Tagesarchive: 14. März 2016

Wirklicher als die Wirklichkeit – William Boyds Roman „Die Fotografin“

Als sie das erste Mal eine Fotokamera in den Händen hält und – mehr zufällig – auf den Auslöser drückt, ist Amory Clay ein siebenjähriges Mädchen. Doch von nun an ist es um sie geschehen.

Die Möglichkeit, fotografierend die Welt abzubilden, dabei eine neue Wirklichkeit zu erschaffen und sich selbst als beobachtende und verändernde Künstlerin immer wieder kreativ zu erfahren, lässt sie zeitlebens nicht mehr los.

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Sie wird die feine Gesellschaft in London ablichten und mit erotischen Foto-Exkursionen durch die Sex-Kaschemmen des auf dem Vulkan tanzenden Berlin der beginnenden 1930er Jahre für einen Skandal sorgen. Sie wird mit ihrer Kamera den Wahnsinn des Weltkrieges und das Schlachten in Vietnam festhalten und mit ihren preisgekrönten Fotos der Welt die fürchterliche Wahrheit von Tod und Terror vor Augen führen.

Amory Clay ist eine starke, selbstbewusste Frau und eine mutige und große Künstlerin.

Oder sind ihre Fotos, die uns William Boyd in seinem Buch zeigt, und sind die Erinnerungen, die der Autor mit seinen Worten spiegelt, doch nur pure literarische Fiktion?

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