raumfessel oder Trutzburg
Steht erst einmal ein Gebäude, kann dort kein anderes stehen. Eröffnet man zum Beispiel in diesem Gebäude ein Theater, kann man die folgenden Jahrzehnte kein anderes eröffnen. Da ist der geschlossene, umbaute Raum. Dort ist das Theater verortet, ob der Mensch will oder nicht. Und im Innern, in den dunklen Räumen ohne Fenster arbeitet der Theatermensch, der Opernmensch oder an mancher Stelle auch der Tanzmensch an seinem Werk, umschlossen vom Schutzraum, der ihm es gestattet, ja … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Kunst, Region Ruhr, Theater
Bad Painting. Zu den Offenbacher “Kunstansichten”
Wieder eine dieser konzertierten Aktionen, bei denen sich die sonst Konkurrierenden versöhnlich in die Arme sinken, um sich ein Wochenende lang als würdig zum Empfang kommunaler Zuwendungen zu erweisen. Dies ist keinesfalls so polemisch gemeint, wie es klingt – ich persönlich liebe solche Wimmelveranstaltungen und fahre stoisch alles ab (nicht um!), was sich mir in den Weg stellt: Galerien beim Galerien-Wochenende, Ateliers beim Atelier-Wochenende. Das einzige Auswahlkriterium meines planlosen Besichtigungsrausches, die verkehrstechnische Machbarkeit, führt mich in … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Allgemein, Kunst, Netzwelten, Weite Welt
Kraut und Rüben im Regal
Als die Frankfurter Rundschau (FR) weitaus bessere Zeiten gesehen hat als heute, gab’s dort im Feuilleton eine Kraut-und-Rüben-Rubrik, welche da schlichtweg hieß: „Neue Bücher, die FR-Leser interessieren könnten“. Unter dieser Larifari-Zeile ließen sich Bände auflisten, die die Verlage der Redaktion geschickt hatten und wofür die Lesekapazität und/oder der Platz im Blatt mutmaßlich nicht reichen würden. Man darf annehmen, dass eine Sekretärin die dürren bibliographischen Angaben abgetippt hat und die Redakteure somit ein paar Sorgen weniger zu … Den ganzen Artikel lesen »
Über dem Abgrund
Obwohl sie oft nur wenige Straßen voneinander entfernt wohnten, sind Franz Schubert und Ludwig van Beethoven sich wohl nur flüchtig begegnet. Zur Verehrung des 27 Jahre jüngeren Schubert für den großen Meister, der auf dem Höhepunkt seines Ruhmes stand, gesellten sich Respekt und Scheu bis hin zur Verzagtheit („Wer vermag nach Beethoven etwas zu machen?“). Wie sehr er gleichwohl über Beethoven hinaus wollte, hinaus musste, klingt in seinen drei letzten Klaviersonaten an, geschrieben in den zwei … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Musik & Konzert
Abgesang auf alles
Lange nichts mehr gehört und gelesen von Friederike Roth. Seit Mitte der 90er Jahre hat sie keine literarischen Texte mehr publiziert. Jetzt ist ihre „Abendlandnovelle“ erschienen. Und die handelt just vom Anfangen, vom Neubeginn. Die ersten Zeilen lauten so: „Am Anfang des Anfangs / also vor jedem Anfang / diese Leere voll Hoffnung / diese vibrierende Ruhe…“ Keine Novelle ist dies, sondern ein mäanderndes Prosagedicht, ein ausuferndes Lamento. Es liest sich wie ein Abgesang aufs einst so glorreiche … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Literatur
Lisztiana II – Wunderkind wider Willen
Die Musikwelt feiert heuer den 200. Geburtstag Franz Liszts. Das Bild über ihn scheint klar: der Frauenheld, der Tastenlöwe, zuletzt der gottesfürchtige Abbé. Doch wer war dieser Künstler wirklich? Michael Stegemann, Professor für Historische Musikwissenschaft an der TU Dortmund, weiß zu differenzieren. Hier ein Gespräch mit ihm – über Liszt den Neuerer, den Eitlen und Verzweifelten. Franz Liszt, der Verführer und Virtuose – ist das alles, Professor Stegemann? Natürlich nicht. Viele haben leider ein Bild über den … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Geschichte, Musik & Konzert
Verbrieft – Bekenntnisse eines Briefschreibers
Die Sondermarke prangt glänzend auf dem Umschlag. Man denkt kurz an Ringelnatz und verabschiedet sich. Ein Kulturwelt-Erbe befindet sich auf dem Rückzug. Letzte Gefechte? Noch ein Brief, nochmal an den Schreibtisch, der diesen Namen auch verdient. Freies Sichtfeld. Ein weißes Blatt Papier, jungfräulich schön. Das Schreibgerät liegt gut in der Hand. Das sollte so sein. Man hat ein paar Stunden zu tun. Das ist nicht immer so, aber es ist eine Option, mit der man rechnen muss. Man kann von einer langen Tradition sprechen. Unzählige Kulturschaffende … Den ganzen Artikel lesen »
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Lisztiana I – Faustisches Ringen
Sie ist eine Pianistin, die keine Kompromisse kennt. Die genau weiß, was sie will. Sich hineingräbt ins Klavier, um sich mit allen gespielten Linien, Läufen oder Akkorden zu umhüllen. Wer sie auf der Bühne erlebt hat, weiß um ihre Präsenz, Kraft und Hingabe. Khatia Buniatishvili scheint introvertiert, doch die aufrauschenden oder zärtlich innigen Klänge, die sie hervorzaubert, lassen Distanz nicht zu. Nun hat die junge Georgierin, gerade mit üppigstem Beifall bedacht zur Eröffnung des Klavier-Festivals Ruhr … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Musik & Konzert
Gereimtes oder Ungereimtes
Ich möchte hier einen Versuch wiederholen. Beim für immer entschlafenen Kulturblog Westropolis (2007-2010) hat es der entsprechende Thread über die Jahre hinweg auf rund 1500 Wortmeldungen gebracht. Man verzeihe mir den preiswerten kleinen Stolz, damit einen Rekord angestoßen zu haben, der dort nicht mehr gebrochen werden kann, weil jene Plattform der WAZ-Mediengruppe Anfang 2011 unwiederbringlich gelöscht worden ist. Die Idee, wenn man sie überhaupt so nennen soll, ist denkbar simpel und keineswegs originell: Statt eines Kommentars hinterlässt man/frau hier just einen selbst … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Sprache, Wahnwitz, Zweizeiler, Vierzeiler usw.
Blutiges Todesmärchen
Theater kann erschüttern, belehren, eine neue Perspektive aufzeigen. Oder für kurze Zeit eine andere Realität auftun, deren Regeln und Bilder uns bisweilen fremd sind, die uns aber gefangen nimmt und verzaubert in ihrer Einzigartigkeit. Federico García Lorca hat mit seiner „Bluthochzeit“ ein solches Stück geschrieben, für das Paolo Magelli auf der Dortmunder Bühne eine fordernde Übersetzung gefunden hat. Federico García Lorca war gerade 38 Jahre alt, als er von Handlangern des späteren Diktators Francisco Franco im … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Liebesleben, Region Ruhr, Theater
Das “Haus am See” – mehr als Brüste
Theater-Rezension in exakt 150 Wörtern, Teil I: Schauspielhaus Bochum “Haus am See”, Uraufführung 6.5.2011 Veras Brüste. Wieso denke ich an Veras Brüste? Gab es in diesem Stück nicht mehr? Im “Haus am See” von Reto Finger, einer Auftragsarbeit für das Schauspielhaus Bochum? Sicher: Friederike Becht sieht gut aus – auch auf der Bühne, auch nur in Panties. Sicher: Sie hat sie alle bezirzt. Den Chef, seinen Prokuristen, den wirtschaftlichen Taugenichts – alle drei Brüder, alle drei Hauptfiguren. Sie … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Theater
Hirnforschung
Liebes Revier. Genaugenommen braucht es euch nicht zu bekümmern, welche Ausstellung heute in anderen Bundesländern eröffnet. In der vorliegenden aber geht es um ein Hirn. Und ich dachte, weil bei euch der eine oder andere vielleicht auch sowas hat, könnte es interessant sein. Hier also nähere Infos zu Max Brand: „Meine Gedanken“ Galerie Jacky Strenz, Frankfurt am Main, 7.5. – 1.7.11 Schlechte Sicht. Der Blick von der Straße wird von einem Vorhang getrübt. Die mangelnde Transparenz … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kunst, Psychologie