Revierpassagen » Einträge verschlagwortet mit "Oberhausen"
“Hütchen sind immens wichtig” – Frank Goosen auf Lesereise
“Schnell rein, schnell raus. Keine Gefangenen.” Dieser Plan ist schon bei Stefan, der Hauptfigur in Frank Goosens neuem Roman “Sommerfest” nicht aufgegangen. Natürlich kommt auch der Erfinder des “Woanders-iss-auch-Scheiße-Koffergurts” bei seiner Lesereise (z. B. jetzt im Ebertbad Oberhausen) nicht nur einfach schnell rein und schon gar nicht schnell wieder raus. Will er wohl auch gar nicht. Goosen ist ja nicht nur Schriftsteller, sondern auch gelernter Kabarrettist. Die Erfahrungen aus den Lehrjahren mit den “Tresenlesern” kommen ihm … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Kleinkunst & Comedy, Region Ruhr
Oberhausen zeigt die Plakate von Keith Haring: Schlicht und einfach universell
Die meisten kennen Keith Haring vor allem als legendären Graffiti-Künstler. Doch irgendwann drängten seine Schöpfungen vom buchstäblichen Underground (ab 1979 bildliche „Kurznachrichten“ auf freien Werbeflächen in der U-Bahn von New York) in den oberirdischen öffentlichen Raum, sodann auch in Galerien, Museen und auf Plakatwände, ja sogar in die Produktwerbung. Jetzt ist unter dem Titel „Short Messages“ sein komplettes Poster- und Plakatschaffen (85 Entwürfe) im Schloss Oberhausen zu sehen. Die Leihgaben stammen aus dem Hamburger Museum … Den ganzen Artikel lesen »
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Jamiroquai: Acid-Jazz mit Autsch
Ich war so glücklich. Ein Konzert von Jamiroquai. Endlich. Der eigentliche Termin im Frühjahr war wegen einer Grippeerkrankung von Sänger Jay Kay ausgefallen. Also nun Oberhausen, ein Abend voller Sound, Funk, Acid-Jazz – und Ohrenschmerzen. Die Ausgangslage war schon ein bisschen schwierig. Die Band hatte eine Absage wieder gut zu machen. Und dann das: Dem Schweizer Alleinunterhalter mit Beatboxing-Qualitäten gehört die Bühne viel länger als geplant – die Combo ist gerade erst in Düsseldorf gelandet. Nebel … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Bekenntnisse, Musik & Konzert, Rock & Pop
Endlich im Museum: Blaubär, Arschloch und der Föhrer
Endlich darf Moers ins Museum „7 ½ Leben” hat Walter Moers schon hinter sich gebraucht – zumindest legt die gleichnamige Ausstellung in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen das nahe. Zum ersten Mal darf das Gesamtwerk des Zeichners, Grafikers, Autors ins Museum. Skizzen und Vorab-Collagen sind zu sehen, Storyboards und fertige Clips, Tuschezeichnungen, Objekte und Bücher. Richtig: Bücher. An den Bänken sind Moers’ Romane befestigt. Wer viel Zeit mitbringt, kann so auch in der zamonischen Welt versinken, die Moers seit … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Buchmarkt, Kunst, Literatur, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie, Sprache
Otto ist jetzt die Otto-Waalkes-Coverband
Gitarre her, Finger fliegen, Ulkgesicht, Gag, Gag, Stimme hoch, runter, Zack, Pfiff, Schnalz, Gag, Gag, Gitarre in die Ecke rumpeln und weiter geht’s. Das war Otto damals – in den 70ern. Es wird Nacht, Señorita, klonk-zisch-kuckuck-pfeif, und ich habe kein Quartier… Solche Dinge Lacher halt. Rasant, anarchisch, chaotisch. Unerreicht. Die alten Stücke – nur langsamer Otto 2011 ist anders. Otto 2011 ist: Hollerahitti, schaut mal, wen das kleine Ottili euch mitgebracht hat. Louis Flambé, Harry Hirsch, die Ottifanten und … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kleinkunst & Comedy, Liebesleben, Scherz, Satire, Ironie, Wahnwitz
Baselitz, Lüpertz, Penck: Wurzeln in der Luft
Baselitz, Lüpertz, Penck – deren Kunstfertigkeiten kennt man doch zur Genüge. Vorgestern war’s ja noch halbwegs interessant. Doch längst sind wir viel, viel weiter fortgeschritten. Wir, die ach so versierten Kunstbetrachter… Halt! So denken vielleicht oberflächliche Gestalten im Kreiseln und Kriseln des Kulturbetriebs, die stets gelangweilt nach dem Allerneuesten verlangen und sich den Anschein des durch nichts mehr zu verblüffenden Kenners geben. Elendes Ennui-Gehabe! Oft, ja beinahe immer lohnt ein zweiter, ein anderer Blick aufs Gewesene. Zumal dann, wenn Künstler mit früheren, weniger bekannten Arbeiten aus Phasen präsentiert werden, als ihr Werk noch im Wachsen und Werden war. Und manchmal erst recht, wenn es sich nicht um auftrumpfende Hauptwerke, sondern um eher intime Zeichnungen handelt. Hier also sind tastende Versuche und Skizzen zu finden, die sich noch näher an … Den ganzen Artikel lesen »
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Leonard Cohen: Würde und Weisheit
Mit dem Wort „Sensation” sollte man sehr vorsichtig sein, aber dies ist gewiss eine: Leonard Cohen, der große kanadische Sänger und Songschreiber, ist nach 15 Jahren Abwesenheit und innerer Einkehr auf die Bühnen der Welt zurückgekehrt. Der jetzt 74-Jährige zelebriert in der Oberhausener Arena ein unvergessliches Konzert, das mit Pause weit über drei Stunden währt. Gibt’s dabei keine langatmigen Minuten? Wohl kaum! Und das keineswegs nur wegen der berühmten Titel wie „Suzanne” und „So long, Marianne”, bei denen die Menschen geradezu andächtig sanft mitsummen. Dunkler Anzug, graues Hemd, klassischer Herrenhut, eine Haltung von Anmut und Demut. Zuweilen kniet Cohen auf der Bühne buchstäblich nieder vor den Inbildern dunkler Poesie und ewig besungener Weiblichkeit. Manche Wörter raunt er wie ein Verschwörer, halb hinter vorgehaltener Hand. Doch gern bewegt sich Cohen auch heiteren Sinnes, swingend … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Region Ruhr, Rock & Pop
Manfred Deix: Explosion der Gemütlichkeit
Oberhausen. Drei Namen, drei Marken: Helnwein – Haderer – und Deix. Österreich hat wahrlich nicht nur einen Zeichner hervorgebracht, der menschliches Treiben mit bitterbösem Blick schildert. Und bei der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen haben sie diese „hundsgemeinen” Kerle ganz besonders ins Herz geschlossen. Jetzt also Manfred Deix. Er zeigt samt und sonders Typen, vor denen es einen graust. Widerliche Fleischberge, ekelhafte Visagen, geifernde Gier, abgründige Lustbarkeiten. Durch und durch vulgär geht es da zu – ja, es ist ein einziges Vulgarien. Doch Deix behauptet, er übertreibe keineswegs. Augen auf! Solche Herrschaften könnten einem tatsächlich begegnen. Schwarzeneggers bizarre Jugend Der Kurator der umfangreichen Schau, Prof. Peter Pachnicke, sieht bei Deix etwas schwellend „Barockes” am Werke, während dessen Freund und Konkurrent Haderer eher für graziles Rokoko stehe. So findet jeder Cartoonist seine kulturhistorische Nische. … Den ganzen Artikel lesen »
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Wilhelm Busch: Lustvolle Zerstörung der Idylle
Gleich hinterm Eingang blickt der Besucher in einen Zerrspiegel. So sieht man sich nicht gern. Doch im Schloss Oberhausen geht’s ja auch um einen Verzerrer der sichtbaren Wirklichkeit: Wilhelm Busch, Urahn vieler späterer Comic- und Cartoon-Künstler. Der Schöpfer von „Max und Moritz”, „Hans Huckebein” und zahlloser weiterer Bildergeschichten hat klassisches Rüstzeug an Kunstakademien erworben. Wenn er will, kann er etwa im Stile der alten Holländer malen. Doch schon beim anfänglichen Maschinenbau-Studium karikiert er seine Dozenten. Schalkhafte Blätter aus Kollegheften zeugen davon. Die Ausstellung „Herzenspein und Nasenschmerz” stellt Wilhelm Buschs Werke in Zusammenhänge mit Vorläufern und Nachfahren. Karikierende Tendenzen gab es z. B. schon bei Francisco Goya (Verzerrung durch Schmerz), beim Franzosen Grandville oder beim Engländer William Hogarth, der mit Vorliebe die Folgen von Alkohol und Hurerei drastisch darstellte – moralische Appelle … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Kunst, Scherz, Satire, Ironie