Düsseldorf: Ein Wochenende (und mehr) im Zeichen der Fotografie

"Heimat 24": Das Foto von Peter Bialobrzeski von 2004 passt zum Thema des Düsseldorfer "Photo Weekend 2014". Bild: Sammlung DZ Bank Frankfurt

„Heimat 24“: Das Foto von Peter Bialobrzeski von 2004 passt zum Thema des Düsseldorfer „Photo Weekend 2014“. Bild: Sammlung DZ Bank Frankfurt

Fotografie steht an diesem Wochenende (31. Januar bis 2. Februar) in Düsseldorf im Blickpunkt: Galerien, Museen und Institutionen aus der Kunst- und Fotografie-Szene öffnen im Rahmen des „Photo Weekend 2014“ ihre Türen, zeigen Ausstellungen und organisieren Veranstaltungen zum Thema Fotografie.

Bereits eröffnet ist die Ausstellung im NRW Forum. Unter dem Titel „Heimat“ ist dort ein Teil der bedeutenden fotografischen Sammlung der DZ Bank Frankfurt zu sehen. Das Spitzeninstitut der Volksbanken und Raiffeisenbanken hat in den vergangenen 21 Jahren mit rund 7.000 Werken zeitgenössischer Fotografie von über 700 Künstlern eine weltweit anerkannte Kunstsammlung aufgebaut.

Ausgestellt sind rund 250 Arbeiten von 23 ausgewählten Künstlern, die zwischen 1937 und 1979 geboren sind und die aus sechs verschiedenen Nationen stammen. Sie widmen sich den vielfältigen Bedeutungen, die der Begriff „Heimat“ annehmen kann. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Sybille Bergemann, Laurenz Berges, Heinz Cibulka, Thomas Draschan, Altan Eskin, Hans-Peter Feldmann, Jochen Gerz, Barbara Klemm, Andrej Krementschouk, Andreas Mühe, Timm Rautert, Hans-Christian Schink. Die Ausstellung ist bis 5. März zu sehen.

Duane Michals, "The Illuminated Man" (1968). Foto: Courtesy Galerie Clara Maria Sels / Admira Milan

Duane Michals, „The Illuminated Man“ (1968). Foto: Courtesy Galerie Clara Maria Sels / Admira Milan

Im rechten Flügel des ehemaligen NRW Forums findet ab 31. Januar eine Ausstellung des amerikanischen Meisterfotografen Duane Michals (geboren 1932) statt. Bekannt geworden ist Michals durch seine Fotosequenzen, die er mit handgeschriebenen Texten ergänzt. Die Ausstellung zeigt Fotografien seit den späten 1950er Jahren. Zu sehen sind aber auch seine neuesten Werke, die sogenannten Tintypes. Hierbei handelt es sich um alte Fotoplatten, die Michals übermalt hat und die so allesamt Unikate sind.

Parallel zur Ausstellung findet die Deutschlandpremiere des Films Duane Michals „The Man Who Invented Himself“ am Samstag, 1. Februar, 15 Uhr im NRW-Forum statt. Im Anschluss an die Filmvorführung ab etwa 16.30 Uhr stehen Michals und Regisseur Camille Guichard dem Publikum für ein Gespräch zur Verfügung.

Das Museum Kunstpalast zeigt rund 70 fotografische Werke von Candida Höfer. Es sind Bilder, die in den letzten vierzig Jahren ausschließlich in Düsseldorf entstanden sind. Präsentiert werden großformatige Einzelbilder, Bildergruppen, Projektionen und ein früher Film der Künstlerin, den sie 1975 gemeinsam mit Tony Morgan im Düsseldorfer Eiscafé „Da Forno“ drehte. Die meisten der Arbeiten waren bisher noch nicht öffentlich ausgestellt.

Höfers Schaffen ist eng mit der Stadt Düsseldorf verbunden. Hier fand ihre erste Einzelausstellung in einer Galerie statt, und hier ist sie auch seit Beginn ihres Studiums an der Kunstakademie bei Bernd Becher 1976 immer wieder auf neue, unterschiedliche Motive gestoßen. Die Ausstellung dauert noch bis 9. Februar.

Eine Arbeit von Loredana Nemes aus der Serie „beyond“ von 2009/2012, zu sehen in der Ausstellung „Heimat“ im NRW-Forum. Bild: DZ Bank Frankfurt

Eine Arbeit von Loredana Nemes aus der Serie „beyond“ von 2009/2012, zu sehen in der Ausstellung „Heimat“ im NRW-Forum. Bild: DZ Bank Frankfurt

Über zwei Dutzend Galerien und Institutionen nehmen am „Düsseldorf Photo Weekend“ 2014 teil. Das Polnische Institut widmet dem 1924 geborenen Klassiker der polnischen Fotografie Jerzy Lewczynski eine Retrospektive unter dem Titel „Das Gedächtnis des Bildes“. In einer Einzelausstellung zeigt die Sammlung Philara bis 9. Februar Werke von Natalie Czech sowie eine Gruppenausstellung mit den Künstlern Charlotte Warsen, Valerie Schmidt und Valentin Emil Lubberger. Der Malkasten Düsseldorf präsentiert unter dem Titel „ANT!FOTO #5“ die Fotografen Clare Strand und Gordon MacDonald.

Am 1. Februar findet im NRW Forum zwischen 12 und 20 Uhr zum zweiten Mal das „Portfolio Review“ statt. Wie im letzten Jahr werden Fotografen aus aller Welt die Möglichkeit haben, ihre Arbeiten vor einer hochkarätigen professionellen Jury aus allen Bereichen der Fotografie zu präsentieren. Ziel ist es, den Fotografen ein Forum zu geben, in dem sie ihre Bilder zur Diskussion stellen können, und damit den Austausch zwischen dem etablierten und institutionellen Fotografie-Bereich und dem Fotografie-Nachwuchs zu fördern.

Info: http://www.duesseldorfphotoweekend.de/

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Über Werner Häußner

Redakteur, Musikkritiker, schreibt u.a. für WAZ (Essen), Die Tagespost (Würzburg), Der Neue Merker (Wien) und das Online-Magazin www.kunstmarkt.com.
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