Revierpassagen » Archive
Kaffeebohnen-Leserei
Man(n) wollte es, man(n) wollte es nicht, man(n) tat es, man(n) tat es nicht. Derweil lagen die Bohnen auf dem Tisch. man(n) schaute sie an, man(n) schwieg. Es tat gut zu schweigen, nach all der Aufregung. Ja, es war sogar notwendig. Da waren also diese Bohnen, wie aus heiterem Himmel, plötzlich auf den Tisch geregnet und natürlich auch gefallen. Man(n) hatte noch den Klang in den Ohren. Und auch der Duft war ihm wohlvertraut. Immer mit der Nase nochmal daran, wer kennt das nicht? Aber nun … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Lebenswege, Liebesleben, Literatur
Kunst kommt von Können – aber nicht immer
Lange war es geschlossen, das Osthaus Museum in Hagen. Seit es 2009 mit dem angeschlossenen Schumacher-Neubau wieder eröffnet wurde, zieht es vor allem Architektur-Freunde an. In diesem Sommer nun hat das Haus eine frühere Tradition wieder aufgegriffen: Die Ausstellung „Hagener Künstlerinnen und Künstler“. Alle zwei Jahre soll sie stattfinden. Für 2011 hatten sich 117 bildende Künstler beworben, 42 wurden durch eine Jury ausgewählt, und bei dieser Menge – im Verhältnis zur Größe der Stadt Hagen – … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kunst, Region Ruhr
Eine Reisende, die man nicht aufhalten kann: Vom Lichtkunstzentrum in Unna zur NRW-Kunststiftung
Ursula Sinnreich (Jahrgang 1957), der man gern den Dr. und den Prof. dem Namen voran stellt, geht nach Düsseldorf und übernimmt die Geschäftsführung der NRW-Kunststiftung, deren neuer Präsident, Dr. Fritz Behrens, sie für dieses Amt vorgeschlagen hatte. Sie verlässt das spärlich berühmte Unna, sie verlässt das wohlbekannte Lichtkunstzentrum, dessen Direktorin sie war, sie verlässt eine inhaltlich vorzügliche Aufgabe und widmet sich zukünftig dem landesweiten Geschäft. Verständlich, wenngleich bedauerlich, denn das „Zentrum für internationale Lichtkunst“ in der Kreisstadt östlich von Dortmund erlebte gerade einen Besucherandrang – und das im Jahr nach RUHR 2010, da in vergleichbaren Museen die Ströme sich wieder auf Normal-Niveau einpendeln. Nun kann eine kleine Stadt nie mit den verlockenden Attraktionen konkurrieren, die eine Landeshauptstadt und eine landesweit operierende Institution bieten können. Viele Städte in NRW können sich völlig … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Kunst, Lebenswege, Region Ruhr
“Nichts zu verzollen!” – Komödie über Streitigkeiten an der Grenze zwischen Belgien und Frankreich
Der Film Nichts zu verzollen ist eine französische Komödie von Dany Boon, die sich der europäischen Einigung im Allgemeinen und der Abschaffung der Zollgrenzen zwischen Belgien und Frankreich im Speziellen widmet. Ort der Handlung ist das belgisch-französische Grenzörtchen Courquain, welches durch das Schengener Abkommen seine wahrscheinlich größte Besonderheit verliert – den Schlagbaum an der gemeinsamen Grenze. Für den belgischen Zöllner Ruben (Benoît Poelvoorde) bricht dabei eine Welt zusammen, denn “die Camenberts”1 mag er nicht wirklich (und das ist noch sehr freundlich ausgedrückt). Seine inoffizielle “Mission” (gegen die verhassten Franzosen zu stänkern und agieren) scheint dabei manchmal wichtiger als seine eigentliche Aufgabe als Zöllner, wie beispielsweise das Verhindern von Drogenschmuggel. Sein Gegenpart auf der anderen Seite, der Zöllner Mathias (Dany Boon), sieht das mit dem Streit zwischen Belgien und Frankreich nicht so, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kino
Facebook: Das Leben der Anderen
Da lungert man schon seit geraumer Zeit bei Facebook herum und hat noch nichts darüber geschrieben. Das geht nicht an! Zumal Facebook ansonsten das meistbekakelte Ding in der Medienlandschaft sein dürfte. Wir haben hier also das unoriginellste aller Themen. Das mutmaßliche Interesse ist in etwa so breit gestreut wie früher bei TV-”Straßenfegern”. Millionen können mitreden oder glauben dies jedenfalls. Wo gibt es das sonst noch – außer vielleicht beim Fußball. Nein, hier wird keine schneidige oder geschmeidige … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Netzwelten, Psychologie
Die norwegische Katastrophe oder: Warum der Tod von Amy Winehouse zur Randnotiz wurde
Es sollten einige Gedanken werden, über Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison, Kurt Cobain und nun Amy Winehouse, die jede und jeder nur 27 Jahre alt wurden. Und dass sie allesamt so grenzwertig gute MusikerInnen waren und wohl nur deshalb das leisten konnten, was sie so virtous beherrschten, weil sie parallel dazu das taten, was sie so frühzeitig umbrachte. So blieben sie legendär, und auch Amy Winehouse wird legendär bleiben, ob sie bei You Tube nun volltrunken auf der Bühne zu sehen ist, oder ihre Wahnsinnstimme wuchtig gegen jeden Lebensfrust ansingt. Aber ehrlich gesagt, je länger die Anschläge in Norwegen vor drei Tagen nachbebten, desto intensiver beschatteten sie jede andere Nachricht. Ich weiß gar nicht, ob ich alle Gründe aufzählen kann, ob sie sich mir erschließen, mir überhaupt je bewusst werden … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Glaubensfragen, Lebenswege, Politik und so, Rock & Pop
Völlerei
Völlerei ist eine der Todsünden. Ich will mich vollsaugen jeden Tag. Bis ich nicht mehr kann. Ich will morgens das Zwitschern der Vögel aufsaugen. Ich will die Sonnenstrahlen wie Goldstaub auf meine Haut legen. Ich will das kostbarste Frühstück einnehmen, ein Ei, dessen Eigelb das Gelb überhaupt ist, das Gelb der Sonne. Ich will die teuerste Marmelade aller Zeiten auf das edelste Brot streichen. Jeder Ton, den mir die Natur schickt, will ich in feinsten Nuancen erkennen und verinnerlichen. Ich will … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Literatur
Helden auf Halden
Von 18 bis 6 Uhr sollen wir Helden sein. Helden auf Halden, trotzend und wandernd und schauend. Die Haldensaga will noch einmal Kulturhauptstadt fühlen lassen – aber das Wetter sieht das anders. Samstag, 18 Uhr. Wir haben uns die Tour A 2 von Moers nach Neukirchen-Vluyn ausgesucht, Sonnenuntergang auf Halde Rheinpreussen, Sonnenaufgang auf Halde Norddeutschland. Neun Helden auf Wanderung. Dass der Startpunkt verlegt wurde, entdecken wir nur durch Zufall. Am Startpunkt stehen statt der von uns … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Neulich im Kreuzworträtsel: Wo endet das Ruhrgebiet?
Neulich im Kreuzworträtsel die Frage: Stadt im Sauerland mit neun Buchstaben. Als Lösung sollte man dort “Ennepetal” eintragen, aber liegt Ennepetal im Sauerland? Wie der ganze Ennepe-Ruhr-Kreis gehören Ennepetal und die anderen acht Städte politisch zum Ruhrgebiet, sind also Mitglied im „Regionalverband Ruhr“. Landschaftlich fühlt man sich in Städten wie Breckerfeld und Ennepetal oder im Hagener Süden aber tatsächlich wie im Sauerland. Wer durch die Kreisstadt Schwelm bummelt und die verschieferten Fachwerkbauten mit den grünen Fensterläden … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Bochum total voll
Nach dem gelungenen Auftakt am Donnerstag feierten Zigtausende gestern TGiF* im Bermuda-Dreieck. Die Schulferien hatten begonnen, der Regen vorerst beendet, bekannte Acts warfen ihre Schatten voraus – nie in den vergangenen 25 Jahren war Bochums Innenstadt so voll. Die Enge besonders an den Zu- und Abgängen war zeitweise grenzwertig. Genauso hatte ich es mir bei Bochum Total vorgestellt. Der Freitag hatte einen Headliner, den die Veranstalter als solchen lange nicht erkannt haben. Der Bielefelder Rapper Benjamin Griffey … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert, Region Ruhr, Rock & Pop
Wohin geht die musikalische Reise?
Vorneweg: Das Zweifeln hat mit dem Verzweifeln nicht mehr gemein als ein paar Buchstaben. Beim ersten kratzt man sich am Hinterkopf, beim zweiten schlägt man die Hände vor der Stirn zusammen. Wenn es jedoch um Phänomene geht wie zum Beispiel Populärmusik, da ergeben sich Schnittmengen, welche heute (also im beginnenden 3. Jahrtausend nach christlicher Zeitrechnung) durchaus hilfreich sein könnten, wenn nicht sollten – um dem Planeten Erde entscheidende Impulse zu “geben”. Das Fallbeispiel “Easy Listening” wurde innerhalb kurzer Zeit abgehandelt und als sarkastisches Füllsel zwischen einerseits den Genres PopRock und DiscoHouse, andererseits Schlager und Underground optimal zur Geltung gebracht. “Violently Happy”. Björk wusste, wovon sie sang. Nun war es eine zeitlang gut so. Die Hardcore-Tekknos gingen zwar genauso ihre eigenen Wege wie die paar übrig gebliebenen Metaller, doch die vernünftigen Spezialisten spürten: … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Rock & Pop
Sie sind unter uns.
Aussteiger des digitalen Zeitalters Zum Erstaunen des mit dem üblichen Maschinenpark mobiler Endgeräte ausgestatteten Endverbrauchers geschieht es immer wieder: Inmitten einer telefongrafierenden Menge stemmt jemand eine voluminöse Sucherkamera vors Gesicht und setzt mit Betätigung des deutlich hörbaren Auslösers eine Reihe weiterer Schnapp- und Klickgeräusche aus der Frühzeit des Menschen in Gang – bis hin zum Summen des Motors, der den Rücktransport der Filmspule nach der letzten Aufnahme untermalt. Abhängig vom Lebensalter reicht die Reaktion der … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Fotografie, Kunst, Medien, Netzwelten
Dem Ruhrpott seine Sprache
Mit de Sprache in unserm feinen Pott der Ruhr iss datt ja sonne Sache! Viele tun datt Ruhrie-Dialekt ja sowatt von schmähen und finden et einfach nur schäbich! Ich sach Euch hier und heute: Tutto kompletto zu Unrecht! Wochenlang ham wa hier geforscht und phänomenale sprachwissenschaftliche Erkenntnisse zutage gefördert. Iss ja klaar.: Hochmoderne Fördertechnik war schliesslich schon imma die Domäne in unserm Revier! Ergebnis: Wer nämlich die hochkomplexen Strukturen des Ruhrpott-Deutsch nicht verstehen tut, der … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie, Sprache
Als Brecht bei Feuchtwanger klingelte
Winter 1918. Der Krieg geht zu Ende, in München wird die Räterepublik ausgerufen. Das lässt auch den Schriftsteller Lion Feuchtwanger, der sich bisher eher für buddhistische Weisheiten und historische Themen interessierte, nicht kalt. Gerade arbeitet er an seinem Theaterstück „Thomas Wendt“, einem „dramatischen Roman“ über einen Künstler, der sich zum politischen Engagement bekennt und sich in die Revolution einmischt. Da klingelt es an der Hautür und ein abgerissen wirkender junger Mann mit Stoppelbart, Schiebermütze und … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Geschichte, Lebenswege, Literatur
Soziale Miniaturen (10): Am Friedhofstor
Vier Rentnerinnen am schmiedeeisernen Tor zum Friedhof. Trautes Tratschen im Vorfeld der letzten Dinge. Auf einmal kommt Bewegung in das Grüppchen. Schräg gegenüber, nah beim Hospiz, haben sie ein noch älteres Paar erblickt, vielleicht um die 85 Jahre. Es sind zwei, die innig zueinander gehören. Jetzt und für immerdar. Das sieht man sofort, wenn man es sehen will. Sie sind rührend umeinander bemüht. Die Erde wird ihnen daher so leicht, wie es noch irgend geht. Man … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Lebenswege, Liebesleben
Ein Dortmunder Stillleben
Vanitas – alles Irdische ist eitel und vergänglich. Dieser Umstand ist auf barocken Bildern hinreichend beschrieben worden. Eine erfrischende Neu-Interpretation erfuhr das Genre nun durch einen unbekannten Installationskünstler auf der Dortmunder Kampstraße. Die Materialien: Mixed Media (Glasflasche, Taubenleiche, Heckenrosen). Neu ist einerseits, dass der Anonymus organische Materialien verwendete und damit quasi die Dimension der Zeit, die Vergänglichkeit, nicht nur anhand von Symbolen andeutet, sondern gleich damit arbeitete. Schon Stunden später vermutlich wird ein unwissender Flaschensammler oder … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Fotografie, Kunst, Natur, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie
Als Heinrich Heine von den Franziskanern lernte
Mitten im Trubel der Düsseldorfer Altstadt gibt es seit etwa fünf Jahren einen sehr ungewöhnlichen Ort der Ruhe – das „Max-Haus“. Es ist katholisches Stadthaus, Veranstaltungszentrum, Kunstgalerie, Gebetsstätte, Cafe und Konzerthaus in einem. Ungewöhnlich wirkt es nicht nur durch die Ausstrahlung, sondern vor allem durch seine preiswürdige Architektur, seine Offenheit für jedermann und seine Geschichte. In der Nähe des früheren Hafens hatten Franziskaner auf den Resten der alten Citadelle 1661 ein Kloster errichtet, eine Kirche gebaut und … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Bekenntnisse, Geschichte, Kunst, Lebenswege, Literatur, Musik & Konzert, Schule, Uni, Bildung, Stadt Land Fluss
200 Jahre Franz Liszt: Biografie über einen Visionär
Franz Liszt gehörte nie ganz zu den von mir besonders hoch geschätzten oder gar geliebten Komponisten. Für mich war seine Klaviermusik, wenn ich sie gelegentlich hörte, immer wieder etwas zu sehr und leider oft genug nahezu ausschließlich mit reiner Virtuosenmusik verwechselbar. Ziemlich früh allerdings, schon in meiner Kindheit, muss ich zumindest seinen Namen mit Hochachtung in meiner Salzburger Umgebung gehört haben. Vor allem mit den „Ungarischen Rhapsodien“, die mir in der Orchesterfassung sofort gefielen (und unter dem Dirigat Hermann Scherchens immer noch), den beiden Klavierkonzerten und dem (von heute aus gesehen) so leicht verkitschbar spielbaren „Liebestraum“ wurde ich schon früh im direkten Verbund mit Liszts Namen per Radiowunschkonzert vertraut. Dennoch: Schubert, Schumann, Brahms und auch Chopin, um von Beethoven, Mozart, Haydn und Bach, später auch von Ravel, Debussy, Szymanowski, … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Lebenswege, Musik & Konzert
“Beginners”: Glücklicher sein als zuvor
Irgendwann muss man ja mal anfangen. Mit dem Freuen, dem Lieben und dem Leben. Dem Verarbeiten. Das mit dem Leben vergisst man manchmal, weil es so viel von dem anderen Zeug gibt, dem Trauern, Leiden, Weinen. Da bleibt kaum Zeit zum Leben. Und wir wissen doch alle, wie endlich das Leben ist. Endlich ist es für Hal (Christopher Plummer), der gleich am Anfang des Films schon tot ist. Sein Sohn Oliver (Ewan McGregor) räumt das Zimmer … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kino
Es glitzert das Meer, es funkelt die Seele
Bereits das Baudelaire-Motto, das Eduard von Keyserling (1855-1918) seinem Roman „Wellen“ vorangestellt hat, lässt keinen Zweifel: Das Meer und die Menschenseele, so heißt es da sinngemäß, sind so tief, dass sie ihre Geheimnisse letztlich niemals preisgeben. Immer wieder spiegeln sich in diesem Roman seelische Regungen in den wechselhaften Erscheinungen des Meeres. Sozusagen jede Farbstufe und jeder neue Lichteinfall werden da sprachlich zum Funkeln gebracht – soweit und so genau, wie es irgend geht. Dieses Werk um … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Literatur
Griechischer Finanz-Krimi: Weiße Rosen waren gestern
In die Zeit, in der um die Verabschiedung des zweiten Griechenland-Hilfspaketes gerungen wird, Finanzmärkte stündlich die Farbe wechseln, Anleihen keine Option mehr sind, genau in diese Zeit fällt die deutschsprachige Veröffentlichung von Petros Markaris sechstem “Kostas Charitos”-Roman. In “Faule Kredite” schickt der Autor seinen Kommissar mitten in die Athener Bankenwelt. Die griechische Finanzwelt steckt in einer der schlimmsten denkbaren Krisen. Die Stimmung in Athen ist aufgeheizt. Täglich wird auf den großen Plätzen demonstriert, Aufrufe zum Bankenboykott … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur, Wirtschaft
Georg Stefan Troller: “Tagebuch mit Menschen”
“Tagebuch mit Menschen” - unvergessen ein Artikel in einem der deutschen Eliteblätter – sei es nun FAZ oder SZ oder, oder … zum “Buch der Tagebücher”, also zum Tagebuch überhaupt. Wofür braucht der Leser ein Tagebuch, wofür möchte er darin lesen? Private Schnulzenschau, oder darf es doch etwas mehr sein? Dann irgendwie glitt der Autor ab in einen Rundumschlag, warum auch immer. Ach, diese Tagebücher, diese Rotzerei, dieses ewige Zurschaustellen. An der Stelle mochte ich dem Journalisten nicht mehr folgen, war er wohl Opfer seiner … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Geschichte, Gesellschaft, Kultur an sich, Lebenswege, Literatur, Medien, Sprache
Zum Tod des Malers Norbert Tadeusz
Der 1940 in Dortmund geborene Maler Norbert Tadeusz ist tot. Der Schüler von Gerhard Hoehme und Meisterschüler von Joseph Beuys ist am Montag in seinem Düsseldorfer Atelier gestorben. Tadeusz besuchte anfangs die Dortmunder Werkkunstschule, studierte von 1961-1965 an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er später (1981-1988) als Professor wirkte. Um eine ungefähre Vorstellung von seiner Kunst zu geben, hier ein Rückblick auf seine letzte größere Ausstellung im Ruhrgebiet, die 2009 im Museum Bochum zu sehen war: Dem … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kunst, Region Ruhr
Oliver Storz ist tot
So, nun setze ich mich völlig bewusst der Gefahr aus, dass sie sagen, der habe aber auch zu jedem bisschen bewegter Luft etwas zu schreiben. Mache ich mit Bewusstsein und verspreche eine Weile des verweilenden Schweigens danach. Aber gerade las ich, dass Oliver Storz tot sei. Zu meiner Schande, ich erinnerte mich nicht einmal daran, dass er noch lebte, bedauere umso mehr, dass ihm das nun nicht mehr beschieden ist. Denn dieser Oliver Storz, der 82 Jahre alt wurde, begleitete mich durch Teile der Kindheit und Jugend. Gut machte der frühere Kollege (er war bei der Stuttgarter Zeitung) das, denn vieles blieb mir in Erinnerung. Er erfand für meinen Lieblingsdarsteller Hansjörg Felmy den Essener “Tatort”-Kommissar Haferkamp, er gab dem Fernsehspiel unverwechselbares Genre-Gesicht. Und er ließ Dietmar Schönherr und Wolfgang Völz unvergleichlich … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Medien, Region Ruhr
Kultur und Infrastruktur
Wer es besser weiß, der möge mich ohne jede Hemmung korrigieren – das gilt übrigens stets und ständig, wer ist denn schon von Irrtümern verschont? Aber hat irgendwer einmal davon gelesen, dass ernst zu nehmende Menschen aus dem noch ernster zu nehmenden Bereich der Betriebs- oder Volkswirtschaft einen Straßenbau angezweifelt hätten, weil dieser sich womöglich nicht rechnen könnte – oder gar ein Minus gebären könnte? Ich weiß, niemand käme auf solch eine ungeheuerliche Idee. Hingegen geht so etwas pfeilschnell, wenn Theater oder Orchester oder Museen nicht das einspielen, was der ernst zu nehmende Betriebs- oder Volkswirt errechnet hat. Oder wenig ernst zu nehmende Politiker. Im kulturell noch immer beseelten Hagen war vor gar nicht allzu langer Zeit das Theater (wie vielerorts) flink zur Disposition gestellt, wenige Hände hoben sich für Bestandspläne, wenige … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Kultur an sich, Politik und so, Region Ruhr
Soziale Miniaturen (9): Pornosammler
Sein Spitzname klingt so ähnlich wie „platsch!“ Als würde da jemand steinschwer ins Wasser plumpsen. Unrettbar und doch irgendwie brunzlustig. Einem wie ihm gibt man früher oder später einen solchen Spitznamen. Er gehört zu jenen, die wohl nie mit einer Frau leben werden. Schwul ist er wahrscheinlich nicht, sondern ein manischer Onanist. Ein bekennender. Nein, ein herausprustender. Mag sein, dass man ihn früher einen „Hagestolz“ genannt hätte. Obwohl man sich einen solchen eher mager und ausgedörrt vorstellt. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Lebenswege, Psychologie
Wege zur Musik: “The Feelies”
“Was wird das denn jetzt?” Wohl an kaum eine zweite Situation, in der mir mein musikalischer Ziehvater eine Schallplatte vorstellte, kann ich mich genauer erinnern, als eben jene, in der er ”The Feelies-Crazy Rhythms” aus der Reihe zog. Er hatte kein Regal, ging jedoch seit jeher äußerst pfleglich mit seiner Woche um Woche um fünf Scheiben (mindestens) wachsenden Sammlung um. Mit 16 Jahren hatte er es damit schon auf gut eineinhalb Meter Musik gebracht, und sein Spektrum war klar definiert. Wir kannten uns erst ein paar Monate, es war die Zeit von Dischord, Rough Trade und SST, noch lang kein Nirvana in Sicht, obgleich das Album “Bleach” auf dem Markt war und natürlich schon seinen Platz in Mikes Reihe hatte. Da waren die “Minutemen” und die neuformierten “fIREHOSE”, da waren auch Jugendsünden … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Lebenswege, Rock & Pop
“Extraschicht” goes anywhere
Es ist wirklich ein ureigenes Ruhrgebietsereignis, was weltweit bekannt sein könnte, ein Magnet für Wochenend-Tourismus und Städtereisende. Es ist eine einmalige Landschaft, die man – ausgerüstet mit Rucksack und Imbiss – erforschen kann, wenn man sie denn nicht schon kennt. Der Auswärtige staunt über die vielen „Spielorte“, die post-industriellen Nutzungen ehemaliger Klischeeträger, Zechen, Stahlwerke, Rost. Man fährt kostenlos durch die Gegend in Extra-Extraschicht-Bussen und merkt nicht, wie unsagbar schlecht der Öffentliche Nahverkehr in dieser Region … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Ich bin Raucher und Querulant!
Ich bin empört! Da saust mir der unsägliche Begriff „Wutbürger“ um die Ohren. Aber eins nach dem anderen. Der Gesundheitsterror geht weiter. Wir werden reguliert! Alles, was krank macht, wird ausgelöscht. Die Grüne Partei entwickelt sich weiter zur Weltrettungsvereinigung, deren einziges Ziel es ist, die Selbstbestimmung des Menschen zu reduzieren, die Freiheit weiter runterzuregeln. Und das alles unter dem Mantel der Gesundheit und der Umwelt. Gesund – was ist das? Rein und sauber? Was macht krank? … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Bekenntnisse
Das wandernde Tagebuch
Wie man dazu kam, wer weiß das schon? Im Nachhinein kann man viel behaupten, tut es dann vielleicht auch, weil es mit der Erinnerung nicht soweit her ist. Kurze Erinnerung. Kleine Festplatte, auch genannt Hirn. Aber immer behaupten, man wüsste es. Ach, Frau Koch-Mehrin, damals bei Plasberg. Und was kam noch alles danach, vom Davor ganz zu schweigen. Koch-Mehrin, was für ein Name ! Plötzlich tauchte die auf. Blond und langbeinig, kein Mutter-Typ wie U.v.d.L. - hier gemeint der Mutter-Typ des neuen Jahrtausends, also nicht: Mütter aller Länder vereingt … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft, Literatur, Medien, Politik und so, Psychologie, Wahnwitz, Wirtschaft