Kostbare Momente – Die Go-Betweens mit starken Songs im Kölner „Gloria“

Von Bernd Berke

Köln. Zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug – die Ur-Besetzung einer Rockband bleibt doch das Maß der Dinge.

Erst recht, wenn es sich um die Go-Betweens handelt. Im Kölner „Gloria“ spielten die Australier jetzt einen hinreißenden Querschnitt durch ihre drei letzten Alben: „The Friends of Rachel Worth“, „Bright Yellow Bright Orange“ und (frisch auf dem Markt)„Oceans Apart“. Es war eines jener Konzerte, bei denen man jeden Augenblick ausschlürfen möchte.

Die Frontleute Robert Foster und Grant McLennan sind seit den frühen 80ern auf der Szene, anfangs gewaschen mit allen (auch schmutzigen) Wassern von Punk und New Wave.

Foster ist spröde und zuweilen verschroben auf quasi britische Art, McLennan hat ein sonnigeres Gemüt. Daraus und aus den langen Jahren freundschaftlichen Zusammenraufens erwächst ein kreatives Spannungspotenzial wie einst bei Lennon und McCartney. Ein Vergleich, der kaum zu hoch greift. Es gibt derzeit keine besseren Songschreiber als die beiden aus Brisbane.

Auch Neuschöpfungen wie „Darlinghurst Nights“ oder „Boundary Rider“ sind samtig schimmernde, manchmal strahlende Huldigungen an kostbare Momente. Verweile doch, du bist so schön…

Die Songs treiben lebensgierig vorwärts oder driften melancholisch seitwärts, manche sind so wunderbar einleuchtend wie Kinderlieder. Und eine stärkere, nervösere Hymne aufs Stadtleben als „Here Comes a City“ gab’s schon lange nicht mehr.

• Weiterer Termin: 6. Juni, Bielefeld („Forum“).

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Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das, z. B. Zeitschriften, diverse Blogs und andere Online-Auftritte. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.
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