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Revierpassagen » Archive

50 Jahre danach: “Pardon” vor der Wiederwi(e)dergründung

50 Jahre danach: “Pardon” vor der Wiederwi(e)dergründung

Wenn das mal nicht reale Satire ist, die einst eben jene alte „Pardon“ vollends durch jeden Kakao gezogen hätte und den realen Satirikern auch noch angeboten hätte, ihn auszutrinken. „Pardon“ soll zum zweiten Male wiederbelebt werden. Medial sachkundige Titel rühmen, dass „renommierte Autoren“ sich an der Beatmung einer Erstausgabe anlässlich der 50. Wiederkehr des Ersterscheinens (27. August 1962 nach Nullnummer 1961) beteiligen werden: Harald Schmidt, Eckart von Hirschhausen unter anderen, auch Hellmuth Karasek sei mit dabei. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien, Scherz, Satire, Ironie

Was vom Monat übrig blieb – das war der August

Was vom Monat übrig blieb – das war der August

Schirme liegen weiterhin im Trend. Als Rettungsinstrument nicht kaputtzukriegen. Im vergangenen Monat mussten sie wenigstens selten vor Regen schützen. Ein Rückblick auf dem Ruhrpott sein August. Wort des Monats: Last Minute Sommer. Debüt des Monats: Die im Ruhrgebiet lebende Autorin Andrea Ecker beeindruckt mit ihrem Roman-Debüt „Lichtwechsel“ . Korrespondent des Monats: Werner Häußner berichtet in den Revierpassagen von allen wichtigen Festspielen. Tanz des Monats: Das Museum Ostwall im Dortmunder U zeigt Fluxus-Kunst. Satz des Monats: Wege entstehen dadurch, dass man sie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein, Kultur an sich, Region Ruhr

“Nullzeit” von Juli Zeh: Thriller mit Tauchgang

“Nullzeit” von Juli Zeh: Thriller mit Tauchgang

Gleich nach dem Examen schwant dem angehenden Juristen Sven, dass er keine Lust hat, Menschen zu beurteilen, zu bewerten, zu bestrafen. Zusammen mit Antje, seiner Freundin, packt er seine Siebensachen, sagt Deutschland Adieu und eröffnet auf Lanzarote eine Tauchschule. Sven begleitet seine Kunden nicht nur bei ihren Tauchgängen unter Wasser, er vermietet ihnen auch Appartements und ist rund um die Uhr für sie da. Wer bereit ist, eine ziemliche Stange Geld zu zahlen, kommt bei Sven … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur

Mark Boogs “Mein letzter Mord”: Ein Polizist zieht Lebensbilanz

Mark Boogs “Mein letzter Mord”: Ein Polizist zieht Lebensbilanz

Es ist sein letzter Mord, die letzte Ermittlung, die ein alter niederländischer Polizist vor seiner Pensionierung noch durchführt. Einen ganz alten Fall hat man aus den Akten gekramt. Einen alten, ungelösten Fall, den der alte Polizist noch einmal neu aufrollen soll. Vielleicht ein letzter Versuch, diesen Fall noch zu klären, wahrscheinlicher aber der Versuch, den Polizisten auf seine letzten Tage vor dem Altenteil zu beschäftigen. Der alte Polizist wählt einen ungewöhnlichen Weg, um den Fall … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur

Zum 100. des Hagener Malers Emil Schumacher: Vergleich mit seinen Zeitgenossen

Zum 100. des Hagener Malers Emil Schumacher: Vergleich mit seinen Zeitgenossen

In Hagen kann man jetzt malerischen Energieströmen nachspüren – zwischen Fließen und Stocken, spontaner Bewegung und Innehalten der Linienführung, zwischen schützender Versiegelung und vehementer Durchbrechung der Bildoberflächen. Von den zahllosen weiteren Nuancen gar nicht zu reden. Der Ausstellungsanlass ist gewichtig: 100 Jahre alt wäre der aus Hagen stammende Maler Emil Schumacher (1912-1999), ein Künstler von anerkanntem Weltformat, am 29. August geworden. Ursprünglich hatte man in seiner Himatstadt eine umfangreiche Retrospektive ausrichten wollen, die sich aufs Emil-Schumacher-Museum … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kunst, Region Ruhr

Steinzeit in Hattingen: Die Blut-Ablaufrinne im Opferstein – wohl nur ein Mythos

Steinzeit in Hattingen: Die Blut-Ablaufrinne im Opferstein – wohl nur ein Mythos

So ein kleines Museum findet man selten, so ein schönes aber auch nicht. Das „Bügeleisenhaus“ in der Hattinger Altstadt gehört dem Heimatverein, und dort wird die Ausstellung „Steinzeit in Hattingen“ gezeigt. Zugegeben, die Zahl der Objekte ist begrenzt. Einen schönen Mammutzahn, Werkzeuge und kleine Waffen kann man sich ansehen, und in einem Sonderraum wird die Geschichte eines Steins vorgestellt, der in einem Hattinger Park liegt und schon Gegenstand eines Romans und zahlreicher Ortslegenden wurde. Er hat … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Stadt Land Fluss, Unterwegs

Zum Tode von Neil Armstrong: Die Mondfahrt und der historische Satz

Zum Tode von Neil Armstrong: Die Mondfahrt und der historische Satz

„Wie, du hast dir das entgehen lassen?” Die Kolleginnen und Kollegen, angeführt von Chef Malte, blickten ungläubig bis verblüfft in meine naiv-blauen Augen und schüttelten unisono ebenso entgeistert wie im Geiste scheibenwischend die erfahreneren Köpfe. Gerade hatte ihnen so ein nassforscher Berufsneuling die überraschende Tatsache verkündet, dass er nicht wie im Falle von faustkämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Cassius Clay (der hieß damals noch so) und Ingemar Johansson nächtens aus den Federn gekrabbelt war und schlaftrunkenen Auges … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Geschichte, Technik, Wissenschaft

Recherchen in der Biosuppen-Firma – Krimi “Neben der Spur” von Ella Theiss

Recherchen in der Biosuppen-Firma – Krimi “Neben der Spur” von Ella Theiss

Die Fabrikantenfamilie Hepp bereitet sich auf die Feier eines ganz besonderen Geburtstages vor. Der Seniorchef wird sagenhafte hundert Jahre alt. Karo Rosenkranz, freiberufliche Journalistin, hat in der Redaktion die Niete gezogen und soll über den Geburtstagsempfang berichten. Widerwillig macht sie sich auf den Weg zur Firma, doch plötzlich wird es spannend. In der Produktionshalle explodieren ganz unfeierlich zwei Sprengsätze. Zu Schaden kommt niemand, die herumfliegenden Kadaver gehören tiefgekühlten Hähnchen. Karo wittert Morgenluft und eine spannende Story. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur

“Sounds Like Silence”: Auf den Spuren der Stille, an den Grenzen des Schweigens

“Sounds Like Silence”: Auf den Spuren der Stille, an den Grenzen des Schweigens

Jubiläumshalber ist der Komponist John Cage (100. Geburtstag am 5. September) heuer erst recht eine kulturelle Leitfigur. Nicht nur setzt die Ruhrtriennale vielfach bei seinem Werk an, nicht nur hat die Fluxus-Kunst (derzeit im Fokus des Museums Ostwall) ihm Impulse zu verdanken – auch die gedankenreich unterfütterte Ausstellung „Sounds Like Silence“ kommt (parallel im selben Hause Dortmunder „U“) auf ihn zurück. Für die intellektuelle Durchdringung auf hohem Theorie-Plateau sorgt der ortsansässige Hartware MedienKunstVerein (HMKV), dessen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Kultur an sich, Kunst, Medien, Musik & Konzert, Technik, Wissenschaft

Wortmusik: Robert Wilson liest John Cage bei der Ruhrtriennale

Wortmusik: Robert Wilson liest John Cage bei der Ruhrtriennale

Die Sehnsucht nach vollkommener Stille, die der amerikanische Komponist John Cage im schalltoten Raum der Harvard-Universität suchte und aufgrund körpereigener Geräusche doch nicht fand, führte 1952 zu seinem epochalen Werk 4’33’’, in dem nicht ein einziger Ton erklingt. Zwei Jahre vor der Uraufführung durch den Pianisten David Tudor hatte Cage die Grundzüge seines Denkens und Schaffens in seinem „Vortrag über nichts“ skizziert. Der Sprachduktus folgt dabei einem strengen rhythmischen Muster: Cage schrieb eine Wortmusik, ein Duett … Den ganzen Artikel lesen »

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Andrea Eckers Roman-Debüt „Lichtwechsel“

Andrea Eckers Roman-Debüt „Lichtwechsel“

Das Ruhrgebiet hat eine ernstzunehmende Autorin mehr. Andrea Ecker beweist mit ihrem Roman-Debüt „Lichtwechsel“ eine bestechende Fabulierkunst. Die in Bochum geborene, in Essen lebende Autorin versetzt sich in die Lage einer Bankangestellten, die von drei Räubern als Geisel mit auf die Flucht genommen wird. Wer ans „Gladbecker Geiseldrama“ denkt, wird bei der Lektüre angenehm überrascht, wie weit Andrea Eckers Erfindungsgabe reicht, wie einfühlsam sie sich in die Situation der Geisel und der Täter versetzt und wie … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Literatur, Region Ruhr

Festspiel-Passagen VII: Salzburg – Mit der Zauberflöte ins Labyrinth

Festspiel-Passagen VII: Salzburg – Mit der Zauberflöte ins Labyrinth

Der siebenfache Sonnenkreis ist eine Mischung aus Baustellenlampe und Hirnschrittmacher, mit einem Schlauch offenbar direkt mit Sarastros Hirn verbunden. Der Weisheitstempel besteht aus lauter Türen, mit kryptischen Buchstaben bezeichnet. Sarastro und die Königin der Nacht balgen sich am Ende um das technische Gerät, während die jungen Leute den Kinderwagen Papagenos und Papagenas hinterherlaufen. Familienidylle statt Weisheitslehre? Jens-Daniel Herzog, der Dortmunder Operndirektor, hat sich mit der „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen vorgestellt – wie so viele andere … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Oper & Ballett

Zum Auftakt der 50. Bundesliga-Saison: BVB – der Meister legendärer Fußballereignisse

Zum Auftakt der 50. Bundesliga-Saison: BVB – der Meister legendärer Fußballereignisse

Ich hatte einen Traum. Er spulte sich in der vergangenen Nacht ebenso plastisch wie mein Hoffen weckend vor meinem inneren Auge ab. Und dann fiel es mir wie Schuppen aus Augen und Haaren: Der Ballspielverein Borussia Dortmund ist der ultimativ wertvollste Club Deutschlands, wenn es um historische Wegmale in der Nachkriegsgeschichte der Kicker unseres Landes geht. Es war der BVB, der letztmalig Deutscher Meister nach der überlieferten Methode wurde, bevor die Bundesliga ins professionelle Leben gerufen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Glaubensfragen, Leibesübungen, Region Ruhr

Die Verhältnisse zum Tanzen bringen: Fluxus-Kunst im Dortmunder “U”

Die Verhältnisse zum Tanzen bringen: Fluxus-Kunst im Dortmunder “U”

Wer Fluxus definieren oder gar fixieren will, dem entgleitet das Phänomen unweigerlich: Diese diffus ungerichtete Kunstrichtung mit Schwerpunkt in den 1960er Jahren war ja gerade aufs Tanzen der Verhältnisse aus, gleichsam auf Verflüssigung aller Handlungen. Und wie sehr hat man auf den Alltag, aufs Leben der Vielen einwirken wollen! Die politische Zeitstimmung hat derlei Aufbrüche gewiss begünstigt. Nicht nur der Zufall hat es so gefügt, dass das Dortmunder Museum Ostwall (heute im Dortmunder „U“) beim Sammeln … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Gesellschaft, Kunst

Familienfreuden II: Zur Selbstfürsorge ins Schwimmbad – oder doch nicht?

Familienfreuden II: Zur Selbstfürsorge ins Schwimmbad – oder doch nicht?

Ob ein schlechtes Gewissen dann und wann wohl dazugehört zum Elternsein? Täglich genehmigen sich bohrende Fragen eine lustige Karussellfahrt durch mein Gedankenzentrum und die übergewichtigste von ihnen ist die nach dem „Genug oder zu wenig?“ Zumal bei all der Zuneigung dem Nachwuchs gegenüber auch ab und zu mal ein wenig Selbstfürsorge wichtig ist. Also: Ich wollte schwimmen. Mit jeder Faser meines Seins stellte ich mir den Sprung ins kühle Nass vor. Und meine Schwiegermutter war gern … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Alltag, Bekenntnisse, Gesellschaft, Lebenswege, Leibesübungen, Scherz, Satire, Ironie, Unterwegs, Wahnwitz

Präzise Anarchie: Eröffnung der Ruhrtriennale mit “Europeras 1 & 2″ von Heiner Goebbels

Präzise Anarchie: Eröffnung der Ruhrtriennale mit “Europeras 1 & 2″ von Heiner Goebbels

John Cage wäre am 5. September 100 Jahre alt und gilt als einer der wichtigsten Anreger der zeitgenössischen Kunst: Malerei, Musik, Performance hat er beeinflusst, neue Richtungen wie die Fluxus-Bewegung wären ohne ihn nicht denkbar gewesen. Als Theoretiker ist er für ein modernes Musiktheater wohl ebenso bedeutsam geworden wie für die Sprechbühne Antonin Artaud und sein „Theater der Grausamkeit“. Für beide spielt die Einheit des Kunstwerks, die Nachahmung der Wirklichkeit, die Geschlossenheit eines als sinnvoll … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Oper & Ballett, Region Ruhr

Vor 20 Jahren brannte es lichterloh in Lichtenhagen – und es schwelt weiter

Da haben wir wieder einmal einen Jahrestag, den Zwanzigsten. Am 22. August vor 20 Jahren brannte es lichterloh. Und nicht nur in Lichtenhagen, das liegt bei Rostock und wäre wohl niemandem ernsthaft bekannt geblieben, hätten nicht Bilder aus Lichtenhagen so viel Ähnlichkeiten gehabt mit Bildern aus X-beliebigen deutschen Städten: Ein paar hundert Menschen gröhlen „Deutschland den Deutschen“ und setzen ein Haus in Brand – eine weitaus größere Anzahl von Menschen schaut dem Treiben zu. Zum Teil sind sie entgeistert, diverse auch begeistert, doch eines haben sie gemein: Sie schauen zu und greifen nicht ein – exakt das Szenario, das als so genannte „Kristallnacht“ übel riechende deutsche Geschichte schrieb. Der Ort in Mecklenburg-Vorpommern lebt nun mit dem Makel, Sinnbild dafür zu sein, dass noch so viele Jahrzehnte vergehen können in diesem, unserem Lande, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Geschichte, Gesellschaft, Politik und so

Schöner als Kino: Wie Liebe und Tod nach Gladbeck kamen

Schöner als Kino: Wie Liebe und Tod nach Gladbeck kamen

Die folgende hoffentlich kurzweilige, aber doch einige Seiten lange Liebesgeschichte rekonstruierte ich da, wo ich sie in manchen Details nicht erfand, auch aus Kopien zweier Briefe Sigismund von Radeckis, die mir Ruth Weilandt-Matthaeus schenkte  und die mit mir dazu lange Gespräche führte. Sie gab mir ausdrücklich die Erlaubnis, ihre Geschichte weitererzählen zu dürfen. Ruth, die lange die Nachlassverwalterin der Werke von Radeckis war, verstarb vor einigen Jahren in Gladbeck. Auch der in Riga geborene von … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Lebenswege, Liebesleben, Literatur, Region Ruhr

Benjamin Leberts Roman “Im Winter dein Herz” – Deutschland im Kälteschlaf

Benjamin Leberts Roman “Im Winter dein Herz” – Deutschland im Kälteschlaf

Robert, ein junger Mann, der in seinem Leben schon manches schlucken musste und nun keinen Bissen mehr herunterbekommt, begibt sich für eine Zeit der Komtemplation in das Haus Waldesruh, eine Klinik für psychosomatische Erkrankungen. In die Zeit seines Aufenthaltes fällt der jährliche Winterschlaf, den die Menschen seit einigen Jahren den Tieren gleich halten. Eine jährlich wiederkehrende Zeit, in der “nichts, rein gar nichts zu tun war. Keine Grenzen zu passieren, keine Himmel abzusuchen”. Früher empfand Robert … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Literatur

Meilensteine der Popmusik (17): Diana Ross

Meilensteine der Popmusik (17): Diana Ross

“Ob nun sexy, damenhaft, verspielt, Soul oder Blues – Dianas Anziehungskraft überbrückt Generationen, und die verschiedensten musikalischen Geschmäcker.” So schrieben es Musikkritiker, und Diana Ross ist schon immer ein Liebling der Fachpresse gewesen. Vor allen Dingen, wenn man die Damen und Herren zu ihren pompösen und aufwendigen Galavorstellungen einlud. Da konnte man immer wieder gerne am Champagnerkorken schnuppern. Aber so verlor Lady Diana auch immer mehr den Kontakt zur Basis, zu all den Fans, die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Rock & Pop, Tonträger

Potsdamer Provinzposse: SAP-Gründer Hasso Plattner als Mäzen einer DDR-Kunstsammlung

Potsdamer Provinzposse: SAP-Gründer Hasso Plattner als Mäzen einer DDR-Kunstsammlung

Am Neuen Markt in Potsdam ist preußische Geschichte allgegenwärtig. In Rufweite liegt Schinkels Nikolaikirche und der Marstall, der heute ein Filmmuseum beherbergt. Der Blick schweift von hier aus zum Wiederaufbau des im Krieg arg mitgenommenen und von den Baubrigaden der DDR abgerissenen Hohenzollernschlosses. In zwei Jahren soll im rekonstruierten Preußenschloss der brandenburgische Landtag einziehen. Ob bis dahin für die sich derzeit in Potsdam abspielende kultur- und kunstpolitische Provinzposse, die viel über die nach wie vor offenen … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Geschichte, Kunst, Politik und so, Stilfragen

Familienfreuden I: Schwangerschaft ist kein Ponyhof!

Familienfreuden I: Schwangerschaft ist kein Ponyhof!

Manchmal wundere ich mich sehr über die Welt. Und über die Menschen. Und über ihre Planungswut. Vielleicht wundern sich andere Menschen wiederum darüber, dass letzteres so wenig bei mir ausgeprägt ist – vor allem in den letzten Monaten. Sicher, eine Schwangerschaft ist natürlich auch eine besondere Zeit. Und als ich die Bestätigung hatte, ein Kind zu bekommen, habe ich mich tierisch gefreut. Es gibt aber Frauen, die es nicht bei dieser Freude belassen – sondern sofort … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Kinderzeiten, Lebenswege

Festspiel-Passagen VI: Maßlose Leidenschaft – Händels “Tamerlano”

„Tamerlano“ gehört nicht zu den erfolgreichsten Opern Georg Friedrich Händels. Für die Eröffnung der Saison am King’s Theatre im Oktober 1724 mutete er dem Londoner Publikum ein ungewöhnlich düsteres Werk zu. Schon die Tuttischläge zu Beginn der Ouvertüre melden von hoher Tragik. „Schwarze“ Tonarten, dunkle Farben in den Streichern: Musikalisch kündigt sich eine Geschichte an, die den Intrigenstadl der zeitgenössischen italienischen Oper durch ihre Radikalität übertrifft. Tamerlano ist ein Herrscher, den keine Moral zu zügeln vermag; sein Gegenspieler Bajazet so stolz, dass er jedem Kompromiss den Tod vorzieht. Und der Irrtum, der Asteria an der Liebe von Andronico zweifeln lässt, ist auf eine fast schon absurde Weise schwach begründet. Für Händel sind solche extremen Bühnenfiguren eine Herausforderung, die er musikalisch glänzend pariert. „Tamerlano“ beinhaltet eine Reihe ausdrucksstarker Arien; die Selbsttötung Bajazets … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Oper & Ballett

Dortmunder “Tatort”: Nur nicht hecheln

Dortmunder “Tatort”: Nur nicht hecheln

Heute gibt’s im Westfalenstadion (so und nicht anders heißt die Arena für rechtschaffene Leute) eine groß angelegte Vorschau zum ersten ARD-„Tatort“ aus Dortmund. Rund 1000 Menschen sollen dabei sein, wenn der TV-Film im Beisein der Hauptdarsteller und des Regieteams auf einer 280 Quadratmeter großen Leinwand Premiere hat. Verzeihung: Weltpremiere natürlich. Kleinere Münze wird nicht ausbezahlt. Zum Event hat sich auch WDR-Intendantin Monika Piel angesagt. Überdies wird Dortmunds (echter) Oberbürgermeister Ullrich Sierau ebenso zugegen sein wie der … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Medien, Region Ruhr, Stadt Land Fluss

“Kindheiten” oder: Die untröstliche Heiterkeit des Jean-Jacques Sempé

“Kindheiten” oder: Die untröstliche Heiterkeit des Jean-Jacques Sempé

Nein, eine schöne Kindheit hat er nicht gehabt: Vor den allzeit lautstarken Streits der Eltern flüchtete er, wenn er konnte, zum Radio und wob sich eine Phantasiewelt aus dem Gehörten. Wurden Mutter und Stiefvater zwischendurch auf ihn aufmerksam, dann hagelte es meistens Ohrfeigen. Mindestens. Wir reden von Sempé. Jean-Jacques Sempé. Wer seine wunderbaren Zeichnungen kennt, weiß, dass wohl kaum jemand sich den Duft und Hauch der trotz allem unbeschwerten, stets zu Streichen aufgelegten Kindheitstage so bewahrt … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Kinderzeiten, Kunst, Lebenswege, Scherz, Satire, Ironie

Neue CD mit Henryk Góreckis 3. Sinfonie – Spekulieren auf den einstigen Kultstatus

Neue CD mit Henryk Góreckis 3. Sinfonie – Spekulieren auf den einstigen Kultstatus

Der polnische Komponist Henryk Górecki ist außerhalb seines Heimatlandes nahezu ein Unbekannter. Seine Hoch-Zeit hatte der 1933 Geborene ohne Zweifel in den 50er und 60er Jahren, zunächst beim Musikfestival Warschauer Herbst, später in Paris. Hier lernte er die westeuropäischen Avantgardisten Boulez, Messiaen und Stockhausen kennen. Góreckis Orchesterstück „Scontri“ war bei der Uraufführung 1960 einem Aufruhr des entsetzten Publikums ausgeliefert, schon allein wegen der teils extremen Lautstärke des Stückes. Mitte der 60er aber vollzog sich die langsame … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Musik & Konzert, Tonträger

Auch eine Glaubensfrage: Dortmund-Süd oder Lüdenscheid-Nord?

Auch eine Glaubensfrage: Dortmund-Süd oder Lüdenscheid-Nord?

Immer ist von „Lüdenscheid-Nord“ die Rede, wenn Fußballanhänger aus Gelsenkirchen die verhasste Ballspielvereinigung Borussia vom Borsigplatz nicht beim echten Namen nennen wollen. Das, so meine ich, tut der Sauerland-Zentralstadt „Dortmund-Süd“ aber unrecht. Lüdenscheid hat nämlich einiges zu bieten, wie ich kürzlich bei einem Besuch wieder bestätigt bekam. Sicher, die Architektur der Innenstadt wirkt zusammen gewürfelt, vor allem das klobige Rathaus kann man durchaus hässlich nennen, aber das Leben pulsiert, die Menschen scheinen ihre City zu mögen, … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Architektur & Städtebau, Stadt Land Fluss, Unterwegs

Festspiel-Passagen V: Metapher absoluter Fremdheit – „Solaris“ in Bregenz

Festspiel-Passagen V: Metapher absoluter Fremdheit – „Solaris“ in Bregenz

Stanislaw Lems Roman „Solaris“ hat seit seinem Erscheinen 1961 – auf Deutsch erst 1972 – nichts von seiner Tiefe und Faszination eingebüßt. Andrej Tarkowski (1972) und Steven Soderbergh (2003) haben Filme gedreht; es gibt einige Adaptionen für die Bühne – zuletzt am Münchner Volkstheater, am Burgtheater Wien und am Schauspiel Zürich. Nun hatte bei den Bregenzer Festspielen eine „Solaris“-Oper Premiere – die zweite nach der Kammeroper von Michael Obst (München, 1996). Der Henze-Schüler Detlev Glanert … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Festivals, Glaubensfragen, Oper & Ballett, Philosophie

Michel Houellebecq: “Karte und Gebiet” – Schauplatzbesichtigungen

Michel Houellebecq: “Karte und Gebiet” – Schauplatzbesichtigungen

Wird sich Michel Houellebecq auf seine alten Tage zu einem Autor von Frankreich-Reiseführern entwickeln? Unwahrscheinlich. Dennoch laden die detaillierten Ortsangaben in seinem zuletzt erschienenen Roman Karte und Gebiet zu Schauplatzbesichtigungen ein. Und mit dem Fotografen, Maler und zuletzt auch Videokünstler Jed Martin hat Houellebecq einen Protagonisten gewählt, der französische Städte, Dörfer und Landschaften mit distanzierter Neugier beobachtet – „dieses Land, das unbestreitbar das seine war.“ Jed Martin wohnt in einem Dachgeschoss-Atelier im 13. Arrondissement. Durch die … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Gesellschaft, Literatur, Region Ruhr, Stadt Land Fluss, Theater, Unterwegs

Slawische Schwermut, nordische Sehnsucht: Das neue Album der Geigerin Vilde Frang

Slawische Schwermut, nordische Sehnsucht: Das neue Album der Geigerin Vilde Frang

Sie hat den Bogen raus. Kann es sich inzwischen leisten, hinter einer präzisen, wie selbstverständlich aufblitzenden Virtuosität, den Kern musikalischen Ausdrucks anzupeilen. Denn die norwegische Geigerin Vilde Frang, 25 Jahre jung, hat entschieden an Reife gewonnen. Ihr zuzuhören, gleicht jedes Mal einer Entdeckungsreise – hin zu fragilen, verhangenen, satten, herb expressiven oder leidenschaftlich schroffen Klängen. Nun ist ihr drittes Album erschienen, mit den Violinkonzerten von Peter Tschaikowsky und Carl Nielsen. Slawische Schwermut trifft hier auf nordische … Den ganzen Artikel lesen »

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