Vergrößertes Schaufenster: Folkwang-Museum mit viel Aufwand erweitert

Von Bernd Berke

Essen. Der Westen ist erneut um eine museale Attraktion reicher. Nachdem Bochum vor Wochenfrist sein vergrößertes Museum eröffnete, Wuppertal sein „Historisches Zentrum“ vorstellte, während seit ein paar Tagen in Köln der Richtkranz über dem gigantisehen Wallraf-Richartz-Neubau schwebt und kurz bevor Dortmund das neue Museum für Kunst- und Kulturgeschichte einweiht, ist jetzt Essen an der Reihe.

Dort eröffnet heute um 16 Uhr Ministerpräsident Johannes Rau den beträchtlichen Erweiterungsbau des Folkwang-Museums. Zahlreiche Stücke aus dem Folkwang-Eigenbesitz können nun zum ersten Mal aus den Magazinen geholt werden, darunter eine wohl einmalige Auswahl von Emil Noldes Werk sowie Arbeiten, die zum Teil seit 40 Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Auch nennenswerte Teile der vielgerühmten fotografischen Sammlung können nun einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Neu ist schließlich eine „Städtische Galerie“, in der vor allem junge Kunst aus dem Revier gezeigt werden soll.

Fast der gesamte Komplex, an den sich 1984 noch das im Ausbau befindliche Ruhrland-Museum anschließen wird, wurde neu gestaltet – auch der in mancherlei Hinsieht problematische Folkwang-„Altbau“ (2500 qm Ausstellungsfläche, Neubau 1900 qm) aus den 50er Jahren. Das Konzept, so Hermann Kreidt, Mitglied des Düsseldorfer Architektenteams, laufe nicht auf forcierte „Inszenierung von Kunst“ hinaus. Vielmehr habe man versucht, die bauliche Erneuerung in den Dienst der Kunst zu stellen.

Museumsdirektor Prof. Paul Vogt hat die Sammmlung seines Hauses neu geordnet, und zwar „nicht stur chronologisch, sondern hier und da auch Kontraste zwischen den Epochen betonend“ (Vogt). Im gründlich veränderten Altbau hängen die Gemälde, die zwischen den Jahren 1800 und 1960 entstanden sind. Kaum ein großer Name der Kunstgeschichte, der nicht vertreten wäre. Schwerpunkt, wie eh und je: Expressionismus.

Mit der Schwelle zum Neubautrakt überschreitet man eine Zeitschwelle. Die Kunst entfernt sich vom herkömmlichen Tafelbild, sprengt den traditionellen Rahmen. Vorläufiger Endpunkt: Beispiele für die Kunst der „Neuen Wilden“ (Immendorff, Bömmels) und ihre Rückkehr zur Malerei.

Dank flexibler Stellwände sind jederzeit Umbauten möglich. Prof. Vogts Prinzip: „Wir wollen für alle neuen Kunst-Entwicklungen gewappnet sein.“ Wenn das Essener Museums-Zentrum komplett ist, werden alles in allem 42 Mio. DM verbaut worden sein. 17 Mio. kommen vom Land, 8 Mio. von der Krupp-Stiftung, der „Rest“ von der Stadt Essen.




Bonn zeigt „Superstars“ der US-Kunstszene

Von Bernd Berke

Bonn. Düsseldorf hatte vor kurzem das Ausstellungsmotto „New York Now“ (Jetzt New York!) ausgegeben, nun schickt Bonn einen Ausruf hinterher: „Back to the USA“ (Zurück zu den USA!), heißt die üppige Präsentation US-amerikanischer Kunst der 70er und 80er Jahre, die seit gestem zu besichtigen ist.

Etwa 120 Arbeiten aus der ersten, seit ihrer Kindheit vom Medium Fernsehen geprägten US-Generation (was sich in vielen Bildern niederschlägt) sollen die in Europa entstandene Informationslücke über Kunst aus den „Staaten“ füllen. Die Exponate, auf unserem Kontinent bisher nur in Luzern gezeigt, stammen überwiegend aus US-Privatsammlungen. Prof. Klaus Honnef, einer der Ausstellungs-Macher, meint gar, nach dem Boom der 60er Jahre sei US-Kunst hierzulande „regelrecht bekämpft“ und zugunsten der einheimischen „Neuen Wilden“ verdrängt worden. Honnef: „Diese Ausstellung soll das Vorurteil widerlegen, daß die Entwicklung in den USA stehengeblieben sei.“

Unter solchen Vorzeichen sind sie denn versammelt, die Helden der Kunstszene New Yorks und anderer Städte – „Superstars“, die bereits wie Klassiker gehandelt werden: Nicholas Africano mit vordergründig trivialen, gleichwohl hintersinnigen Reliefs aus dem Alltagsleben; Richard Bosman mit Szenen, die von Kriminalfilmen inspiriert zu sein scheinen; Joyce Kozloff und andere mit Beispielen von „Pattern and Decoration“, einer bis vor kurzem noch verpönten Kunstrichtung, die stark auf dekorative Wirkung und Ornamente setzt; Robert Longo mit seiner Weiterentwicklung des Fotorealismus; Judy Pfaff mit expressiv-farbigenRauminstallationen, Kenny Scharf mit bissig-zynischen Comic-Adaptionen, dazu Graffiti-Kunst usw.

Gesamteindruck: Es herrscht keine bestimmte Richtung vor, historische Stilformen (einschließlich Pop-Art) werden ebenso ausgeschlachtet wie Medien- und Konsum-Mythen unserer Zeit. Der kleinste gemeinsame Nenner ließe sich auf ähnliche Formeln (herunter)-bringen wie jetzige Kunst made in Europa: Es wird wieder (oder: immer noch) gemalt, und zwar heftig, expressiv – und man schreckt (in den USA selbstredend noch weniger) vor Formen des Kitsches nicht zurück.

„Back to the USA“. Rheinisches Landesmuseum, Bonn, Colmantstraße 14-16, bis 15. Januar 1984. Katalog 32 DM.




Reise ins Innenleben der Natur – Tag des Improvisationstheaters in Recklinghausen

Von Bernd Berke

Recklinghausen. Der Raum ist voller Menschen. Einige haben die Schuhe ausgezogen, lassen sich barfuß und mit geschlossenen Augen durch Holzkästen führen, in denen Zweige, Walderde oder Steine liegen.

Andere riechen hingebungsvoll an kleinen Fläschchen mit natürlichen und künstlichen Düften, wieder andere spielen auf einem Xylophon aus Ästen oder greifen „blind“ in aufgehängte Beutel. Inhalt: z. B. Blätter, Reiskörner, Erbsen. Partyspielchen? Selbsterfahrung? Eher Letzteres: Was sich gestem im Recklinghäuser Ruhrfestspielhaus abspielte, stand unter dem Titel „Improvisationstheater Mensch und Natur“. Ein Ziel: unmittelbare, in Theaterarbeit umsetzbare körperliche Erfahrung durch Tast- oder Geruchssinn, ohne „Umweg über den Kopf“.

Das Projekt, seit dem Frühjahr von der NRW-Landesarbeitsgemeinschaft für Spiel und Theater vorbereitet (die WR berichtete), hatte ursprünglich in eine ganze Umwelt-Theaterwoche in Recklinghausen münden sollen. Im Lauf der Zeit sprangen jedoch derart viele Amateur- und Schülergruppen ab, daß der gestrige Tag zur Präsentation der Ergebnisse ausreichte. Am Vormittag wollten nur 120 Zuschauer wissen, wie sich die Umwelt mit theatralischen Mitteln erfassen läßt, erst in den Nachmittagsstunden ging es lebhafter zu. Hermine Bredeck, Vorsitzende der Landes-AG, ist über den „Zuschußbetrieb“ trotzdem nicht enttäuscht: „Viele wollen unabhängig von uns weitermachen.“ Hauptgrund für den kargen Zuspruch ist nach ihrer Meinung die Inflation freier Theaterfestivals, die es in den letzten Jahren im Revier gegeben habe.

Den Anfang machte gestern die Theater-AG des evangelischen Gymnasiums Siegen mit ihrer „Odyssee der Vögel“ – alles, was Federn hat, flüchtet vor der rohen Menschen-Zivilisation auf eine unberührte Insel. Später luden Aktionsräume wie der zu Beginn beschriebene zum Mittun ein. Am Abend führten Gruppen aus ganz NRW (Altersdurchschnitt ca. 17 Jahre) vor, was sie in monatelanger Arbeit und unter wissenschaftlicher Hilfe eines Biologen der Landesanstalt für Ökologie zur Improvisationsreife vorangetrieben haben – so etwa eine Pantomime über die Versklavung des Mensehen durch technische Apparaturen oder eine Darstellung der Jahreszeiten in einem Garten. Vielfach stellen Menschen Pflanzen dar. Es sind Versuche, sich ins „Innenleben der Natur“ zu versetzen statt dutzendfach „vorgekaute“ Argumente der Umweltdiskussion nachzubeten. Hermine Bredeck: „Das ist erst der Anfang. Im nächsten Jahr geht’s weiter“.




Im neuen Haus behält man den Durchblick – Erweiterungsbau des Bochumer Museums

Von Bernd Berke

Bochum. „Das Prinzip Hoffnung“ lautet der Titel der ersten Ausstellung im eindrucksvoll erweiterten Museum Bochum, das gestern von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau feierlich eröffnet wurde. Dieses Prinzip liegt wohl dem gesamten Neubau zugrunde, der von den Kopenhagener Architektur-Professoren Bo und Wohlert geplant und für 16,6 Millionen Mark an die alte Villa Marckhoff-Rosenstein gesetzt wurde.

1977 war der Beschluß, ein „neues Haus“ zu errichten, im Bochumer Kulturausschuß gefallen. Schon bald darauf wäre solch ein Wagnis,mit Sicherheit Sparerwägungen zum Opfer gefallen. Der Bau ist heute schon eine Erinnerung an bessere Zeiten.

Museumsleiter Dr. Peter Spielmann sprach gestern von einem Museum „mit menschlichen Dimensionen“, das weniger der Repräsentation als der ungezwungenen Begegnung mit der Kunst förderlich sei. Spielmann: „Alles ist möglich von der Aktion bis zur Meditation.“ Trotz des schmalen Etats für den Ankauf neuer Werke (für 1984 nur 150000 DM) glaubt man, neben dem renommierten Bochumer Schauspielhaus eine weitere Kultur-Institution von überregionalen Rang geschaffen zu haben.

Der Neubau an der Kortumstraße besticht vor allem durch Offenheit: Immer wieder bieten sich von jeder der drei Ebenen überraschende und die Kunstwerke in andere Zusammenhänge stellende Durchblicke. Ein Forum ermöglicht Musik- und Theaterdarbietungen, flexible Stellwände lassen einen den wechselnden Erfordernissen anpaßbaren Aufbau zu, Freiterrassen ermöglichen die Präsentation von Skulpturen. Während unten Kunstlicht (aber bewußt kein Neonlicht) die Exponate erhellt, fällt oben natürliche Helligkeit durch tütenförmige Aufbauten in die Ausstellungsräume und verleiht den gezeigten Werken Plastizität.

Auf über 2800 qm Ausstellungsfläche (will man alle Exponate sehen, ist der Rundgang 1 km lang) soll jeweils eine Auswahl der Eigenbestände mit immer anderen Ausstellungen konfrontiert werden. So werden Qualitäten des Eigenbesitzes in immer neue Bezüge gesetzt. Ein besonderer Akzent liegt auf Werken der osteuropäischen Kunst.

Die gestern gleichzeitig mit dem Museumsneubau eröffnete Ausstellung „Das Prinzip Hoffnung – Aspekte der Utopie in der Kunst und Kultur des 20. Jahrhunderts“ (bis 15.1.) ist dem Philosophen Ernst Bloch gewidmet, dem Autor des Buchs „Das Prinzip Hoffnung“, gewidmet. Seine Witwe Carola Bloch zählte gestern zu den Eröffnungsgästen.

Konzipiert ist die Ausstellung als Aufeinanderfolge zahlreicher „kleiner Ausstellungen“. Während man zunächst Schwierigkeiten hat, den Begriff „Hoffnung“ auf die gezeigten Werke zu beziehen, entfaltet sich nach und nach ein puzzleartig aufgebautes Panorama der neueren Kunstgeschichte, beginnend mit surealistischen und symbolistischen Arbeiten (unter anderem Munch, Max Ernst, Konrad Klapheck) über das Bochumer Spezialgebiet „Informel“ (Gerhard Hoehme, Emil Schumacher), die russische Revolutionszeit (als Rarität: Tatlins erster Entwurf des „Turms der dritten Internationale“) bis hin zu Kinderzeichnungen aus dem KZ Theresienstadt und von Computern entworfenen Bildern.

Verschiedenste, manchmal als Anklage „formulierte“ Ausprägungen von Zukunftsgewissheit werden erkennbar, auch in den dokumentarischen Beigaben, die Bürgerbeteiligung an Wohnprojekten und die Entstehung neuer Wohn-, Lebens- und Arbeitsformen zu Thema haben.




Neu in Wuppertal: Museum für Frühindustrialisierung

Von Bernd Berke

Wuppertal. Der Weg führt durch eine Gasse zwischen Stellwänden. Plötzlich weitet sich der Raum, und man steht vor dem Modell eines Bürgerhauses. So sinnfällig stellt das neue und bundesweit einzige „Museum für Frühindustrialisierung“, das am Sonntag in Wuppertal seine Pforten öffnet, nicht nur den Gegensatz zwischen Enge und Großzügigkeit von Arbeiter- und der Bürgerviertel dar.

„Anfassen erwünscht!“, lautet das Motto in dem alten Fabrikgebäude, das nun mit dem direkt benachbarten Engels-Haus Wuppertals „Historisches Zentrum“ bildet. Im Blickpunkt steht die Zeit zwischen 1780 und 1850, als speziell der Wuppertaler Raum ein Zentrum der Frühindustrialisierung war, bevor die Region in Sachen Industrialisierungsgrad vom Ruhrgebiet überholt wurde.

Was man hier auf gut 500 Quadratmetern in vorerst drei Etagen an eindrucksvollen Zeugnissen des Übergangs von handwerklicher zu industrieller Fertigungsweise zusammengetragen hat, nennt Museumsleiter Michael Knieriem – in Anlehnung an den Begriff Industrie-„Archälogie“ – „Leitfossilien der Industrie-Entwicklung“.

Im Eingangsbereich hängt eine alte Stechuhr, Symbol für Zwangsverhältnisse in der Arbeitswelt, deren Relikten die nächsten Räume gewidmet sind. Es beginnt mit dem Nachbau eines Textilkontors von 1840, mit historischen Spinnmaschinen und Webstühlen, vom handbetriebenen 1840er Exemplar bis zu automatisierten Modellen.

Sodann wird die Entwicklung vom nüchternen Zweckbau zum protzigen Fabrik-„Schloß“ nachvollzogen. Auch Alltagsgeschichte, so etwa Wohnverhältnisse und Eßgewohnheiten der Mensehen, wird anschaulich dargestellt. Überhaupt zeichnet sich dieses Museum dadurch aus, daß nicht bezuglos hingestellte Maschinen seinen Kern ausmachen, sondern Interesse für die Veränderungen, die das Leben der Menschen durch die Maschine erfuhr. Klar, daß in diesem Zusammenhang auch Wuppertals berühmtester Sohn, Friedrich Engels, nicht Übergängen wird.

Der Besucher soll in die Lage versetzt werden, sich die Ausstellungsstücke „selbst anzueignen“ – durch Lektüre der Begleittexte, mit Hilfe einer Diaschau, durch Beobachtung der Maschinenbewegungen, durch Beschäftigung mit Originalschriftstücken und graphisch hervorragend gestalteten Schautafeln. Auch die Spielfreude kommt nicht zu kurz: Bildern aus der Wuppertaler Vergangenheit sollen Fotos von heute zugeordnet werden. Erster Preis: Die Erkenntnis, daß historische Bauten fast restlos verschwunden sind.

Erstaunlich die niedrigen Kosten für die 1979 im Rat beschlossene Einrichtung: alles in allem 1,6 Mio. DM, davon rund eine Million vom Landschaftsverband Rheinland.




Kunst-Aktion mit Feuer, Wasser, Luft und Erde: Holzbilder 5 Jahre lang den „Elementen“ ausgeliefert

Von Bernd Berke

Mülheim. Gegen 11.27 Uhr schwebte gestern ein Hubschrauber über die Ruhr auf die Mülheimer Schloßbrücke zu und warf ein verwittertes HoIz-Quadrat ab. Eine Viertelstunde später hing das Objekt im Städtischen Museum – spektakulärer Abschluß einer Kunst-Aktion, deren Anfänge fünf Jahre zurückreichen.

Seit 1978 hat der Mülheimer Willi Brands (38) vier quadratische Holzleistenkonstruktionen auf Stahlrahmen den klassisecen „Elementen“ ausgesetzt: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Aktionstitel: „Die vier Elemente“. Das „Erde“-Gestell wurde am 15. Juli 1978, im geschichtsträchtigen Boden von Xanten vergraben und sieht heute aus wie ein von Archäologen geborgenes Relikt aus der Vorgeschichte. Bücher, die man damals gleichfalls im Erdreich versenkte, wurden restlos weggefressen – für Dr. Dirk Soechting, Ex-Direktor des Regionalmuseums Xanten, ein „eindrucksvolles Zeichen für Vergänglichkeit“.

Ein weiteres Exemplar wurde dem „Feuer“ der Krupp Hüttenwerke in Duisburg-Rheinhausen überantwortet, genauer: es wurde dicht bei einem Hochofen plaziert. Es blieb nur der Stahlrahmen übrig, nicht etwa, weil die Hochofen-Glut dem Holz derart zusetzte, sondern weil ein unbekannter Wüterich einen Kunst-Brand stiftete. Das „Wasser“-Werk wurde im Duisburger Ruhrort-Hafen versenkt – ein Kiesbagger demolierte es so gründlich, daß nur zersplitterte Holzplankenreste und verbogene Stahlteile noch von seiner einstigen Existenz zeugen.

Schließlich die „Luft“: Was gestern per Helikopter zum Museum geflogen wurde (der von einer Kopiererfirma gesponsorte Schlußakt lockte zahlreiche Zaungäste an), lag seit 1978 auf dem Dach des Ruhrreeder-Hochhauses in Mülheim – der Revierluft schutzlos preisgegeben. Mehr als manche Abhandlung über „sauren Regen“ verdeutlicht der heutige Zustand des Bilds, was im Gange ist. Der sechsfache (!) Anstrich ist fast an allen Stellen abgeblättert, man blickt auf rohes, angegriffenes Holz.

Alle vier „Bilder“ sind jetzt im zweiten Stock des Mülheimer Museums (Leineweberstraße 1) zu sehen. Künstler Will Brands, anfangs noch erschrocken über die in einem halben Jahrzehnt entstandenen Veränderungen und Zerstörungen: „Da ich Prozesse zeigen möchte, die von der Umweit beeinflußt werden, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“. Die nunmehr zu Exponaten gewordenen Umwelt-Bilder zeigen, daß die Ur-„Elemente“ nicht mehr jene Stoffe sind, von denen die alten Griechen glaubten, sie hielten die Welt zusammen. Eher das Gegenteil scheint heute der Fall zu sein.

Will Brands: „Die vier Elemente“, Städtisches Museum Mülheim / Ruhr, Leineweberstraße 1, di-f r 10 bis 12.30 und 15 bis 18 Uhr, donn. auch 18 bis 21 Uhr, sa/so 11 bis 17 Uhr