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Revierpassagen » Archive

Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?

Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?

Ich muss gestehen: Ich bin überrascht. Heute habe ich bei Facebook das auch hier beigegebene Foto eingestellt und folgende Zeilen daneben gesetzt: „Eine Schande, dass dieses Dortmunder Innenstadt-Kino seit Jahren geschlossen ist und vor sich hingammelt. Es ließe sich was draus machen. Dann müssten ‚nur noch’ ein paar Leute kommen und Filme gucken.“ Mit der Vielzahl qualifizierter Wortmeldungen und “Gefällt mir”-Markierungen, die diese knappe Äußerung hervorgerufen hat, hätte ich nicht gerechnet. Bei dem früher ausgesprochen schmucken Kino handelt … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Kino, Kleinkunst & Comedy, Kultur an sich, Musik & Konzert, Region Ruhr

Politisch korrekte Straßennamen oder die Sucht nach Verdrängen

Politisch korrekte Straßennamen oder die Sucht nach Verdrängen

In Münster fällt es vielen aus heiterem Himmel ein: Hindenburgplatz, geht doch nicht, der war ja Steigbügelhalter des Unaussprechlichen. Oder: Agnes Miegel, kann man doch in einer gescheiten Kulturstadt keine Straße nach benennen, die reimte doch nicht nur im Blut-und-Boden-Wahn, sondern glühte gar nicht still und auch nicht heimlich den Gröfaz an. Eine Kommission wird ins Leben gerufen und forstet im Münsteraner Straßenschilderwald herum, ob denn noch mehr unwerte Namen aus ihm zu tilgen seien. Damit … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Politik und so, Stadt Land Fluss

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

  Ein Rückblick auf dem Ruhrpott sein Februar. Gebet des Monats: Gott schütze die Stadt Duisburg. Adolf Sauerland verabschiedet sich aus dem Duisburger Rathaus. Befürchtung des Monats: Es geht ans Eingemachte der Ruhrgebietskultur. Kulturhauptstadt ist vorbei. Die Sense scheint zu kreisen. Styling des Monats: “Ich komme aus dem Flieger und bin noch nicht mal gewaschen.” Joachim Gauck zu seiner Nominierung als BP-Kandidat. Satz des Monats: ich weiß zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. (©.Ashleigh Brilliant) Blässe des Monats: Die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Region Ruhr

Er hatte seine Konjunktur – zum Tod von Hazy Osterwald

Er hatte seine Konjunktur – zum Tod von Hazy Osterwald

Fast 90 Jahre alt, an Parkinson erkrankt, ging Hazy Osterwald von der Lebensbühne, ein ständiger Begleiter meiner jungen Jahre, der viel mehr konnte als „mit der Konjunktur zu gehen“, „an ihrer Uhr zu drehen“, wie er und sein Sextett im Cha-Cha-Cha-Rhythmus schlagerten. Er war wie seine Kollegen nicht der simple Showmusiker, sondern ein erstklassiger Jazzer, hatte indes seine größten Erfolge und durch ihn und seine Musiker bestimmte Solo-Shows mit dergleichen musikalischen Skizzen einer deutschen Zeit, in … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Musik & Konzert

Preis für grotesken Humor: Ulrich Holbein ausgezeichnet

Preis für grotesken Humor: Ulrich Holbein ausgezeichnet

Loriot hat ihn erhalten. Ernst Jandl, Robert Gernhardt, Hanns Dieter Hüsch, Ingomar von Kieseritzky, Ror Wolf, Katja Lange-Müller, Gerhard Polt, F. W. Bernstein, Peter Rühmkorf, Herbert Achternbusch und fünfzehn weitere um ihre Vertrautheit mit dem Grotesken oft beneidete Persönlichkeiten ebenfalls. An diesem Wochenende geht der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor an Ulrich Holbein. Sollte Ihnen der Name unbekannt sein? Verwechseln Sie ihn gar mit einem anderen Herrn Holbein? Das wäre betrüblich. Seit seiner Kindheit trägt der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur, Scherz, Satire, Ironie

Charisma und Interpretationslust – der Bratscher Antoine Tamestit

Charisma und Interpretationslust – der Bratscher Antoine Tamestit

„Ich bin froh, ein junger Wilder zu sein“, sagt Antoine Tamestit. Dahinter steckt natürlich eine gehörige Portion Selbstironie, schließlich ist der französische Bratscher längst zum arrivierten, ausdrucksstarken Künstler gereift, mit Auftritten in aller Welt. Doch das Gastspiel im Dortmunder Konzerthaus, sein letztes in eben jener Reihe „Junge Wilde“, gibt er voller Dankbarkeit, im Bewusstsein, dieses außergewöhnliche Format bereichern zu dürfen. Die Idee dazu hatten Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa und sein Team vor sechs Jahren: Junge Künstler für … Den ganzen Artikel lesen »

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Denkwürdige Vokabeln (6): “Risikofreudig”

Es fiel mir sozusagen wie Schuppen aus den Haaren – oder hieß das Schuppen von den Augen? Na jedenfalls hörte ich aus dem Munde eines jungen Kollegen, dass ihn sein Bank-Berater ganz toll informiert habe. Der hätte ihm zunächst einmal eine sehr konservative Möglichkeit angeboten, sein Bares zu mehren, sozusagen in der Art eines Eichhörnchens, langsam, aber sicher. Und unter dem verschämten Geständnis, dass er als Banker derzeit eher mal bei diesen Dingen zurückhaltender sei, die sogenannte „risikofreudiger“ Version, sozusagen turboschnell, aber mit möglichem Totalverlust. „Risiko-freudig“, eine Vokabel , die besonders gern in der Bankenwelt und ihrer näheren Umgebung, also auch bei denen, die über die Bankenwelt berichten, Wirtschaftsjournalisten, genutzt wird. „Risiko“ allein, das klingt schon eher so, als solle man Anlagen dieser Art mit Vorsicht genießen. Niemand indes käme auf … Den ganzen Artikel lesen »

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Paul Nizon und die Goldadern der Kunst

Paul Nizon und die Goldadern der Kunst

Paul Nizon lebt und schreibt aus voller Brust elitär, die allermeisten Verhältnisse lässt er weit hinter sich liegen. Er grenzt sich streng ab, hält sich heraus aus dem gängigen Streit der Zeit, besteht auf „Niemandszugehörigkeit“. Kritiker, die ihm weniger gewogen sind, halten ihn für einen prätentiösen „Dichterdarsteller“. Nach üblichen Maßstäben ist der 1929 in Bern geborene Nizon ein Bewohner des Elfenbeinturms. Jetzt sind seine Journale der Jahre 2000 bis 2010 erschienen. Sie erheischen langsame, einlässliche Lektüre … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Lebenswege, Literatur, Sprache

Dynamik und Ästhetik – preisgekrönte Pressefotos in Dortmund

Dynamik und Ästhetik – preisgekrönte Pressefotos in Dortmund

Das Bild ist um die Welt gegangen: Bibi Aisha, Afghanin, 18 Jahre alt, gewaltsam entstellt, ohne Nase. Bestraft, weil sie aus dem Haus des Ehemannes geflohen war. Der südafrikanischen Fotografin Jodi Bieber wurde mit diesem Porträt der Preis „World Press Photo of the Year“ (2011) zuerkannt. Wohl auch deshalb, weil trotz aller innewohnenden Grausamkeit das Bild eine Ästhetik ausstrahlt, die der jungen Frau ihre Würde lässt. Im Dortmunder Depot sind nun (bis zum 8. März) alle … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Fotografie, Gesellschaft

Historisches Stichwort: „Landwehr“

Historisches Stichwort: „Landwehr“

Wer das Wort „Landwehr“ hört, denkt an die Vorläufer der Wehrpflicht, an stehende Heere und an Berufssoldaten. Das Wort Landwehr hat aber auch eine andere, sogar noch ältere Bedeutung, und wer in den ländlicheren Teilen des südlichen Ruhrgebiets, im Bergischen oder im Münsterland spazieren geht, der kann sogar auf die Reste dieser Landwehren stoßen. Der Begriff bezeichnet lang gestreckte Erdwälle, die im Mittelalter angelegt wurden, um das Territorium gegen Eindringlinge zu schützen oder um Räuberbanden die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Region Ruhr, Stadt Land Fluss

Meilensteine der Popmusik (4): The Mamas and the Papas

Meilensteine der Popmusik (4): The Mamas and the Papas

Kalifornien 1966: Sonne out, Strand out, Surf out. Nach der ersten großen Drogen-Welle und mit den Songs von Bob Dylan hatte sich die Welt verändert. Als Amerikas Engagement in Vietnam eskalierte, gab es neue Schlagworte: „love and peace“, „make love not war“. Die Studenten von Berkeley waren die ersten, die friedlich rebellierten. Der anrückenden Nationalgarde steckten sie Rosen in die Gewehrläufe. Die Gesellschaft war irritiert, bisweilen sogar schockiert. Auch hierzulande machten sie sich langsam breit; … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Rock & Pop

“Stilvoll und lichtdurchflutet” – Maklerdeutsch ist pure Poesie

“Stilvoll und lichtdurchflutet” – Maklerdeutsch ist pure Poesie

Wer sich auf Wohnungssuche begibt, der lernt nach und nach die sprachlichen Bemäntelungen kennen, die in der Maklerzunft üblich sind. Sie lassen sich in manchen Punkten mit den notdürftig beschönigenden Formeln in Arbeitszeugnissen vergleichen. Hier wie da werden Texte nach Baukastenprinzip aus Standardfloskeln gefügt. Hier wie da verständigt man sich gleichsam im ironisch gebrochenen Modus mit kaschierten Hintergedanken. Es gibt sozusagen eine imaginäre Interlinearversion, die den eigentlichen Sinn enthält. Damit driftet das Genre der Immobilien-Annonce in literarische … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Architektur & Städtebau, Sprache, Warenwelt & Werbung

Klümpchen und Killefit – Frank Goosen lädt zum “Sommerfest”

Klümpchen und Killefit – Frank Goosen lädt zum “Sommerfest”

Da steht er nun. Der Wahl-Münchner Stefan auf dem Sommerfest seines alten Bochumer Fußballclubs, die Tulpe mit frisch gezapftem Pilsken in der Hand, ein Lokalderby im Blickfeld, im Kreise alter Freunde und Wegbereiter. Stefan, gebürtiger Bochumer und leidlich begabter Schauspieler, hat sich vor 10 Jahren gegen Halden und für die Alpen entschieden. Dummerweise wurde sein Theater-Engagement nicht verlängert, man hat wohl gemerkt, dass seine Kunst mehr leidlich denn begabt ist. Seine Beziehung zu Schauspielkollegin Anka … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur, Region Ruhr

Der bleiche Abschied des Christian Wulff

Der bleiche Abschied des Christian Wulff

Christian Wulff ist um 11 Uhr als Bundespräsident zurückgetreten. Die Beweggründe sind hinlänglich bekannt, man mag eigentlich schon gar nichts mehr darüber hören. Jetzt hat wenigstens diese Quälerei ein Ende. Freilich: Hinter den Kulissen wird gewiss schon um die Nachfolge gestritten. Es darf munter bis haltlos spekuliert werden. Durchaus denkbar, dass sich manche Politiker dieses Amt nicht mehr antun wollen. Vor Wulffs Erklärung richteten sich die TV-Kameras immer und immer wieder auf die geschlossene Flügeltür, durch … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien, Politik und so

“Extrem laut und unglaublich nah”: Kinofilm über das Trauma des 11. September

“Extrem laut und unglaublich nah”: Kinofilm über das Trauma des 11. September

Als ich vor fast elf Jahren am frühen Nachmittag bei Saturn in der Nähe der Fernsehabteilung rumstand und auf eine SIM-Card wartete, vertrieb ich mir die Zeit damit, die einzelnen Programme zu erkennen. Urplötzlich schalteten alle Geräte auf einen Katastrophenfilm um, in dem es mal wieder um brennende Wolkenkratzer ging. Es dauerte einen Moment, bis ich das „Breaking News“-Banner von CNN wahrnahm. Es war 14:45h. Das Datum der 11. September 2001. Es gibt wohl Wenige, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Kinderzeiten, Kino

Wie unterschiedlich Pfarrer doch sein können

Wie unterschiedlich Pfarrer doch sein können

Wie unterschiedlich doch Pfarrer sein können, wie unterschiedlich ihre spezifische Vorstellung von Seelsorge, wie widersprüchlich ihre gelebte Art zwischenmenschlicher Zuwendung. Vor wenigen Tagen durfte ich wieder einmal Pfarrer Peter Hintze dabei erleben, wie er mit gütiger Miene seinen jungen Freund, unser aller Bundespräsidenten und Niedersachsens Ex-Ministerpräsidenten, Herrn Christian Wulff, gegen allgemeine Anfeindungen in Schutz nahm und dabei weder auf argumentativen Schwachsinn verzichtete noch auf moralin-gesäuerte Wortwahl. Nicht einmal die ewig bildenden Redakteure konnten auf eine Mahnung … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Glaubensfragen, Lebenswege, Politik und so

Kultur im Revier: Jetzt geht es ans Eingemachte

Kultur im Revier: Jetzt geht es ans Eingemachte

Man muss diese Nachrichten nur sammeln und bündeln, um die Zeichen der Zeit zu erkennen: Ganz offenkundig geht es in Sachen Ruhrgebiets-Kultur ans Eingemachte. Die Schamfrist nach dem Kulturhauptstadt-Jahr 2010 ist längst vorüber. Schon damals haben manche prophezeit, dass „danach“ die Sense kreisen werde. Vor einigen Wochen hieß es, das Museum Bochum werde mutmaßlich im Jahr 2022 geschlossen. Komplett. Unwiederbringlich. Unglaublich. Dieses Menetekel sorgte immerhin für vernehmlichen Aufruhr, vor allem im Kreise der übrigen Kunstmuseen des … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Region Ruhr, Theater

Der mediale Schauer vor Whitney Houstons letztem Wannenbad

Ich war ja immer gern Journalist. Es reizte mich, den Menschen Ereignisse zu beschreiben, auf dass sie (diesem je individuellen Ereignis angemessen) mit auf meinem Weg der Beschauung, der Kritik oder auch nur der Beschreibung genommen wurden. Das durfte schmunzelnd gelesen werden, das durfte betroffen wahrgenommen werden, das durfte auch zornig oder protestierend geschehen. Nur eines lag mir fern: Kopfschütteln, das wollte ich nur erzeugen, wenn es um das Erzählte ging, nicht über meine Art, es zu erzählen. Nun sitze ich da – und schüttele den Kopf, klopfe an meine Stirn, bin nachgerade atemlos. Denn ich blicke auf eine Badewanne. Sie kann in jedem Hotel dieser Welt stehen, selbst ich könnte theoretisch in ihr schon mal die Haut habe quellen lassen. Und dennoch, glaube ich den Verfassern des darunter veröffentlichten Berichtes, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien, Rock & Pop

“Bunbury” in Bochum: Vom großen Spaß, (nicht) Ernst zu sein

“Bunbury” in Bochum: Vom großen Spaß, (nicht) Ernst zu sein

Der Vorhang öffnet sich – und gibt einen weiteren Vorhang frei, hinter dem sich wiederum eine dritte Bühne mit Vorhang befindet – ein überdimensioniertes Kasperltheater. Die Bühne der Bochumer Kammerspiele verkleinert sich für einen Großteil des Abends auf die Maße der Puppenbühne (Daniel Angermayr). Damit wäre Jan Neumanns Regiekonzept bereits beschrieben: Sein „Bunbury“ (oder: Wie wichtig es ist, Ernst zu sein) wird als Theater im Theater gegeben. Die Körpersprache der Darsteller und auch die Kostüme … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Theater

Denkwürdige Vokabeln (5): Alternativlos

Denkwürdige Vokabeln (5): Alternativlos

Sie hatte es zum Unwort des Jahres geschafft, das war 2010. Kanzlerins Lieblingsvokabel, unbedingt merkbar: „alternativlos“. Ganz geriet sie danach nie in Vergessenheit, weil Frau Merkel immer wieder mal etwas, was sie oder der unverzichtbare, aber ungeliebte Kollege Schäuble sich ausgedacht haben, oder eben mangels anderer, auf der Entscheiderhand liegender Möglichkeiten für unumgänglich (auch eine Möglichkeit, das zu beschreiben, was gemeint sein könnte) halten. Aber, dem Alltag sei Dank, seltener benutzt wurde das finale Abschusswort … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Politik und so, Sprache, Wirtschaft

Getanztes Leben zwischen Abstraktion und praller Illustration

Getanztes Leben zwischen Abstraktion und praller Illustration

Bilder, die sich gar nicht gleichen. Zu Beginn schneit es dunkle Erde im graugetünchten Raum, in dem riesenhafte Heuschrecken ihr Dasein fristen. Menschen, teils am Boden dahingekrümmt, lösen sich langsam aus einer Art Schockstarre, versuchen in zackigen, wie geometrisch wirkenden Bewegungen ihren Gliedern Leben einzuhauchen. Wir sehen „Sleepers Chamber“, also tänzerisches Erwachen in einer Schlafkammer – der erste Teil des neuen Doppelabends mit der Dortmunder Ballett-Compagnie. Danach – welch völlig anderes Bild – die leere Bühne, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Oper & Ballett, Theater

“Schmidts Einsicht” kommt nicht zu spät

“Schmidts Einsicht” kommt nicht zu spät

Drei Romane mit der Titelfigur Albert Schmidt hat der in Polen geborene amerikanische Autor Louis Begley geschrieben. Den letzten mit dem deutschen Titel „Schmidts Einsicht“ gibt es zunächst sogar nur bei uns – in den USA erscheint die Originalausgabe erst im März als “Schmidts Steps Back”. Viele erinnern sich bestimmt an Jack Nicholson, der 1997 den alternden Anwalt Schmidt aus New York im Kino verkörperte. Dieser etwas verschrobene Witwer mit dem hohen Einkommen hat ständig Zoff … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Lebenswege, Literatur

Wachstum möglich: Dortmunder “Klangvokal”-Fest erstmals auf sicherem Grund

Wachstum möglich: Dortmunder “Klangvokal”-Fest erstmals auf sicherem Grund

Wer die Pressemappe aufschlägt, sieht ein Tütchen „Gelbe Riesen“ vor sich. Sonnenblumen-Saatgut ist drin, wohl als sinnfälliges Symbol für Wachstum, letzthin fürs strahlend-duftige Sommergefühl. Ganz so wie das Bild auf dem Flyer des Dortmunder „Klangvokal“-Festivals. Blauer Himmel, ein gelbes Blütenmeer, eine Dame in Weiß: Das Programmheftchen, das den musikalischen Veranstaltungsreigen für 2012 unter dem Titel „Begegnungen“ auflistet, mag also für Optimismus im Dienste der Kunst stehen. Dazu besteht derweil wieder Anlass. „Klangvokal“, die Verbeugung vor dem … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Musik & Konzert, Oper & Ballett

Moden und Marotten im Journalismus (2): Stocksteife Scheinobjektivität

Moden und Marotten im Journalismus (2): Stocksteife Scheinobjektivität

Beim Deutschlandfunk halten sie traditionell große Stücke auf sich. Doch auch außerhalb der eigenen Reihen gilt der Sender viel. Gar mancher glaubt, er sei die Hörfunk-Entsprechung zur FAZ. Das lassen wir mal dahingestellt. Höchst schätzenswert sind – nehmt alles nur in allem – die thematisch breit gefächerten Hintergrundberichte des DLF. Gerade in Zeiten des sonst weithin grassierenden Dudelfunks mit seinen lachhaften Kürzestbeiträgen, sind die ausführlichen Wortstrecken, die hier gepflegt werden, umso wohltuender. Noch auf jedem meiner … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien, Politik und so, Sprache

Gespräche als Teil des literarischen Werks

Gespräche als Teil des literarischen Werks

            Seit Eckermanns Gesprächen mit Goethe wissen wir, dass es Schriftstellergesprächsbücher geben kann, die man fast schon zu den Werken der betreffenden Schriftsteller zählen darf. Manchmal gelingt eine solche Werkausweitung auch heute. In den letzten Jahren bis hin in die allerletzte Zeit sind mir mindestens vier Gesprächsbücher untergekommen, bei denen dies der Fall ist. Sie alle bieten Ergänzung wie Einstiegshilfe in das namhafte, manchmal etwas sperrige Werk der jeweiligen Schriftsteller… . Sie erleichtern gleichermaßen Zugänge für (unbedingt!) … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Buchmarkt, Kultur an sich, Lebenswege, Literatur, Sprache, Weite Welt

Die Freude an einer Kleinstadt-Orgel

Dem kolossalen Klang einer Kirchenorgel können sich selbst Agnostiker nur schwer entziehen, und so waren fast 300 Zuhörer aller Konfessionen und Nicht-Konfessionen in die Evangelische Johannes-Kirche im Ennepetaler Ortsteil Voerde geströmt, um einem Konzert mit Professor Roland Maria Stangier zuzuhören. Seit 2003 ist Stangier der Kustos der neuen Kuhn-Orgel der Essener Philharmonie sowie seit 2009 einer der Orgel-Kuratoren der Philharmonie Mercatorhalle Duisburg. Wie kommt ein so renommierter Musiker an diese Kleinstadt-Orgel? Die Kulturgemeinde Ennepetal hatte vor geraumer Zeit zwei Orgel-Reisen in fachkundiger Begleitung des Künstlers veranstaltet und ihn im Anschluss gebeten, einmal in dem spätbarocken Kirchlein ihrer Heimatstadt am Südrand des Ruhrgebietes auf der erst kürzlich renovierten Orgel zu spielen. Natürlich hat dieses Instrument nicht den gewaltigen Klang zum Beispiel einer Passauer oder Regensburger Orgel. Sie ist in Voerde in ungewöhnlicher Weise … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Region Ruhr

“Gottschalk live”: Onkel Thommy plaudert brav und voller Selbstmitleid

“Gottschalk live”: Onkel Thommy plaudert brav und voller Selbstmitleid

Einer muss es ja schließlich tun. Sich todesmutig hinabstürzen ins öffentlich-rechtliche Vorabendprogramm. Die Courage besitzen, einem Giganten der Fernsehunterhaltung etwa 25 Minuten lang Aug’ und Ohr zu leihen. Also tapfer sein und Thomas Gottschalk gucken. Kritiker, Du gehst einen schweren Gang. Muss es sein? Es muss sein! Und ach: So groß ist die Hemmschwelle nun wieder nicht. Wir sitzen im Wohnzimmer, der Entertainer auch. Ein lieber Onkel, der da zu uns spricht. Er gibt sich familiär … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien

Meilensteine der Popmusik (3): Elton John

Meilensteine der Popmusik (3): Elton John

Elton John live in Wembley 1984 Auch wenn Billy Joel ihn besang – für viele ist und bleibt Elton John der wahre „Pianoman“, Wegbereiter für Kollegen wie Gilbert O’Sullivan, Barry Manilow, Chi Coltrane, Bruce Hornsby, Joshua Kadison und andere Tastendrücker, die nach ihm Karriere machten. Viele von ihnen spielen schon lange keine Rolle mehr. Doch Elton John gehört nach all´ den Jahrzehnten noch immer zu den absoluten Superstars, ein Genie, mit dem es nur wenige aufnehmen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Rock & Pop

Radikale Rebellin

Radikale Rebellin

Tische und Stühle sind von einer Staubschicht bedeckt, die vor Beginn abgefegt wird – merke: ein Klassiker wird entstaubt. Das Arrangement der kargen, mit Plastikblumen geschmückten Tische erinnert an eine Podiumsdiskussion (Bühne: Kathrine von Hellermann). Merke: Hier wird etwas verhandelt. Charlotte Zilm bringt im Dortmunder Studio Sophokles’ Antigone auf die Bühne. Sie zeigt ein Stück mit einigen Knall-Effekten – spannend, kurzweilig, bilderstark. Ein wenig auf der Strecke bleibt dabei die psychologische Feinzeichnung. Der tote Ödipus-Sohn Polyneikes … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Theater

Soziale Miniaturen (12): Gewaltsamer Augenblick

Soziale Miniaturen (12): Gewaltsamer Augenblick

Er hat einen Schnäuzer wie aus 70er-Jahre-Pornos und trägt ungemein spitze Schuhe. So spitz, dass es schon lächerlich wirkt. Ein Überbleibsel aus einer anderen Ära. Die Parodie auf einen Zuhälter von damals. Seine ganze Aufmachung steht pfeilgerade für Aggression, für Zustechen und Aufschlitzen. Und das ist nicht parodistisch, sondern bedrohlich. Wie solch ein Mensch wohl sein tagtägliches Leben zubringt, aufs Ende zu und durch alle Wiederholungen hindurch? Mit den Schuhspitzen wippt er ungeduldig. Fast schon ein Trommelfeuer. An … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Gesellschaft