Generated by All in One SEO v4.9.10, this is an llms.txt file, used by LLMs to index the site. # Revierpassagen Online seit April 2011 – Rund 5400 Beiträge – Archiv-Texte ab 1974 ## Beiträge - [Keine Heimlichkeiten mehr! Spickzettel sind in Dortmund museumsreif](https://www.revierpassagen.de/130825/keine-heimlichkeiten-mehr-spickzettel-sind-in-dortmund-museumsreif/20230616_1429) - Ganz gleich, ob man früher damit durchkam oder gelegentlich erwischt worden ist, lässt diese Nachricht jedenfalls aufhorchen: Das Westfälische Schulmuseum zu Dortmund kann eine besondere Kollektion aufstocken, nämlich die von Spickzetteln. Jawohl! Gemeint sind diese knittrigen Papierchen, die zwischen Schulbank und Hosentasche (oder wie auch immer) heimlich hervorgenestelt und beäugt wurden, um vor allem lästige - [Mit „Normalos" durch die Hölle – Heinz Strunks Geschichtenband „Der gelbe Elefant"](https://www.revierpassagen.de/130849/mit-normalos-durch-die-hoelle-heinz-strunks-geschichtenband-der-gelbe-elefant/20230620_1749) - Claudia und Andi treffen Olli und Melli „beim Griechen". Ach, wie putzig das schon klingt. Es geht in dieser Auftaktgeschichte um zwei „Pärchen" in Lübeck. Bekanntschaft aus dem Korfu-Urlaub. Nun sondern sie beim arg misslingenden Wiedersehen dermaßen belangloses Zeug ab („super" und „toll" sind fast noch die klügsten Einlassungen), dass es einen beim Lesen recht - [In den Iran und nach Syrien: Sonderbarer Journalisten-Verband lädt zu Pressereisen ein](https://www.revierpassagen.de/37825/in-den-iran-und-nach-syrien-sonderbarer-journalisten-verband-laedt-zu-pressereisen-ein/20160916_0957) - Da erreicht mich doch dieser Tage eine Einladungs-Mail zur Journalistenreise in den Iran. Aber wer steckt dahinter? Mal schauen... Nun, mit der Nachfrage beginnen schon die Seltsamkeiten. Die etablierten Journalistenverbände DJV und dju (bei Ver.di) sind mir seit vielen Jahren aus beruflichen Zusammenhängen wohlvertraut, im DJV bin ich selbst Mitglied. Doch von einem vollmundig so - [Geflüchtete Kinder in der Schule: Essener Gymnasium am Stoppenberg gibt ein Beispiel](https://www.revierpassagen.de/34772/gefluechtete-kinder-in-der-schule-essener-gymnasium-am-stoppenberg-gibt-ein-beispiel/20160226_1131) - Wenn Frau Haddad unterrichtet, ist das keine einsilbige Angelegenheit. Sondern es erinnert ein wenig an Babel, nur mit dem Unterschied, dass man sich gut versteht. „Was ist Knoblau?“ fragt ein 13-Jähriger, dessen Familie aus Palästina stammt. „Knoblauch“, betont die Lehrerin das „ch“ am Ende. Was heißt das? Leila Haddad nennt das libanesische Wort für die - [Rückkauf für Dortmund - ein lange verschollenes Gemälde und viele Geschichten](https://www.revierpassagen.de/33902/rueckkauf-fuer-dortmund-ein-lange-verschollenes-gemaelde-und-viele-geschichten/20151218_1923) - „Wir sind jetzt heiß geworden“, sagt Klaus Fehlemann mit leicht ironischem Beiklang. Wenn ein distinguierter Mensch wie Dortmunds ehemaliger Stadtdirektor sich so kräftig ausdrückt, dann muss wohl etwas besonders Erfreuliches, ja Herzwärmendes geschehen sein; etwas, das möglichst eine Fortsetzung finden sollte... Fehlemann ist heute Vorsitzender des Vereins Freunde des Museums Ostwall, welches sich bekanntlich im - [Nostalgischer Charme: Friedrich von Flotow zum 200. Geburtstag](https://www.revierpassagen.de/8725/nostalgischer-charme-friedrich-von-flotow-zum-200-geburtstag/20120429_1326) - Ach so fromm, ach so traut – aber wer hat sie in letzter Zeit geschaut? Friedrich von Flotows „Martha“ ist wohl vor allem älteren Operngängern ein Begriff. Auch zum 200. Geburtstag ihres Schöpfers, eines Sprosses aus mecklenburgischem Uradel, bleibt die heiter-harmlos wirkende Spieloper den Bühnen fern. Und das, obwohl mit der zitierten Arie viele Tenöre - [Comedy plus Oper: Bülent Ceylan entert an der Berliner Staatsoper Mozarts „Entführung aus dem Serail“](https://www.revierpassagen.de/139327/comedy-plus-oper-buelent-ceylan-entert-an-der-berliner-staatsoper-mozarts-entfuehrung-aus-dem-serail/20260708_2336) - Kaum hat Dirigent Thomas Guggeis den Taktstock erhoben und will mit der Staatskapelle die Ouvertüre von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ erklingen lassen, da entert Bülent Ceylan die Bühne. „Hallo Berlin, Rock´n´Roll“, ruft der Mannheimer Comedian ins Publikum, löst sein Haarband und schüttelt seine lange Mähne. Dann merkt der Spaßvogel, der seit 25 Jahren - [Es ist 38 Grad im Schatten, nebenher läuft zuweilen diese seltsame Fußball-WM – und mehr mag ich jetzt auch nicht schreiben](https://www.revierpassagen.de/139308/es-ist-38-grad-im-schatten-nebenher-laeuft-zuweilen-diese-seltsame-fussball-wm-und-mehr-mag-ich-jetzt-auch-nicht-schreiben/20260627_1649) - ...denn über all das ist in den letzten Tagen und Wochen schon sooo viel gesagt, gezeigt und geschrieben worden. Punkt. P. S.: Dies dürfte wohl der kürzeste Beitrag seit „Beginn der Aufzeichnungen", äh seit Gründung der Revierpassagen sein. - [Mozarts Klangwelten: Maxim Emelyanychev als Pianist in der Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/139289/mozarts-klangwelten-maxim-emelyanychev-als-pianist-in-der-philharmonie/20260626_1352) - Maxim Emelyanychev (Bild) ist unter den Musikern der historisch informierten Aufführungspraxis einer, der nicht nur im Buchstaben nach dem Geist forscht. Entsprechend temperamentvoll subjektiv ist sein Zugriff – ob als Dirigent oder als Pianist. Zum Abschluss seiner vier Auftritte als Portraitkünstler der laufenden Saison präsentiert er sich in der Philharmonie Essen als Meister der Tasten. - [Die „Utopie des Alltäglichen" – Duisburger Tagung erinnerte eindringlich an den Schriftsteller Nicolas Born](https://www.revierpassagen.de/93496/nicolas-born-und-die-utopie-des-alltaeglichen-duisburger-tagung-erinnerte-eindringlich-an-den-schriftsteller/20190410_0922) - Die Bewahrung des Born’schen Werkes für zeitgenössische Leser war am 5. und 6. April das Anliegen einer facettenreichen Tagung unter dem Titel „Die ‚Utopie des Alltäglichen‘ – Nachdenken über Nicolas Born“. Im Rahmen der Duisburger „Akzente“ führten Dr. Jan-Pieter Barbian (Stadtbibliothek Duisburg) und Prof. a.D. Dr. Erhard Schütz (Berlin) anderthalb Tage souverän durch ein anspruchsvolles - [„Essen außer Haus" damals und heute – drei Dortmunder Museen tischen ein populäres Thema auf](https://www.revierpassagen.de/41903/essen-ausser-haus-damals-und-heute-drei-dortmunder-museen-tischen-das-thema-auf/20170331_1427) - Essen außer Haus - na und? Das machen wir doch alle ziemlich oft. Eben! Und früher war das noch ganz anders. Also haben wir hier ein populäres Alltagsthema im historischen Wandel. Folglich ist es museumsreif. Drei Dortmunder Häuser haben sich zusammengetan, um je eigene Aspekte darzustellen: das Hoesch-Museum, das Brauereimuseum und das Museum für Kunst - [Als Robert Walser von Christian Morgenstern gerügt wurde – eine digitale Dortmunder Fachtagung zum Thema „Korrigieren"](https://www.revierpassagen.de/111041/als-robert-walser-von-christian-morgenstern-geruegt-wurde-eine-digitale-dortmunder-fachtagung-zum-thema-korrigieren/20201119_1307) - Dortmund. Das haben wir nicht alle Tage: dass von Dortmund aus eine literatur- und medienwissenschaftliche Diskussion angeregt wird und es dazu eine hochkarätige Tagung gibt – in diesen Zeiten freilich digital und virtuell. Wir reden von einer zweitägigen Fachdebatte zum bisher weithin unterschätzten Thema des Korrigierens in vielen Schattierungen. Das Spektrum reicht von der Lektorierung - [Unsterblicher Mythos: Der künftige Essener Orchesterchef Andrea Sanguineti dirigiert Berliner „Don Giovanni“](https://www.revierpassagen.de/129044/unsterblicher-mythos-der-kuenftige-essener-orchesterchhef-andrea-sanguineti-dirigiert-berliner-don-giovanni/20230211_1138) - Dem Mythos „Don Giovanni“ hatte sich Roland Schwab 2010 in Berlin genähert. Die Arbeit des Regisseurs, der am Aalto-Theater Essen mit Verdis „Otello“ und Puccinis „Trittico“ bildmächtige Inszenierungen geschaffen hat, stand an der Deutschen Oper wieder für vier Vorstellungen auf dem Kalender. Am Pult: der designierte Essener GMD Andrea Sanguineti. Der Mythos Don Juan ist - [Bayreuther Festspiele beginnen mit „Tristan“ – Ein Gespräch mit dem Regisseur Roland Schwab](https://www.revierpassagen.de/126968/bayreuther-festspiele-beginnen-mit-tristan-ein-gespraech-mit-dem-regisseur-roland-schwab/20220725_1258) - Vielleicht ist es genau das richtige Stück zur rechten Zeit am rechten Ort: Vor dem Hintergrund des barbarischen Krieges mitten in Europa und im von unappetitlichen Übergriffen und Skandälchen gebeutelten Bayreuth geht heute Abend, am 25. Juli, Richard Wagners „Tristan und Isolde“ über die Bühne. Für Regisseur Roland Schwab ein Gegenentwurf zu den Düsternissen unserer - [Ein kleines Museum mit Küchen und mehr als 700 Kochbüchern](https://www.revierpassagen.de/41269/ein-kleines-museum-mit-kuechen-und-mehr-als-700-kochbuechern/20170312_1118) - Draußen sieht und riecht man den Frühling - Zeit für den Garten oder für einen Ausflug. Schöne Ziele gibt es im Ruhrgebiet, zum Beispiel das kleine Henriette-Davidis-Museum in Wetters Ortsteil Wengern - dort, wo die berühmte Köchin am 1. März 1801 geboren wurde. Gestorben ist sie übrigens am 14. April 1876 in Dortmund, und auf - [„Sein Bayreuth war Europa": Meyerbeers „Vasco da Gama“ an der Deutschen Oper Berlin](https://www.revierpassagen.de/32579/sein-bayreuth-war-europa-meyerbeers-vasco-da-gama-an-der-deutschen-oper-berlin/20151009_1040) - Für Giacomo Meyerbeer hat die Deutsche Oper Berlin einen großen Namen aus der Regieszene aufgeboten: Vera Nemirova, die einen gefeierten Frankfurter „Ring“ verantwortete und in der Region 2013 mit „Tristan und Isolde“ in Bonn auf sich aufmerksam gemacht hatte, wagte sich an „Vasco da Gama“ – früher bekannt unter dem verfälschenden Titel „Die Afrikanerin“ („L’Africaine“). - [„Rausch der Schönheit": Dortmunder Museum zeigt seine ungeahnten Jugendstil-Schätze](https://www.revierpassagen.de/81898/rausch-der-schoenheit-dortmunder-museum-zeigt-seine-ungeahnten-jugendstil-schaetze/20181206_1354) - Dortmund und Jugendstil, was soll denn das miteinander zu tun haben? Eine ganze Menge! Und sogar deutlich mehr, als sich die Experten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte bislang haben träumen lassen. Und so haben sie denn auch einen schwelgerischen, ja euphorischen Titel für ihre Jugendstil-Ausstellung mit rund 900 Objekten ersonnen: „Rausch der Schönheit". Nun - [Auf der Suche nach dem Wesen Westfalens - eine Schau wie aus dem Füllhorn](https://www.revierpassagen.de/31984/auf-der-suche-nach-dem-wesen-westfalens-eine-schau-wie-aus-dem-fuellhorn/20150826_1851) - Was bedeutet heute noch das Wort „westfälisch“, was war und ist sein Wesenskern? Gibt es ein Gemeinschaftsgefühl der Einwohner Westfalens? Mit derlei gewichtigen Fragen hantiert jetzt eine Ausstellung im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Rund 800 Exponate – hie und da kleinteilig gezählt – bietet man für die Schau „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ auf. - [Gegenentwurf zu Brecht: „Der Schnittchenkauf" nach René Pollesch in der Berliner Volksbühne](https://www.revierpassagen.de/136208/gegenentwurf-zu-brecht-der-schnittchenkauf-nach-rene-pollesch-in-der-berliner-volksbuehne/20250225_2015) - Nach dem Abgang von Frank Castorf, dem Scheitern von Chris Dercon und dem Rauswurf von Klaus Dürr schien die Berliner Volksbühne künstlerisch am Ende. Dann übernahm Bühnen-Berserker René Pollesch und versuchte, den führungs- und ideenlos in den Kultur-Wogen schlingernden Theater-Panzerkreuzer am Rosa-Luxemburg-Platz wieder auf Kurs zu bringen. Als der Dramatiker und Regisseur am 26. Februar - [Weitaus mehr als Barcarole und Can Can: Ein Blick auf das Offenbach-Jubiläumsjahr 2019](https://www.revierpassagen.de/85822/weitaus-mehr-als-barcarole-und-can-can-ein-blick-auf-das-offenbach-jubilaeumsjahr-2019/20190119_1647) - Jacques Offenbach ist kein Unbekannter: Wer jemals die Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ gehört hat – und sei es nur als Werbe-Untermalung – wird die träumerisch-irisierende Melodie nie mehr vergessen. Wer nur einmal den Sog des Cancan aus „Orpheus in der Unterwelt“ gespürt hat, wird die Beine nie mehr ruhig bekommen. Und dennoch: In seinem 200. - [„Niepo", „Ente" und all die anderen: Spitzenfußballer, die nie das deutsche Nationaltrikot getragen haben](https://www.revierpassagen.de/50997/niepo-ente-und-all-die-anderen-spitzenfussballer-die-nie-das-deutsche-nationaltrikot-getragen-haben/20180626_2236) - Gastautor Heinrich Peuckmann über großartige Fußballer, die den Sprung ins Nationalteam nicht geschafft haben: Warum hat Bundestrainer „Jogi“ Löw auf Leroy Sané verzichtet? Hätte er nicht besser Julian Brandt nach Hause schicken sollen, der dieselbe Position im Team spielt? Oder hätte er beide mitnehmen und Rudy nach Hause schicken sollen? Rudy, was will er denn - ["Freundin der Kinder" - die Hammer Autorin Ilse Bintig](https://www.revierpassagen.de/49472/freundin-der-kinder-die-hammer-autorin-ilse-bintig/20180413_1015) - Gastautor Heinrich Peuckmann erinnert an die Kinder- und Jugendbuchautorin Ilse Bintig aus Hamm: „Wenn ich erst mal pensioniert bin, schreibe ich ein Buch.“ Das ist ein Satz, den man als Autor gelegentlich von ambitionierten Menschen hören kann, und es ist besser, nicht darauf zu antworten. Warum sollte man jemandem seine Hoffnungen nehmen? Denn nach allen - [Werke von großer Aussagekraft - eine nachdrückliche Erinnerung an den Künstler Werner Habig](https://www.revierpassagen.de/47663/werke-von-grosser-aussagekraft-eine-nachdrueckliche-erinnerung-an-den-kuenstler-werner-habig/20180104_1237) - Gastautor Heinrich Peuckmann erinnert an den Künstler Werner Habig, der u. a. viele Jahre als Kunsterzieher in Bergkamen tätig war: Vor dem Städtischen Gymnasium in Bergkamen steht auf dem Rasenstück neben dem PZ eine abstrakte Skulptur. Es ist eine aufgeschnittene Kugel, deren Einzelteile in einer reizvollen Kombination nebeneinander gesetzt sind und so eine neue Einheit - [Wie sich die chinesische Lyrik nach und nach von Fesseln befreite und endlich den Alltag entdeckte](https://www.revierpassagen.de/47666/wie-sich-die-chinesische-lyrik-nach-und-nach-von-fesseln-befreite-und-endlich-den-alltag-entdeckte/20180101_2142) - Unser Gastautor Heinrich Peuckmann über chinesische Gegenwartslyrik und eine Begegnung mit einigen ihrer Urheber: Wenn in Chinas Schulen Lyrik besprochen wird, sind es meist traditionelle Gedichte aus der Tang- (618-907 n. Chr.) und der Song-Dynastie (960-1279 n. Chr.). Dabei hätte die chinesische Gegenwartslyrik durchaus Beachtung verdient, hat sie doch in den letzten Jahren einen deutlichen - [Eine Begegnung mit dem großen Journalisten Georg Stefan Troller (96) - und ein verdienstvoller Verleger aus Köln](https://www.revierpassagen.de/46781/eine-begegnung-mit-dem-grossen-journalisten-georg-stefan-troller-96-und-ein-verdienstvoller-verleger-aus-koeln/20171120_1751) - Unser Gastautor Heinrich Peuckmann über eine Begegnung mit dem vorbildlichen Journalisten Georg Stefan Troller, der inzwischen 96 Jahre alt ist. Anlass war die Verleihung des Hermann-Kesten-Preises in Darmstadt: Diesjähriger Träger des Hermann-Kesten-Preises, gestiftet von der Autorenvereinigung PEN und vom Land Hessen, ist der Kölner Verleger Thomas B. Schumann, der in seinem Verlag Edition Memoria ausschließlich - [Das Grab des Kaisers Jingdi – über eine ungeahnte archäologische Sensation in Xi'an](https://www.revierpassagen.de/43598/das-grab-des-kaisers-jingdi-ueber-eine-ungeahnte-archaeologische-sensation-in-xian/20170529_1127) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann (Dortmund/Kamen), der in China schon mehrmals als Dozent für deutsche Literatur gewirkt hat, berichtet aus eigener Anschauung von einer noch weitgehend unbekannten archäologischen Sensation in Dortmunds Partnerstadt Xi'an: Shanghai ist die Zukunft, sagen die Chinesen, Beijing die Gegenwart und Xi´an, ihre alte Kaiserstadt, die Vergangenheit. Bezogen auf Xi´an, Partnerstadt - [Erschütternde Anthologie: "Zuflucht in Deutschland" versammelt Texte verfolgter Autoren aus aller Welt](https://www.revierpassagen.de/43744/erschuetternde-anthologie-zuflucht-in-deutschland-versammelt-texte-verfolgter-autoren-aus-aller-welt/20170601_1030) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann (Dortmund/Kamen), über ein Buch mit Texten verfolgter Autorinnen und Autoren aus vielen Ländern: Das PEN-Zentrum Deutschland ist das einzige von etwa 140 PEN-Zentren weltweit, das ein "Writers-in-Exile"-Programm hat. Acht verfolgte, mit dem Tode bedrohte Schriftsteller, die nicht selten Gefängnisstrafen mit Einzeln- oder Dunkelhaft hinter sich haben, bekommen für ein - [171 Schriftsteller kommen jetzt nach Dortmund - zur Jahrestagung des deutschen PEN-Zentrums](https://www.revierpassagen.de/42785/171-schriftsteller-kommen-jetzt-nach-dortmund-zur-jahrestagung-des-deutschen-pen-zentrums/20170424_1636) - Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinen insgesamt rund 800 Mitgliedern hierzulande wohl die bedeutendste Schriftstellervereinigung. Jetzt halten die PEN-Autoren ihre Jahrestagung in Dortmund ab. Das klingt immer noch nicht selbstverständlich, denn Dortmund gehört kaum zu den Städten, bei deren Nennung man gleich an belletristische Literatur denkt. Nun ja. Darauf kommen wir noch zurück. Nun haben - [Kathedrale, historische Fabriken, Jules Verne - zu Besuch in Dortmunds französischer Partnerstadt Amiens](https://www.revierpassagen.de/41642/kathedrale-historische-fabriken-jules-verne-zu-besuch-in-dortmunds-franzoesischer-partnerstadt-amiens/20170326_1109) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann, über einen Besuch in Dortmunds nordfranzösischer Partnerstadt Amiens: Es ist ein kleines Schildchen unter Ortsschildern der Stadt Dortmund. Zusammen mit anderen kleinen Schildern zeigt es an, mit welchen Städten in der Welt Dortmund eine Partnerschaft betreibt. Wann immer ich in Dortmund einfahre, lese ich, was auf dem Schildchen steht: Amiens. - [Zur Not kann man auch am Gegner seine Freude haben - über solche und solche Fußballfans](https://www.revierpassagen.de/42192/zur-not-kann-man-auch-am-gegner-seine-freude-haben-ueber-solche-und-solche-fussballfans/20170404_0952) - In dieser "englischen" Fußballwoche geht's gleich zweimal rund in der Bundesliga: Heute (Dienstag, 4. April, 20 Uhr) trifft der BVB im heimischen Dortmunder Westfalenstadion * auf den Hamburger SV, am Samstag (8. April, 18:30 Uhr) geht's zu den Bayern nach München. Anlass genug für diesen Beitrag: Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann, schreibt über verschiedene - [Auch in der DDR gab es Spielräume - 66 Facetten eines Lebens in Matthias Biskupeks "Der Rentnerlehrling"](https://www.revierpassagen.de/40181/auch-in-der-ddr-gab-es-spielraeume-66-facetten-eines-lebens-in-matthias-biskupeks-der-rentnerlehrling/20170209_0936) - Gastautor Heinrich Peuckmann über einen Erzählband, der manchen Aufschluss über das Leben in der einstigen DDR gibt: Wer mit 65 Jahren ins Rentenalter eintritt, beginnt eine neue Lehrzeit, meint der Rudolstädter Schriftsteller Matthias Biskupek, er wird nämlich ein „Rentnerlehrling“. Als er selber in diesen Lehrlingsrang kam, hat Biskupek, wie Schriftsteller das eben tun, ein Buch - [Auf den Spuren der Tiermafia - Heinrich Peuckmanns Krimi "Angonoka"](https://www.revierpassagen.de/24225/auf-den-spuren-der-tiermafia-heinrich-peuckmanns-krimi-angonoka/20140408_1348) - Den Kamener Schriftsteller Heinrich Peuckmann (65) kannte ich bisher nur vom Telefon. Der immens fleißige Mann rührt stets selbst die Trommel für seine Bücher, denn die kleineren Verlage können sich nicht allzu wirksam in die Bresche werfen. Also ruft Peuckmann an oder mailt, wenn es etwas Neues aus seiner Werkstatt gibt. Jetzt kam mal wieder - [Rückblick auf einen Lebenslauf, der schon in der Schulzeit auf Literatur hindeutete](https://www.revierpassagen.de/37089/rueckblick-auf-einen-lebenslauf-der-schon-in-der-schulzeit-auf-literatur-hindeutete/20160720_1214) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann, über menschlich und literarisch prägende Begegnungen in seiner Schüler- und Studentenzeit: Meinen ersten Lehrer habe ich geliebt. Noch bis zu seinem Tode hatte ich brieflich Kontakt mit ihm, denn er war inzwischen nach England verzogen und hatte dort noch einmal geheiratet. Als es zu seinem 80. Geburtstag einen Empfang - [Dünen, Wellen, Windmühlen – Ausstellung im „Dortmunder U" zeigt den niederländischen Aufbruch in die Moderne](https://www.revierpassagen.de/95137/duenen-wellen-windmuehlen-ausstellung-im-dortmunder-u-zeigt-den-niederlaendischen-aufbruch-in-die-moderne/20190512_2042) - Da haben die beiden Holländer sicher recht: Die Freuden des Sommers genießen viele Deutsche, zumal aus dem Ruhrgebiet, sehr gerne in ihrem schönen Land, in den Dünen, am Strand und in den gemütlichen kleinen Städten. Diese sicherlich nicht ganz neue Erkenntnis hat Edwin Jacobs, (Noch-) Direktor des Dortmunder Kunst- und Kulturzentrums U, und Jan Rudolph - [Die Liebens-Würdigkeit – Wilhelm Genazino nachgerufen](https://www.revierpassagen.de/82268/die-liebens-wuerdigkeit-wilhelm-genazino-nachgerufen/20181216_1732) - Wilhelm Genazino war einer der Lieblingsgäste des Gladbecker Literaturbüros Ruhr. Mal las und diskutierte er im Jüdischen Gemeindezentrum am Duisburger Innenhafen, mal im Theater an der Ruhr, mal im Foyer des Museums Bochum. Bei Tisch- und Bühnengesprächen für und mit uns blieb er immer jener freundlich-zugewandte Gast, den sich jeder Gesprächspartner oder Veranstalter wünscht. Während - [...und immer wieder die Frage nach Wembley – Zum Tod der Dortmunder Torwart-Legende Hans Tilkowski](https://www.revierpassagen.de/104505/und-immer-wieder-die-frage-nach-wembley-zum-tod-der-dortmunder-torwart-legende-hans-tilkowski/20200106_1824) - Große Trauer – nicht nur beim BVB: Die Torwartlegende Hans Tilkowski ist mit 84 Jahren gestorben. Aus diesem Anlass noch einmal ein (erstmals im Juli 2017 in ähnlicher Form erschienener) Beitrag des Gastautors Heinrich Peuckmann über den legendären Torhüter von Borussia Dortmund und Westfalia Herne: Untrennbar war seine Fußballkarriere mit einem einzigen Tor verbunden. „Herr Tilkowski“, riefen - [„Ich schreibe auch Gedichte" – die ziemlich späte „Entdeckung" eines Lyrikers](https://www.revierpassagen.de/99135/ich-schreibe-auch-gedichte-die-ziemlich-spaete-entdeckung-eines-lyrikers/20190719_1839) - Gastautor Heinrich Peuckmann über einen Lyriker aus Kamen, der seine Gedichte erst sehr spät publiziert hat: Es ist noch kein Jahr her, da lernte ich durch einen Zufall in einem Kamener Café die Schriftstellerin Nora Gold kennen, die Frauenromane schreibt und damit bei Amazon tolle Verkaufsränge erreicht. Es war ein munteres, frisches Gespräch, das plötzlich - [„Brüder und Knechte": Erinnerung an den Autor Willy Kramp](https://www.revierpassagen.de/94723/brueder-und-knechte-erinnerung-an-den-autor-willy-kramp/20190521_1849) - Gastautor Heinrich Peuckmann über den Schwerter Schriftsteller Willy Kramp (1909-1986): Bis zu seinem Tode 1986 wohnte in Schwerte-Villigst der Schriftsteller Willy Kramp. Ich kam mit ihm in Berührung, weil ich damals seine Enkeltochter Katharina unterrichtete, die heute unter dem Pseudonym „Kathryn Taylor“ Bestsellerromane schreibt. Zwei Bücher vor allem haben aus Kramps umfangreichen Werk bis heute - [„Ring frei! Runde drei!" – Beim Dortmunder Boxer-Stammtisch wird oft auch über Kultur geredet](https://www.revierpassagen.de/97285/ring-frei-runde-drei-beim-dortmunder-boxer-stammtisch-wird-oft-auch-ueber-kultur-geredet/20190601_1039) - Gastautor Heinrich Peuckmann über einen sehr ungewöhnlichen Stammtisch in Dortmund: In Dortmund gibt es einen Stammtisch ehemaliger Sportler, der auf seine Weise einmalig ist. Drei- bis viermal im Jahr treffen sie sich und laden dazu Ehrengäste ein, die über ihre Tätigkeiten informieren: zum Beispiel Opernsänger, Schriftsteller, Manager, Politiker, den Ballettchef des Dortmunder Theaters oder erfolgreiche - [Vom religiösen Kult zum Massensport – über die Anfänge des Fußballspiels](https://www.revierpassagen.de/97701/vom-religioesen-kult-zum-massensport-ueber-die-anfaenge-des-fussballspiels/20190608_2154) - Aus gegebenem Anlass zum Auftakt der Frauen-WM an diesem Wochenende: Gastautor Heinrich Peuckmann mit einem Beitrag zur Vorgeschichte des heutigen Fußballs. Wie ist eigentlich der Fußballsport entstanden, jenes Spiel, das rund um den Erdball alle Menschen fasziniert – egal, in welchen Kulturen sie leben? Über welche Zwischenschritte hat er sich entwickelt zu jenem Spiel mit ausgeklügelten - [Bumsfideler Bergmann anno 1971: „Laß jucken Kumpel" – der etwas andere Arbeiterroman](https://www.revierpassagen.de/34039/bumsfideler-bergmann-anno-1971-lass-jucken-kumpel-der-etwas-andere-arbeiterroman/20151227_1447) - Revierpassagen-Gastautor Heinrich Peuckmann, Dortmunder Schriftsteller, erinnert - nicht zuletzt aus eigener Erfahrung - an die Romane des Bergkamener Bergmanns Hans Henning ("Moppel") Claer und an deren Verfilmungen: Es war die große Zeit der politischen Arbeiterliteratur, wie sie von der „Dortmunder Gruppe 61“ mit Max von der Grün, Josef Reding oder Günter Wallraff ins Leben gerufen - [Er wird fehlen – „Aki" Schmidt, BVB-Legende](https://www.revierpassagen.de/38743/er-wird-fehlen-aki-schmidt-bvb-legende/20161113_1216) - Unser Gastautor Heinrich Peuckmann zum Tod des legendären BVB-Spielers Alfred "Aki" Schmidt: Alfred Schmidts erfolgreiche Fußballkarriere begann mit einer Enttäuschung. 1956 war er vom Dortmunder Vorortverein SpVgg Berghofen zur großen Borussia gewechselt, die gerade eine schwache Saison in der Oberliga West hinter sich hatte und deshalb neue Spieler suchte und auch den Trainer wechselte. Mit - [Das Ruhrgebiet als Heimat – zwischen Grau und Grün, zwischen Solidarität und gelegentlicher Kulturferne](https://www.revierpassagen.de/83031/das-ruhrgebiet-als-heimat-zwischen-grau-und-gruen-zwischen-solidaritaet-und-gelegentlicher-kulturferne/20190101_2050) - Gastautor Heinrich Peuckmann über das Ruhrgebiet als Heimat: Wenn auf der Kamener Zeche Monopol Kokskohle abgestochen wurde, rannte meine Mutter in den Garten und trug die zum Trocknen aufgehängte Wäsche ins Haus. Kurz darauf segelten nämlich Rußpartikel durch die Luft und wäre sie nicht schnell genug gewesen, hätte sie noch einmal waschen müssen. Abends schimmerte - [Von „Alka Seltzer" bis „Schapusiak" – Spitznamen, mit denen Fußballspieler ins Ruhrgebiet eingemeindet werden](https://www.revierpassagen.de/80986/von-alka-seltzer-bis-schapusiak-spitznamen-mit-denen-fussballspieler-ins-ruhrgebiet-eingemeindet-werden/20181029_1257) - Gastautor Heinrich Peuckmann über einfallsreiche Spitznamen im Ruhrgebiets-Fußball: Borussia Dortmund hat wieder einen Knipser, und was für einen! Sechs Tore in 80 Minuten, das hat selbst „kleines dickes Müller“ (wie ihn sein Trainer „Tschik“ Cajkovski nannte) nicht geschafft, Bayern Münchens unvergessener Torjäger. Aber der Name, Mensch der Name. Wie soll man sich das merken? „Alkacär“. - [Zwischen historischem Spektakel und modischer Revue: Händel-Festspiele und Premieren auf deutschen Bühnen](https://www.revierpassagen.de/23521/zwischen-historischem-spektakel-und-modischer-revue-haendel-festspiele-und-premieren-auf-deutschen-buehnen/20140212_1322) - Intriganten und Tyrannen, Liebende und Leidende, Herrscher und Heroen: Georg Friedrich Händels Opern bringen ein Personal auf die Bühne, das denkbar weit von unseren Alltagserfahrungen entfernt ist. Ihre hochfahrenden Affekte, ihre extremen Leidenschaften wirken in einem Zeitalter, das sich – zumindest vordergründig – leidenschaftslosem Pragmatismus verschreibt, seltsam überspannt, die Beziehungen und Verflechtungen zwischen den Personen - [Von der „Spieluhr" bis zum „Ohrenbär": Die Entwicklung des Kinderrundfunks mit Dortmunder Impulsen](https://www.revierpassagen.de/79549/von-der-spieluhr-bis-zum-ohrenbaer-die-entwicklung-des-kinderrundfunks-mit-dortmunder-impulsen/20180902_1443) - Gastautor Heinrich Peuckmann über die Entwicklung des Kinderrundfunks, zu der auch einige Ideen und Konzepte aus Dortmund beigetragen haben: Als Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts der WDR-Lokalsender Radio Dortmund an der Lindemannstraße eingerichtet wurde, gab es unter Kulturschaffenden große Vorbehalte. Das wäre ein trojanisches Pferd, wurde geurteilt, denn erst käme der harmlose öffentliche - [Wer war der dritte Torwart beim „Wunder von Bern"?](https://www.revierpassagen.de/51051/wer-war-der-dritte-torwart-beim-wunder-von-bern/20180617_1052) - Gastautor Heinrich Peuckmann über einen mehr oder minder bekannten Fußballspieler aus Essen: Es gibt Fragen, die muss der richtige Fußballfan einfach beantworten können. Zum Beispiel diese: Wer war der dritte Torwart in der Weltmeistermannschaft von 1954? Ex-Bundeskanzler Schröder soll sie manchmal stellen, wie ich hörte. Und da kommt dann erstaunlicher Weise mancher Fan ins Schleudern. - [Von Rahn bis Reus – Was wären die deutschen WM-Teams ohne Fußballspieler aus dem Ruhrgebiet?](https://www.revierpassagen.de/51000/von-rahn-bis-reus-was-waeren-die-deutschen-wm-teams-ohne-fussballspieler-aus-dem-ruhrgebiet/20180613_1513) - Gastautor Heinrich Peuckmann über die unverkennbar wichtige Rolle von Kickern aus dem Revier: Hat Jogi Löw für die morgen beginnende WM Fußballer aus dem Ruhrgebiet übersehen? Wenn es nach meinem jüngsten Sohn Niklas (Theologe an der Ruhruniversität Bochum) ginge, wäre da unbedingt Andreas Luthe zu nennen. Luthe ist Ersatztorwart beim Zweitligisten VfL Bochum, der mit - [Der Nikolaus und die Phantasie, die wir so dringend brauchen](https://www.revierpassagen.de/47213/der-nikolaus-und-die-phantasie-die-wir-so-dringend-brauchen/20171206_0857) - Gastautor Heinrich Peuckmann über den Nikolaus und seine bleibende Bedeutung: In letzten Jahr habe ich nach vielen Jahren Pause anlässlich des Besuches meiner Nichte und ihrer beiden kleinen Töchter das Nikolauskostüm aus dem Schrank geholt. Während meine Frau und einer meiner Söhne unsere Gäste im Wohnzimmer begrüßten, hielt ich mich versteckt. In einem passenden Moment - [Fakir Baykurt - sozialkritischer Poet des türkischen Dorflebens und langjähriger Revier-Bürger](https://www.revierpassagen.de/48907/fakir-baykurt-sozialkritischer-poet-des-tuerkischen-dorflebens-und-langjaehriger-revier-buerger/20180303_1211) - Gastautor Heinrich Peuckmann erinnert an den türkisch-deutschen Autor Fakir Baykurt, der auch viele Jahre im Ruhrgebiet gelebt hat: In Deutschland einem Schriftsteller zu unterstellen, dass er ein sozialkritischer Dorfautor wäre, käme einer literarischen Vernichtung gleich. Als provinziell, gar hinterwäldlerisch würde man ihn einordnen und die Unterstellung, dass er einem rührseligen Heimatbegriff folgt, läge nicht fern. - [Auseinandersetzung mit der "Neuen Rechten" als Hauptthema - eine Nachlese zur PEN-Jahrestagung](https://www.revierpassagen.de/49982/auseinandersetzung-mit-der-neuen-rechten-als-hauptthema-eine-nachlese-zur-pen-jahrestagung/20180430_2025) - Gastautor Heinrich Peuckmann über das Jahrestreffen der Schriftstellervereinigung PEN in Göttingen: 2017 hatte die Jahrestagung des PEN in Dortmund stattgefunden und die knapp 150 Schriftsteller waren beeindruckt gewesen von dem Erscheinungsbild der Stadt und ihrem weit vorangeschrittenen Strukturwandel. Die diesjährige Tagung fand nun Ende April in Göttingen statt, ein Tagungsort mit großer Symbolkraft für den - [Wenn Vater von der Zeche kam, sagte er nur "Na, Sohnemann" - Kindheit im Revier, geprägt von Liebe und Begrenztheit](https://www.revierpassagen.de/46271/wenn-vater-von-der-zeche-kam-sagte-er-nur-na-sohnemann-kindheit-im-revier-gepraegt-von-liebe-und-begrenztheit/20171019_1541) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann, mit einer Kindheitserinnerung aus dem Revier von damals: Da ist ein Bild, ganz tief in mir gespeichert, das mich nicht loslässt mein Leben lang. Ich bin noch Kind, nicht mal zehn Jahre alt. Die Schule ist aus, wir spielen Fußball auf dem großen, freien Platz, dem Kamener Schützenhof, direkt - [Kinder kämpfen für eine bessere Welt - Jürgen Jankofskys vielsprachiges Buch "Anna Hood"](https://www.revierpassagen.de/45367/kinder-kaempfen-fuer-eine-bessere-welt-juergen-jankofskys-vielsprachiges-buch-anna-hood/20170824_0945) - Gastautor Heinrich Peuckmann stellt ein besonderes Kinderbuch vor: Schreckliche Bilder sieht Anna im Fernsehen. Ein gekenterter Flüchtling trägt sein totes Kind aus dem Meer und legt es am Strand ab. Anna ist nicht nur erschrocken, sie ist auch zutiefst empört. Die Welt ist ungerecht und sie, Anna, muss etwas dagegen tun. Also spendet sie all - ["Der war nicht drin!" - über den Dortmunder Torwart Hans Tilkowski und den umstrittensten Treffer aller Zeiten](https://www.revierpassagen.de/44981/der-war-nicht-drin-ueber-den-dortmunder-torwart-hans-tilkowski-und-den-umstrittensten-treffer-aller-zeiten/20170726_1138) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann, über den legendären Torhüter von Westfalia Herne und Borussia Dortmund: Untrennbar ist seine Fußballkarriere mit einem einzigen Tor verbunden. „Herr Tilkowski“, rufen ihm bis heute wildfremde Menschen zu, „ich habe da mal eine Frage.“ Und noch im Umdrehen antwortet er: „Der war nicht drin!“ Hans Tilkowski und das Wembley-Tor, - [Polemik gegen den "närrischen" Reformator: Thomas Murner, Luthers katholischer Widersacher von Format](https://www.revierpassagen.de/44479/polemik-gegen-den-naerrischen-reformator-thomas-murner-luthers-katholischer-widersacher-von-format/20170704_2034) - Unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann, über eine prägende Gestalt der Reformationszeit: Jedes Luthergedenkjahr zeigt uns nicht Luther, wie er war, sondern ein Spiegelbild der jeweiligen Zeit. Nun also, zur 500. Wiederkehr des Thesenanschlags, der politisch korrekte Blick auf Luther, dessen Antijudaismus nicht verschwiegen oder beschönigt, sondern klar und als Makel herausgestellt wird. Immerhin. Das - [Couragierter Einsatz für die Pressefreiheit: Kesten-Preis an türkische Journalisten](https://www.revierpassagen.de/38869/couragierter-einsatz-fuer-die-pressefreiheit-kesten-preis-an-tuerkische-journalisten/20161120_1411) - Gastautor Heinrich Peuckmann über die Verleihung des Hermann-Kesten-Preises in politisch brisanten Zeiten: Als das Präsidium des deutschen PEN im Frühjahr dieses Jahres beschloss, den Hermann-Kesten-Preis an die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül zu verleihen, war die Situation für die beiden schon kritisch. Als es nun zur Verleihung kam, hatte sie nach dem niedergeschlagenen - ["Wir müssen uns wehren": Autoren weltweit vor Verfolgung schützen - eine Rede über die Schriftstellervereinigung PEN](https://www.revierpassagen.de/39275/wir-muessen-uns-wehren-autoren-weltweit-vor-verfolgung-schuetzen-ueber-die-schriftstellervereinigung-pen/20161221_2059) - Vom 27. bis zum 30. April 2017 wird die deutsche Sektion der internationalen Autorenvereinigung PEN ihre Jahrestagung in Dortmund abhalten. Gleichsam zur Vorbereitung und Einstimmung auf das Ereignis hat unser Gastautor, der Schriftsteller Heinrich Peuckmann (Dortmund/Bergkamen), an verschiedenen Orten die folgende Rede gehalten, in der er darlegt, was der PEN eigentlich ist und will. Peuckmann - [Als man in Unna um die Kirchenkanzel kämpfte: Philipp Nicolai - Dichter, Pfarrer, Lutheraner](https://www.revierpassagen.de/38121/als-man-in-unna-um-die-kirchenkanzel-kaempfte-philipp-nicolai-dichter-pfarrer-lutheraner/20161001_0010) - Unser Gastautor Heinrich Peuckmann erinnert an den streitbaren Theologen und Dichter Philipp Nicolai (1556-1608), der zur frühen Literaturgeschichte Westfalens gehört: Die Unnaer Stadtkirche kenne ich aus meiner Schulzeit. Am dortigen Ernst-Barlach-Gymnasium (damals Aufbaugymnasium) habe ich Abitur gemacht. Jeden Mittwoch morgen fand in der Stadtkirche ein Schülergottesdienst statt. Natürlich sind wir, als wir älter wurden, oft - [Als es im Ruhrgebiet noch Arbeiterschriftsteller gab - vier Skizzen aus persönlicher Sicht](https://www.revierpassagen.de/36654/als-es-im-ruhrgebiet-noch-arbeiterschriftsteller-gab-vier-skizzen-aus-persoenlicher-sicht/20160616_0001) - Unser Gastautor Heinrich Peuckmann mit einer persönlichen Betrachtung über Begegnungen mit Arbeiterschriftstellern des Reviers: 1. Richard Limpert Warum Richard Limpert aus Gelsenkirchen bei seinen Straßenlesungen ein Megaphon benutzt hat, habe ich nie verstanden. Mit donnernder Stimme trug Limpert seine Agitpropgedichte vor, in denen es immer um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken und unter - [Lebenspralle Literatur: Anton Kalt und der "Hasenkuckuck" aus Dortmund-Aplerbeck](https://www.revierpassagen.de/35124/lebenspralle-literatur-anton-kalt-und-der-hasenkuckuck-aus-dortmund-aplerbeck/20160327_1433) - Gastautor Heinrich Peuckmann über einen lesenswerten, heute aber nahezu unbekannten Schriftsteller aus dem 1929 nach Dortmund eingemeindeten Aplerbeck: Mitte der 1970er gab es in Unna eine denkwürdige Lesung aus dem wohl besten Buch, das der „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ in seiner damals stark beachteten Fischer-Taschenbuchreihe jemals herausgegeben hat. „Der rote Großvater erzählt“ hieß dieses Buch - [Weltweit für verfolgte Autoren eintreten - zur Jahrestagung der deutschen PEN-Schriftsteller](https://www.revierpassagen.de/35802/weltweit-fuer-verfolgte-autoren-eintreten-zur-jahrestagung-der-deutschen-pen-schriftsteller/20160426_2128) - Als Gastautor berichtet der Dortmunder Schriftsteller Heinrich Peuckmann von der PEN-Jahrestagung in Bamberg - und gibt einen Ausblick auf die nächste Zusammenkunft der Schriftstellervereinigung, die 2017 in Dortmund stattfinden wird. Heinrich Peuckmann ist selbst Mitglied des PEN. *** Die Ressourcen werden knapper, die Verteilungskämpfe härter, die sozialen Konflikte spitzen sich zu. Regierungen, besonders Diktaturen, denen - [Gerhard Mensching: Germanist, Puppenspieler, Romanautor - eine wehmütige Erinnerung](https://www.revierpassagen.de/32977/gerhard-mensching-germanist-puppenspieler-romanautor-eine-wehmuetige-erinnerung/20151101_1036) - Revierpassagen-Gastautor Heinrich Peuckmann, in Bergkamen lebender Schriftsteller, erinnert an den 1992 verstorbenen Bochumer Autor und Germanisten Gerhard Mensching, der viele seiner Studenten nachhaltig beeinflusst hat: Romane und Erzählungen von Gerhard Mensching zu lesen, löst bei mir Freude und Wehmut zugleich aus. Freude, weil es ein schönes Leseerlebnis ist, sich mit den phantasievollen Geschichten dieses Autors, - [Schriftsteller des PEN zur Asylpolitik: Gegen ein engherziges Europa](https://www.revierpassagen.de/33123/schriftsteller-des-pen-zur-asylpolitik-gegen-ein-engherziges-europa/20151107_2150) - Gastautor Heinrich Peuckmann, selbst Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, über die Haltung der internationalen Schriftstellervereinigung zur Asyl- und Flüchtlingspolitik: Neben der Pflege von Sprache und Dichtung gehört die Verteidigung des freien Wortes zu den wichtigsten Aufgaben des PEN. In der Praxis bedeutet dies vor allem die Verteidigung der von Verfolgung, Gefängnis oder Todesstrafe bedrohten Schriftsteller, Journalisten - [100 Jahre Dada-Bewegung: Richard Huelsenbeck und der Dortmunder Anteil](https://www.revierpassagen.de/34515/100-jahre-dada-bewegung-richard-huelsenbeck-und-der-dortmunder-anteil/20160205_1210) - Gastautor Heinrich Peuckmann erinnert an den Dichter Richard Huelsenbeck, einen eng mit Dortmund verbundenen Hauptakteur der Dada-Bewegung, die vor 100 Jahren entstanden ist: Der Dadaismus, jene revolutionär-avantgardistische Kunstrichtung um 1916, wird im Bereich der Literatur vor allem mit drei Namen verbunden: mit Hugo Ball, der in Zürich vor genau 100 Jahren (5. Februar 1916) das - [Fußballkrimi vor brisantem Hintergrund: "Nach Abpfiff Mord" von Heinrich Peuckmann](https://www.revierpassagen.de/18868/fusballkrimi-vor-brisantem-hintergrund-nach-abpfiff-mord/20130713_1647) - Nicht für jeden ist Fußball nur die zweitschönste Nebensache der Welt. Für manche, leider für immer mehr ist der Fußballplatz auch der Ort, an dem sie ihre Aggressionen ausleben können. Fußball ist für sie ein Ventil. Rassismus, Beschimpfungen, Polemik bis hin zu Schlägereien, immer mehr Vereine aller Ligen können ein leidvolles Lied davon singen. Diese - [Die Römer sind los: Der Archäologische Park Xanten feiert fünf Jahre als UNESCO-Welterbe](https://www.revierpassagen.de/139193/die-roemer-sind-los-der-archaeologische-park-xanten-feiert-fuenf-jahre-als-unesco-welterbe/20260615_1223) - Der Tritt der Legionen hat seinen eigenen Klang. Er nähert sich als dumpfes, rhythmisches Stampfen, durchzogen von metallischem Klirren. Genagelte Militärsandalen treten den Boden nieder, Rüstungen, Schwerter, Kettenhemden scheppern im Takt. Das war einst der Sound einer Weltmacht – doch die Nachfahren der Germanen, die diesen Aufzug im Jahr 2026 verfolgen, reagieren nicht mit Furcht, - [Von der Kunst in der Fremde - Gine Selles Roman "Ausflug ins Exil"](https://www.revierpassagen.de/32104/von-der-kunst-in-der-fremde-gine-selles-roman-ausflug-ins-exil/20150907_0109) - Gine Selle ist bildende Künstlerin – eigentlich. Nun legt die Dortmunderin ihren ersten Roman vor. „Ausflug ins Exil“ handelt von Chile heute und Deutschland gestern, von starken Frauen und der Kunst, das Leben zu meistern. Gine Selle: Schon ihr Schaffen als bildende Künstlerin ist ungewöhnlich vielfältig. In den vergangenen Jahren arbeitete die 49-Jährige mit Fotografie, - [Subtile Facetten, plakative Momente: Dmitri Schostakowitschs Elfte Sinfonie in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/136404/subtile-facetten-plakative-momente-dmitri-schostakowitschs-elfte-sinfonie-in-duesseldorf/20250319_1031) - Bei Michael Sanderling, trifft zu, was oft nur als Lobpreis-Rhetorik zu klassifizieren ist: Er ist ein geborener Schostakowitsch-Dirigent. Zu erleben war die konzentrierte Rhetorik, der tiefinnerliche Ernst, den er den Sinfonien mitgibt, jetzt in der Düsseldorfer Tonhalle in einem Konzert mit den Symphonikern. Michael Sanderling kam 1967 in Ost-Berlin zur Welt, er ist Sohn des - [Kulturauftrag vorbildlich erfüllt: Die Tage Alter Musik in Herne und ihre Verdienste im Salieri-Gedenkjahr](https://www.revierpassagen.de/138094/kulturauftrag-vorbildlich-erfuellt-die-tage-alter-musik-in-herne-und-ihre-verdienste-im-salieri-gedenkjahr/20251127_0940) - Ohne die „Tage Alter Musik“ in Herne wäre der 200. Todestag Antonio Salieris in Deutschland sang- und klanglos vorüber gegangen. Mit einer konzertanten Aufführung seiner Oper „La Grotta di Trofonio“ erinnerte das vom WDR und der Stadt Herne getragene Festival an den 1825 gestorbenen einflussreichen Komponisten, der für die Nachwelt nur noch als angeblicher Rivale - [Ohne Sorgen in die Unterwelt: Neujahrskonzert der Essener Philharmoniker](https://www.revierpassagen.de/135908/ohne-sorgen-in-die-unterwelt-neujahrskonzert-der-essener-philharmoniker/20250110_2145) - Einmal im Jahr ist es so weit. Da öffnen sich alle Türen und die Noten tanzen im Dreivierteltakt herein. Silvester und Neujahr sind Strauß-Tage: Zahllose Konzerte weltweit lassen die Walzer, Polkas, Märsche und Quadrillen des „Walzerkönigs“ erklingen, beschwören vermeintliche Glanzzeiten, vergoldet von den Melodien von Johann Strauß Vater und Sohn und dessen Brüdern Josef und - [Vom Mysterium des Dirigierens: Klaus Mäkelä stellt sich als Porträtkünstler in Essen vor](https://www.revierpassagen.de/134848/vom-mysterium-des-dirigierens-klaus-maekelae-stellt-sich-als-portraetkuenstler-in-essen-vor/20241004_1923) - Da ist der Intendantin der Essener Philharmonie ein Coup gelungen. Noch bevor die Vermarktungsmaschinerie den 28jährigen Klaus Mäkelä richtig zwischen die Zahnräder bekam, hatte Babette Nierenz den kommenden Star für ein Künstlerporträt verpflichtet. Drei Mal kommt der gefragte junge Finne also nach Essen. Das erste Konzert mit dem Concertgebouw Orkest, das er ab 2027 als - [Vibration des Ungehörten: Festival „NOW!“ in Essen](https://www.revierpassagen.de/135095/vibration-des-ungehoerten-festival-now-in-essen/20241025_1925) - Acht Uraufführungen, drei Deutsche Erstaufführungen, Werke der Essener Komponisten Nicolaus A. Huber und Günter Steinke, und dazu in 15 Konzerten jede Menge hörenswerter neuer Musik: Das Festival „NOW!“ verspricht in seiner 14. Ausgabe seit 2011 wieder ein Highlight für Musikfreunde weit über die Grenzen Essens und des Ruhrgebiets hinaus zu werden. Längst ist man auch - [Fleisch und Geist: Dortmunder Festival „Klangvokal" geht zurück zu den Anfängen der Oper](https://www.revierpassagen.de/131958/fleisch-und-geist-dortmunder-festival-klangvokal-geht-zurueck-zu-den-anfaengen-der-oper/20231101_1426) - Das Festival „Klangvokal“ in Dortmund pflegt über seinen Schwerpunkt im Mai/Juni hinaus eine Serie von Konzerten über das ganze Jahr hinweg. Letzter Höhepunkt war eine halbszenische Aufführung von Emilio de‘ Cavalieris „Rappresentatione di Anima, et di Corpo“. Damit geht das Musikfestival an den Anfang der Operngeschichte zurück. De‘Cavalieri, ein hochgebildetes Multitalent, schrieb das allegorische Spiel - [Reizendes Kaleidoskop: Anna Vinnitskaya ist Porträtkünstlerin der Essener Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/134782/reizendes-kaleidoskop-anna-vinnitskaya-ist-portraetkuenstlerin-der-essener-philharmonie/20240929_1933) - Sergej Rachmaninow ist einer der Komponisten, zu denen Anna Vinnitskaya immer wieder zurückkehrt – und das dürfte nicht alleine daran liegen, dass sie einst am Rachmaninow-Konservatorium in Rostow am Don unterrichtet wurde. Mit dem eher selten gespielten Ersten Klavierkonzert in fis-Moll stellte sich die aus Russland stammende Pianistin als Porträtkünstlerin der Essener Philharmonie dieser Saison - [Jede Menge Licht: Der Dortmunder Filmemacher Adolf Winkelmann wird 75](https://www.revierpassagen.de/112978/jede-menge-licht-der-dortmunder-filmemacher-adolf-winkelmann-wird-75/20210409_2201) - Sagen wir mal so: Adolf Winkelmann war so klug und weitsichtig, praktisch zeitlebens in Dortmund zu bleiben. In Städten wie Berlin oder Hamburg hätte er sich anfangs wohl gegen viele durchsetzen müssen, hier aber ist er sozusagen gleich singulär hervorgetreten und hat zeitig etwas gegolten. Von hier aus, in der „unaufgeregtesten Großstadt der Republik" (wie - [Eine Stimme für die Leidenden: Seit 50 Jahren leisten die „Ärzte ohne Grenzen“ weltweit medizinische Hilfe](https://www.revierpassagen.de/122533/eine-stimme-fuer-die-leidenden-seit-50-jahren-leisten-die-aerzte-ohne-grenzen-weltweit-medizinische-hilfe/20211223_1152) - Die Älteren erinnern sich noch an die Bilder: Große Augen schauen aus abgemagerten Gesichtern. Ausgemergelte Körper strecken dürre Ärmchen aus. Auf dem Arm verzweifelter Mütter kauern kleine Kinder, die Skeletten gleichen. Es war 1969, als die Fotos aus Biafra die Welt aufrüttelten. Die Provinz in Nigeria hatte sich für unabhängig erklärt. Ein Krieg und eine - [Wehmut und Dankbarkeit: Das Auryn Quartett verabschiedet sich mit einem Konzert in Duisburg](https://www.revierpassagen.de/124552/wehmut-und-dankbarkeit-das-auryn-quartett-verabschiedet-sich-mit-einem-konzert-in-duisburg/20220226_1819) - Das Auryn Quartett hat alles erreicht, was ein Kammermusikensemble nur erreichen kann. Nun ist nach 41 gemeinsamen Jahren Schluss. Die Vierer-Formation hat vom Wiener Musikverein über die New Yorker Carnegie Hall bis zu den Salzburger Festspielen alle großen Säle und Festivals bespielt; sie hat sich ein unglaublich breites Repertoire von Joseph Haydn bis Wolfgang Rihm - [Festivals im Ruhrgebiet: Ohne Motto geht es selten](https://www.revierpassagen.de/124850/festivals-im-ruhrgebiet-ohne-motto-geht-es-selten/20220310_1619) - Unter welchen Leitworten stehen unsere Kulturfestivals? Das wäre doch mal ein feines Aufsatzthema. Wir aber belassen es bei wenigen aktuellen Beispielen aus dem Revier – und liefern die Links zu den reichhaltigen Programmen. So ein Festspiel-Motto könnte beispielsweise auf Provokation aus sein, es könnte sich bewusst kryptisch oder sperrig geben oder einen flammenden Appell enthalten. - [In zwölf Minuten von Mahler zu Mahler: In Duisburg und Essen erklangen die Sechste und die Zweite Symphonie](https://www.revierpassagen.de/96699/in-zwoelf-minuten-von-mahler-zu-mahler-in-duisburg-und-essen-erklangen-die-sechste-und-die-zweite-symphonie/20190526_1226) - Zwei Mahler-Symphonien innerhalb weniger Tage in Duisburg und Essen: Wer den alten Ruhrpott nicht als Flickenteppich diverser städtischer Zentren, sondern die Rhein-Ruhr-Region als großen Kulturraum wahrnimmt, hat nicht nur in Sachen Mahler eine weltstädtische Auswahl. Man muss nur zum Beispiel die zwölf Minuten zwischen den Hauptbahnhöfen von Essen und Duisburg in Kauf nehmen. Und dann - [„Opus Klassik": Zwei Preise gehen nach Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/100151/opus-klassik-zwei-preise-gehen-nach-duesseldorf/20190906_0912) - Unser Gastautor Robert Unger (Geschäftsführender Vorstand des Internationalen Kurt Masur Instituts Leipzig) über die Verleihung des Musikpreises „Opus Klassik": Gleich zwei Preise des zum zweiten Mal vergebenen Opus Klassik gehen nach Nordrhein-Westfalen, genauer: in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Das musische sozial-integrative Projekt SingPause in Düsseldorf erhält den Preis in der Kategorie „Nachwuchsförderung“. In der Kategorie „Sinfonische - [Neues Streaming-Format: Frank Goosen plaudert mit Gästen über ihre Bücher](https://www.revierpassagen.de/111284/neues-streaming-format-frank-goosen-plaudert-mit-gaesten-ueber-ihre-buecher/20201205_2047) - Auch ein Erfolgsautor wie der Bochumer Frank Goosen („Liegen lernen", „Radio Heimat" und vieles mehr) muss in Corona-Zeiten sehen, wie er seine Brötchen verdient. Leibhaftige Live-Lesungen vor Präsenz-Publikum fallen aus, also geht auch er öfter ins Netz – jetzt mit dem neuen Format „Goosen und Gäste", dem Untertitel gemäß eine „Unterhaltung mit Büchern", genauer: mit - [Geisterhafte Unwirklichkeit des Materials: Gips-Arbeiten Henry Moores in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/35402/geisterhafte-unwirklichkeit-des-materials-gips-arbeiten-henry-moores-in-wuppertal/20160415_0940) - Henry Moore (1898 bis 1986) ist vor allem durch seine eleganten, expressiven Bronzeplastiken bekannt geworden. Dass er auch Arbeiten in Gips anfertigte und dieses Material am Ende seines Schaffens immer mehr schätzte, ist Kunstfreunden kaum bewusst. Erstmals in Deutschland zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal nun eine größere Auswahl von Moores Gips-Skulpturen. Die empfindlichen Kunstwerke - [Gelsenkirchen zeigt Leonard Bernsteins „Mass“ und bestätigt die Stellung als spannendstes Opernhaus der Region](https://www.revierpassagen.de/81575/gelsenkirchen-zeigt-leonard-bernsteins-mass-und-bestaetigt-die-stellung-als-spannendstes-opernhaus-der-region/20181120_2125) - Gelsenkirchen ist derzeit das spannendste im Dutzend der Opernhäuser des Rhein-Ruhr-Gebiets. Seit zehn Jahren ist Generalintendant Michael Schulz im Amt und bereichert das Musiktheater mit wichtigen, aber selten gezeigten Werken. Ein Signal dafür – über die Hommage zu Leonard Bernsteins 100. Geburtstag hinaus – ist die szenischen Aufführung von Bernsteins „Theaterstück für Sänger, Tänzer und - [Ausflug in den Zauberwald: Marie Jacquot und das WDR Sinfonieorchester in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/139138/ausflug-in-den-zauberwald-marie-jacquot-und-das-wdr-sinfonieorchester-in-der-philharmonie-essen/20260611_1810) - Es zirpt und pfeift im Orchester, es raschelt und rauscht. Das tiefe Blech knurrt bedrohlich. Irgendwo in den Instrumenten flirrt eine Folge von Rufen vorbei. Im neuesten Stück der Komponistin Kristine Tjøgersen fühlt man sich in einen Wald versetzt. Ein Wald, der geheimnisvoll wirkt, unheimlich auch. Vielleicht sogar verwunschen. Zum zweiten Mal nach der Uraufführung - [Krimi-Kult am Sonntag: Vor 50 Jahren wurde der erste „Tatort" gesendet – Jubiläums-Doppelfolge aus Dortmund und München](https://www.revierpassagen.de/111187/krimi-kult-am-sonntag-vor-50-jahren-wurde-der-erste-tatort-gesendet-jubilaeums-doppelfolge-aus-dortmund-und-muenchen/20201129_1146) - Der 29. November 1970 sollte in die Fernsehgeschichte eingehen – aber das war damals noch alles andere als klar. Die Idee des Fernsehredakteurs Gunther Witte, eine gemeinsame Krimi-Reihe der ARD-Fernsehanstalten unter dem Titel „Tatort“ zu produzieren, stieß zunächst auf wenig Interesse. Als das Projekt schließlich doch genehmigt wurde, war die Zeit zu knapp, um die - [Literarische Verlage und der Literaturbetrieb im Ruhrgebiet: Förderung nur noch für Glamour?](https://www.revierpassagen.de/101961/literarische-verlage-und-der-literaturbetrieb-im-ruhrgebiet-foerderung-nur-noch-fuer-glamour/20191014_0957) - Seitdem der Klartext Verlag sein karges literarisches Programm nahezu ganz einstellte und der Dortmunder Grafit-Verlag nach Köln umzog, existieren nur noch inhabergeführte Klein- und Selbstverlage längs der Ruhr. Von einer Kultur- als Verlagsmetropole kann an deren Ufern wahrlich keine Rede sein. Zudem wird ein jährlich mit 500.000 Euro gesponserter Show-Platz wie die lit.RUHR von Köln - [„Stadtbeschreiber*in 2020“ in Dortmund ausgeschrieben – Halbherziges Sponsoring schlägt kluges Mäzenatentum](https://www.revierpassagen.de/99513/stadtbeschreiberin-2020-in-dortmund-ausgeschrieben-halbherziges-sponsoring-schlaegt-kluges-maezenatentum/20190801_2252) - Erst hatte das Ruhrgebiet gar keinen Stadtschreiber, nun hat es gleich drei, wenn auch in wechselnder Gestalt: den Stadtschreiber Ruhr, den Straßenschreiber Oberhausen sowie die neu ausgeschriebene Autorinnen- und-Autoren-ABM in Dortmund, die genderkorrekt als „Stadtbeschreiber*in“ etikettiert wurde. Dieses Literaturstipendium ist nicht allzu schlecht ausgestattet, doch wird der/die „Stadtbeschreiber*in“ kräftig ins Korsett von Marketing und Kulturbetrieb - [Wie die Kunst zu mir kam und blieb - ein Lebenslauf zwischen Beruf und Berufung](https://www.revierpassagen.de/48887/wie-die-kunst-zu-mir-kam-und-blieb-ein-lebenslauf-zwischen-beruf-und-berufung/20180307_1035) - Gastautorin Melanie Tilkov über ihr Leben als Künstlerin: Ich bin freischaffende Künstlerin im Bereich Malerei, Grafik und Bildhauerei, außerdem Dozentin für Kunst an einer Kunstschule, Lehrkraft für Kunst an einem Gymnasium und habe einen Lehrauftrag an der fadbk/HbK Essen. Mein Studium der Kunst und das darauf folgende Berufsleben im Kunstbetrieb habe ich nach einem wechselvollen und - [Sympathischer Tourneebeginn: Daedalus-Quartett mit amerikanischer Musik der Gegenwart in Essen](https://www.revierpassagen.de/48678/sympathischer-tourneebeginn-daedalus-quartett-mit-amerikanischer-musik-der-gegenwart-in-essen/20180219_1310) - Das Daedalus-Quartett hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 zu einem der führenden amerikanischen Streichquartette entwickelt. Beginnend mit einer Matinee in der Essener Philharmonie tourt das Ensemble im Februar und März mit 20 Konzerten durch deutsche Städte. Wenn ein solch profiliertes Quartett nach Europa kommt, liegt es nahe, auch zeitgenössisches Schaffen aus dem musikalisch - [Schürfen im Schoß der Erde: Interview mit dem Dirigenten Frank Beermann zur Premiere von „Hans Heiling“ in Essen](https://www.revierpassagen.de/48586/schuerfen-im-schoss-der-erde-interview-mit-dem-dirigenten-frank-beermann-zur-premiere-von-hans-heiling-in-essen/20180210_1214) - Am 24. Februar hat am Aalto-Theater in Essen die Oper „Hans Heiling“ Premiere. Mit dieser Rarität leistet das Essener Musiktheater seinen Beitrag zu den Veranstaltungen rund um den „Abschied von der Kohle“, dem Ende der Steinkohleförderung in Deutschland. Im Interview mit Werner Häußner wirft der Dirigent der Neuproduktion, Frank Beermann, einen Blick auf die Musik - [Vernetzte Akteure der kulturbasierten Urbanität - ein paar Beispiele für den üblichen Subventions-Abgreifer-Jargon](https://www.revierpassagen.de/44377/vernetzte-akteure-der-kulturbasierten-urbanitaet-ein-paar-beispiele-fuer-den-ueblichen-subventions-abgreifer-jargon/20170710_2143) - Nein, man mag ihn manchmal wirklich nicht mehr hören, diesen immerwährenden, nur in Nuancen sich verändernden, angeblich kulturaffinen Subventions-Abgreifer-Jargon. Sollte er etwa spezifisch fürs Ruhrgebiet sein? Oder gibt es ihn so oder ähnlich überall? Wenn man ordentlich Fördergeld abzapfen wollte, so müsste man in den Antrag vor allem einige Reizworte einstreuen. Von "Vernetzung" müsste man - [Was der Mensch so alles glauben kann: Die neue Spielzeit im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen](https://www.revierpassagen.de/43181/was-der-mensch-so-alles-glauben-kann-die-neue-spielzeit-im-musiktheater-im-revier-gelsenkirchen/20170511_1930) - Von einem mutigen Spielplan sprach Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski bei der Vorstellung der Saison 2017/18 am Musiktheater im Revier. In der Tat: Zwei Schlüsselwerke der Oper des 20. Jahrhunderts in einer Spielzeit zu inszenieren und dazu eine bissig-heitere Farce von Dmitri Schostakowitsch zu platzieren, dazu gehört Vertrauen in die eigenen Kräfte und auf ein gewogenes - ["Kopf über Welt unter": Ruhrfestspiele 2017 blicken auf den Menschen in seiner krisenhaften Verunsicherung](https://www.revierpassagen.de/39615/kopf-ueber-welt-unter-ruhrfestspiele-2017-blicken-auf-den-menschen-in-seiner-krisenhaften-verunsicherung/20170117_2052) - Donald Trump ante portas, der harte Brexit in brutalem Anmarsch, außerdem Putin, Erdogan, Islamisten und Populisten auf der tagespolitischen Besetzungsliste. Es ist alles ganz schrecklich. Und wenn die Welt so schrecklich ist, kann das Theater nicht abseits stehen, wenngleich es immer schwerer fällt, die Krisenhaftigkeit der Welt mit den Mitteln der Bühne, moralischen Gewinn erstrebend, - [Wer will mal zum Film? RuhrTriennale und ARD suchen fast 1400 Komparsen im Revier](https://www.revierpassagen.de/36351/wer-will-mal-zum-film-ruhrtriennale-und-ard-suchen-fast-1400-komparsen-im-revier/20160527_1736) - Darüber nachgedacht, wie es wohl ist, wenn man in Paris, London oder New York lebt. Dann ist man sicherlich schon in mindestens 130 Filmen aufgetaucht, zumeist wohl unfreiwillig. Und wenn man nur ganz hinten zufällig durchs Bild gehuscht ist. Jaja, schon gut. In Berlin hätten sich im gleichen Zeitraum auch ca. 42 Gelegenheiten geboten. Wie - [Triennale-Nachlese: "Die stille Kraft" des Niederländers Louis Couperus in Essen](https://www.revierpassagen.de/32591/triennale-nachlese-die-stille-kraft-des-niederlaenders-louis-couperus-in-essen/20151009_1109) - Das Wasser, dieses unheimliche Wasser, diese kraftvolle, unausweichliche Urgewalt: Zu Beginn der Aufführung ist die Grenze zwischen Trocken und Nass exakt über die Bühne gezogen; genau an der Trennlinie spielt jemand Klavier. Doch wenn das geregelte Leben zerbricht, stürmt das Wasser die Bühne, tobt sich in einem Gewitter aus, lässt die Planken aus Tropenholz dampfen, - [Kommissar, Derrick und finstere Zeit: Herbert Reinecker vor 100 Jahren in Hagen geboren](https://www.revierpassagen.de/28514/kommissar-derrick-und-finstere-zeit-herbert-reinecker-vor-100-jahren-in-hagen-geboren/20141223_2245) - Jeder kennt ihn, wenn vielleicht auch nicht bewusst: Herbert Reinecker gehört zu den erfolgreichsten Drehbuchschreibern des deutschen Nachkriegsfernsehens. Er ist der Schöpfer von Figuren, die Fernsehgeschichte gemacht haben: „Der Kommissar“ und „Derrick“. Zwischen 1952 und 1958 schrieb er rund fünfzig Filmdrehbücher: Für „Canaris“ bekam er 1955 das Filmband in Gold. Aber Herbert Reinecker ist nicht - [Aus der hiesigen Hotline-Hölle: Unitymedia](https://www.revierpassagen.de/28326/aus-der-hiesigen-hotline-hoelle-unitymedia/20141213_1623) - Nach sechs Jahren ist unser TV-Receiver ins Wackelkoma gefallen. Schluss, aus, Elektroschott. Asocial freezing: Andauernd fror das Bild ein. Also resetten (vulgo: Stecker raus – Stecker rein), damit das Dingsbums zumindest für eine Weile bewegte Bilder flimmerte. Nach Dutzenden Versuchen, Kontakt aufzunehmen, meinte vor zwei Wochen unser „Was kann ich für Sie tun?“- Kundenberater, tja, - [Neuer Domorganist in Essen – der jüngste in Deutschland](https://www.revierpassagen.de/23257/neuer-domorganist-in-essen-der-jungste-in-deutschland/20140131_1525) - Sebastian Küchler-Blessing ist der jüngste Domorganist Deutschlands: Ab 1. Februar ist der 26jährige für die Orgelmusik an der Kathedralkirche des Ruhrbistums Essen verantwortlich. Der Preisträger mehrerer Orgelwettbewerbe ist Nachfolger von Jörg Schwab, der an das Münster in Freiburg wechselte. Küchler-Blessing spielt erstmals am Sonntag, 2. Februar, 10 Uhr, im Gottesdienst im Essener Dom. Der junge - [Ruhrgebiets-Flamenco: Rafael Cortés brilliert in der Lichtburg Essen](https://www.revierpassagen.de/22126/ruhrgebiets-flamenco-rafael-cortes-brilliert-in-der-lichtburg-essen/20131212_0027) - Dieses Konzert ist mehr als Tradition, es ist Kult: Alljährlich in der Vorweihnachtszeit kommt Rafael Cortés in die Lichtburg. Der Gitarrist, der sich nicht entscheiden will, wie weit er Spanier, oder Essener ist, bringt Freunde mit und spielt einen Abend in Essens größtem Kinosaal. Und der ist knallevoll: Im Foyer wehen die harten Konsonanten des - [Lebensweise Poesie: Maria João Pires beim Klavier-Festival Ruhr in Essen](https://www.revierpassagen.de/17559/maria-joao-pires-pires-beim-klavier-festival-ruhr-in-essen-lebensweise-poesie/20130509_1357) - Das passiert nun schon zum zweiten Mal beim erst ein paar Tage alten Klavier-Festival Ruhe 2013: Man hört ein Konzert für Klavier und Orchester, das nicht so ganz zu einem Entwurf zusammenwachsen will, und dann gibt der Solist eine Zugabe – und die Töne leuchten am Firmament der Musik wie die schönsten Sterne! Igor Levit - ["Nach mir die Sintflut" - Mitreißender erster Spieltag 2012/13 im Prinz-Regent-Theater](https://www.revierpassagen.de/12014/nach-mir-die-sintflut-mitreisender-erster-spieltag-201213-im-prinz-regent-theater/20120906_0201) - Theaterrezension in exakt 150 Wörtern - Teil Ach-was-weiß-denn-ich "Nach mir die Sintflut" - Prinz-Regent-Theater Bochum Premiere: 5.9.2012 Demokratische Republik Kongo? Bitte - muss das sein? Selbst im Theater? Der Name allein schon. "Zaire" hieß das. Bis '97. Seitdem: Krieg. Vergewaltigungen. Kindersoldaten. Malaria. Gold. Diamanten. Afrika halt. Kann man sich dran bereichern als Europäer. Aber - ["Acht Brücken": Köln blickt auf den musikalischen Tüftler John Cage](https://www.revierpassagen.de/7338/acht-brucken-koln-blickt-auf-den-musikalischen-tuftler-john-cage/20120205_1546) - Claude Debussy und Maurice Ravel, Philip Glass und John Cage: Es gibt 2012 einige Jubilare zu feiern, sei es deren runder Geburts- oder Todestag. Die vier Genannten haben zumindest gemeinsam, dass sie, jeder auf seine Art, nicht weniger als eine musikalische Revolution ausgelöst haben. John Cage ist unter diesen Komponisten vielleicht der Innovativste, Experimentierfreudigste gewesen. - [Der RVR und die koordinierte Kultur](https://www.revierpassagen.de/6167/der-rvr-und-die-koordinierte-kultur/20111205_2245) - Heute verscherze ich’s mir mal mit – nun? – dem Regionalverband Ruhr (RVR). Und zwar so: Der RVR-Presseservice (idr = Informationsdienst Ruhr) hat heute eine nichtssagend gravitätische Mitteilung versandt, die besagt, dass das „Erbe“ der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr (Ruhr 2010) nunmehr gesichert sei. Da möchte man doch auftamen. Dann freilich liest man, dass just der - [„Das Gurkerl" – eine ätzende Petitesse](https://www.revierpassagen.de/139087/das-gurkerl/20260523_2325) - Och nee! Für ein derart großzügig gedrucktes Buch von gerade mal 60 Seiten (inklusive Illustrationen) soll man 20 Euro berappen? Da ist der Inhalt ja fast schon zweitrangig. Na gut: Johanna Sebauer hat ein paar nette Einfälle gehabt und setzt sie einigermaßen launig um. Beim Ingeborg-Bachmann-Preis hat's für die Auszeichnungen des Publikums und von 3Sat - [„Alptraum für Deutschland": Volker Lösch inszeniert in Bonn einen Politthriller unter Verwendung des „Freischütz“](https://www.revierpassagen.de/139063/alptraum-fuer-deutschland-volker-loesch-inszeniert-in-bonn-einen-politthriller-unter-verwendung-des-freischuetz/20260507_1846) - Nein, Carl Maria von Webers „Freischütz“ ist das nicht, was in Bonn über die Bühne geht. Es ist, wie ein Untertitel fairerweise ankündigt, ein „Alptraum für Deutschland“, erarbeitet von Regisseur Volker Lösch und Textautor Lothar Kittstein unter Verwendung der Musik Webers. Der Alptraum ist „der aufhaltsame Aufstieg einer rechtsextremen Partei zur Macht“. Aber auch die - [Buddhistische Antwort auf das Leid: „Awakening“ von Param Vir an der Oper Bonn uraufgeführt](https://www.revierpassagen.de/139039/buddhistische-antwort-auf-das-leid-awakening-von-param-vir-an-der-oper-bonn-uraufgefuehrt/20260429_0839) - Anfang April drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran, eine ganze Zivilisation auszulöschen. Vier Wochen vorher brennt in der Oper Bonn bereits Kulturgut: In der Oper „Awakening“ von Param Vir hat ein Feind ein ungenanntes Land besetzt, überzieht es mit Hass und Streit. „Die Flammen, die ihr draußen seht, sind unsere brennenden Bücher, unsere Tempel auch, - [„Krimi um Timmy" – wie „Bild" den Überlebenskampf des Ostsee-Wals ausschlachtet](https://www.revierpassagen.de/138921/krimi-um-timmy-wie-bild-den-ueberlebenskampf-des-ostsee-wals-ausschlachtet/20260414_1319) - „Bild" glaubte ja schon immer, ein Gespür für die Seelenlage und die „Stimme des Volkes" zu haben, so auch jetzt beim selbst atemlos angestachelten Drama um den in der Ostsee gestrandeten Wal, den sie „Timmy" nennen. Inzwischen dauert die Sache vor der Insel Poel schon 22 Tage – und die Boulevard-Journaille lässt einfach nicht locker. - [Keine Nachrufe mehr – und warum nicht?](https://www.revierpassagen.de/138915/keine-nachrufe-mehr-und-warum/20260420_1414) - Jürgen Habermas. Alexander Kluge. Mario Adorf. Welche immensen Verluste waren in letzter Zeit fürs Kultur- und Geistesleben in diesem Land zu beklagen! Immerhin hatten alle drei ein langes und erfülltes Leben. Doch waren an dieser Stelle keine Nachrufe zu lesen. Warum nicht? Nun, ehedem, als man noch bei der Zeitung gearbeitet hat, versetzten einen solche - [Die Mechanikerin und das Räderwerk des Fluchs: „Elektra“ von Richard Strauss an der Rheinoper Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/138989/die-mechanikerin-und-das-raederwerk-des-fluchs-elektra-von-richard-strauss-an-der-rheinoper-duesseldorf/20260417_1846) - „Elektra“ hat für die Deutsche Oper am Rhein eine besondere Bedeutung: Dem abgründigen Werk galt die erste Premiere zur Eröffnung des neuen Opernhauses 1956. Die letzte Inszenierung 2012 stammte von Christof Nel. Nun hat sich der vor allem im Schauspiel bekannt gewordene Stephan Kimmig der Rachetragödie angenommen. Das Beil! Bei Zeus, hat sie doch das - [Meistens leise und lakonisch – Cartoons von Hauck & Bauer](https://www.revierpassagen.de/138885/meistens-leise-und-lakonisch-cartoons-von-hauck-bauer/20260411_1218) - Zweierteams im Comic- und Cartoon-Bereich sind ein spezielles Phänomen. Man fragt sich, wie genau beim Zusammenwirken eins ins andere greift, ob es nun z. B. um die Asterix-Erfinder Uderzo und Goscinny geht oder um die wechselnden Kooperationen und Gruppenarbeiten der unsterblichen „Neuen Frankfurter Schule" (Gernhardt, Waechter, Bernstein). Gegenwärtig bilden etwa Katz & Goldt oder Hauck - [Ein „offener Fall": Judith Hermanns schwierige Spurensuche nach dem SS-Großvater](https://www.revierpassagen.de/138855/ein-offener-fall-judith-hermanns-schwierige-spurensuche-nach-dem-ss-grossvater/20260408_1018) - Vom Großvater gibt es diese furchtbare, zugleich banale Fotografie, auf der er 1941 mannesstolz mit einem SS-Motorrad in Polen posiert. Was, so fragt sich die bestürzte Autorin, gibt so einer wie ihr Großvater an seine Nachkommenschaft weiter? Was hat er getan? Und was kann man eigentlich über ihn erfahren? Die Autorin ist Judith Hermann. Sie - [Faszination des meisterlichen Gesangs: Countertenor Franco Fagioli in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/138820/faszination-des-meisterlichen-gesangs-countertenor-franco-fagioli-in-der-philharmonie-essen/20260402_1227) - Kaum jemand kennt sie noch, aber in den zwei Jahrzehnten zwischen Mozarts Verlöschen und dem Aufgehen von Rossinis Stern bestimmten sie das Opernleben und versetzten halb Europa in Verzückung: Carlo Coccia, Giovanni Simone Mayr, Giuseppe Nicolini, Ferdinando Paër und Niccoló Zingarelli in Italien, Luigi Cherubini und Étienne-Nicolas Mehul in Paris, Joseph Weigl in Wien. Einer - [Wachwechsel: Zwei Leitfiguren der Revier-Kultur gehen in den Ruhestand](https://www.revierpassagen.de/138802/wachwechsel-zwei-leitfiguren-der-revier-kultur-gehen-in-den-ruhestand/20260331_1952) - Dieser Tage, also Ende März, sind gleich zwei gewichtige Kulturmenschen der Region in den Ruhestand gegangen: Dortmunds Kämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann (Jahrgang 1956) sowie der Direktor des Essener Ruhr Museums, Heinrich Theodor Grütter (Jahrgang 1957). Mit beiden endet eine Ära des Kulturlebens im Revier. Ihre Verdienste sind so umfangreich, dass eine Aufzählung in diesem - [„Das Gute": Michael Köhlmeiers Streifzüge durchs menschliche Dasein in 53 Kapiteln](https://www.revierpassagen.de/138782/das-gute-michael-koehlmeiers-streifzuege-durchs-menschliche-dasein-in-53-kapiteln/20260327_2010) - Der Titel klingt schlicht, ja beinahe unbedarft: „Das Gute". Beim Untertitel habe ich mich zunächst hartnäckig verlesen: „53 Zuneigungen" lautet er korrekt, mir erschien er als „53 Zueignungen". Hätte ja sein können, oder? Jedenfalls verbirgt sich hinter all dem ein ungemein vielfältiges Buch, das gewiss nicht nur vom „Guten" handelt. Michael Köhlmeier, Österreicher vom Jahrgang - [Öffnung neuer Horizonte: Musik von Frauen beim Essener Festival „her:voice“](https://www.revierpassagen.de/138763/oeffnung-neuer-horizonte-musik-von-frauen-beim-essener-festival-hervoice/20260324_0932) - Ein ganzes langes Wochenende Musik von Frauen: Das dürfte es in NRW bisher nie gegeben haben. Detmold, Dortmund und Essen stellten lang vergessene, verschollene und ignorierte Musik von Komponistinnen auf den Prüfstand – mit erstaunlichen Ergebnissen. Was da zwischen 1845 und heute an Oper, Sinfonik, Konzert und Kammermusik entstanden ist, verdient in jedem Fall Beachtung. - [Böse Posse aus dem Giftschrank der Geschichte: Elfriede Jelineks „Burgtheater" am Burgtheater](https://www.revierpassagen.de/137132/boese-posse-aus-dem-giftschrank-der-geschichte-elfriede-jelineks-burgtheater-am-burgtheater/20260319_1313) - „Wenn man's in Wien aufführt, wird’s sicher der größte Theaterskandal der Zweiten Republik“, prophezeite Elfriede Jelinek Anfang der 1980er Jahre. Sie schrieb an einer „bösen Posse mit Gesang“, einer Satire über die Nazi-Verstrickungen Österreichs und den bruchlosen Übergang vom Nationalsozialismus in die von Verdrängungen geprägte Demokratie der Nachkriegszeit. Am Beispiel der Schauspieldynastie Wessely-Hörbiger erzählt Jelinek - [Sinnliches Erlebnis eigener Art: Benjamin Perry Wenzelberg destilliert aus „Ulysses“ von Joyce eine Oper](https://www.revierpassagen.de/138708/sinnliches-erlebnis-eigener-art-benjamin-perry-wenzelberg-macht-aus-james-joyces-ulysses-eine-oper/20260316_1059) - Die Herausforderung, sich lesend in diesen Wortstrom zu stürzen, ist immens – und nicht jeder, der über Leopold und Molly Bloom, Stephen Dedalus und Buck Mulligan sowie das Dublin des 16. Juni 1904 spricht, dürfte sich durch das halbtausendseitige literarische Monstrum von James Joyce gekämpft haben. Umso gewagter, aus der singulären literarischen Erscheinung namens „Ulysses“ - [„Wie fühlst du dich?" – Axel Hacke stellt die Grundsatzfrage](https://www.revierpassagen.de/138679/wie-fuehlst-du-dich-axel-hacke-stellt-die-grundsatzfrage/20260307_1210) - Wie so viele Menschen, die einen Hang und immense Fähigkeit zur Komik haben (die neuere deutsche Skala reicht mindestens von Heinz Erhardt bis Torsten Sträter), so leidet auch Axel Hacke unter zeitweise heftigen Ängsten und Depressionen. Wie die Einzelnen und womöglich die Gesellschaft aus solchen Bedrängnissen herausfinden, versucht er in seinem neuen Buch aufzuarbeiten. Es - [Bildgewaltiges Spiel mit der Vorstellungskraft: „Imagine“ von Kay Voges und Alexander Kerlin am Schauspiel Köln](https://www.revierpassagen.de/138660/bildgewaltiges-spiel-mit-der-vorstellungskraft-imagine-von-kay-voges-und-alexander-kerlin-am-schauspiel-koeln/20260301_0143) - Die Welt ist zum Dorf geschrumpft: in der Mitte eine Kirche samt Vorplatz und Gartenzaun, drum herum drei Häuser, das war’s auch schon, puppenstubenhaft und öde. Live-Kameras kreisen auf Schienen durch diese Kulisse, die befremdlich künstlich aussieht. In Netflix-Ästhetik übertragen sie auf Leinwände, was sich in den Zimmern abspielt, erfassen aber auch die Hinterhöfe – - [Zurück in den Sumpf: Jean-Philippe Rameaus nachdenkliche Komödie „Platée“ am Theater Hagen](https://www.revierpassagen.de/138639/zurueck-in-den-sumpf-jean-philippe-rameaus-nachdenkliche-komoedie-platee-am-theater-hagen/20260226_1500) - Wer aus dem Sumpf kommt, kehrt in den Sumpf zurück. Und wer vom Olymp herabsteigt, erhebt sich nach einem amüsanten Kurzausflug in die Welt der Sterblichen wieder auf den Göttergipfel. In Jean-Philippe Rameaus „Platée“ sind die Verhältnisse klar. Wer Grenzen verletzt, wird verlacht. Das betrifft Menschen wie Götter. Auch ein merkwürdiges Zwischenwesen, die Sumpfnymphe Platée, - [Prächtig amüsiert: Cäcilia Wolkenburg würdigt mit „E Levve för Kölle“ Konrad Adenauer zum 150. Geburtstag](https://www.revierpassagen.de/138588/praechtig-amuesiert-caecilia-wolkenburg-wuerdigt-mit-e-levve-foer-koelle-konrad-adenauer-zum-150-geburtstag/20260206_1344) - Die fünfte Jahreszeit regiert und es ist wieder so weit für das „Zillche“. Die musikalische Komödie, die alljährlich von der „Bühnenspielgemeinschaft Cäcilia Wolkenburg“ im Kölner Männer-Gesang-Verein ausgerichtet wird, gehört zum Karneval dazu wie „Alaaf“ zu Kölle. In diesem Jahr dreht sich alles um Konrad Adenauer, der am 5. Januar 150 Jahre alt geworden wäre. Zu - [Kurze Abschweifung zum Phänomen der „Ohrwürmer"](https://www.revierpassagen.de/138264/kurze-abschweifung-zum-phaenomen-der-ohrwuermer/20251213_1817) - „I've got a worm in my brain /And it brings me to my knees /It comes on like a thought /But it stays just like a disease..." (The Weather Prophets: „Worm in my Brain") __________________________________ Das vorangestellte Motto führt zwanglos zum Thema hin. Die täglichen „Ohrwürmer", die einem so unversehens beikommen, nehmen keinerlei Rücksicht auf - [Wikinger-Oper mit Potenzial: Dirigent Wolfram-Maria Märtig zur Erstaufführung der „Fritjof-Saga“ am Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/138607/wikinger-oper-mit-potenzial-dirigent-wolfram-maria-maertig-zur-erstauffuehrung-der-fritjof-saga-am-aalto-theater-essen/20260207_1124) - Am Aalto-Theater in Essen wird am 7. Februar ein unbekanntes Werk zum ersten Mal szenisch aufgeführt: „Die Fritjof-Saga“ ist die einzige Oper der Schwedin Elfrida Andrée. Sie setzt die Reihe fort, die vergessene und vernachlässigte Werke aus der Feder von Frauen präsentiert. Der Text zu dieser Oper im frühmittelalterlichen Wikinger-Milieu stammt immerhin von der ersten - [Gegen die Idiotie der Teilung: „Berliner Sachen" von Uwe Johnson in einer ausführlich kommentierten Neuausgabe](https://www.revierpassagen.de/138530/gegen-die-idiotie-der-teilung-berliner-sachen-von-uwe-johnson-in-einer-ausfuehrlich-kommentierten-neuausgabe/20260204_1046) - Bevor im August 1961 SED-Chef Walter Ulbricht die Mauer bauen ließ, pendelten die Menschen jeden Tag mit der S-Bahn zum Arbeiten und Einkaufen zwischen Ost- und West-Berlin hin und her. Der Schriftsteller Uwe Johnson, der sich 1959 mit dem realen Sozialismus überworfen hatte, wagte einen Neuanfang im Westen und fuhr einfach mit der S-Bahn von - [In ärztlichen Wartezimmern: Wenn Bären „Gute Besserung" brummen](https://www.revierpassagen.de/138533/in-aerztlichen-wartezimmern-wenn-baeren-gute-besserung-brummen/20260129_1052) - Ich mag Themen, die gleichsam am Wegesrand liegen; nicht sofort sichtbar, aber doch bedeutsam. Zuletzt waren dies beispielsweise die „Ohrwürmer". Hier und jetzt geht es um Einrichtungs-Details von Arztpraxen bzw. deren Wartezimmern. Kleiner Schönheitsfehler, der die Absicht mindert: Ich möchte – aus nachvollziehbaren Gründen – möglichst nicht Dutzende von Praxen aufsuchen, um genügend Material zu - [Fein abgestuftes Kolorit: Frank Peter Zimmermann und die Essener Philharmoniker mit Frank Martin und Franz Schubert](https://www.revierpassagen.de/138512/fein-abgestuftes-kolorit-frank-peter-zimmermann-und-die-essener-philharmoniker-mit-frank-martin-und-franz-schubert/20260126_1435) - Die Musik von Frank Martin braucht einen Fürsprecher wie Frank Peter Zimmermann, denn der Schweizer Komponist hängt merkwürdig zwischen Zeiten und Stilen fest. Das ist exemplarisch an seinem Violinkonzert abzulesen, das in der Essener Philharmonie mit dem aus dem benachbarten Duisburg stammenden Geiger eine erstklassige und vom Publikum warmherzig applaudierte Aufführung erlebte. Martins breit gefächertes - [Witz, Tempo, Herz: Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ hat Premiere in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/138492/witz-tempo-herz-paul-abrahams-operette-maerchen-im-grand-hotel-hat-premiere-in-dortmund/20260123_1451) - „Mein Ziel ist es, dass an diesem Abend wirklich eine Energiewelle von der Bühne in den Zuschauerraum schwappt“, wünscht sich Regisseur und Choreograf Jörn-Felix Alt. Mit „Märchen im Grand-Hotel“ hat er in Dortmund den passenden Wellentreiber. „Märchen im Grand-Hotel“ gehört nicht zur populären Trias, mit der Abraham ab 1930 die Unterhaltungsszene im krisengeschüttelten Berlin aufmischt. - [Stichworte oder: Was man so mithört](https://www.revierpassagen.de/138457/stichworte-oder-was-man-so-mithoert/20260115_1637) - Manche Leute berichten von einem „Zuhörzwang", der sie beispielsweise befällt, wenn am Nebentisch des Restaurants oder Cafés halblaut gesprochen wird. Man will ja nicht indiskret sein, jedoch... Aber soll man etwa freiwillig zu einem anderen Tisch wechseln? Nö. Etwas anders verhält es sich mit zufällig aufgeschnappten Einzelworten jener, die einem auf Spazier- und sonstigen Gängen - [Die Hölle als Tingeltangel: Kafka-Drama „K" am Berliner Ensemble](https://www.revierpassagen.de/137984/die-hoelle-als-tingeltangel-kafka-drama-k-am-berliner-ensemble/20260110_1219) - „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Mit diesen berühmten Worten beginnt „Der Prozess“, einer der bedeutendsten und zugleich rätselhaftesten Romane der Weltliteratur. Die von Franz Kafka erfundene Welt anonymer Bedrohungen und das Schicksal eines zu Unrecht Verfolgten wurde zum Inbegriff für das - [Dortmund im Zwiespalt: Revier, Westfalen oder beides?](https://www.revierpassagen.de/138221/dortmund-im-zwiespalt-revier-westfalen-oder-beides/20260103_1856) - Tja, Westfalen. Gut und schön. Aber wohin wendet man sich heimatlich, wenn einen das Leben nach Dortmund verschlagen hat? Die Stadt nennt sich seit Jahrzehnten „Westfalenmetropole“ (und wetteifert dabei mit dem kleineren, aber doch wohl feineren Münster), reklamiert aber auch – mit nicht weniger Recht – für sich, die größte Gemeinde des Ruhrgebiets zu sein. - [Wie die Zukunft der Welt vergeigt wurde – Ian McEwans raffinierter Roman „Was wir wissen können"](https://www.revierpassagen.de/137978/wie-die-zukunft-der-welt-vergeigt-wurde-ian-mcewans-raffinierter-roman-was-wir-wissen-koennen/20251229_2215) - Er ist ein Gigant der Gegenwartsliteratur. Ob „Abbitte“ oder „Kindeswohl“: Seine Romane haben Bestseller-Garantie und werden erfolgreich verfilmt. Ian McEwan hat für seine politisch brisanten und ziemlich bizarren Bücher unzählige Preise bekommen. Nur einen noch nicht: den Literaturnobelpreis. In seinem Roman „Was wir wissen können“ entwirft er mit stilistischer Eleganz und lakonischer Ironie ein Bild - [Befreiung von unten: Ilaria Lanzino deutet an der Rheinoper Verdis „Nabucco“ als abgründiges politisches Drama](https://www.revierpassagen.de/138368/befreiung-von-unten-ilaria-lanzino-deutet-an-der-rheinoper-verdis-nabucco-als-abgruendiges-politisches-drama/20251223_1833) - „Nabucco“ ist eine von Verdis politischen Opern. Völker liegen miteinander im Streit, machtbewusste Führerfiguren treffen aufeinander. Die Liebesgeschichte rückt an den Rand, wird vor allem wegen ihrer gesellschaftlichen Konsequenzen bedeutsam. Religion wird politisch instrumentalisiert, Politik sakralisiert. Kein Wunder, dass diese Oper 1842 eine ungeheure Wirkung hatte. Auch ohne ihre spätere Rückprojektion ins „Risorgimento“ ist deutlich, - [Die Zeiten ändern sich: Neue Chefin im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte](https://www.revierpassagen.de/138312/die-zeiten-aendern-sich-neue-chefin-im-dortmunder-museum-fuer-kunst-und-kulturgeschichte/20251219_1858) - „Die Neue" trumpft nicht gleich auf, sondern spricht bedachtsam und eher leise. Doch man täusche sich nicht. Dr. Tanja Pirsig-Marshall (52) hat jede Menge Erfahrung im Museumswesen, sie ist auch international gut vernetzt. Einstimmig hat der Rat der Stadt Dortmund beschlossen, dass sie die Leitung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte (MKK - mitsamt einer - [Zwischen Ost und West: Hans Joachim Schädlich und die „Bruchstücke" seines Lebens](https://www.revierpassagen.de/137982/zwischen-ost-und-west-hans-joachim-schaedlich-und-die-bruchstuecke-seines-lebens/20251211_1340) - Er wurde zum Doktor der Philosophie promoviert und hatte eine Stelle als Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR ergattert. Hans Joachim Schädlich hätte Karriere machen können. Doch mit der Diktatur der Einheitspartei hatte er nichts am Hut. Dann fing er auch noch an, eigene Texte zu schreiben, in denen er ironisch und lakonisch - [Theaterereignis und Gesamtkunstwerk: Giuseppe Spota inszeniert in Gelsenkirchen Glucks „Orpheus und Eurydike“](https://www.revierpassagen.de/138227/theaterereignis-und-gesamtkunstwerk-giuseppe-spota-inszeniert-in-gelsenkirchen-glucks-orpheus-und-eurydike/20251208_2205) - Es geht um Abschied, Verlust, Tod, um die Magie der Musik und die alles überwindende Kraft der Liebe: Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“ galt nicht umsonst bereits zur Entstehungszeit 1762 als ideale Wiederbelebung des antiken Theaters. In Gelsenkirchen hat Choreograf Giuseppe Spota das Gesamtkunstwerk zu seinem Abschied als Direktor der Tanzcompagnie inszeniert. Für Gluck - [Ein paar Worte zum allerletzten Westfalenspiegel](https://www.revierpassagen.de/138204/ein-paar-worte-zum-allerletzten-westfalenspiegel/20251206_1530) - Da liegt er nun auf dem heimischen Tisch, der leider, leider allerletzte in Münster erscheinende, nein: erschienene WESTFALENSPIEGEL. Sehr betrüblich: Beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) meinte man, das stets liebevoll und professionell gemachte Magazin für (regionale) Kultur und Gesellschaft einstellen zu müssen. Das war wirklich keine gute Entscheidung. Wie sehr die 1951 gegründete Zeitschrift fehlen wird, - [Von Dichtung, Faschismus, Alltag, Jungsein und Schule – fünf neue Bücher über fast alles](https://www.revierpassagen.de/138146/von-dichtung-faschismus-alltag-jungsein-und-schule-fuenf-neue-buecher/20251205_1003) - Hier mal wieder ein paar bemerkenswerte Bücher – im Fünferpack, zum Selberlesen oder Verschenken. Naturgemäß nicht nur zur Weihnachtszeit. Er hat sie fast alle gekannt Unter den lebenden deutschsprachigen Verlags- und Büchermenschen dürfte es schwerlich noch so einen geben, der wohl alle wesentlichen Schriftsteller der Nachkriegszeit persönlich gekannt hat. Michael Krüger kann denn auch aus - [Ausgegrenzt in Wuppertal: Hanns-Josef Ortheils Kindheits-Roman „Schwebebahnen"](https://www.revierpassagen.de/137980/ausgegrenzt-in-wuppertal-hanns-josef-ortheils-kindheits-roman-schwebebahnen/20251203_2023) - Eigentlich wollte der 1951 in Köln geborene Hanns-Josef Ortheil Pianist werden. Doch massive Sehnenscheidenentzündungen zerstörten den Traum. Also schrieb er Romane, gründete in Hildesheim den Studiengang für „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ und gehört seit vielen Jahren zu den meistgelesenen deutschen Gegenwarts-Autoren. Sein neuer Roman, „Schwebebahnen“, kreist um imaginäres und reales Schweben: Die Familie zieht Ende - [Zauber des Zufalls: Christoph Biermanns erhellendes Fußballbuch „Die Tabelle lügt immer"](https://www.revierpassagen.de/138120/zauber-des-zufalls-christoph-biermanns-erhellendes-fussballbuch-die-tabelle-luegt-immer/20251128_1852) - Was hat Christoph Biermann, gewiss einer unserer besten Fußballexperten, da im Sinn: Will er diesen Sport vollends entmystifizieren? Sollen wir denn nicht mehr in den üblichen, im Sog der Medien und Netzwerke abschnurrenden Narrativen übers Kicken reden? Nun, jedenfalls hält Biermann hartnäckig dafür, das Leistungsniveau der Fußballteams von den Resultaten zu trennen und endlich die - [Der neue Faschismus und seine Zerstörungslust](https://www.revierpassagen.de/137976/der-neue-faschismus-und-seine-zerstoerungslust/20251121_1212) - Kevin Roberts, Vordenker der Agenda zum Umbau der US-Gesellschaft in einen autoritär-faschistischen Staat, hat kurz vor der Wahl von Donald Trump unmissverständlich formuliert, dass es nicht darum geht, die Institutionen der liberalen Demokratie zu reformieren, sondern sie zu zerstören: „Dekadent und wurzellos dienen diese Institutionen einzig als Zufluchtsort für unsere korrupte Elite. Damit Amerika wieder - [Dortmunder Jugendoper: Ein Zoo am Lager Buchenwald](https://www.revierpassagen.de/138054/dortmunder-jugendoper-ein-zoo-am-lager-buchenwald/20251114_2041) - In einem Zoo lebt ein Nashorn. In einer Winternacht stirbt es plötzlich. Was war geschehen? Vertrug das exotische Tier die Kälte nicht? Hatte es Heimweh? Das fragen sich ein Murmeltier und der kürzlich erst neu angekommene Bär. Oder hat das Nashorn „sein Horn zu tief in Angelegenheiten gesteckt, die es nichts angehen“, wie der Vater - [Berg & Klammern, Bus & Eile](https://www.revierpassagen.de/137996/berg-klammern-bus-eile/20251111_2020) - Bisher: Herr Scherl, Held unserer Erzählung, will seit Tagen eine nötige social-media-Pause machen, er kommt aber nicht dazu, weil immer was dazwischen kommt (für dieses »zu – zwi« müßt man (=ich) mal was erfinden. Nà, heut nicht mehr). Zu Anfang dieser Aufzeichnungen weilt er nach einem Arzt-(genauer: Ärztin-)besuch (nur was abholen, da muß man sich - [Was nach „Babylon Berlin" geschah: Volker Kutschers „Westend"](https://www.revierpassagen.de/137617/was-nach-babylon-berlin-geschah-volker-kutschers-westend/20251107_1958) - Berlin 1973. Die geteilte Stadt ist Hotspot des Kalten Krieges. Nirgendwo sonst auf der Welt vermischen sich ideologische und politische Gegensätze zu solch einer undurchdringlichen Melange aus Verschwörung und Intrige, Spionage und Illusion. Im Westteil der von hohen Mauern geteilten Stadt lebt ein ehemaliger Kriminalkommissar in einem Seniorenheim. Er ist jetzt 74 Jahre alt, ein - [Was wäre ich geworden, wenn…? – Uraufführung der Oper „Septembersonate“ von Manfred Trojahn in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/132349/was-waere-ich-geworden-wenn-urauffuehrung-der-oper-septembersonate-von-manfred-trojahn-in-duesseldorf/20231208_1210) - Spätestens, seit die Romantik die Welten hinter der Welt entdeckt hat, werden die Grenzen zwischen der positivistischen Realität in einer aufklärerisch-rationalen Perspektive und der Fiktion brüchig. Einer Fiktion, die sich als mächtiger Einfluss auf das offenbart, was gemeinhin als „real“ beschrieben wird. Einer Fiktion, die sich im Begriff manifestiert, jenem denkerischen Instrument, mit dem wir - [Mit Selbstbezügen durchwebt: Frank Castorf ehrt Molière mit einem ausschweifenden Abend am Schauspiel Köln](https://www.revierpassagen.de/124010/mit-selbstbezuegen-durchwebt-frank-castorf-ehrt-moliere-mit-einem-ausschweifenden-abend-am-schauspiel-koeln/20220125_2023) - Der schwere Mann hustet und droht sich zu übergeben. Heftig schüttelt ihn der Anfall. Die schwarzen langen Perückenhaare wirken verklebt, die Augen blutunterlaufen. Ganz dicht hält die Kamera auf das Gesicht, zeigt den Schmerz, die Spuren des Verfalls. Es tut weh, wenn sich das Würgen laut, rauh und quälend lange aus der Kehle presst. Frank - [Wachsamkeit dringlich gefragt – eine Diskussion zum „Tag der Pressefreiheit"](https://www.revierpassagen.de/113480/wachsamkeit-dringlich-gefragt-eine-diskussion-zum-tag-der-pressefreiheit/20210503_1526) - Der 3. Mai ist „Tag der Pressefreiheit". Da kann der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nicht untätig bleiben. Doch obwohl man eine einschlägige (nicht ganz halbstündige) Video-Diskussion heute gleich auf vier Online-Kanälen eingestellt hat, dürfte die Zuschauerzahl recht überschaubar und eher auf Teile der Berufsgruppe beschränkt bleiben. Leider bewegt das für die Demokratie zentrale Thema nicht gerade - [Warum Demos eigentlich Fake sind](https://www.revierpassagen.de/109250/warum-demos-eigentlich-fake-sind/20200803_2152) - Gastautor Jo Wüllner, Journalist und Medienentwickler aus der Revierstadt Herten (Homepage: wuellnermedien.de), mit knappen Anmerkungen zur Berliner Corona-Demo vom vergangenen Wochenende – und zu Demos generell: 20.000 haben am Wochenende in Berlin demonstriert. Tausende von Fotos auf Facebook, Dutzende von Artikeln. Empörung, Flüche, Verdammnis von „Aufgeklärteren" (?) über die Demonstranten allerorten. Also im Kern wenig - [Neuer Intendant für das Theater Hagen: Was treibt Francis Hüsers dazu, diesen Posten anzustreben?](https://www.revierpassagen.de/43189/neuer-intendant-fuer-das-theater-hagen-was-treibt-francis-huesers-dazu-diesen-posten-anzustreben/20170509_0526) - Gestern Abend war es am Rand eines Konzerts in Hagen zu erfahren: Der neue Intendant des Theaters steht fest. Francis Hüsers, bis 2015 Operndirektor und Stellvertretender Intendant der Staatsoper Hamburg, sei einstimmig gekürt worden, hieß es. Kurze Zeit später hatte auch die Westfalenpost eine Meldung auf ihrer Webseite. Die Entscheidung des Rats am 18. Mai - [Irrtum oder Plagiat? – Eine winterliche Spurensuche zwischen Goethe und Rosenkohl](https://www.revierpassagen.de/39418/irrtum-oder-plagiat-eine-winterliche-spurensuche-zwischen-goethe-und-rosenkohl/20170108_1535) - Wir beginnen womöglich mit einem Goethe-Zitat, welches von winterlichen Verhältnissen kündet: „Mir kommen diese Wintertage manchmal wie seltsam helle Nächte vor, in denen die Sonne zum Mond mutiert, in denen durcheinandergerät, was scheint und was beschienen wird. Vielleicht braucht es solche Tage, die wie Nächte sind, damit uns in einem erfrorenen Garten etwas wie Rosenkohl - [Heilige oder Rächerin: Elisabeth Stöpplers „Norma“ aus Gelsenkirchen nun in Mainz](https://www.revierpassagen.de/38060/heilige-oder-raecherin-elisabeth-stoepplers-norma-aus-gelsenkirchen-nun-in-mainz/20160928_0824) - Ein aussichtsloser Konflikt, von Anfang an. Noch ist alles in der Schwebe, zu Beginn der Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini. Der Status Quo ist prekär, aber gefestigt. Die zur Keuschheit verpflichtete Priesterin der Gallier kann seit Jahren ihre beiden Kinder verbergen. Und ihre Liebe zum Feind ebenso, denn der Vater ist kein anderer als der - [Vorzeige-Ruhri kann auch anders: Grönemeyer traut Journalisten nicht über den Weg](https://www.revierpassagen.de/33390/vorzeige-ruhri-kann-auch-anders-groenemeyer-traut-journalisten-nicht-ueber-den-weg/20151125_1708) - Vor Äonen hat der Rock- und Popsänger Herbert Grönemeyer mal eine Langspielplatte mit dem Titel „4630 Bochum“ herausgebracht. Doch halt! Wir wollen nicht gleich gar so polemisch sein, es war im August 1984. Noch nicht so lang her, wenn man’s mal erdgeschichtlich betrachtet... Seither gilt der Mann, der in grauer Vorzeit vorwiegend musikalisch am Bochumer - [Indonesien auf der Buchmesse: Ein kleiner Verlag präsentiert einen Roman über Bali](https://www.revierpassagen.de/32637/indonesien-auf-der-buchmesse-ein-kleiner-verlag-praesentiert-einen-roman-ueber-bali/20151015_2057) - Die edelsten Perlen finden sich tief unten im Meer. Die indonesischen Perlentaucher wissen das. Der deutsche Buchmarkt, dessen große Verlage derzeit auf der Frankfurter Buchmesse ihre Neuerscheinungen präsentieren, taucht nicht immer so tief. Dort grast man gerne die Oberfläche ab, wo wächst, was sich geschmeidig der Strömung anpasst. Und so kommt es, dass eine schüchterne - [Glanz einer anderen Welt: Puccinis „Tosca“ als ästhetisches Spektakel in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/26821/glanz-einer-anderen-welt-puccinis-tosca-als-aesthetisches-spektakel-in-wuppertal/20140914_1328) - Der Coup de Théâtre war überwältigend: Tosca entdeckt, perfide getäuscht, den erschossenen Cavaradossi, flieht vor den Schergen Scarpias, stellt sich im lichtgefluteten Ausgang dem Schuss Spolettas. Das Ende? Nicht in Stefano Podas spektakulärer Inszenierung des Puccini-Thrillers in Wuppertal. Die rote Robe der Sängerin wandelt sich hier in einen weißen, priesterlich anmutenden Mantel, Tosca schreitet ihren - [Die Liebe, ein sehnsüchtiger Wunsch: Das Hamburg Ballett unter John Neumeier in Essen](https://www.revierpassagen.de/17747/die-liebe-ein-sehnsuchtiger-wunsch-das-hamburg-ballett-unter-john-neumeier-in-der-philharmonie-essen/20130521_0124) - Das Licht verlischt, der Horizont glüht blassblau auf. Christoph Eschenbachs Charakterkopf und der Flügel zeichnen sich scharf konturiert vor dem Hintergrund ab – wie ein Scherenschnitt des 19. Jahrhunderts. Eine Tänzerin tritt an den Flügel, ihr Kostüm ist einfach; reines Weiß. Eschenbach beginnt zu spielen, leicht und verträumt. Schumanns „Kinderszenen“ eröffnen das Gastspiel des Hamburg - [Der verkannte Meister: Zum 150. Todestag von Giacomo Meyerbeer](https://www.revierpassagen.de/24575/der-verkannte-meister-zum-150-todestag-von-giacomo-meyerbeer/20140503_1339) - „Erhalte die fünf französischen Opern, die ich komponiert habe, auf dem Repertoire aller Theater der Welt während meines ganzen Lebens, und ein halbes Jahrhundert hindurch nach meinem Tode.“ Was sich der Komponist Giacomo Meyerbeer in seinem „Täglichen Gebeth“ vom „großen Gott“ gewünscht hatte, ist im Lauf der Geschichte in fataler Weise eingetroffen und wirkt bis - [Rätsel der Pyramide - Umstrittene Abi-Klausur in Mathe wird nicht wiederholt](https://www.revierpassagen.de/17278/an-den-ratseln-der-pyramide-gescheitert-die-umstrittene-abi-klausur-in-mathe-wird-nicht-wiederholt/20130424_1834) - Soeben kam es über den Ticker. Die umstrittene Klausur für den Grundkurs Mathematik der diesjährigen Abiturientia wird nicht wiederholt. NRW-Bildungsministerin Löhrmann sieht keinen Grund für eine Wiederholung oder ein Noten-Upgrade. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber wir hatten es nicht anders erwartet. Warum auch? Schon die gestrige Abwesenheit der Ministerin, als wütende Schüler vor ihrem - [Nur noch zwei Wochen Spielraum für Raucher](https://www.revierpassagen.de/17102/nur-noch-zwei-wochen-spielraum-fur-raucher/20130416_1220) - In zwei Wochen ist es so weit. Dann wird in Nordrhein-Westfalen eines der härtesten Nichtraucherschutzgesetze Deutschlands gelten. Nur unter freiem Himmel und in (streng definierten, zudem anmeldepflichtigen) geschlossenen Gesellschaften darf dann noch geraucht werden. Falls nicht doch noch ein Gerichtsentscheid Einhalt gebietet (wofür die Chancen freilich sehr schlecht stehen), wird es dann weder Ausnahmen für - [Abenteuer des Adrian Tuppek im Ruhrgebiet - ein Glücksfund aus der E-Book-Szene](https://www.revierpassagen.de/16006/die-abenteuer-des-adrian-tuppek-glucksfall-aus-der-e-book-szene/20130215_1054) - Kalt ist es in Dorsten, doch nicht nur deswegen schüttelt es den erfolglosen, aber ambitionierten Schriftsteller Adrian Tuppek. Special Agent Jankowiak vom Finanzamt Marl sitzt ihm im Nacken und überhaupt - der Nebenjob als Testdieb hilft auch nur sehr bedingt über die Runden. Da liest er eine Bemerkung eines Erfolgsautors über die kurze Ent­stehungszeit seines - [Hohepriesterin des Gesangs: Montserrat Caballé wird 80 Jahre alt](https://www.revierpassagen.de/17005/hohepriesterin-des-gesangs-montserrat-caballe-wird-80/20130412_0336) - Auf YouTube findet sich eine Aufnahme aus dem Teatro de la Zarzuela in Madrid aus dem Jahr 1978: Montserrat Caballé singt in einer staubigen, altbackenen Inszenierung „Norma“. Schepperndes Orchester, mäßige Tonqualität, die Sängerin mit einem plumpen Mistelzweig in der Hand und übertriebenen, auf Fernwirkung ausgelegten Augenbrauen. Und doch: Dieser Ausschnitt aus der großen Szene der - [„Aus" für die Rundschau-Redaktion: Dortmund und das Umland verlieren ein Traditionsblatt](https://www.revierpassagen.de/14995/aus-fur-die-rundschau-redaktion-dortmund-und-das-umland-verlieren-eine-traditionszeitung/20130115_1353) - Jetzt ist es offiziell, die Essener WAZ-Gruppe hat eine radikale Sparmaßnahme ergriffen: Die 580.000-Einwohner-Stadt Dortmund und ihr Umland verlieren mit der Westfälischen Rundschau (WR) eine einstmals stolze, traditionsreiche Zeitung. Rund 120 Redakteurinnen und Redakteure sind betroffen, außerdem zahllose freie Mitarbeiter. Auch wenn der Titel (als bloßes Etikett) erhalten bleibt, so kommen die Inhalte ab Februar - [Schuld und Sühne im Tessin - Dea Lohers Romandebüt "Bugatti taucht auf"](https://www.revierpassagen.de/8555/schuld-und-suhne-im-tessin-dea-lohers-romandebut-bugatti-taucht-auf/20120415_1423) - Es ist ein eher unbekannter Bugatti, der zu Beginn auf den Seiten dieses erstaunlichen Romans auftaucht: Rembrandt Bugatti, jüngerer Bruder des legendären Erfinders und Konstrukteurs Ettore. Dieser Rembrandt lebt zurückgezogen und unglücklich als Bildhauer. Aus seinen Tagebüchern aus den Jahren 1914/15 erfährt der Leser einiges über die stilprägende italienische Dynastie, aber auch aus dem tragischen, - [Was Georg Kreisler über Gelsenkirchen sang](https://www.revierpassagen.de/5793/was-georg-kreisler-uber-gelsenkirchen-sang/20111123_1529) - Der famose, unvergleichliche Liederdichter, Chansonnier, Schriftsteller, Vortragskünstler, Kabarettist etc. etc. Georg Kreisler ist mit 89 Jahren gestorben. Am liebsten würde man sich weigern, diese Tatsache zu akzeptieren. Immer und immerzu diese Zumutungen des Todes, in diesem Falle eine monströse Zumutung. Können die höheren Mächte denn nicht mal über andere Maßnahmen nachdenken? Wir wollen nicht sagen, - [„InformELLE" in Hagen – späte Gerechtigkeit für die Künstlerinnen](https://www.revierpassagen.de/137903/informelle-in-hagen-spaete-gerechtigkeit-fuer-die-kuenstlerinnen/20251030_1616) - Diese Ausstellung war überfällig, erst recht in Hagen: Mit der anregenden, stellenweise auch aufregenden Schau „InformELLE“ werden endlich die Künstlerinnen (daher das frankophone Wortspiel mit „ELLE“) des Informel als eigenständige Könnerinnen des Metiers gewürdigt. Das Informel als Zweig der Abstraktion kam in den 1950er Jahren auf. Die körperliche Energie beim gestisch ausagierten Schaffensprozess und die - [So einzigartig wie ein Fingerabdruck – Alina Bronskys Buch über das Essen](https://www.revierpassagen.de/137872/so-einzigartig-wie-ein-fingerabdruck-alina-bronskys-buch-ueber-das-essen/20251015_1239) - Vorlieben und Abneigungen beim Essen sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Fast immer gehen sie auf Geschmacks-Erlebnisse der Kindheit zurück. Mit solchen, stets persönlich beglaubigten Einsichten lockt einen die Schriftstellerin Alina Bronsky geschickt in ihr Buch übers Essen hinein. Auch nach dem Intro breitet sie ihren Erzählstoff sehr kurzweilig aus. Der kompakte Band fügt sich - [Bundestreffen in Dortmund: Was Tierärzte regulieren wollen](https://www.revierpassagen.de/137843/bundestreffen-in-dortmund-was-tieraerzte-regulieren-wollen/20251009_2010) - Quizfrage: Wie wird das Deutsche Tierärzteblatt in Fachkreisen liebevoll genannt? Nun, die Lösung lautet: „Grüner Heinrich". Wenn Gottfried Keller das geahnt hätte... Derlei – für die Allgemeinheit – unnützes Wissen nennt man heute wohl Fun Fact. Scherz beiseite. Warum mich eine Einladung zur Pressekonferenz (PK) der Bundestierärztekammer ereilt hat, weiß ich wirklich nicht. Noch nie - [Als man sich noch für „richtig links" halten wollte](https://www.revierpassagen.de/137786/als-man-sich-noch-fuer-richtig-links-halten-wollte/20251007_1745) - Kinners, heute erzählt Euch der Boomer-Opa ein klitzekleines bisschen von früher. Keine Angst, es werden nur ein paar Schlaglichter sein. Und nur die fernen Echos wahrer Klassenkämpfe. Wie denn damals im Revier überhaupt nur der Widerhall aus den wirklichen Metropolen zu vernehmen war. Als ich studiert habe, hatte man gefälligst „links" zu sein, was immer - [Groteske Sozialkritik im Asia-Restaurant: In Hagen startet eine neue Intendanz mit Peter Eötvös‘ „Der Goldene Drache“](https://www.revierpassagen.de/137789/groteske-sozialkritik-im-asia-restaurant-in-hagen-startet-eine-neue-intendanz-mit-peter-eoetvoes-der-goldene-drache/20250928_1938) - Abschied und Neubeginn: Mit dem ehrgeizigen Projekt einer Uraufführung hat Intendant Francis Hüsers in Hagen noch einmal für einen Höhepunkt gesorgt. Auch sein Nachfolger Søren Schuhmacher bekennt sich zum Musiktheater der Gegenwart. „American Mother“, die Oper der amerikanischen Komponistin Charlotte Bray, einfühlsam inszeniert von Travis Preston und vom Orchester unter dem ebenfalls scheidenden GMD Joseph - [Wie Isabel Allende die Vorgeschichte vom „Geisterhaus" erzählt](https://www.revierpassagen.de/137619/wie-isabel-allende-die-vorgeschichte-vom-geisterhaus-erzaehlt/20250924_2002) - Sie ist seit vielen Jahren ein Star der internationalen Literatur. Die Bücher von Isabel Allende, die 1982 mit „Das Geisterhaus“ ein fulminantes Debüt feierte, haben Bestseller-Garantie und sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. Ihr neuer Roman, „Mein Name ist Emilia del Valle“, erscheint bei uns in einer Startauflage von 100.000 Exemplaren. Erzählerin Emilia - [Garantie auf Gänsehaut: Das Gesangsoktett VOCES8 sprengte beim Düsseldorf Festival das Kartenangebot](https://www.revierpassagen.de/137733/garantie-auf-gaensehaut-das-gesangsoktett-voces8-sprengte-beim-duesseldorf-festival-das-kartenangebot/20250922_1347) - Die „Königin der hohen Töne“ tritt zurück: Andrea Haines, Sopranistin des weltberühmten Vokalensembles VOCES8, wird in diesen Tagen von der Texanerin Savannah Porter abgelöst. Haines wirkte beinahe am längsten an der nunmehr 20-jährigen Erfolgsgeschichte der Formation mit, übertroffen nur von Gründungsmitglied Barnaby Smith. Beim Düsseldorf Festival ergab sich jetzt die wohl letzte Gelegenheit in Deutschland, - [Eisiger Schauer für Barbarossas Knochen: Verdi und Rossini zur Saisoneröffnung in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/137726/eisiger-schauer-fuer-barbarossas-knochen-verdi-und-rossini-zur-saisoneroeffnung-in-der-philharmonie-essen/20250922_2156) - Erfreulich, dass Riccardo Chailly mit Orchester und Chor des Teatro alla Scala beim Saison-Eröffnungskonzert der Essener Philharmonie einmal nicht den Schlager aller Chorschlager mitgebracht hat. Statt „Va pensiero“ aus Giuseppe Verdis „Nabucco“ eröffnen sie ihr Konzert mit italienischer Opernmusik von Verdi und Rossini mit einer mitreißenderen Hymne als dem „Gefangenenchor“: „Viva Italia“, der Einleitungschor aus - [Auf der Suche nach einer geträumten Melodie: Marc L. Voglers „Klangstreich" in der Jungen Oper Dortmund](https://www.revierpassagen.de/137702/auf-der-suche-nach-einer-getraeumten-melodie-marc-l-voglers-klangstreich-in-der-jungen-oper-dortmund/20250920_1601) - Finn ist nur eine kleine Note, aber mit einem großen Traum. Im Reich der Wünsche und Imaginationen hat sie eine wunderschöne Melodie gehört, die sie nicht mehr loslässt. Davon erzählt „Klangstreich“, eine Oper für Menschen ab vier Jahren, geschaffen von einem 27 Jahre alten Komponisten, uraufgeführt während des Theaterfestes als Auftragswerk der Jungen Oper Dortmund. - [Kliffhänger mit einem Schuss Sakralkitsch: Ruhrtriennale zeigt die Performance „Falaise“](https://www.revierpassagen.de/137679/kliffhaenger-mit-einem-schuss-sakralkitsch-die-ruhrtriennale-zeigt-die-deutsche-erstauffuehrung-der-performance-falaise/20250913_2106) - Sie sind immer kurz vor dem Absturz. Krallen sich mit den Fingerkuppen fest, an Vorsprüngen in der senkrechten Wand. Kraxeln weiter, zwängen sich durch Löcher, die sie zuvor mit den Füßen durch Wände gestoßen haben. Denn auf dieser Bühne sind die Kulissen aus Gips. Was nach Felsen aussieht, bröckelt, bröselt, gerät als Geröll ins Rutschen. - [Bis die Kriegsgewalt bröckelt – Alexander Kluges Bilderatlas „Sand und Zeit"](https://www.revierpassagen.de/137647/bis-die-kriegsgewalt-broeckelt-alexander-kluges-bilderatlas-sand-und-zeit/20250913_1414) - Da haben wir also wieder ein Buch vom inzwischen 93-jährigen Polyhistor Alexander Kluge, der stets die entferntesten Dinge produktiv zusammen bringt und hellsichtig Funken aus seinen Blickwechseln schlägt. Diesmal beginnt die fruchtbringende Gedankenreise bei den akuten Verheerungen im Gazastreifen, wo vieles nicht einfach „nur" zerstört wurde, sondern schier zu Sandkörnern zerriebene Wüstenei geworden ist. Vielfach - [„Die Besessenheit" – Annie Ernaux' Selbsterforschung zur Eifersucht](https://www.revierpassagen.de/137622/die-besessenheit-annie-ernaux-selbsterforschung-zur-eifersucht/20250909_1844) - Die französische Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux sieht sich als „Ethnologin ihrer selbst“. Ihre Romane und Erzählungen kreisen immer um ihr eigenes Leben, berichten von schmerzlichen Kindheitserinnerungen, privaten Nöten, erotischen Obsessionen: eine oft quälende, aber immer ungemein aufschlussreiche Lektüre. Leider werden ihre Bücher zumeist mit großer Verspätung ins Deutsche übersetzt: „Die Besessenheit“ (Originaltitel „L'occupation") ist bereits 2002 - [Hinüber ins Ungewisse – Mariette Navarros Roman „Am Grund des Himmels"](https://www.revierpassagen.de/137582/hinueber-ins-ungewisse-mariette-navarros-roman-am-grund-des-himmels/20250906_1323) - Zu (beinahe) 100 Prozent und viele Jahre lang hat die Erzählerin „funktioniert", in der gläsernen Karrierewelt der globalen Hochhäuser, hier wahrscheinlich in einem ziemlich degenerierten Viertel von Paris. Nun aber will sie ein für allemal ausbrechen aus diesem sterilen Irrsinn mit seinen Mechanismen des kläglichen Dazugehörens. Durch eine Dachluke begibt sich Claire eins Abends – - [Köstlich ohne Wenn und Aber – Gesammelte Kolumnen von Max Goldt](https://www.revierpassagen.de/137554/koestlich-ohne-wenn-und-aber-gesammelte-kolumnen-von-max-goldt/20250902_1917) - Gar manches in Max Goldts neuem Buch „ABER?" kommt einem, sofern man seine Schöpfungen öfter goutiert, womöglich bekannt vor – sei's aus Hörbüchern (Live- und Studio-Mitschnitte) oder aus den irrwitzigen Cartoons und Comics, die das Duo Katz & Goldt reihenweise hervorbringt. Hier kann man es in anderer Form nachschmecken. Und es bleibt köstlich. Hohe Auszeichnung - [Kreisende Lichtgewitter: Die Uraufführung von „Oracle“ bei der Ruhrtriennale erweist sich als prozessverliebtes Spektakel](https://www.revierpassagen.de/137532/kreisende-lichtgewitter-die-urauffuehrung-von-oracle-bei-der-ruhrtriennale-erweist-sich-als-prozessverliebtes-spektakel/20250829_1511) - Vielleicht ist es eine Folge omnipräsenten Konsums: Bei einer aufwendigen, bombastischen Verpackung stört es viele Menschen nicht mehr, wenn der Inhalt nicht einmal die Hälfte des Volumens füllt. Als solch vorgebliche Wundertüte entpuppt sich die Uraufführung der Multimediashow „Oracle“ bei der Ruhrtriennale, mit der Regisseur Łukasz Twarkowski seine Wissenschafts-Trilogie fortsetzt. In der Kraftzentrale im Landschaftspark - [Bildhauer Tony Cragg stattet erstmals eine Oper aus: „Castor et Pollux" von Jean-Philippe Rameau am Staatstheater Meiningen](https://www.revierpassagen.de/136071/bildhauer-tony-cragg-stattet-erstmals-eine-oper-aus-castor-et-pollux-von-jean-philippe-rameau-am-staatstheater-meiningen/20250201_1158) - Tony Cragg stattet erstmals eine klassische Oper aus. Das Staatstheater im thüringischen Meiningen hat für 21. Februar 2025 Jean-Philippe Rameaus „Castor et Pollux“ in einer Bühne des in Wuppertal lebenden Bildhauers angekündigt. Die Inszenierung übernimmt Adriana Altaras; der Intendant des traditionsreichen Hauses, Jens Neundorff von Enzberg, hat die Spielfassung der Oper Rameaus erstellt. Co-Bühnenbildnerin ist - [Aufklärung, das unvollendete Projekt – opulente Ausstellung in Berlin](https://www.revierpassagen.de/135557/aufklaerung-das-unvollendete-projekt-opulente-ausstellung-in-berlin/20241219_1150) - In einem der wirkungsmächtigsten Dokumente der demokratischen Staatsphilosophie, formuliert im Jahr 1776, wird festgestellt, „daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte - [Neuer Verlag in Dortmund: Romanische Literaturen im Blick](https://www.revierpassagen.de/135321/neuer-verlag-in-dortmund-romanische-literaturen-im-blick/20241120_1229) - Wer hätte das gedacht? In Dortmund, das nicht nur keine Kinostadt mehr, sondern (seit dem Hinschwinden so grundverschiedener Häuser wie Harenberg oder Grafit) auch keine Verlagsstadt mehr ist, gründet sich tatsächlich ein neuer Buchverlag. Lasst Vorurteile sprechen: Der Neuling wird doch sicherlich ein halbgares Programm pflegen, vermutlich mit wohlfeiler Ruhri-Anmutung und Touri- oder Fußball-Schwerpunkt? Nichts - [Seelenfenster geöffnet: Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Krefeld-Mönchengladbach](https://www.revierpassagen.de/134826/seelenfenster-geoeffnet-tschaikowskys-eugen-onegin-in-krefeld-moenchengladbach/20241002_2338) - „Eugen Onegin“ hat in diesem Jahr Konjunktur in Nordrhein-Westfalen. Bonn, Düsseldorf und Krefeld-Mönchengladbach zeigten Peter Tschaikowskys Meisterwerk. In Mönchengladbach wird die Inszenierung nun wieder aufgenommen. Am 25. Februar dieses Jahres näherte sich Michael Thalheimer in Düsseldorf den „Lyrischen Szenen“ in einem harten hölzernen Verschlag von Henrik Ahr mit strengem, unbestechlich beobachtendem Minimalismus, gestützt von der - [Ein Grundklang für Generationen: Bochums Jugendsinfonieorchester feiert sein 50-jähriges Bestehen](https://www.revierpassagen.de/133905/ein-grundklang-fuer-generationen-bochums-jugendsinfonieorchester-feiert-sein-50-jaehriges-bestehen/20240610_2331) - Lassen wir die Festtags-Floskeln. Verzichten wir einfach mal auf die Rede von der talentierten Jugend, auf das Lob der Nachwuchsförderung, auf das Wortgeklingel von der kulturellen Bildung und vom städtischen Musikleben. Erst hinter solchen Phrasen zeigt sich, weshalb das nunmehr 50 Jahre alte Jugendsinfonieorchester der Stadt Bochum die Kinder so vieler Familien geprägt hat – - [Kolonialzeit – Auch Westfalen war vielfach verstrickt](https://www.revierpassagen.de/133997/kolonialzeit-auch-westfalen-war-vielfach-verstrickt/20240906_2044) - Manche Zeitgenossen mögen gleich abwinken: Was soll denn Westfalen mit Kolonialismus zu tun haben? Berlin oder Hamburg, ja. Aber „wir“? Nun, beim genaueren Hinschauen zeigt sich: eine ganze Menge, bis hinein in lokale Verästelungen – und bis in rassistische Abgründe, die immer noch nachwirken. Den vielfältigen Beweis tritt eine Ausstellung im Dortmunder LWL-Industriemuseum Zeche Zollern - [Wer hat die Nase vorn? „Parsifal" in Düsseldorf und Hannover](https://www.revierpassagen.de/131550/wer-hat-die-nase-vorn-parsifal-in-duesseldorf-und-hannover/20230930_1310) - In Düsseldorf steht er mit leeren Händen im gleißenden Licht, der neue Gralskönig Parsifal. In Hannover bleibt von den Wirrnissen der Ritter- und der Klingsor-Welt ein Kind übrig. Erlösung wird der Welt in beiden Inszenierungen nicht zuteil. Die Sicht auf Richard Wagners „Bühnenweihfestspiel“ ist pessimistisch, bei allen Unterschieden. Und die sind markant, in der szenischen - [Abschluss einer Ära: Hermann Max nimmt Abschied vom Festival Alte Musik in Knechtsteden](https://www.revierpassagen.de/131376/abschluss-einer-aera-hermann-max-nimmt-abschied-vom-festival-alte-musik-in-knechtsteden/20230924_1446) - Das mit den Kränzen, die den Mimen von der Nachwelt nicht geflochten werden, galt lange auch für ausübende Musiker. Erst Platten, Bänder und Speicher halten fest, was sonst ein flüchtiges Opfer der unaufhaltsam verrinnenden Zeit gewesen ist. Hermann Max, der mittlerweile 82jährige Doyen der historischen Aufführungspraxis, hat mit vielen Rundfunk- und über 60 CD-Aufnahmen die - [Mehr als Charme und Jugend: Lucas und Arthur Jussen zeigen in Essen unterschiedliche Zugänge zu Mozart](https://www.revierpassagen.de/124602/mehr-als-charme-und-jugend-lucas-und-arthur-jussen-zeigen-in-essen-unterschiedliche-zugaenge-zu-mozart/20220228_1054) - Zwei Menschen, ein Herz und eine Seele, setzen sich an einen oder zwei Flügel und spielen, als seien sie eins. Wie durch eine geheimnisvolle Aura verbunden, gelingt ihnen vollkommene Synchronie. Alles klingt wie von einem einzigen Geist gelenkt. In der Tat sind solche Klavier-Duos ein Phänomen, das schon zu Zeiten faszinierte, als Nannerl und Wolferl - [Feinsinn und verhaltene Erotik: Ein Garten der Liebe im Globe-Theater Neuss](https://www.revierpassagen.de/127179/feinsinn-und-verhaltene-erotik-ein-garten-der-liebe-im-globe-theater-neuss/20220901_1122) - Shakespeare hätte das wohl gefallen: Im rheinischen Neuss steht das „Globe“ am Rand der Galopprennbahn, eingekeilt von Bauzäunen, Parkplätzen, Funktionsgebäuden und einer schwer definierbaren Außengastronomie. Mitten unter dem Volk sozusagen, ein unauffälliger Holzbau, dem berühmten Londoner Theaterbau nachempfunden. Innen schrauben sich 500 Plätze, nicht von englischer Eiche, sondern von feuersicherem Stahl getragen, in engen Kreisen - [Erfolg mit Klimper-Kulleraugen: 50 Jahre „Sendung mit der Maus“](https://www.revierpassagen.de/112506/erfolg-mit-klimper-kulleraugen-50-jahre-sendung-mit-der-maus/20210304_1820) - Immer wenn die orange-braune Maus mit den Augenlidern klimpert und der kleine blaue Elefant trötet, wissen Jung und Alt: Jetzt gibt es Lustiges und Lehrreiches aus der bunten Vielfalt der Welt – „Lach- und Sachgeschichten“ eben. Unter diesem Titel startete am 7. März 1971 eine neue Sendereihe für Kinder, produziert vom WDR in Zusammenarbeit mit - [Festival Alte Musik im rheinischen Knechtsteden: Beethoven im Licht seiner Lehrer und Zeitgenossen](https://www.revierpassagen.de/110394/festival-alte-musik-im-rheinischen-knechtsteden-beethoven-im-licht-seiner-lehrer-und-zeitgenossen/20201009_2106) - Offenbar kommt selbst ein Festival für Alte Musik in diesem Jahr nicht an Beethoven vorbei. Im rheinischen Knechtsteden organisiert Festivalleiter Hermann Max einen Beethoven-Abend, dessen Programmheft den pathossatten Titel „Nacht und Stürme werden Licht“ trägt. Wer jedoch in der ehrwürdigen romanischen Basilika der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden auf dem Gebiet der Gemeinde Dormagen einen der üblichen - [Dortmunder Schriftsteller Wolfgang Körner gestorben](https://www.revierpassagen.de/94917/dortmunder-schriftsteller-wolfgang-koerner-gestorben/20190508_0958) - Der Schriftsteller Wolfgang Körner ist mit 81 Jahren in Dortmund gestorben, und zwar bereits am 25. April. Durch bloßen Zufall habe ich diese traurige Nachricht gestern im Facebook-Auftritt des Dortmunder Literaturhauses entdeckt, das wiederum auf einen kurzen Nachruf im Magazin „Buchmarkt" verwies. Heute kam eine Pressemeldung der Stadt heraus, die zusätzlich darauf abhob, dass das - [Die Macht der Musik: Ivor Bolton beginnt seine Residenz in der Philharmonie Essen mit Vokalwerken Georg Friedrich Händels](https://www.revierpassagen.de/102916/die-macht-der-musik-ivor-bolton-beginnt-seine-residenz-in-der-philharmonie-essen-mit-vokalwerken-georg-friedrich-haendels/20191108_0753) - Ivor Bolton hat sich schon in den Achtzigern einen Namen gemacht, als er an der Bayerischen Staatsoper München zeitgeistig luxuriöse Händel-Opernproduktionen dirigierte. Seither hat er die polierte Oberfläche verlassen und ist in die Tiefe vorgedrungen. Davon zeugte zuletzt eine vorzügliche „Agrippina“ bei den Münchner Opernfestspielen 2019 in der Regie von Barrie Kosky. Was liegt für - [Ein Fenstersturz mit unabsehbaren Folgen: Vor 400 Jahren begann in Prag der Dreißigjährige Krieg](https://www.revierpassagen.de/50513/ein-fenstersturz-mit-unabsehbaren-folgen-vor-400-jahren-begann-in-prag-der-dreissigjaehrige-krieg/20180522_2321) - Die Szene wirkt wie aus einem schlechten Film: Am Morgen des 23. Mai 1618 dringt ein Trupp radikaler Protestanten unter Führung des Grafen Heinrich Matthias von Thurn auf der Prager Burg in den Tagungsraum der vom Kaiser und König von Böhmen ernannten Bevollmächtigten - der sogenannten Regenten - ein. Dort kommt es zu einer handgreiflichen - [„Kunst & Kohle" in den Ruhrkunstmuseen: Das bequeme Konzept der kleinen Portionen](https://www.revierpassagen.de/51918/kunst-kohle-in-den-ruhrkunstmuseen-das-bequeme-konzept-der-kleinen-portionen/20180802_1943) - Die Ausstellungen zum Ende der Steinkohle-Ära („Kunst & Kohle" sowie „Das Zeitalter der Kohle") sind in den Revierpassagen Ende April und Anfang Mai ausführlich besprochen worden. Nun meldet Rolf Pfeiffer Kritik am Gesamtkonzept von „Kunst & Kohle" an: Da nun gottlob die letzte deutsche Steinkohlezeche ihre Förderung einstellen wird, mußte ein Kunstprojekt her, begleitend sozusagen. - [Manchmal liegt die Fachwelt krass daneben: Herner Museum zeigt „Irrtümer und Fälschungen der Archäologie"](https://www.revierpassagen.de/49387/manchmal-liegt-die-fachwelt-krass-daneben-herner-museum-zeigt-irrtuemer-und-faelschungen-der-archaeologie/20180406_1022) - Ein Ausstellungstitel im Klartext-Modus: „Irrtümer und Fälschungen der Archäologie" nimmt in Herne selbstkritisch die eigene Zunft aufs Korn. Schauplatz ist das LWL-Museum* für Archäologie, das den detektivischen Spürsinn des Publikums weckt. „Fakt oder Fake?", das ist auch hier die Frage. Klingt irgendwie ziemlich aktuell. Zu Beginn richten sich phantasievolle Blicke in die Zukunft. Bereits 1979 - [Durchs "Schwarze Gold" wurde Europa hell und bunt: Schau auf Zeche Zollverein zelebriert das Kohle-Zeitalter](https://www.revierpassagen.de/49852/durchs-schwarze-gold-wurde-europa-hell-und-bunt-schau-auf-zeche-zollverein-zelebriert-das-kohle-zeitalter/20180427_1512) - Im Dezember ist Schicht im Schacht, dann wird mit Schließung der Bottroper Zeche Prosper-Haniel das Steinkohle-Zeitalter im Ruhrgebiet und damit in ganz Deutschland enden. Da sollte man sich noch einmal bewusst machen, was die Kohle eigentlich bedeutet hat. Jetzt gibt es Gelegenheit. Und wie! Eine geradezu ausufernde Ausstellung in Essen schickt sich an, uns die - [Hat Literaturförderung eine Zukunft? Oder: Ein Interview als Selbstversuch](https://www.revierpassagen.de/48802/hat-literaturfoerderung-eine-zukunft-oder-ein-interview-als-selbstversuch/20180227_0905) - Zum 1. April 2018 habe ich im Literaturbüro Ruhr e.V. als wissenschaftlicher Leiter gekündigt. Kein Wunder, dass ich des Öfteren gefragt werde, ob ich zum vorzeitigen Abgang ein Interview gäbe. Angeregt durch die Sammlung "Unmögliche Interviews" des Wagenbach Verlags und David Foster Wallaces "Kurze Interviews mit fiesen Männern" habe ich mich heute endlich dazu entschlossen, - [Musizierfreudiger Dialog statt Duell der Diven: Cecilia Bartoli und Sol Gabetta in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/47017/musizierfreudiger-dialog-statt-duell-der-diven-cecilia-bartoli-und-sol-gabetta-in-der-philharmonie-essen/20171129_1806) - Welch wohltuend stiller Auftritt! Das Licht auf der Bühne verlischt, sobald der Schlussakkord der Ouvertüre verklingt. Im Dunkeln tritt von rechts eine schlanke Frauengestalt auf. Sol Gabetta, die wohl bekannteste Cellistin unserer Tage, setzt sich mit ihrem Instrument bescheiden auf eines der Bühnenpodeste, als sei sie eine Randfigur. Als bräuchte sie den Solistenplatz nicht, der - [Natur und Kunst, Schönheit und Grauen: Vor 150 Jahren starb der Biedermeier-Schriftsteller Adalbert Stifter](https://www.revierpassagen.de/48314/natur-und-kunst-schoenheit-und-grauen-vor-150-jahren-starb-der-biedermeier-schriftsteller-adalbert-stifter/20180127_1319) - Kann man ihn überhaupt noch lesen, diesen Biedermeier-Schriftsteller? Ist seine Sittlichkeit nicht längst altmodisch? Sind diese langatmigen Schilderungen von Landschaften und Naturidyllen nicht jedem modernen Gefühl zuwider? Fehlt ihm nicht, was schon Joseph von Eichendorff vermisste, der über ihn sagte, er habe „nicht eine Spur von moderner Zerrissenheit“? Adalbert Stifter, vor 150 Jahren (am 28. - [Mit seligem Schwung zum Beifall: Die Essener Philharmoniker eröffnen unter Tomáš Netopil die Serie ihrer Sinfoniekonzerte](https://www.revierpassagen.de/45740/mit-seligem-schwung-zum-beifall-die-essener-philharmoniker-eroeffnen-unter-tomas-netopil-die-serie-ihrer-sinfoniekonzerte/20170912_1654) - Kaum jemand kennt sie mehr, die alten Studentenlieder. Nur „Gaudeamus igitur“ dürfte noch vertraut sein: Wie einen Hymnus auf die alte Burschenherrlichkeit setzt Johannes Brahms die Melodie an den Schluss seiner „Akademischen Festouvertüre“. Mit einem Humor, wie er dem Meister der „deutschen Tonkunst strengeren Stils“ angemessen ist, gibt Brahms der Universität Breslau die Ehre. Sie - [Händels Heldinnen: Die Mezzosopranistin Magdalena Kožená und das Venice Baroque Orchestra in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/46531/haendels-heldinnen-die-mezzosopranistin-magdalena-kozena-und-das-venice-baroque-orchestra-in-der-philharmonie-essen/20171103_2256) - Die Gemeinde ist versammelt. Parkett und erster Rang der Philharmonie Essen sind gut gefüllt mit den Liebhabern der Barockmusik, die gekommen sind, um in der Reihe „Alte Musik bei Kerzenschein“ Arien von Georg Friedrich Händel zu hören. Gehustet wird wenig. Im gedämpften Licht regiert feierliche Andacht. Wie viele Zuhörer mögen während des eröffnenden Orchesterstücks heimlich - [Mubi, alleskino und realeyz: Drei Kino-Streamingdienste mit cineastischem Ehrgeiz](https://www.revierpassagen.de/45169/mubi-alleskino-und-realeyz-drei-kino-streamingdienste-mit-cineastischem-ehrgeiz/20170803_1100) - Seit einigen Wochen schaue ich gelegentlich bei MUBI rein. Das ist ein Kino-Streamingdienst, der deutlich abseits vom Mainstream operiert und vorwiegend Independent-Filme vorhält; zum Teil auch Besonderheiten, die es selbst in manchen Programmkinos schwer hätten. Bevor hier jemand "Schleichwerbung" grummelt, sei die ebenfalls achtbare direkte Konkurrenz genannt. Bei www.alleskino.de erhält man einen Überblick zum ambitionierten - [Gesang macht glücklich: Umjubeltes Konzert mit Diana Damrau und Arien von Meyerbeer in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/43978/gesang-macht-gluecklich-umjubeltes-konzert-mit-diana-damrau-und-arien-von-meyerbeer-in-der-philharmonie-essen/20170609_2054) - Es gab ein bisschen Hin und Her vor dem Konzert mit Diana Damrau in der Essener Philharmonie. Zuerst verkündete ein Einleger im Programm, dass Bassbariton Nicolas Testé krank sei und listete eine geänderte Folge von Arien, Ouvertüren und Intermezzi auf. Dann trat Intendant Hein Mulders vor die vollen Reihen des Saals und teilte mit, Testé - [Programmlinien langfristig verfolgen: Pläne von Philharmonie und Aalto-Theater Essen in der nächsten Spielzeit](https://www.revierpassagen.de/43342/programmlinien-langfristig-verfolgen-plaene-von-philharmonie-und-aalto-theater-essen-in-der-naechsten-spielzeit/20170517_1006) - Ein Afrika-Festival, die Erstaufführung eines neuen Violinkonzerts von Anthony Turnage durch den Artist in Residence Daniel Hope, ein Porträt des Komponisten Jörg Widmann, der 100. Geburtstag von Leonard Bernstein, Heinrich Marschners romantische Oper „Hans Heiling“ und Giuseppe Verdis beliebter „Troubadour“ mit drei Gästen: Die Theater und Philharmonie Essen – kurz TuP genannt – will auch - [Blumiges im Übermaß: Die New Yorker Philharmoniker spielen Werke von Béla Bartók und Gustav Mahler in Essen](https://www.revierpassagen.de/41732/blumiges-im-uebermass-die-new-yorker-philharmoniker-spielen-werke-von-bela-bartok-und-gustav-mahler-in-essen/20170328_1514) - Die Qual der Wahl ist zuweilen nicht gering für Musikfreunde im Revier. Zu berichten ist von einem Sonntag, an dem die Wiener Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund gastierten, während das New York Philharmonic Orchestra in Essen spielte. Zugleich brachte das Theater Dortmund eine Neu-Inszenierung von Giuseppe Verdis „Otello“ heraus. Und das Essener Aalto-Theater zeigte Richard Wagners - [Dem „göttlichen Claudio“ zum 450. Geburtstag: Monteverdi bringt in seinen Opern die Seele zum Singen](https://www.revierpassagen.de/43288/dem-goettlichen-claudio-zum-450-geburtstag-monteverdi-bringt-in-seinen-opern-die-seele-zum-singen/20170515_1230) - Über seine Heimat Oberitalien ist Claudio Monteverdi nie hinausgekommen. Aber seine Wirkung als Erneuerer in der Zeit eines gewaltigen Umbruchs war in der gesamten Welt der Musik zu spüren. Vor 450 Jahren in dem damals minder bedeutenden Städtchen Cremona geboren, hat Monteverdi in der Entwicklung der Musik eine Rolle gespielt, die höchstens noch mit Namen - [Fabelhaftes Einverständnis: Der Oboist Albrecht Mayer und das Schumann Quartett in Essen](https://www.revierpassagen.de/38477/fabelhaftes-einverstaendnis-der-oboist-albrecht-mayer-und-das-schumann-quartett-in-essen/20161028_0915) - „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“, kündigt Albrecht Mayer die erste Zugabe an und weckt eine gewisse Heiterkeit im Saal der Philharmonie Essen. Die Sinfonia zu dieser Kantate Johann Sebastian Bachs passt für den Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker: Sie stammt wohl aus einem früheren Oboenkonzert Bachs. Bei der zweiten Zugabe war der Fuß gleich - [Warum ich Premieren so liebe...](https://www.revierpassagen.de/39807/warum-ich-premieren-so-liebe/20170124_2145) - „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ – deswegen gehören Premieren in Oper oder Schauspiel zu den aufregendsten Vorstellungen. Im Gegensatz zum Repertoire-Abend ist die Atmosphäre einfach unvergleichlich: Es liegt so eine Spannung in der Luft, ein „Wie wird es heute bloß werden?“ oder, von Künstlerseite, ein „Werde ich auch gut (genug) sein? Lampenfieber hinter der - [Erfrischend neu: Philippe Herreweghe eröffnet Beethoven-Zyklus in der Essener Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/33708/erfrischend-neu-philippe-herreweghe-eroeffnet-beethoven-zyklus-in-der-essener-philharmonie/20151210_1028) - Ein Beethoven-Zyklus. Wieder einer. Muss man das haben? Nein. Heerscharen von Dirigenten haben sich an Beethoven abgearbeitet, mehr als ein Dutzend Zyklen sind auf dem Tonträgermarkt verfügbar. Kaum ein Orchester kommt in seiner Spielzeit ohne Beethoven aus. Lesarten von Furtwängler bis Harnoncourt erschließen jeden denkbaren Zugang zur musikalischen Welt dieses Titanen – der diesen mythischen - [Siegfried Wagners Märchen-Oper „An allem ist Hütchen schuld“ kommt ins Audimax Bochum](https://www.revierpassagen.de/32657/siegfried-wagners-maerchen-oper-an-allem-ist-huetchen-schuld-kommt-ins-audimax-bochum/20151016_2053) - Wer kennt sie nicht, die Charaktere aus den Märchen der Gebrüder Grimm? Den Frieder und das Katherlieschen, das singende springende Löweneckerchen, das Tischlein-deck-dich. Und dazu Königssohn und Müller, Tod und Teufel, Hexe und Menschenfresser. Sie alle – und noch viele mehr – spielen mit in Siegfried Wagners Märchenoper „An allem ist Hütchen schuld“. Das burleske - [„Malerei als Poesie“: Miró-Ausstellung in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/31155/miro-malerei-als-poesie-ausstellung-in-der-kunstsammlung-nrw-in-duesseldorf/20150624_1815) - Frau, Vogel, Stern: Diese Motive bilden die Konstanten im Werk des spanischen Malers Joan Miró. Im Laufe seines Künstlerlebens (1893-1983) sind sie in seinen Gemälden immer wieder zu finden. Doch zeigt die aktuelle Ausstellung in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf (zu sehen bis zum 27. September), wie Miró sich in seinen verschiedenen Schaffensperioden immer wieder - [Verkannte Moderne: Essener Philharmoniker mit spannendem Programm](https://www.revierpassagen.de/30207/verkannte-moderne-essener-philharmoniker-mit-spannendem-programm/20150421_1113) - Seltsame Wege geht die Geschichte manchmal: Was bleibt? Was wird vergessen? Von der spannenden Zeit der anbrechenden musikalischen Moderne im deutschen Sprachraum bis zum Ersten Weltkrieg, auch von der Vielfalt in den Zwanziger Jahren, ist wenig geblieben: Richard Strauss vor allem; auch der erst seit wenigen Jahrzehnten wiederentdeckte Gustav Mahler. Und natürlich die Wiener Schule, - [Weg der Qual ohne Erlösung: Lars von Triers „Dogville“ am Theater Krefeld](https://www.revierpassagen.de/29928/weg-der-qual-ohne-erloesung-lars-von-triers-dogville-am-theater-krefeld/20150401_1035) - Das Stück handelt von unverdienter Gnade, vom Unsinn von Barmherzigkeit. Vom Scheitern eines Lebensprinzips, das dem Weg Jesu folgt, in einer Gesellschaft, die man als „kleinbürgerlich“ bezeichnen könnte, die aber über jenes schiefe Etikett weit hinausreicht und für die Menschheit als Ganze stehen könnte. Lars von Triers „Dogville“ spielt wie kaum einer anderer Film mit - [Satire ohne Biss: Paul Linckes Milljöh-Operette „Frau Luna“ in Mönchengladbach](https://www.revierpassagen.de/35354/satire-ohne-biss-paul-linckes-milljoeh-operette-frau-luna-in-moenchengladbach/20160414_0927) - Kein Zweifel: Die Panneckes und Pusebachs sind in der Jetztzeit angekommen. Die wilhelminische Nostalgie des alten „Spree-Athen“ von Paul Linckes unsterblichem Operettenschlager „Frau Luna“ schrumpft in der neuen Inszenierung am Theater Krefeld-Mönchengladbach auf eine hübsch auf alt getrimmte Kneipe. Im Hintergrund aber recken sich die endlosen Fensterreihen und Satellitenschüsseln Berliner Hochhaussiedlungen. Das „Milljöh“ von damals, - [Von Geistern und Geliebten: Ballett "Giselle" noch einmal im Essener Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/28983/von-geistern-und-geliebten-ballett-giselle-noch-einmal-im-essener-aalto-theater/20150127_1953) - Für Giselle soll es rosa Kirschblüten regnen und zwar immer. Auch als der geliebte Albrecht plötzlich nicht mehr der ist, der er zu sein vorgab, will das Mädchen das nicht wahrhaben und wirft sich einen Schwung Blüten über den Kopf: „Ich will nicht, dass die Liebe aufhört“, scheint Giselle damit zu sagen, „denn sonst folgt - [„Cabaret" in Essen: Das Ende der Spaßgesellschaft](https://www.revierpassagen.de/28348/cabaret-in-essen-das-ende-der-spassgesellschaft/20141214_1400) - Schon nach wenigen Minuten schaut man erstaunt ins Programmheft: Hier steht wirklich das Schauspiel-Ensemble des Grillo-Theaters auf der Bühne? Keine ausgebildeten Musical-Darsteller? In Essen hat Reinhardt Friese „Cabaret“ einstudiert – und damit einen veritablen Hit gelandet. Der temporeiche Abend ist ein Genuss für Auge und Ohr: beste Unterhaltung, schöne Stimmen, gekonnte Choreografien, klug inszeniert. Berlin - [Für Kenner und Genießer: Khatia Buniatishvili und Renaud Capuçon in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/27929/fuer-kenner-und-geniesser-khatia-buniatishvili-und-renaud-capucon-in-wuppertal/20141113_1847) - Drei Programmteile hat der Abend in der historischen Wuppertaler Stadthalle, wie es sich für ein anständiges Kammerkonzert gehört. Drei Mal erklingt Musik der Spätromantik, komponiert in den Jahren 1886/87. Man bewundert, wie fruchtbar damals das musikalische Schaffen in Europa war, und man fragt sich gleichzeitig, ob diese Abfolge nicht zu einförmig werden könnte. Denn so - [Heldentenor, streichelweich: Klaus Florian Vogt in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/27637/heldentenor-streichelweich-klaus-florian-vogt-in-der-philharmonie-essen/20141024_1735) - Hach, diese Stimme. So heiter, so silberhell, fast wie ein nach unten oktavierter Knabensopran. Sie singt von Liebe und Lenz, schwärmt von süßer Empfindung und edler Ritterschaft. Das klingt so gutgläubig, so jugendlich optimistisch, als töne sie aus einem Märchenreich in unsere wirre Welt herüber. Der diesen lichten Zauber ausübt, ist ein Mittvierziger aus Schleswig-Holstein: - ["Eine Jugend in Deutschland" am Schauspiel Essen: Ein Projekt, das zu viel will](https://www.revierpassagen.de/27554/eine-jugend-in-deutschland-am-schauspiel-essen-ein-projekt-das-zu-viel-will/20141020_1514) - Die Idee hat schon viel Wahnsinniges: den Ersten Weltkrieg auf die Bühne zu bringen und noch dazu die Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan; die Autobiografie des jüdischen Autors und Verdun-Kämpfers Ernst Toller zu inszenieren, verknüpft mit den Schicksalen aus Afghanistan heimkehrender Soldaten. Regisseur Moritz Peters und Dramaturgin Carola Hannusch haben es am Essener Schauspiel gewagt. „Eine Jugend - [Warum das Zigeunerleben gar nicht lustig ist - eine moralische "Odyssee" in Essen](https://www.revierpassagen.de/27082/warum-das-zigeunerleben-gar-nicht-lustig-ist-eine-moralische-odyssee-in-essen/20140924_1822) - Vorn auf der Bühne sitzt eine Gruppe übermütiger, weiß gekleideter Männer und Frauen um den Tisch herum, isst, trinkt und schwadroniert – stets im Chor – über ihre Reise, die andauert, weil sie sich ziemlich verpeilt haben. Die Gruppe ist in ihrer Gesamtheit offenbar Odysseus, nämlicher Held der Odyssee, der auf seiner zehn Jahre währenden - [Ein Ort kultureller Öffentlichkeit: Die Philharmonie Essen feierte Zehnjähriges](https://www.revierpassagen.de/25303/ein-ort-kultureller-oeffentlichkeit-die-philharmonie-essen-feierte-zehnjaehriges/20140607_0015) - Vor 110 Jahren hat Richard Strauss höchstpersönlich den alten Essener Saalbau eröffnet. Mit einem neuen Stück, seiner „Sinfonia domestica“ als europäischer Erstaufführung. Vor zehn Jahren, am 5. Juni 2004, erklang das erste Konzert im neuen Saalbau unter Leitung von Stefan Soltesz. Auch jetzt spielte das heimische Orchester, dirigierte Tomáš Netopil die Strauss’sche Tondichtung. Und davor - [Eine Chance für junge Musiker: Orchesterakademie Essen vergibt Stipendien](https://www.revierpassagen.de/24310/eine-chance-fuer-junge-musiker-orchesterakademie-essen-vergibt-stipendien/20140412_0745) - Links, erste Geigen. Drittes Pult, vorne. Das ist er: Schlank, schwarze Haare, schwarze Augen. Nestor Luciano Casalino, einer der jungen Musiker aus der Orchesterakademie der Essener Philharmoniker. Einer aus 400 Bewerbern, der für ein Jahr eines der heißbegehrten Stipendien ergattert hat. Geige zu spielen hat der Argentinier schon mit vier Jahren begonnen: „Mein Onkel ist - [Philharmonie Essen 2014/15: Programm mit Sahnehäubchen](https://www.revierpassagen.de/24276/philharmonie-essen-201415-programm-mit-sahnehaeubchen/20140411_1044) - Mit Mozart als Schwerpunktthema und dem internationalen Star der Alte-Musik-Szene Jordi Savall als „Residence“-Künstler geht die Philharmonie Essen in ihre elfte Spielzeit 2014/15. Mit 127 Veranstaltungen – vom großen Orchesterkonzert bis zur musikalischen Kennenlern-Stunde für die Allerkleinsten – hat Intendant Hein Mulders bei der Pressekonferenz zu neuen Saison ein ausgewogenes, sorgfältig geplantes Programm vorgestellt. Der - [Ohrenöffner: Lise de la Salle bei der „Piano Lecture“ in der Essener Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/23610/ohrenoeffner-lise-de-la-salle-bei-der-piano-lecture-in-der-essener-philharmonie/20140216_1506) - Was für eine Frage! Was wohl der Traum Chopins vom Klavier gewesen sei? Der Musikjournalist Christoph Vratz stellte sie zu Beginn der „Piano Lecture“ in der Essener Philharmonie. Und Lise de la Salle, die noch kein Vierteljahrhundert auf ihren zierlichen Schultern trägt, zog sich recht geschickt aus der Affäre: Statt musikphilosophische Allgemeinplätze zu bemühen, schwenkte - [Zeit für „Raketenmänner" – das neue Buch von Frank Goosen](https://www.revierpassagen.de/23558/zeit-fuer-raketenmaenner-das-neue-buch-von-frank-goosen/20140213_1549) - Bei Elton Johns Song „Rocket Man“ heisst es „I’m not the man they think I’m at home“. Frank Goosen selbst sagte in einem Interview*, diese Zeile sei ihm die Inspiration für seinen Buchtitel gewesen. Es sind Geschichten von Männern, die die Rakete starten wollten, aber mit diversen Fehlzündungen hadern. Frank Goosen erzählt von geschiedenen Vätern, - ["Anständige Musik und ein sauberes Gewissen": Vor 50 Jahren starb Paul Hindemith](https://www.revierpassagen.de/22480/anstandige-musik-und-ein-sauberes-gewissen-vor-50-jahren-starb-paul-hindemith/20131227_1857) - Er ist nach wie vor der am häufigsten aufgeführte Komponist der Moderne. Sein Werk ist von beispielloser Vielfalt, reicht von der großen Oper über Kammermusik für unterschiedlichste Besetzungen bis hin zur Kantate, zur Parodie, zur Musik für Laien. Die musikalische Welt begeht am 28. Dezember seinen 50. Todestag: 1963 starb Paul Hindemith im Frankfurter Marienhospital - [Expressive Eleganz: Neuer Essener GMD Netopil dirigiert in Dresden Halévys „Die Jüdin“](https://www.revierpassagen.de/20242/expressive-eleganz-neuer-essener-gmd-netopil-dirigiert-in-dresden-halevys-die-judin/20130923_1641) - Jacques Fromental Halévys große historische Oper „Die Jüdin“ („La Juїve“) ist, was den Dirigenten betrifft, ein echtes „Chefstück“: Wer sich diesem Meilenstein der französischen Oper widmen will, muss einen untrüglichen Sinn für musikalische Kontraste mitbringen. Halévy setzt das gesamte musikdramatische Arsenal seiner Zeit ein: Pompöse Aufmärsche, von denen Wagner profitierte („Rienzi“). Brillantes Koloraturfeuerwerk und verinnerlichte - ["Hütchen sind immens wichtig" - Frank Goosen auf Lesereise](https://www.revierpassagen.de/8600/hutchen-sind-immens-wichtig-frank-goosen-auf-lesereise/20120418_1818) - "Schnell rein, schnell raus. Keine Gefangenen." Dieser Plan ist schon bei Stefan, der Hauptfigur in Frank Goosens neuem Roman "Sommerfest" nicht aufgegangen. Natürlich kommt auch der Erfinder des "Woanders-iss-auch-Scheiße-Koffergurts" bei seiner Lesereise (z. B. jetzt im Ebertbad Oberhausen) nicht nur einfach schnell rein und schon gar nicht schnell wieder raus. Will er wohl auch gar - [Die Sache mit den zwei roten Kühlschränken](https://www.revierpassagen.de/137438/die-sache-mit-den-zwei-roten-kuehlschraenken/20250806_1114) - Hin und wieder macht sich der Mensch Gedanken über den Zufall, fühle er sich nun vom selbigen begünstigt oder nicht. Mir ist gestern etwas „zugefallen", was in der Wahrscheinlichkeitsrechnung wohl einem ordentlichen Lotterie-Gewinn gleichkäme. Der Reihe nach: Nach etlichen Jahren musste ein neuer Kühlschrank her. Das alte Gerät (Retro-Look, kirschrot) wurde bei der Lieferung des - [...und wieder wird die angebliche Jugendsprache totgeritten](https://www.revierpassagen.de/137409/und-wieder-wird-die-angebliche-jugendsprache-totgeritten/20250729_2017) - Schon seit 2019 gehört der Wörterbuchverlag Langenscheidt – unter Beibehaltung der Marke – zum einstigen Konkurrenten Pons. Rasch war das Kartellamt damals mit der Fusion einverstanden, weil es sich bei Wörterbüchern und Sprachführern um einen „Bagatellmarkt" (!) handele. Trotzdem (oder gerade deshalb?) mag man es bei Langenscheidt partout nicht aufgeben, alljährlich wiederkehrend das „Jugendwort des - [Gnadenlos hinsehen: Heinz Strunks Geschichten ohne Geld, Glück und Sprit](https://www.revierpassagen.de/137373/gnadenlos-hinsehen-heinz-strunks-geschichten-ohne-geld-glueck-und-sprit/20250719_1143) - In diesem Buch begegnen wir wahrlich bizarren Personen und Zuständen. Vielfach stehen Fäulnis und Verfall menschlichen Lebens im Brennpunkt der Kurzgeschichten (besser noch: Miniaturen), die Heinz Strunk mit einer Mischung aus Abscheu und diabolischem Vergnügen schildert. Der Mann redet nicht um den heißen Brei herum, sondern steuert geradewegs drauflos und hat sich damit eine treue - [Zum Tod von Claus Peymann – ein paar Worte von „damals"](https://www.revierpassagen.de/137353/zum-tod-von-claus-peymann-ein-paar-worte-von-damals/20250716_1957) - Mit Claus Peymann (geb. 7. Juni 1937 in Bremen, gest. 16. Juli 2025 in Berlin-Köpenick) ist einer der wirkmächtigsten deutschsprachigen Theatermacher der letzten 60 Jahre gestorben. Hier noch einmal eine kurze Würdigung zu seinem 60. Geburtstag, erschienen in der Westfälischen Rundschau und eben auch schon 28 Jahre her. Um jetzt spontan einen Nachruf zu schreiben, - [Wenn alles verloren geht – Marlene Streeruwitz' Roman „Auflösungen"](https://www.revierpassagen.de/137134/wenn-alles-verloren-geht-marlene-streeruwitz-roman-aufloesungen/20250713_1328) - Marlene Streeruwitz ist eine der politisch profiliertesten Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ihr neuer Roman heißt „Auflösungen“. Denn alles löst sich auf: gesellschaftliche Zusammenhänge, soziale Strukturen, politische Gewissheiten, kulturelle Übereinkünfte, familiäre Beziehungen. Der Soziologe Andreas Reckwitz hat kürzlich den „Verlust“ als „Grundproblem der Moderne“ beschrieben. Der Roman von Marlene Streeruwitz ist der Versuch, das Gefühl des - [Sinnlich, saftig, manchmal faulig: Ahlen zeigt „Früchte in der Kunst"](https://www.revierpassagen.de/137291/sinnlich-saftig-manchmal-faulig-ahlen-zeigt-fruechte-in-der-kunst/20250705_1800) - Es dürfte sozusagen die saftigste Ausstellung des Jahres sein, auf jeden Fall ist es die fruchtigste: Mit „Ein Genuss! Früchte in der Kunst" präsentiert das Kunstmuseum Ahlen – erstmals in NRW – Ausschnitte der einzigartigen Sammlung des Heidelberger Unternehmers und Wissenschaftlers Prof. Rainer Wild, der sich just auf künstlerische Darstellungen von Früchten spezialisiert hat. Eigentlich - [Zehn Jahre nach dem Weltkrieg: Als deutsche Abstrakte in Paris reüssierten](https://www.revierpassagen.de/137115/zehn-jahre-nach-dem-weltkrieg-als-deutsche-abstrakte-in-paris-reuessierten/20250702_1526) - Abstrakte deutsche Kunst in Paris zeigen – nur zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs? Das muss ein heikles Unterfangen gewesen sein. 1955 sah man darin von Staats wegen auch eine diplomatische Mission zur Annäherung ans vormals befeindete Nachbarland. Trotz vieler Streitigkeiten im Vorfeld wurde die Schau ein Erfolg und brachte manchen Künstlern den Durchbruch. - [Wenn die Dinge immer schlechter werden: „Die Verkrempelung der Welt"](https://www.revierpassagen.de/137239/wenn-die-dinge-immer-schlechter-werden-die-verkrempelung-der-welt/20250628_1813) - Der Titel dieses silbrig glitzernden Buches aus der ehrwürdigen edition suhrkamp ist ein Coup. Hätte der Band „Kritik der überflüssigen Dinge" oder ähnlich betulich geheißen, hätte wohl kaum ein Hahn danach gekräht. So aber nennt er sich „Die Verkrempelung der Welt". Da horcht man auf, da will man Näheres wissen. Nicht alle Befunde des Autors - [Salz im Nudelwasser und viele andere Küchenfragen](https://www.revierpassagen.de/137210/salz-im-nudelwasser-und-viele-andere-kuechenfragen/20250627_1029) - Gewichtige Frage, fürwahr: „Wann kommt das Salz ins Nudelwasser?" Sofort oder etwas später? Das Magazin der Süddeutschen Zeitung (SZ) hat nach und nach eine Menge Fachleute (beileibe nicht nur mit professoralen Weihen) aufgeboten, um bei solcherlei Problemen Klarheit zu schaffen. Nun liegen die gesammelten Resultate in Buchform vor. „Ein für alle Mal" sollen hier – - [Die Wahrheit hinter der Wahrheit – Ralf Rothmanns „Museum der Einsamkeit"](https://www.revierpassagen.de/137136/die-wahrheit-hinter-der-wahrheit-ralf-rothmanns-museum-der-einsamkeit/20250621_1520) - Als Prosaautor debütierte Ralf Rothmann 1986 mit der Erzählung „Messers Schneide“, sein erster Roman, „Stier“, kam 1991 heraus und wurde gleich im „Literarischen Quartett“ besprochen. Seitdem sind 20 weitere Bücher des in Schleswig geborenen, im Ruhrgebiet aufgewachsenen und seit vielen Jahren in Berlin lebenden Autors erschienen. Jetzt legt er unter dem Titel „Museum der Einsamkeit“ - [Peppa Pig, die KI und der Rest](https://www.revierpassagen.de/137155/peppa-pig-die-ki-und-der-rest/20250616_1156) - Alle Welt schreibt und/oder podcastet über Künstliche Intelligenz (KI, anglophon bekanntlich AI abgekürzt). Jetzt hatte ich auch so ein kleines, aber bezeichnendes Erlebnis damit. Wie auf diesem Felde üblich, war es gleichermaßen faszinierend und erschreckend. Es ging mir darum, eine bestimmte Szene (fröhliches Mädchen auf der Waage bei der Kinderärztin) mit dem berühmten Comic-Schweinchen Peppa - [Flaschenpost aus finsteren Zeiten – Sebastian Haffners Roman „Abschied"](https://www.revierpassagen.de/137130/flaschenpost-aus-der-geschichte-sebastian-harfners-roman-abschied/20250610_1334) - Ob Männer oder Frauen, alle umschwirren die geheimnisvolle Teddy wie Motten das Licht. Vor den strengen Eltern ist sie von Berlin nach Paris entflohen. Hier haust sie in einer Mansarde, flaniert auf den Boulevards, streift durch Museen, feiert mit Freigeistern und Lebenskünstlern das Jetzt. Um seiner früheren Geliebten wieder nah zu sein, hat sich Rechtsreferendar - [Erfolgreiche Spenden-Aktion: Münter-Gemälde kann für Dortmund angekauft werden](https://www.revierpassagen.de/136497/beschaemend-bisher-kaum-spenden-fuer-ankauf-von-muenter-gemaelde-in-dortmund/20250602_1413) - Weiterer Nachtrag als neuer Vorspann, weil es einen entscheidend anderen, durchaus erfreulichen Sachverhalt gibt: Gabriele Münters Gemälde „Abend vom Fenster (Blick auf Rue Lamblardie, Paris) von 1930 kann fürs Museum Ostwall im Dortmunder U angekauft werden. Das entsprechende Crowdfunding-Projekt hatte – nach zögerlichem Beginn – doch noch Erfolg. Es wurden sogar etwas mehr Mittel als - [Hol dir, gönn dir!](https://www.revierpassagen.de/137071/hol-dir-goenn-dir/20250602_0808) - Wie war das noch, vor soundsovielen Jahren, als im 68er-Umfeld der „Konsumterror" lauthals angeprangert wurde? Damals lösten gerade erst einige Supermärkte die bis dahin gängigen „Tante-Emma-Läden" ab. Welche eine vergleichsweise beschauliche Verbraucherwelt das noch gewesen ist! Was hätte man bloß gesagt, hätte man kommen sehen, was wir heute haben – mit allseits in letzte - [Zum Schunkeln und Mitsingen: „Carmen" als Comic in Berlin](https://www.revierpassagen.de/136332/zum-schunkeln-und-mitsingen-carmen-als-comic-in-berlin/20250522_1822) - In einem pinkfarbenen, mit Rüschen verzierten und lässig über den Boden schleifenden Flamenco-Kleid bringt Carmen stolzen Schrittes und flammenden Blickes die zur Wachablösung versammelten Soldaten um den Verstand und die militärisch ohnehin ziemlich schlappe Parade völlig aus dem Tritt. Die in zitronengelben Uniformen und mit kalkweißen Gesichtern wie computergesteuerte Wesen der Künstlichen Intelligenz fremdgesteuert herum - [Trunk, Zeitreise, Einsamkeit und mehr – ein Stapel mit neuen Büchern](https://www.revierpassagen.de/136874/trunk-zeitreise-einsamkeit-und-mehr-ein-stapel-mit-neuen-buechern/20250519_1909) - Was die Dichter im Glase hatten Welch eine Idee, gegenläufig zum oft eher abstinenten Zeitgeist: vorwiegend alkoholische Lieblings-Drinks ruhmreicher Schriftsteller, wie sie in ihren Werken vorkommen, als Rezepte herauszubringen und mit anekdotischen Anmerkungen zu versehen. Das Resultat, übersetzt aus dem amerikanischen Englisch: „Trinken wie ein Dichter. 99 Drinks mit Jane Austen, Ernest Hemingway & Co." - [„Exil" für die Kunst – Meisterwerke aus Odesa in Berlin (und später in Heidelberg)](https://www.revierpassagen.de/136338/exil-fuer-die-kunst-meisterwerke-aus-odesa-in-berlin-und-spaeter-in-heidelberg/20250517_1433) - Auch Helden haben ihre schwachen Momente. Überwältigt von allzu ausschweifendem Weingenuss, gerät sogar Herkules, verehrt wegen seiner übermenschlichen Kräfte, in eine hilflose Lage. Er kann sich kaum auf den Beinen halten und wird von einem Satyr und einer Nymphe gestützt. Keule und Löwenfell, die Attribute seiner Stärke, sind in den Händen eines Fauns, der sich - [Landschaft mit Goldrand: Ausstellung zelebriert „1250 Jahre Westfalen"](https://www.revierpassagen.de/136936/landschaft-mit-goldrand-ausstellung-zelebriert-1250-jahre-westfalen/20250515_1315) - Welcher Gedanke liegt wohl nahe, wenn eine große Ausstellung „775 – Westfalen" heißt? Nun, dann wird der Landesteil wohl 775 Jahre alt werden? Weit, weit gefehlt: Er wird vielmehr stolze 1250 Jahre alt. Die „775" steht dabei für die Jahreszahl der allerersten Erwähnung des Namens in einer Urkunde, etwas genauer: in den Reichsannalen jener Zeit, - [Der Maler, der die Frauen zerstört – Martin Mosebachs Roman „Die Richtige"](https://www.revierpassagen.de/136794/der-maler-der-die-frauen-zerstoert-martin-mosebachs-roman-die-richtige/20250512_1008) - Louis Creutz ist ein Maler, der nach anfänglicher Mühsal längst internationalen Erfolg hat. Er lässt nur noch eigene Maßstäbe und Perspektiven gelten, die er häufig dozierend in gewundenen Sentenzen ausbreitet. Überdies betrachtet er sich selbst in jeglicher Hinsicht als unabhängig. Etliche Frauen zeigen sich davon beeindruckt. Seine langjährig treuesten Käufer und Mäzene heißen Beate und - [Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es Frauen immer noch schwerer"](https://www.revierpassagen.de/136786/erst-rocksaengerin-dann-bildhauerin-pia-bohr-in-der-kultur-haben-es-frauen-immer-noch-schwerer/20250509_0954) - Geht’s um Frauen im Kulturbetrieb, so kann Pia Bohr (61) fundierte Auskunft geben. Zuerst hat die Dortmunderin sich über 25 Jahre lang als Sängerin der international gefeierten Kultband „Phillip Boa & the Voodooclub“ verdingt, dann ist sie nach und nach in die Kunstszene gewechselt und hat sich als Bildhauerin etabliert – zuerst mit Holzskulpturen, seit - [Im Geniekult vergessen: Vor 200 Jahren starb der Komponist Antonio Salieri](https://www.revierpassagen.de/136840/im-geniekult-vergessen-vor-200-jahren-starb-der-komponist-antonio-salieri/20250507_1942) - Er gehört zu den bedeutendsten musikalischen Figuren im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Aber die Nachwelt hat aus Antonio Salieri einen zweitrangigen Kleinmeister und Rivalen Mozarts gemacht. Noch in seinem Theaterstück „Amadeus“ – weltbekannt geworden durch Miloš Formans gleichnamigen Film von 1984 – benutzt Peter Shaffer die längst widerlegte Legende, Salieri habe Mozart mit Gift - [Theatertiere, tragikomisch: Das Berliner Ensemble gastiert mit „Warten auf Godot“ bei den Ruhrfestspielen](https://www.revierpassagen.de/136815/theatertiere-tragikomisch-das-berliner-ensemble-gastiert-mit-warten-auf-godot-bei-den-ruhrfestspielen/20250506_0042) - Die Gräuel des Zweiten Weltkriegs waren noch allgegenwärtig, als der Ire Samuel Beckett 1948 das Schauspiel „Warten auf Godot“ schrieb: jenes Endzeitstück um zwei tragikomische Landstreicher, die an einem undefinierten Ort zu unbestimmter Zeit auf einen Herrn warten, den sie gar nicht richtig kennen. Godot aber bleibt fern, seine Existenz bloße Behauptung, ein mythenumwobenes Hörensagen. - [Fünfmal glimpflich ausgegangen – und jetzt?](https://www.revierpassagen.de/136758/dreimal-glimpflich-ausgegangen-und-jetzt/20250430_1611) - Seltsam: In den letzten Tagen hat sich manches „in Wohlgefallen aufgelöst“, wie man einst zu sagen pflegte. Dies und jenes ist glimpflich ausgegangen, keine Befürchtung hat sich bewahrheitet. Sollte es sich um eine Glückssträhne handeln? Oder soll man sich in Sicherheit wiegen, während hinter all den Kleinigkeiten insgeheim etwas weitaus Größeres lauert? Auch kommt einem - [Duell der Giganten: Gil Mehmert inszeniert am Broadway ein Stück über Bernstein und Karajan](https://www.revierpassagen.de/136740/duell-der-giganten-gil-mehmert-inszeniert-am-broadway-ein-stueck-ueber-bernstein-und-karajan/20250427_1540) - Gil Mehmert goes Broadway: Der Regisseur, der seit 2003 im Fachbereich Musical an der Folkwang Hochschule in Essen lehrt und in den Theatern im Revier kein Unbekannter ist, hat sich in New York mit einem Stück über zwei Dirigier-Giganten des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Leonard Bernstein und Herbert von Karajan, jedem Musikfreund ein Begriff, trafen sich - [Wachsendes Interesse an Musik von Frauen: Warum der Weg ins Repertoire verwehrt blieb und was sich heute ändern muss](https://www.revierpassagen.de/136508/wachsendes-interesse-an-musik-von-frauen-warum-der-weg-ins-repertoire-verwehrt-blieb-und-was-sich-heute-aendern-muss/20250327_1719) - Komponierende Frauen gibt es, seit es die europäische Kunstmusik gibt, nur ist ihnen die Beachtung über den Tag hinaus versagt geblieben. Erst in jüngster Zeit gelingt es Komponistinnen, dauerhaft im Blick der musikalischen Öffentlichkeit zu bleiben. Die vor wenigen Tagen verstorbene Sofia Gubaidulina ist eine von ihnen, oder die Finnin Kaija Saariaho, die 2023 gestorben - [Im Bann der miesen Machenschaften – Andreas Maiers Roman „Der Teufel"](https://www.revierpassagen.de/136697/im-bann-der-miesen-machenschaften-andreas-maiers-roman-der-teufel/20250414_1257) - Eine Kindheit in den frühen 1970er Jahren, vermeintlich recht speziell und doch wohl typisch. Da wird der kleine Junge dauernd vor dem Fernsehgerät „geparkt" und guckt schier alles weg – von der Sesamstraße bis zum „Blauen Bock". Bald darauf bemisst sich die soziale Stellung unter Schulfreunden danach, ob jemand eine Carrera-Bahn hat oder nicht. Kommt - [Haschisch, DDR, CSU und Afghanistan – Polit-Satire von Jakob Hein](https://www.revierpassagen.de/136336/haschisch-ddr-csu-und-afghanistan-polit-satire-von-jakob-hein/20250410_2050) - Der damalige CSU-Chef Franz-Josef Strauß besuchte gern Diktatoren, um die Weltpolitik aufzumischen. 1983 verhandelte er mit DDR-Devisenhändler Schalck-Golodkowski auf einem Landgut im Chiemgau, reiste danach zu Honecker an den Werbellinsee und brachte als Geschenk einen Milliardenkredit mit. Als Gegenleistung versprach Honecker, die Selbstschuss-Anlagen abzubauen. Es war ein Husarenstück mit Fragezeichen: Gerüchten zufolge bekam Strauß eine - [Wunderbare Welt der Waldameisen – Fotografien im Dortmunder Naturmuseum](https://www.revierpassagen.de/136622/wunderbare-welt-der-waldameisen-fotografien-im-dortmunder-naturmuseum/20250405_1738) - Es sind phänomenale Bilder, die der international renommierte Tierfotograf Ingo Arndt von seinen Expeditionen in die Welt der Waldameisen mitgebracht hat. Da sieht man etwa eine größere Gruppe dieser Tiere, die Ameisensäure versprüht, als sei's ein prächtiges Silvesterfeuerwerk. Oder man beobachtet – weit, weit überlebensgroß – wie eine Ameisenkönigin Eier legt. Einen solchen Moment muss - [„Interventionen aus dem Ruhrgebiet": Gerd Herholz stellt sein Buch „Gespenster GmbH" in Dortmund vor](https://www.revierpassagen.de/136583/interventionen-aus-dem-ruhrgebiet-gerd-herholz-stellt-sein-buch-gespenster-gmbh-in-dortmund-vor/20250404_0928) - Sonst haben wir's ja nicht so mit bloßen Termin-Ankündigungen. Diesen kündigen wir aber gern an: Gerd Herholz, bis 2018 langjähriger Literaturvermittler beim Literaturbüro Ruhr (Gladbeck), zudem freier Autor und Journalist, kommt am nächsten Dienstag, 8. April (19.30 Uhr), nach Dortmund, um aus seinem Buch „Gespenster GmbH" zu lesen, und zwar im Dortmunder Literaturhaus am Neuen - [Ein Fest für alle soll es werden: Ruhrtriennale zielt 2025 auf Besucherrekorde](https://www.revierpassagen.de/136554/ein-fest-fuer-alle-soll-es-werden-ivo-van-hove-und-sein-team-zielen-mit-der-ruhrtriennale-2025-auf-besucherrekorde/20250403_0026) - Vorweg kommen die Loblieder, das ist wenig überraschend. Bei der öffentlichen Vorstellung des neuen Programms der Ruhrtriennale preist NRW-Kulturministerin Ina Brandes die im Vorjahr erreichten Resultate. Von 70.000 Besuchern und von einem „gigantischen Erfolg“ für das erste Jahr der Intendanz von Ivo Van Hove spricht sie. Wie praktisch, dass der Glanz zugleich auf den Initiator - [Kraftvolles Schauspiel – Anna Drexler als wilde wie wohltätige Krähe in „Trauer ist das Ding mit Federn"](https://www.revierpassagen.de/136472/kraftvolles-schauspiel-anna-drexler-als-wilde-wie-wohltaetige-kraehe-in-trauer-ist-das-ding-mit-federn/20250323_1404) - Wer Anna Drexler noch auf der Bühne des Schauspielhauses erleben will, sollte sich sputen. Denn in der kommenden Spielzeit wechselt diese großartige Künstlerin ihren Arbeitgeber, geht von Bochum ans Münchner Residenztheater. Im Zusammenspiel mit Maja Beckmann haben wir Anna Drexler (Jahrgang 1990) auf diesen Seiten früher schon bewundert und gepriesen. „Miranda Julys Der erste fiese - [Diese ungeheure, schöpferische Wut – Biographie über Rolf Dieter Brinkmann](https://www.revierpassagen.de/136427/diese-ungeheure-schoepferische-wut-biographie-ueber-rolf-dieter-brinkmann/20250321_1645) - Eigentlich kommt sie reichlich spät auf den Markt, diese Biographie des – je nach Observanz – genialen oder genialischen Dichters Rolf Dieter Brinkmann. Der Mann starb bereits am 23. April 1975, als er in London von einem Auto erfasst wurde. Seither hat das Mythenwesen um seine Person unter mehr oder weniger Kundigen kaum abgenommen, ja, - [Humor mit Fleiß und Akribie: Loriot-Werkschau in Oberhausen](https://www.revierpassagen.de/135959/humor-mit-fleiss-und-akribie-loriot-werkschau-in-oberhausen/20250304_1350) - In der etwas älteren Generation, so ungefähr ab 45 oder 50 Jahren, können eigentlich alle Leute aus Sketchen von Loriot herauf und herunter zitieren. Es reichen schon kleine Anspielungen auf Jodeldiplom oder Kosakenzipfel, auf die hochnotpeinliche Nudel im Gesicht, zwei Herren in derselben Badewanne („Die Ente bleibt draußen!“) oder ein schief hängendes Bild als Chaos-Auslöser - [Phantasien des Gehirnchirurgen – Leon de Winters Roman „Stadt der Hunde"](https://www.revierpassagen.de/136328/phantasien-des-gehirnchirurgen-leon-de-winters-roman-stadt-der-hunde/20250314_1751) - Seit einigen Jahren ist es still geworden um Leon de Winter, der einst mit „Hoffmanns Hunger“, „Sokolows Universum“, „Serenade“ und „Zionoco“ die Bestseller-Liste stürmte. Nach einer fast zehnjährigen Pause kommt ein neuer Roman des inzwischen 70jährigen Autors in die Buchläden: „Stadt der Hunde“. Früher hat de Winter, dessen Familie fast vollständig im Holocaust umkam, einen - [Wenn alle Dämme brechen: Takis Würgers tränenseliger Liebesroman „Für Polina"](https://www.revierpassagen.de/136334/wenn-alle-daemme-brechen-takis-wuergers-traenenseliger-liebesroman-fuer-polina/20250309_1319) - Bevor Takis Würger Schriftsteller wurde, berichtete er als Journalist aus Afghanistan, Libyen und dem Irak. Sein erster Roman („Der Club“) wurde zum Bestseller. Sein zweiter Roman („Stella“) löste eine Feuilleton-Debatte über die Frage aus, ob es erlaubt sei, eine jüdische Gestapo-Kollaborateurin zum Mittelpunkt eines Liebesromans zu machen. Sein neuer Roman („Für Polina“) hält sich von - [Ein Prinzip wird Gestalt: Ilaria Lanzino deutet Mozarts „Don Giovanni“ in Dortmund als zeitlose Figur](https://www.revierpassagen.de/136357/ein-prinzip-wird-gestalt-ilaria-lanzino-deutet-mozarts-don-giovanni-in-dortmund-als-zeitlose-figur/20250307_1648) - Ein großbürgerlicher Wohnsalon. Eine Dame sitzt da und langweilt sich, während nebenan im Raucherzimmer zwei Herren angeregt parlieren, offensichtlich der Komtur und Don Ottavio. Es ist zu vermuten, dass da die Konditionen der Verheiratung verhandelt werden. Die Frau ist dabei nicht gefragt. Mit Staunen blickt sie auf einen Mann im Kostüm eines Kavaliers des 18. - [Die Zähne des Haifischs: Vor 125 Jahren wurde der Komponist Kurt Weill geboren](https://www.revierpassagen.de/136290/die-zaehne-des-haifischs-vor-125-jahren-wurde-der-komponist-kurt-weill-geboren/20250302_1428) - Ernste Musik? Unterhaltungsmusik? Dieser Unterscheidung gab es für Kurt Weill nicht. Für ihn gab es nur „gute und schlechte Musik“. Verwirklicht hat er dieses Konzept, mit dem er die Grenzen zwischen „hoher“ und „populärer“ Kunst niederriss, 1928 mit dem Sensationserfolg der „Dreigroschenoper“. Gemeinsam mit Bertolt Brecht schuf der 28-Jährige dieses Meisterwerk des musikalischen Theaters, das - [Zwischen Bühne und Familie – Jörg Hartmanns Chronik „Der Lärm des Lebens"](https://www.revierpassagen.de/133333/zwischen-buehne-und-familie-joerg-hartmanns-chronik-der-laerm-des-lebens/20240312_0846) - Gibt es überhaupt noch Fernsehprominenz ohne Buchveröffentlichung? Schwerlich. Jetzt ist endlich auch Jörg Hartmann (weithin bekannt als Dortmunds zur Depression neigender „Tatort"-Kommissar Faber) an der Reihe. Bei seinem Buch „Der Lärm des Lebens" handelt es sich um eine streckenweise sehr nachdenklich und zuweilen melancholisch, zwischendurch aber auch süffig erzählte Autobiographie. Eine lebensnahe Mixtur also, die - [O Kragenbär, o Elchin! Jetzt gibt es „feministische Tiergedichte"](https://www.revierpassagen.de/136212/o-kragenbaer-o-elchin-jetzt-gibt-es-feministische-tiergedichte/20250221_1219) - Geht's um neuere Tiergedichte, so denkt man vor allem an den unvergleichlichen Robert Gernhardt (Stichwort „Kragenbär") oder auch den Vorläufer Heinz Erhardt (Kennwort „Made"). Nun schickt sich Ella Carina Werner an, solche Traditionslinien beherzt ins Feministische zu wenden. Sie ist übrigens langjährige Redakteurin des qualitativ arg schlingernden Satire-Magazins „Titanic". Verlagswerbung und Klappentext greifen in die - [Das Böse hat Lust auf sich selbst – Michael Köhlmeiers Roman „Die Verdorbenen"](https://www.revierpassagen.de/136174/das-boese-hat-lust-auf-sich-selbst-michael-koehlmeiers-roman-die-verdorbenen/20250219_1214) - In diesem Roman mag man sich sogleich unheimlich heimisch fühlen, sofern man mit einer ähnlichen Biographie gesegnet (gepeinigt) ist und z. B. in den 1970er Jahren studiert hat. Der Student Johann, Michael Köhlmeiers Hauptfigur und Ich-Erzähler in „Die Verdorbenen", verdingt sich zu jenen Zeiten in Marburg nebenher als Tutor, Kneipenhelfer, Songschreiber und Zeitungskolumnist. Aufregend ist - [Ausflug nach Holland: Opern-Akademie zeigt Haydns Rarität „Die belohnte Treue“](https://www.revierpassagen.de/136151/ausflug-nach-holland-opern-akademie-zeigt-haydns-raritaet-die-belohnte-treue/20250215_1847) - Die Welt im ausgehenden 18. Jahrhundert kennt die großen Opernhäuser von Paris, Wien, Mailand, Neapel. Dort werden die Werke aufgeführt, die Geschichte machen. Dass abseits der Herzkammern der Opernwelt – am Eingang zur ungarischen Tiefebene – der Puls des Musiktheaters ebenso heftig schlägt, bleibt unbemerkt. Dort in Esterháza, einem Nest mit gewaltigem Schloss, entstehen Opern, - [„Egal wohin, Baby" – 70 Mikroromane von Christoph Ransmayr](https://www.revierpassagen.de/135939/egal-wohin-baby-70-mikroromane-von-christoph-ransmayr/20250207_1957) - Der Autor ist zu einer Lesung in Ingolstadt eingeladen, aber der Zug hat Verspätung. Also hetzt er im Laufschritt Richtung Kulturzentrum, das in einer Lagerhalle untergebracht ist. Da sieht er an einer Wand der Halle einen mit weißer Farbe gesprayten Spruch, der ihn innehalten und die Kamera zücken lässt: „Egal wohin, Baby“. Stammen die Worte - [Wahn und Wirklichkeit: „Englischer“ Opern-Doppelabend in Duisburg](https://www.revierpassagen.de/136110/wahn-und-wirklichkeit-englischer-opern-doppelabend-in-duisburg/20250205_2024) - Peter Maxwell Davies dürfte gewusst haben, worüber er schreibt: Der Komponist lebte bis zu seinem Tod 2016 auf den Orkney-Inseln. Er kannte die Nächte, in denen der Sturm ums Haus heult, der Regen prasselt, das Meer brüllt. Oder wenn Nebel bleiern und grau alle Geräusche in unheimlicher Dämpfung erstickt, die Schwärze der Nacht sich mit - [Ohrwürmer im Tongebirge: Bochums Jugendsinfonieorchester spielt ein Benefizkonzert für sich selbst](https://www.revierpassagen.de/136094/ohrwuermer-im-tongebirge-bochums-jugendsinfonieorchester-spielt-ein-benefizkonzert-fuer-sich-selbst/20250203_1133) - Die Notenpulte hätten sich an diesem Konzertabend eigentlich biegen müssen. Schwere Brocken des Repertoires landeten darauf, Orchesterwerke in massiver Besetzung, halbe Tongebirge spätromantisch-impressionistischer Natur. Von ihnen eingerahmt, fand sich das heitere Hochplateau von Mozarts „Sinfonia Concertante“ (KV 364), die vor Ideenreichtum schier überquillt. Vielleicht wollte das Jugendsinfonieorchester (JSO) der Musikschule Bochum ja zeigen, warum es - [Zum Tod von Marianne Faithfull – Rückblick auf ein Konzert von 1999](https://www.revierpassagen.de/136051/zum-tod-von-marianne-faithfull-rueckblick-auf-ein-konzert-von-1999/20250130_2032) - Es ist wieder eine dieser ganz und gar traurigen Nachrichten, mit denen man stückweise selbst vergeht: Mit 78 Jahren ist die charismatische Sängerin Marianne Faithfull gestorben. Ihre Bedeutung geht weit über ihre anfängliche Rolle als „Muse der Rolling Stones" (schon diese altbackene Bezeichnung!) hinaus. 1999 durfte ich sie bei einem Konzert in Köln erleben. Hier - [Fragile Schönheit der Erde, aus dem Weltraum betrachtet – Samantha Harveys Roman „Umlaufbahnen"](https://www.revierpassagen.de/135937/fragile-schoenheit-der-erde-aus-dem-weltraum-betrachtet-samantha-harveys-roman-umlaufbahnen/20250130_2007) - Zwei Frauen und vier Männer, zusammengepfercht auf einer Raumstation. Jeder Tag, an dem sechzehnmal die Sonne auf- und wieder untergehen wird und sie mit einer Geschwindigkeit von achtundzwanzigtausend Kilometern sechzehnmal die Erde umkreisen, folgt einem eigenen Zeit-Rhythmus, exakten Plänen, routinierten Abläufen. Sie führen Experimente mit Mäusen, Pilzen und Viren durch, trudeln zeitlupenartig durch die Schwerelosigkeit, - [Alles auf die Goldwaage: Peter Handkes Halbschlafprosa „Schnee von gestern, Schnee von morgen"](https://www.revierpassagen.de/135964/alles-auf-die-goldwaage-peter-handkes-halbschlafprosa-schnee-von-gestern-schnee-von-morgen/20250125_1813) - Peter Handke (82) war immer schon ein großer, unermüdlich Gehender in der weiten Welt und in der Literatur. Wo ist er nicht überall ausgeschritten? Auch sein neues, diesmal recht schmal geratenes Buch „Schnee von gestern, Schnee von morgen" kreist um dieses stetige, langsame Unterwegssein. Doch wohin hat ihn und seine Protagonisten das alles geführt? Doch - [Sechs Stunden sind nicht genug – In Bochum inszeniert Johan Simons Elena Ferrantes Roman „Meine geniale Freundin"](https://www.revierpassagen.de/136007/sechs-stunden-sind-nicht-genug-in-bochum-inszeniert-johan-simons-elena-ferrantes-roman-meine-geniale-freundin/20250126_1137) - Sechs Stunden! Wo sitzt man noch so lange im Theater? Die Schauspielexzesse Peter Steins fallen einem ein, sein Antiken-Projekt, der Faust, der Wallenstein. Doch das ist Jahrzehnte her, und seitdem sind „90 Minuten, keine Pause“ längst schon so etwas wie gültiger Bühnenstandard geworden. Man mag das bedauern. Oder sich dem widersetzen. Johan Simons tut das, - [„Panik wäre angebrachter" – Essays und Reden von Daniel Kehlmann](https://www.revierpassagen.de/135935/panik-waere-angebrachter-essays-und-reden-von-daniel-kehlmann/20250115_1821) - Im Juli 2024 hält Daniel Kehlmann im Berliner Bundeskanzleramt bei einem Kultur-Festakt eine Rede, mit der er den Zuhörern gründlich die gute Laune verdirbt. Denn statt die Kunst zu rühmen und ihr in der Ära der digitalen Moderne eine glorreiche Zukunft zu prophezeien, hält er eine Totenmesse und warnt vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz, - [Der Stoff des Verderbens: „Gas“ bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen](https://www.revierpassagen.de/18037/panorama-einer-brisanten-zeit-gas-bei-den-ruhrfestspielen-recklinghausen/20130603_1242) - „Gas“! Der Titel hatte am Ende des Ersten Weltkriegs eine alarmierende Brisanz. In den Endkämpfen an festgefahrenen Fronten wurde zum ersten Mal Giftgas eingesetzt. Die europäische Zivilisation stand fassungslos vor den dämonischen Ergebnissen einer Entwicklung, die – wie wir heute erfassen – das Ende des alten Europa bedeutete. Georg Kaiser, der produktive Dramatiker seiner Epoche, - [Endlich im Museum: Blaubär, Arschloch und der Föhrer](https://www.revierpassagen.de/5547/endlich-im-museum-blaubar-arschloch-und-der-fohrer/20111031_1329) - Käpt’n Blaubär, dieser behäbig-gutmütige Lügenbär aus der „Sendung mit der Maus“? Ist von ihm, Walter Moers. Dann das Kleine Arschloch, diese respektlose Comic-Figur, ein Elfjähriger mit großer Nase und baumelndem Schniedelwutz? Von ihm, Moers. „Adolf, die kleine Nazi-Sau“, die scheiternde Witzfigur aus dem Clip „Der Bonker“? Moers’ Idee. Der Kontinent Zamonien, ein düster-sagenhafter Schauplatz einer - [Museen geschlossen, Frank Goosen ausverkauft: Ärger und Freude liegen im Kulturbetrieb des Reviers nahe beieinander](https://www.revierpassagen.de/135883/museen-geschlossen-frank-goosen-ausverkauft-aerger-und-freude-liegen-im-kulturbetrieb-des-reviers-nahe-beieinander/20250105_1911) - Frank Goosen, das ist mal klar, Frank Goosen hat uns gerettet. Das „Silvester Spezial“ des Bochumer Kabarettisten, dargebracht im Großen Haus des Bochumer Schauspiels, fügte sich exakt in die Erfordernisse des diesjährigen Besuchsbespaßungsprogramms: Beginn um 20 Uhr und um die zwei Stunden lang, so daß es bis zum Jahreswechsel dann nicht mehr weit war. Die - [Wenn der Schriftsteller vom Leben als Maler träumt – Skizzenbuch des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk](https://www.revierpassagen.de/133041/wenn-der-schriftsteller-vom-leben-als-maler-traeumt-skizzenbuch-des-nobelpreistraegers-orhan-pamuk/20250102_1239) - Seit Monaten arbeitet Orhan Pamuk an einem neuen Roman, er soll „Die Nächte der Pest“ heißen, eine Parabel auf die von politischen Krisen, religiösem Fanatismus und globalen Pandemien zerrüttete Welt sein. Sie spielt zu Zeiten des Osmanischen Reiches auf „Minger“, einer fiktiven Insel im östlichen Mittelmeer. Sie erinnert den Autor an Kreta. Um seine Fantasie - [Zukunft noch im Nebel: Die Revierpassagen wünschen alles Gute für 2025!](https://www.revierpassagen.de/135836/zukunft-noch-im-nebel-die-revierpassagen-wuenschen-alles-gute-fuer-2025/20241230_1508) - Noch liegt im Nebel, was das neue Jahr bringen wird. Aber bald wird sich der Dunst ein wenig lichten – und wir werden schon sehen (hoffentlich auch einige Verheißungen). Eins steht jetzt schon fest: Wir sind auf dem besten Wege, das erste Viertel des 21. Jahrhunderts hinter uns zu bringen. So oder so. - [Lebensgefährliche Liebe zum Tier – Monika Marons Erzählung „Die Katze"](https://www.revierpassagen.de/135559/lebensgefaehrliche-liebe-zum-tier-monika-marons-erzaehlung-die-katze/20241226_2248) - Ein Leben ohne ein Tier scheint Monika Maron zwar möglich, aber völlig sinnlos. Bei Spaziergängen mit dem Hund durch ihr schick saniertes Berliner Altbauviertel oder über versteppte Brandenburger Felder sinniert sie über den Wahnsinn der Welt und die Absurditäten des Zeitgeistes. Aus dem aufgeregten „Krähengekrächz“ hört sie die uralten Mythen und Märchen heraus, mit denen - [Erkundungen im real existierenden Kapitalismus: Der Schriftsteller Ingo Schulze streift durchs Ruhrgebiet](https://www.revierpassagen.de/135787/erkundungen-im-real-existierenden-kapitalismus-der-schriftsteller-ingo-schulze-streift-durchs-ruhrgebiet/20241221_1134) - Ein halbes Jahr lang war Ingo Schulze so etwas wie der Stadtschreiber des Ruhrgebiets, Oktober 2022 bis März 2023, Wohnsitz in Mülheim, eingeladen von der Brost-Stiftung. Zwei Dinge hatte er sich für diese Zeit vorgenommen, nämlich erstens an streng durchstrukturierten Arbeitstagen halbtags an seinem neuen Roman zu arbeiten und zweitens jede Einladung anzunehmen, die er - [Förmlich oder nüchtern? Dankesbekundungen gestern und heute](https://www.revierpassagen.de/135677/foermlich-oder-nuechtern-dankesbekundungen-gestern-und-heute/20241218_1251) - Vor geraumer Zeit war hier von gängigen Grußformeln die Rede, jetzt geht es mal eben kurz um Dankesformeln. Bitte hier entlang: Wir vergewissern uns rasch: „Vielen Dank", „Lieben Dank" oder – leicht gesteigert – „Vielen lieben Dank" lauten die vielleicht meistgebrauchten Dankesbekundungen dieser Tage. Manche lassen es auch beim Emoji mit den dankbar aneinander gepressten - [Nur Kunst, Liebe und Tod – Horst Bieneks Tagebücher](https://www.revierpassagen.de/135561/nur-kunst-liebe-und-tod-horst-bieneks-tagebuecher/20241215_2143) - Der 1930 im oberschlesischen Gleiwitz geborene Horst Bienek konnte sich nach dem Krieg in die „Sowjetische Besatzungszone“ absetzen, ein Volontariat in Potsdam ergattern und erste Prosa-Texte veröffentlichen. Im September 1951 nimmt ihn Bertolt Brecht in seine Meisterklasse am Berliner Ensemble in Ost-Berlin auf und der junge Autor beginnt mit einem Tagebuch, in dem er fortan - [Heillose Heilanstalt: Heinz Strunks Roman „Zauberberg 2"](https://www.revierpassagen.de/135650/heillose-heilanstalt-heinz-strunks-roman-zauberberg-2/20241212_1739) - Welch ein tollkühnes Unterfangen, schon mit dem Romantitel und sodann mit der Handlung in einen Vergleich mit Thomas Mann einzutreten! Mit „Zauberberg 2" nimmt Heinz Strunk wie selbstverständlich Bezug auf Manns großen, just vor 100 Jahren erschienenen Roman „Der Zauberberg", der bekanntlich hauptsächlich in einem Sanatorium zu Davos spielte und wortmächtig aus einem gewaltigen Gedanken- - [Siepmann-Retrospektive: Freiheit im Gerüst](https://www.revierpassagen.de/89181/89181/19991009_1305) - Von Bernd Berke Recklinghausen. Heinrich Siepmann war immer ein ungemein stetiger und fleißiger Künstler. Allein 1220 Ölgemälde umfasst das Werkverzeichnis, das jetzt zur Retrospektive in Recklinghausen vorgelegt wird. Kürzlich litt der 94jährige an einer Lungenentzündung – und was tat er? Er zeichnete im Krankenbett einige ganz wunderbare Pastelle. Gewiss trug das Schaffen zur Genesung bei: - [Joachim Meyerhoff: Literarisches Denkmal für die Mutter](https://www.revierpassagen.de/135555/joachim-meyerhoff-literarisches-denkmal-fuer-die-mutter/20241211_1155) - Theatergänger lieben die genuschelten Spracheskapaden und schlaksigen Bewegungen von Joachim Meyerhoff, Literaturfans amüsieren sich köstlich über seine tragikomischen Erlebnisse und grotesken Selbstentblößungen. Dann aber wird der Wiener Burgschauspieler von einem Schlaganfall niedergestreckt, muss das Sprechen und Spielen neu lernen und wechselt ins Ensemble der Berliner Schaubühne. Doch alles kommt anders als gehofft. „Ich haderte mit - [Boualem Sansal muss aus der Haft entlassen werden](https://www.revierpassagen.de/135589/boualem-sansal-muss-aus-der-haft-entlassen-werden/20241209_1541) - Der Nächste bitte! Mit der Gewöhnung an autoritäre Politik werden Angriffe auf die Meinungsfreiheit zur Regel. Im Oktober 2012 hatte ich das Glück, Boualem Sansal in die Stadtbücherei Gladbeck einladen zu dürfen und mit ihm zu diskutieren. Das Gespräch dolmetschte Walter Weitz, in deutscher Sprache erschienene Texte Sansals las Schauspieler Martin Brambach. Inspirierende Abende wie - [Spinnenwelt, Kunstbetrieb, Getuschel – Buchtipps vor dem Fest](https://www.revierpassagen.de/135448/spinnenwelt-kunstbetrieb-getuschel-buchtipps-vor-dem-fest/20241207_1222) - Es ist mal wieder an der Zeit, in vorweihnachtlichen Tagen ein paar gesammelte Hinweise auf neue Bücher zu geben. Das große Krabbeln Zunächst ein Sachbuch-Thema, das viele Leute weniger erquicklich finden dürften. Jan Mohnhaupt, übrigens gebürtiger „Ruhri" vom Jahrgang 1983, legt sein Buch „Von Spinnen und Menschen. Eine verwobene Beziehung" (Hanser, 255 Seiten, 24 Euro) - [PEN-Vorsitzender Josef Haslinger in Dortmund: Lesung und mahnende Worte zu den Menschenrechten](https://www.revierpassagen.de/40839/pen-vorsitzender-josef-haslinger-in-dortmund-lesung-und-mahnende-worte-zu-den-menschenrechten/20170224_1708) - Josef Haslinger, prominenter Vorsitzender des PEN-Zentrums Deutschland, las jetzt in der Dortmunder Zeche Zollern (LWL-Industriemuseum) u. a. aus seinem Buch „Jáchymov“ (Fischer Taschenbuch Verlag), in dem er von der Tragödie der tschechoslowakischen Eishockeymannschaft zu Beginn der kommunistischen Herrschaft in dem osteuropäischen Land gegen Ende der 40er und in den 50er Jahren erzählt. Das Buch ist - [Kleine, große Lichtgestalt: Die Deutsche Oper am Rhein zeigt erstmals „Der Kreidekreis" von Alexander Zemlinsky](https://www.revierpassagen.de/135506/kleine-grosse-lichtgestalt-die-deutsche-oper-am-rhein-zeigt-erstmals-der-kreidekreis-von-alexander-zemlinsky/20241205_0022) - Die Federn fallen, fallen wie von weit, als kämen sie aus einer fernen Sphäre. Sanft schweben sie von den Vogelkäfigen nieder, in denen die Frauen eingesperrt sind, die für den Teehausbesitzer Tong arbeiten: gefallene Engel, verkaufte Kreaturen. Weiß sind ihre Gewänder, weiß die Federn. Weiß leuchtet hier alles, was noch gut und recht sein kann - [Goethe-Institut: Harte Jahre, schmale Mittel](https://www.revierpassagen.de/135471/goethe-institut-harte-jahre-schmale-mittel/20241203_1425) - Es sind harte Jahre – auch fürs weltweit aufgestellte Goethe-Institut, das deutsche Sprache und Kultur möglichst global vermitteln soll. Gesche Joost, erst seit 19. November neue Präsidentin des dem Außenministerium angegliederten Instituts, spricht von einer „Welt der neuen Rauheit", in der man umso dringlicher für demokratische Werte einstehen wolle. In Zeiten des erstarkten Rechtspopulismus, so - [Seelische Zerstörung: Floris Vissers penetrantes Bildertheater für Mozarts „Idomeneo“ in Köln](https://www.revierpassagen.de/133177/seelische-zerstoerung-floris-vissers-penetrantes-bildertheater-fuer-mozarts-idomeneo-in-koeln/20240223_0937) - Der alte Mann entkommt seiner Zelle nicht. Auf weiße gepolsterte Wände zeichnet er mit nervösem Strich immer wieder das gleiche Männchen, mit einem Dreizack in der Hand. Beim Familienbesuch rastet er aus, muss mit einer Spritze ruhiggestellt werden. Floris Visser führt während der Ouvertüre von Wolfgang Amadeus Mozarts „Idomeneo“ die Titelfigur als einen Gezeichneten ein. - [Balkanien in Köln: Franz Lehárs „Lustige Witwe“ mit dem Essener GMD Andrea Sanguineti am Pult](https://www.revierpassagen.de/132452/balkanien-in-koeln-franz-lehars-lustige-witwe-mit-dem-essener-gmd-andrea-sanguineti-am-pult/20231215_1452) - Jetzt hat auch Köln seine „Lustige Witwe“. Es gibt wohl kein Theater in Nordrhein-Westfalen, in dem in den letzten Jahren niemand im Maxim intim gewesen und die „Weiber“ studiert hätte. Nun gut, Intendant Hein Mulders wollte für das Ausweichquartier der Kölner Oper und in der (inzwischen erneut gefährdeten) Hoffnung auf rechtzeitige Eröffnung des Hauses am - [Aus dem Leben gerissen: Klavier-Festival-Intendant Franz Xaver Ohnesorg ist tot](https://www.revierpassagen.de/132103/aus-dem-leben-gerissen-klavier-festival-intendant-franz-xaver-ohnesorg-ist-tot/20231116_1905) - „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“: Der alte gregorianische Choral hat sich bitter bewahrheitet, als am Morgen des 15. November die schockierende Nachricht eintraf: Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, ist tot. Man kann es kaum fassen, es dringt erst allmählich vom Verstand ins Herz vor: Der dynamische 75-Jährige, vor zehn - [„Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin“: 100 Jahre Rundfunk als Massenmedium](https://www.revierpassagen.de/131925/achtung-achtung-hier-ist-die-sendestelle-berlin-100-jahre-rundfunk-als-massenmedium/20231029_1121) - Am 29. Oktober 1923 beginnt die Geschichte des Rundfunks als Massenmedium in Deutschland. Auf „Welle 400 Meter“ ist der Sprecher Friedrich Georg Knöpfke zu hören, wie er mit getragenem Pathos „Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin, im Vox Haus“ ansagt. In Nordrhein-Westfalen und dem besetzten Ruhrgebiet startet die Radiogeschichte jedoch erst ein Jahr später. - [Alles anders am Dortmunder Schauspiel? Neue Intendantin Julia Wissert kündigt deutlichen Kurswechsel an](https://www.revierpassagen.de/96657/alles-anders-am-dortmunder-schauspiel-kuenftige-intendantin-julia-wissert-kuendigt-deutlichen-kurswechsel-an/20190524_1816) - Fürs Dortmunder Sprechtheater brechen offenbar ganz neue Zeiten an. Zwar weiß man noch nichts Genaues, doch ließ die künftige Schauspielchefin Julia Wissert (34) heute bei ihrer Vorstellung in Dortmund bereits generell durchblicken, dass sie manches anders zu machen gedenkt als das bisherige Team unter Kay Voges. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Dortmund sei schon lange vor - [Rund um das neue Weltkulturerbe Corvey: Klosterlandschaft mit Leben erfüllt](https://www.revierpassagen.de/25659/rund-um-das-neue-weltkulturerbe-corvey-klosterlandschaft-mit-viel-kultur/20140628_0850) - Die Nachricht war lang ersehnt: Das westfälische Kloster Corvey, heute auf dem Stadtgebiet von Höxter, ist von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Als 39. Kulturstätte in Deutschland dürfen sich das karolingische Westwerk und die „civitas“ Corvey nun im Glanz des begehrten Titels sonnen. Seit 1999 standen die Reste der 822 gegründeten Benediktinerabtei - [Essener Philharmoniker: Neues Vergnügen an Tschaikowsky](https://www.revierpassagen.de/14984/essener-philharmoniker-neues-vergnugen-an-tschaikowsky/20130114_1827) - Ur- und Erstaufführungen sind selten in den auf reibungslosen Genuss ausgerichteten Sinfoniekonzerten der Essener Philharmoniker. So ist das fünf Jahre alte Schlagzeugkonzert des 54jährigen Engländers Simon Holt eine exotische Wahl. Obwohl das etwa halbstündige Werk mit dem Titel „A table of noises“ eher durch die virtuosen Partien für den Solisten Colin Currie als durch entschlossene Neutönerei auffällt, - [Wege zu sich selbst: Frühwerke Puccinis zum 100. Todestag in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/135416/wege-zu-sich-selbst-fruehwerke-puccinis-zum-100-todestag-in-der-philharmonie-essen/20241129_2102) - Die Suche nach dem Funken der Genialität berühmter Komponisten gehört zu den Standards einer glorifizierenden Geschichtsschreibung, die selbst im weit abgelegenen Jugendwerk noch die Ahnung des späteren Meisters erspüren will. Das funktioniert bei Wagner schon nicht und geht bei Giacomo Puccini vollends ins Leere. Nichts deutet darauf hin, dass aus dem Kirchenmusikschüler aus Lucca und - [Dortmunder Museum Ostwall: Künstlerinnen endlich aufwerten](https://www.revierpassagen.de/135051/dortmunder-museum-ostwall-kuenstlerinnen-endlich-aufwerten/20241024_1602) - Wie viele Kunstwerke im Bestand des Museums Ostwall im Dortmunder U stammen wohl von Frauen? Man ahnt es ja ungefähr – und doch verblüfft die Antwort: Es sind weniger als sieben Prozent. Seit einiger Zeit macht sich das weibliche Museumsteam daran, gezielt gegen die Dominanz weißer Männer anzugehen; neuerdings mit der Ausstellung „Tell these people - [Was bringt das Netzwerk Bluesky?](https://www.revierpassagen.de/135376/was-bringt-das-netzwerk-bluesky/20241128_1250) - Um es gleich vorwegzunehmen: So richtig zufrieden bin ich mit dem sozialen Netzwerk Bluesky noch nicht. Die unsägliche Dreckschleuder X (ehemals Twitter) von Elon Musk habe ich vor einiger Zeit leichten Herzens verlassen. Der Kerl wird den einen oder anderen Abgang sicherlich verschmerzen, aber wenn es in die Millionen ginge, wenn Deppen und Despoten der - [Berührende Tragödie: Cecilia Bartoli mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ in der Essener Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/135359/beruehrende-tragoedie-cecilia-bartoli-mit-glucks-orfeo-ed-euridice-in-der-essener-philharmonie/20241122_2018) - Es sind keine Blumenkränze und Myrtengirlanden, die der Chor in ein Grab streut: In den abgedunkelten Saal der Philharmonie Essen zieht er mit Kerzen ein, während das Orchester die erhabenen Weisen der Ouvertüre Christoph Willibald Glucks zu „Orfeo ed Euridice“ intoniert. Weinen, Klagen, Seufzer beschwören die Sängerinnen und Sänger in abgedunkeltem Klang. Am Rand der - [Sensation! Das Ruhrgebiet heißt wieder Ruhrgebiet](https://www.revierpassagen.de/135283/sensation-das-ruhrgebiet-heisst-wieder-ruhrgebiet/20241115_1518) - Welch eine aufregende Mitteilung uns aus Essen bzw. Gelsenkirchen ereilt! Das Ruhrgebiet darf wieder schlichtweg Ruhrgebiet heißen, wenn es um die Werbung für die Region geht. Das Revier (früher auch schon mal von übereifrigen Kreisen „Ruhrstadt" genannt) muss sich also nicht mehr zur „Metropole Ruhr" aufplustern und sich als Weltstadt gerieren. Garrelt Duin, noch relativ - [„Ausgeliefert" – Klassenkampf mit Apps und GPS](https://www.revierpassagen.de/135248/ausgeliefert-klassenkampf-mit-apps-und-gps/20241107_1803) - Damn, clusterfuck, cringe as fuck, shiny. Nur eine kleine Auswahl zwischendurch hingeworfener Wörter aus dem Prolog zum eigentlich auf Deutsch verfassten Buch. Sollte das etwa besonders „cool" klingen? Orry Mittenmayers Buch „Ausgeliefert" prangert jedenfalls die Methoden gewisser Essens-Lieferdienste an, enttäuscht allerdings am Anfang, wo es doch gerade in den Text locken sollte. Auch der einschläfernde - [„Wut und Wertung": Geschmacks-Debatten können so verletzend sein](https://www.revierpassagen.de/135091/wut-und-wertung-geschmacks-debatten-koennen-so-verletzend-sein/20241029_1349) - Das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) in Essen hat sich für die nächsten Monate ein übergreifendes Thema erkoren, es nennt sich „guilty pleasures", was etwas umständlich mit „schuldbesetzte Vergnügungen" übersetzt werden könnte. Freuden also, die man mit einigermaßen schlechtem Gewissen genießt – Flugreisen etwa oder exzessiven Medienkonsum der seichteren Art. Oder auch kulturelle Vorlieben, die dem waltenden - [Auf dem K2 der Liedkunst: Konstantin Krimmel und Daniel Heide mit einem Schubert-Mahler-Programm in Hamm](https://www.revierpassagen.de/135225/auf-dem-k2-der-liedkunst-konstantin-krimmel-und-daniel-heide-mit-einem-schubert-mahler-programm-in-hamm/20241105_1146) - Vor dieser Stimme möchte man kapitulieren. Die professionelle Kritiker-Distanz einfach mal aufgeben. Nicht länger leugnen, was sich hartnäckig in die Gedanken drängt, wohl wissend, dass Künstler so wenig miteinander verglichen werden sollten wie Äpfel mit Birnen. Konstantin Krimmel durchbricht unsere Gegenwehr. Der Bariton deutsch-rumänischer Abstammung singt so mühelos und klar, dass uns Fritz Wunderlich durch - [Mit Kaiser Theodoros durch Zeit und Raum irrlichtern](https://www.revierpassagen.de/135204/mit-kaiser-theodoros-durch-zeit-und-raum-irrlichtern/20241103_1553) - Der 1956 in Bukarest geborene Mircea Cartarescu hat unzählige Auszeichnungen erhalten und wird immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. Sein neuer Roman segelt mit Äthiopiens Kaiser „Theodoros“ (der sich 1868 eine Kugel in den Kopf schoss, als britische Truppen seine Festung Magdala eroberten) durch Zeit und Raum: Sein „Theodoros“ ist eine Erfindung, Traum - [„Es musste etwas besser werden“ – Jürgen Habermas und die Pflicht zur Vernunft](https://www.revierpassagen.de/135188/es-musste-etwas-besser-werden-juergen-habermas-und-die-pflicht-zur-vernunft/20241031_2010) - „Ich halte das Streben, die Welt um ein Winziges besser zu machen oder auch nur dazu beizutragen, die stets drohende Regression aufzuhalten, für ein ganz unverächtliches Motiv. Daher bin ich mit der Bezeichnung ,Philosoph und Soziologe' ganz zufrieden.“ So äußert sich Jürgen Habermas in einem neuen Buch, in dem er über die Motive seines Denkens, - [Stolz und Zuversicht: Gewichtiger Bildband „Ruhrgold" feiert die Schätze des Reviers](https://www.revierpassagen.de/135015/stolz-und-zuversicht-gewichtiger-bildband-ruhrgold-feiert-die-schaetze-des-reviers/20241027_1115) - Welch ein Trumm von einem Buch! Der wahrhaft aufwendig gestaltete Band „Ruhrgold. Die Schätze des Ruhrgebiets" feiert auf 700 farbig bebilderten Seiten im Kunstkatalog-Format nahezu alles, was das Revier zu bieten hat. Dieser Wälzer liegt sehr gewichtig in den Händen – mit etwa 2708 Gram, also über 2,7 Kilo, wenn ich richtig gewogen habe. Entschieden - [Unauflösliche Märchenwelt: Oper Köln eröffnet die Spielzeit mit „Die Frau ohne Schatten“](https://www.revierpassagen.de/131354/unaufloesliche-maerchenwelt-oper-koeln-eroeffnet-die-spielzeit-mit-die-frau-ohne-schatten/20230921_1945) - Dem früheren Intendanten des Aalto-Theaters Essen, Hein Mulders, ist mit der Strauss-Oper „Die Frau ohne Schatten“ zum Spielzeitauftakt ein markantes Statement gelungen. Die Inszenierung von Katharina Thoma hat jedoch Leerstellen, die auch von der hervorragenden Orchesterleistung unter Marc Albrecht nicht verfüllt werden können. Das üppige Orchester, die häufigen Verwandlungen, die Länge und die fünf extrem - [Poetische Reise durch romantische Gefühlsgefilde: Ein Abend mit Sofja Gülbadamova in Haus Martfeld in Schwelm](https://www.revierpassagen.de/102174/poetische-reise-durch-romantische-gefuehlsgefilde-ein-abend-mit-sofja-guelbadamova-in-haus-martfeld-in-schwelm/20191017_1302) - Haus Martfeld, ein auf eine kurkölnische Burg zurückgehendes Rittergut, heute im Besitz der Stadt Schwelm und soeben für eine gute Million saniert, begrüßt in seinem Saal vier Mal pro Saison eine kleine, feine, von Mäzenatentum getragene Kammermusikreihe, künstlerisch verantwortet von Liviu Neagu-Gruber, Geiger im Wuppertaler Sinfonieorchester. Zur Eröffnung der Reihe hatte er eine Pianistin eingeladen, - [Erlösung ist möglich: Tobias Kratzer lässt in seinem erfrischenden Bayreuther „Tannhäuser“ Raum für die Hoffnung](https://www.revierpassagen.de/99540/erloesung-ist-moeglich-tobias-kratzer-laesst-in-seinem-erfrischenden-bayreuther-tannhaeuser-raum-fuer-die-hoffnung/20190806_1228) - Muss Erlösung scheitern? In Richard Wagners „Tannhäuser“ in der erfrischend neuen und schlüssigen Inszenierung von Tobias Kratzer in Bayreuth bleibt die Frage weniger offen als andernorts. Während Tannhäuser und Wolfram von Eschenbach die blutbefleckte Leiche Elisabeths in ihren Armen bergen, öffnet sich auf einer zweiten Ebene ein neuer Horizont. Zu den Erlösungsgesängen des Fernchores ist - [Nicht nur zum Ende der Zechen-Ära eine Erinnerung wert: August Siegel, Bergmann und Gewerkschafts-Pionier](https://www.revierpassagen.de/50408/nicht-nur-zum-ende-der-zechen-aera-eine-erinnerung-wert-august-siegel-bergmann-und-gewerkschafts-pionier/20180521_1919) - Gastautor Horst Delkus erinnert - nicht zuletzt aus Anlass der bald endenden Zechen-Ära im Ruhrgebiet - an den Bergmann und Gewerkschafter August Siegel (1856-1936), einen Pionier der Arbeiterbewegung des Reviers: Die Heilige Barbara - Schutzpatronin der Bergleute - muss mit dem Kopf geschüttelt haben, als sie erfuhr, wie die katholische Geistlichkeit gegen den neu gegründeten - [Ein großer Tag dämmert den BoSys: Gustav Mahlers Neunte in Bochum lässt tief betroffen zurück](https://www.revierpassagen.de/49120/ein-grosser-tag-daemmert-den-bosys-gustav-mahlers-neunte-in-bochum-laesst-tief-betroffen-zurueck/20180313_0810) - Abschied durchweht das Vierte Sinfoniekonzert der Bochumer Symphoniker (BoSys): Letzte Werke sind angesetzt. Richard Strauss‘ „Vier letzte Lieder“ eröffnen den Abend, Gustav Mahlers letzte vollendete Sinfonie krönt ihn. Zwei Werke, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Bei Strauss ein üppig glühender, langsam in zarten Farben erblassender Sonnenuntergang, harmonisch schwelgerisch, melodisch intensiv. Bei Mahler zerrissenes, drohendes Wetterleuchten - [Mumien-Ausstellung in Hamm wirft Fragen auf: Ein besonderes Exponat stammt aus dem 3D-Drucker](https://www.revierpassagen.de/47045/mumien-ausstellung-in-hamm-wirft-fragen-auf-ein-besonderes-exponat-stammt-aus-dem-3d-drucker/20171130_1845) - Fangen wir nachrichtlich nüchtern an: Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm zeigt ab 3. Dezember eine Ausstellung über Mumien. Titel: "Der Traum vom ewigen Leben". Doch damit hat es nicht sein Bewenden. Erweiterter Begriff Die Fachwelt verwendet den Begriff "Mumie" heute mit deutlich erweiterter Bedeutung. Da geht es keineswegs nur ums Alte Ägypten und einbalsamierte Pharaonen. Vielmehr - [Euphorie im Eigenheim: Die Bochumer Symphoniker beziehen das Musikforum Ruhr](https://www.revierpassagen.de/38675/euphorie-im-eigenheim-die-bochumer-symphoniker-beziehen-das-musikforum-ruhr/20161108_0024) - Viktoria! Es ist vollbracht. Die Horngruppe der Bochumer Symphoniker erhebt sich von den Stühlen und schmettert das erlösende D-Dur-Finale in alle Himmelsrichtungen. Unter unsäglichen Mühen wurde dieser siegreiche Schluss errungen, nach einer langen und stürmischen Schlacht widerstreitender Kräfte. Jetzt aber gibt es kein Halten mehr. Gustav Mahlers 1. Sinfonie mündet in einen Triumph, der das - [Jugendjahre eines Genies: Yefim Bronfman spielt das frühe Klavierwerk von Prokofjew](https://www.revierpassagen.de/32951/jugendjahre-eines-genies-yefim-bronfman-spielt-das-klavierwerk-des-jungen-prokofjew/20151030_0005) - Es gibt Konzerte, die längst begonnen haben, bevor auch nur der erste Ton erklingt. Der Blick auf das angekündigte Programm lässt stutzen. Wie in aller Welt passen Werke von Sergej Prokofjew und Robert Schumann zueinander? Was hat das russische „Enfant terrible“ mit dem zentralen Exponenten der deutschen Romantik zu tun? Was mag dabei herauskommen, wenn - ["White House Down" - Explodierende Monumentalbauten](https://www.revierpassagen.de/20331/white-house-down-explodierende-monumentalbauten/20130929_1202) - Roland Emmerich, der Katastrophenfilm-Spezi, hat wieder einen Film gemacht, ganz nach dem Muster der anderen, zum Teil recht erfolgreichen: „Independence Day“, „Godzilla“ und „The Day After Tomorrow“. Er lässt gerne was explodieren oder auf alienöse Weise aus dem All zerdeppern. Er schafft draufgängerische Helden, die sich für nix zu schade sind, und die seit Jahren - [Grenzgänge zwischen Kunst und Musik: Ruhrtriennale-Chef Heiner Goebbels arbeitet für eine Ausstellung in Darmstadt](https://www.revierpassagen.de/9173/grenzgange-zwischen-kunst-und-musik-triennale-chef-heiner-goebbels-arbeitet-fur-eine-ausstellung-in-darmstadt/20120518_0210) - So starr waren sie auch früher nicht, die Grenzen zwischen (bildender) Kunst und Musik, man denke nur an die Oper als „Gesamtkunstwerk“. Oder an synästhetische Fragen wie die nach dem „Klang“ von Farben (Olivier Messiaen) oder eben auch der „Farbe“ von Klängen, ein Thema, das die Musik seit den 19. Jahrhundert ausdrücklich beschäftigt. Doch die - [Mordgerät im Malz: Donizettis „Le Duc d’Albe“ in Antwerpen](https://www.revierpassagen.de/9027/mordgerat-im-malz-donizettis-le-duc-dalbe-in-antwerpen/20120507_1325) - Belgien ist das Land des Bieres, und so wirkt es naheliegend, dass in diesem Land auch Revolutionen mit der Kunst des Brauens zu tun haben. Im zweiten Akt von Donizettis unvollendeter Oper „Le Duc d’Albe“ ist die Brauerei eines gewissen Daniel ein Hort des Widerstands gegen den spanischen Schlächter: Mordwerkzeuge unter Malz, Kämpfer kehren keimendes - [Glaskunst in Leipzig: Fenster des Bottroper Bauhaus-Künstlers Josef Albers rekonstruiert](https://www.revierpassagen.de/6678/sinnliche-glaskunst-in-leipzig-die-fenster-der-bottroper-bauhaus-kunstlers-josef-albers-sind-rekonstruiert/20120110_0034) - Leipzig/Bottrop. Er war zweifellos einer der einflussreichsten Bauhaus-Künstler, vor allem, weil er die Ideen dieser Weimarer und später Dessauer Bewegung in den USA verbreitete: Josef Albers, 1888 in Bottrop geboren, unterrichtete nach seiner Emigration 1933 spätere Größen wie John Cage, Robert Rauschenberg, Merce Cunningham oder Richard Serra. In Bottrop erinnert das Josef Albers Museum im - [„Goldene Pracht“: 300 Objekte mittelalterlicher Goldschmiedekunst ab Februar in Münster](https://www.revierpassagen.de/6661/goldene-pracht-in-munster-ausstellung-zeigt-300-objekte-mittelalterlicher-goldschmiedekunst/20120109_1300) - Es geht nicht nur um Reiz und Glanz des Edelmetalls: Die Ausstellung „Goldene Pracht“ in Münster will als interdisziplinäres Kooperationsprojekt das theologische, historische und soziale Umfeld beleuchten, im dem kostbare Werke mittelalterlicher Schatzkunst entstanden sind. Gemeinsam mit dem Landesmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und dem Bistum Münster ist der Forschungsverbund „Religion und Politik“ an der - [Sole Sentry rocken plugged und unplugged in der Hafenliebe](https://www.revierpassagen.de/4726/sole-sentry-rocken-plugged-und-unplugged-in-der-hafenliebe/20111008_1923) - Die bisher im Bam Boomerang beheimatete Dienstag-Reihe "tuesday live" bietet ab jetzt in der Dortmunder Hafenliebe lokalen Bands eine Bühne. Sole Sentry, die in Kulturcafés, Diskotheken und sogar Heavy-Metal-Kneipen, ein Standbein im Live-Sektor gefunden haben, werden am 11. Oktober in der Hafenliebe plugged und unplugged auftreten. Die Band um den gebürtigen Australier Kieron Gerbig verlangt - [Momente großen Gesangs: Elīna Garança wird in der Philharmonie Essen gefeiert](https://www.revierpassagen.de/134999/momente-grossen-gesangs-elina-garanca-wird-in-der-philharmonie-essen-gefeiert/20241017_1323) - Perfekt, schlichtweg perfekt: Wie Elīna Garança die Arie „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ aus Camille Saint-Saëns‘ „Samson et Dalia“ fließen lässt, erinnert an die größten Mezzosoprane der Gesangsgeschichte. Der Liederabend der Wiener Kammersängerin in der Philharmonie Essen wurde zum Ereignis. Begonnen hat die lettische Sängerin im ersten Teil ihres Konzerts mit einem Liedprogramm. Von - [„Try Praying" – Endzeit-Gedichte von Sibylle Berg](https://www.revierpassagen.de/134950/try-praying-endzeit-gedichte-von-sibylle-berg/20241015_2006) - Gedichte von Sibylle Berg? Na, das wird was sein. Bestimmt verdammt cool, hinreichend schnoddrig und von der Lebenswelt rundweg angewidert, oder? Mh. „Try Praying" – ungefähr „Versucht`s mit Beten" – heißt der schmale Band, der vermeintlich „Gedichte gegen den Weltuntergang" versammelt. Doch sind es nicht eher Texte, die dem Weltuntergang und artverwandten Phänomenen folgen wie - [„Reality Check" im Kunstmuseum Ahlen: Wirklichkeit auf dem Prüfstand](https://www.revierpassagen.de/134909/reality-check-im-kunstmuseum-ahlen-wirklichkeit-auf-dem-pruefstand/20241013_1232) - Seit etlichen Jahren kursieren medial und zumal im Internet zahllose Fake News oder andere Lügen. Mit einer entfesselten KI-Revolution dürfte sich all das noch ungemein beschleunigen. Hohe Zeit also auch für die Kunst, die Realität und deren Gegenkräfte zu überprüfen. Obwohl: Bewegen sich die Künste nicht seit jeher irgendwo zwischen Wirklichkeit und Vorstellung? Ist nicht - [Klangsammler mit feiner Feder: Das Konzerthaus Dortmund würdigte Beat Furrer zum 70. Geburtstag mit einer „Zeitinsel“](https://www.revierpassagen.de/134885/klangsammler-mit-feiner-feder-das-konzerthaus-dortmund-wuerdigt-beat-furrer-zum-70-geburtstag-mit-einer-zeitinsel/20241011_0123) - Er wehrt sich gegen das Bild des versponnenen Elfenbeinturm-Bewohners. Obwohl der Komponist Beat Furrer, gebürtiger Schweizer, in einem abgeschiedenen Forsthaus in den österreichischen Bergen arbeitet, beteuert er im Podiumsgespräch mit dem Konzerthaus-Intendanten Raphael von Hoensbroech: „Ich möchte mich nicht zurückziehen. Ich lebe in dieser Welt und nehme Anteil an ihr.“ Das Konzerthaus Dortmund würdigte Beat - [Abgründe der Liebe – „Das Buch der Schwestern" von Amélie Nothomb](https://www.revierpassagen.de/134438/abgruende-der-liebe-das-buch-der-schwestern-von-amelie-nothomb/20241008_2105) - Die Liebe zwischen Nora und Florent ist ausschließlich und selbstsüchtig. Jeder andere ist ein Störfaktor, wenn sie sich mit Blicken verschlingen und vor Begehren kaum an sich halten können. Was sollen sie mit einem Baby anfangen? Doch plötzlich haben sie eine Tochter, taufen sie auf den Namen Tristane, überlassen das traurige Wesen ganz sich selbst - [Ruin der menschlichen Beziehungen – Johan Simons inszeniert O`Neills „Eines langen Tages Reise in die Nacht" in Bochum](https://www.revierpassagen.de/134788/ruin-der-menschlichen-beziehungen-johan-simons-inszeniert-oneills-eines-langen-tages-reise-in-die-nacht-in-bochum/20240929_1949) - Am Eingang wird das Publikum gewarnt. Laut werde es, aber nur am Anfang, kostenlose Ohrenstöpsel gibt’s am Stand mit den Programmen. Auf der Bühne dann, der eiserne Vorhang hat sich gehoben, ein weißes Haus mit Fenstern, Tür und Inneneinrichtung. Das steht da einfach so, minutenlang, während aus dem Off ein betörend schönes, langsames Blechbläsersolo ertönt. - [Franz Schubert als Fixstern: Das Alinde Quartett verbindet kristalline Transparenz mit unbändiger Spielfreude](https://www.revierpassagen.de/134760/franz-schubert-als-fixstern-das-alinde-quartett-verbindet-kristalline-transparenz-mit-unbaendiger-spielfreude/20240927_2035) - Die Sehnsucht nach dem großen Glück nimmt im Gedicht „Alinde“ von Friedrich Rochlitz die Gestalt einer jungen Frau an. Der lyrische Ich-Erzähler, der lang und bang auf seine Liebste wartet, ruft ungeduldig ihren Namen: „Alinde, Alinde!“ Franz Schubert, der die Verse 1827 als Strophenlied vertonte, lässt die Ersehnte wie ein Echo antworten: „Du suchtest so - [Wenn Monteverdi auf persische Mystik trifft: Musikschule Bochum feiert die kulturelle Vielfalt](https://www.revierpassagen.de/134735/wenn-monteverdi-auf-persische-mystik-trifft-ein-konzert-der-musikschule-bochum-feiert-die-kulturelle-vielfalt/20240926_1418) - Es gehört zum Leitbild der Musikschule Bochum, allen Altersgruppen und allen Einwohnern mit internationalen Wurzeln offen zu stehen. Zu ihnen zählt der 1937 in Karatschi (Pakistan) geborene Pervez Mirza, der mehr als 30 Jahre lang Klavier und Musiktheorie an der Musikschule unterrichtet hat. Er organisierte jetzt ein Konzert im Museum Bochum, das so unverbindlich bunt - [Pfuschi, Fritten, Drogen-Dackel – der Sound des Reviers](https://www.revierpassagen.de/134701/pfuschi-fritten-drogen-dackel-der-sound-des-reviers/20240926_1530) - Kurz zu berichten ist von einem ehrbaren Handwerker in Dortmund, der auf seine unverwechselbare Weise etwas von den älteren Revierzeiten lebt und verkörpert. Sein genaues Metier sei nicht genannt, sonst erfährt er am Ende noch, dass er gemeint ist. Muss ja nicht sein. Ich höre von drei Äußerungen, die er während eines einzigen Kundengesprächs binnen - [Die Welt als Todesacker – „Mein drittes Leben"](https://www.revierpassagen.de/134432/die-welt-als-todesacker-mein-drittes-leben/20240924_1121) - Sie hatte alles: eine riesige Wohnung, einen spannenden Beruf und eine tolle Familie. Doch dann zerbricht Lindas Leben in einem einzigem Moment. Sonja, die geliebte Tochter, passionierte Rennradfahrerin und lebensfroher Freigeist, wird auf dem Weg zu einem Arzttermin von einem Lastwagen überrollt und zermalmt. Alles, was für Linda eine Bedeutung hatte, löst sich mit einem - [„Die Geschichten in uns" – Leben und Schreiben des Benedict Wells](https://www.revierpassagen.de/134436/die-geschichten-in-uns-leben-und-schreiben-des-benedict-wells/20240917_1924) - Immer wieder er hat seine Coming-of-Age-Story vom schüchternen Jungen in einem amerikanischen Provinzkaff der 1980er Jahre verändert und umgeschrieben, das ausufernde Manuskript radikal eingekürzt, an der Alltagssprache des Erzählers geschraubt. Nächtelang hat er gegrübelt, warum er die Geschichte so wichtig findet und sie anderen mitteilen will, was sie mit seinem eigenen Leben zu tun haben - [Der doppelte Herbert: Fritsch und Grönemeyer mit dem schrillen Spaß „Pferd frisst Hut“ bei der Ruhrtriennale](https://www.revierpassagen.de/134643/der-doppelte-herbert-fritsch-und-groenemeyer-mit-dem-schrillen-spass-pferd-frisst-hut-bei-der-ruhrtriennale/20240913_1736) - Da weiß einer nicht, was er will. Der Strohhut aus Florenz, dem Fadinard am Tag seiner Hochzeit wie verrückt hinterherjagt – das Original wurde nämlich von seinem Droschkenpferd gefressen – ist lediglich ein Symbol dafür, dass der Mann am liebsten Reißaus nehmen möchte: vor der Braut, der Verwandtschaft, der Hochzeitsgesellschaft, womöglich sogar vor sich selbst. - [Erzählstoff überall – Judith Kuckarts „Die Welt zwischen den Nachrichten"](https://www.revierpassagen.de/134591/erzaehlstoff-ueberall-judith-kuckarts-die-welt-zwischen-den-nachrichten/20240913_1029) - Jede(r) möge es für sich bedenken: Welche – mehr oder weniger vagen – Berührungspunkte hatte mein Leben mit der Sphäre der Nachrichten? Und was folgt womöglich daraus? Judith Kuckart schneidet derlei Fragen in ihrem neuen, autobiographisch grundierten Roman „Die Welt zwischen den Nachrichten" keineswegs umweglos an, sondern vielschichtig, hintergründig, zuweilen auch irrlichternd. Staunenswert, welche Zeitlinien - [Finale um die Currywurst: Berlin vs. Ruhrgebiet](https://www.revierpassagen.de/134563/finale-um-die-currywurst-berlin-vs-ruhrgebiet/20240909_1848) - Manches, was immer und immer wieder als reviertypisch hervorgekramt wird, kann einem auf Dauer ein bisschen auf den Geist gehen. Grönemeyers Liedgut beispielsweise. Die ewige Rivalität zwischen Schalke und dem BVB. Die alljährlich abgefeierte Büdchenkultur. Oder die Currywurst. Doch im Grunde ist uns all das ans Herz gewachsen, oder etwa nicht? Seit Jahrzehnten wird im - [Das Schlucken des Buckelwals: Das Chorwerk Ruhr präsentiert sich bei der Ruhrtriennale künstlerisch überragend](https://www.revierpassagen.de/134541/das-schlucken-des-buckelwals-das-chorwerk-ruhr-praesentiert-sich-bei-der-ruhrtriennale-kuenstlerisch-ueberragend/20240906_2029) - Das wurde aber auch Zeit. Nachdem das Chorwerk Ruhr in der Triennale-Produktion „Abendzauber“ lediglich Teil einer Installation war, eines Happenings, das Stücke von Bruckner und Björk auf die Rolle eines Soundtracks reduzierte, durfte das weithin gerühmte Vokalensemble nun ein echtes Konzert geben. In der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum gab es tatsächlich „nur Musik“ (um - [Schluss- und Ausverkauf: Literarische Verlage an der Ruhr – verzweifelt gesucht!](https://www.revierpassagen.de/134470/schluss-und-ausverkauf-literarische-verlage-an-der-ruhr-verzweifelt-gesucht/20240902_1550) - Erstaunlich lapidar klingt, was die Verleger Ingrid und Ernst Gerlach da so ganz am Rand auf der Homepage ihres Oberhausener assoverlages verlauten lassen: „Liebe Leserinnen und Leser, wir möchten Ihnen heute mitteilen, dass wir unseren Verlag zum 31.12.2024 auflösen werden. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber aus Altersgründen und ohne Nachfolger haben wir uns - [Gruppendynamische Selbstbeschau – „Spiegelneuronen" in Salzburg](https://www.revierpassagen.de/134440/gruppendynamische-selbstbeschau-spiegelneuronen-in-salzburg/20240826_1632) - Der Vorhang hebt sich, sofort geht ein Raunen durchs Publikum. Der Bühnenraum ist durch einen riesigen Spiegel verstellt, der jeden Zuschauer und jede seiner Bewegungen und Gefühlsausdrücke offenlegt. Wenn jemand seinem Ebenbild zuwinkt und dabei fröhlich grinst, machen bald auch (fast) alle anderen das nach. Wenn jemand mit den Armen rudert oder eine Wellenbewegung andeutet, - [Dies und das in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/134164/dies-und-das-in-wuppertal/20240727_1128) - Wuppertal denke ich mir immer etwas abseits, im Windschatten des Ruhrgebiets, meinetwegen auch im toten Winkel von Düsseldorf liegend. Das mag ungerecht sein. Es ist halt nur so ein Gefühl. Und so geht's auch weiter, nämlich vorwiegend assoziativ. „Zuckerpuppe" und Blankenese Wie es mir jetzt wieder in den Sinn kam, hat es mit der Stadt - [Mit vokalem Volldampf durch Georgien: Der Trinity Cathedral Choir aus Tiflis bei der Ruhrtriennale](https://www.revierpassagen.de/134406/mit-vokalem-volldampf-durch-georgien-der-trinity-cathedral-choir-aus-tiflis-bei-der-ruhrtriennale/20240821_1834) - Fraglos erwartet man Außergewöhnliches von einem Chor, der zur Ruhrtriennale eingeladen wird, zumal das Festival mit dem Chorwerk Ruhr einen bewährten Partner mit glänzendem Ruf an seiner Seite hat. Aber die vokale Wucht und die Vielseitigkeit des Georgian State Chamber Choir sprengt dann doch die Vorstellungskraft. Für ihr Konzert in der Turbinenhalle der Jahrhunderthalle - [Personenkult um einen deutschen Star: „I want absolute beauty“ wird durch Sandra Hüller zum Renner der Ruhrtriennale](https://www.revierpassagen.de/134386/personenkult-um-einen-deutschen-star-i-want-absolute-beauty-wird-durch-sandra-hueller-zum-renner-der-ruhrtriennale/20240820_1244) - Sandra Hüller. Muss hier wirklich noch mehr gesagt werden? Jawohl, unbedingt, sofern man nicht einfach sein Gehirn ausschalten und ein geliebtes Idol feiern möchte wie auf einem Rock-Konzert. Nichts anderes ist die Triennale-Produktion „I want absolute beauty“ in der Jahrhunderthalle Bochum: eine lautstark wummernde, von Lichtgewittern durchzuckte Show um einen Star, ein auf Taschenformat eingedampfter - [„Nachspielzeit" des Lebens – Späte Lyrik von Jürgen Becker](https://www.revierpassagen.de/134336/nachspielzeit-des-lebens-spaete-lyrik-von-juergen-becker/20240816_1855) - Mit den vielen Lebensjahren wird der menschliche Handlungsradius spürbar kleiner und enger, es zählen nun zusehends Dinge und Zustände im Nahbereich. Was man sich darunter vorstellen kann, beschreibt der 1932 in Köln geborene Büchnerpreisträger Jürgen Becker in seinem Lyrik-Band „Nachspielzeit", der – dem Untertitel zufolge – „Sätze und Gedichte" enthält. Eine „Nachspielzeit" gibt es nicht - [Mit Hopfen und Malz ins Operettenglück: Ausflug zu einer ungewöhnlichen Novität in Mecklenburg](https://www.revierpassagen.de/130300/mit-hopfen-und-malz-ins-operettenglueck-ausflug-zu-einer-ungewoehnlichen-novitaet-in-mecklenburg/20230508_1607) - Die Operette ist tot? Nö, sie könnte vor Lebensfreude sprühen, aber sie wird seit Jahren ausgehungert. In Neustrelitz ist jetzt eine nagelneue Operette zu sehen. Ihr Thema: das Bier. Also auf zu einem Ausflug nach Mecklenburg. Die arme Operette. Sie ist ein Opfer von Sparwut, die Operettenensembles abgebaut hat, von Intendanten, die sie aus den - [Auch die Revierpassagen sagen: Tschüss, Facebook!](https://www.revierpassagen.de/50920/auch-die-revierpassagen-sagen-tschuess-facebook/20180609_2049) - So. Jetzt habe ich auch die Facebook-Präsenz der Revierpassagen abgeschaltet. Diese „Fanseite" (welch eine Bezeichnung!) war über sieben Jahre hinweg immerhin eine gute Möglichkeit, zusätzlich ein paar Hundert Leute auf neue Beiträge aufmerksam zu machen, die bei Facebook nicht persönlich mit mir befreundet sind. Dahin, dahin. Jedenfalls vorerst. Bei Facebook (FB) habe ich unterdessen die - [Start mit hoher Schlagzahl: Ivo van Hove verdichtet die Ruhrtriennale 2024 auf viereinhalb Wochen und drei Städte](https://www.revierpassagen.de/134314/start-mit-hoher-schlagzahl-ivo-van-hove-verdichtet-die-ruhrtriennale-2024-auf-viereinhalb-wochen-und-drei-staedte/20240814_1451) - Konzentration, Verdichtung, Schlagkraft: Unter diesen Vorzeichen legt die Ruhrtriennale 2024 am 16. August los. In seinem ersten Jahr als Intendant will der Belgier Ivo van Hove das Kunstereignis intensivieren, indem er es zeitlich und räumlich begrenzt. Das Programmangebot ist gewohnt umfangreich, aber das Festival wird nur noch viereinhalb Wochen dauern. Von den Spielorten sind lediglich - [Das Kabarett neu justiert – ein paar Zeilen zum Tod von Richard Rogler](https://www.revierpassagen.de/134298/das-kabarett-neu-justiert-ein-paar-zeilen-zum-tod-von-richard-rogler/20240813_2025) - Welch ein Verlust! Der Wahl-Kölner Richard Rogler ist mit gerade einmal 74 Jahren gestorben. Er war im üblichen Wortsinne weder Kabarettist noch gar Comedian, sondern einer, der die Kabarett-Kunst an den entlarvenden Schnittstellen zwischen Privatleben und Politik recht eigentlich neu justiert hat. Insofern ein Pionier seines Metiers. Stationen seines Werdegangs (darunter auch Kindertheater) und die - [Medaillen, Hymnen und so weiter](https://www.revierpassagen.de/134262/medaillen-hymnen-und-so-weiter/20240811_1706) - Schon etwas seltsam (Running Mate Tim Walz würde wohl sagen: „weird"), dass man diesen nationalistisch angehauchten Quatsch immer noch beachtet. Muss ich mich jetzt der verstohlenen Blicke auf schnöde Ziffern schämen? Kaum hatte Olympia in Paris etwas Fahrt aufgenommen, habe ich tatsächlich wieder täglich auf den Medaillenspiegel geschielt und mit gemischten Gefühlen bemerkt, wie sehr - [Nüchterne Inventur: Ulrich Peltzers „Der Ernst des Lebens"](https://www.revierpassagen.de/134217/nuechterne-inventur-ulrich-peltzers-der-ernst-des-lebens/20240806_1355) - Nur selten liest man Bücher, die so unaufgeregt und nüchtern daherkommen wie Ulrich Peltzers Roman „Der Ernst des Lebens". Dabei geht es doch ums Ganze. Der Autor ist offenbar jedem Getue abhold – ebenso wie sein Antiheld Bruno van Gelderen. Der zieht Zwischenbilanz, hält Inventur. Was ist der Treib-, Schmier- und Klebstoff (s)eines Lebens? Immer - [Das Ungeheuer vom Harkortsee lockt die Welt ins Revier](https://www.revierpassagen.de/134132/das-ungeheuer-vom-harkortsee-lockt-die-welt-ins-revier/20240722_1356) - Nun liegt die Fußball-EM auch schon wieder ein Weilchen hinter uns – und im Revier muss man sich wieder nach anderen touristischen Attraktionen umsehen. Es gibt leichtere Aufgaben. Doch guter Rat ist gar nicht so teuer, es gibt ihn hier sogar gratis! Der Reihe nach. Gestern gingen meine Frau und ich an Ruhr und Harkortsee - [Millionenfach geliebte Fantasiewelten: Vor 50 Jahren starb die erfolgreiche Kinderbuchautorin Enid Blyton](https://www.revierpassagen.de/81654/kindertraeume-und-fantasiewelten-vor-50-jahren-starb-die-erfolgreiche-kinderbuchautorin-enid-blyton/20181128_0001) - Eine idyllische Bucht mit Sandstrand und Klippen, ein heimeliges altes Haus, draußen im Meer eine geheimnisvolle Insel mit einer Ruine, im Land ein mysteriöses Moor: Das ist die Landschaft, in der Enid Blyton ihre „Famous Five“ Ferien-Abenteuer in England erleben lässt. Julius, Richard, Anne, Georg und der Hund Tim – so heißen die „Fünf Freunde“ - [Bücher, kurz vorgestellt: Hotel, Proletariat, Apokalypse](https://www.revierpassagen.de/134078/buecher-kurz-vorgestellt-hotel-proletariat-apokalypse/20240712_1127) - Ich leiste Abbitte. Hier sind noch drei Bücher, die wohl eine ausführlichere Besprechung verdient hätten. Doch fehlte mir wegen besonders misslicher Umstände schlicht und einfach die Zeit, die jetzt schon wieder in Richtung Herbst galoppiert. Drum seien die Bände hier immerhin kurz vorgestellt: Eine veritable Wiederentdeckung ist der Roman von Maria Leitner: „Hotel Amerika" (Reclam, - [Musikalisch lohnende Mozart-Rarität: „Ascanio in Alba“ an der Oper Frankfurt](https://www.revierpassagen.de/132633/musikalisch-lohnende-mozart-raritaet-ascanio-in-alba-an-der-oper-frankfurt/20231229_1721) - Glückliche Menschen, wenn das Sollen und das Wollen in so wunderbarer Übereinstimmung zueinander finden. Für die junge Silvia ist der vorher bestimmte Bräutigam zugleich der Mann ihrer Träume. Ein Wunder ist das nicht, hat doch keine Geringere als die Göttin der Liebe, Venus höchstpersönlich, das Verhältnis für ihren Sohn Ascanio arrangiert und Amor losgeschickt, um - [Auf Augenhöhe: Lydia Steier stellt sich mit „Aida“ der legendären Regie von Hans Neuenfels](https://www.revierpassagen.de/132376/auf-augenhoehe-lydia-steier-stellt-sich-mit-aida-der-legendaeren-regie-von-hans-neuenfels/20231213_2019) - Eben noch besang die ägyptische Gesellschaft Ruhm und Ehre, da wird das Opernhaus dunkel und durch die Schwärze dröhnen Explosionen, Granateneinschläge, Geschützfeuer und tuckernde Panzermotoren. Lydia Steier lässt in ihrer Frankfurter Neuinszenierung von Giuseppe Verdis „Aida“ den Krieg nicht zum beschaulichen Kostümfest verniedlichen. Sie beschwört ihn mit Geräuschen im Finstern. Beklemmend, unheimlich, und für manchen - [Das „Opernhaus des Jahres“ Frankfurt zeigt „Le Nozze di Figaro“ als schwerelose Komödie](https://www.revierpassagen.de/131667/das-opernhaus-des-jahres-frankfurt-zeigt-le-nozze-di-figaro-als-schwerelose-komoedie/20231009_2235) - Im Frankfurter Opernhaus atmet alles Leichtigkeit. Thomas Guggeis, neuer GMD als Nachfolger von Sebastian Weigle dirigiert zum Einstand Wolfgang Amadeus Mozarts so leichtfüßiges wie gewichtiges Meisterwerk „Le Nozze di Figaro“. Sein blonder Schopf hebt sich über die Brüstung des Grabens. Rötlich schimmern die Haare, rucken im Rhythmus eines Körpers, der dem Orchester Signale setzt. Eine - [RuhrTriennale: Tanz-Skulptur auf der Halde](https://www.revierpassagen.de/19694/ruhrtriennale-tanz-skulptur-auf-der-halde/20130826_2123) - Das Stück beginnt, und nach wenigen Minuten haben die Zuschauer oben im Amphitheater auf der Halde Haniel in Bottrop alles gesehen. Das können sie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen. Erst mit zunehmender Dauer von Boris Charmatz‘ Choreografie „Levée des conflits“ (Die Aufhebung der Konflikte) erahnt man das Prinzip, begreift die Struktur im vermeintlichen - [Vom Blog zum Buch: Gerd Herholz und seine „Interventionen aus dem Ruhrgebiet"](https://www.revierpassagen.de/134049/vom-blog-zum-buch-gerd-herholz-und-seine-interventionen-aus-dem-ruhrgebiet/20240709_1025) - Dies ist eigentlich keine Rezension. Es wäre ja auch ziemlich unredlich, hier eine Kritik zu Gerd Herholz' Buch „Gespenster GmbH" zu veröffentlichen, hat doch die Erstfassung vieler der darin versammelten Blog-Beiträge just in den Revierpassagen gestanden. Ergo habe ich sie seinerzeit selbst gegengelesen und punktuell redigiert, was freilich bei einem so versierten Autor wie Herholz - [„Lyriksalven pflügen sich kometenhaft ins Gedächtnis" oder: Höhenflüge beim Poetry Slam](https://www.revierpassagen.de/130950/lyriksalven-pfluegen-sich-kometenhaft-ins-gedaechtnis-oder-hoehenfluege-beim-poetry-slam/20230717_2101) - Es ist schon sehr lange her, doch erinnere ich mich gut, wie uns schon in den Einführungs-Veranstaltungen des Germanistikstudiums eingeschärft wurde, doch bitte Worte wie „Dichtung" und „Dichter" (vom Gendern war noch keine Rede) nicht weiter zu verwenden. So erhaben und feierlich sollte es nicht mehr zugehen, denn derlei Tremolo-Stimmung war oft genug missbräuchlich verwendet - [Schmerzlicher Verlust: Der Bonner Operndirektor Andreas Meyer ist überraschend gestorben](https://www.revierpassagen.de/129925/schmerzlicher-verlust-der-bonner-operndirektor-andreas-meyer-ist-ueberraschend-gestorben/20230411_1511) - Die Nachricht ist schockierend: Einer der profiliertesten Dramaturgen in der europäischen Opernlandschaft ist tot. „Mit großer Bestürzung“ teilte das Theater Bonn am Ostermontag den Tod seines Operndirektors Andreas K. W. Meyer mit. Meyer verstarb mit 64 Jahren infolge von Herzversagen am Karsamstag, 8. April 2023. Andreas K. W. Meyer war keiner von denen, die sich - [Totale Maskerade: Giuseppe Verdis „Un ballo in maschera“ am Aalto-Theater Essen wieder aufgenommen](https://www.revierpassagen.de/127558/totale-maskerade-giuseppe-verdis-un-ballo-in-maschera-am-aalto-theater-essen-wieder-aufgenommen/20221015_1420) - Gustav III. von Schweden, das historische Vorbild von Giuseppe Verdis Riccardo im „Maskenball“, war ein Opern- und Theaternarr. Dietrich Hilsdorf hat in seiner Inszenierung für das Essener Aalto-Theater daraus eine virtuose Konstruktion abgeleitet. Alles, bis aufs bittere Ende, ist Maskerade. Jetzt erlebte die aus dem Jahr 1999 stammende Arbeit Hilsdorfs eine szenisch sorgfältig einstudierte Wiederaufnahme. - [Mit Brahms in den Kosmos der Liebe: Magdalena Kožená in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/127266/mit-brahms-in-den-kosmos-der-liebe-magdalena-kozena-in-essen/20220909_2017) - Die Liebe, die von Johannes Brahms besungen wird, ist selten so jauchzend-berauscht wie in „Meine Liebe ist grün“. Oft hängt sie einer still schmerzlichen Sehnsucht nach, beschwört verzweifelt Festigkeit und Ewigkeit, schwimmt ratlos in Tränen. Wer also Brahms‘ Liebeslieder singt, wird sich dieser Ambivalenz stellen müssen – im Wort und im Klang der Stimme. Magdalena - [Unheimlich geheimnislos: Klaus Mäkelä und das Concertgebouworkest mit einem brillanten Mahler in Köln](https://www.revierpassagen.de/127196/unheimlich-geheimnislos-klaus-maekelae-und-das-concertgebouworkest-mit-einem-brillanten-mahler-in-koeln/20220902_1207) - Der Satz, so abgedroschen er klingt, stimmt: So hat man Mahler noch nicht gehört. Der 26jährige Klaus Mäkelä liefert bei seinem Debüt in der Kölner Philharmonie mit dem Concertgebouworkest eine Sechste, deren Scharfschnitt und Präzision geradezu unheimlich sind. Ein unerbittlich flotter Marschrhythmus zu Beginn, räumlich aufgespannte Bläser – etwa wenn die Hörner den Trompeten antworten - [Kunst schlägt Couture: Das Concertgebouworkest Amsterdam beginnt Residence in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/127455/kunst-schlaegt-couture-das-concertgebouworkest-amsterdam-beginnt-residence-in-der-philharmonie-essen/20220919_1527) - Wir kennen das noch aus so mancher Altherrenkritik: Wenn Damen aufs Podium traten, war die Garderobe mindestens so rezensabel wie die künstlerische Leistung. Das war manchmal eine hinterlistige Methode der indirekten Kritik, oft aber bloß purer Ausdruck von Sexismus. Der genugtuenden Gerechtigkeit halber sei’s gesagt: Der Anzug des Klarinettisten Martin Fröst mit seinen weiß konturierten - [Gar nichts ist gewiss – die rätselhaften „Weltgeist"-Bilder des René Schoemakers](https://www.revierpassagen.de/115111/gar-nichts-ist-gewiss-die-raetselhaften-weltgeist-bilder-des-rene-schoemakers/20211109_0934) - Da schau her: Dieses rosarote Stofftier ist doch Paulchen Panther! Und der Mann, der ihm mit einem (total verpixelten) Spielzeug-Schwert den Kopf abgeschlagen hat, ist offenkundig der Künstler und hat dieses stellenweise bluttriefende Bild gemalt. Sein gar nicht so triumphales Ganzkörper-Selbstbildnis changiert zwischen Grau und Pink. Was sollen wir davon halten? Im Dortmunder Museum für - [Maschinen-Oper und Elektronik: Erinnerung an Max Brand, dessen „Maschinist Hopkins“ 1929 in Duisburg uraufgeführt wurde](https://www.revierpassagen.de/113415/maschinen-oper-und-elektronik-erinnerung-an-max-brand-dessen-maschinist-hopkins-1929-in-duisburg-uraufgefuehrt-wurde/20210425_2330) - Der Kritiker war begeistert. Ein „geradezu sensationeller Erfolg“ war da 1929 in Duisburg über die Bühne gegangen: „Maschinist Hopkins“, die erste Oper des 32jährigen Max Brand. Der Beifallssturm des Premierenabends sei jedenfalls „doppelt überraschend“ für den „aus seiner Reserviertheit nicht so leicht aufzurüttelnden Niederrheiner“ gewesen, heißt es im Artikel Waldemar Webers. Vor 125 Jahren, am - [Lyriker zwischen Revolution und Mystik – eine Erinnerung an Ernesto Cardenal](https://www.revierpassagen.de/106258/lyriker-zwischen-revolution-und-mystik-eine-erinnerung-an-ernesto-cardenal/20200304_1921) - Proppenvoll, bis auf den letzten Platz ausverkauft war das Ebertbad Oberhausen am 14. Oktober 2008, als Ernesto Cardenal auf Einladung des PoesiePalastes Ruhr bei seinem Canto a la vida-Abend aus seinen Gedichten las. Fast ehrfürchtig wirkten viele, die gekommen waren, um Ernesto Cardenal, dem Schauspieler Klaus Götte (Cardenals deutscher Stimme) und der Grupo Sal zuzuhören: - [Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger – ein lehrreicher Rundgang durch die Dortmunder Mitte](https://www.revierpassagen.de/98753/wenn-man-vom-rathaus-kommt-ist-man-klueger-ein-lehrreicher-rundgang-durch-die-dortmunder-mitte/20190704_1800) - Es ist schon seltsam bestellt um die Wahrnehmung. Da geht man jahraus, jahrein an imposanten Gebäuden entlang – und bemerkt doch rechts und links des Weges nur wenig. So erging's mir jetzt mal wieder: Bei einer Führung durchs alte und durchs neue Dortmunder Rathaus bzw. Stadthaus war manches zu bemerken, woran man sonst achtlos vorübergeht. - [Es geht noch viel: TuP-Festtage in Essen mit Aribert Reimanns „Medea“ und einer spartenübergreifenden Uraufführung](https://www.revierpassagen.de/91040/es-geht-noch-viel-tup-festtage-in-essen-mit-aribert-reimanns-medea-und-einer-spartenuebergreifenden-urauffuehrung/20190308_2004) - Rien ne va plus – das ist ein aus dem Casino geläufiger Satz, wenn im laufenden Spiel nichts mehr geht. Ein etwas gekünstelter Titel für die TuP-Festtage Kunst in Essen. Denn zum Glück geht in der Zeit vom 22. bis 31. März eine Menge: Premiere der Reimann-Oper „Medea“ am Aalto, drei beliebte Ballettproduktionen, die deutsche - [Rasendes Protokoll des Verfalls: Roland Schwab inszeniert Giuseppe Verdis „Otello“ am Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/87122/rasendes-protokoll-des-verfalls-roland-schwab-inszeniert-giuseppe-verdis-otello-am-aalto-theater-essen/20190204_1032) - Der Jubel über den Sieg ist falsch und schal. Mag sein, dass der hochmütige Muselmane zerschmettert am Grund des Meeres liegt. Aber der Mann, den die tarngrünen Truppen da hereinschleifen, ist alles andere als der kraftstrotzende Sieger. Er ist ein Gezeichneter: Otello, halbnackt, kaum fähig, sich auf den Beinen zu halten, schreit ein dünnes „Esultate“ - [Zwischen Kinderspiel und Abstraktion: Die Regisseurin Lotte de Beer wagt sich in Essen an „Carmen“ von Georges Bizet](https://www.revierpassagen.de/81129/zwischen-kinderspiel-und-abstraktion-die-regisseurin-lotte-de-beer-wagt-sich-in-essen-an-carmen-von-georges-bizet/20181027_1700) - Wenn die Beleuchtung auf Violett wechselt, haben zwei Kinder das Wort. Über die Tonanlage des Essener Aalto-Theaters legen sie Carmen, Don José und Escamillo die französische Sprache in den Mund, während die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne stumm dazu agieren. Mit dieser selbst erstellten Dialogfassung lösen Lotte de Beer und ihr Regieteam das Kuddelmuddel - [Gewagter Dreiklang: Das Rotterdam Philharmonic Orchestra und Yannick Nézet-Séguin eröffnen die Konzertsaison in Essen](https://www.revierpassagen.de/52152/gewagter-dreiklang-das-rotterdam-philharmonic-orchestra-und-yannick-nezet-seguin-eroeffnen-die-konzertsaison-in-essen/20180828_1927) - Bemerkenswert früh startet die Philharmonie Essen in die aktuelle Konzertsaison. Noch zeigt das Kalenderblatt nicht September, noch weilt ein Großteil der Mitarbeiter in den Spielzeitferien, da öffnet das Haus bereits seine Pforten, um mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra einen Klangkörper von internationaler Klasse zu präsentieren. Der Herbst wird weitere illustre Gäste aus dem Ausland bringen: - [Glücksmomente: „Lohengrin“ zurück im Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/49492/gluecksmomente-lohengrin-zurueck-im-aalto-theater/20180410_1255) - Für drei Vorstellungen kehrt Richard Wagners „Lohengrin“ ins Aalto-Theater zurück. Und auch aus dem Abstand von über einem Jahr und vor dem kritischen Blick auf die Wiederaufnahme kann diese Produktion als eine der besten im Essener Repertoire bestehen. Das liegt nicht allein an der komplexen Regie von Tatjana Gürbaca, die dem Wunder Raum gibt, ohne - [Fördertürme als prägende Bauten einer ganzen Region - Rolf Arno Spechts Fotoband "Kathedralen im Revier"](https://www.revierpassagen.de/47955/foerdertuerme-als-praegende-bauten-einer-ganzen-region-rolf-arno-spechts-fotoband-kathedralen-im-revier/20180115_1353) - Wie schon hie und da gesagt: Im Revier wird heuer allerorten der Zechen-Vergangenheit gedacht, denn die hier so lange prägende Ära der Steinkohle endet im Dezember 2018 mit Schließung der allerletzten Schachtanlagen. Der Zusammenschluss der RuhrKunstMuseen wird ebenso seinen Ausstellungs-Reigen beisteuern, wie beispielsweise das Ruhr Museum (Essen) und das Deutsche Bergbaumuseum (Bochum), die mit einer - [Einsatz für die Menschenwürde: Vor 100 Jahren wurde Erzbischof Oscar Romero geboren](https://www.revierpassagen.de/45276/einsatz-fuer-die-menschenwuerde-vor-100-jahren-wurde-erzbischof-oscar-romero-geboren-der-1980-von-der-militaerjunta-in-el-salvador-ermordet-wurde/20170816_1244) - Der Mann war ein Profi, sein Schuss saß perfekt: Oscar Romero hatte sich gerade am Altar umgewandt, um mit der Bereitung von Brot und Wein für die Heilige Messe zu beginnen, da traf ihn das Geschoss in die Brust. Nur kurze Zeit später erlag Romero am Montag, 24. März 1980, seinen inneren Blutungen. Der Killer - [Konjunktur mit Fußballbildchen: Das Wunder in Tüten aus Dortmund und Unna - zur Geschichte des Bergmann-Verlags](https://www.revierpassagen.de/43546/konjunktur-mit-fussballbildchen-das-wunder-in-tueten-aus-dortmund-und-unna-zur-geschichte-des-bergmann-verlags/20170527_0949) - Anno 2011 war in den Revierpassagen einmal vom heute längst vergessenen Dortmunder Pinguin-Verlag die Rede. Unser Gastautor Horst Delkus (Kamen) hat dazu noch ein paar Hintergründe und Weiterungen recherchiert. Hier sein Bericht: Für uns Jungs der fünfziger und sechziger Jahre bestand das Wirtschaftswunder vor allem aus Tüten. Wundertüten. Gekauft am Kiosk - „anne Bude“ - - [Kein dürres Gedenkdatum: Was mir der Élysée-Vertrag und die deutsch-französische Freundschaft persönlich bedeuten](https://www.revierpassagen.de/48110/kein-duerres-gedenkdatum-was-mir-der-elysee-vertrag-und-die-deutsch-franzoesische-freundschaft-persoenlich-bedeuten/20180122_1723) - Was sehe ich denn da im Gedenktagekalender? Der deutsch-französische (oder auch französisch-deutsche) Élysée-Vertrag jährt sich heute zum 55. Mal? Für mich ist das kein abstraktes Datum aus ferner Vergangenheit. Es ist mit persönlicher Bedeutung angefüllt. Lasst mich kurz davon erzählen. Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichneten das historische Vertragswerk am - [Marco Reus gibt’s nicht mehr! Die ganze Wahrheit zur BVB-Krise!](https://www.revierpassagen.de/28416/marco-reus-gibts-nicht-mehr-die-ganze-wahrheit-zur-bvb-krise-2/20141220_1106) - Mal Klartext: Dieser „Marco Reus“, den sie da beim Fahren ohne Führerschein erwischt haben, das soll wirklich ER sein, der einzig wahre MARCO REUS vom Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund? Niemals! Der Original-Reus würde das charakterlich überhaupt nicht durchhalten, so etwas Fahrlässiges und andere Menschen Gefährdendes wie jahrelangen Verkehr ohne. Und dieser gewiefte Taktiker soll - [Ein seltenes 24-Stunden-Freiluft-Museum mit alten Metall-Maschinen](https://www.revierpassagen.de/14875/ein-seltenes-24-stunden-freiluft-museum-mit-alten-metall-maschinen/20130106_0919) - Niemand zweifelt an der Bedeutung des Ruhrgebiets für die deutsche Industriegeschichte. Früher bezeichnete man das Revier übrigens in offiziellen Quellen als „rheinisch-westfälisches Industriegebiet“. Aber der Ursprung dieser Industrie liegt etwas weiter südlich, in den idyllischen Tälern des Sauerlandes, an den Nebenflüssen von Ennepe und Lenne, Volme und Ruhr. Hier begann die systematische Entwicklung der Erz-Verhüttung - [Gala zu 25 Jahren Aalto-Theater: Norbert Lammerts Plädoyer für die Oper](https://www.revierpassagen.de/20334/gala-zu-25-jahren-aalto-theater-norbert-lammerts-pladoyer-fur-die-oper/20130928_1627) - „Wacht auf“! Der Chor aus Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ hätte durchaus an den Schluss der Rede von Norbert Lammert gepasst. Nicht, weil dieser Appell an die Zuhörer bei der Gala zum 25-jährigen Bestehen des Essener Aalto-Theaters nötig gewesen wäre: Der Bundestagspräsident hielt sein Publikum gekonnt bei der Stange. Sondern weil sein leidenschaftliches, argumentativ brillantes - [Der Tod trennt Künstlerduo Fischli & Weiss](https://www.revierpassagen.de/8772/der-tod-trennt-kunstlerduo-fischli-weiss/20120501_1640) - Was passiert eigentlich in meiner Wohnung, wenn ich nicht da bin? Gibt es sie dann überhaupt noch? Existiert sie? Je fantasieloser ein Mensch ist, umso weniger werden ihn solche Fragen interessieren. Jener Mensch, Anhänger des Feststellbaren, des Zählbaren und des Verwertbaren, wird auf solche Fragen vielleicht mit einem verständnislosen Blick antworten und dann weitergehen. David - [Mit allen Sinnen eintauchen: „Kopfüber in die Kunst"](https://www.revierpassagen.de/133624/mit-allen-sinnen-eintauchen-kopfueber-in-die-kunst/20240624_1414) - Eines der Zauberworte im Kulturbetrieb lautet seit einigen Jahren so: „immersiv“. Nicht distanzierte, abwägende Kunstbetrachtung ist demnach gefragt, sondern ein spontanes und möglichst tiefes „Eintauchen“ in die Materie, seien es nun musikalische, literarische oder bildnerische Werke. In Dortmund, wo nun Kunst speziell für Kinder und deren Familien aufbereitet wird, sagt man es alltagsnäher: „Kopfüber in - [Zwischen Brontë und O'Neill – Schauspielhaus Bochum kündigt Programm für 2024/2025 an](https://www.revierpassagen.de/133949/zwischen-bronte-und-oneill-schauspielhaus-bochum-kuendigt-programm-fuer-2024-2025-an/20240619_2158) - „Ausgewogen“ – hartnäckig setzt sich das Wort fest und lauert auf Wiederaufruf, wenn man sich das Programm des Schauspielhauses Bochum für die kommende Spielzeit durchliest. Dreimal werden Stücke inszeniert, viermal ist Literatur die Vorlage; viermal richtet sich das Angebot an Kinder und Jugendliche, vier projektartige Produktionen schließlich kreisen um die Themenfelder Ökologie, Frieden, KI. Der - [Der betonierte Horror asiatischer Ballungsräume, oder: Warum das Ruhrgebiet gar nicht so übel ist](https://www.revierpassagen.de/133941/der-betonierte-horror-asiatischer-ballungsraeume-oder-warum-das-ruhrgebiet-gar-nicht-so-uebel-ist/20240617_1118) - Ich bin in Asien gewesen. Kreuzfahrtschiff. Hong Kong und Shanghai, Südkorea und Taiwan, vor allem aber Japan. Mit wenigen Ausnahmen immer in Städten, in großen Städten, Megastädten – Großräume, nüchterner ausgedrückt, in die das Ruhrgebiet drei-, vier-, fünfmal hineinpassen würde. Hochstraßen auf mehreren Etagen, Hochbahnen, Hochhäuser und bei letzteren der unübersehbare Wettbewerb, wer den Größten - [Ruhrtriennale will Lust auf Zukunft wecken](https://www.revierpassagen.de/133536/ruhrtriennale-will-lust-auf-zukunft-wecken/20240415_1635) - Man muss schon sehr tief in die jeweilige kreative Materie eindringen, um solche Kombinationen und Mischformen zu realisieren, wie es auch bei der kommenden Ausgabe der Ruhrtriennale wieder geschehen soll: Unter dem neuen Dreijahres-Intendanten, dem renommierten belgischen Theatermacher Ivo Van Hove (er amtiert bis 2026 im Revier), sollen beispielsweise Lieder von Edvard Grieg inszenatorisch mit - [Seltsame Artikel-Serie über Zwangsversteigerungen](https://www.revierpassagen.de/133873/seltsame-artikel-serie-ueber-zwangsversteigerungen/20240605_1702) - Leute, Leute, was soll das denn bloß wieder werden? Etwa eine Artikel-Serie? Das wäre ein Unding sondergleichen. Die Rede ist mal wieder vom oftmals dürftigen Dortmunder Lokalteil der Ruhrnachrichten (RN), der einen leider auch als Dreingabe in der WAZ verfolgt. Während aus Innen- und Gesamtstadt zuweilen akzeptabel berichtet wird, franst das Ganze vor allem auf - [Schuld sind immer die anderen - zweimal jugendliches Schicksal bei den Ruhrfestspielen](https://www.revierpassagen.de/133850/schuld-sind-immer-die-anderen-zweimal-jugendliches-schicksal-bei-den-ruhrfestspielen/20240604_1156) - Das Schauspiel-Programm der diesjährigen Ruhrfestspiele ist, sagen wir mal: vielfältig. Für alle ist was dabei, derzeitige politische Pflichtthemen werden artig abgearbeitet, auch Solistisches ist dazwischen. Doch Begeisterung will sich nicht recht einstellen. Das hat natürlich wesentlich damit zu tun, daß fast alle Produktionen vorher schon hier und da zu sehen waren, kritisiert, eingeordnet und abgehakt - [Fürchterliche Kumpanei – der BVB-Deal mit der Waffenschmiede Rheinmetall](https://www.revierpassagen.de/133827/fuerchterliche-kumpanei-der-bvb-deal-mit-der-waffenschmiede-rheinmetall/20240529_2223) - So! Es ist vollbracht. Heute habe ich meine Mitgliedschaft beim BVB 09 gekündigt. Dreimal darf geraten werden, welchen Grund ich dafür hatte. Oder auch nur einmal. Denn natürlich geht es um den nach (nicht nur) meiner Ansicht verwerflichen Sponsoren-Deal mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall, der allzeit prächtig von internationalen Krisen und „Waffengängen" profitiert. Für die Düsseldorfer - [Freiheit, Albtraum und Erschöpfung – Theresia Enzensbergers Gedanken übers Schlafen](https://www.revierpassagen.de/133740/freiheit-albtraum-und-erschoepfung-theresia-enzensbergers-gedanken-uebers-schlafen/20240523_1316) - Hanser Berlin bringt derzeit und bis zum Frühjahr 2026 sukzessive 10 Bände über die wichtigsten Dinge des menschlichen Daseins heraus (Liste am Schluss dieses Beitrags). Theresia Enzensberger, 1986 geborene Tochter von Hans Magnus Enzensberger, Romanautorin („Blaupause", 2017 – „Auf See", 2022), außerdem Mitarbeiterin etlicher Premium-Medien, ist dabei schreibend fürs Schlafen zuständig. Ein Hauptstrang ihres Essays - [Das Eis der Adria: Winterliche „Nacht in Venedig“ als konsequente Erneuerung der Operette am Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/50810/das-eis-der-adria-winterliche-nacht-in-venedig-als-konsequente-erneuerung-der-operette-am-aalto-theater-essen/20180606_0954) - Wie nähert man sich, nach einer Generation langsamen Erstickens der Operetten-Tradition, diesem Genre des Musiktheaters heute? Noch dazu einer „Nacht in Venedig“ von Johann Strauß, die mit ihren harmlos-heiteren Verwechslungsmaskeraden nicht zu den besten Libretti von Friedrich Zell und Richard Genée gehört? Das Aalto-Theater hat sich nach verflixten sieben Jahren der Enthaltsamkeit entschlossen, für die - [In den Abgründen romantischer Existenz: Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ gelingt in Gelsenkirchen großartig](https://www.revierpassagen.de/44133/in-den-abgruenden-romantischer-existenz-offenbachs-hoffmanns-erzaehlungen-gelingt-in-gelsenkirchen-grossartig/20170617_2051) - Das Lied von Kleinzack ist eines jener spöttisch-frivolen Studentenlieder, wie sie heute noch in Verbindungen gesungen werden: einfacher strophischer Aufbau, ein Chor, der den Vorsänger wiederholt. Aber in der dritten Strophe entgleitet dem Sänger die Form. Ein Stichwort genügt und er verliert sich in einer schwärmerischen lyrischen Vision, aus der er nur mit Mühe in - [Kreativer Kopf auf hohlen Füßen: Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ in einer fragwürdigen Inszenierung in Essen](https://www.revierpassagen.de/46857/kreativer-kopf-auf-hohlen-fuessen-bedrich-smetanas-oper-die-verkaufte-braut-in-einer-fragwuerdigen-inszenierung-in-essen/20171124_1845) - Na endlich, möchte man erleichtert aufatmen, endlich einmal eine „Verkaufte Braut“ ohne böhmische Gemütlichkeit, ohne Wirtshaus und Bauernkate, ohne Kopfputz und rote Stiefelchen (oder gehören die zur „Gräfin Mariza“?). In Essen ist der wohl bekanntesten tschechischen Oper jeder verlogene Folklorismus ausgetrieben. Und zwar von einem tschechischen Team namens SKUTR, das sich von den wirkmächtigen Konventionen, - [Wenn der Hass triumphiert: Giuseppe Verdis "Troubadour" als Bürgerkriegsstück im Essener Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/47353/wenn-der-hass-triumphiert-giuseppe-verdis-troubadour-als-buergerkriegsstueck-im-essener-aalto-theater/20171211_1814) - Optimistische Sichtweisen sind Mangelware, wenn es um die Zukunft der Menschheit geht. So viele Endzeit-Szenarien haben Bücher und Kinofilme bereits durchgespielt, dass etwas anderes als der Untergang kaum noch denkbar scheint. Im Essener Aalto-Theater schnuppert jetzt Giuseppe Verdis „Troubadour“ an der Apokalypse. Das französisch-niederländische Regieteam Patrice Caurier und Moshe Leiser deutet den von Verdi vertonten - [Nominierungen zum Theaterpreis „Der Faust": Auszeichnungen für Oberhausen, Essen, Dortmund und Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/45768/nominierungen-zum-theaterpreis-der-faust-auszeichnungen-fuer-oberhausen-essen-dortmund-und-duesseldorf/20170915_2109) - Alle Achtung! Da kommt soeben die Pressemeldung des Deutschen Bühnenvereins zum Theaterpreis "Der Faust" 2017 herein – und wir entdecken gleich mehrfach Nominierungen für Bühnen in Nordrhein-Westfalen. Waren die Theater in NRW nicht sonst eher so ein Geschwader hässlicher Entlein, die schüchtern im Kielwasser der glanzvollen Schwäne aus Berlin, Hamburg etcetera mitpaddeln durften? Diesmal könnte - [Wunderbare Ausdrucks-Vielfalt: Tomáš Netopil dirigiert Mozarts „La Clemenza di Tito“ am Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/44493/wunderbare-ausdrucks-vielfalt-tomas-netopil-dirigiert-mozarts-la-clemenza-di-tito-am-aalto-theater-essen/20170703_1314) - Die Bewertung von Wolfgang Amadeus Mozarts „La Clemenza di Tito“ hat sich grundlegend gewandelt. Die Rezeption der in Mozarts Todesjahr 1791 uraufgeführten Oper hat in den letzten Jahrzehnten freigelegt, dass es sich nicht um ein widerwillig ausgeführtes Auftragswerk mit einem hoffnungslos veralteten Libretto handelt. Vielmehr haben Mozart und sein Librettist Caterino Tommaso Mazzolà die häufig - [Zeigt eine sich gewogen, so wird sie ausgesogen: "Der Vampyr" von Heinrich Marschner in Koblenz](https://www.revierpassagen.de/43560/zeigt-eine-sich-gewogen-so-wird-sie-ausgesogen-der-vampyr-von-heinrich-marschner-in-koblenz/20170524_0956) - Da schleicht einer um die Häuser, sucht sich die schönsten Bräute aus. „Zeigt eine sich gewogen, so wird sie ausgesogen“. Solche Sätze im Libretto von Wilhelm August Wohlbrück zu Heinrich Marschners großer romantischer Oper „Der Vampyr“ haben mindestens so viel Parodie-Potenzial wie Wagners Stabreime. In der Tat musste sich der Komponist als Mitglied der biedermeierlichen - [Die Rache-Show des Rigoletto: Frank Hilbrich inszeniert Giuseppe Verdis Oper am Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/39768/die-rache-show-des-rigoletto-frank-hilbrich-inszeniert-giuseppe-verdis-oper-am-aalto-theater/20170123_1727) - Dieser Hofnarr trägt einen Buckel aus zerplatzten Luftballons. Er hält sich gebeugt, geht stets gekrümmt wie einer, dessen Rückgrat verbogen ist. Angstvoll blickt er um sich, eine gehetzte Kreatur im mausgrauen Anzug, verfolgt von einer unsichtbaren Meute. Dann steigt er in seine quietschbunte Arbeitskluft und verwandelt sich: nicht etwa in einen bösen Harlekin, sondern in - [Raum für das Wunder: Wagners „Lohengrin“ fasziniert am Aalto Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/39341/raum-fuer-das-wunder-wagners-lohengrin-fasziniert-am-aalto-theater-essen/20170101_1630) - Der Zusammenbruch ist vollkommen. Elsa, entleibt im blutigen Hochzeitsgewand, Ortrud, weinend über dem Sarg des toten Telramund. Der Herzog von Brabant, ein blindes Kind, das in einer Uniform über die Bühne torkelt. Der Rückzug Lohengrins ist nicht das Ende eines wundersam romantischen Liebesmärchens, sondern die Katastrophe einer haltlos zurückgelassenen Gesellschaft. Was da bleibt, ist der - [Ohne Profil: Essener „Norma“-Inszenierung erstickt in Belanglosigkeit](https://www.revierpassagen.de/38297/ohne-profil-essener-norma-inszenierung-erstickt-in-belanglosigkeit/20161013_1225) - Norma ist sauer. Bisher war es gelungen, ihre gallischen Landsleute ruhig zu stellen. Jetzt regt sich der Widerstand gegen die römischen Besatzer. Die Geduld ist am Ende. Norma hat ein vitales Interesse, den Konflikt zu dämpfen: Die zur Keuschheit verpflichtete Priesterin pflegt seit Jahren eine verborgene Beziehung, noch dazu zu einem Römer, dem kommandierenden Prokonsul - [Grandios überdrehte Bewegungs-Orgie: Rossinis „Barbier“ wieder im Essener Spielplan](https://www.revierpassagen.de/38542/grandios-ueberdrehte-bewegungs-orgie-rossinis-barbier-wieder-im-essener-spielplan/20161102_1044) - Sie fegen wieder über die Bühne des Aalto-Theaters in Essen, Rossinis unsterbliche Figuren: die genervte Bedienstete Berta und ihr Kollege Ambrogio, beide in Lohn und Brot bei Herrn Doktor Bartolo, der sein Mündel Rosina heiraten will, um die Mitgift der jungen Frau nicht in fremde Hände geraten zu lassen. Der alte Musiklehrer Don Basilio, der - [Festspiel-Passagen: „Holländer“ in Bayreuth zeigt, wie Kommerz das Leben banalisiert](https://www.revierpassagen.de/37598/festspiel-passagen-hollaender-in-bayreuth-zeigt-wie-kommerz-das-leben-banalisiert/20160829_2027) - Der „Fliegende Holländer“ in der Inszenierung Jan Philipp Glogers wirkte bei den Bayreuther Festspielen ein wenig wie das Aschenputtel unter den glanzvoll aufpolierten Schwester-Inszenierungen. Da ist der „Ring“ mit den grandiosen Bühnenbildern Aleksandar Denićs, von Frank Castorf in postmoderner Assoziationslust bevölkert, der „Tristan“ Katharina Wagners mit seiner radikalen Dekonstruktion der transzendierenden Macht der Liebe als - [Essen spielt wieder Hilsdorfs „Maskenball“ - Inszenierung von 1999 hat immer noch Bestand](https://www.revierpassagen.de/33616/essen-spielt-wieder-hilsdorfs-maskenball-inszenierung-von-1999-hat-immer-noch-bestand/20151207_1834) - Dietrich Hilsdorfs Inszenierungen haben auch Jahre nach der Premiere nichts von ihrer Relevanz verloren. Entsprechend gut gefüllt war der Zuschauerraum des Essener Aalto-Theaters bei der Wiederaufnahme von Verdis „Un ballo in maschera“, einer Inszenierung von 1999. Es lag auch an der szenischen Einstudierung von Carolin Steffen-Maaß, dass Hilsdorfs kunstvolles Spiel um Schein und Sein, um - [Das Trauma des Kindes: David Bösch inszeniert in Essen "Elektra" von Richard Strauss](https://www.revierpassagen.de/35089/das-trauma-des-kindes-david-boesch-inszeniert-in-essen-elektra-von-richard-strauss/20160321_2245) - Blut überall. Es klebt am Boden, es haftet an den Wänden, es besudelt alle, die zu tun haben mit diesem Schlachthof von einem Königshaus. An der Wand eine weiß leuchtende Inschrift, wie im Wahn herausgekratzt aus den rotbraun geronnenen Schichten. „Mama, wo ist Papa?“, steht da, kurioserweise auf Englisch. Denn wir befinden uns im Palast - [Marionetten der Geldgier: Rossinis Oper "Der Barbier von Sevilla" im Essener Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/36731/marionetten-der-geldgier-rossinis-oper-der-barbier-von-sevilla-im-essener-aalto-theater/20160617_1445) - Die berühmten Crescendo-Walzen, die mit der Dynamik einer Dampflok über das Publikum hinweg rollten, trugen zum Erfolg des Komponisten Gioacchino Rossini ebenso bei wie die irrwitzig-automatenhafte Qualität seiner Koloraturen und das Baukastenprinzip seiner musikalischen Floskeln. Jan Philipp Gloger nimmt das Nahen eines mechanisch getriebenen, technikbegeisterten Zeitalters jetzt als Folie, um Rossinis komische Oper „Der Barbier - [Die Not der anderen: Das Aalto-Theater Essen zeigt Bohuslav Martinůs „Griechische Passion“](https://www.revierpassagen.de/33286/die-not-der-anderen-das-aalto-theater-essen-zeigt-bohuslav-martinus-griechische-passion/20151118_1955) - Kaum hat der Priester des griechischen Dorfs Lycovrissi die Rollen für das geplante Passionsspiel verteilt, geht in den ausgewählten Darstellern eine seltsame Verwandlung vor. Der Hirte Manolios beginnt, wie Christus zu reden und zu handeln. Die Dorfhure Katerina identifiziert sich mit Maria Magdalena. Und obwohl Panait sich zunächst dagegen wehrt, färbt die Rolle des Judas - [Die Kunst als Insel: Das Aalto-Theater zeigt „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss](https://www.revierpassagen.de/29720/die-kunst-als-insel-das-aalto-theater-zeigt-die-schweigsame-frau-von-richard-strauss/20150317_0954) - Recht überschaubar ist die Zahl der Opernfans, die von sich behaupten können, „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss je auf der Bühne erlebt zu haben. Selbst im Essener Aalto-Theater, das Stefan Soltesz in seiner Zeit als Opernintendant und Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker zu einer wahren Strauss-Hochburg formte, stand die einzige komische Oper des Komponisten noch - [Der Triumph des Absurden: Bohuslav Martinůs „Julietta“ an der Oper Frankfurt](https://www.revierpassagen.de/31304/der-triumph-des-absurden-bohuslav-martinus-julietta-an-der-oper-frankfurt/20150704_1820) - Traum oder Realität? Erinnerung oder Fiktion? Tatsache oder Vorstellung? Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind, wenn man in eine Stadt kommt, in der alle Bewohner ihre Erinnerung verloren haben. In der Vergangenheit nicht existiert. In der Geschichte synthetisch wird, nicht zu unterscheiden von bloßer Erfindung oder gar verkaufter Erinnerung. Bohuslav Martinůs Oper „Juliette - [„Ein Stück von sich schenken“: Zum 75. Geburtstag der Sängerin Helen Donath](https://www.revierpassagen.de/31355/ein-stueck-von-sich-schenken-zum-75-geburtstag-der-saengerin-helen-donath/20150710_1523) - Sie war nie die strahlende Diva, aber auch nie ein schüchternes Mauerblümchen; sondern stets eine Sängerin, die mit Stimme und Karriere verantwortungsvoll und vorsichtig umgegangen ist. Und so kommt es, dass Helen Donath am heutigen 10. Juli ihren 75. Geburtstag feiern kann und nach wie vor singt. Bis gestern stand sie als Mrs. Grose in - [Unverbraucht und frisch: Johannes Schaafs Version von Mozarts „Cosí fan tutte“ in Essen](https://www.revierpassagen.de/27529/unverbraucht-und-frisch-johannes-schaafs-version-von-mozarts-cosi-fan-tutte-in-essen/20141018_2150) - Rückzug auf die Vernunft. Die Männer können das. Gefühle ausblenden, „heitere Ruhe“ finden. Her mit dem Sekt. Die Frauen können – oder wollen – das nicht. Die Versöhnung im Namen einer fragwürdigen Vernunft funktioniert nicht; nicht nach diesem Schock. Cosí fan tutte? So machen’s alle? Wohl kaum. Johannes Schaaf hat in seiner Essener Inszenierung der - [Kolossale Freiheits-Göttin: Stefan Herheim inszeniert Puccinis "Manon Lescaut" in Essen](https://www.revierpassagen.de/27363/kolossale-freiheits-goettin-stefan-herheim-inszeniert-puccinis-manon-lescaut-in-essen/20141007_1104) - Als „Musiker der kleinen Dinge“ sah Giacomo Puccini sich selbst. Mit „Manon Lescaut“, seinem ersten großen Opern-Erfolg, war die erste seiner faszinierenden Frauengestalten geboren: ein junges Mädchen, bildschön und noch sehr unerfahren, erfüllt von übergroßer Lebensgier, die ihr schließlich zum Verhängnis wird. Im Essener Aalto-Theater bläst Regisseur Stefan Herheim die Titelfigur jetzt zur monumentalen Ikone - [Das Theater, das Trauma und der Tod: Das Aalto-Theater entdeckt Bellinis „La Straniera“](https://www.revierpassagen.de/23734/das-theater-das-trauma-und-der-tod-das-aalto-theater-entdeckt-bellinis-la-straniera/20140304_1441) - Richard Wagner ist als Zwanzigjähriger „La Straniera“ begegnet. Das war 1833 am Stadttheater Würzburg, Bellinis Oper war knapp vier Jahre vorher uraufgeführt worden, also eine aufregende Novität. Wagner erinnerte sich viel später noch an diese Oper, 1878, als sie längst aus den Spielplänen verschwunden war: „Wirkliche Passion und Gefühl“ bescheinigt er Bellinis Werk, und bemerkt - [Massenet im Focus (I): „Werther“ nach Frankfurt und Essen nun in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/24738/massenet-im-focus-i-werther-nach-frankfurt-und-essen-nun-in-duesseldorf/20140512_1300) - Seltsames Phänomen: Da gibt es Komponisten oder Werke, die jahrelang kaum auf den Spielplänen auftauchen. Und auf einmal bricht eine Welle los und schwappt reihum über die Bühnen weg. So geht es derzeit mit Jules Massenet. „Werther“ in Essen, Gera, Frankfurt, Saarbrücken, Weimar; „Manon“ in Krefeld, das sonst kaum gespielte Spätwerk „Don Quichotte“ in Wuppertal, - [Festspiel-Passagen VI: Kabale am Königshof – Rossinis „Adelaide di Borgogna“ in Bad Wildbad](https://www.revierpassagen.de/25976/festspiel-passagen-vi-kabale-am-koenigshof-rossinis-adelaide-di-borgogna-in-bad-wildbad/20140725_2035) - Das ist der Stoff, aus dem echte Opern sind! Adelheid von Burgund, eine der einflussreichen Frauen des Mittelalters, verliert ihren Gatten Lothar. Durch Giftmord, verübt von dessen Kontrahenten Berengar. Der will sich die Macht über Italien sichern und versucht, die junge Witwe gegen ihren Willen mit seinem Sohn Adelbert zu verheiraten. Adelheid wendet sich an - [Klänge wie Opal und Alabaster: Orchester „Les Siècles“ und Renaud Capuçon in Essen](https://www.revierpassagen.de/23070/klange-wie-opal-und-alabaster-orchester-les-siecles-und-renaud-capucon-in-essen/20140126_2305) - Das Orchester ist gerade mal zehn Jahre alt und in Deutschland noch nicht sehr bekannt: „Les Siècles“ nennt sich die 2003 gegründete französische Formation. Ihre Besonderheit: Die Musiker beherrschen historische Instrumente aus verschiedenen Epochen – und das, wie im jüngsten „Pro Arte“-Konzert in der Essener Philharmonie zu erleben war, mit beachtlicher Perfektion. Der Kontrast zwischen - [Eine Ära geprägt: Der Dirigent Stefan Soltesz nimmt Abschied von Essen](https://www.revierpassagen.de/18897/eine-ara-gepragt-stefan-soltesz-nimmt-abschied-mit-die-frau-ohne-schatten/20130715_2009) - Der Mann wirft einen prüfenden Blick ins Parkett des Aalto-Theaters, dreht sich um, schaut scharf in die Runde. Ruhe. Jeder Atemzug scheint kontrolliert. Spannung. Erwartung. Dann ein kurzes Anspannen der Schultern, ein Schlag – und die ersten dunklen Akkorde von Richard Strauss‘ „Frau ohne Schatten“ fluten den Raum: transparent, untergründig, mit dräuendem Nachdruck. Stefan Soltesz - [Charlotte im Puppenheim: "Werther" von Jules Massenet im Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/21960/charlotte-im-puppenheim-werther-von-jules-massenet-im-aalto-theater-essen/20131202_1039) - Ein Baumstamm durchschlägt das Dach des Hauses. Herbstlaub fliegt durchs Fenster herein, Schneeflocken wirbeln durch die Türen. Manchmal schneit auch Werther vorbei, ein Schwärmer und Träumer, der eng mit der Natur im Bunde steht. Seine manische Leidenschaft für die verheiratete Charlotte verwandelt deren trautes Heim nach und nach in ein Trümmerfeld. Nach diesem simplen Prinzip - [Verdis „Macbeth“ in Essen: Das Drama der lebenden Toten verläuft sich in Bildern](https://www.revierpassagen.de/20954/verdis-macbeth-in-essen-das-drama-verlauft-sich-in-bildern/20131021_0024) - Ein kleiner Erdhügel zu den gläsernen punktierten Zweiunddreißigsteln des Vorspiels von Verdis „Macbeth“. Ein Grab. Zwei Menschen nähern sich ihm, Lilien in den Händen. Der Fortissimo-Sturm der scharf akzentuierten Bläser bricht los. Unter der Bühne kracht und knallt es; ein riesiger Baum reißt sich los, kämpft sich hinauf in den dunklen Himmel, als starte ein - [Akzent zum Verdi-Jahr: „Die Räuber" („I Masnadieri“) am Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/18343/akzent-zum-verdi-jahr-i-masnadieri-am-aalto-theater-essen-zwiespaltig-inszeniert/20130617_2038) - Was bringt eigentlich so ein Jubiläum? Im Zweifelsfalle nichts: Auf Richard Wagners 200. Geburtsjahr trifft das zu. Und für Giuseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag im Oktober gerade medial präpariert wird, steht Ähnliches zu befürchten. Verdi hat nicht einmal die hässliche Seite aufzuweisen, die bei Wagner von einer aufgescheuchten Kultursociety nach jahrzehntelanger seriöser Forschung nun in - [Die Wiener Symphoniker in Essen: Sachte pocht das Schicksal …](https://www.revierpassagen.de/16308/die-wiener-symphoniker-im-rheinland-sachte-pocht-das-schicksal/20130310_1711) - Die Wiener Symphoniker waren auf Tournee in Deutschland, unter anderem in Köln, Düsseldorf und Essen. Mit Alison Balsom, neben Tine Thing Helseth eine der jungen Startrompeterinnen der Klassik-Szene, und mit Gerhard Oppitz, dem gereiften, stets gesetzte Ernsthaftigkeit ausstrahlenden deutschen Pianisten. In der Essener Philharmonie präsentierte das Orchester unter Dmitrij Kitajenko ein durch und durch wienerisches - [Das Spektrum der Romantik: Michaela Selinger singt Lieder im Aalto-Foyer](https://www.revierpassagen.de/18121/das-spektrum-der-romantik-michaela-selinger-singt-lieder-im-aalto-foyer/20130605_1124) - Wien, Paris, Glyndebourne, Hamburg: Die Sängerin Michaela Selinger hat sich in den letzten Jahren einen internationalen Ruf erarbeitet. Und kehrt dennoch immer wieder gerne nach Essen zurück, so zuletzt mit einer Liedmatinee ins Foyer des Aalto-Theaters. Sie beginnt mit einem raffinierten Bogenschlag: Sie nimmt mit Hanns Eislers „Erinnerung an Eichendorff und Schumann“ direkt Bezug zum - [Im Eis der Zeit: Jonathan Darlington dirigiert in Frankfurt Samuel Barbers „Vanessa“](https://www.revierpassagen.de/11887/im-eis-der-zeit-jonathan-darlington-dirigiert-in-frankfurt-samuel-barbers-vanessa/20120903_0952) - Jonathan Darlington hat sich als Chefdirigent der Duisburger Philharmoniker einen Ruf erspielt, der weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinausdrang. Seine beharrliche Aufbauarbeit, sein Streben nach Verfeinerung ist mehr als der Perfektionsdrang eines technisch ehrgeizigen Dirigenten, mehr als der nach klingendem Erfolg strebende Eros eines Orchestererziehers. Darlington offenbarte in allem, was ich von ihm hörte - [Gegen Diktatur half keine Kunst – Durs Grünbeins Kriegsbuch „Der Komet"](https://www.revierpassagen.de/133048/gegen-diktatur-half-keine-kunst-durs-gruenbeins-kriegsbuch-der-komet/20240519_2122) - Mit 16 hat Dora bäuerliche Armut und dumpfe Enge ihrer schlesischen Heimat verlassen und ist mit ihrem Freund, dem Metzger Oskar, nach Dresden gezogen. Sie leben bescheiden und erschaffen ihren beiden Töchtern ein kleinbürgerliches Paradies. Das Geld reicht aus, um in den Tierpark zu gehen und die Kunstschätze der Kulturmetropole zu bewundern. Von Politik halten - [„Komm, liebe Sau..."](https://www.revierpassagen.de/133700/komm-liebe-sau/20240512_1104) - Weiß auch nicht, warum ich mich ausgerechnet jetzt an diese kleine Episode erinnere. Egal. Sei's drum. Ich muss ungefähr acht oder neun Jahre alt gewesen sein. Es stand ein Grundschul-Diktat an (damals hieß diese Schulform noch „Volksschule"). Ein herziger, ziemlich bescheuerter Satz, den wir zu schreiben hatten, lautete so: „Komm, liebe Sonne und scheine!" Da - [Erlittenes Leben, betrübliches Altern – Didier Eribons Buch „Eine Arbeiterin"](https://www.revierpassagen.de/133664/erlittenes-leben-betruebliches-altern-didier-eribons-buch-eine-arbeiterin/20240501_1259) - Vor allem mit seinem Buch „Rückkehr nach Reims" war Didier Eribon – u. a. nach und neben Nobelpreisträgerin Annie Ernaux – einer derjenigen, die das autobiographische („autofiktionale") Erzählen neuerer Prägung enorm beeinflusst haben. Selberlebensbeschreibungen, zumal von hernach mühsamst aufgestiegenen Kindern aus dem Arbeitermilieu, hatten jüngst geradezu Konjunktur. Auch jetzt wendet sich Eribon nicht von diesem - [Chinesische Lyrik geht hier „viral" – aber warum bloß?](https://www.revierpassagen.de/133629/chinesische-lyrik-geht-hier-viral-aber-warum-bloss/20240428_1955) - Leute, dieses Kuriosum muss ich jetzt doch einmal vermelden: Wie aus dem Nichts hat ein länger zurückliegender Beitrag in den Revierpassagen fulminante Zugriffszahlen erzielt, er „geht viral", wie quotengierige Menschlein so zu labern pflegen. Wir sprechen von einem Text unseres im März 2023 verstorbenen Gastautors Heinrich Peuckmann, der sich für den 1. Januar 2018 mit - [Kunst retten oder reinigen wollen – und dabei vernichten](https://www.revierpassagen.de/133574/kunst-retten-oder-reinigen-und-dabei-vernichten/20240422_1310) - Den flapsigen Spruch „Ist das Kunst – oder kann das weg?" fand ich persönlich immer schon ziemlich bescheuert. Schon gar nicht zeugt er von ästhetischem Sinn. Etwas origineller kommt jetzt ein Bändchen aus dem Dumont-Verlag daher, in Anspielung nennt es sich: „Das war Kunst – Jetzt ist es weg". Halbwegs launig, aber nicht leichtfertig werden - [Langer Abschied vom Generalmusikdirektor: Gabriel Feltz wechselt bald von Dortmund nach Kiel](https://www.revierpassagen.de/133572/langer-abschied-vom-generalmusikdirektor-gabriel-feltz-wechselt-bald-von-dortmund-nach-kiel/20240419_1512) - Einmal noch – dann ist es vorbei: Das (gut bemessene) Jahrzehnt, in dem Generalmusikdirektor (GMD) Gabriel Feltz ausschließlich in Dortmund – und als Chefdirigent in Belgrad - den Taktstock hob. Er geht nach Kiel. In der kommenden Spielzeit werden Dortmund und Kiel sich, wenn man einmal so sagen darf, den Generalmusikdirektor Feltz teilen, und dann - [Ein Licht im Dunkel: „Vox Luminis“ bringt alte Passionsmusik in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/133520/ein-licht-im-dunkel-vox-luminis-bringt-alte-passionsmusik-in-der-philharmonie-essen/20240407_1128) - Ein Schauprozess, eine ungerechte Verurteilung, eine brutale Hinrichtung: Was vor 2000 Jahren einem gewissen Jesus, Zimmermannssohn aus Nazaret, angetan wurde, wiederholt sich heute an tausenden von Opfern von Terror und Gewalt. „Vox Luminis“, die „Stimme des Lichts“ haben wir alle nötig in düsteren Zeiten von Krieg, gesellschaftlicher Spaltung, global beschädigter Natur. Der Karfreitag erinnert Christen - [Die Eintrittskarte ist noch da: Vor 50 Jahren wurde das Westfalenstadion eröffnet](https://www.revierpassagen.de/133495/eintrittskarte-aufgehoben-vor-50-jahren-wurde-das-westfalenstadion-eroeffnet/20240402_1412) - Irgendwo musste ich sie doch noch verwahrt haben, diese historische Eintrittskarte. Und tatsächlich: In einem Nostalgie-Ordner steckte sie noch. Wie könnte ich sie wegwerfen! Manche mögen sogar sagen, es sei eine Art „Reliquie". Heute vor genau 50 Jahren (jaja, man wird nicht jünger) berechtigte das Ticket zum Eintritt ins damals nagelneue Dortmunder Westfalenstadion, wo am - [Sphärische Strahlkraft: Das Londoner Oktett VOCES8 erobert das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm mit Gesang](https://www.revierpassagen.de/133472/sphaerische-strahlkraft-das-londoner-oktett-voces8-erobert-das-gustav-luebke-museum-in-hamm-mit-gesang/20240329_1232) - Ob es wohl süchtig macht, so singen zu können? Acht Stimmen zu einem einzigen Instrument verschmelzen zu lassen, kristallklar, lupenrein, homogen, mit sphärischer Strahlkraft? Hunderttausendfach werden die Musikvideos des 2003 in London gegründeten Oktetts VOCES8 (sprich: ˈvo:tʃes eɪt) im Internet aufgerufen, die Alben millionenfach gehört. Wo das Oktett auch auftritt, zeigt es sich trotz hoher - [Jede Oper eine eigene Welt: Mit Peter Eötvös verliert die musikalische Welt einen prägenden Komponisten](https://www.revierpassagen.de/133454/jede-oper-eine-eigene-welt-mit-peter-eoetvoes-verliert-die-musikalische-welt-einen-praegenden-komponisten/20240325_1347) - Eine typische Selbsttäuschung: Zuerst wollte ich die Nachricht gar nicht glauben, dachte, es sei eine Falschmeldung. Doch schnell bestätigte sich: Peter Eötvös ist am Sonntag, 24. März gestorben, mit 80 Jahren. Innerhalb nur weniger Tage hat die musikalische Welt nach Aribert Reimann (1936-2024) einen zweiten prägenden Komponisten der letzten Jahrzehnte des 20. und ersten des - [Festspiel-Passagen III: Salzburg - Jeanne d’Arc oder der Sieg im Scheitern](https://www.revierpassagen.de/19233/festspiel-passagen-ii-salzburg-jeanne-darc-oder-der-sieg-im-scheitern/20130802_1525) - Wäre das in diesem Jahr überpräsente Verdi-Wagner-Thema die einzige inhaltliche Leitlinie der Salzburger Festspiele 2013, man könnte gelangweilt zur Tagesordnung übergehen. Aber Alexander Pereira hat die sommerlichen Festtage wieder einmal mit einem fein gesponnenen Netz von Beziehungslinien überzogen: Die beiden zum Heiteren neigenden Meisterwerke der Jubilare – „Falstaff“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ sind freilich - [Ein Hoch der Tastenkunst: Martha Argerich beim Klavier-Festival Ruhr](https://www.revierpassagen.de/10332/ein-hoch-der-tastenkunst-martha-argerich-beim-klavier-festival-ruhr/20120714_1536) - Der Jubel war programmiert: Martha Argerich, eine der bekanntesten Pianistinnen weltweit, gehört zu den geschätzten „Stammgästen“ des Klavier-Festivals Ruhr. Solo-Konzerte gibt die Dame mit den langen grauen Haaren seit langem nicht mehr gerne. Sie macht mit Musikern, die sie schätzt, Kammermusik. In diesem Jahr konzentrierte sich ihr Auftritt in der Philharmonie auf das Klavier. Zwei - [Die einen saufen so, die anderen so – zur wiederentdeckten Studie „Betrunkenes Betragen"](https://www.revierpassagen.de/133410/die-einen-saufen-so-die-anderen-so-zur-wiederentdeckten-studie-betrunkenes-betragen/20240322_1713) - Wiederveröffentlichungen nach Jahrzehnten sind in der Belletristik nichts Ungewöhnliches, wohl aber im Sachbuchbereich. „Betrunkenes Betragen" (Originaltitel „Drunken Comportment") ist ein solch seltener Fall. Die ethnologische Studie über den Umgang mit Alkohol bei den verschiedensten Völkern und Gruppierungen, verfasst von den kalifornischen Anthropologen Craig MacAndrew und Robert B. Edgerton, ist bereits 1969 erschienen. Der deutsche Schriftsteller - [Entdeckung der Gelassenheit – „Das kleine Haus am Sonnenhang" von Alex Capus](https://www.revierpassagen.de/133054/entdeckung-der-gelassenheit-das-kleine-haus-am-sonnenhang-von-alex-capus/20240318_1502) - „Als ich noch ein ziemlich junger Mann war, nicht mehr Student und noch nicht Schriftsteller, habe ich für fast kein Geld im Piemont ein kleines Haus gekauft.“ Das marode Gemäuer, versteckt in einem Seitental an einem Sonnenhang gelegen, ist schwer und bei schlechtem Wetter nur zu Fuß zu erreichen. Es zieht durch alle Fugen und - [Mark Boogs "Mein letzter Mord": Ein Polizist zieht Lebensbilanz](https://www.revierpassagen.de/11765/mein-letzter-mord-das-erste-auf-deutsch-erschienene-buch-des-niederlanders-mark-boog/20120829_1321) - Es ist sein letzter Mord, die letzte Ermittlung, die ein alter niederländischer Polizist vor seiner Pensionierung noch durchführt. Einen ganz alten Fall hat man aus den Akten gekramt. Einen alten, ungelösten Fall, den der alte Polizist noch einmal neu aufrollen soll. Vielleicht ein letzter Versuch, diesen Fall noch zu klären, wahrscheinlicher aber der Versuch, den - [Podcasts überall – Tipps aus Politik, Kultur und Fußball](https://www.revierpassagen.de/131386/podcasts-ueberall-tipps-aus-politik-kultur-und-fussball/20230926_1643) - Zugegeben: Ich bin reichlich spät an der Reihe, habe ich mich doch erst in jüngster Zeit darauf verlegt, gelegentlich Podcasts zu hören. Jetzt aber! Diese Form der akustischen Versorgung scheint die herkömmlichen Angebote der Radio-Stationen seit einiger Zeit geradewegs zu überwuchern. Unschätzbarer Vorteil: hören, wann immer es genehm ist; nach Gusto unterbrechen und den Faden - [Märchenwelten: Das Musiktheater im Revier vereint Kurzopern von Tschaikowsky und Strawinsky zum reizvollen Doppel](https://www.revierpassagen.de/133310/maerchenwelten-das-musiktheater-im-revier-vereint-kurzopern-von-tschaikowsky-und-strawinsky-zum-reizvollen-doppel/20240306_1730) - Die Liebe lehrt sie sehen: Jolanthe, blinde Titelheldin von Tschaikowskys letzter Oper, gleicht einer Dornröschenfigur, die erwacht – und dadurch erwachsen wird. Von ihrem Vater streng behütet, erfährt sie erst durch einen fremden Ritter, dass es jenseits ihres abgeschiedenen Gartens eine sichtbare Welt voller Farben und Formen gibt. Märchenhafte Züge trägt auch Igor Strawinskys Oper - [Mit Leib und Seele der Oper verschrieben: Früherer Aalto-Intendant Stefan Soltesz gestorben](https://www.revierpassagen.de/126942/mit-leib-und-seele-der-oper-verschrieben-frueherer-aalto-intendant-stefan-soltesz-gestorben/20220723_1334) - Gestern spät abends drangen die ersten Kurzmeldungen durch die sozialen Netzwerke: Stefan Soltesz ist tot. Der frühere Essener Intendant und Generalmusikdirektor brach während seines Dirigats von Richard Strauss‘ „Die schweigsame Frau“ an der Bayerischen Staatsoper München zusammen und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Er wurde 73 Jahre alt. Ein Augenzeuge berichtet: Gegen Ende des - [„Bist Du’s, lachendes Glück?“ – Vor 150 Jahren wurde der Operettenschöpfer Franz Lehár geboren](https://www.revierpassagen.de/107663/bist-dus-lachendes-glueck-vor-150-jahren-wurde-der-operettenschoepfer-franz-lehar-geboren/20200430_1931) - „Dein ist mein ganzes Herz! Wo Du nicht bist, kann ich nicht sein. So wie die Blume welkt, wenn sie nicht küsst der Sonnenschein …“. Der Tenor Richard Tauber hat diesem Lied aus „Das Land des Lächelns“ zum Welterfolg verholfen. Der Komponist war vorher schon in den Olymp der Operette aufgenommen worden: 1929, als die - [Kultur geht notgedrungen weiter ins Netz: Viele Programme online / Ständige Updates: Weitere Projekte (und Absagen)](https://www.revierpassagen.de/107350/kultur-geht-notgedrungen-weiter-ins-netz-saison-ausblicke-und-programme-online/20200425_1629) - Hier mal wieder ein paar Nachrichten aus dem derzeit stark eingeschränkten (Dortmunder) Kulturleben, kompakt zusammengestellt auf Basis von Pressemitteilungen der jeweiligen Einrichtungen. Die Mitteilungen werden – im unteren Teil dieses Beitrags – von Tag zu Tag gelegentlich ergänzt und/oder aktualisiert, auch gibt es dort Neuigkeiten aus anderen Revierstädten, vor allem über weitere Absagen, aber auch - [Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der Bonner Bundeskunsthalle](https://www.revierpassagen.de/103094/kreativer-kosmos-kuenstlerischer-klamauk-martin-kippenberger-in-der-bonner-bundeskunsthalle/20191114_0915) - Was macht Spiderman im Atelier des Malers? Er könnte einfach als Besucher da sein, er könnte als Superheld eine Versinnbildlichung der Machtfülle des Künstlers sein. Er könnte aber auch, als Spinnenmann eben, Produzent jener „Spinnereien“ sein, die das Werk seines Schöpfers in herausragendem Maße prägen – Ausdruck jenes hoch assoziativen Schaffens Martin Kippenbergers, dem die - [Mach mal Pause? Der Literaturpreis Ruhr auf Schlingerkurs](https://www.revierpassagen.de/88818/mach-mal-pause-der-literaturpreis-ruhr-auf-schlingerkurs/20190219_1336) - 2019 soll die seit 1986 jährlich stattfindende Verleihung des Literaturpreises Ruhr ausfallen – ein Neustart mit „geschärftem Profil“ wird für 2020 angekündigt. Was könnte diese Nachricht bedeuten? Als bei der Verleihung des Literaturpreises Ruhr 2016 im Gladbecker Martin Luther Forum das Grußwort des Regionalverbandes Ruhr aufgesagt wurde, verkaufte Jörg Obereiner, der grüne Repräsentant des Ausschusses - [Im Wortlaut: „Eine beharrlich widerständige Autorin" – Laudatio auf Elke Heinemann, Trägerin des Literaturpreises Ruhr](https://www.revierpassagen.de/82208/im-wortlaut-eine-beharrlich-widerstaendige-autorin-laudatio-auf-elke-heinemann-traegerin-des-literaturpreises-ruhr/20181214_0857) - Vor Wochenfrist wurde im Dampfgebläsehaus der Bochumer Jahrhunderthalle zum 33. Male der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr vergeben. Diesmal erhielt ihn die in Essen geborene, heute in Berlin und auf Naxos lebende Schriftstellerin Elke Heinemann. Mehr über sie auf Ihrer Autorinnenhomepage: www.elke-heinemann.de. Die Laudatio auf Elke Heinemann hielt Jurymitglied Ulli Langenbrinck. Sie - [Das Leben - ein Spiel der Vergeblichkeit: Max Beckmanns Welttheater im Potsdamer Museum Barberini](https://www.revierpassagen.de/49696/das-leben-ein-spiel-der-vergeblichkeit-max-beckmanns-welttheater-im-potsdamer-museum-barberini/20180423_1112) - Leicht bekleidete Tänzerinnen verrenken sich lasziv. Grobschlächtige Zuhälter schleppen betrunkene Animierdamen aus dem Saal. Melancholische Nachtschwärmer blicken in den Abgrund der Nacht. Und weiter, immer weiter: Feist grinsende Schausteller, Karnevalskostüme, pittoreske Masken. Königliche Mimen rammen sich ein Messer in die mit Theaterblut verschmierte Brust. Seiltänzer balancieren durch die Zirkuskuppel. Schauspielerinnen schminken sich die grell gepuderten - [Einerseits und andererseits im Internet](https://www.revierpassagen.de/14389/das-einerseits-und-andererseits-des-internet/20121209_1446) - Internet –Segen oder Fluch? Dieser Frage stellen sich Kathrin Passig und Sascha Lobo in einem gemeinsamen Buch. Hätte dieses Buch einen Soundtrack, den Titelsong hätten die Autoren bei Grönemeyer und den Fanta4 finden können: Könnt’ alles so einfach sein – ist es aber nicht. Auf diese Formel lässt sich die Quintessenz dessen herunterbrechen, was Passig/Lobo - [Operetten-Passagen (1): Paul Abrahams „Die Blume von Hawaii" in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/39759/operetten-passagen-1-paul-abrahams-die-blume-von-hawaii-in-dortmund/20170123_2045) - Erlebt die Operette eine Renaissance? Teile des Feuilletons sehen die Morgenröte für Omas bevorzugte Theatersparte aufdämmern, weil Barrie Kosky an der Komischen Oper in Berlin mit rasanten Inszenierungen wie Paul Abrahams „Ball im Savoy“, Nico Dostals „Clivia“ oder Oscar Straus‘ „Eine Frau, die weiß, was sie will“ Furore gemacht hat. In der Tat lassen sich - [Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen](https://www.revierpassagen.de/38720/songs-fuer-die-ewigkeit-zum-tod-des-grossen-dichters-und-saengers-leonard-cohen/20161111_1344) - Auf immer verflucht sei der Tod. Jetzt hat er uns auch noch Leonard Cohen genommen, den vielleicht größten Songschreiber unserer Zeit, neben dessen Tiefenwirksamkeit allenfalls Bob Dylan bestehen kann. Vor wenigen Wochen war seine Platte „You Want It Darker“ erschienen, ein wahrhaft dunkles, geheimnisvoll funkelndes letztes Meisterwerk, das allseits hymnisch gefeiert wurde. Nicht nur zwischen - [Identität ist eine variable Größe - Lynn Hershman Leeson im Lehmbruck-Museum](https://www.revierpassagen.de/34789/identitaet-ist-eine-variable-groesse-lynn-hershman-leeson-im-lehmbruck-museum/20160227_1904) - Seit rund 50 Jahren fahndet die Künstlerin nach Identität. Immer wieder hat sie in den Spiegel geschaut, hat, was sie sah, fotografiert, gemalt, zur Plastik geformt oder es zur Kunstfigur mit frei erfundener Biographie gemacht. Akribisch hat sie Gespräche notiert: Traumnotizen, die wie psychoanalytische Protokolle klingen und ihrerseits das Thema Identität umkreisen. Doch in der - [Was wird hier gespielt? NRW-Theatertreffen 2014 in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/24397/was-wird-hier-gespielt-nrw-theatertreffen-2014-in-dortmund/20140416_1425) - Der Dortmunder Theaterchef Kay Voges gibt sich bescheiden. Die zehn besten nordrhein-westfälischen Theaterproduktionen des Jahres 2014 herauszufinden, sei schlichtweg unmöglich. „Wer will das entscheiden?“ Stattdessen haben die Dortmunder ihre Kollegen in den anderen Städten um Vorschläge gebeten. Und die Vorschläge haben sie darauf hin geprüft, ob sie auf einer Dortmunder Bühne gespielt werden können. Die - [Von der Lust am Werden: Schubert-Symphonien mit Pablo Heras-Casado](https://www.revierpassagen.de/24150/von-der-lust-am-werden-schubert-symphonien-mit-pablo-heras-casado/20140403_1731) - Zu den unseligen Traditionen in der Musikrezeption gehört, dass seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert der historische Belang zunehmend zum Qualitätskriterium erhoben wurde: Nur noch, was strukturell tiefgründig war, was als Fortschritt eingeschätzt wurde und was im hegelianischen Sinne den Zeitgeist voranbrachte, war es wert, dauerhaft zur Kenntnis genommen zu werden. Vor diesem – tief im - [Eklat in der Philharmonie: Krystian Zimerman unterbricht Konzert wegen eines Handy-Filmers](https://www.revierpassagen.de/18107/eklat-in-der-philharmonie-krystian-zimerman-unterbricht-konzert/20130604_1536) - Der Humor war abhandengekommen: Karol Szymanowskis Schlussfuge in seinen „Variationen h-Moll über ein polnisches Thema“ op.10 will nicht hymnisch-ernst, sondern mit Augenzwinkern gespielt werden. Aber Krystian Zimerman beschloss sein Konzert beim Klavier-Festival Ruhr mit verärgertem Furor. Nach traumhaft gespielten Debussy-Préludes und der geistig einzigartig durchdrungenen fis-Moll-Sonate des jungen Johannes Brahms war es zum Eklat gekommen: - [Dem "Meister" entkommt man nicht: Klavierduo Tal/Groethuysen würdigt Wagner](https://www.revierpassagen.de/18069/dem-meister-entkommt-man-nicht-klavierduo-talgroethuysen-wurdigt-wagner-in-der-essener-philharmonie/20130604_1207) - Sympathie-Bonus für das Klavierduo! Yaara Tal und Andreas Groethuysen kamen zum Klavier-Festival mit einem Programm, das genau auf das Thema dieses Jubiläumsjahres abgestimmt war. In der Philharmonie Essen kombinierten sie Wagner, übertragen auf zwei Klaviere, mit Debussy, durchleuchteten damit berühmte Ausschnitte aus Opern des „Meisters“, stellten ihm die ganz andere Musik Claude Debussys zur Seite. - [Zeitgeist-Zeugen: Warum "Zero Dark Thirty" beim Oscar nur einen Trostpreis erhalten hat](https://www.revierpassagen.de/16147/zeitgeist-zeugen-anmerkungen-zur-oscar-verleihung/20130225_1240) - Populäres Kino ist, wenn es gut gemacht ist, stets ein Seismograph für den Zeitgeist. Mit manchmal erschreckend ausschlagenden Zacken wie „Zero Dark Thirty“ der Amerikanerin Kathryn Bigelow. Dass dieser Film über die Jagd auf Osama Bin Laden keinen der Oscar-Blumentöpfe gewinnen würde, war von vornherein klar: Er ist heiß umstritten, einige Republikaner im US-Kongress verlangten - [Endzeitstimmung in der Tanzschule: "Skin Deep Song" in Essen uraufgeführt](https://www.revierpassagen.de/15751/endzeitstimmung-in-der-tanzschule-skin-deep-song-am-schauspiel-essen/20130204_1642) - Kann es einen trostloseren Ort geben als eine ehemalige Tanzschule? Eine vergessene Disco-Kugel hängt zwischen kaputten Deckenplatten, aus denen lose Kabel baumeln. Eine verstaubte Theke, ein Klavier, ein Glittervorhang. Das Arrangement gehört freilich zum Bühnenbild (Andreas Jander) – doch für die Uraufführung von „Skin Deep Song“ hätte das Theater Essen trotzdem keinen passenderen Ort finden - ["Die Nordsee von oben" - eindrucksvoller Film läuft auch in ausgewählten Ruhrgebiets-Kinos](https://www.revierpassagen.de/1548/die-nordsee-von-oben-eindrucksvoller-film-der-in-ausgewahlten-kinos-auch-im-ruhrgebiet-lauft/20110618_1729) - Der Film Die Nordsee von oben zeigt genau das, was man bei einem solchen Titel erwarten kann: Die Nordsee mit ihrem Wattenmeer, die Küstenregionen, die Inseln, die Halligen, die Städte usw. - alles aufgezeichnet mit einer hochauflösenden Helikopterkamera, deren Bilder auf der großen Kinoleinwand so richtig zur Geltung gekommen und dem Slogan "Filme sind fürs - [Loslassen lernen – Bernhard Schlinks Roman „Das späte Leben"](https://www.revierpassagen.de/133039/loslassen-lernen-bernhard-schlinks-roman-das-spaete-leben/20240303_1233) - Martin ist sechsundsiebzig und blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Jurist und Uni-Professor zurück. Spät hat der notorische Junggesellen noch das kleine private Glück gefunden. Warum sich die viel jüngere Ulla, eine lebenslustige Frau und Malerin abstrakter Bilder, mit denen Martin nichts anzufangen kann, sich für den verschlossenen Juristen entschieden hat, ist ihm ein Rätsel. - [Auf den Spuren des Unnahbaren – Karl Ove Knausgard über Anselm Kiefer](https://www.revierpassagen.de/133043/auf-den-spuren-des-unnahbaren-karl-ove-knausgard-ueber-anselm-kiefer/20240226_2037) - Mit seinem sechsbändigen autobiografischen Roman-Projekt „Mein Kampf“ wurde Karl Ove Knausgard zu einem der wichtigsten Schriftsteller der Gegenwart. Der norwegische Autor hat wohl kaum je eine Zeile geschrieben, die nicht auf seinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen beruht und ein Spiegel seiner Gedanken und Wünsche ist. Als er in London eine Retrospektive mit Werken von Anselm - [Auch ohne Bundesinstitut: Essen will Maßstäbe in der Fotokultur setzen](https://www.revierpassagen.de/133242/auch-ohne-bundesinstitut-essen-will-massstaebe-in-der-fotokultur-setzen/20240227_1756) - Essen als d i e deutsche Fotografie-Stadt? Nun ja, es ist kompliziert. Nach politischem Willen, insbesondere auf Bundesebene, wird das noch zu gründende Deutsche Fotoinstitut eben nicht in der Ruhrstadt, sondern in Düsseldorf angesiedelt. Doch just heute ging man in Essen an die Öffentlichkeit, um kundzutun, dass man auch so gehörige Pflöcke einschlagen kann: Das - [„Mut zu einem ganz neuen Anfang" – David Grossmans Plädoyer für Frieden im Nahen Osten](https://www.revierpassagen.de/133052/mut-zu-einem-ganz-neuen-anfang-david-grossmans-plaedoyer-fuer-frieden-im-nahen-osten/20240224_1301) - Wenige Tage nach dem 7. Oktober 2023, als Terroristen die Grenze zu Israel überwanden, ein Massaker an Juden verübten und zahlreiche Geiseln nach Gaza verschleppten, schwankt David Grossman zwischen Entsetzen und Ohnmacht. Seit Jahren hatte der israelische Autor sich gegen die Besatzung ausgesprochen, Frieden und eine Zweistaaten-Lösung angemahnt. „Was jetzt geschieht“, schreibt er, sei ein - [„Vergnügen und Verlust" – Ruhrfestspiele präsentieren Programm 2024](https://www.revierpassagen.de/133166/vergnuegen-und-verlust-ruhrfestspiele-praesentieren-programm-2024/20240221_2222) - Nun ist es da, das Programm der diesjährigen Ruhrfestspiele. „Vergnügen und Verlust“ ist es überschrieben, und in diesem Titel, so Intendant Olaf Kröck, spiegele sich das weltpolitische Übel unserer Zeit ebenso wie die Notwendigkeit, es mit den Mitteln des Spiels, des Schauspiels, des Theaters samt all seinen Facetten mithin anzugehen. Die Autorin und Übersetzerin Esther - [Magie des vollendeten Tons: Joyce DiDonato und das Ensemble „Pomo d’oro“ in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/133150/magie-des-vollendeten-tons-joyce-didonato-und-das-ensemble-pomo-doro-in-der-philharmonie-essen/20240220_2154) - Kaum merklich schwebt der Ton im Saal, nimmt allmählich Gestalt an, verdichtet sich, klingt erfüllt und leuchtend – und dann schwingt er sich auf das Wort und trägt es in den Raum. Joyce DiDonato stimmt die Klage der verlassenen Königin Dido an. Der Tod ist ihr ein willkommener Gast: Aeneas, der Held aus dem gefallenen - [Bloß nicht von Experten einschüchtern lassen – „Das Weinbuch ohne Blabla“](https://www.revierpassagen.de/133101/bloss-nicht-von-experten-einschuechtern-lassen-das-weinbuch-ohne-blabla/20240214_1651) - Vorab bemerkt: Dieses Buch ist bereits seit fünf Monaten auf dem Markt, liegt in der dritten Auflage vor und hat immerhin den Deutschen Kochbuchpreis bekommen. Doch erst durch ein Interview der Süddeutschen Zeitung mit der Autorin Louisa Maria Schmidt bin ich darauf aufmerksam geworden. Also habe ich „Das Weinbuch ohne Blabla“ käuflich erworben. Nix Rezensionsexemplar. - [„Ich will leer sein, einfach leer" – Jon Fosses Literatur als Gottesdienst](https://www.revierpassagen.de/133045/ich-will-leer-sein-einfach-leer-jon-fosses-literatur-als-gottesdienst/20240209_1204) - Gott benötigte sieben Tage, um Licht in die Dunkelheit zu bringen und die Welt zu erschaffen. Der norwegische Autor Jon Fosse braucht 1200 Buchseiten, um die Gnade Gottes zu erlangen, die düstere Welt eines von Schmerz und Leid gepeinigten Künstlers zu erhellen und ihm Erlösung zu schenken. In Fosses „Heptalogie“, einem auf drei Bücher angelegten - [„Also hieß es wieder Koffer packen" – Erinnerungen des Theatermannes Jürgen Flimm](https://www.revierpassagen.de/133050/also-hiess-es-wieder-koffer-packen-erinnerungen-des-theatermannes-juergen-flimm/20240205_1945) - Schon als kleiner Kölner Junge ist Jürgen Flimm rettungslos dem Theater und der Musik verfallen, er singt im Knabenchor und liebt kindliche Rollenspiele. Im Schlepptau seiner Großmutter besucht er die städtischen Bühnen und Konzerthallen. Die Freikarten werden ihnen von einem Onkel zugesteckt, der als Organist und Journalist in der Domstadt sein kulturelles Unwesen treibt. Jürgens - [Eher widerwillig mitgemacht – Borussia Dortmund zur NS-Zeit](https://www.revierpassagen.de/133002/eher-widerwillig-mitgemacht-borussia-dortmund-zur-ns-zeit/20240201_1521) - Wie stand es in der NS-Zeit um den BVB? Hat der Verein am faschistischen Unwesen freiwillig oder eher notgedrungen mitgewirkt? Solchen Fragen, die sich keinesfalls „erledigt" haben, widmen sich Rolf Fischer und Katharina Wojatzek in ihrem Buch „Borussia Dortmund in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945". Sie haben, so gut es angesichts der schwierigen Quellenlage nur - [Lasst euch nicht bei-rren, auch nicht von Blumento-pferden](https://www.revierpassagen.de/132853/lasst-euch-nicht-bei-rren-auch-nicht-von-blumento-pferden/20240201_1155) - Der Befund gilt auch und gerade für die, die sich zubilligen, mit der Sprache einigermaßen gut umgehen zu können: Eine Neigung zu oder gar Freundschaft mit (bestimmten) Wörtern entsteht nicht selten auf dem Umweg über Irritationen. Ein Beispiel folgt auf dem Fuße. Ein Wort, das mich als Kind und gar bis in die Jugend hinein - [Immanuel Kant – auch am Billardtisch der Beste](https://www.revierpassagen.de/132943/immanuel-kant-auch-am-billardtisch-der-beste/20240128_1723) - Manchmal höre ich in den inspirierenden Podcast „ZEIT Geschichte: Wie war das noch mal?" hinein. Die neueste Folge vom 27. Januar befasst sich mit der philosophischen Übergröße Immanuel Kant – zum Jubiläumsjahr (300. Geburtstag des Denkers) wahrlich keine Überraschung. Zwei Leute aus der ZEIT-Redaktion haben mit dem Kant-Spezialisten Prof. Marcus Willaschek (Frankfurt) gesprochen. Selbstverständlich ging - [Schnoddrig unterwegs – Stefanie Sargnagels Reisebuch „Iowa"](https://www.revierpassagen.de/132866/schnoddrig-unterwegs-stefanie-sargnagels-reisebuch-iowa/20240124_0950) - Im US-Bundesstaat Iowa (kürzlich wegen einer betrüblichen US-Vorwahl in den Zeitungsspalten) spielen nicht allzu viele deutschsprachige Bücher. Sei's Lockung oder Warnung: Die nicht nur im Fankreis vielgepriesene Stefanie Sargnagel stellt die geographische Bezeichnung gleich in den Titel: Schlichtweg „Iowa" heißt ihr... ja, was eigentlich? Ein Roman ist es nicht. Vielleicht ein sehr subjektiver Reise- und - [Schönheit im Tanz, Elend der Epileptiker – „Voodoo Waltz" von Janja Rakus in Bochum](https://www.revierpassagen.de/132891/schoenheit-im-tanz-elend-der-epileptiker-voodoo-waltz-von-janja-rakus-in-bochum/20240122_2110) - „Ich bin ein Mann“ sagt der Mann auf der Bühne. Mühsam erhebt er sich vom Boden, mühsam zieht er Hemd und Hose an. Es ist der erste gesprochene Satz an diesem Theaterabend, verzweifelt-trotzige Selbstverortung. „Ich bin keine Frau“ setzt er nach, und haarklein wird er uns späterhin berichten, was er damit meint. Choreographen inszenierten Der - [Seele der ganzen Region – Fotoschau über Fußball im Ruhrgebiet (verlängert bis 20. Mai '24)](https://www.revierpassagen.de/130331/die-seele-der-ganzen-region-foto-ausstellung-ueber-fussball-im-ruhrgebiet/20230505_1752) - Das kann doch wohl kein Zufall sein: Zwischen 1952 und 1957 erreichte die Steinkohleförderung im Revier ihre Gipfelpunkte. Just in dieser Phase machten Ruhrgebietsvereine die deutsche Fußballmeisterschaft hauptsächlich unter sich aus: 1955 war Rot-Weiß Essen an der Reihe, 1956 und 1957 folgte Borussia Dortmund, 1958 schließlich Schalke 04. In einer gemeinsamen Ausstellung auf Zeche Zollverein - [Eleganz und Feuer: Stipendiaten brillieren bei der Matinee der Mozart Gesellschaft im Konzerthaus Dortmund](https://www.revierpassagen.de/132829/eleganz-und-feuer-stipendiaten-brillieren-bei-der-matinee-der-mozart-gesellschaft-im-konzerthaus-dortmund/20240116_2214) - Das kleine Blumenmädchen reicht ihm kaum bis zum Knie. Es wirkt beinahe skurril, wie tief sich der nahezu zwei Meter große Geiger Stephen Waarts bücken muss, um den Strauß entgegenzunehmen, den das Kind ihm zum Dank für seinen Auftritt im Konzerthaus Dortmund reicht. Die Bratschistin Emma Wernig, die mit ihm gemeinsam das Doppelkonzert e-Moll op. - [Entlustet und mohrifiziert – Wortverhunzung und Schlimmeres im Dunstkreis des Vereins Deutsche Sprache](https://www.revierpassagen.de/132763/entlustet-und-mohrifiziert-wortverhunzung-und-schlimmeres-im-dunstkreis-des-vereins-deutsche-sprache/20240115_1114) - Mit dem „Verein Deutsche Sprache" (VDS), 1997 aus der Taufe gehoben vom Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer, hat es von jeher seine erzkonservative Bewandtnis. Bereits zu Gründerzeiten war es zu ahnen. Ich hatte schon damals das zweifelhafte Vergnügen, dies und jenes über den zwiespältigen Zusammenschluss zu schreiben, der heute nach eigenen Angaben rund 36000 Mitglieder hat. - [Sprachpanscher, Plauderstündchen und Windmühlenflügel – der Kampf des Dortmunders Professors Walter Krämer](https://www.revierpassagen.de/88685/sprachpanscher-plauderstuendchen-und-windmuehlenfluegel-der-kampf-des-dortmunders-professors-walter-kraemer/19990505_0954) - Der Dortmunder Professor Walter Krämer hat offenbar seinen Lebensinhalt gefunden: Unerbittlich zieht er zumal gegen englische Wörter zu Felde; die sich in die deutsche Sprache einschleichen. Zum Zeichen der nationalen Aufgabe prangt in schwarz-rot-goldenen Lettern das Logo des „Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e. V." (VWDS). Vorsitzender: Walter Krämer. Mitgliederzahl: rund 5000. Ein zackiges - [Zum Tod des Dortmunder Theatermachers Rolf Dennemann](https://www.revierpassagen.de/132732/zum-tod-des-dortmunder-theatermachers-rolf-dennemann/20240109_1836) - Der Dortmunder Theatermacher, Schauspieler und Autor Rolf Dennemann ist gestorben – viel zu früh mit 71 Jahren. Ein einziges Mal hat Rolf Dennemann an einem Autorentreffen der Revierpassagen teilgenommen, doch kann ich leider nicht behaupten, ihn wirklich näher gekannt zu haben. Umtriebig, ja getrieben schien er an jenem Abend zu sein. Er hat sich denn - [Revierpassagen-Texte wurden bühnenreif: Rolf Dennemanns Krankenhausreport „Unterwegs mit meinem Körper"](https://www.revierpassagen.de/29888/revierpassagen-texte-wurden-buehnenreif-rolf-dennemanns-unterwegs-mit-meinem-koerper/20150329_1527) - Wenn ein gelegentlicher Mitarbeiter der „Revierpassagen" ein Bühnenprogramm entwickelt und aufführt; wenn noch dazu sehr lesenswerte Textvorlagen zu diesem Projekt als Beiträge in den Revierpassagen gestanden haben – dann, ja dann machen wir umso lieber ein bisschen Reklame dafür. Die Rede ist von Rolf Dennemann und seiner szenischen Lesung „Unterwegs mit meinem Körper", die kürzlich - [„Jo, der Froonz" – Zum Tod von Franz Beckenbauer](https://www.revierpassagen.de/132704/jo-der-froonz-zum-tod-von-franz-beckenbauer/20240108_1914) - Nein, wir wollen hier nicht seine gesamte (sportliche) Biographie herunterrattern, sie war imposant genug und in Fußball-Deutschlands Breiten unerreicht. Es gab Zeiten, da hätte Franz Beckenbauer, der gestern mit 78 Jahren gestorben ist, durchaus Bundespräsident oder dergleichen Gewichtiges werden können – zumindest „gefühlt". Boulevard-Medien krönten ihn gar zum „Kaiser", nahezu alle Welt übernahm diesen Titel. - [Wie sich die Arbeitswelten wandeln (und was darüber geschrieben wird) – 50 Jahre Fritz-Hüser-Institut in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/132673/wie-sich-die-arbeitswelten-wandeln-und-was-darueber-geschrieben-wird-50-jahre-fritz-hueser-institut-in-dortmund/20240106_1220) - Wo soll man anfangen und wo aufhören? Wo beginnt die „Arbeitswelt“, wo endet sie? Solche Fragen drängen sich auf, wenn es um die Entwicklung des „Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt“ in den letzten 50 Jahren geht. 50 Jahre – das ist die Zeitspanne seit Gründung der in Dortmund ansässigen Einrichtung, die aus der - [Kehrseiten des Expressionismus – eine nachdrückliche Befragung in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/131976/kehrseiten-des-expressionismus-eine-nachdrueckliche-befragung-in-dortmund/20231230_1344) - Der Expressionismus ist museal vielfach durchbuchstabiert worden. Gibt es da noch Neues zu entdecken? In Dortmund wird es versucht. Der Reihe nach: Die Sammlung Horn bereichert seit 1988 das schleswig-holsteinische Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig. Nun wird dort umgebaut, deshalb können die Bestände auf Reisen gehen. Die Tournee hat im Kirchner-Museum zu Davos begonnen, wo - [„Der doppelte Erich" – wie Kästner sich durch die NS-Zeit lavierte](https://www.revierpassagen.de/132563/der-doppelte-erich-wie-kaestner-sich-durch-die-ns-zeit-lavierte/20231227_1251) - Erich Kästner scheint, von heute aus betrachtet, zu den Unbezweifelbaren zu gehören. War er nicht eindeutig „links" und somit unverdächtig, es auch nur ansatzweise mit dem NS-Regime gehalten zu haben? Wenigstens bis in die späten 1960er Jahre galt er quasi als geheiligt, und bis heute scheint sein Andenken gegen Attacken gefeit. Sind seine Bücher nicht - [Die Revierpassagen wünschen frohe Festtage](https://www.revierpassagen.de/132547/die-revierpassagen-wuenschen-frohe-festtage/20231223_1724) - [Die etwas andere Laden-Kette (keine weihnachtliche Geschichte)](https://www.revierpassagen.de/132504/die-etwas-andere-laden-kette-keine-weihnachtliche-geschichte/20231222_1641) - Leute, ich erzähle Euch mal eine kleine Geschichte, mit der ich mich womöglich als „Spießer" zu erkennen gebe. Sei's drum. Nein, die Chose spielt nicht in härteren Ecken von New York, London oder Berlin, auch nicht in der Dortmunder Nordstadt, sondern im vergleichsweise biederen Stadtteil Dortmund-Körne – und daselbst in einer harmlosen Tedi-Filiale, einer jener - [Lauter schmerzliche Verluste – Dortmund damals und jetzt](https://www.revierpassagen.de/132472/lauter-schmerzliche-verluste-dortmund-damals-und-jetzt/20231218_1754) - Schaut man sich Dortmunder Ansichtskarten aus Vorkriegs- und noch früheren Zeiten an, so könnte man mindestens wehmütig werden. Aller industriellen Verschmutzung zum Trotz, war das alte Dortmund eine vielfach schmucke Stadt mit etlichen repräsentativen oder gar imposanten Bauten und zahlreichen idyllischen Straßen und Plätzen. Daraus bezieht auch der neue Bildband „Dortmund Gestern | Heute" seinen - [Namen über Namen: Michael Krügers „Verabredung mit Dichtern"](https://www.revierpassagen.de/132385/namen-ueber-namen-michael-kruegers-verabredung-mit-dichtern/20231212_1113) - Eines gleich vorweg: Der Lebensleistung von Michael Krüger, dem langjährigen Leiter des Münchner Hanser-Verlags und – keinesfalls nur nebenbei – Schriftsteller, gebührt unbedingt großer Respekt, ja Bewunderung. Kaum einer neben und nach dem Suhrkamp-Doyen Siegfried Ungeld hat dermaßen viel für die Literatur seit den mittleren 1960er Jahren bewirkt. Umso mehr Aufschlüsse erwartet man von Krügers - [Immer wieder „Alles gut"](https://www.revierpassagen.de/132304/immer-wieder-alles-gut/20231207_0950) - Zugegeben, es wird im deutschen Sprachraum schon seit einigen Jahren gesagt, allerdings mit der Zeit immer und immer öfter. Inzwischen ist es längst eine feste Formel, ja ein Passepartout geworden, eigentlich immer und überall zu gebrauchen: „Alles gut." Soll man's schriftlich und stimmlich mit oder ohne Punkt ausklingen lassen, mit Ausrufezeichen oder gar mit drei - [Jenseits der Mythen – Interview mit dem Callas-Biographen Arnold Jacobshagen](https://www.revierpassagen.de/132275/jenseits-der-mythen-interview-mit-dem-callas-biographen-arnold-jacobshagen/20231201_1842) - Vor 100 Jahren, am 2. Dezember 1923, wurde in New York eine der bedeutendsten Sängerinnen der Musikgeschichte geboren: Maria Callas. Zum ihrem 100. Geburtstag sprach Werner Häußner mit dem Autor einer neuen Biographie, dem Kölner Musikwissenschaftler Arnold Jacobshagen, über das Geheimnis der Gesangskunst der Callas und die Mythen um ihre Person. Als Achtzehnjährige begann Maria - [Dem Tod gefasst entgegensehen – Paul Austers Roman „Baumgartner"](https://www.revierpassagen.de/132218/dem-tod-gefasst-entgegensehen-paul-austers-roman-baumgartner/20231129_1104) - Ein doppeltes Missgeschick wirft das Gedanken-Karussell des Erzählens an: Zuerst hantiert Professor Seymour T. Baumgartner (genannt „Sy"), emeritierter Phänomenologe und Schriftsteller aus Princeton (USA), höchst ungeschickt mit einem glühend überhitzten Topf. Kurz darauf stürzt er eine Treppe hinunter. Slapstick mit schmerzlichen Folgen. Doch da ist ein bleibender, ungleich tieferer Schmerz, der phantomhaft fortwirkt: Vor einigen - [„Nie in Mode gewesen" – Julien Gracq und seine „Lebensknoten"](https://www.revierpassagen.de/132185/nie-in-mode-gewesen-julien-gracq-und-seine-lebensknoten/20231124_0841) - In der Handschriftenabteilung der „Bibliothèque Nationale de France" befinden sich neunundzwanzig mit „Notules“ (Randnotizen) betitelte Hefte des Schriftstellers und Dichters Julien Gracq. Ihre Veröffentlichung hat der Autor bis 2027, zwanzig Jahre nach seinem Tod, untersagt. Jedoch hatte Gracq einige Prosastücke ins Reine geschrieben und zum Abtippen gegeben, die 2021 in Frankreich unter dem Titel „Noeuds - [Im Land der schönen Stadttheater – Bildband präsentiert Spielstätten des Reviers](https://www.revierpassagen.de/132159/im-land-der-schoenen-stadttheater-bildband-praesentiert-spielstaetten-des-reviers/20231122_1511) - „Theaterszene Ruhr“ steht auf dem Buchdeckel, und „Einblicke in die Theaterwelt“. Das Fotobuch im A-4-Querformat zeigt den Zuschauerraum eines Großen Hauses, Festspielhaus Recklinghausen, Ruhrfestspiele. Dieses Foto ist, wenn man einmal so sagen darf, das einzig ehrliche an dieser Titelseite. Denn weder geht es um Theaterszene noch um Theaterwelt (was wäre übrigens der Unterschied?); es geht - [Béla Réthy: Zum Schluss ein paar kleine Lektionen](https://www.revierpassagen.de/128165/bela-rethy-zum-schluss-ein-paar-kleine-lektionen/20221214_2322) - Staatsaffäre höchsten Ranges: Ein deutscher Fernseh-Fußball-Reporter hört auf. Nach Jahrzehnten. Im ZDF. Béla Réthy. Ach, du meine Güte! Im WM-Halbfinale Frankreich - Marokko (2:0) hat er seine letzte Messe gelesen. Gottlob gemeinsam mit dem vor nicht allzu langer Zeit emeritierten Ex-Fußballstürmer Sandro Wagner. Der kennt sich nämlich verdammt gut aus und weiß es auch zu - [Musik mit Testosteron: William Waltons Erste Symphonie in Essen](https://www.revierpassagen.de/126848/musik-mit-testosteron-william-waltons-erste-symphonie-in-essen/20220701_1645) - Die Essener Philharmoniker verabschiedeten sich bei ihrem 12. Sinfoniekonzert mit einem ungewöhnlichen Programm in die Ferien. Man merkte es am Besuch: Der Alfried Krupp Saal war nur schütter besetzt. Der konservative Teil des Essener Publikums lässt sich mit William Waltons Erster Symphonie nicht locken. Und auch der Zaunpfahl Philip Glass konnte es nicht herbeiwinken. Dessen - [Wo selbst Prominentengräber unscheinbar sind – ein Gang über den Dortmunder Südwestfriedhof](https://www.revierpassagen.de/118928/wo-selbst-prominentengraeber-unscheinbar-sind-ein-gang-ueber-den-dortmunder-suedwestfriedhof/20211122_1931) - Blickt man über den etwas seitwärts gelegenen „Ehrenfriedhof" (mit Gräbern u. a. aus dem Ersten Weltkrieg) hinweg, so erhebt sich dahinter mit seiner gigantischen gelben Stützkonstruktion das Westfalenstadion, vulgo Signal-Iduna-Park. Zugleich hört man den Lärm von der stark befahrenen B1. Der Dortmunder Südfriedhof (offizieller Name; vielen Leuten jedoch als Südwestfriedhof geläufig) befindet sich in exponierter - [Im Zeichen des Mammuts – Dortmunds Naturmuseum nach sechs Jahren endlich wieder geöffnet](https://www.revierpassagen.de/109850/im-zeichen-des-mammuts-dortmunds-naturmuseum-nach-sechs-jahren-endlich-wieder-geoeffnet/20200907_1726) - Eine Stadt, die etwas auf sich hält, sollte beispielsweise mehrere Kunstmuseen haben, außerdem diverse Häuser zur (Kultur)-Geschichte – und möglichst ein naturkundliches Ausstellungs-Institut. In diesem Sinne rückt Dortmund jetzt beim Image-Wettbewerb der Kommunen endlich wieder in eine der vorderen Reihen auf: Nach schier unglaublichen sechs Jahren Umbauzeit (nur zwei hätten es sein sollen) eröffnet das - [„Tot wie ein Dodo" – Dortmunds Naturmuseum nimmt Ausrottung der Tierarten in den Blick](https://www.revierpassagen.de/125129/tot-wie-ein-dodo-dortmunds-naturmuseum-nimmt-ausrottung-der-tierarten-in-den-blick/20220407_2104) - „Tot wie ein Dodo" heißt, denkbar lakonisch, die neue Sonderausstellung im Dortmunder Naturmuseum. Die Benennung geht zurück auf die englische Redewendung „as dead as a dodo", die mit Betonung auf Endgültigkeit ungefähr als „mausetot" zu übersetzen wäre, was jedoch das grundfalsche Tier aufruft – ebenso wie der Internet-Sprachdienst Linguee, der sie mit „ausgestorben wie ein - [Beide Weltkriegs-Bomben entschärft – Weite Teile der Dortmunder Innenstadt waren evakuiert](https://www.revierpassagen.de/104617/gefahr-durch-weltkriegs-bomben-weite-teile-der-dortmunder-innenstadt-werden-evakuiert/20200111_1731) - Seit Tagen und Wochen herrschte quasi Daueralarm, zumindest in stetig anwachsenden Vorstufen: Dortmund hatte sich gründlich auf die „Mega-Evakuierung" (so das handelsübliche Steigerungs-Wort) an diesem Sonntag, 12. Januar, vorbereitet – im Großen und Ganzen und bis in alle vorhersehbaren Einzelheiten. Früher hätte man dafür das Wort „generalstabsmäßig" verwendet, heute meidet man derlei martialische Ausdrücke lieber. - ["Phoenixsee": WDR-Serie über zwei Familien im Strudel des Strukturwandels](https://www.revierpassagen.de/38980/phoenixsee-wdr-serie-ueber-zwei-familien-im-strudel-des-strukturwandels/20161128_1526) - Mit dem Dortmunder Phoenixsee ist das so: Das künstliche Gewässer erstreckt sich seit einigen Jahren da, wo früher einmal ein Hoesch-Stahlwerk gestanden hat. Restbestände der früheren Arbeiterhäuser bilden nun einen starken Kontrast zur massiven Ansiedlung Neureicher, die sich direkt am Seeufer breitgemacht haben. Diese Gemengelage gab schon reichlich Stoff für den großartigen Dokumentarfilm „Göttliche Lage“ - [Zukunftsfroh erblüht die Stadt: Ein lange verschollener Image-Film aus dem Jahr 1964 macht derzeit in Dortmund Furore](https://www.revierpassagen.de/49014/zukunftsfroh-erblueht-die-stadt-ein-lange-verschollener-image-film-aus-dem-jahr-1964-macht-derzeit-in-dortmund-furore/20180309_1600) - Fünf ausgebuchte Vorstellungen gab's schon im Kino des "Dortmunder U". Welches attraktive Lichtspiel wird denn da geboten? Welcher Blockbuster zieht die Menge so magisch an? Nun, es ist eigentlich ein unscheinbares Werk, das sicherlich keinerlei Spuren in der Filmgeschichte hinterlassen wird. Der gerade mal 49 Minuten lange Streifen mit dem wenig aussagekräftigen Titel "Moderne Großstadt - [Gebäude und Gesichter: Das Museum Ludwig Köln wirft einen Blick auf den Fotografen Werner Mantz](https://www.revierpassagen.de/46303/gebaeude-und-gesichter-das-museum-ludwig-koeln-wirft-einen-blick-auf-den-fotografen-werner-mantz/20171026_1105) - Gesichter und Fassaden: Für Werner Mantz waren sie künstlerisch einander ähnliche Herausforderungen. Der 1901 geborene Fotograf begann seine Laufbahn 1921 in Köln als Porträtist. Bald kamen Aufträge zum Fotografieren von Architektur hinzu. Mantz lichtete Bauten von Wilhelm Riphahn, Peter Franz Nöcker, Caspar Maria Grod und anderen bekannten Protagonisten modernen Bauens ab und wurde so zum - [Festspiel-Passagen IV: Große Momente – Diana Damrau als „Traviata“ in München](https://www.revierpassagen.de/25776/festspiel-passagen-iv-grosse-momente-diana-damrau-als-traviata-in-muenchen/20140707_1425) - München musste warten – doch die Zeit hat sich gelohnt: Nach New York, Zürich, Mailand, London und Paris ist Diana Damraus Violetta Valéry nun auch an der Bayerischen Staatsoper angekommen. Das fulminante Hausdebüt unter erschwerten Bedingungen – Joseph Calleja musste kurzfristig vergrippt absagen – ließ eine Sängerin erleben, die das Rollenporträt der „Traviata“ im Vergleich - [Festspiel-Passagen III: Rossinis „Guillaume Tell“ in München – Rebellion der Spießer](https://www.revierpassagen.de/25727/festspiel-passagen-iii-rossinis-guillaume-tell-in-muenchen-rebellion-der-spiesser/20140704_1101) - Das gilt es festzuhalten: Ein Haus wie die Münchner Staatsoper mit knapp sechzig Millionen Staatszuschuss kümmert sich – endlich einmal – um ein Schlüsselwerk der Oper, Gioacchino Rossinis „Guillaume Tell“. Und streicht und kürzt in der Partitur herum, als habe es in den letzten Jahrzehnten keine kritische Neuerschließung des Materials und keinen Wandel in den - [Todeskuss im Treibhaus: Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Oper Bonn](https://www.revierpassagen.de/17450/wagner-jahr-2013-todeskuss-im-treibhaus-tristan-und-isolde-an-der-oper-bonn/20130430_2217) - Dass Vera Nemirova eine faszinierende Erzählerin ist, wissen wir spätestens, seit sie mit dem Frankfurter „Ring des Nibelungen“ einen der bedeutenden Beiträge zum Wagner-Jahr 2013 leistete. Die Regisseurin braucht keinen dekonstruktiven Überbau, keine umständliche Symbolik, keine privatmythologische Verrätselung, um einem Stück Belang zu geben. Sie erzählt intensiv und klug eine Geschichte. So hat sie es - [Der neue Papst setzt Zeichen: Mit dem Bus ins Gästehaus](https://www.revierpassagen.de/16442/der-neue-papst-setzt-zeichen-mit-dem-bus-ins-gastehaus/20130314_0330) - Bei den Fernsehleuten herrschte eher Gelassenheit: Eine Diskussionsrunde mit der spekulativen Frage nach persönlichen Favoriten, ein paar Bilder von Menschen unter Regenschirmen auf dem Petersplatz, immer wieder der Schornstein über der Sixtinischen Kapelle, von Scheinwerfern angestrahlt. Und dann, um 19.05 Uhr, Rauch, dichter weißer Rauch. Eine schnelle Entscheidung, mit der kaum jemand unter den Wartenden - [Ein Platz für Tiere im Kunstmuseum - Ausstellung "Arche Noah" im Dortmunder U](https://www.revierpassagen.de/27939/ein-platz-fuer-tiere-im-kunstmuseum-ausstellung-arche-noah-im-dortmunder-u/20141113_1947) - Groß war sie angekündigt, die Jahresendausstellung im Dortmunder U. „Arche Noah – Über Tier und Mensch in der Kunst“ ist sie überschrieben, der Titel ist - bar jeder Doppeldeutigkeit - redliche Inhaltsangabe. Sucht man nach einem positiven Eigenschaftswort, das die Schau des Ostwall-Museums am trefflichsten kennzeichnet, so fällt einem am ehesten wohl „fleißig“ ein, vielleicht - [„Schöne Scheiße" im Dortmunder Museum: Die stets unfertige Welt des Dieter Roth](https://www.revierpassagen.de/36189/schoene-scheisse-im-dortmunder-museum-die-stets-unfertige-welt-des-dieter-roth/20160519_2108) - Es ist kein unflätiger Fluch und auch keine Lüge, wenn man sagt, man habe jetzt im Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U „Schöne Scheiße“ zu sehen bekommen. Denn genau so haben die Macherinnen die Ausstellung mit Werken des Schweizers Dieter Roth (1930-1998) genannt. Das Kraftwort mag zunächst haltlos provokant klingen, lässt sich aber immerhin auf - [Tropfen als akustische Skulpturen - Arbeiten des Ostwall-Preisträgers Albert Mayr](https://www.revierpassagen.de/38830/tropfen-als-akustische-skulpturen-arbeiten-des-ostwall-preistraegers-albert-mayr/20161121_0855) - Die „Tropfenstudien“ sind fragile Gebilde, Gestelle aus Holz und Metall, denen sämtlich eigen ist, dass ein viel zu schwer wirkender Wasserbehälter auf ihnen steht. Aus der Medizin bekannte Infusionsregler steuern die Menge des durch dünne Schläuche abfließenden Wassers, die sich in Tropfen bemisst und auch beim Tropfen hörbar wird, wenn es – im Grund wie - [Der Schmerz und die Wut hinter den fröhlichen "Nanas" - Frauenbilder von Niki de Saint Phalle in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/39113/der-schmerz-und-die-wut-hinter-den-froehlichen-nanas-frauenbilder-von-niki-de-saint-phalle-in-dortmund/20161209_1405) - Ihre kunterbunten, drallen und prallen „Nana“-Figuren haben die Franko-Amerikanerin Niki de Saint Phalle (1930-2002) weltberühmt gemacht. Auf den ersten Blick vermitteln die monumentalen Skulpturen ungebrochene, beinahe kindliche Fröhlichkeit und betont weibliche Lebenslust. Doch ganz so simpel verhält es sich nicht. Selbst solche Werke sind letztlich dem Leiden und dem Schmerz abgerungen, abgetrotzt. Das verdeutlicht jetzt - ["Fast wie im echten Leben": Gründlich umgestaltete Ostwall-Sammlung im Dortmunder "U" wirkt geradezu erfrischend](https://www.revierpassagen.de/46658/fast-wie-im-echten-leben-gruendlich-umgestaltete-ostwall-sammlung-im-dortmunder-u-wirkt-geradezu-erfrischend/20171110_1957) - Da schau her! Wie hat sich die Präsentation dieser Sammlung verändert! Man erkennt sie streckenweise kaum wieder. Hier gilt's nicht mehr so sehr der hehren Kunst, die sich vom schnöden Alltag abhebt, sondern im Gegenteil: Die Kernfrage lautet, wie sehr die Werke mit uns und unserem Alltag zu tun haben, wie sie aus ihm hervorgehen - [„Body & Soul": Dortmunds Ostwall-Sammlung mit Leib und Seele abermals neu präsentiert](https://www.revierpassagen.de/105541/body-soul-dortmunds-ostwall-sammlung-mit-leib-und-seele-abermals-neu-praesentiert/20200206_2145) - Ohne englische Titel geht praktisch nichts mehr im Museum Ostwall. Kürzlich eröffnete hier mit „The Other Side" eine Schau zu neueren Positionen irischer Kunst. Und nun erhält die Präsentation der eigenen Sammlung wieder einen neuen Schub. Titel: „Body & Soul". Im Dortmunder U, wo die Ostwall-Sammlung sich seit nunmehr 10 Jahren befindet, gibt man sich - [Die Verhältnisse zum Tanzen bringen: Fluxus-Kunst im Dortmunder "U"](https://www.revierpassagen.de/11460/die-verhaltnisse-zum-tanzen-bringen-fluxus-kunst-im-dortmunder-u/20120823_2245) - Wer Fluxus definieren oder gar fixieren will, dem entgleitet das Phänomen unweigerlich: Diese diffus ungerichtete Kunstrichtung mit Schwerpunkt in den 1960er Jahren war ja gerade aufs Tanzen der Verhältnisse aus, gleichsam auf Verflüssigung aller Handlungen. Und wie sehr hat man auf den Alltag, aufs Leben der Vielen einwirken wollen! Die politische Zeitstimmung hat derlei Aufbrüche - [Festspiel-Passagen V: Metapher absoluter Fremdheit - „Solaris“ in Bregenz](https://www.revierpassagen.de/11174/festspiel-passagen-v-metapher-absoluter-fremdheit-solaris-in-bregenz/20120813_1633) - Stanislaw Lems Roman „Solaris“ hat seit seinem Erscheinen 1961 – auf Deutsch erst 1972 – nichts von seiner Tiefe und Faszination eingebüßt. Andrej Tarkowski (1972) und Steven Soderbergh (2003) haben Filme gedreht; es gibt einige Adaptionen für die Bühne – zuletzt am Münchner Volkstheater, am Burgtheater Wien und am Schauspiel Zürich. Nun hatte bei den - [Revierstädte im Kulturvergleich ganz hinten - und nun?](https://www.revierpassagen.de/10825/revierstadte-im-kulturvergleich-ganz-hinten-und-nun/20120803_1958) - Mittlere Sommerloch-Aufregung um eine Studie des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Auftrag der gleichfalls in der Hansestadt ansässigen Berenberg Privatbank: In einer vergleichenden Studie zur Kultur-Produktion und Rezeption schneiden die Städte des Ruhrgebiets miserabel ab. Oje, oje! Für besagte Studie hat man auf vorhandenes Datenmaterial zurückgegriffen und offenbar keine sonderlichen Eigenanstrengungen unternommen. Da riskieren wir mal, - [Gehen und Innehalten – Peter Handkes „Ballade des letzten Gastes"](https://www.revierpassagen.de/132045/gehen-und-innehalten-peter-handkes-ballade-des-letzten-gastes/20231115_1832) - Aus gänzlicher Fremde, wieder aus einem anderen Erdteil kommend, kehrt ein Mann namens Gregor – wie alljährlich zuvor – für eine Woche heim. Taufpate des Sohnes seiner Schwester soll er diesmal werden. Was gibt es noch am einst heimischen Ort, was und wen kennt er noch? Nur noch Bruchstücke. Die frühere Dorflandschaft ist längst Teil - [Violinspiel wie von einem anderen Stern: Eine Woche mit der Geigerin Hilary Hahn im Konzerthaus Dortmund](https://www.revierpassagen.de/132018/violinspiel-wie-von-einem-anderen-stern-eine-woche-mit-der-geigerin-hilary-hahn-im-konzerthaus-dortmund/20231112_2331) - Sie ist zweifache Mutter, dreifache Grammy-Preisträgerin, 43 Jahre alt und fraglos eine der besten Geigerinnen unserer Zeit. Die Amerikanerin Hilary Hahn erreicht in ihrem Violinspiel eine Perfektion wie von einem anderen Stern. Zugleich ist sie das Gegenteil einer hochglanzpolierten Künstlerin: Sie präsentiert sich nahbar und erstaunlich ungeschminkt. So auch im Konzerthaus Dortmund, wo sie als - [Vom Pasta-Rezept zur Bellini-Oper und zurück](https://www.revierpassagen.de/131983/vom-pasta-rezept-zur-bellini-oper-und-zurueck/20231107_1537) - Zufälle gibt's! Beispielsweise solche, die sich zwischen Kulinarik und Opernwelt begeben. Der Reihe nach: Wir haben ein Rezept ausprobiert, es trägt den Titel „Sizilianische Pasta mit Ricotta und Auberginen (alla Norma)" und soll hier selbstverständlich auch sogleich verlinkt werden. Damit niemand sagen kann, er/sie sei um den Genuss gebracht worden. Ich will aber auf etwas anderes - [Arbeitsschweiß und Maschinenrhythmus: „Stahlkocher“ als Thema eines Konzerts in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/131916/arbeitsschweiss-und-maschinenrhythmus-stahlkocher-als-thema-eines-konzerts-in-dortmund/20231028_1740) - Die Torte trägt einen Smoking, ist eingehüllt in Noten und fußt auf einer Klaviertastatur. Damit es endlich weitergeht, betätigt sich Dortmunds Generalmusikdirektor Gabriel Feltz ausnahmsweise destruktiv. Messer her, energische Schnitte, und schon landen die ersten saftigen Schokoladenkuchenstücke auf den Tellern. Das Produkt der Konditorenkunst gilt der Hommage an eine ansonsten durch und durch aufbauende Persönlichkeit: - [Abschied ohne Nostalgie: Waltraud Meier hat die Opernbühne verlassen](https://www.revierpassagen.de/131780/abschied-ohne-nostalgie-waltraud-meier-hat-die-opernbuehne-verlassen/20231022_1450) - Eine der prägenden Künstlerinnen der Opernbühne der letzten Jahrzehnte hat Abschied genommen: In Berlin sang Waltraud Meier zum letzten Mal die Klytämnestra in Richard Strauss‘ „Elektra“. Werner Häußner kennt die Sängerin seit ihrem Debüt in Würzburg 1976 und lässt Stationen einer Karriere Revue passieren, die von 1980 bis 1983 auch nach Dortmund führte. Dort sang - [Wie es im Revier gewesen ist – Fotografien von Helmut Orwat](https://www.revierpassagen.de/131860/wie-es-im-revier-gewesen-ist-fotografien-von-helmut-orwat/20231028_1146) - Helmut Orwat war stets nah dran. Nah am Alltag und den Menschen im Ruhrgebiet, speziell in und um Castrop-Rauxel. Seit 1960 arbeitete er als freier Fotograf für diverse Zeitungen und Zeitschriften, von 1984 bis 2000 war er bei den Ruhrnachrichten festangestellt. Rund 150 ausgewählte Fotografien sind im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg zu sehen. Der Ausstellungstitel „Täglich - [Lecken, schmecken, lispeln, lallen: Fast alles über die Zunge](https://www.revierpassagen.de/131832/lecken-schmecken-lispeln-lallen-fast-alles-ueber-die-zunge/20231026_1528) - Florian Werner knöpft sich die kulturgeschichtlichen Themen vor, wie sie ihm beikommen. Zuletzt hatte er sich mit allerlei Fährnissen rund um die Raststätte befasst, es wurde an dieser Stelle gewürdigt. Nun ist ein ganz spezieller Körperteil an der Reihe: die Zunge, also das eigenwillig schlüpfrige Ding in der Mundhöhle, das manchmal so keck hervorkommt. Schnell - [Entwaffnend: Platons „Apologie des Sokrates", neu übersetzt](https://www.revierpassagen.de/131800/entwaffnend-platons-apologie-des-sokrates-neu-uebersetzt/20231023_1613) - Sonderlich geschickt war es eigentlich nicht, was Sokrates da angerichtet hat. Er hat allerlei Fachleuten in Athen, die sich für ungemein wissend hielten, glasklar vorgeführt, dass sie im Grunde nichts wussten – und damit natürlich mancherlei Eitelkeiten verletzt. Eigentlich kein Wunder, dass sich viele dieser Kleingeister gegen den umtriebig umher ziehenden und disputierenden Philosophen verbündet - [Im Bann der bunten Farben – Ausstellung zum 100. Geburtstag des Malers Heinz Kreutz in der Duisburger Küppersmühle](https://www.revierpassagen.de/131689/im-bann-der-bunten-farben-ausstellung-zum-100-geburtstag-des-malers-heinz-kreutz-in-der-duisburger-kueppersmuehle/20231020_1303) - Rot quillt aus blaugrünem Nebel hervor, unheilverkündendes Schwarz links davon, etwas schüchternes Gelb im Hintergrund. Gräulich-weiß das Drumherum, was die Bedrohlichkeit etwas abmildert. Irgendwie allegorisch, vielleicht; doch würde man angesichts des Bildes „Aus dem Leben der Eisblumen“, das Heinz Kreutz 1955 schuf, vor allem auf eine große Lust an Farben und ihren Kompositionen schließen, läge - [Im Zaubernebel des Klangs: Essener Philharmoniker und Cellistin Raphaela Gromes spielen Konzert einer vergessenen Komponistin](https://www.revierpassagen.de/131730/im-zaubernebel-des-klangs-essener-philharmoniker-und-cellistin-raphaela-gromes-spielen-konzert-einer-vergessenen-komponistin/20231018_1239) - Seit Mitte August schon sind die Essener Philharmoniker wieder auf ihrem Posten. Sie haben die Spielzeit unter einer Dirigentin eröffnet und setzten sie jetzt mit dem Werk einer vergessenen Komponistin fort. Anna Skryleva, noch bis 2025 Generalmusikdirektorin in Magdeburg, gab im August dem Saisonstart mit Gershwin und Bernstein angemessenen Schwung. Der neue Essener GMD Andrea - [Männliche Familienbande – Johan Simons inszeniert Dostojewskijs „Brüder Karamasow" mit viel Gelassenheit](https://www.revierpassagen.de/131698/maennliche-familienbande-johan-simons-inszeniert-dostojewskijs-brueder-karamasow-mit-viel-gelassenheit/20231016_1318) - Dies könnte eine Kirche sein, ein lichter Raum mit hohen Fenstern und vielen Kerzen, sparsam möbliert; es könnte aber auch ein Labor sein, steriler Ort für emotionslose Untersuchungen und Experimente. Beide Deutungen haben etwas für sich. Auf der Bühne des Großen Hauses inszeniert Bochums Schauspielchef Johan Simons den ersten Teil seiner „Brüder Karamasow“-Produktion. Später wird - [„Wenn List das Weib als Waffe schwingt": Ermanno Wolf-Ferraris „Vier Grobiane“ haben keine Chance](https://www.revierpassagen.de/125405/wenn-list-das-weib-als-waffe-schwingt-ermanno-wolf-ferraris-vier-grobiane-haben-keine-chance/20220423_1132) - Sie haben keine Chance. Sie mögen noch so vehement ihre Allmachts- und Gewaltfantasien ausmalen, sie mögen ihre Frauenverachtung noch so lautstark bekunden. Gegen weibliche Solidarität kann die Kumpanei der vier alten Machos nichts ausrichten. Ihre larmoyante Besingung früherer besserer Zustände ist vergeblich. In Ermanno Wolf-Ferraris Buffa-Spätblüte „Die vier Grobiane“ setzen sich die Frauen mit ihrem - [Bahn frei für das Akkordeon: Gespräch mit der Folkwang-Professorin Mie Miki, Trägerin des neuen Opus Klassik Preises](https://www.revierpassagen.de/81722/bahn-frei-fuer-das-akkordeon-gespraech-mit-der-folkwang-professorin-mie-miki-traegerin-des-neuen-opus-klassik-preises/20181129_0001) - Das Akkordeon rückt in den Mittelpunkt: Vom 30. November bis 4. Dezember finden am Folkwang Campus Essen-Werden sowie am Folkwang Campus Duisburg fünf Konzerte, ein Meisterkurs, Workshop, Vortrag und der Folkwang Akkordeon Wettbewerb für Studierende der Folkwang Akkordeonklassen statt. Das Programm zusammengestellt hat Mie Miki, Professorin für Akkordeon und Prorektorin für künstlerische Exzellenz an der - [Die 40. Tage Alter Musik: Frühe Kult-Oper „Camilla“ und mehr beim Festival in Herne](https://www.revierpassagen.de/33220/die-40-tage-alter-musik-fruehe-kult-oper-camilla-und-mehr-beim-festival-in-herne/20151117_1833) - Vor 40 Jahren war das schon ein bisschen irre: Als der damalige Kulturdezernent der Stadt Herne, Joachim Hengelhaupt, 1976 die Idee umsetzte, Instrumente für Alte Musik auszustellen und einige kleine, feine Konzerte zu veranstalten, konnte er noch nicht auf eine vielfältige „Szene“ in diesem Sektor bauen. Und der Westdeutsche Rundfunk, der sich mit Herne zusammentat, - [Kaputtlachen in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/21292/kaputtlachen-in-dortmund/20131104_1226) - Dortmund hat sich als Metropole des Humors entwickelt, zumindest innerhalb der Metropole Ruhr. Da können die Essener noch so scherzen, die Herner noch so fröhlich sein oder die Gelsenkirchener den schwarzen Humor noch so hervorfördern, in Dortmund wird das ganze Jahr gelacht, und zwar überwiegend gegen Bezahlung. Da geben sich die Humorfestivals die Klinke in die - [„Schönes" vor 20 Jahren – Erinnerung an eine Bochumer Erstaufführung des jetzigen Nobelpreisträgers Jon Fosse](https://www.revierpassagen.de/131648/schoenes-vor-20-jahren-erinnerung-an-eine-bochumer-erstauffuehrung-des-jetzigen-nobelpreistraegers-jon-fosse/20231005_1600) - Der Norweger Jon Fosse erhält den Literaturnobelpreis 2023. Wenn man schon ein paar Jährchen schreibt, findet sich irgend etwas Einschlägiges im Archiv, so z. B. diese – nun nahezu 20 Jahre alte – Bochumer Theaterbesprechung vom 3. Dezember 2003: Bochum. Verglichen mit den Bühnen-Gestalten des Norwegers Jon Fosse, wirken selbst die gelangweilten Figuren eines Anton - [Vom Dosenaufreißer bis zum Propeller – Schau zur Archäologie der Moderne in Herne](https://www.revierpassagen.de/131160/vom-dosenaufreisser-bis-zum-propeller-schau-zur-archaeologie-der-moderne-in-herne/20230907_1847) - Was glitzert denn da in der Vitrine? Ein ziemlich kleines Objekt. Wahrscheinlich kostbar. Mal näher rangehen. Nanu? Das ist ja ein ringförmiger Dosenaufzieher der gewöhnlichsten Sorte (mutmaßlich für Coca oder Pepsi); noch dazu angerostet, aber präsentiert wie ein Kleinod oder gar Kronjuwel. Dazu muss man allerdings wissen, dass das alltägliche Stück zu den materiellen Hinterlassenschaften - [Nachbarschaftliches Tauwetter – Elke Heidenreichs Buch „Frau Dr. Moormann & ich"](https://www.revierpassagen.de/131211/nachbarschaftliches-tauwetter-elke-heidenreichs-buch-frau-dr-moormann-ich/20230911_1851) - Beginnen wir mit Binsen: Im Hanser Verlag dürfen beileibe nicht Hinz und Kunz veröffentlichen. Und ein Michael Sowa wird auch nicht die Texte aller möglichen Leute illustrieren. Wenn aber die Bestseller-Autorin Elke Heidenreich mit einer Kleinigkeit käme? Ja, dann... Dann fügt es sich natürlich. Ihr neues Buch heißt „Frau Dr. Moormann & ich". Es handelt - [Klangreise in die Unterwelt: Das Orchester „Les essences“ spielt ein Konzeptkonzert im Essener Katakomben-Theater](https://www.revierpassagen.de/131244/klangreise-in-die-unterwelt-das-orchester-les-essences-spielt-ein-konzeptkonzert-im-essener-katakomben-theater/20230912_1446) - Wir steigen hinab, Stufe um Stufe, Stockwerk um Stockwerk. Aus der Hitze, der blendenden Helligkeit eines Spätsommertags in die dunklen Räume des Essener Katakomben-Theaters, die uns verschlucken wie ein Höhlensystem: eine fensterlose Gegenwelt mit schwarzen Wänden und verwinkelten Verbindungsgängen. Schon bevor der erste Ton erklingt, sind wir mitten im Spiel des Kammerorchesters „Les essences“, das - [Die feine Art des Speisens: Vincent Moissonniers Ratgeber „Der Käse kommt vor dem Dessert"](https://www.revierpassagen.de/131271/die-feine-art-des-speisens-vincent-moissonniers-ratgeber-der-kaese-kommt-vor-dem-dessert/20230914_1044) - Das literarische amuse gueule, also das geschmacksanregende Vorwort stammt vom Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil, einem sinnenfrohen Genießer. Autor des Haupttextes ist indes der aus Frankreich stammende Küchenchef Vincent Moissonnier. Er hat sich seit langer Zeit mit seinem Spitzenrestaurant in der vermeintlich „französischsten" deutschen Stadt niedergelassen, in Köln. Das Prädikat ist anfechtbar, aber egal. In frankophilen Zusammenhängen, - [Mit Lust in die neue Spielzeit: Daniel Hope eröffnet den Konzertreigen der Essener Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/131317/mit-lust-in-die-neue-spielzeit-daniel-hope-eroeffnet-den-konzertreigen-der-essener-philharmonie/20230915_1807) - Was für eine sympathische Idee, die Spielzeit der Essener Philharmonie mit Mozart und mit einer Uraufführung zu beginnen. Da haben wir musikalisch den „inspirierenden Dialog“, den sich die neue Intendantin Marie Babette Nierenz für die Philharmonie als Teil der Stadtgesellschaft wünscht. Da haben wir die künstlerische Exzellenz, die einen Konzertsaal dieser Größe und diesen Renommees - [Geschichtenerzähler im Videokabinett – Kunstsammlung NRW präsentiert den britischen Künstler Isaac Julien](https://www.revierpassagen.de/131410/geschichtenerzaehler-im-videokabinett-kunstsammlung-nrw-praesentiert-den-britischen-kuenstler-isaac-julien/20230923_2101) - Überall Videos. Abgedunkelte Räume voll von unterschiedlich großen Projektionsflächen, auf denen in bunten Farben Bewegtbilder ablaufen. Alles sehr ordentlich, professionell und, ja, so kann man durchaus sagen: schön. Natürlich ordnet sich der überwältigende erste Eindruck zügig, die realen Räume sind eben auch Themenräume, in denen auf drei, fünf, zehn Bildflächen, je nachdem, Geschichten erzählt werden. - [Der Wetterpilz – ein deutsches Phänomen?](https://www.revierpassagen.de/131499/der-wetterpilz-ein-deutsches-phaenomen/20230928_1653) - Wie nennen wir sie eigentlich, diese schützenden „Pilze", die meist in Wäldern oder Parks aufragen und bei Wind und Wetter als Unterstand dienen? Nun, je nach Region wohl ganz unterschiedlich. Am häufigsten heißen sie Wetterpilze oder eben Schutzpilze, andernorts auch Rastpilz, Schirmdach, Parasol oder (im Süden der Republik) Schwammerl. Als ich neulich mal wieder ein - [Der Veranstaltungsort als Ausstellungsstück: Bonner Bundeskunsthalle widmet sich der Postmoderne](https://www.revierpassagen.de/131590/der-veranstaltungsort-als-ausstellungsstueck-bonner-bundskunsthalle-widmet-sich-der-postmoderne/20231003_1703) - Sind wir zu früh? Über die „Postmoderne“ – um die geht es hier – ließe sich eigentlich doch erst streiten, wenn man sie gut und ganz im Blick hätte. Dafür müßte man sie aber verlassen haben, sich in einer Art Post-Postmoderne befinden mit sachlich-distanziertem Blick auf das, was bisher geschah. Wenn die Bonner Bundeskunsthalle nun - [Der „Tangospieler" hat Heimweh nach der Zelle – Christoph Hein schildert groteske Zustände in Leipzig](https://www.revierpassagen.de/116778/der-tangospieler-hat-heimweh-nach-der-zelle-christoph-hein-schildert-groteske-zustaende-in-leipzig/19890715_1103) - Von Bernd Berke Dallow hat so gut wie nichts angestellt, trotzdem ist er für zwei Jahre ins Gefängnis gekommen. Sein „Verbrechen" wird in diesem Roman denn auch gar nicht großartig benannt, sondern erst spät und eher beiläufig erwähnt: Bei einem mäßig kritischen Studentenkabarett hat er an einem einzigen Abend als Ersatz-Pianist Tango gespielt. Die falschen - [Nietzsche und sein „Gast", Thomas Bernhard und die finale Richtigstellung – Nachtrag zur Dortmunder „Korrektur"-Tagung](https://www.revierpassagen.de/111073/nietzsche-und-sein-gast-thomas-bernhard-und-die-finale-richtigstellung-nachtrag-zur-dortmunder-korrektur-tagung/20201121_1545) - Hier noch ein Nachtrag zur Dortmunder Fachtagung übers Korrigieren und seine diversen Weiterungen. Am zweiten Konferenztag ging es u. a. um zwei besonders markante Gestalten der Philosophie- bzw. Literatur-Geschichte: Friedrich Nietzsche und Thomas Bernhard. Haben Sie schon mal den Namen Heinrich Köselitz gehört? Wahrscheinlich eher nicht. In der Fachwelt galt und gilt er vielfach als - [Wie sieht das Museum der Zukunft aus? Wuppertaler Gesprächsreihe sammelt Ideen](https://www.revierpassagen.de/111147/wie-sieht-das-museum-der-zukunft-aus-wuppertaler-gespraechsreihe-sammelt-ideen/20201126_1232) - Wie können sich die Museen – auch und gerade „seit Corona" – aufstellen, um womöglich neues Publikum zu erschließen? So lautet eine Kernfrage der fünfteiligen Gesprächsreihe, zu der Roland Mönig, neuer Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums, Kolleg(inn)en aus anderen NRW-Häusern eingeladen hat. Just wegen Corona ist die Reihe nun als Videoschalte ins Netz gewandert. - [Verzicht auf die Katastrophe: „Schwanensee“ am Essener Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/116467/verzicht-auf-die-katastrophe-schwanensee-am-essener-aalto-theater/20211104_0827) - Ben Van Cauwenbergh wirkt seit 2008 am Aalto-Theater, zunächst als Ballettdirektor, später als Ballettintendant. In dieser Zeit hat der in den siebziger und achtziger Jahren renommierte Tänzer als Choreograf das Essener Ballett als Stätte klassischer Tanzkunst bewahrt und zu einer festen Größe in der Beliebtheit des Publikums ausgebaut. Van Cauwenbergh tat jedoch nichts, um den - [Zwischen Mineralwasser-Imperium und Hambacher Forst: Jacques Offenbachs „Großherzogin von Gerolstein“ in Köln](https://www.revierpassagen.de/98150/zwischen-mineralwasser-imperium-und-hambacher-forst-jacques-offenbachs-grossherzogin-von-gerolstein-in-koeln/20190619_1935) - Mit „Piff-Paff-Puff“ stellt sich der Herr vor. Es ist der Sound von Platzpatronen, aber zur Vorsicht geht man doch erst einmal in Deckung. Der Mann ist kommandierender General der großherzoglich gerolsteinischen Armee, die sich in akuten Kriegsvorbereitungen befindet. Sein Name, General Boum, ist Programm: Ein „boum“ ist nicht nur der Knall einer Kanone, sondern auch - [Als Amazonen bestrickend kickten: Doku zur Frühgeschichte des "Damenfußballs" beim Dortmunder Frauenfilmfestival](https://www.revierpassagen.de/41579/als-amazonen-bestrickend-kickten-doku-zur-fruehgeschichte-des-damenfussballs-beim-dortmunder-frauenfilmfestival/20170323_1044) - Ach, du Schreck: Die jungen Frauen waren auf einmal keine daheim im Kämmerlein schmachtenden "Fußballbräute" mehr. Sondern? "Amazonen"! Sie wagten es doch tatsächlich, selbst zu spielen, und zwar hin und wieder geradezu "bestrickend". Sie servierten Flanken "wie aus der Luft gehäkelt" und vollzogen rasant den Übergang "von der Haushalts- zur Ballführung". Diese "Fußball-Suffragetten" trugen allerdings - [Festspiel-Passagen VIII: Die Phrasen des Bösen – "Die letzten Tage der Menschheit" in Salzburg](https://www.revierpassagen.de/26110/festspiel-passagen-viii-die-phrasen-des-boesen-karl-kraus-bei-den-salzburger-festspielen/20140806_1331) - Servus, Erster Weltkrieg. Bist‘ auch angekommen in der Jetztzeit des Theaters. Zeigst dein Fratzerl von den Brettern herunter. Und wir sitzen im blassen Glanz des k.u.k. Neubarock im Salzburger Landestheater, ein Festspielpublikum, das dich, du Krieg, erlebt wie damals die feinen Herrschaften auf der Wiener Ringstrass’n. Nicht in Dreck und Blut, zerfetzten Leibern und wahnsinnig - [Malen für die guten Schwingungen – Christoph M. Gais in der Duisburger Küppersmühle](https://www.revierpassagen.de/131131/malen-fuer-die-guten-schwingungen-christoph-m-gais-in-der-duisburger-kueppersmuehle/20230903_1242) - Was ist hier das Kunstwerk? Ist es das riesige, rechteckige Tableau, das fast so groß ist wie die Wand, vor der es hängt, in der nicht eben raumsparend konzipierten Küppersmühle? Oder sind es die vielen unterschiedlich großen und formatierten Einzelbilder, die in ihrer Summe das Tableau bilden und die, wie es scheint, immer Ähnliches zeigen: - [60 Jahre Bundesliga – und der zwecklose Versuch, online eine BVB-Karte zu kaufen](https://www.revierpassagen.de/131099/60-jahre-bundesliga-und-der-zwecklose-versuch-online-eine-bvb-karte-zu-kaufen/20230824_1547) - Tätäääää! Großer Tusch. Heute ist es auf den Tag genau 60 Jahre her, dass die Bundesliga ihren Spielbetrieb aufgenommen hat. Die Gründung der höchsten deutschen Spielklasse war übrigens vom DFB in Dortmund beschlossen worden. Und das allererste Liga-Tor hat Timo Konietzka vom BVB erzielt – beim Auswärtsspiel gegen Werder Bremen. Die Grünweißen haben dann doch - [Faszination der Farbe Grau: Bottrop zeigt Werke des US-Malers James Howell](https://www.revierpassagen.de/125438/faszination-der-farbe-grau-bottrop-zeigt-werke-des-us-malers-james-howell/20220425_0935) - Das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop zeigt eine Ausstellung mit Werken des Malers James Howell (1935-2014). Das Museum will die Arbeiten in den Kontext der Bottroper Albers-Sammlung stellen, da Howell, so die Pressemitteilung, wie der 1888 in Bottrop geborene und 1976 in New Haven (Connecticut) gestorbene Albers „die Grenzen von Form und Farbe“ auslotete, um - [„Kreativität aus der Krise“: Manuel Schmitt über seine Revier-Herkunft und seine Inszenierung von „Romeo und Julia“](https://www.revierpassagen.de/113198/kreativitaet-aus-der-krise-manuel-schmitt-ueber-seine-revier-herkunft-und-seine-inszenierung-von-romeo-und-julia/20210416_1437) - Es ist eine der faszinierendsten Liebesgeschichten der Weltliteratur: Zwei junge Menschen aus seit Generationen verfeindeten Familien, eine verbotene Liebe auf den ersten Blick, eine schwärmerische Liebesnacht und der Tod nach tragischer Verkettung glückloser Umstände. „Romeo und Julia“ erschüttert bis heute mitfühlende Seelen. Kein Wunder, dass der Stoff vielfach in Musik gefasst wurde: Allein über 40 - [Wertegemeinschaft? Man heuchelt sich so durch! – Notizen aus der Inneren Coronei (3)](https://www.revierpassagen.de/109151/wertegemeinschaft-man-heuchelt-sich-so-durch-notizen-aus-der-inneren-coronei-3/20200729_1043) - Von Karl Kraus stammt der Satz: „Je näher man ein Wort ansieht, desto ferner schaut es zurück.“ Genau diese Erfahrung mache auch ich in meiner Eber-Einzelbucht während der Pandemie noch häufiger als sonst. Aber ferner schauen nicht nur einzelne Wörter zurück, sondern auch Begriffshubereien, ganze Sätze und der sowieso überall anzutreffende Holy Shit aus Politik, - [Zum Beispiel Dortmund und Bochum: Nach Bühnenschließungen jetzt Theater-Angebote im Netz](https://www.revierpassagen.de/106837/zum-beispiel-dortmund-und-bochum-nach-buehnenschliessungen-jetzt-theater-angebote-im-netz/20200324_1452) - Die Bühnen lassen sich in der Corona-Krise notgedrungen einiges einfallen, um trotz der Theaterschließungen noch präsent zu sein, und zwar im Internet. Hier nur zwei Beispiele aus der Region, ansonsten am besten mal das oder die Lieblingstheater (bzw. Opern, Konzertstätten, Museen etc.) im Netz aufrufen und schauen, was sich dort so tut... Das Schauspiel Dortmund - [Wok-Gemüse! Oder: Zeitdiebe lauern überall](https://www.revierpassagen.de/104691/wok-gemuese-oder-zeitdiebe-lauern-ueberall/20200118_1110) - Nicht überall treten Zeitdiebe so auf wie die grauen Herren in Michael Endes Roman „Momo“. Hierzulande sind es meist profitsüchtige Unternehmen und ihre Handlanger, die nur allzu gern die Zeit ihrer Kunden stehlen, um damit eigene Arbeitszeit einzusparen oder vermeintlich zu teures Personal abzubauen. Der Kunde ist König? Pah! Das war einmal. Kunden von heute - [Entschieden und energisch: Der Pianist Saleem Ashkar beginnt in Duisburg einen Beethoven-Zyklus mit den 32 Klaviersonaten](https://www.revierpassagen.de/46969/entschieden-und-energisch-der-pianist-saleem-ashkar-beginnt-in-duisburg-einen-beethoven-zyklus-mit-den-32-klaviersonaten/20171128_2238) - Unerbittlich rückt es näher, das Beethoven-Jahr 2020, und es steht zu befürchten, dass die nicht eben rudimentäre Beschäftigung mit dem populären Titanen noch intensiver und raumgreifender wird. Andere Komponisten hätten den Jubiläumsrummel nötiger, bekommen ihn aber nicht, weil sie aus Marketing-Gesichtspunkten nicht viel hergeben. Wer möchte sich schon, um ein Beispiel zu nennen, 2019 mit - ["reboot : jetzt erst recht" - nach neun Jahren wieder zurück auf den Kunstmarkt](https://www.revierpassagen.de/45023/reboot-jetzt-erst-recht-nach-neun-jahren-wieder-zurueck-auf-den-kunstmarkt/20170726_2251) - Als Künstler mit Ende 40 nach einer fast 9jährigen Auszeit mit Burnout-Qualität doch wieder zurück auf den »Markt«. Die alten Freundschaften zerbrochen wie die Netzwerke von damals. Ne Ausstellung organisieren? Wie geht das nochmal? WTF Pressearbeit? Texte schreiben? Flyer machen? Plakate? Hä? Der Autopilot funktioniert noch, stottert aber 'n bißchen. Und überall tummeln sich eh - [Würziger Hopfen, weißer Schaum: Betrachtungen zum „Tag des Bieres“](https://www.revierpassagen.de/30281/wuerziger-hopfen-weisser-schaum-betrachtungen-zum-tag-des-bieres/20150423_1816) - Wilde Hefen waren es, die vor 6000 Jahren bei den alten Sumerern im Zweistromland für die erste Gärung sorgten. Das Bier war geboren – ein Getränk, das mit dem blonden oder braunen Gerstensaft von heute allerdings nicht mehr viel zu tun hat. Unsere geschmacklich einwandfreien und reinen Biere ließen sich erst im Zuge wissenschaftlicher und - [Martin Walsers Roman „Ein springender Brunnen" - wiedergelesen als Meisterwerk über eine Kindheit und Jugend im Faschismus](https://www.revierpassagen.de/28625/martin-walsers-roman-ein-springender-brunnen-wiedergelesen-als-meisterwerk-ueber-eine-kindheit-und-jugend-im-faschismus/20150102_2036) - Ich erinnere mich, und zugegeben, das alles hört sich für Heutige an, als stünde es in einer Erzählung voller Stereotype, ich erinnere mich also: Unser Klassenlehrer am Duisburger Mannesmann-Gymnasium Mitte der 60er-Jahre war während des sog. Dritten Reiches Offizier der Wehrmacht. Wenn der um 1920 Geborene von Hinterhalt und Überfällen der Tito-Partisanen in Jugoslawien erzählte, - [„Menschenschlachthaus": Wie die Kunst den Ersten Weltkrieg nicht fassen konnte](https://www.revierpassagen.de/24161/24161/20140404_1647) - Als auch die Künstler in den Ersten Weltkrieg geraten, ist ihre anfängliche Kampfes-Euphorie sehr bald vorüber. Die Bilder vom Kriege, zwischen 1914 und 1918 entstanden, enthalten hin und wieder patriotische Appelle, doch kaum noch triumphale Gesten. Ja, die Kunst macht sich geradezu klein vor der schrecklich übermächtigen Wirklichkeit, wie man jetzt in einer bemerkenswerten Wuppertaler - [Kollektive Verzückung: Nareh Arghamanyan und die Essener Philharmoniker spielen Tschaikowsky und Rachmaninow](https://www.revierpassagen.de/22320/kollektive-verzuckung-nareh-arghamanyan-und-die-essener-philharmoniker-spielen-rachmaninow/20131220_1531) - Draußen hat es der Winter bisher nur zu einem Hauch von Schneeregen gebracht. Drinnen in der Essener Philharmonie bricht er mit voller Wucht los – zumindest musikalisch: Donnerschlag, heulender Schneesturm, glasige Erstarrung in Eis und Frost. Zu hören in Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Erster Sinfonie, wenn man denn ihre Bezeichnung „Winterträume“ als Leitfaden zum Zuhören begreifen - [Kleine Stadt und große Namen](https://www.revierpassagen.de/6011/kleine-stadt-und-grose-namen/20111204_1016) - Dieser Blog heißt ja im Untertitel „Kultur und mehr im Ruhrgebiet“, und deshalb soll hier einmal auf eine erstaunliche Einrichtung am Rande des Reviers hingewiesen werden: In der Kleinstadt Ennepetal im Süden des Ruhrgebiets, fast schon im Sauerland, gibt es eine „Kulturgemeinde“, die mit fast 2.000 Mitgliedern und einer fünfstelligen Besucherzahl im Jahr in einem - [US-Kräfte töten bin Laden](https://www.revierpassagen.de/484/us-krafte-toten-bin-laden/20110502_0937) - Gerade erst aufgewacht und die Welt ist plötzlich ein wenig anders: US-Spezialkräfte haben Osama bin Laden in Pakistan getötet. In seiner Rede erklärte US-Präsident Barack Obama: The death of bin Laden marks the most significant achievement today in our nations’ effort to defeat al Qaida. Er hat allerdings auch betont, dass “… the United States is - [„Wenn man einmal in Bayreuth war, ist man süchtig danach": Altistin Karolin Zeinert aus Düsseldorf singt im Chor der Festspiele](https://www.revierpassagen.de/131054/wenn-man-einmal-in-bayreuth-war-ist-man-suechtig-danach-altistin-karolin-zeinert-aus-duesseldorf-singt-im-chor-der-festspiele/20230806_1252) - Die Düsseldorfer Altistin Karolin Zeinert singt mittlerweile in ihrer 11. Spielzeit im Chor der Bayreuther Festspiele. Im Interview erzählt sie, wie sie in Bayreuth ihre professionelle Laufbahn begonnen hat und warum es so faszinierend ist, im Chor der Festspiele mitzuwirken. Wie hat’s bei Ihnen begonnen mit Bayreuth? Ich habe immer gerne im Chor gesungen. Mit - [Beethoven nach dem Bombenhagel – Sasha Waltz choreographiert das Grauen des Krieges](https://www.revierpassagen.de/129573/beethoven-nach-dem-bombenhagel-sasha-waltz-choreographiert-das-grauen-des-krieges/20230804_1156) - Nebelschwaden empfangen das Publikum. Es wabert und wölkt, zischt und dampft aus allen Rohren. Mühsam schälen sich menschliche Silhouetten aus dem grauen Nichts: fremdartige Wesen mit riesigen Masken, die vielleicht von einem andern Stern oder aus den Abgründen unserer Fantasie kommen. Aliens des Bösen, die wie ferngesteuerte Kampfmaschinen wirken. Manche tragen Brustpanzer, die an die - [„Sprache lässt sich nicht mit Normen lenken" – Zum Tod von Martin Walser: Erinnerung an zwei Gespräche mit dem Schriftsteller](https://www.revierpassagen.de/131007/sprache-laesst-sich-nicht-mit-normen-lenken-zum-tod-von-martin-walser-erinnerung-an-zwei-gespraeche-mit-dem-schriftsteller/20230728_2025) - Schon seit seinem Roman „Ehen in Philippsburg" (1957), der die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1950er Jahre auf den Begriff brachte wie kein anderer, war der Schriftsteller Martin Walser einer der wichtigsten Protagonisten der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Jetzt ist er ist mit 96 Jahren in seinem Haus am Bodensee gestorben. Aus diesem traurigen Anlass hier noch einmal der - [Rudi Stephans einzige Oper „Die ersten Menschen“ in Frankfurt: Tobias Kratzer entdeckt ein aktuelles Endzeitstück](https://www.revierpassagen.de/130987/rudi-stephans-einzige-oper-die-ersten-menschen-in-frankfurt-tobias-kratzer-entdeckt-ein-aktuelles-endzeitstueck/20230723_1236) - Die Frau steht am Fenster und schaut hinaus auf sanft geschwungene Hügel, grüne Hecken, blühende Rapsfelder unter blauem Himmel. Im Raum waltet werkelnd ein Mann, pflegt ein Beet unter einer UV-Lampe. Ein Stromaggregat ist zu erkennen, neben der Wohnküche eine Kammer mit Dosen und Einmachgläsern. Bis zu 200.000 Prepper bereiten sich Schätzungen zufolge in Deutschland - [Jane Birkin – Fülle des Lebens](https://www.revierpassagen.de/130936/jane-birkin-fuelle-des-lebens/20230717_1235) - Jane Birkin, wahrhaftig eine Ikone ihrer Generation, ist mit 76 Jahren gestorben. Aus diesem traurigen Anlass nochmals der Text einer Kurzbesprechung, die erstmals am 16. Februar 2008 in der Westfälischen Rundschau erschienen ist: Wenn Jane Birkin singt, sind Geister gegenwärtig. Dann wird Musik schon mal zur gehauchten Beschwörung. Nein! Diese knabenhafte Frau in Cargo-Hosen und - [Liverpool zwischen Beatles und „Kloppo"](https://www.revierpassagen.de/130886/liverpool-zwischen-beatles-und-kloppo/20230712_1309) - Hier mal ein paar Zeilen, die so gar nichts mit dem Ruhrgebiet zu schaffen haben – und „irgendwie" dann doch. Bin jetzt auf einer England-Reise endlich mal einen Tag lang in Liverpool gewesen. Erwähnt man dort, dass man aus Dortmund kommt, hellen sich manche Mienen auf. Denn alle, die auch nur ansatzweise „Ahnung" von Fußball - [Wie die Kunst auf die Industrialisierung reagierte – „Vision und Schrecken der Moderne" in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/112752/wie-die-kunst-auf-die-industrialisierung-reagierte-vision-und-schrecken-der-moderne-in-wuppertal/20210325_1056) - Mit einem Stipendium ausgestattet, hätte der Künstler Conrad Felixmüller nach Rom reisen können, doch er hat sich fürs Ruhrgebiet entschieden und dort – beispielsweise – das Ölbild „Hochöfen, Klöckner-Werke, Haspe, nachts" (1927) gemalt. Felixmüller war sichtlich fasziniert vom gigantischen Industriebetrieb, dessen stählerne Kolosse geradezu erhaben aufragen. Sein Bild kündet visionär vom Werden einer neuen Zeit. - [In grellem Licht: Vesselin Stanev mit einem Liszt-Programm in Düsseldorf und Essen](https://www.revierpassagen.de/27110/in-grellem-licht-vesselin-stanev-mit-einem-liszt-programm-in-duesseldorf-und-essen/20140927_1445) - Vesselin Stanev ist einer der Pianisten, die wenig Aufhebens um sich machen und unbeirrt ihren künstlerischen Weg verfolgen. Im Falle des bulgarischen, in Paris lebenden Künstlers führt er immer wieder zu Franz Liszt: 2011 überzeugte er beim Klavier-Festival Ruhr in Gelsenkirchen mit den aberwitzig schwierigen „Etudes d‘exécution transcendante“; jetzt gastierte er mit einem nicht weniger - [Diese oft bizarre Republik – Robert Lebecks Fotoband „Hierzulande"](https://www.revierpassagen.de/130773/diese-oft-bizarre-republik-robert-lebecks-fotoband-hierzulande/20230608_1249) - Es beginnt 1955 mit Momenten einer (nachträglichen) „Geburtsstunde" der Bundesrepublik Deutschland, die den Krieg „endgültig" hinter sich zu lassen glaubte. Der Fotograf Robert Lebeck (1929-2014), damals gerade 26 Jahre alt, lieferte für die Zeitschrift „Revue" Aufnahmen der letzten deutschen Kriegsgefangenen, die aus russischen Lagern zurückkehrten. Ausgemergelt, sichtlich erschöpft, in einheitliche Wattejacken gekleidet, so kamen sie - [Ungeahnte Leuchtkraft der Farben – Heinz Mack (92) stellt in Hagen aus](https://www.revierpassagen.de/130742/ungeahnte-leuchtkraft-der-farben-heinz-mack-92-stellt-in-hagen-aus/20230606_2016) - „Ich bin ein stolzer Maler!“ Das sagt der heute 92-jährige Künstler Heinz Mack im Hagener Osthaus-Museum. Dort zeigt er rund 70 neuere Arbeiten, die von ungebrochener Vitalität zeugen. Seine künstlerischen Anfänge reichen weit zurück. 1957 gründete er mit Otto Piene die Avantgarde-Gruppe ZERO, der sich bald darauf auch der „Nagelkünstler" Günther Uecker anschloss. Heinz Mack - [Schlüssige Psychologie: Verdis „Rigoletto“ in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/128719/konsequenter-blick-auf-psychologische-schluessigkeit-giuseppe-verdis-rigoletto-an-der-oper-wuppertal/20230122_2025) - Die Hofnarren von heute sind die Berater und Medienmacher, die Duodzefürsten von damals findet man heute in Vorständen und auf Vorsitzendenposten. Dort lassen sie ihre grauen Männer nach Gusto tanzen. Im Wuppertaler „Rigoletto“ verformt Timofey Kulyabin, der mittlerweile im Exil lebende russische Regisseur, Mantua zu einem Zwergstaat der Nachsowjetära. Das dunkel holzgetäfelte Machtzentrum, in diesem - [Wässeriger Humor-Transfer: Gilbert & Sullivans „Piraten von Penzance“ als biederer Operetten-Jux](https://www.revierpassagen.de/123784/waesseriger-humor-transfer-gilbert-sullivans-piraten-von-penzance-als-biederer-operetten-jux/20220117_0828) - In der englischen Architektur gibt es seit dem 18. Jahrhundert die sogenannten follies, exzentrische, aber nutzlose Bauwerke. Sie ziehen den Blick auf sich und werfen Fragen auf, die sie nie beantworten. Als eine solche „folly“ in musikalischer Form ließe sich auch William Schwenck Gilberts „The Pirates of Penzance“ begreifen: Literarisch perfekt gezirkelter Nonsens, kongenial in - [Ein großes Versprechen: Der 26jährige Patrick Hahn tritt sein Amt als GMD in Wuppertal an](https://www.revierpassagen.de/115204/ein-grosses-versprechen-der-26jaehrige-patrick-hahn-tritt-sein-amt-als-gmd-in-wuppertal-an/20210913_0837) - Ein spannender Tag für Wuppertal. Man spürt es im Publikum. Erwartungsfroh strömen die Menschen in die Historische Stadthalle. Das Foyer füllt sich wie früher. „Was für ein Zeichen des Aufbruchs“, freut sich Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. Nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie ist der glanzerfüllte Saal der Stadthalle wieder einmal voll besetzt. 1.200 Menschen erwarten den neuen - [Die Hoffnung auf Befreiung in der Geschichte: Luigi Nonos „Intolleranza“ als Stream aus Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/114192/die-hoffnung-auf-befreiung-in-der-geschichte-luigi-nonos-intolleranza-als-stream-aus-wuppertal/20210617_1427) - Luigi Nonos Musiktheater ist eine Ikone der Moderne. Immer wenn eines der Werke aufgeführt wird, umweht ein Hauch säkularen Weihrauchs die Stätte, fühlen sich Musiker und Publikum besonders herausgefordert. Eher bewundert als geliebt, stellen „Al gran sole carico d’amore (1975) und sein Erstling „Intolleranza 1960“ (1961) immense Ansprüche an die Ausführenden. In Wuppertal wurden sie - [Jan Böhmermann ist zurück - Und? Hat er es etwa wieder getan?](https://www.revierpassagen.de/37569/jan-boehmermann-ist-zurueck-und-hat-er-es-etwa-wieder-getan/20160825_2317) - Ach, du Schreck: Jan Böhmermann ist wieder da! Nach langer, langer Sommer- und Nachdenk-Pause hat er soeben mit dem "Neo Magazin Royale" im Minderheitenkanal ZDF Neo seinen neuerlichen Einstand gegeben. Und? Hat er? Nein, nichts da. Keine Witze über die Türkei und ihren übergroßen Vorsitzenden; lediglich eine vage Anspielung auf gehabte Schmähungen. Er will ja - [Religiöse Extremisten in Münster: Meyerbeers Oper „Der Prophet“ ist bestürzend aktuell](https://www.revierpassagen.de/27932/religioese-extremisten-in-muenster-meyerbeers-oper-der-prophet-ist-bestuerzend-aktuell/20141113_1915) - Es ist kein Gesang demütiger Pilgrime, der uns mit dem Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ entgegenschallt. Sondern die perfekte Tarnung einer politisierten Pseudo-Religion. In Giacomo Meyerbeers großer Oper „Le Prophète“ betten drei Wiedertäufer in die scheinbar fromme Weise ihren Aufruf zu Aufruhr, politischer Revolution, „heil’gem Streit“ und Mord ein. Meyerbeer bricht mit dem gespenstischen - [Aufrecht in den Feuertod: „Sardanapal" nach Lord Byron an der Berliner Volksbühne](https://www.revierpassagen.de/130242/aufrecht-in-den-feuertod-sardanapal-nach-lord-byron-an-der-berliner-volksbuehne/20230603_1210) - Seine Schauspiel-Karriere startete Fabian Hinrichs einst an der Berliner Volksbühne. Mit Frank Castorf und René Pollesch hat er manch wüste Theaterschlacht geschlagen. Auch wenn er inzwischen zum Film- und Fernseh-Star und „Tatort“-Kommissar avanciert ist, kommt er immer wieder gern an die Stätte seiner ersten Triumphe zurück. Jetzt sogar als Regisseur und Schauspieler in Personalunion. Er - [„Rheinaufwärts": Franz Hohlers Wanderungen ins Unscheinbare](https://www.revierpassagen.de/130692/rheinaufwaerts-franz-hohlers-wanderungen-ins-unscheinbare/20230601_0823) - Der Titel führt ein wenig in die Irre. Wenn ein Buch „Rheinaufwärts" heißt, erwartet man wohl eine Tour von der Quelle bis zur Mündung – oder wenigstens auf wesentlichen Teilen dieser Strecke. Doch der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler (Jahrgang 1943) vollführt seine Wanderungen praktisch nur in eidgenössischen oder unmittelbar benachbarten Gefilden. In seinem Buch geht - [Schauspielkunst ausgebremst: „Miranda Julys Der erste fiese Typ" mit Maja Beckmann in Bochum](https://www.revierpassagen.de/130660/schauspielkunst-ausgebremst-miranda-julys-der-erste-fiese-typ-mit-maja-beckmann-in-bochum/20230530_1924) - #Zugegeben: Wenn Maja Beckmann nicht auf dem Besetzungszettel gestanden hätte, wäre ich wohl nicht hingegangen. Maja Beckmann – für den, der es nicht weiß – ist die etwas ältere Schwester der noch etwas bekannteren Lina Beckmann. Beide Schauspielerinnen stammen aus Herne, beiden ist, in unterschiedlichen Ausprägungen, ein Theaterspiel eigen, das, unter Frauen zumal, seinesgleichen auf - [Eine Stadt, in Schwarzgelb gehüllt: Borussia Dortmund stand kurz vor der Meisterschaft – aber dann...](https://www.revierpassagen.de/130617/eine-stadt-in-schwarzgelb-gehuellt-borussia-dortmund-kurz-vor-der-meisterschaft/20230527_0800) - An einem einzigen Tor sind sie gescheitert... Bayern eins zu viel, der BVB eins zu wenig. Hallers verschossener Elfer, Adeyemis Verletzung. Ja, man könnte lange lamentieren. Doch was hilft's? Borussia Dortmund hätte heute wirklich und wahrhaftig deutscher Fußballmeister werden können – erstmals wieder seit 2012, als es unter Jürgen Klopp sogar ein BVB-Double mit Pokalsieg - [Beispiel Dortmund: Mit Karstadt schwinden auch Erinnerungen](https://www.revierpassagen.de/129391/beispiel-dortmund-mit-karstadt-schwinden-auch-erinnerungen/20230313_1825) - Betrübliche Nachricht: Mitte 2023 und Anfang 2024 sollen 52 Warenhäuser der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH schließen; darunter am 31. Januar 2024 das Karstadt-Warenhaus in Dortmund, nachdem Jahre zuvor schon der örtliche Kaufhof aufgeben musste, von anderen Anbietern gar nicht mehr zu reden. Damit wird für viele alteingesessene Menschen in Dortmund auch eine (Kindheits)-Erinnerung verblassen. Die - [Nicht schön, aber viel besser als früher – Bilder aus der „Eulenkopf"-Siedlung](https://www.revierpassagen.de/130568/nicht-schoen-aber-viel-besser-als-frueher-bilder-aus-der-eulenkopf-siedlung/20230524_1608) - Das kann man wohl teilnehmende Beobachtung nennen: Rund zwei Jahre lang ist die in Düsseldorf lebende Dokumentar-Fotografin Merle Forchmann immer und immer wieder nach Gießen gefahren – und dort stets zur „Eulenkopf"-Siedlung. Mit der hat es seine spezielle Bewandtnis. In den frühen 1950er Jahren wurde diese Siedlung in erbärmlicher Schlichtheit so errichtet, dass vormals Wohnungslose - [Der schrecklichste Unhold ist der Krieg selbst – Kirill Serebrennikov inszeniert „Der Wij" bei den Ruhrfestspielen](https://www.revierpassagen.de/130530/der-schrecklichste-unhold-ist-der-krieg-selbst-kirill-serebrennikov-inszeniert-der-wij-bei-den-ruhrfestspielen/20230522_1011) - Ein dunkles Kellerloch, nur Taschenlampen geben Licht. Vier junge Männer streiten in höchster Erregung, was sie mit dem Menschenbündel machen sollen, das vor ihnen auf der Erde liegt. Zusammengeschlagen haben sie ihn schon. Umbringen? Eier abschneiden? Er ist einer von den anderen, seine Überlebenschance ist gleich Null. Putin-Gegner Weitere brutale Szenen werden folgen in diesem - [Bereichernder Abend: Werke der Komponistin Lili Boulanger bei der Ruhrtriennale in Gladbeck](https://www.revierpassagen.de/127231/bereichernder-abend-werke-der-komponistin-lili-boulanger-bei-der-ruhrtriennale-in-gladbeck/20220907_0903) - Wie war das mit komponierenden Frauen? Die Klagen über die Abwesenheit ihrer Werke klingen schon seit Jahren durch die gendersensiblen Räume, aber die Programme der etablierten Sinfonieorchester öffnen sich viel zu zaghaft, selbst wenn dirigierende Frauen am Pult walten – von den Opernhäusern ganz zu schweigen. Dass ein beliebtes Argument, es gebe eben nicht ausreichend - [„text & talk“, Gedicht und Gebäck – ein sonntäglicher Ausflug zur NRW-Messe der unabhängigen Buchverlage](https://www.revierpassagen.de/100246/text-talk-gedicht-und-gebaeck-ein-sonntaeglicher-ausflug-zur-nrw-messe-der-unabhaengigen-buchverlage/20190909_1807) - Etwas Melancholie lag bereits über diesem Sonntag, bevor meine Frau und ich uns gestern aufmachten, um im münsterländischen Oelde das Kulturgut Haus Nottbeck zu besuchen. Diese traurige Nachdenklichkeit wollte sich auch kaum auflösen, als wir unter grau verhangenem Himmel mittags in Nottbeck ankamen. Und das obwohl dieses Kulturgut ein rundum schöner Ort ist, Architektur und - [Rennstrecke der 1000 Herzen: Bericht vom schonungslosen Selbstversuch beim Triathlon in Essen](https://www.revierpassagen.de/45322/marterstrecke-der-1000-herzen-bericht-vom-schonungslosen-selbstversuch-beim-triathlon-in-essen/20170822_1645) - Wieviel Grad hat die Ruhr? Solche Fragen musste man sich jahrelang gar nicht stellen. Kaum jemand wäre auf die Idee gekommen, in diesem Revierfluss zu schwimmen. „Entengrütze“ hieß das Wasser zu meiner Schulzeit. Doch das ist zum Glück vorbei. Vom Baldeneybad in Essen kann man sich jetzt wieder in die Fluten der gestauten Ruhr stürzen. - [Ein gar zu derber Gag von Bruno Knust](https://www.revierpassagen.de/37390/ein-gar-zu-derber-gag-von-bruno-knust/20160813_1508) - Der altgediente Comedian Bruno Knust (61) gilt nicht wenigen Leuten quasi als „Vorzeige-Dortmunder“. So manche Stadtbewohner nehmen Besucher von außerhalb mit in Knusts Vorort-Theater Olpketal, um den staunenden Gästen vorzuführen, wie der Ruhri allgemein und speziell der Dortmunder so tickt. Meinetwegen. Aber ich und wahrscheinlich auch etliche andere möchten da nur sehr bedingt mitgemeint sein. - [Erzwungener Liebestod – Frederick Delius‘ „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ in Bielefeld](https://www.revierpassagen.de/28920/erzwungener-liebestod-frederick-delius-romeo-und-julia-auf-dem-dorfe-in-bielefeld/20150125_1233) - Von Jean-Jacques Rousseau stammt die Erkenntnis, Freiheit bestehe nicht darin, dass der Mensch tun könne, was er wolle. Sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will. In Frederick Delius‘ Oper „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ sollen die beiden liebenden jungen Leute ständig tun, was sie nicht wollen: Die Väter verbieten ihnen den - [Krasser "Sanierungs"-Vorschlag: Kunst aus dem Hagener Osthaus-Museum verkaufen...](https://www.revierpassagen.de/28226/krasser-sanierungsvorschlag-kunst-aus-dem-depot-des-hagener-osthaus-museums-verkaufen/20141207_1209) - Im Sommer stach mir beim Einkauf ein Plakat ins tränende Auge, worauf die famose Gruppierung namens "Hagen aktiv" die Forderung aufstellte, man möge sich doch durch Verkauf des Schumacher-Museums und der mit ihm verbundenen Kosten einiger Gelsorgen entledigen. Ziemlich überflüssiger Gedanke, weil ohnehin nicht bis an sein finanzielles Ende durchdacht, dachte ich damals und schrieb - [Ein Kulturzentrum muss sich stets verändern - Gespräch über die Lindenbrauerei in Unna](https://www.revierpassagen.de/29065/ein-kulturzentrum-muss-sich-stets-veraendern-gespraech-ueber-die-lindenbrauerei-in-unna/20150203_2138) - Wohin wird der Weg der Kulturpolitik in Unna führen? Werden neue, ganz andere Wege beschritten? Müssen ausgetretene Pfade verlassen werden? Ein Gespräch unter Parteifreunden mit Sebastian Laaser (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses: Frage: Vorweg, den Herrn Laaser schenke ich mir, diese Förmlichkeit wäre albern. Sebastian, siehst du die Diskussion um das Kulturzentrum Lindenbrauerei als abgeschlossen - [Kulturpolitik in Unna - bitte bloß nicht kleinmütig und halbherzig!](https://www.revierpassagen.de/30753/kulturpolitik-in-unna-bitte-bloss-nicht-kleinmuetig-und-halbherzig/20150603_1236) - Kultur, sie hatte mal mächtige Stimmen in der Stadt. Die Männer und Frauen, die der Kulturarbeit in Unna ihre Stimmen gaben, konnten sicher sein, dass nicht ungehört verhallte, was sie äußerten. Und sie fanden Gehör – auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Weil das Modell Unna weithin Aufmerksamkeit erregte. Weithin woben sich auch - [Unterm Baum ist alles möglich: Tschechows „Möwe" an der Berliner Schaubühne](https://www.revierpassagen.de/129571/unterm-baum-ist-alles-moeglich-tschechows-moewe-an-der-berliner-schaubuehne/20230518_1213) - Welch grandioser Anblick! Eine gigantischer Baum steht wuchtig auf der Spielfläche und ragt in den Bühnenhimmel. Die Äste schwingen weit in den Raum hinein, die raschelnden Blätter schweben über den Köpfen des Publikums. Tribünen umzingeln den romantisch-verwunschenen Ort, an dem alles möglich scheint: Liebe und Hass, Neid und Eifersucht und natürlich der ewige Streit zwischen - [Buch der Enttäuschungen – Arnold Stadlers Roman „Irgendwo. Aber am Meer"](https://www.revierpassagen.de/130465/buch-der-enttaeuschungen-arnold-stadlers-roman-irgendwo-aber-am-meer/20230516_1732) - Ein Schriftsteller erzählt von seiner edel gerahmten Diskussions-Teilnahme auf Schloss Sayn im Westerwald. Dort hat doch tatsächlich jemand aus dem Publikum gerufen, er sei ein „Alter weißer Mann" und sondere gestriges Geschwätz ab. Das muss man sich mal vorstellen. Im Ernst: Der Zwischenruf löst beim Autor schier endlose Reflexionen voller Selbstzweifel aus. Wer will ihn - [Das Volk leidet – „Pah-Lak" beschreibt bei den Ruhrfestspielen tief bewegend die brutale Unterdrückung Tibets](https://www.revierpassagen.de/130436/das-volk-leidet-pah-lak-beschreibt-bei-den-ruhrfestspielen-tief-bewegend-die-brutale-unterdrueckung-tibets/20230514_2109) - Um Tibet ist es still geworden. Der Dalai Lama lebt in Indien und war schon lange nicht mehr im Fernsehen zu sehen, von Bemühungen der Volksrepublik China, das Land nunmehr mit geduldiger Überzeugungsarbeit für sich zu gewinnen, hört man aber auch nichts. Brutaler Anschluß bleibt das Mittel der Wahl; und als westlicher Nachrichtenkonsument hat man - [Mord als schrecklich groteskes Kinderspiel – Shakespeares „Macbeth" in Bochum](https://www.revierpassagen.de/130391/mord-als-schrecklich-groteskes-kinderspiel-shakespeares-macbeth-in-bochum/20230513_1249) - Hat dieser Mann, Macbeth heißt er, erst einmal den grundsätzlichen Entschluss gefasst und einmal einen Mord begangen, so tötet es sich hernach furchtbar leicht. Einfach das Messer angesetzt und zugestochen. Dann wird noch demonstrativ eine Portion Theaterblut angerührt und über Mörder wie Leiche gegossen – und fertig. Gedanke und Tat folgen dann immer schneller aufeinander. - [Christoph Hein findet „Unterm Staub der Zeit" Absurdes aus dem Kalten Krieg](https://www.revierpassagen.de/130240/christoph-hein-findet-unterm-staub-der-zeit-absurdes-aus-dem-kalten-krieg/20230511_1053) - Als Sohn eines Pfarrers wird dem vierzehnjährigen Daniel in der DDR Oberschule und Abitur verweigert. Wie schon sein älterer Bruder David, so wird 1958 auch Daniel von seinem Vater nach Westberlin geschleust, um dort in einem Schülerheim zu wohnen und das Gymnasium zu besuchen. Die Grenze zwischen Ost und West wird zwar bewacht, die Kontrollen - [Ruhrfestspiele starten mit wütenden Tieren und einer wütenden Eröffnungsrede](https://www.revierpassagen.de/130309/ruhrfestspiele-starten-mit-wuetenden-tieren-und-einer-wuetenden-eroeffnungsrede/20230504_1914) - Und dann steht sie da im Scheinwerferlicht, eine zierliche ältere Frau, Holzfällerhemd, Mikrophon in der Hand, und erzählt. Um sie herum herrscht Dunkelheit, in der aber immer wieder auch geheimnisvolle Bewegung, Unheimliches, Schemenhaftes, Geahntes stattfindet. Nur manchmal wird in den folgenden zweieinhalb Stunden Bühnenlicht für kürzere Zeit auch auf Ereignisse fallen, die in Janinas Erzählung - [„Unser Geschäft ist die Fantasie" – John Irvings Roman „Der letzte Sessellift"](https://www.revierpassagen.de/130232/unser-geschaeft-ist-die-fantasie-john-irvings-roman-der-letzte-sessellift/20230503_1234) - Ob „Garp und wie er die Welt sah“, „Lasst die Bären los!“, „Bis ich dich finde“, „Letzte Nacht in Twisted River“: Alle Romane von John Irving wurden internationale Bestseller, manche auch erfolgreich verfilmt. Für das Drehbuch von „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ bekam Irving sogar einen Oscar. Seine Bücher sind oft viele hundert Seiten stark, - [Mehr Offenheit war nie: Nam June Paiks Musik-Momente in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/129962/mehr-offenheit-war-nie-nam-june-paiks-musik-momente-in-dortmund/20230501_1234) - Musik gehört in den Konzertsaal oder in den Szene-Schuppen, Kunst ins Museum. Wirklich? Solche Zuweisungen gelten schon längst nicht mehr. Einer, der diese und andere Künste schon früh vermischt hat, dass die Sinnfetzen nur so flogen, war der 1956 aus Korea nach Deutschland gekommene Nam June Paik (1932-2006). Von seiner ärmlichen Ankunft zeugt ein ramponierter - [Phil Glass mit viel Kaffee: Víkingur Ólafsson beendet seine Zeit als Porträtkünstler der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/130247/phil-glass-mit-viel-kaffee-vikingur-olafsson-beendet-seine-zeit-als-portraetkuenstler-der-philharmonie-essen/20230429_1520) - Mit einem Solo-Abend in der Mischanlage der Kokerei Zollverein und einem Auftritt mit den Essener Philharmonikern mit Wolfgang Amadeus Mozarts c-Moll-Klavierkonzert (KV 491) hat Víkingur Ólafsson seine Zeit als Porträtkünstler der Philharmonie Essen beendet. Sechs Mal war der Isländer in der laufenden Spielzeit zu Gast: Mit dem Concertgebouw Orkest als Orchesters „in Residence“ spielte er - [Die Natur des Menschen erkunden – Programm der Ruhrtriennale](https://www.revierpassagen.de/130184/die-natur-des-menschen-erkunden-programm-der-ruhrtriennale/20230427_1742) - Rühmen ist eine Kunst, auf die sich nicht alle verstehen. Ganz anders heute bei der Programm-Pressekonferenz zur Ruhrtriennale, die streckenweise geradezu schwärmerisch verlief. Das überwiegend weibliche Leitungsteam um die Intendantin Barbara Frey ließ nach und nach sämtliche am Festival beteiligten Künstlerinnen und Künstler hochleben. Darüber wurden die geplanten 90 Minuten arg knapp. Intendantin und Sparten-Leiterinnen - [Schlechtes Gewissen im Wohlstand – „Geld spielt keine Rolle" von Anna Mayr](https://www.revierpassagen.de/130134/schlechtes-gewissen-im-wohlstand-geld-spielt-keine-rolle-von-anna-mayr/20230426_1745) - Nach ihrem bitteren Armutsbericht „Die Elenden" (2020) legt Anna Mayr nun ein Buch über ihren und anderleuts (letztlich doch begrenzten) finanziellen Aufstieg vor: „Geld spielt keine Rolle". Der Titel ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen. Im Gegenteil. Geld spielt immer und überall eine Rolle, so lautet der unumstößliche Befund. Über Geld redet „man" nicht? Oh, - [Von Unna bis Bangkok – Unbewohnbarkeit der Städte im fotografischen Langzeitprojekt](https://www.revierpassagen.de/129762/von-unna-bis-bangkok-unbewohnbarkeit-der-staedte-im-fotografischen-langzeitprojekt/20230423_1221) - Der 1961 in Wolfsburg geborene Fotograf Peter Bialobrzeski ist ein kreativer Unruhegeist. Wenn der Foto-Künstler keine Uni-Seminare hält, ist er mit seiner Kamera unterwegs, erforscht die Geheimnisse der deutschen Kleinstädte und die Abgründe der globalen Mega-Metropolen. Seine Arbeiten werden weltweit ausgestellt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit einiger Zeit widmet er sich einem Langzeitprojekt: Die - [Nähe, Alltag und Wirrnis – Andreas Maiers Roman „Die Heimat"](https://www.revierpassagen.de/130073/naehe-alltag-und-wirrnis-andreas-maiers-roman-die-heimat/20230421_1917) - 1970er Jahre in der hessischen Provinz (und eigentlich nicht nur dort): In der Grundschulklasse sitzen gerade mal zwei „Ausländer"-Kinder, ein Italiener und ein Mädchen aus Bulgarien, das im gnadenlosen Urteil der Mitwelt als „wilde Zigeunerin" gilt. Wie lange scheint das her zu sein und wie unbegreiflich fern scheint es zu liegen! Andreas Maier muss es - [Fröhlicher Feminismus der Frühzeit: Stummfilme beim Dortmunder Frauen Film Fest](https://www.revierpassagen.de/130021/froehlicher-feminismus-der-fruehzeit-stummfilme-beim-dortmunder-frauen-film-fest/20230419_1243) - Vor rund 110 bis 120 Jahren sah die Frauenbewegung im Kino noch etwas anders aus. Da war es wohl schon ein gewisses Wagnis, wenn eine Frau – gern gemeinsam mit Freundinnen – den Männern ein Schnippchen schlug. Oft ging's dabei frisch, fröhlich und frei zu. Diesen Eindruck vermitteln jedenfalls die ausgewählten Stummfilme, die beim Internationalen - [Leidensweg eines unschuldigen Menschen: Bachs „Matthäuspassion“ in Dortmund und Essen](https://www.revierpassagen.de/130015/leidensweg-eines-unschuldigen-menschen-bachs-matthaeuspassion-in-dortmund-und-essen/20230419_1159) - Auf ihre je eigene Weise haben zwei Aufführungen von Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ in Dortmund und in Essen ihren Beitrag zur „Recreation des Gemüths“ geleistet. Was sagen die geistlichen Werke heute einem weitgehend säkularisierten Publikum? Ob Buß‘ und Reu‘ noch das Sündenherz entzwei knirschen? Was hat die protestantische Schuld- und Sühnetheologie noch mit uns zu - [Durch die virtuelle Brille: Ein Opernbesuch mit Spitzentechnologie auf dem Nasenrücken](https://www.revierpassagen.de/129989/durch-die-virtuelle-brille-ein-opernbesuch-mit-spitzentechnologie-auf-dem-nasenruecken/20230418_1308) - Heute mal ein kleines Experiment: Wir lassen uns darauf ein, eine Opernpremiere durch eine virtuelle Brille zu sehen. Korrekter gesagt, durch eine AR-Brille. AR steht für Augmented Reality, zu deutsch eine erweiterte Wirklichkeit, für die es natürlich Computer braucht. Die Brille kann während der Vorstellung Untertitel einblenden, aber auch diverse Informationen zum Stück und zu - [Furchtlosigkeit, Demut und Liebe – Helga Schubert über den Alltag mit ihrem demenzkranken Mann](https://www.revierpassagen.de/129766/furchtlosigkeit-demut-und-liebe-helga-schubert-ueber-den-alltag-mit-ihrem-demenzkranken-mann/20230415_1310) - „Darum sorgt nicht für den andern Morgen", heißt es bei Matthäus (Kapitel 6, Vers 34), „denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.“ Diese Bibel-Zeilen stellt Helga Schuber ihrem neuen Buch voran: „Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe“ konzentriert sich ganz auf - [Raus aus dem ärmlichen Dortmunder Dreck: Jörg Thadeusz' Nachkriegs-Roman „Steinhammer"](https://www.revierpassagen.de/129865/blos-raus-aus-dem-aermlichen-dortmunder-dreck-joerg-thadeusz-nachkriegs-roman-steinhammer/20230408_2015) - Vorab eine persönliche Anmerkung, die mit dem vorliegenden Buch zu tun hat: Vor allem die erste Hälfte dieses Romans habe ich mit fliegendem oder angehaltenem Atem gelesen, weil – ich den anfänglichen Haupt-Schauplatz aus frühester Kindheit „kenne" oder wenigstens genau dort gelebt habe, bis ich sechs Jahre alt war. An den durchgehenden Lärm der Bahnstrecke - [Norbert Tadeusz und der collagierende Blick](https://www.revierpassagen.de/1771/norbert-tadeusz-und-der-collagierende-blick/20090827_2231) - Dem Werk des gebürtigen Dortmunders Norbert Tadeusz (Jahrgang 1940) kann man sich von vielen Seiten her nähern. Wollte man den physischen Zugang betonen, so würde man sich wohl bevorzugt seinen Fleisch-Bildern widmen. Deren immer wieder obsessiv durchmessene Bandbreite reicht vom prall ausgekosteten Frauenakt bis zum tierischen Kadaver im Schlachthaus. Begehren und Blut. Vital und letal. - [Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße](https://www.revierpassagen.de/10682/vergehende-zeit-hier-im-revier-zum-beispiel-die-dortmunder-steinhammerstrase/20120727_1521) - Jetzt bin ich doch tatsächlich ein kleines bisschen stolz und weiß gar nicht so recht, aus welchem Grund. Vielleicht bin ich auch einfach nur berührt vom Zeitvergang und vom verwehten Geist eines Ortes. Ja, das wird es wohl sein. Die Sache ist die: Just über die eigentlich unscheinbare Dortmunder Steinhammerstraße, in der ich im Alter - [Ruhrgebiet – Traumgebiet: „Urbane Künste Ruhr" wollen ab Mai wieder Orte der Region verwandeln](https://www.revierpassagen.de/129768/ruhrgebiet-traumgebiet-urbane-kuenste-ruhr-wollen-ab-mai-wieder-orte-der-region-verwandeln/20230404_1025) - Noch ist alles im Wachsen und Werden, doch es lässt sich schon im Ungefähren darüber reden: Bei einer Online-Pressekonferenz gab es jetzt einen ersten Überblick zu neuen Projekten von „Urbane Künste Ruhr". Sie befassen sich vom 5. Mai bis zum 25. Juni mehr oder weniger direkt mit dem Generalthema „Schlaf". Damit wird die 2019 gestartete - [Wie ich dann doch kein Sargträger wurde](https://www.revierpassagen.de/129793/wie-ich-dann-doch-kein-sargtraeger-wurde/20230403_1232) - Okay, ich will hier nicht das Lamento anstimmen vom Selbstausbeuter im Kulturjob, der als Ruheständler mit karger Rente zu kämpfen hat. Scheiß drauf, Schwamm drüber. Andererseits bleibt so einem wie mir nichts anderes, als beide Augen offen zu halten nach einem 520-Euro-Job, der auf Altersbezüge nicht angerechnet werden darf. Ansonsten hätte man vielleicht noch die - [Berliner Baustellen-Blues: Pergamonmuseum schließt für einige Jahre](https://www.revierpassagen.de/129760/berliner-baustellen-blues-pergamonmuseum-schliesst-fuer-mehrere-jahre/20230402_1305) - Während draußen auf den Berliner Straßen die Nazis marschierten und Hitlers Machtergreifung herbei prügelten, suchte der junge Kommunist und angehende Schriftsteller Peter Weiss oft Zuflucht im damals neu erbauten Pergamonmuseum. Vor allem der Pergamonaltar hatte es ihm angetan. Immer wieder studierte er das gigantische Bauwerk aus dem 2. Jahrhundert vor Christi, das einst zur Residenz - [Sehnsüchte und Selbsttäuschungen: Mit Peter Eötvös‘ Oper „Tri Sestri“ nach Tschechow wächst das Theater Hagen über sich hinaus](https://www.revierpassagen.de/129718/sehnsuechte-und-selbsttaeuschungen-mit-peter-eoetvoes-oper-tri-sestri-nach-tschechow-waechst-das-theater-hagen-ueber-sich-selbst-hinaus/20230331_1245) - Bis in die siebziger Jahre hinein waren sie in Mode und in jedem gepflegten Haushalt anzutreffen: Runde Deckchen, gehäkelt oder bunt bedruckt, schmückten Tischchen, Vitrinen, Buffets. Die Familie Prosorow macht es sich in Friederike Blums Inszenierung der Oper „Tri Sestri“ von Peter Eötvös im Theater Hagen auf einem solchen Accessoire der Gemütlichkeit bequem. Eine mehrdeutige - [Unterwegs ins Unerklärliche: Georg Kleins Erzählungsband „Im Bienenlicht"](https://www.revierpassagen.de/129711/unterwegs-ins-unerklaerliche-georg-kleins-erzaehlungsband-im-bienenlicht/20230329_0008) - Zum seinem 70. Geburtstag (29. März) legt uns Georg Klein einen neuen Band mit Erzählungen vor. Im Bienenlicht heißt die Zusammenstellung von achtzehn Texten, gegliedert in zwei Teile, die mit „Wachs“ und „Honig“ überschrieben sind. In bester Tradition des phantastischen Erzählens lotet Georg Klein die Grenzen dessen aus, was mit Literatur möglich ist, und scheint - [Überraschung in Mülheim: Dramatikerpreis an Volker Ludwig für „Linie 1" – Jury und Publikum votierten für Revue des Grips-Theaters](https://www.revierpassagen.de/118702/ueberraschung-in-muelheim-dramatikerpreis-an-volker-ludwig-fuer-linie-1-jury-und-publikum-votierten-fuer-revue-des-grips-theaters/19870530_1458) - Von Bernd Berke Mülheim. Die Überraschung ist perfekt, doch sie konnte bei Licht besehen gar nicht ausbleiben. So paradox könnte man den Beigeschmack der Jury-Entscheidung bei den Mülheimer Theatertagen „stücke '87" umschreiben. Der mit 20.000 DM dotierte Dramatikerpreis geht an Volker Ludwig. Mit diesem Votum für „Linie 1" (Rock-Revue des Grips-Theaters), wolle man, so die - [Türen ins Nichts: Andrea Breths wirre Collage „Ich hab die Nacht geträumet"](https://www.revierpassagen.de/129577/abstand-von-der-lauten-welt-andrea-breths-missratene-mixtur-ich-hab-die-nacht-getraeumet/20230327_1030) - In einem alten Volkslied heißt es: „Ich hab die Nacht geträumet / wohl einen schweren Traum, / es wuchs in meinem Garten / ein Rosmarienbaum“. Der Kirchhof wird zum Garten, das Blumenbeet zum Grab, ein goldener Krug zerfällt in tausend Stücke: „Was mag der Traum bedeuten? / Ach Liebster, bist du tot?“ Diese wundersamen Zeilen - [Der Wolf ist da – und nun?](https://www.revierpassagen.de/129641/der-wolf-ist-da-und-nun/20230325_1556) - Anno 2000 tauchten erste Exemplare in der Lausitz (Grenze zu Polen) auf, 2018 wurde das erste Rudel in Nordrhein-Westfalen gesichtet – und im März 2022 hat der erste und bislang wohl einzige Wolf Dortmunder Stadtgebiet erreicht. Damit ist klar: „Der Wolf ist da, und wir müssen mit ihm leben." Das sagt Jan-Michael Ilger, Kurator am - [Ausstellung in der Dortmunder DASA knöpft sich „Konflikte" vor](https://www.revierpassagen.de/129600/ausstellung-in-der-dortmunder-dasa-knoepft-sich-konflikte-vor/20230323_2027) - Diese Ausstellung beginnt buchstäblich bei Adam und Eva – präsent durch eine Gemälde-Reproduktion. Am biblischen Anbeginn der Menschheit erleben sie, wie unversehens Sünden und damit Konflikte in die Welt geraten. Mit Kain und Abel, die hier nicht direkt vorkommen, steuert schon die Frühzeit auf eine Eskalation zu. Den schlichten Titel „Konflikte" trägt die neue Schau - [„Fang einfach von vorne an" – Enzensbergers „Leichte Gedichte"](https://www.revierpassagen.de/129575/fang-einfach-von-vorne-an-enzensbergers-leichte-gedichte/20230322_1741) - Er war einer der bedeutendsten Dichter und Denker der Gegenwart. Im politisch und kulturell brachliegen Nachkriegsdeutschland erneuerte er die Lyrik und wurde zum Stichwortgeber unzähliger Debatten. Oft war er Kandidat für den Literaturnobelpreis. Bekommen hat er ihn aber nie. Als er im vergangenen November im Alter 93 Jahren verstarb, hinterließ Hans Magnus Enzensberger ein gigantisches - [Hauck & Bauer: So absurd wie unser Alltag](https://www.revierpassagen.de/129495/hauck-bauer-so-absurd-wie-unser-alltag/20230319_1446) - Das geht ja gut los: Auf dem Titel steht in rasch und nervös hingeworfenen Großbuchstaben: „Das schlechtestverkaufte Buch der Welt". Was wohl gemeint ist? Etwa der vorliegende Band, mit schwerironischem Masochismus oder aus Koketterie schlechtgemacht? Oder doch der, den eine Frau im Blümchenkleid im Schaufenster der Buchhandlung betrachtet und der da heißt: „Sie sind selbst - [Schamlose Klangfarben: Der Dirigent Klaus Mäkelä triumphiert mit Berlioz in der Essener Philharmonie](https://www.revierpassagen.de/129521/schamlose-klangfarben-der-dirigent-klaus-maekelae-triumphiert-mit-berlioz-in-der-essener-philharmonie/20230318_1651) - Klaus Mäkelä ist einer jener Shooting-Stars, die in der Klassik-Szene gerade willkommen sind. Denn die alte Garde der Dirigenten tritt allmählich ab und in der mittleren Altersgruppe sind charismatische Figuren rar. Da steht er also zum ersten Mal am Pult der Essener Philharmonie, der 27 Jahre alte Finne Klaus Mäkelä, weltweit bei großen Orchestern gefragt - [„Johann Holtrop" und das große Geld – Uraufführung nach Rainald Goetz' Roman in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/129438/johann-holtrop-und-das-grosse-geld-urauffuehrung-nach-rainald-goetz-roman-in-duesseldorf/20230316_0931) - „Die Zeit liegt fern wie hinter einem Rauch“, heißt es in Bertolt Brechts Dreigroschenoper. So seltsam nebelverhangen und entrückt kommt sie einem vor, die Zeit des Turbokapitalismus und der Finanzkrise, die Zeit der gierigen und verantwortungslosen Manager, die einfach mal eine Firma in den Abgrund reißen, mit den Schultern zucken und sich das nächste Opfer - [„Dortmunder U" im Disco-Rausch: Ausstellung feiert den legendären Club „Studio 54"](https://www.revierpassagen.de/114263/dortmunder-u-im-disco-rausch-ausstellung-feiert-den-legendaeren-club-studio-54/20210624_2147) - Hört sich doll an: Premiere hatte die Schau in New York, in Toronto fiel sie wegen Corona aus, jetzt ist sie in Dortmund zu sehen – und sonst nirgendwo. Es geht um die legendäre Clubdisco „Studio 54", deren verbliebene Essenzen nun im „Dortmunder U" wiederbelebt werden sollen. Die seinerzeit weltberühmte Kult-Disco an der 54. Straße - [Wie sich Wahn in Wirklichkeit drängt: Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ an der Oper Köln](https://www.revierpassagen.de/115777/wie-sich-wahn-in-wirklichkeit-draengt-erich-wolfgang-korngolds-die-tote-stadt-an-der-oper-koeln/20211022_1135) - Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ zu inszenieren, dürfte zu den schwierigsten Aufgaben für Regisseure gehören. Der Symbolismus der Vorlage Georges Rodenbachs („Bruges-la-morte“), das hoffmanneske Changieren zwischen dem Dämmer des Realen und dem Nebel des Traums, das Verschieben der Wahrnehmungsräume, in denen behauptete Lebenswirklichkeit mit Fantasien, Erinnerungen, Wunsch- und Wahnbildern im Kopf verschwimmen: Überzeugende Bühnenlösungen - [Home Office: Notizen aus der Inneren Coronei](https://www.revierpassagen.de/106986/home-office-notizen-aus-der-inneren-coronei/20200402_2001) - Wirklich kaum zu beschreiben, was ich gerade fühle, denke, wie ich gerade lebe. Alles schwankt zwischen Idyll und Apokalypse, Frühlingserwachen und Totenstarre. Oder, um im schrägen Bild zu bleiben: Ich sitze auf dem Rasiersitz unterm Damoklesschwert. Von hier aus sieht vieles ziemlich verzerrt aus, selbst so ein klitzekleines Virus wirkt erdballgroß. Da hilft nur kräftiges - [„Alles nur geklaut?" – Dortmunder Schau auf Zeche Zollern zeichnet „abenteuerliche Wege des Wissens" nach](https://www.revierpassagen.de/92465/alles-nur-geklaut-dortmunder-schau-auf-zeche-zollern-zeichnet-abenteuerliche-wege-des-wissens-nach/20190321_1816) - Das gibt’s beileibe nicht in jeder Ausstellung: In der Dortmunder Schau mit dem flotten Fragezeichen-Titel „Alles nur geklaut?“ (ebenfalls geklaut: beim gleichnamigen Song der „Prinzen“) wird das Rad gleichsam noch einmal neu erfunden. Auch sonst werden „Die Abenteuerlichen Wege des Wissens“ (Untertitel) beschritten. Es geht um Entstehung und Weitergabe des Wissens, aber auch um Geheimhaltung - [Im Dienste der Deutlichkeit: Christoph Eschenbach dirigiert Bruckners Siebte in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/46730/im-dienste-der-deutlichkeit-christoph-eschenbach-dirigiert-bruckners-siebte-in-der-philharmonie-essen/20171115_1034) - Anton Bruckners monumentale Sinfonien fordern neben einem souveränen formalen Überblick von Orchestern und Dirigenten, sich in der Dynamik eisern zu disziplinieren. Zu verführerisch verleiten die Blechbläser-Batterien dazu, mit Bravour und Bombast abgefeuert zu werden. Dann ist das Fortissimo schnell zu laut und verdirbt den überlegten Aufbau eines dynamischen Spannungsbogens. Dieser Verlockung hat Christoph Eschenbach in - [Der Berg als mythischer Ort der Freiheit: „Brokeback Mountain“ als Oper in Aachen](https://www.revierpassagen.de/28279/der-berg-als-mythischer-ort-der-freiheit-brokeback-mountain-als-oper-in-aachen/20141210_1019) - Der Berg ist der entscheidende Ort der Tragödie. Ein dialektischer Ort: Stätte der Einsamkeit und des Zusammenkommens, der Freiheit und des Gefangenseins. Sinnbild einer gewaltigen Natur, deren Stürme und Gewitter im Inneren der Menschen widerhallen, aus ihren Seelen herausbrechen in die ungerührte, objektive Welt. Der Berg nährt die Sehnsucht, die er einst zu erfüllen schien, - [Der Schriftsteller Jörg Albrecht wird in Abu Dhabi festgehalten - ein Hilferuf](https://www.revierpassagen.de/24748/joerg-albrecht-in-abu-dhabi-festgehalten/20140513_0006) - Jörg Albrecht ist ein Sprachkünstler. Ein leiser, ein höflicher Mensch. Einer der zuhört, einer der viel überlegt. Einer, der voller spannender und bemerkenswerter Gedanken steckt. Und einer, der sich nicht im Eindimensionalen bewegt. Einer, der sich für andere Menschen, andere Kulturen interessiert, der neugierig und aufgeschlossen ist, reflektiert und respektvoll. So habe ich den mittlerweile - [Festspiel-Passagen I: Ein Hakenkreuz geht nie](https://www.revierpassagen.de/10645/festspiel-passagen-i-ein-hakenkreuz-geht-nie/20120726_1836) - Sie sind eröffnet, die alljährlichen Dionysien am mythischen Hügel. Doch Bayreuth wäre nicht es selbst, bliebe es bei den Tragödien im Festspielhaus. Die Komödien finden meist vorher statt, in diesem Jahr ersetzt durch ein deftiges Satyrspiel. Opfer der Medien-Mänaden – manche meinen auch, derer im Direktionsbüro – ist der Sänger Evgeny Nikitin. Seine „Tattoo-Affäre“ ließ - [Wenn das Ungeheuerliche alltäglich wird, gewöhne dich (nicht) daran...](https://www.revierpassagen.de/129323/wenn-das-ungeheuerliche-alltaeglich-wird-gewoehne-dich-nicht-daran/20230312_1921) - „Gewöhn dich nicht. Du darfst dich nicht gewöhnen.“ So lauten zwei Gedichtzeilen Hilde Domins. Doch liest man die Gazetten, hier im Ruhrgebiet vor allem die der Funke Mediengruppe, oder sieht fern (also weder weit noch tief), dann lautet der einem jetzt überall entgegenschlagende Imperativ: „Gewöhn dich endlich. Du sollst dich gewöhnen!“ Unter dem Deckmantel journalistischer - [Im 100. „Schreibheft": Vergessene, verkannte, verschollene Autorinnen und Autoren](https://www.revierpassagen.de/129422/im-100-schreibheft-vergessene-verkannte-verschollene-autorinnen-und-autoren/20230314_1927) - Kürzlich ist die einhundertste Ausgabe der Literaturzeitschrift Schreibheft erschienen. Zu diesem Anlass hat der Schriftsteller Frank Witzel einen umfangreichen Essay verfasst, mit dem Titel „Von aufgegebenen Autoren – 100 Vergessene, Verkannte, Verschollene“. Mit einigen der darin auftauchenden Namen erinnert der Autor an die inzwischen 46-jährige Geschichte der Zeitschrift. An Ernst Müller beispielsweise, der nicht nur - [Frühling für Hitler: Musical „The Producers" nach Mel Brooks als rasanter Spaß in Hagen](https://www.revierpassagen.de/129368/fruehling-fuer-hitler-das-mel-brooks-musical-the-producers-wird-am-theater-hagen-zum-rasanten-spass/20230313_1529) - Achtung, bitte anschnallen, fasten seat belts. Hier geht die Post ab, hier geht’s um Geld und Glamour und die Grenzen des guten Geschmacks. Das Theater Hagen startet mit dem Musical „The Producers“ durch, als wolle es einen Rekord für das schnellste Bühnenspektakel der kommenden fünf Spielzeiten aufstellen. Diesen überdrehten Spaß wird so schnell niemand überholen. - [Der BVB verteilt alljährlich über 155.000 Plastikkarten – muss das denn sein?](https://www.revierpassagen.de/124241/der-bvb-verteilt-alljaehrlich-ueber-155-000-plastikkarten-muss-das-denn-sein/20220204_0917) - Hiermit oute ich mich als Mitglied des BVB – und möchte mich gleich in eine schwarzgelbe Angelegenheit einmischen. Nein, es geht nicht um die sportliche Situation. Auch nicht um irgendwas mit Corona. Sondern? Um die Öko-Chose. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Clubs läuft. Beim BVB bekommt man jedenfalls alljährlich eine neue Mitgliedskarte – - [Munter montiert – Wie die Ruhrnachrichten mit Fotos umgehen](https://www.revierpassagen.de/128815/munter-montiert-wie-die-ruhrnachrichten-mit-fotos-umgehen/20230203_1211) - Es nervt schon seit geraumer Zeit, jetzt muss es endlich einmal heraus: Die Ruhrnachrichten (RN) haben in ihrem Dortmunder Lokalteil, der in dieser Stadt als Abklatsch leider auch der WAZ beiliegt, eine Marotte entwickelt, die sie geradezu inflationär anwenden und manchmal bis ins Absurde treiben. Irgendwer muss mal den technischen Schnickschnack entdeckt und propagiert haben, - [Die vielen Lügen entlarven – Europas Faktencheck-Teams schließen sich zusammen](https://www.revierpassagen.de/129229/die-vielen-luegen-entlarven-europas-faktencheck-teams-schliessen-sich-zusammen/20230226_1201) - Eigentlich zutiefst betrüblich, dass so etwas nötig ist, aber: Faktenchecks werden in diesen Zeiten dringend gebraucht. Spätestens seit Corona ist es bekannt, erst recht seit Russlands Kriegsüberfall auf die Ukraine. Es sind viel zu viele Lügen und Fälschungen auf dem medialen Markt und in den „sozialen Netzwerken" unterwegs, die nicht so ohne weiteres entlarvt werden - [Dämonen, Tanz, zerbrochener Krug – Ruhrfestspiele präsentieren buntes und maskenfreies Programm](https://www.revierpassagen.de/129180/daemonen-tanz-zerbrochener-krug-ruhrfestspiele-praesentieren-buntes-und-maskenfreies-programm/20230224_1659) - Corona hat uns demütig gemacht. Ein Festival ganz ohne Masken und Sitzordnungen, einfach so wie früher, erscheint uns wie ein unverdientes Glück. Doch soll es so sein: Die nächsten Ruhrfestspiele, die vom 1. Mai bis 11. Juni in Recklinghausen und Umgebung stattfinden, sind konsequent postcoronal, die zweiten „normalen“ Festspiele mithin in der Amtszeit des immer - [Die Sammlung um und um gewendet: „REMIX" im Dortmunder MKK](https://www.revierpassagen.de/129169/die-sammlung-um-und-um-gewendet-remix-im-dortmunder-mkk/20230223_1248) - Dortmunds Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) will verstärkt Emotionen ansprechen. Darauf deuten jedenfalls Texte des städtischen Hauses zur Ausstellung „REMIX" hin. Zitat: „Wen schaut sie an, die schöne Italienerin, die Theobald von Oer malte? Was geht der geheimnisvoll nachdenklichen Leontine des Anselm von Feuerbach durch den Kopf?" Aha, sie wollen uns also bei den - [Mit bösem Blick die feine Gesellschaft sezieren – aus den Tagebüchern der Brüder Goncourt](https://www.revierpassagen.de/129107/mit-boesem-blick-die-feine-gesellschaft-sezieren-aus-den-tagebuechern-der-brueder-goncourt/20230216_1535) - Diese Texte sind 1989 schon einmal in Hans Magnus Enzensbergers „Anderer Bibliothek" erschienen. Na und? Wenn bislang vergriffene Bücher das Entdecken oder (Wieder)-Lesen lohnen, dann solche. Kurz und gut: Der Verlag Galiani hat mit der Neuausgabe der „Blitzlichter" einen Glücksgriff getan. Es handelt sich um Auszüge aus den phänomenalen Tagebüchern der Brüder Goncourt, mit denen - [F. C. Delius: „Erinnerungen mit großem A" (und ein paar anderen Buchstaben)](https://www.revierpassagen.de/128999/f-c-delius-erinnerungen-mit-grossem-a-und-ein-paar-anderen-buchstaben/20230209_0948) - Na, da hat Friedrich Christian Delius – häufig gekürzelt als F. C. Delius – aber ein bisschen geschummelt. Die selbstgesetzte Vorgabe für seine „Erinnerungen mit großem A" (Untertitel) lautete, dass die Bruchstücke aus seiner Biografie allesamt, quasi-lexikalisch, just mit dem Anfangsbuchstaben A überschrieben sein sollten. Doch einer wie Delius hat sich nicht in ein derartiges - [Sonnengesang: Das Konzerthaus Dortmund ehrt die Komponistin Sofia Gubaidulina mit einem "Zeitinsel"-Festival](https://www.revierpassagen.de/129066/sonnengesang-das-konzerthaus-dortmund-ehrt-die-komponistin-sofia-gubaidulina-mit-einem-zeitinsel-festival/20230209_1623) - Für einen Moment kommen ihr fast die Tränen. „Sie müsste doch jetzt hier sein!“, sagt Elsbeth Moser mit zittriger Stimme, als sie auf der Bühne im Konzerthaus Dortmund über ihre langjährige Freundin spricht: über die 91-jährige Komponistin Sofia Gubaidulina, die hier eine große Ehrung erfährt, inzwischen aber zu krank ist, um das ihr gewidmete „Zeitinsel“-Festival - [Verklärung im Diesseits: Riccardo Muti und das Chicago Symphony Orchestra in Essen](https://www.revierpassagen.de/22854/verklarung-im-diesseits-riccardo-muti-und-das-chicago-symphony-orchestra-in-der-philharmonie-essen/20140118_1745) - Es gehört zum halben Dutzend der amerikanischen Spitzenorchester, ist auf zahllosen Aufnahmen unter berühmten Dirigenten festgehalten und garantiert für eine technische Brillanz, die weltweit nur von wenigen Klangkörpern erreicht wird: Das Chicago Symphony Orchestra machte bei seiner Winter-Tournee Station in Essen. Die Philharmonie als einer von vier europäischen und einziger deutscher Auftrittsort: Das ist eine - ["ear" schmeichelt den Ohren!](https://www.revierpassagen.de/16160/schmeichelt-den-ohren/20130226_1856) - Manchmal braucht es erst ein paar Umwege und Zufälle, damit man auf etwas Besonderes stößt. Das war so im Falle meiner Ohren und der Band „ear“ – mittlerweile eine Beziehung des zumindest einseitigen Wohlgefallens. Wer seinen Gehörgängen ebenso etwas Schönes bieten möchte, hat jetzt die Chance dazu bei zwei Konzerten in Dortmund. Günther Harder kannte - [Mats, wat machste nur?](https://www.revierpassagen.de/35871/mats-wat-machste-nur/20160429_1313) - Ich geb’s ja zu, ordentlich Zweckoptimismus war schon dabei, als ich dieser Tage Bernd Berke, meinem Freund im schwatz-gelben Geiste, seine Zweifel über die zukünftige sportliche Heimat des Spielers Mats Hummels nehmen wollte. Ich schrieb, dass dieser ewig beim BVB bleiben werde. Aber ich bin nun mal ein gutgläubiger Mensch. Ich setze nun gern auch - [Kontrollierte Verstörung: Tomáš Netopil rundet seinen Essener Mahler-Zyklus ab](https://www.revierpassagen.de/128964/kontrollierte-verstoerung-tomas-netopil-rundet-seinen-essener-mahler-zyklus-ab/20230207_1558) - Es wäre so schön gewesen: Schon bei seinem Amtsantritt hatte sich der Essener Generalmusikdirektor Tomáš Netopil mit Mahler vorgestellt. Hätte es Corona nicht gegeben, wäre die Dritte Sinfonie der Abschluss eines Zyklus über die letzten zehn Spielzeiten geworden. Die Erste war zum Einstand 2013 ein Versprechen für die Zukunft, das der in Přerov im Osten - [Brücken dringend benötigt – „Zwischen Welten" von Juli Zeh und Simon Urban](https://www.revierpassagen.de/128905/zwischen-welten/20230206_1205) - Einst studierten Theresa und Stefan Germanistik in Münster, redeten ununterbrochen und tranken nächtelang, wollten die Welt retten oder doch wenigstens die deutsche Literatur. Sie waren wie unzertrennliche Geschwister und haben alles geteilt, nur nicht das Bett. Dann, von einem Tag auf den anderen, trennten sich ihre Wege. Theresa brach Hals über Kopf ihr Studium ab, - [Der große unbekannte Literat – Lesung zu Wolfgang Welt im Bochumer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/128909/der-grosse-unbekannte-literat-lesung-zu-wolfgang-welt-im-bochumer-schauspielhaus/20230205_1216) - Eine tragische Person. Eigentlich hat er’s schon draufgehabt, das Schreiben: Lapidar und pointensicher, souverän strukturierte und rhythmisierte Prosa, der zuzuhören Freude macht. Einiges davon war jetzt zu hören, live, bei so etwas wie einer nachträglichen Geburtstagsfeier (bzw. –lesung), die das Bochumer Schauspielhaus anläßlich des 70. Geburtstags Wolfgang Welts ausrichtete. Jele Brückner und Konstantin Bühler aus - [Bochum, Buddy Holly und überhaupt: Als Wolfgang Welt die Treibsätze seiner Texte zündete](https://www.revierpassagen.de/13976/bochum-buddy-holly-und-uberhaupt-als-wolfgang-welt-die-treibsatze-seiner-texte-zundete/20121123_1138) - So einen gibt es nur in Bochum, also wird die Geschichte immer wieder gern aufgegriffen, wenn es um Wolfgang Welt geht: Der Mann ist Nachtportier im Schauspielhaus – u n d Autor des hochmögenden Suhrkamp-Verlages, seit der berühmte Peter Handke sich vor Jahren für ihn stark gemacht hat. So. Damit hätten wir das hinter uns - [Bochum, Buddy Holly und überhaupt: Zum Tod des Schriftstellers Wolfgang Welt](https://www.revierpassagen.de/36777/bochum-buddy-holly-und-ueberhaupt-zum-tod-des-schriftstellers-wolfgang-welt/20160620_1811) - Durch eine Mitteilung des Schauspielhauses Bochum erfahren wir vom Tod des Schriftstellers Wolfgang Welt, der jetzt mit nur 63 Jahren gestorben ist. Wir zitieren im Wortlaut: „Das Schauspielhaus Bochum trauert um Wolfgang Welt. Wolfgang Welt war seit 1991 Nachtpförtner am Schauspielhaus Bochum und allen hier arbeitenden Kolleginnen und Kollegen vertraut. Er war im besten Sinne - [Beim Archivieren älterer Zeitungsbeiträge für die Revierpassagen – eine Selbstbegegnung und Selbstbefragung](https://www.revierpassagen.de/91263/beim-archivieren-aelterer-beitraege-fuer-die-revierpassagen-eine-selbstbegegnung-und-selbstbefragung/20191121_2215) - Wisst Ihr, womit ich mich seit einiger Zeit plage (und auch amüsiere)? Nun, ich bin dabei, ein kleines Archiv für die Revierpassagen aufzubauen, das ältere Artikel aus meiner „Feder" umfasst. Weitergehendes steht mir ja nicht zu. Zur Zeit reicht dieser ausgesprochen lückenhafte Rückblick von Anfang 1993 bis 2006, rückwärtige Verlängerungen bis in die 80er Jahre - [Kultur zum Plaudern und zum Streiten – Spektrum von Goethe bis Punk: Erfahrungen und Eindrücke aus dem Kulturblog Westropolis](https://www.revierpassagen.de/87750/kultur-zum-plaudern-und-zum-streiten-spektrum-von-goethe-bis-punk-erfahrungen-und-eindruecke-aus-dem-kulturblog-westropolis/20071113_1616) - Von Bernd Berke Manchmal reicht schon ein Bild mit provozierender Unterzeile: „Die Beatles sind langweilig", behauptete der Westropolis-Autor Ingo Juknat kurzerhand, stellte ein Foto der Fab Four hinzu – und schon ging's los mit teilweise empörten Kommentaren. Bei Westropolis, dem Kultur-Blog der WAZ-Mediengruppe, zu der auch die WR gehört, werden Musik, Kunst, Kino, Literatur & - [Wunder mit Widerhaken – F. C. Delius' Roman zur Erfindung des Computers](https://www.revierpassagen.de/1821/f-c-delius-wunder-mit-widerhaken/20090727_0101) - US-Amerikaner rühmen sich der Erfindung des Computers, doch irgendwann haben sie anerkannt, dass einst ein Deutscher die kreative Vorhut bildete: Konrad Zuse (1910-1995). Stoff genug für Phantasien mit realistischer Sättigungsbeilage. Jetzt liegt ein Roman über Zuses Leben vor – verfasst vom vielfach bewährten Friedrich Christian Delius, der etwa auch schon das fußballerische „Wunder von Bern“ - [F. C. Delius zieht Bilanz – diesseits und jenseits der Ideologie](https://www.revierpassagen.de/8299/f-c-delius-zieht-bilanz-diesseits-und-jenseits-der-ideologie/20120328_1120) - Wenn ein Büchnerpreisträger seinen neuen Band „Als die Bücher noch geholfen haben“ nennt, so klingt das nach Resignation - und man möchte inständig hoffen, dass er es nicht so meint. Tatsächlich scheint es, als hätte sich Delius hier noch einmal seines langen literarischen Weges vergewissern wollen. Zeitlich hebt es an mit dem eher unscheinbaren, doch - [Wenn die Historie persönlich wird – „Die Liebesgeschichtenerzählerin" von F. C. Delius](https://www.revierpassagen.de/37426/wenn-die-historie-persoenlich-wird-die-liebesgeschichtenerzaehlerin-von-f-c-delius/20160814_2017) - Die Strandpromenade von Scheveningen im Jahr 1969: Eine Frau, Marie, sitzt auf einer Bank, schaut dem Wellenspiel zu, atmet die herbe Seeluft. Sie ist von Haus aus die Ostsee gewohnt, die rauen Gezeiten der Nordsee sind ihr neu, die Kraft, welche dieses Meer entfaltet, ebenfalls. Dennoch spürt sie etwas von dieser Kraft in sich. Sie - [Wie wilde Klänge den Kopf befreien können – F. C. Delius' Erzählung „Die Zukunft der Schönheit"](https://www.revierpassagen.de/48698/wie-wilde-klaenge-den-kopf-befreien-koennen-f-c-delius-erzaehlung-die-zukunft-der-schoenheit/20180224_1203) - New York, 1966. Am Rande einer Tagung der „Gruppe 47" besucht der Autor abends mit Freunden ein Free-Jazz-Konzert: in „Slug´s Saloon" tritt der Saxophonist Albert Ayler mit seinem Quintett auf. Es ist laut und wild, der Autor kann die improvisierten Klänge und das musikalische Chaos kaum aushalten. Doch dann entstehen plötzlich Bilder in seinem Kopf: - [Weltberühmter Wikinger: Hägar der Schreckliche wird 50](https://www.revierpassagen.de/128772/weltberuehmter-wikinger-haegar-der-schreckliche-wird-50/20230201_0929) - Die Wikinger, so glaubt man zu wissen, waren wilde Gesellen, allzeit tollkühn und kriegerisch – und sonst nichts! Doch halt! Seit ungefähr 50 Jahren weiß es die Welt etwas besser: Wikinger waren letztlich auch nur Menschen, sie hatten neben all dem Kampfgetümmel ihre kleinen Alltags- und Eheprobleme und zeigten auch schon mal sympathische Schwächen. Woher - [Louis Klamroth und das hitzige Klima beim WDR](https://www.revierpassagen.de/128741/louis-klamroth-und-das-hitzige-klima-beim-wdr/20230129_1432) - Dies vorangeschickt: Ich bin froh, dass es im Westen den WDR gibt und wir nicht nur von privaten Dudelsendern beschallt oder beflimmert werden. Jedoch war ich mit dieser Präferenz früher deutlich mehr im Reinen als jetzt, hat sich der Westdeutsche Rundfunk doch vielfach mit seinem Niveau abwärts anbequemt. So bangt man denn auch zusehends (nicht - [Lauter Sonderlinge – Hanns-Josef Ortheils „Charaktere in meiner Nähe"](https://www.revierpassagen.de/128655/lauter-sonderlinge-hanns-josef-ortheils-charaktere-in-meiner-naehe/20230120_0927) - Hanns-Josef Ortheil zählt zu den ganz wenigen deutschsprachigen Autoren dieser Zeit, die Milde walten lassen, die Hoffnung und Sympathie für ihr Romanpersonal hegen, aber dennoch nicht ins Seichte geraten. Damit nimmt Ortheil eine gewisse Sonderstellung in der ernstzunehmenden Literatur ein, in der allerlei Dystopien deutlich höher im Kurs stehen. Ein ausgemachter Freund des Gelingens und - [Gehört meine Stimme wirklich noch mir?](https://www.revierpassagen.de/128078/gehoert-meine-stimme-wirklich-noch-mir/20221208_1549) - Jetzt wird's intim. Oder wenigstens persönlich: Mit meiner Stimme habe ich eigentlich keine weiteren Probleme. Hie und da ereilten mich gar aus der holden Damenwelt vereinzelte Komplimente ob des sonoren Timbres. Oder so ähnlich. *Räusper, hüstel*. Hätte ich also zum Hörfunk gehen sollen? Nein. Da reden sie ganz anders drauflos, wie ich es nicht vermag. - [Vexierspiele des Gefühls – Eric Rohmer wird 85 Jahre alt](https://www.revierpassagen.de/85038/85038/20050319_1642) - Von Bernd Berke Über Liebe ist eigentlich alles gesagt. Doch man weiß ja: Sie ist dennoch unerschöpflich. Man kann immer wieder darüber reden. Die Filme des Franzosen Eric Rohmer, der am nächsten Montag 85 Jahre alt wird, führen solch ein unaufhörliches Gespräch über Liebesdinge. Manche mögen sein Werk dialoglastig oder gar eintönig finden. Aber dieser - [„Rambo" statt Rezensionen](https://www.revierpassagen.de/39375/rambo-statt-rezensionen/20170103_2114) - Meine Rezensions-Faulheit hat sich auch über den Jahreswechsel hinaus gehalten. Daher wird gnadenlos weiter gefaselt. Rezensionen gehen ja heute sowieso anders. Zunächst einmal: Man gurkt nicht mehr umständlich mit Fachbegriffen herum, überhaupt kann man sich nähere Kenntnisse sparen. Denn dann könnte man ja den Kontakt zu den einfacheren Leuten verlieren. Und das wiederum spielt nur - [Kunst kennt keine Zeit – Ausstellungen in Berlin und Potsdam](https://www.revierpassagen.de/128430/kunst-kennt-keine-zeit-ausstellungen-in-berlin-und-potsdam/20230118_1753) - Monica Bonvicini darf das. Und sie kann es. Die italienische Kunst-Rebellin, die seit vielen Jahren in Berlin arbeitet und eine der wichtigsten Bildhauerinnen der Gegenwart ist, hat sich diesmal vorgenommen, die vielleicht bedeutendste Kunst-Architektur der Moderne zu zu besetzen und neu zu definieren. Wer sich der von Mies van der Rohe aus Glas und Stahl - [„Denkmalschutz" für das Sauerländer Platt – Wörterbuch-Autoren zu Besuch bei der Rundschau](https://www.revierpassagen.de/117515/denkmalschutz-fuer-das-sauerlaender-platt-woerterbuch-autoren-zu-besuch-bei-der-rundschau/19890124_1313) - Eigener Bericht Arnsberg/Dortmund. (bke) „Roter Hund, raus!" – ein Testsatz, der es in sich hat. Auf Sauerländisch Platt lautet er: „Räoe Ruie riut!" Wer die halsbrecherische Folge kehliger R's und die Diphtonge (Zwielaute wie „äo" oder „iu") nicht einwandfrei hinbekommt, der kann auch kein „Platt" – zumindest nicht die kurkölnisch-sauerländischen Variante, wie sie im Hochsauerlandkreis - [Vor zehn Jahren starb die „Rundschau" – ohne Rettungsversuch](https://www.revierpassagen.de/128427/vor-zehn-jahren-starb-die-rundschau-ohne-rettungsversuch/20230114_1225) - Beängstigend rasende Zeit: Zehn Jahre soll das schon wieder her sein, dass am 15. Januar 2013 die damalige WAZ-Gruppe (heute Funke-Mediengruppe) das faktische „Aus" für die Westfälische Rundschau (WR) verkündet hat? Zur Erinnerung: Danach ging alles ganz schnell – oder auch quälend langsam; je nach Perspektive. Denn die kurzerhand Entlassenen mussten noch volle zwei Wochen - [Gehen, gehen, gehen – aufschlussreiche Einblicke in Tagebücher von Peter Handke](https://www.revierpassagen.de/128102/gehen-gehen-gehen-aufschlussreiche-einblicke-in-tagebuecher-von-peter-handke/20230112_2249) - Im Frühjahr 1978 bricht Peter Handke zu einer längeren Reise auf. Der Schriftsteller war mit der „Publikumsbeschimpfung“ in die Pose des rebellischen Wüterichs geschlüpft, hatte den arrivierten Autoren der „Gruppe 47“ wortwörtlich „Beschreibungsimpotenz“ attestiert und sich in den „Elfenbeinturm der Literatur“ zurückgezogen, um die Welt mit Hilfe von Sprache neu zu erfinden. Von seinem Geburtsort - [Bilder einer leeren Rundschau-Redaktion](https://www.revierpassagen.de/15511/bilder-einer-leeren-rundschau-redaktion/20130131_0800) - Heute, am 31. Januar 2013, ist der letzte Tag der Rundschau-Redaktion. Der allerletzte. Für immer. Ab morgen werden - je nach Lokalausgabe - Journalisten von Ruhr-Nachrichten, Hellweger Anzeiger, Westfalenpost oder Lüdenscheider Nachrichten die leere Hülle mit dem Titel "Westfälische Rundschau" füllen, während der überregionale Mantelteil vom zentralen Essener Newsdesk der WAZ-Gruppe geliefert wird. Da wird - [Familienfreuden XII: Papa-lapap](https://www.revierpassagen.de/22107/familienfreuden-xii-papa-lapap/20131211_0012) - Egal, ob Fiona einmal Männer oder Frauen liebt – sie alle werden es schwer haben. Denn Fi’s Held steht jetzt schon fest. Es gibt scheinbar keine Minute, die ohne seinen Namen auskommt. Es ist: ihr Papa! Fiona kann inzwischen ein wenig plappern. Oder Geräusche machen. Wenn sie wach wird und gute Laune hat, dreht sie - [Papsttochter am Aalto-Theater: Donizettis „Lucrezia Borgia“ öffnet den Blick auf psychische Extreme](https://www.revierpassagen.de/128525/papsttochter-am-aalto-theater-donizettis-lucrezia-borgia-oeffnet-den-blick-auf-psychische-extreme/20230110_0921) - In Bergamo, dem Geburtsort Gaetano Donizettis, gibt es in jedem Herbst ein Festival, bei dem sich kaum gespielte Opern als überraschend gegenwärtig erweisen. So im Herbst 2022 zum Beispiel Donizettis „L’aio nell‘ imbarazzo“ („Der Hauslehrer in Verlegenheit“), eine skurrile Studie über extreme – heute würde man sagen – Verhaltensauffälligkeiten. Hin und wieder haben Opern Donizettis - [Josef Albers und Bottrop – Kunst im Weltmaßstab](https://www.revierpassagen.de/128481/josef-albers-und-bottrop-kunst-im-weltmassstab/20230109_1033) - Alte Weisheit: Feste soll man feiern, wie sie fallen. In Bottrop gab und gibt es gleich mehrfachen Anlass. Hier gilt's der Kunst! Erstens wurde eine umfangreiche Ausstellung über den wohl berühmtesten Sohn der Ruhrgebietsstadt eröffnet: Josef Albers (1888-1976). Zweitens gibt es just einen gelungenen Erweiterungsbau zum Josef Albers Museum Quadrat, mit dem nun gleichzeitig Dauer- - [Auf der Demo gegen die Rundschau-Demontage](https://www.revierpassagen.de/15203/auf-der-demo-gegen-die-rundschau-demontage/20130119_1611) - Es war beileibe nicht nur eine gewerkschaftliche Routine-Veranstaltung. Wer an der Dortmunder Demo gegen die Schließung der Rundschau-Redaktion teilgenommen hat, hat die Atmosphäre spüren können: Es war eine Mischung aus Sprachlosigkeit, Zorn, tiefer Bedrückung und Sorge um die Zukunft. Viele Kolleginnen und Kollegen, zumal auch freie Mitarbeiter, die nicht einmal Abfindungen nach Sozialplan bekommen, stehen - [Wo Bürokraten bräsig walten, pflanzt sich das Unvermögen fort](https://www.revierpassagen.de/128215/wo-buerokraten-braesig-walten-pflanzt-sich-das-unvermoegen-fort/20230107_1830) - Wer hat in letzter Zeit ähnliche Erfahrungen mit der kläglichen Unzulänglichkeit gewisser Unternehmen gemacht; besonders mit den Abkömmlingen früherer Staatsbetriebe: Post, Bahn, Telekom? Blöde Frage: natürlich wir alle. Die Älteren erinnern sich: Post und Bahn hatten – bei aller Gängelung und piefigen Beschränkung – einst auch etwas Wohliges und ziemlich Verlässliches an sich. Heute aber - [Voodoo aus der Dose – Wo soll das alles enden?](https://www.revierpassagen.de/41455/voodoo-aus-der-dose-wo-soll-das-alles-enden/20170320_2009) - Mit Voodoo ist das so eine Sache. Obwohl wir bestimmt nicht abergläubisch sind, haben wir uns doch alle schon gefragt, was dran sein könnte am magischen Puppenstechen, das weit über Gebühr mit Voodoo assoziiert wird. Piekst man eine derartige, sorgsam präparierte Puppe mit der Nadel, jault angeblich der Feind und Widersacher vor Schmerzen auf, zuckt - [Heimkehr von den Irrfahrten – Christoph Ransmayr und Anselm Kiefer schufen ein Buch, das überdauern wird](https://www.revierpassagen.de/128374/heimkehr-von-den-irrfahrten-christoph-ransmayr-und-anselm-kiefer-schufen-ein-buch-das-ueberdauern-wird/20230102_1505) - Odysseus ist müde und ausgelaugt, viel zu lange war er unterwegs, hat unzählige blutige Schlachten geschlagen, sich auf der Suche nach der verlorenen Heimat heillos verzettelt und ist durch das Labyrinth der Menschheitsgeschichte geirrt. Die sich um ihn und seine endlose Reise rankenden Mythen und Märchen sind ihm nur noch schnuppe und können seine Sehnsucht - [Papst Benedikt XVI. ist tot: Kritische Erinnerung an eine prägende Gestalt](https://www.revierpassagen.de/128377/papst-benedikt-xvi-ist-tot-kritische-erinnerung-an-eine-praegende-gestalt/20221231_1623) - Joseph Ratzinger, der emeritierte Papst Benedikt XVI., ist tot. Er starb am heutigen Festtag eines heiligen Papstes, Silvester. Die Gedenkartikel und Nachrufe, für einen 95-Jährigen längst vorbereitet, werden sich in den nächsten Tagen häufen und uns in ein neues Jahr begleiten. Joseph Ratzinger als Denker, als Theologen, als Kirchenmann und als Papst zu würdigen, ist - [Der König ist tot – Fußball-Zauberer Pelé starb mit 82 Jahren](https://www.revierpassagen.de/128340/der-koenig-ist-tot-fussball-zauberer-pele-starb-mit-82-jahren/20221229_2327) - Der König ist gestorben. Pelé (1940-2022), König des Fußballs, den sie (nicht nur) in Brasilien ehrfürchtig just so genannt haben: „O rei"! Als er sein 1000. Tor schoss, läuteten dort vielerorts die Kirchenglocken... Tatsächlich dürfte er jetzt im Fußballhimmel weilen und weiter „zaubern". Mögliches Motto, sonst anderweitig vergeben: An Gott kommt keiner vorbei, außer Pelé... - [Verzichtbar: Giuseppe Verdis „La Traviata“, aufgewärmt in Duisburg](https://www.revierpassagen.de/20778/verzichtbar-giuseppe-verdis-la-traviata-aufgewarmt-in-duisburg/20131013_1545) - Ist das Hauptstadtoper? Ist das die Deutsche Oper am Rhein, einst ein viel gepriesenes und beachtetes Institut, das über Deutschland hinaus künstlerische Akzente gesetzt hat? Nach der Premiere einer nun zum dritten Mal aufgewärmten „La Traviata“ am Opernhaus Duisburg stellen sich solche Fragen noch drängender als sonst. Ein Blick auf den Premierenplan der Deutschen Oper - [Mit Volldampf zurück in die Vergangenheit – René Polleschs sinnfreie Volksbühnen-Collage „Und jetzt?"](https://www.revierpassagen.de/128100/mit-volldampf-zurueck-in-die-vergangenheit-rene-polleschs-sinnfreie-volksbuehnen-collage-und-jetzt/20221228_0036) - Seit man Frank Castorf sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat, kommt die Berliner Volksbühne nicht zur Ruhe. Nachfolger Chris Dercon verzettelte sich mit kuriosen Ideen. Interims-Intendant Klaus Dörr musste nach Sexismus-Vorwürfen seinen Stuhl räumen. Die Rückkehr von René Pollesch, des verlorenen, zum Heiland verklärten Sohnes, sollte die Rettung bringen. Doch bisher ist alles nur Stückwerk, Spielplan und - [Rock als Religion: „We will rock you“ im Colosseum Essen](https://www.revierpassagen.de/17621/rock-als-religion-we-will-rock-you-im-colosseum-essen/20130512_1908) - Die Kultur ist implodiert – und „Globalsoft“ hat seine Chance genutzt. Für einen Moment bekommt die Science-Fiction-Geschichte, in die sich das Musical „We will rock you“ kleidet, unheimliche Aktualität: Da erklärt in einer fernen Zukunft ein Konzern jede „handgemachte“ Musik für „illegal“. Auf der Bühne stehen Klone des hochgezüchteten Einheitsgeschmacks und „moven“ mit automatenhaften Bewegungen. - [Familienfreuden XXX: Das leuchtende Fest](https://www.revierpassagen.de/128298/familienfreuden-xxx-das-leuchtende-fest/20221224_1641) - Rituale – das klingt mit dem rollenden „R“ vorneweg ein wenig altbacken. Und trotzdem gibt es für mich gerade zur Weihnachtszeit ein paar, die mir lieb sind. Nicht von ungefähr wünsche ich auf meinen Weihnachtspostkarten oft ein „leuchtendes“ Fest. Der erste Advent ist so etwas wie der Weckruf für mich. Dieses Jahr, das muss ich - [„Irgendwann werden wir uns alles erzählen" – Daniela Kriens Roman jetzt endlich auf der größeren Bühne](https://www.revierpassagen.de/128106/irgendwann-werden-wir-uns-alles-erzaehlen-daniela-kriens-roman-jetzt-endlich-auf-der-groesseren-buehne/20221221_1218) - Das Alte ist in sich zusammengebrochen, das Neue hat noch keine feste Form. In Stein gemeißelte Gewissheiten und Ideologien sind zerbröselt. Wo eben noch alles klar war und die Zukunft rosig schien, herrschen jetzt chaotische Unübersichtlichkeit und nervöse Angst. Manche lecken ihre Wunden, andere wissen nicht, wie es weitergeht. Maria, die bald 17 wird, die - [Neuer Blick auf verschwundene Werke: Mit dem Projekt „Fokus ´33“ fragt die Oper Bonn nach Mechanismen des Vergessens](https://www.revierpassagen.de/124470/neuer-blick-auf-verschwundene-werke-mit-dem-projekt-fokus-33-fragt-die-oper-bonn-nach-mechanismen-des-vergessens/20220213_1227) - Ist das Bessere ein Feind des Guten? Das mag sein, aber was ist „das Bessere“? Sicher ist etwa Mozarts Meisterschaft unbestreitbar und ein Werk wie „Don Giovanni“ unerreicht. Aber ist, weil Mozart auf dem Feld der Komposition in seiner Zeit unschlagbar war, Antonio Salieris beißende politische Satire – etwa in dem in Würzburg vor fast - [Die tiefe Wahrheit der Komödie: Vor 400 Jahren wurde der Dramatiker Jean-Baptiste Molière geboren](https://www.revierpassagen.de/123570/die-tiefe-wahrheit-der-komoedie-vor-400-jahren-wurde-der-dramatiker-jean-baptiste-moliere-geboren/20220114_1212) - Es ist sicher nicht übertrieben, Molières „Tartuffe“ als eine der wichtigsten Komödien der Weltliteratur zu bezeichnen. Bei ihrem Erscheinen 1664 erzeugte sie einen gewaltigen Skandal. Ihr Autor wurde als Jean Baptiste Poquelin am 15. Januar vor 400 Jahren getauft*. In seiner Bedeutung als einer der großen dramatischen Autoren der Literaturgeschichte ist er William Shakespeare an - [10 Jahre Festival NOW! für neue Musik: Aufbruch in andere Klangwelten – jäh durch Corona gebremst](https://www.revierpassagen.de/110626/10-jahre-festival-now-fuer-neue-musik-aufbruch-in-andere-klangwelten/20201028_1450) - Ab Montag, 2. November 2020, fallen – wegen der aktuellen Corona-Lage –sämtliche Veranstaltungen des Festivals NOW! aus. Der folgende Vorbericht kann leider nur noch den vorherigen Stand der Planungen wiedergeben. Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem die Corona-Pandemie das Reisen so gut wie unmöglich macht, hatte sich das Festival NOW! in Essen vorgenommen, musikalisch „von - [Lachen und lernen vom Weinberg bis in den Weltraum – ein kleines Loblied auf die unverwüstliche „Sendung mit der Maus"](https://www.revierpassagen.de/80520/lachen-und-lernen-vom-weinberg-bis-in-den-weltraum-ein-kleines-loblied-auf-die-unverwuestliche-sendung-mit-der-maus/20181002_1706) - Ich gestehe es freimütig: Auch im nicht mehr ganz jugendlichen Alter weiß ich die „Sendung mit der Maus" sehr zu schätzen. In Sachen TV-Klassiker-Status kann es der orangefarbene Nager nahezu mit „Tatort" und „Tagesschau" aufnehmen. Die seit 1971 regelmäßig ausgestrahlten Lach- und Sachgeschichten sind halt kaum wegzudenken. Wie zu lesen ist, sind die Zuschauer(innen) im Schnitt 40 - [Verderben für Welschlands Gefild: Gaspare Spontinis Riesen-Oper „Agnes von Hohenstaufen“ in Erfurt wiederentdeckt](https://www.revierpassagen.de/51005/verderben-fuer-welschlands-gefild-gaspare-spontinis-riesen-oper-agnes-von-hohenstaufen-in-erfurt-wiederentdeckt/20180616_1042) - Es sollte ein großer Wurf werden, eine Art preußischer Nationaloper und die Krönung des Werks des Berliner Generalmusikdirektors Gaspare Spontini. Geblieben ist die große historisch-romantische Oper „Agnes von Hohenstaufen“ ein work in progress, umstritten und geschmäht. Ein riesiges Vorhaben, das die einen für „beispiellos misslungen“ hielten, die anderen in den höchsten Tönen als wegweisend priesen. - [Et hätt noch immer jot jejange: Die eitle „lit.COLOGNE" und ihr Festival-Ableger „lit.RUHR“ (Update)](https://www.revierpassagen.de/39883/et-haett-noch-immer-jot-jejange-die-lit-cologne-gmbh-bespielt-mit-dem-festival-ableger-lit-ruhr-das-revier-ruhrstiftungen-sponsern-koelner-mit-einer-halben-million-euro/20170128_0034) - Verwundert rieben sich manche am 27. Januar die Augen, als die WAZ auf ihrer „Kultur & Freizeit“-Seite titelte: „Die ‚lit.COLOGNE‘ kommt als ‚lit.RUHR‘ ins Revier“. Vom 4. bis zum 8. Oktober soll es 2017 losgehen, mit 75 Lesungen in Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund. Muttis Mini im Pott Wie praktisch: Jovial kürte Rainer Osnowski, lit.COLOGNE-Geschäftsführer, - [Festspiel-Passagen: "La Donna del Lago" in Pesaro zeigt, was bei Rossini zu entdecken ist](https://www.revierpassagen.de/37725/festspiel-passagen-la-donna-del-lago-in-pesaro-zeigt-was-bei-rossini-zu-entdecken-ist/20160905_0916) - Als 1980 das Rossini Festival in Pesaro, der Heimatstadt des Komponisten, gegründet wurde, gehörte der einstige Superstar unter den Musikschöpfern noch zu den großen Unbekannten: Die Literatur war überholt und geprägt von Anekdotischem, zuverlässiges Notenmaterial gab es kaum, Aufführungen beschränkten sich auf den allgegenwärtigen „Barbier von Sevilla“ und dessen – damals noch nicht lange wiederentdeckte - [Rossini-Rarität am „Opernhaus des Jahres“: Nationaltheater Mannheim zeigt „Tancredi“](https://www.revierpassagen.de/34181/rossini-raritaet-am-opernhaus-des-jahres-nationaltheater-mannheim-zeigt-tancredi/20160107_1115) - Das Nationaltheater Mannheim – gemeinsam mit Frankfurt „Opernhaus des Jahres“ 2015 – hat in dieser Saison einen Spielplan, der jedem auf Auslastung und Publikumsbedienung fixierten Theaterchef den Sorgenschweiß auf die Direktorenstirn treiben würde: Noch wehte Franz Schrekers „Der ferne Klang“ durch die mächtige Schachtel des Zuschauerraums, da kündigten sich schon Hans Werner Henzes „Die Bassariden“ - [Yusuf Islam holte Steiger Award in Dortmund nicht ab - Eine Blamage aber war die Auszeichnung sowieso](https://www.revierpassagen.de/32511/yusuf-islam-holte-steiger-award-in-dortmund-nicht-ab-eine-blamage-aber-war-die-geplante-auszeichnung-durch-sascha-hellens-medien-projekte-gmbh-bereits-zuvor/20151005_2250) - Wäre ich noch in jenem Alter, in dem Fremdschämen näher läge, weil man das Obszöne, das Peinliche an anderen geradezu körperlich fühlt, so versänke ich angesichts einer jüngst aufgeführten Ruhrgebietsposse stracks in den Erdboden, führe also ein in eine der aufgelassenen Gruben des Ruhrgebietes, die seit Jahren kein wachsames Aufsichtspersonal, keinerlei Unter- oder Obersteiger mehr - [Höllisch ist das Leben, das Paradies fällt aus: "Die göttliche Komödie" am Schauspiel Köln](https://www.revierpassagen.de/30121/hoellisch-ist-das-leben-das-paradies-faellt-aus-die-goettliche-komoedie-am-schauspiel-koeln/20150416_2048) - Hat heute wirklich noch jemand Angst vor der Hölle? Glaubt einer noch ans Fegefeuer als Übergangsstadium ins Paradies? Wo man von seinen Sünden gereinigt wird, z.B. von Wollust, Völlerei, Geiz oder Neid? In Zeiten von Fifty Shades of Grey oder öffentlichen Abspeck-Sows im TV sind alle Sünden total normal und deren Läuterung hat sich – - [Schrecklich nette Familie: "Umbettung" von Jens Albinus in Köln uraufgeführt](https://www.revierpassagen.de/34433/schrecklich-nette-familie-umbettung-von-jens-albinus-in-koeln-uraufgefuehrt/20160125_2116) - Die Familie sitzt um das hölzerne Podest wie um einen überdimensionalen Küchentisch. Darüber hängen dänische Designerlampen. Doch die geschmackvolle Idylle (Bühne und Kostüme: Rikke Juellund) trügt: In dieser Patchwork-Familie ist nichts harmonisch. Anlässlich der Umbettung der verstorbenen ältesten Tochter treffen Lili und Jorgen und ihre Töchter Katie und Liv nach langer Zeit wieder zusammen. Sofort - [Meeresrauschen und Insekten in "3D": Rätselhafte Premiere in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/29106/meeresrauschen-und-insekten-in-3d-raetselhafte-premiere-in-duesseldorf/20150206_1852) - Das erste Bild ist stark: Eingerahmt von drei Leinwänden sitzt man wie am Meeres-Strand, die Video-Wogen rollen heran, die Brandung rauscht. Doch das eindrückliche Bild erlischt und man hört und sieht einem (Ex-)Ehepaar beim Streiten zu. Sie (Tanja Schleiff) hat ihn (Michael Abendroth) vor Jahren verlassen und eine Galerie in New York aufgemacht. Er war - [Reise ins Innere: Detlev Glanerts "Solaris" nach Stanislaw Lem an der Oper Köln](https://www.revierpassagen.de/27989/reise-ins-innere-detlev-glanerts-solaris-nach-stanislaw-lem-an-der-oper-koeln/20141116_1218) - Spannende Zeiten in Köln. Während etwa in Düsseldorf an der Deutschen Oper am Rhein eine sichere Nummer nach der anderen abgearbeitet wird, zeigt der Opern-Herbst in der Domstadt, wie erfindungsreich Repertoirepolitik sein kann. Auf Johann Adolph Hasses in Schwetzingen wieder ausgegrabene Oper „Leucippo“ folgte nun die deutsche Erstaufführung von „Solaris“, mittlerweile die dritte in Köln - [Von Erfurt nach Westfalen: Bedeutsame Oper „Joseph Süss“ kommt 2015 ans Theater Münster](https://www.revierpassagen.de/24315/von-erfurt-nach-westfalen-glanerts-oper-joseph-suess-kommt-2015-ans-theater-muenster/20140413_1000) - Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer ist die eines Glücksritters des 18. Jahrhunderts: Aufstieg bei Hofe, Finanzrat des Herzogs von Württemberg, nach dessen plötzlichem Tod Schauprozess und Todesurteil. Ein Justizmord, wie man heute zweifelsfrei nachweisen kann. Doch Joseph Süß war Jude, und der Prozess gegen ihn ein Manifest des offenen Antisemitismus. Als „Jud Süß“ wurde - [Drama in Damaskus: "Kuss" am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt](https://www.revierpassagen.de/24028/kuss-am-duesseldorfer-schauspielhaus-uraufgefuehrt/20140329_1300) - Aktuelle politische Konflikte auf die Bühne zu bringen, ist immer ein Risiko: Kann man dem Schrecken des Krieges und dem Leid der Opfer im fiktionalen Raum wirklich gerecht werden? Kann man den jeweiligen Konflikt überhaupt verstehen, wenn er sich in einem völlig anderen Kulturkreis und Machtgefüge abspielt? Wie entgeht man der Gefahr des herablassenden europäischen - [Rien ne va plus: "Der Spieler" am Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/22726/rien-ne-va-plus-der-spieler-am-dusseldorfer-schauspielhaus/20140114_2159) - „Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler“ – das Zitat aus Shakespeares „Wie es euch gefällt“ beschreibt mit einem Satz das Grundkonzept von Martin Laberenz Inszenierung von Fjodor Dostojewskijs Roman „Der Spieler“, die jetzt im Düsseldorfer Schauspielhaus Premiere feierte. Leider bleibt dies so ziemlich die einzige (tiefsinnigere) Idee, die - ["Stecke Erdloch": Becketts "Glückliche Tage" am Schauspielhaus Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/24419/gluecklich-in-der-wueste-beckett-premiere-in-duesseldorf/20140419_1307) - In Düsseldorf ist die Wüste blau: Ein sattes Yves Klein-Blau, das den Erdhügel bedeckt, in dem Winnie steckt. Unter der kräftigen Farbe lugt allerdings ein metallisches Eisengestänge hervor, das wie ein überdimensionaler Reifrock wirkt, der Winnie einschnürt. Das passt zu ihrer aussichtslosen Lage, denn im Laufe von Becketts „Glückliche Tage“ wird sie immer weiter in - [Stimme der Vernunft: Goethes Iphigenie am Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/27262/stimme-der-vernunft-goethes-iphigenie-am-duesseldorfer-schauspielhaus/20141003_1148) - Kühl und klar schwebt Iphigenie (Tanja Schleiff) über dem Boden: Denn ihr Tempel besteht aus einer schlichten Plattform, an Schnüren aufgehängt. Ihre Religion heißt Vernunft und Menschlichkeit statt archaischer Opferrituale. Dieses „aufklärerische“ Gedankengut hat die Tochter des Griechenkönigs Agamemnon auf ihre Zufluchtsinsel Tauris mitgebracht. Nach und nach ist es ihr gelungen, König Thoas (Andreas Grothgar) - [Frage des Alters: Michael Gruner inszeniert „Die Gerechten" von Camus in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/27655/frage-des-alters-michael-gruner-inszeniert-die-gerechten-von-camus-in-duesseldorf/20141025_1156) - Eigentlich seltsam, dass eine Gruppe von Schauspielern im Rentenalter auf der Stadttheaterbühne so ungewöhnlich wirkt. Schließlich ist im Publikum diese Altersgruppe ebenfalls überdurchschnittlich vertreten – mal abgesehen von den Studenten, die auch viel Zeit haben, ins Theater zu gehen. Wer meistens fehlt, sind die 35-50jährigen: Karriere und Kinder vertragen sich mit Kunst am Abend organisatorisch - [Glücksoptimierungsrausch: Goethes "Wahlverwandtschaften" in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/27905/gluecksoptimierungsrausch-goethes-wahlverwandtschaften-in-duesseldorf/20141111_1935) - Wie würden Eduard und Charlotte heute leben? Ja, vielleicht hätten sie ein Haus am See, eine Terrasse, belegt mit Bankirai-Dielen und direktem Schwimmeinstieg ins Wasser. Einen offenen, unverbauten Blick zum Beobachten von Booten und Vögeln. Und sehr viel Geld, um die Luxusimmobilie nach den neusten Design-Ideen zu gestalten. Doch was, wenn die Anlage vollendet und - [Thomas Mann auf der "Kö": Unterhaltsame Saisoneröffnung in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/32059/thomas-mann-auf-der-koe-unterhaltsame-saisoneroeffnung-in-duesseldorf/20150901_1935) - Ein Teil des „Kö“-Bogens ist immer noch eine Baustelle, im Moment haben die Graffiti-Künstler den Gustav-Gründgens-Platz am Stadttheater im Griff und sprühen bunte Bodengemälde aufs Pflaster. Doch zur Saisoneröffnung unternimmt das Düsseldorfer Schauspielhaus eine Zeitreise ins Jahr 1954: Damals sah die „Königsallee“, so der Titel des gleichnamigen Stückes nach dem Roman von Hans Pleschinski, noch - [Verführung durch die Macht: Klaus Manns "Mephisto" im Düsseldorfer Schauspiel](https://www.revierpassagen.de/32162/verfuehrung-durch-die-macht-klaus-manns-mephisto-im-duesseldorfer-schauspiel/20150908_2019) - Der Schauspieler lebt in der Garderobe. Die Lämpchen am Frisierspiegel leuchten, wenn er mit wechselnden Gesichtern hineinblickt. Manchmal ist es die weiße Maske des Teufels mit eckigen Augenbrauen, die ihm entgegengrinst. Da schaudert es den Schauspieler vor der dunklen Seite in sich selbst und er führt lieber einen lustigen Stepptanz auf. Denn es ist für - ["Terror" als Stück der Stunde: Gerichtsdrama am Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/32775/terror-aufregender-gerichtsprozess-am-duesseldorfer-schauspielhaus/20151020_2144) - Ein Gerichtsprozess trägt eine Menge dramatisches Potential in sich, man muss es nur entdecken. Jemand hat ein Verbrechen begangen und sitzt auf der Anklagebank. Ein Anwalt versucht, ihn rauszuhauen, während dessen Gegenspieler, die Staatsanwaltschaft, den Delinquenten verurteilen will. Die Zeugen schildern die Tat aus ihrer Sicht und offenbaren gerne einmal abgründige Details und haarsträubende Beobachtungen. - [Diktator im Dosenmüll: Theresia Walsers böse Hitler-Komödie in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/32938/diktator-im-dosenmuell-theresia-walsers-boese-hitler-komoedie-in-duesseldorf/20151029_2114) - Wer hat sich nicht schon einmal darüber gewundert, wer alles Hitler spielt? Wie viele Filme und Bücher dem „großen Diktator“ gewidmet sind? Sicher hängt das auch mit dem Trauma zusammen, dass eine ganze Gesellschaft sich verführen ließ und wieviel Unheil und Barbarei der Naziterror über die Welt gebracht hat. Doch 70 Jahre nach Kriegsende ist - [Vier Teufel aus dem Luftschacht: Faust I am Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/34000/vier-teufel-aus-dem-luftschacht-faust-i-am-duesseldorfer-schauspielhaus/20151222_1850) - Die Teufel sind unter uns, sie wohnen in den Wänden. Und dann kommen sie als böse Geister aus den Luftschächten gekrochen und verbreiten Unheil, Gier und Schmerz. Dabei machen sie teuflisch gute Musik (Volker Zander), um uns zu verführen. Die Teufel, vier an der Zahl, heißen alle Mephisto und sind Goethes Faust I entsprungen, wie - ["Die Wupper": Roberto Ciulli inszeniert und spielt Else Lasker-Schüler in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/34655/die-wupper-roberto-ciulli-inszeniert-und-spielt-else-lasker-schueler-in-duesseldorf/20160217_1830) - Roberto Ciulli wohnt auf der Bühne. Wenn das Licht ausgeht, wird er sich irgendwo dort schlafen legen, stelle ich mir vor. Bestimmt trinkt er auch morgens hier seinen Espresso. Auf jeden Fall sitzt er schon da, wenn die Zuschauer bei der Premiere „Die Wupper“ den Zuschauerraum des Düsseldorfer Central betreten, der Ausweichspielstätte des renovierungsbedürftigen Schauspielhauses. - [Flüchtlingsdrama in Düsseldorf: „Wir sind keine Barbaren“ von Philipp Löhle](https://www.revierpassagen.de/35103/fluechtlingsdrama-in-duesseldorf-wir-sind-keine-barbaren-von-philipp-loehle/20160324_2014) - Zunächst fühlt man sich an Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“ erinnert: Zwei Ehepaare, eine Yuppie-Wohnung, ein Konflikt. Doch spätestens als der Chor beginnt, die Nationalhymne zu summen, wird klar, dass es sich hier um eine deutsche Angelegenheit handelt. „Wir sind das vollkommene Volk, wir müssen uns schützen“, skandieren die wohlgekleideten Menschen aller Altersgruppen und sehen - [Martin Kippenberger ist nicht tot: Premiere am Schauspiel Köln](https://www.revierpassagen.de/20826/martin-kippenberger-ist-nicht-tot-premiere-am-schauspiel-koln/20131015_1941) - Ein U-Bahnschacht auf einer griechischen Insel, der nicht zum Zug führt. Doch vielleicht ist der Metro-Bahnhof ja gar keine Attrappe, sondern symbolisiert die Idee eines weltumspannenden Streckennetzes? Ein Dorf braucht eine U-Bahn eigentlich auch viel nötiger als die Großstadt, wo ohnehin immer etwas los ist. Ist Köln ein Dorf? Weil alle sich kennen und dauernd - [Beschädigte Welten: Uraufführung am Schauspiel Köln](https://www.revierpassagen.de/23363/beschadigte-welten-urauffuhrung-am-schauspiel-koln/20140206_2135) - Die Zutaten sind gut, das Rezept ist originell, trotzdem schmeckt das Chili ein wenig langweilig. Woran liegt das bloß? An den Schauspielern jedenfalls nicht: Sie schlüpfen in der Uraufführung „Die Welt mein Herz“ von Mario Salazar am Schauspiel Köln in zahlreiche unterschiedliche Rollen und beweisen ihre extreme Wandlungsfähigkeit. Dabei verfährt Regisseur Rafael Sanchez nach dem - [Unsere kleine Stadt im Bann der Macht: "Dogville" am Schauspiel Köln](https://www.revierpassagen.de/26641/unsere-kleine-stadt-dogville-am-schauspiel-koeln/20140909_1906) - Ich bin ein später Fan des Regisseurs Lars von Trier: In seine abgründigen Film-Welten bin ich erst bei „Antichrist“ eingetaucht, dann kam „Melancholia“ - großartig! Bei „Nymphomaniac I“ schlug die Besessenheit allerdings schon wieder in Ödnis um, so dass ich mir den zweiten Teil sparte. Dafür hole ich die älteren Filme jetzt im Theater nach: - [Tiefe Gefühle, brisante Konflikte: Puccinis „La Fanciulla del West“ an der Oper Frankfurt](https://www.revierpassagen.de/17715/tiefe-gefuhle-brisante-konflikte-puccinis-la-fanciulla-del-west-an-der-oper-frankfurt/20130518_1922) - Christof Loy bezieht mit seiner Inszenierung von Giacomo Puccinis „La Fanciulla del West“ an der Oper Frankfurt klar Position: „Ich finde es … falsch, das Stück zu aktualisieren“, zitiert ihn das Programmheft. Falsch, weil die Naivität der Menschen auf der Bühne verloren gehen würde. Verzicht auf Aktualisierung freilich heißt für ihn nicht Verzicht auf Stilisierung: - [Zornige Suada – längst nicht nur gegen die Finanzbehörden: Elfriede Jelineks „Angabe der Person"](https://www.revierpassagen.de/128104/zornige-suada-laengst-nicht-nur-gegen-die-finanzbehoerden-elfriede-jelineks-angabe-der-person/20221216_2007) - Seit Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis erhielt, hat sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Es schien, als sei sie in ihrem Werk verschwunden und sie lebe nur noch in ihren Texten. Umso überraschender, dass es Claudia Müller gelang, die scheue Autorin mit der Kamera zu begleiten und das filmische Porträt „Die Sprache von der Leine lassen“ - [„Nicht dich habe ich verloren, sondern die Welt" – Ingeborg Bachmann und Max Frisch, der Briefwechsel](https://www.revierpassagen.de/128108/nicht-dich-habe-ich-verloren-sondern-die-welt-ingeborg-bachmann-und-max-frisch-der-briefwechsel/20221213_1226) - Bis zum Sommer 1958 sind sich Ingeborg Bachmann und Max Frisch nie begegnet. Plötzlich schreibt Frisch der jungen Autorin, die mit ihren Gedichten für Furore gesorgt und in die von Männern dominierte Nachkriegsliteratur die starke Stimme einer auf Emanzipation bestehenden modernen Frau eingefügt hat, einen Brief. Er ist von einem ihrer neuen Hörspiele so begeistert, - [Satire in antikem Faltenwurf: Offenbachs „Schöne Helena“ mischt in Hagen Schmackhaftes und schlecht Verdauliches](https://www.revierpassagen.de/128126/satire-in-antikem-faltenwurf-offenbachs-schoene-helena-mischt-in-hagen-schmackhaftes-und-schlecht-verdauliches/20221211_1532) - In Hagen ist es wieder bühnenfrisch zu besichtigen, das Dilemma der Offenbach-Rezeption. Gegeben wird „La belle Hélène“, von Simon Werle auf Deutsch übersetzt und von dem aus Wien stammenden Regisseur Johannes Pölzgutter mit ein paar neuen Texten bereichert. „Die schöne Helena“ also entführt in ein kräftig parodistisches antikes Griechenland, in dem die Helden der Atridensage - [Amüsement in schweren Zeiten – Emmerich Kálmáns Operette „Gräfin Mariza" wird in Dortmund zum strahlenden Bühnenfest](https://www.revierpassagen.de/128053/amuesement-in-schweren-zeiten-emmerich-kalmans-operette-graefin-mariza-wird-in-dortmund-zum-strahlenden-buehnenfest/20221207_2245) - So richtig ordentlich ist das nicht. Stühle liegen auf dem Boden, Gerümpel stapelt sich in den Ecken, und der Mann, der auf dem Boden sitzt, scheint auch schon getrunken zu haben. Die alte Ordnung ist dahin und hat Verlierer hinterlassen. Einer von ihnen ist Graf Tassilo von Endrödy-Wittemburg, der sein Vermögen eingebüßt hat, nun als - [Singselig und sturzvital – die „Kinks" in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/101153/singselig-und-sturzvital-die-kinks-in-dortmund/19931213_1255) - Von Bernd Berke Dortmund. Da kommt er, solo mit Gitarre: Ray Davies (49). Er stimmt gleich den Song „A Well Respected Man" an. Ist ja auch wahr: Seit 30 Jahren ist er mit seinen „Kinks" auf der Szene. Das ist mehr als respektabel. Davies beginnt in der nicht ganz ausverkauften Westfalenhalle II mit einem Medley - [Den Gaga-Style tanzen: Ballett-Premiere "Deca Dance" im Aalto](https://www.revierpassagen.de/17471/wir-tanzen-den-gaga-style-ballett-premiere-im-aalto/20130501_1952) - Im Aalto tanzt man den „Gaga-Style“: Der von dem israelischen Choreographen Ohad Naharin entwickelte Tanzstil eröffnet den Tänzern des Aalto Balletts ganz neuartige körperliche Erfahrungswelten und kommt gleichzeitig mit einer Leichtigkeit und Energie daher, die sogar Nachahmer im Publikum findet. Der übliche Reflex im Zuschauerraum besteht ja meist aus einem verschämten Wegducken, wenn Tänzer Zuschauer - [Der Fremde, im Museumsraum gefangen: Ibsens "Peer Gynt" in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/16502/der-fremde-peer-gynt-im-schauspielhaus-dusseldorf/20130316_1504) - Was macht der Zugereiste, der Fremde an schmuddeligen Wintertagen in Düsseldorf? Wenn man nicht über die Rheinpromenade flanieren mag und Shopping auf der Kö zu teuer ist? Genau: Er geht in eines der hochkarätigen Museen der Kunststadt, spaziert in wohltuender Stille zwischen großformatigen Fotos umher, die sich realistisch geben, aber auf eine andere Wahrheit verweisen - [Wagner-Jahr 2013: „Die Feen“ in Leipzig, Kühnheit eines Zwanzigjährigen](https://www.revierpassagen.de/16202/wagner-jahr-2013-die-feen-in-leipzig-kuhnheit-eines-zwanzigjahrigen/20130303_1004) - Ob Wagner oder Verdi: In beider Jubilare Fall verlassen sich die Theater im Repertoire auf das Übliche. Die Opern der Anfangszeit kommen selten zum Zuge. Und leider setzt sich diese Linie auch im Jubiläumsjahr 2013 fort. Während sich selbst mittelgroße Häuser wie Cottbus, Darmstadt, Dessau oder Halle auf den „Ring“ stürzen, bleiben Wagners aus dem - [Wagner-Jahr 2013: "Parsifal" im Dortmunder Konzerthaus - zurück zur Mystifizierung?](https://www.revierpassagen.de/15292/wagner-jahr-2013-parsifal-historisch-informiert-in-dortmund/20130121_1450) - Wagner und die Religion: In keinem anderen Werk kristallisiert sich dieses Verhältnis so heraus wie im „Parsifal“, der die „Weihe“ schon in seiner Bezeichnung trägt. Spätestens seit der tempophilen Aufnahme mit Pierre Boulez gehört es zum gängigen ideologischen Repertoire moderner Deutungen, vom „Bühnenweihfestspiel“ den Weihrauch wegzublasen. Schluss mit der Mystifizierung, weg mit den erhabenen Tempi - [Bauer sucht Frau: Shakespeares "Wie es euch gefällt" im Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/15085/bauer-sucht-frau-wie-es-euch-gefallt-im-dusseldorfer-schauspielhaus/20130115_1300) - Im Düsseldorfer Schauspielhaus riecht es nach Kuhstall. Die Bühne ist weit in der Zuschauerraum hineingebaut, der Boden mit Stroh und Mist bedeckt. Wenn die Schauspieler auftreten, zieht eine nach Landleben duftende Staubwolke über die Köpfe des Publikums. Die 29jährige Hausregisseurin Nora Schlocker kehrt in ihrer Inszenierung von „Wie es euch gefällt“ die archaische Seite von - ["Der Parasit": Komödie zum Saisonauftakt am Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/19970/der-parasit-komodie-zum-saisonauftakt-am-dusseldorfer-schauspielhaus/20130915_1254) - Die Büromöbel stehen noch halbausgepackt auf Plastikfolie, das Vorzimmer des Ministers sieht in prekärer Pressspanoptik aus wie die neuen Räumlichkeiten eines IT-Startups: Ach, und da wird auch schon der erste gefeuert. Buchstäblich auf die Straße geworfen wird der arme Teufel mit der Nerd-Brille, weil sein Kindheitsfreund Selicour (Florian Jahr) ihn ganz übel ausgebootet hat. Doch - [Von Mäusen und Mördern: Ernst Tollers "Hinkemann" am Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/27059/von-maeusen-und-moerdern-hinkemann-am-duesseldorfer-schauspielhaus/20140923_1857) - Selten thematisiert ein Theaterabend mit solcher Wucht die soziale Frage: Zugleich hochemotional und explizit politisch zeigt Ernst Toller in „Hinkemann“, wie die kleinen Leute im Krieg verheizt und beschädigt werden und was diese Versehrungen ihren Seelen antun. Die Koproduktion von Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Young Directors Project der Salzburger Festspiele kam jetzt am Rhein heraus - [Zwittergestalt: "Ariadne auf Naxos" im Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/14304/zwitter-gestalt-ariadne-auf-naxos-im-aalto-theater/20121204_1746) - Glühend bekundet der Regisseur Michael Sturminger im Programmheft seine Liebe zur Oper „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss. Viel von dieser Zuneigung ist im Essener Aalto-Theater zu spüren. Dort nahm sich Sturminger nach einer Produktion für das Petersburger Mariinski-Theater erneut des Zwitter-Werks an, das zwischen Tragödie und Harlekinade irrlichtert und mit ironischem Biss von seiner - [Wacht auf, Verdammte dieser Erde: "Der fliegende Holländer" wieder am Aalto](https://www.revierpassagen.de/23300/wacht-auf-verdammte-dieser-erde-der-fliegende-hollander-am-aalto-wiederaufgenommen/20140203_2157) - „Ein Gespenst geht um in Europa, es ist das Gespenst des Kommunismus“, so beginnt das berühmte Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. Diesen Satz hat Regisseur Barrie Kosky in seiner Inszenierung des „Fliegenden Holländers“ von 2006, die jetzt in der Aalto-Oper in Essen wiederaufgenommen wurde, ganz wörtlich genommen. Er deutet den Holländer als Wiedergänger - [Nixen im Badezuber – Dvoráks Oper „Rusalka" findet in Essen den Weg in die Psychiatrie](https://www.revierpassagen.de/30865/nixen-im-badezuber-dvoraks-oper-rusalka-findet-in-essen-den-weg-in-die-psychatrie/20150603_1806) - Da bringt die junge Braut ihren Zukünftigen um. Weil sie den schlimmen Finger im erotischen Techtelmechtel mit einer anderen erwischt hat. Für ihn war das eine Art Flucht: weg von einem Wesen, das ebenso faszinierend wie rätselhaft ist, spröde und stumm wie ein Fisch, hin zu einer richtigen Frau. Derartiges kommt in den besten Familien - [Festival „Now!“: Neues von Hauschka auf Zollverein](https://www.revierpassagen.de/13698/festival-now-neues-von-hauschka-auf-zollverein/20121114_1855) - Was ist das für ein Stil? Der „Spiegel“ hat sich Gedanken gemacht, als das Album „Silfra“ erschien, auf dem Hauschka gemeinsam mit der amerikanischen Geigerin Hilary Hahn improvisierte. Neo-Klassik? Post-Klassik? Oder spielt der Düsseldorfer Pianist, der durch sein „präpariertes Klavier“ bekannt wurde, so etwas wie Indie-Rock oder Post-Rock? Für Volker Bertelmann – so heißt Hauschka - [Vom Hauen und Stechen im Theater: Kampftrainer Klaus Figge im Porträt](https://www.revierpassagen.de/13650/vom-hauen-und-stechen-kampftrainer-klaus-figge-im-portrat/20121112_1315) - Der Essener Klaus Figge war Geschichtslehrer, jetzt schreibt er selbst Geschichte – am Theater. Als Choreograph für Kampf- und Fechtszenen ist er im deutschsprachigen Theaterraum die erste Wahl. Auch noch mit 70 Jahren. Peter Zadek und Peter Stein. Dieter Dorn und David Bösch. Karin Beier und Karin Henkel. Jürgen Kruse und Jürgen Hartmann. Regisseure, die, - [Herkules oder Sisyphos - Hein Mulders stellt sein erstes Philharmonieprogramm vor](https://www.revierpassagen.de/17030/herkules-oder-sisyphos-hein-mulders-stellt-sein-erstes-philharmonieprogramm-vor/20130412_1512) - Der Held ist noch etwas müde. Langsam nur schwingt er sich auf, um mehr und mehr im Glanz zu erstrahlen. Es ist ein satt orchestrales Leuchten, das uns über Lautsprecher geboten wird, Richard Strauss’ sinfonische Dichtung „Ein Heldenleben“, als Introduktion zur Präsentation des neuen Philharmonie-Programms in Essen. Und wer mag, darf sich die Frage stellen, - [Revolution und Esprit: Mitsuko Uchida spielt und erklärt Beethovens Diabelli-Variationen](https://www.revierpassagen.de/23030/revolution-und-esprit-mitsuko-uchida-spielt-und-erklart-beethovens-diabelli-variationen/20140125_1655) - „Ach, ich könnte Ihnen stundenlang etwas erzählen“! Ja, die japanische Pianistin Mitsuko Uchida, die in Wien aufwuchs, dort ihre Karriere begann und inzwischen längst eine Meistersolistin ist, hat den Kopf voller Worte. Die ihr nur so heraussprudeln, ganz unbändig, sodass sie immer wieder die Ordnung der Gedanken nahezu erzwingen muss. Ihre so lustvoll bewältigte Last - [Rauschhaftes aus Rom: Das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano in Essen](https://www.revierpassagen.de/43411/rauschhaftes-aus-rom-das-orchestra-dellaccademia-nazionale-di-santa-cecilia-unter-antonio-pappano-in-essen/20170517_1017) - Boshaft gesprochen, gleichen die Tondichtungen des Italieners Ottorino Respighi einem musikalischen „Malen nach Zahlen“. Wenn dieser Komponist die Brunnen oder die Pinien von Rom in Musik setzt, geht der bildhafte Realismus bis in die genaue Beschreibung von Einzelheiten. Jeder Wassertropfen, jeder Sonnenstrahl, jedes Blätterrauschen und Vogelgezwitscher ist mit solcher Kunst instrumentiert, dass der Hörer der - [Von der Kunst der Übergänge: Festival NOW! in Essen mit 15 Uraufführungen und einem faszinierenden Analog-Synthesizer](https://www.revierpassagen.de/102300/von-der-kunst-der-uebergaenge-festival-now-in-essen-mit-15-urauffuehrungen-und-einem-faszinierenden-analog-synthesizer/20191022_2034) - „Dieses Werk ist der Schlüssel zu meiner ganzen Entwicklung … Es erklärt, wie alles später so kommen musste“, schreibt Arnold Schönberg über seine „Gurre-Lieder“, die am 24. und 25. Oktober in der Philharmonie Essen erklingen. Entstanden zwischen 1900 und 1911, ist in dem riesigen Werk der Übergang vom spätromantischen zur modernen Stil in Schönbergs Komponieren - [Vorwärts Komponisten, wir blicken zurück: Neue Musik für Schlagzeug](https://www.revierpassagen.de/13267/vorwarts-komponisten-wir-blicken-zuruck-neue-musik-fur-schlagzeug/20121031_0016) - Als 1913 Igor Strawinskys Ballettmusik „Le Sacre du Printemps“ in Paris uraufgeführt wurde, kam es zu einem der berühmtesten Skandale der Musikgeschichte. Glaubt man Zeitzeugen, war die Randale im Publikum kaum geringer als das archaische Wüten, das sich im Orchester abspielte. Wer hier sinnliches Melos erwartete, bekam brutale Rhythmik serviert. „Bilder aus dem heidnischen Russland“ - [Morgenröte der Moderne: Wiener Philharmoniker spielen Bruckners 8. in Essen](https://www.revierpassagen.de/16489/morgenrote-der-moderne-wiener-philharmoniker-spielen-bruckners-8-in-essen/20130316_0952) - „Es ist nicht unmöglich, dass diesem traumverwirrten Katzenjammerstil die Zukunft gehört“, konstatierte Wiens Kritikerpapst Eduard Hanslick einst verdrossen über die 8. Sinfonie von Anton Bruckner. Er beklagte die vielen Wagner-Reminiszenzen des Werks, seinen scheinbar ordnungslosen Aufbau und seine „grausame Länge“ von rund 80 Minuten. Die Zukunftsmusik hatte Hanslick indes richtig erkannt: Bruckners harmonische Abenteuer trieben - [Malocherhölle Ruhrgebiet: "Rote Erde" im Grillo-Theater](https://www.revierpassagen.de/13024/neue-helden-rote-erde-im-grillo/20121019_1722) - Freizeitpark Ruhrgebiet 2012: 20 Jungmänner lümmeln auf Liegestühlen und beklagen ihr Schicksal. Nach Hauptschulabschluss keinen Job gekriegt, nach zehn unbezahlten Praktika immer noch arbeitslos. 20 Euro mehr im Monat für Arbeit als wie für Hartz IV – wie doof ist das denn? Malocherhölle Ruhrgebiet, rund hundert Jahre zuvor: Schweiß, 15-Stunden-Schichten, Dreck, Vorgesetzen-Brutalität und Staublunge. Unter - [Demokratie und Peitsche: "Manderlay" nach Lars von Trier am Schauspiel Essen](https://www.revierpassagen.de/24650/demokratie-und-peitsche-manderlay-am-schauspiel-essen/20140507_2108) - Wenn ein Mensch ausgepeitscht wird, ist das ein barbarischer Akt. Dabei zuzusehen und vor allem zuzuhören, wie das Folterwerkzeug auf die nackte Haut klatscht, das Opfer schreit und sich rote Striemen auf dem Rücken bilden, löst Scham aus. Darüber, dass man nicht eingreift und so die Züchtigung stillschweigend billigt. Darüber, dass man sich den Schmerz - [Festival "Now!" in Essen: Weg mit den Dogmen der "Neuen Musik"!](https://www.revierpassagen.de/12874/festival-now-in-essen-weg-mit-den-dogmen-der-neuen-musik/20121016_0119) - „Faschistoide Züge“ bescheinigt Günter Steinke dem „Serialismus“ der Nachkriegszeit. Dem Professor für Komposition an der Essener Folkwang Universität der Künste ist zuzustimmen: Was sich in den Fünfziger Jahren im Umkreis von Darmstadt und Donaueschingen entwickelt hatte, wirkte fast drei Jahrzehnte wie ein Dogma. Wer dem Fortschrittsbegriff und der strukturellen Denkweise dieser musikalischen Auffassung nicht folgte, - [Wagner, Maazel, Tristan: In Essen feiert man den „Meister“ etwas anders](https://www.revierpassagen.de/12314/wagner-maazel-tristan-in-essen-feiert-man-den-meister-etwas-anders/20120919_0239) - Richard Wagner wird 2013 erwartungsgemäß groß gefeiert. Ringe beginnen und Ringe enden, allenthalben eifern Regisseure zu zeigen, was noch nie erschaut, versuchen Dirigenten aus den Partituren zu lesen, was noch nie erlauscht. Staatsopern beschäftigen sich mit den Haupt- und Staatsaktionen der Wagner-Bühne. Den Rest überlässt man den Kleinen und schürt damit das von den Wagner-Vergötterern - [Bürgerliches Trauerspiel und symbolistisches Drama: Debussys „Pélleas et Mélisande“ in Essen und Frankfurt](https://www.revierpassagen.de/14127/burgerliches-trauerspiel-und-symbolistisches-drama-pelleas-et-melisande-in-essen-und-frankfurt/20121126_2312) - Mit „Pelléas et Mélisande“ bewegen wir uns im Spannungsfeld zwischen einem bürgerlichen Familiendrama, das an Ibsen erinnert, und einem symbolistischen Mysterium, das sich in bildmächtige poetische Seelenlandschaften vertieft. Die beiden profilierten Neuinszenierungen der vergangenen Wochen in Essen und in Frankfurt nähern sich Claude Debussys rätselvoller musikalischer Fassung des Dramas von Maurice Maeterlinck mit unterschiedlicher Perspektive. - [Wir sind alle Kafka: Saisonauftakt im Düsseldorfer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/12292/wir-sind-alle-kafka-saisonauftakt-im-dusseldorfer-schauspielhaus/20120917_1100) - 70 „Kafka“-Figuren im charakteristischen schwarzen Anzug, Hut und Mantel strömen aus den ersten Sitzreihen des Zuschauerraums auf die Bühne und nehmen an der Rampe Aufstellung. Unter ihnen Josef K. „Ich bin Josef K., Prokurist“, sagt er – diesen Satz wird man in den nächsten drei Stunden noch öfter von ihm hören. Denn viel mehr weiß - [Gebremste Leidenschaft: Verdis „Macht des Schicksals“ im Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/12245/gebremste-leidenschaft-verdis-macht-des-schicksals-im-aalto-theater-essen/20120913_0200) - Dietrich Hilsdorfs Inszenierung hat nichts von ihrer Stringenz, Johannes Leiackers Bühne nichts von ihrem lichtvollen Realitätsentzug eingebüßt. Verdis „La Forza del Destino“ ist es wert, immer wieder ins Repertoire des Aalto-Theaters zurückzukehren. Auch wenn man gegen die rüden Kürzungen der Mailänder Fassung der Oper (1869) einwenden muss, dass Verdi in dieser Zeit kompositorisch sehr genau - [Zur Liebe nicht mehr fähig: Mozarts „Entführung aus dem Serail“ in Essen](https://www.revierpassagen.de/9548/zur-liebe-nicht-mehr-fahig-mozarts-entfuhrung-aus-dem-serail-in-essen/20120612_0152) - Nur einer kämpft wirklich, tobt herum, heult hemmungslos, zeigt Emotionen pur: Osmin. Und er ist der Einzige, der möglicherweise die Liebe findet: Blondchen wendet sich ihm zu, dem cholerischen, aber authentischen Mann. Die anderen singen derweil von Freud‘ und Wonne in blassen, weißlichen, leeren Räumen. „Es lebe die Liebe“, heißt es im Quartett am Ende - ["Die Fledermaus" in Essen: Pläsier ohne Sprengsatz](https://www.revierpassagen.de/6270/plasier-ohne-sprengsatz/20111211_2033) - Welch rauschende Party! Für das Vergnügen seiner Gäste hat Prinz Orlofsky keine Mühen und Kosten gescheut. Da gibt es ein Live-Orchester, einen künstlichen Sternenhimmel, ein Riesen-Roulette, edlen Stuck, blitzende Spiegel, funkelnde Diskokugeln. Sogar ein Feuerwerk lässt der generöse Gastgeber zünden. Zu sehen ist dies alles auf der Bühne des Essener Aalto-Theaters, wo Gil Mehmert es - [Kleistiana (2): Über Haydns Tod](https://www.revierpassagen.de/1069/kleistiana-2/20110531_1141) - Kleistgedenkjahr 2011 + Joseph Haydns Gedenktag heute Etwa 2 Monate vor dem von Hardenberg über Raumer bewirkten, abrupten Ende der ersten Berliner Abendzeitung mit ihrer 153. Ausgabe, jener Zeitung Heinrich von Kleists, die seit dem 1. Oktober 1810 erschienen war, erschien unter den Miszellen ein Beitrag zu Joseph Haydns Tod am 31. Mai 1809. Man - [Essener Philharmonie: Hoffnung auf Glücksgefühle](https://www.revierpassagen.de/242/essener-philharmonie-hoffnung-auf-glucksgefuhle/20110416_2221) - Als im Juni 2004 der alte Essener Saalbau, entkernt und als Philharmonie zu neuem Glanz gekommen, seine Pforten wieder öffnete, versprach Gründungsintendant Michael Kaufmann “reihenweise Glücksgefühle”. Da sollte der Zauber des Anfangs möglichst lange halten, doch der forsche, selbstbewusste, für die Musik brennende Kaufmann musste schon 2008 seinen Hut nehmen. Wegen Überziehung des Etats, wie - [Künstlerisches Muskelspiel zum Abschied](https://www.revierpassagen.de/8431/kunstlerisches-muskelspiel-zum-abschied/20120403_1620) - „Nirgends ... wird Welt sein, als innen“: Das Zitat aus Rainer Maria Rilkes siebenter Duineser Elegie könnte gemünzt sein auf den Dirigenten und Pianisten Christoph Eschenbach, der sich zur kommenden Spielzeit als Residenz-Künstler der Essener Philharmonie präsentiert. Doch wir wagen es nun, diese Sentenz dem analytisch präzise, in steter Zurückhaltung arbeitenden Intendanten Johannes Bultmann zuzueignen. - [Monument, Witz, Spiel und Schönheit: Neue Musik für Orchester beim Festival "NOW!"](https://www.revierpassagen.de/13539/monument-witz-spiel-und-schonheit-neue-musik-fur-orchester-beim-essener-now-festival/20121106_2226) - Jörg Widmann schreibt ein „Lied“ für Orchester und begibt sich dabei auf die Spuren österreichisch-schubertscher Melodienseligkeit sowie der musikalischen Brüche eines Gustav Mahler. Der Finne Magnus Lindberg, einst Propagandist des markigen „Sibelius ist tot!“, arbeitet mit kleinen tonalen Zentren, mit Inseln des Minimalismus und poppiger Rhythmik. Der Franzose Gérard Pesson wiederum liebt es gleich zitatengewaltig: - [Im Dunstkreis russischer Propaganda: Teodor Currentzis dirigiert Verdis „Messa da Requiem“ im Konzerthaus Dortmund](https://www.revierpassagen.de/127971/im-dunstkreis-russischer-propaganda-teodor-currentzis-dirigiert-verdis-messa-da-requiem-im-konzerthaus-dortmund/20221128_1518) - Darüber lässt sich keine übliche Konzertkritik schreiben: In Dortmund tritt ein Dirigent auf, der sich bisher erfolgreich um eine eindeutige Distanzierung von Wladimir Putins Angriffskrieg auf die Ukraine gedrückt hat, sich mit seinem Ensemble aber nach wie vor von Sponsoren mit Putin-Nähe fördern lässt. Teodor Currentzis bringt ins Konzerthaus statt der angekündigten konzertanten „Tristan und - [Funkelnder Geist, fröhlich voraus – zum Tod von Hans Magnus Enzensberger](https://www.revierpassagen.de/127936/funkelnder-geist-froehlich-voraus-zum-tod-von-hans-magnus-enzensberger/20221125_1457) - Eine erfreulich lange Lebenszeit war ihm vergönnt. Nun aber trauert die literarische Welt: Hans Magnus Enzensberger, der wohl brillanteste Intellektuelle seit den frühen Jahren der Bundesrepublik, ist mit 93 Jahren in München gestorben. Unter den Lebenden fällt einem allenfalls noch jemand wie der ebenso vielseitige Alexander Kluge ein, wenn es um derart funkelnden Verstand geht, - [Alles so schön aufgeräumt – die Welt im Kinderduden von 1970](https://www.revierpassagen.de/127893/alles-so-schoen-aufgeraeumt-die-welt-im-kinderduden-von-1970/20221124_1946) - 1970? Ganz schön lange her. Über ein halbes Jahrhundert. Andererseits haben die Älteren unter uns jenes Jahr schon bei recht wachen Sinnen erlebt. Insofern gehört es zum überschaubaren biographischen Bestand, frei nach Peter Rühmkorf waren es „Die Jahre, die ihr kennt". Warum die Vorrede? Nun, mir ist ein just 1970 erschienener „Kinderduden" in die Hände - [Bonner Ausstellung sucht nach „Peinlichkeiten" in der Kunst](https://www.revierpassagen.de/127858/bonner-ausstellung-sucht-nach-peinlichkeiten-in-der-kunst/20221122_1119) - Auch das „Advanced Learner’s“, das im Bücherregal seit ewigen Zeiten ein weitgehend unbehelligtes Dasein fristet, kannte es nicht, das Wort „camp“ in seiner besonderen Bedeutung für das Kunstgeschehen. Also Wikipedia, wo zu lesen ist, daß „camp“ „eine stilistisch überpointierte Art der Wahrnehmung kultureller Produkte aller Art (Film, Musik, Literatur, Bildende Kunst, Mode, Schminke etc.) (meint), - [Familienfreuden XXIX: Ohren bohren](https://www.revierpassagen.de/127800/familienfreuden-xxix-ohren-bohren/20221118_1924) - „Ohrlochen stechen GRATIS!“, stand in verschnörkelten Lettern auf roséfarbenem Grund am Eingang des Modeschmuck-Ladens, an dem ich vorbeieilte. Ohrlöcher stechen? Gratis? Das klingt ja vertrauenerweckend, dachte ich bei mir und musste grinsen. Es gab eine Zeit, da hätte Fi ihre Füße in den Boden gerammt und versucht, mich in den Laden zu zerren. Fi gehört - [Pläne im Museum Folkwang: Digitale Abenteuer, Ideen für Krisenzeiten](https://www.revierpassagen.de/127805/plaene-im-museum-folkwang-digitale-abenteuer-ideen-fuer-krisenzeiten/20221117_1948) - Das Jubiläumsjahr neigt sich dem Ende zu: Essens Museum Folkwang besteht seit 100 Jahren und hat den Anlass vielfältig begangen, u. a. mit der opulenten Kunstschau „Renoir, Monet, Gauguin", aber auch mit etlichen Festivitäten und Aktionen im Stadtgebiet, worauf Folkwang-Direktor Peter Gorschlüter besonderen Wert legt – ebenso wie auf Nachhaltigkeit, die sich neuerdings in Photovoltaik - [Die Comedians sind los oder: Was doch noch für Netflix sprechen könnte](https://www.revierpassagen.de/126216/die-comedians-sind-los-was-doch-noch-fuer-netflix-spricht/20220605_2149) - Was den Medienkonsum angeht, habe ich ein neues Hobby, nein, man muss schon sagen: eine neue Liebhaberei. Und ich habe sie da gefunden, wo ich sie eigentlich nicht vermutet hätte. Netflix setzt nämlich auch bei uns zunehmend auf englischsprachige Stand-up-Comedians, deren Auftritte im Original mit deutschen Untertiteln gestreamt werden. Ja, gewiss doch: Wenn manche dieser - [„Arbeits- und Klassenverhältnisse im Comic" – ein virtuelles Treffen zum Stand der Forschung](https://www.revierpassagen.de/127776/arbeits-und-klassenverhaeltnisse-im-comic-ein-virtuelles-treffen-zum-stand-der-forschung/20221116_1724) - Hotelbuchungen und Saal-Anmietungen waren nicht nötig. Sozusagen heimlich, still und ziemlich leise vollzieht sich gerade die (virtuelle) Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung, die im Revier organisiert wird, genauer: von Iuditha Balint, Direktorin des Dortmunder Fritz-Hüser-Instituts (FHI) für Literatur und Kultur der Arbeitswelt sowie Markus Engels von der Uni Duisburg-Essen (UDE). Das Thema des Online-Treffens klingt - [„Geh nicht durchs Gewischte!" – Torsten Sträters „Heimspiel" in der großen Westfalenhalle](https://www.revierpassagen.de/127726/geh-nicht-durchs-gewischte-torsten-straeters-heimspiel-in-der-grossen-westfalenhalle/20221111_1258) - Torsten Sträter war spürbar und eingestandenermaßen richtig gerührt, als er jetzt vor Tausenden in der Dortmunder Westfalenhalle 1 (also in der „Großen") aufgetreten ist. Beim „Heimspiel" ließ er sich nicht lumpen und stand solo beachtliche zweieinhalb Stunden auf der Bühne, Pause nicht mitgerechnet. Allein das war schon eine reife Leistung. Die veranstaltungslose Zeit der Pandemie, - [Empathiemangel in Zeiten der Cholera – Maxim Gorkis „Kinder der Sonne" in Bochum](https://www.revierpassagen.de/127752/empathiemangel-in-zeiten-der-cholera-maxim-gorkis-kinder-der-sonne-in-bochum/20221113_2058) - Sie kommen einem alle so bekannt vor, der Weltverbesserer, der liebestolle Tierarzt, der prügelnde Trinker, die enttäuschte Gattin, das aufsässige Dienstmädchen und all die anderen. Mag sich die bürgerliche Gesellschaft im alten Rußland auch im Niedergang befinden, ihre Vertreter wußten auf der Bühne, in ungezählten Inszenierungen vergangener Jahrzehnte, zuverlässig zu begeistern. Jedenfalls in den Stücken - [Begegnung musikalischer Kulturen: Das Essener Festival „NOW!“ öffnet neue Horizonte](https://www.revierpassagen.de/127706/begegnung-musikalischer-kulturen-das-essener-festival-now-oeffnet-neue-horizonte/20221110_1050) - 15 Ur- und deutsche Erstaufführungen, ein weiter Blick auf außereuropäische Musik von Indien über Afrika bis Indonesien, ein Schwerpunkt auf Korea und spannende Experimente, die europäische klassische Instrumente mit solchen aus anderen Kulturen kombinieren: Die 12. Ausgabe des Essener Festivals „NOW!“ kann eine respektheischende Bilanz vorlegen. Die „Neuen Horizonte“, die das Motto versprach, wurden tatsächlich - [Wie ein Fluss ohne Ufer: Ulrike Anna Bleiers Roman „Spukhafte Fernwirkung“](https://www.revierpassagen.de/127679/wie-ein-fluss-ohne-ufer-ulrike-anna-bleiers-roman-spukhafte-fernwirkung/20221106_1216) - Ulrike Anna Bleiers Roman Spukhafte Fernwirkung entfaltet ein Panorama der gegenwärtigen Gesellschaft. Es können zweihundert Personen sein, von denen wir etwas erfahren, vielleicht sind es mehr, vielleicht weniger. Ungeheuerliches wird erzählt, ein Amoklauf in einem Einkaufszentrum, eine fragwürdige, aber medienwirksame Geiselnahme in einer Zeitungsredaktion, es werden Pistolen und MPs herumgetragen und benutzt, eine Frau begegnet - [Der Heimkehrer ist nicht willkommen – „Einfach das Ende der Welt" nach Jean-Luc Lagarce im Bochumer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/127653/bochum-einfach-das-ende-der-welt/20221031_1700) - Es war dann doch gut, nicht in der Pause gegangen zu sein. Wenn der Rest des Abends in der Pause absehbar gewesen wäre – und bei einer angekündigten „Familientrilogie“ konnte man ja fast davon ausgehen – hätte man sich den Rest möglicherweise schenken können. Aber diese Inszenierung, und das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal, schafft es - [Cra Cra, Bum Bum, Din Din! Gioachino Rossinis „Italiana in Algeri“, historisch informiert aufgeführt in Berlin](https://www.revierpassagen.de/127628/cra-cra-bum-bum-din-din-gioachino-rossinis-italiana-in-algeri-historisch-informiert-aufgefuehrt-in-berlin/20221022_1847) - Historisch informiert – das kannte man bis vor wenigen Jahrzehnten nur im Bezug auf alte Musik. Pioniere wie Gustav Leonhardt und Nikolaus Harnoncourt erweiterten das Wissen um historische Spielweisen und Aufführungspraktiken enorm. Inzwischen ist auch die Zeit der Romantik bis hin zu Johannes Brahms und Richard Wagner ins Blickfeld gerückt. Nur bei einem der bedeutendsten - [„Nun zähl auf, was es gibt": Durs Grünbeins Gedichtband „Äquidistanz"](https://www.revierpassagen.de/127580/nun-zaehl-auf-was-es-gibt-durs-gruenbeins-gedichtband-aequidistanz/20221017_1823) - Speziell durch Berlin lässt es sich nicht einfach so arglos gehen oder gar unbeschwert flanieren. Viel zu groß ist die Geschichtslast, die hier eigentlich alle Wege beschwerlich macht. Mit diesem (hernach vielfach variierten und verdichteten) Befund beginnt Durs Grünbeins neuer Gedichtband „Äquidistanz". Da heißt es etwa im ersten Zyklus: Schattiger Waldweg, sprich: zu welchem KL, - [Kulturelles Wechselfieber in Dortmund: Künftiger Opernchef heißt Heribert Germeshausen](https://www.revierpassagen.de/40004/kulturelles-wechselfieber-in-dortmund-kuenftiger-opernchef-heisst-heribert-germeshausen/20170131_1729) - Geradezu aufregend rasant ist das Kulturleben in Dortmund, derzeit vor allem in personeller Hinsicht auf den obersten Etagen. Kaum war der Wechsel des Konzerthaus-Chefs Benedikt Stampa nach Baden-Baden verkündet (Vollzug zum 1. Juni 2019) und die sofortige Suche nach einer Nachfolge eingeleitet, da präsentierte man auch schon einen neuen Opern-Intendanten: Er heißt Heribert Germeshausen, ist - ["Der Klang sucht mich, nicht ich suche den Klang" - zum 80. Geburtstag des Komponisten Aribert Reimann](https://www.revierpassagen.de/34895/der-klang-sucht-mich-nicht-ich-suche-den-klang-zum-80-geburtstag-des-komponisten-aribert-reimann/20160304_0845) - Als ich Aribert Reimann aus Anlass der dritten Inszenierung seines „Lear“ 1981 in Mannheim zum ersten Mal traf, erzählte er mir im Interview, wie die Szene des verzweifelten, verstoßenen alten Königs in ihm einen Reichtum an Musik hervorgerufen hat, dem er sich nicht entziehen konnte. Das einzige Stück Shakespeares, in dem er Musik gefunden hat, - [Impressionismus und Fotografie – zwei Wege in die Moderne](https://www.revierpassagen.de/127515/impressionismus-und-fotografie-zwei-wege-in-die-moderne/20221004_1229) - Es gab nicht viele deutsche Museen, die impressionistische Kunst lange vor dem Ersten Weltkrieg gesammelt haben, als sie noch nicht kanonisiert war. In Berlin, Hamburg, München und Bremen waren sie immerhin frühzeitig dabei – und wohlgemerkt in Wuppertal, wo das örtliche Kunsthaus vor 120 Jahren (genau: am 25. Oktober 1902) bürgerschaftlich gegründet wurde. Mit dem - [Die „Hitlerwerdung" Adolf Hitlers – Feridun Zaimoglus riskanter Roman „Bewältigung"](https://www.revierpassagen.de/127477/die-hitlerwerdung-adolf-hitlers-feridun-zaimoglus-riskanter-roman-bewaeltigung/20220930_2128) - Als Romangestalt bleibt der Autor namenlos. Zunehmend scheint es so, als hätte eine fremde Macht von ihm Besitz ergriffen, so dass er gar kein Individuum mehr sein kann; als hätte er sich selbst verloren. Dahinter steht ein furchtbar monströses Projekt: Er hat sich vorgenommen, einen Roman zu schreiben, dessen Hauptperson Adolf Hitler ist. Genauer: Es - [Größe und Grenzen: Oper über Kardinal Galen und seinen Widerstand im Dritten Reich in Münster uraufgeführt](https://www.revierpassagen.de/126225/groesse-und-grenzen-oper-ueber-kardinal-galen-und-seinen-widerstand-im-dritten-reich-in-muenster-uraufgefuehrt/20220603_1458) - Nur ein Name steht da: Galen. Kein Titel, keine Beschreibung. Wäre „Der Löwe von Münster“ nicht ein viel attraktiverer Titel gewesen? Aber der Schriftsteller Stefan Moster und der Komponist Thorsten Schmid-Kapfenburg nannten ihre Oper einfach nur „Galen“. Der Bischof von Münster, entschiedener Gegner der Nazis und ihrer Ideologie, berühmt geworden durch seine Predigten gegen die - [„Ich gebe viel, ich bekomme etwas zurück“: Jessica Muirhead singt die „Arabella“ am Aalto-Theater Essen](https://www.revierpassagen.de/125734/ich-gebe-viel-ich-bekomme-etwas-zurueck-jessica-muirhead-singt-die-arabella-am-aalto-theater-essen/20220513_0751) - Endlich wieder singen: Jessica Muirhead, seit 2015 am Essener Aalto-Theater fest engagiert, freut sich riesig, dass die Corona-Pandemie kein Hindernis mehr ist, auf die Bühne zurückzukehren. Ab 14. Mai singt sie die „Arabella“ in Richard Strauss‘ gleichnamiger Oper. Auch sie selbst hat ihre Infektion überwunden und stürzt sich in eine für sie neue, große Partie: - [Der Traum von Bayreuth: Festspiel-Inspirationen für Aalto-Chorsänger Wolfgang Kleffmann](https://www.revierpassagen.de/115104/der-traum-von-bayreuth-festspiel-inspirationen-fuer-aalto-chorsaenger-wolfgang-kleffmann/20210910_2004) - Keine Ruhepause für Wolfgang Kleffmann nach der Rückkehr von den Bayreuther Festspielen: Einen Tag nach der letzten Vorstellung von Wagners „Meistersingern“ war er bereits morgens auf dem Weg zur Probe im Aalto-Theater. Nach Wagner steht nun Verdi an: Der Chor des Essener Opernhauses bereitet sich auf die Wiederaufnahme von „Rigoletto“ am 12. September vor, in - [Raum des blauen Wassers: Piero Vinciguerra schafft für Puccinis „Trittico“ in Essen eine magische Bühne](https://www.revierpassagen.de/124413/raum-des-blauen-wassers-piero-vinciguerra-schafft-fuer-puccinis-trittico-in-essen-eine-magische-buehne/20220210_0955) - Was wäre bei Giacomo Puccini denn ein anderes Thema, das drei so unterschiedliche Opern wie in seinem „Trittico“ miteinander verbinden könnte, wenn nicht die Liebe? So trivial die Feststellung klingt – denn fast alle Opern haben irgendetwas mit Liebe zu tun –, so grundlegend ist sie für Puccinis Experiment, drei Werke zu einem „Triptychon“ zu - [Vor Möhringer sei gewarnt: Wilhelm Killmayers „Yolimba“ klärt am Theater Münster auf, was es mit dem Manne auf sich hat](https://www.revierpassagen.de/104438/vor-moehringer-sei-gewarnt-wilhelm-killmayers-yolimba-klaert-am-theater-muenster-auf-was-es-mit-dem-manne-auf-sich-hat/20191228_2020) - Alle großen Momente sind von einer gewissen Magie umweht, seien es Wendemarken des eigenen Daseins oder entscheidende Weichenstellungen der Geschichte. Das magische Charisma von Alexander dem Großen etwa beschäftigte zahllose Schülergenerationen altsprachlicher Gymnasien; die Verwandlungskunst der Zauberin Circe faszinierte Leser von Homers Epen über Tausende von Jahren hinweg. Selbst Einsteins geniale Formel hat in der - [Menschheitsfamilie mit Gott und Teufel: Dietrich Hilsdorf inszeniert in Essen Alessandro Scarlattis „Kain und Abel“](https://www.revierpassagen.de/105276/menschheitsfamilie-mit-gott-und-teufel-dietrich-hilsdorf-inszeniert-in-essen-alessandro-scarlattis-kain-und-abel/20200128_1334) - Ein von der Zeit ausgezehrter, nobler Raum, verblichene Tapeten, ein halbblinder Spiegel. Man sitzt bei Tische, zwei Violinisten spielen Tafelmusik. Die Gewänder entsprechen der Mode kurz nach Beginn des 18. Jahrhunderts. Es ist die Zeit, in der Alessandro Scarlatti in Venedig sein Oratorium über Kains Mord an seinem Bruder Abel geschrieben hat, eine der Schlüsselgeschichten - [Herausforderung glänzend bestanden: Essener Philharmoniker gastierten in Prag und Dresden mit einem Dvořák-Programm](https://www.revierpassagen.de/100859/herausforderung-glaenzend-bestanden-essener-philharmoniker-gastierten-in-prag-und-dresden-mit-einem-dvorak-programm/20190924_0742) - Leichter Regen besprüht die monumentale Fassade des Rudolphinums am Ufer der Moldau. Nobel gekleidete Damen und Herren streben die Stufen empor, Fahnen wehen, die Portale sind geschmückt. Drinnen legen Musikerinnen und Musiker ihre Konzertkleidung an, Notenpulte und Stühle auf dem Podium werden zurechtgerückt. Üblicher Betrieb in einem Konzerthaus – und doch ist die Stimmung anders, - [„Vaterschaftstest“ – In Markus Behrs märchenhaft optimistischem Roman blüht ein Hagestolz auf](https://www.revierpassagen.de/100708/vaterschaftstest-in-markus-behrs-maerchenhaft-optimistischem-roman-verwandelt-sich-ein-hagestolz/20190920_0836) - Eigentlich hält der Mittdreißiger Fabian Weinert sich selbst für eine männliche Jungfrau. Bis die eineiigen Zwillinge Ronja und Leonie ihm telefonisch eröffnen: „Wir sind wahrscheinlich mit Ihnen verwandt.“ In einer Ruhrpott-Eisdiele wird das kesse Duo präziser und verblüfft mit ihrer Version eines Glückskeks-Zettels, dessen Botschaft lautet: „Sie sind unser Vater.“ Dabei schien Fabian Weinerts Leben - [Der Kindsmord als klingende Tragödie: Aribert Reimanns Oper „Medea“ im Aalto-Theater](https://www.revierpassagen.de/92879/der-kindsmord-als-klingende-tragoedie-aribert-reimanns-oper-medea-erfaehrt-eine-neuinszenierung-im-aalto-theater/20190328_2308) - Medea. Die Frau, die ihre Söhne ermordet. Die schöne, stolze, mythenumwobene Priesterin und Zauberin aus Kolchis (heute Georgien), Hüterin des goldenen Vlieses, die zu Göttern und Naturgewalten Kontakt hat. Wer erfasst ihre Tragödie, das schlimme Schicksal der liebenden Königstochter, die vom Argonautenführer Jason erst ausgenutzt, dann in die Fremde verschleppt, allein gelassen, betrogen und schließlich - [Balancieren am Absturz: Bravouröses Ensemble und faszinierende Bühne in Kurt Weills „Street Scene“ in Münster](https://www.revierpassagen.de/85396/balancieren-am-absturz-bravouroeses-ensemble-und-faszinierende-buehne-in-kurt-weills-street-scene-in-muenster/20190114_1906) - Der Tag kriecht dahin wie jeder andere: Hitze und Arbeit, Tratsch und Müßiggang, ein bisschen Liebe und ein bisschen Streit, etwas Sehnsucht und etwas Leid. Alltag eben, oder eine „Street Scene“, wie Kurt Weill seine „American Opera“ genannt hat. Er bleibt bei diesem neutralen Titel seiner Vorlage, einem mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetem Stück von - [Die Abgründe der Durchschnittstypen: Tatjana Gürbaca inszeniert Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“](https://www.revierpassagen.de/82178/die-abgruende-der-durchschnittstypen-tatjana-guerbaca-inszeniert-carl-maria-von-webers-oper-der-freischuetz/20181212_1820) - „Das Böse ist immer und überall“, sang einst eine Band österreichischer Blödelbarden mit dem schönen Namen Erste Allgemeine Verunsicherung. Das war zwar reichlich unernst gemeint, könnte unter Aussparung der Ironie aber das Motto gewesen sein, dem die Berliner Regisseurin Tatjana Gürbaca in ihrer Neufassung der Oper „Der Freischütz“ folgte. Das Schauerstück von Carl Maria von - [Keine Erlösung: Webers "Freischütz" als ausweglose Endlosschleife der Gewalt](https://www.revierpassagen.de/115661/keine-erloesung-webers-freischuetz-als-ausweglose-endlosschleife-der-gewalt/20211015_1119) - Jetzt würde er gern wieder durch die Wälder und Auen streifen, Max der Jägerbursche. Allein: Auf der Bühne des Essener Aalto-Theaters ist der Wald zu einem einsamen dürren Ast verdorrt. Und die Auen liegen hinter einem düsteren Dorfanger, umstellt von schwarzen Haussilhouetten. Ein „Exit“, wie mit Kreide an die Wand geschrieben, öffnet sich da nicht. - [Neue Rollen und ein Zuhause in Essen: Die kanadische Sängerin Jessica Muirhead erhält den Aalto-Bühnenpreis](https://www.revierpassagen.de/51128/neue-rollen-und-ein-zuhause-in-essen-die-kanadische-saengerin-jessica-muirhead-erhaelt-den-aalto-buehnenpreis/20180621_1029) - Ihre Augen schauen groß und neugierig in die Welt, ihr Lachen füllt mühelos den Raum: Jessica Muirhead, Sopran am Aalto-Theater Essen, vermittelt den Eindruck eines Menschen, der mit sich und der Welt im Reinen ist. Fast drei Jahre lebt die britisch-kanadische Sängerin nun schon in Essen – und sie bekennt, sich pudelwohl zu fühlen. Am - [Von Dortmund-Dorstfeld bis Donald Trump: der Geierabend 2017/2018](https://www.revierpassagen.de/47669/von-dortmund-dorstfeld-bis-donald-trump-geierabend-2017/20171229_1122) - Auf Zeche Zollern feierte der 26. „Geierabend“ Premiere – Auftakt einer Session, in deren Verlauf weit über 10.000 Besucherinnen und Besucher aus dem ganzen Ruhrgebiet nach Dortmund-Bövinghausen kommen werden, um das Jahr kabarettistisch Revue passieren zu lassen – von Donald Trump bis Dortmund-Dorstfeld. Im „Amt für entschwundene Kunst“ verwaltet die schwangere Vertretung der Schwangerschaftsvertretung die - [Das Kind des Kunsthändlers - Gurlitt-Stück "Entartete Kunst" als Berliner Gastspiel in Recklinghausen](https://www.revierpassagen.de/46963/das-kind-des-kunsthaendlers-gurlitt-stueck-entartete-kunst-als-berliner-gastspiel-in-recklinghausen/20171129_1328) - Ein wirkliches Aha-Erlebnis: Auch wenn keine Ruhrfestspiele sind, wird im Recklinghäuser Festspielhaus Theater gespielt. Als Veranstalter fungiert dann die Stadt, und die Künstler kommen – manchmal – von weit her. Für Ronald Harwoods Schauspiel „Entartete Kunst“ kamen sie aus Berlin, vom Renaissance-Theater. Die Agentur Landgraf hat sie auf Tournee geschickt: Udo Samel, Boris Aljinovic, Anika - [Operetten-Passagen (6): Rauschender Erfolg, tragischer Fall - Leben und Werk des „Operettenkönigs“ Paul Abraham](https://www.revierpassagen.de/46750/operetten-passagen-6-rauschender-erfolg-und-tragischer-fall-leben-und-werk-des-operettenkoenigs-paul-abraham/20171117_1003) - Vor 125 Jahren (am 2. November 1892) erblickte, wohl im ungarischen Apatin, eine der prägenden Gestalten der Berliner Operette des 20. Jahrhunderts das Licht der Welt: Paul Abraham, um dessen Leben sich zahllose Mythen und Legenden ranken, hat mit „Viktoria und ihr Husar“, „Die Blume von Hawaii“ und „Ball im Savoy“ in der kurzen Zeitspanne - [Verdorrter Wald, zutiefst gespaltene Welt: Carl Maria von Webers „Freischütz“ am Theater Münster](https://www.revierpassagen.de/41720/verdorrter-wald-zutiefst-gespaltene-welt-carl-maria-von-webers-freischuetz-am-theater-muenster/20170327_0936) - Rotgraue narb‘ge Wurzeln strecken nach uns die Riesenfaust: Ein gewaltiger Baum beherrscht die Bühne des Theaters Münster. Er ist entwurzelt, hat im Fallen eine Bresche in einer Mauer geschlagen und zerteilt die Einheit des Raumes. Neblige Dunkelheit, der Schatten eines stattlichen Sechzehnenders taucht auf. Lautlos röhrt der Hirsch zur Ouvertüre. Die Bühne von Christophe Ouvrard - [Ein paar Erwägungen zur „Schande von Dortmund" (Randale beim Spiel BVB gegen RB Leipzig)](https://www.revierpassagen.de/40198/ein-paar-erwaegungen-zur-schande-von-dortmund-randale-beim-spiel-bvb-gegen-rb-leipzig/20170207_1417) - Eigentlich wollte ich keine Zeile darüber schreiben, weil es sozusagen ums Gegenteil von Kultur geht. Aber: Man kann von den Dortmunder Fußball-Krawallen gar nicht absehen, wenn man hier lebt. Also, ganz klar: Dass so genannte BVB-"Fans" am letzten Samstag die Gäste aus Leipzig, darunter auch Frauen und Kinder, mit Steinen, Flaschen, Dosen, Feuerwerkskörpern und anderen - [Traum und Wirklichkeit: Koblenz glänzt mit André Previns Oper „Endstation Sehnsucht“](https://www.revierpassagen.de/36756/traum-und-wirklichkeit-koblenz-glaenzt-mit-andre-previns-oper-endstation-sehnsucht/20160620_0914) - Vier Menschen, von Sehnsucht erfüllt: Blanche, die verletzte Seele, die sich nach dem Zauber hinter allen Dingen sehnt. Die sich in Lügen und Fehlern verstrickt, weil ihr Träume wichtiger sind als Wirklichkeit. Stella, die ergeben unter der Grausamkeit ihrer Welt und ihres Mannes leidet, ein hilfloses Opfer, das sich ein wenig Schönheit und Würde wünscht. - [In Gelsenkirchen Federn lassen: Die Kissenschlacht als (beinahe) neuester Schrei](https://www.revierpassagen.de/36881/in-gelsenkirchen-federn-lassen-die-kissenschlacht-als-beinahe-neuester-schrei/20160628_1227) - Leute! Ihr seid in Disco-Schaumbädern versunken. Ihr habt euch über und über mit Farbe bepulvert - und was des Kitzels mehr war. Aber vergesst das alles. Schleunigst. Denn jetzt kommt der ultimative Kick, und der heißt: Kissenschlacht !!! Jetzt guckt ihr etwas enttäuscht und murmelt vielleicht, das sei doch ein Vergnügen aus Urgroßmutters Zeiten. Aber - [RuhrTriennale-Chef Johan Simons soll ab 2017 das Bochumer Schauspielhaus leiten](https://www.revierpassagen.de/34505/ruhrtriennale-chef-johan-simons-soll-ab-2017-das-bochumer-schauspielhaus-leiten/20160203_1332) - Dieser überraschenden Personalie dürfte nicht mehr allzu viel im Wege stehen: Wie WAZ und WDR übereinstimmend berichten, soll der renommierte holländische Theatermacher Johan Simons ab 2017 Intendant des Bochumer Schauspielhauses werden. Am Freitag dieser Woche (5. Februar) muss der Verwaltungsrat des Schauspielhauses noch zustimmen. Das Plazet gilt jedoch als sicher. Damit scheint eine längere Hängepartie - [Kriminelle Taten oder unglückliche Fluchten? Rätselhaftes Tiersterben im Dortmunder Zoo](https://www.revierpassagen.de/33522/kriminelle-taten-oder-unglueckliche-fluchten-raetselhaftes-tiersterben-im-dortmunder-zoo/20151202_1623) - Früher besaßen gewisse Tierfreunde gern mal knorrige Holzschilder mit dem eingebrannten Spruch: „Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere.“ Doch auch heute gibt es nicht wenige, die sich beim Tod eines Tieres mehr grämen, als wenn Menschen umkommen. Auch in diesem verqueren Sinne sorgt der Dortmunder Zoo in letzter Zeit für Boulevard-Schlagzeilen. Eine - [Auto des Wirtschaftswunders: Vor 60 Jahren feierte Volkswagen die erste Million](https://www.revierpassagen.de/31633/auto-des-wirtschaftswunders-vor-60-jahren-feierte-volkswagen-die-erste-million/20150804_2200) - Zehn Jahre nach Kriegsende. Das Wirtschaftswunder war in vollem Gang. Endlich konnte man sich wieder etwas leisten. Für viele Deutsche rückte der Traum vom eigenen Auto in greifbare Nähe. Und dieser Traum hatte eine Form: rundlich, bucklig, wie ein kleines Insekt. Am 5. August 1955 feierte Wolfsburg ein Fest: Eine Million Volkswagen waren vom Band - [Frech und weltläufig: „Ball im Savoy“ von Paul Abraham am Theater Hagen](https://www.revierpassagen.de/29219/frech-und-weltlaeufig-ball-im-savoy-von-paul-abraham-am-theater-hagen/20150215_0917) - Nein, einen besonders guten Ruf genossen die Operetten von Paul Abraham nach dem Zweiten Weltkrieg nicht: Am ehesten tauchte noch „Viktoria und ihr Husar“ auf den Spielplänen auf, weil sie mit dem Schlager „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ dem Zeitgeschmack entsprechend recht gut zu sentimentalisieren war. Aber „Die Blume von Hawaii“ hielt - [Ringlokschuppen Mülheim: Pleite, Party oder Perspektive für Kunst und Kultur?](https://www.revierpassagen.de/28248/ringlokschuppen-muelheim-pleite-party-oder-perspektive-fuer-kunst-und-kultur/20141208_1130) - Die Lokalpresse in Mülheim hatte apodiktisch getitelt: „‘Ringlokschuppen‘ vor dem Aus“. Doch ob das Zentrum im MüGa-Park zum 31. Dezember 2014 tatsächlich seine Arbeit beendet oder ihm - nach personell-finanziellem Umbau - ein Neustart gelingen könnte, scheint zum Glück wieder offen. Und das ist gut so. Für den Nikolaussamstag lud deshalb Holger Bergmann, als Künstlerischer - [Wärter im Museum Folkwang oder: Höchste Zeit für eine Frühwarnkultur im Kunstbetrieb](https://www.revierpassagen.de/28208/waerter-im-museum-folkwang-oder-hoechste-zeit-fuer-eine-fruehwarnkultur-im-kunstbetrieb/20141205_1851) - Ausgerechnet in Duisburg, der Stadt nahtlosen Mannesmann-Rohrs, sagte Oberbürgermeister Link im Sommer überraschend das Vorhaben einer begehbaren Röhrenskulptur ab. „Totlast“ hätte das sinistre Werk Gregor Schneiders heißen sollen. Dem OB (link-für-duisburg.de) schwante aber, Duisburg sei nach der Loveparade-Katastrophe „noch nicht reif für ein Kunstwerk, dem Verwirrungs- und Paniksituationen immanent sind und welches mit dem Moment - [Wie man im Ruhrgebiet spart - und kassiert](https://www.revierpassagen.de/28185/wie-man-im-ruhrgebiet-spart-und-kassiert/20141204_1400) - Dortmund ist ziemlich arm dran. In fast allen Statistiken, die Gutes besagen, liegt die westfälische Großstadt hinten (neuerdings sogar in der Bundesliga-Tabelle); wenn’s hingegen prekär wird, mischt die arg verschuldete Kommune zumeist in der Spitze mit. Doch es gibt hier auch einige, die ausgesorgt haben. Beispielsweise Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke (DSW21). Der Mann - [Eröffnung der Konzertsaison in Krefeld: Mit Jac van Steen nach Russland](https://www.revierpassagen.de/26580/eroeffnung-der-konzertsaison-in-krefeld-mit-jac-van-steen-nach-russland/20140904_1006) - Wieder ein russisches Programm, wieder eine Geigerin: Die Brücke zur vergangenen Spielzeit wird offensichtlich geschlagen. Brachte Generalmusikdirektor Mihkel Kütson im vorletzten der Serie der Abo-Konzerte der Niederrheinischen Sinfoniker Schostakowitsch und Mussorgsky, startete Gastdirigent Jac van Steen in Krefeld mit Tschaikowsky, Prokofjew und den souverän entfalteten Sinfonischen Tänzen Sergej Rachmaninows. Viviane Hagner, die in Berlin lebende - [Massenet im Focus (II): „Thaïs“ in Bonn als Studie zu Hysterie, Begierde und Religion](https://www.revierpassagen.de/25018/massenet-im-focus-ii-thais-in-bonn-als-studie-zu-hysterie-begierde-und-religion/20140521_1609) - Sexualität, Psychoanalyse, Religion: Die geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts konnten diesem Spannungsfeld nicht entkommen. Faszination und Erschauern begleiteten es. Die katholische Kirche in Europa formulierte ihr tiefes Misstrauen gegen die gerade aufbrechenden Strömungen der Psychoanalyse, verschanzte sich hinter der Bekräftigung moralischer Konzepte und Urteile, die Jahrhunderte lang gegolten hatten. Die Moderne glaubte dagegen an einen - [Szenische Ernüchterung: „Der Traum ein Leben“ von Walter Braunfels an der Oper Bonn](https://www.revierpassagen.de/24103/szenische-ernuechterung-der-traum-ein-leben-von-walter-braunfels-an-der-oper-bonn/20140331_1619) - Wenn der Traum das Leben ist, dann ist dieses Leben ein Alptraum. Walter Braunfels hat sich, im nationalsozialistischen Deutschland aus allen Ämtern entlassen, in der inneren Emigration Franz Grillparzers Märchen „Der Traum ein Leben“ als Opernstoff gewählt und zwischen 1934 und 1937 komponiert. Die romantische Vorlage wird zu einer Parabel über Macht, Moral und Märchenwelten. - [Zwischen Avantgarde und Neo-Romantik: Krzysztof Penderecki ist 80 Jahre alt](https://www.revierpassagen.de/21774/zwischen-avantgarde-und-neo-romantik-krzysztof-penderecki-ist-80-jahre-alt/20131123_1557) - Seine Musik kennen auch Menschen, die mit zeitgenössischer klassischer Musik nichts anfangen können, und seine Anfänge als weltweit renommierter Komponist sind eng mit Nordrhein-Westfalen verbunden: Heute, am 23. November, feiert Krzysztof Penderecki seinen 80. Geburtstag. Vergleichbar ist seine Popularität vielleicht noch mit Philip Glass oder Arvo Pärt – aber sonst gibt es nur wenige „klassische“ - [Operette am Rande: Eindrücke von einer vernachlässigten Gattung aus Hagen und Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/20873/operette-am-rande-eindrucke-von-einer-vernachlassigten-gattung-aus-hagen-und-wuppertal/20131017_1247) - Operette – einst die Brot- und Butter-Gattung deutscher Stadttheater, ist an vielen Häusern weit in den Hintergrund getreten. Operetten-Ensembles mit ihren Diven, Liebhabern und Komikern gibt es nicht mehr. Das Repertoire, so man überhaupt noch davon sprechen kann, ist auf ein paar Titel zusammengeschrumpft. Dramaturgen-Fantasie glänzt meist durch Abwesenheit. Man müsste nur bei Volker Klotz - [Gastbeitrag: "Warum der Museumsbau am Ostwall nicht abgerissen werden darf"](https://www.revierpassagen.de/20815/gastbeitrag-warum-das-fruhere-museum-am-ostwall-nicht-abgerissen-werden-darf/20131016_1237) - Dem Gebäude, das früher das Dortmunder Museum am Ostwall beherbergt hat, droht der Abriss. Unsere Gastautorin Sabine Schwalbert hat für den Erhalt des Baus eine Online-Petition gestartet, die bis zum Schlusstag (18. September 2013) von 5115 Menschen unterzeichnet wurde und - zusammen mit weiteren Unterschriften - dem Rat der Stadt Dortmund übergeben werden soll. Hier - [Warum die Lage bei Opel fast überhaupt nichts mit der WAZ-Gruppe zu tun hat](https://www.revierpassagen.de/15387/warum-die-lage-bei-opel-fast-uberhaupt-nichts-mit-der-waz-gruppe-zu-tun-hat/20130123_1050) - Es könnte sein, dass manche WAZ-Entscheidungsträger in Essen diese Nachrichtenlage insgeheim sogar begrüßt haben - im wohlverstandenen Eigeninteresse: "Opel Bochum schließt bereits 2014", so lautet heute (23. Januar) die Titelschlagzeile der "Westfälischen Rundschau" (WR), die nur noch rund eine Woche lang eine eigene Redaktion hat. Auf diese Weise, so scheint es, kann die WAZ-Gruppe endlich - [Dortmunder "Tatort": Nur nicht hecheln](https://www.revierpassagen.de/11234/dortmunder-tatort-nur-nicht-hecheln/20120817_1341) - Heute gibt’s im Westfalenstadion (so und nicht anders heißt die Arena für rechtschaffene Leute) eine groß angelegte Vorschau zum ersten ARD-„Tatort“ aus Dortmund. Rund 1000 Menschen sollen dabei sein, wenn der TV-Film im Beisein der Hauptdarsteller und des Regieteams auf einer 280 Quadratmeter großen Leinwand Premiere hat. Verzeihung: Weltpremiere natürlich. Kleinere Münze wird nicht ausbezahlt. - [Winterreise im Mai - Katja Riemann und Arne Jansen bei den Ruhrfestspielen](https://www.revierpassagen.de/9289/winterreise-im-mai-katja-riemann-und-arne-jansen-bei-den-ruhrfestspielen/20120525_0937) - Das Thermometer in Recklinghausen zeigte gut 25 Grad, auf dem Festspielhügel herrschte gepflegte Festival-Atmosphäre. Die Gastronomie gut besucht, das Publikum eigentlich sommerlich heiter gestimmt. Auf dem Programm aber steht eine Winterreise, im Festspielhaus rieseln die Schneeflocken. Mit einer Schneekugel beginnt die Uraufführung von "Winter - ein Roadmovie" bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Die Schneekugel - das - [Zeche Carl feiert Evil Horde Metalfest – Ruhrpott-Metal kehrt zurück ins Kulturzentrum](https://www.revierpassagen.de/695/zeche-carl-feiert-das-evil-horde-metalfest-der-ruhrpott-metal-kehrt-zuruck-ins-kulturzentrum/20110511_1029) - Erstmalig findet das Evil Horde Metalfest in der Zeche Carl statt. Was in Oberhausen startete, wird damit nun in Essen-Altenessen fortgesetzt und der Ruhrpott-Metal erhält wieder Einzug an der Stelle, an der die Reise vor mehr als 25 Jahren begann. Am 14. Mai ist es soweit. Ab 15 Uhr lautet das Motto „Metal aus dem Ruhrgebiet - [Künstlergruppe Freiraum2010 verabschiedet sich von der Lukaskirche](https://www.revierpassagen.de/558/kunstlergruppe-freiraum2010-verabschiedet-sich-von-der-lukaskirche/20110505_1257) - Die entweihte Lukaskirche in Essen-Holsterhausen soll modernisiert werden, die Kunst muss raus. Nach zwei erfolgreichen Austellungen verlassen die Künstler von Freiraum2010 das einst christliche Gebäude in der Planckstraße. Am 1. Mai war letzter Ausstellungstag. Zum Abschied verkündete Joscha Hendricksen, Pressesprecher der Gruppe, die „100 Thesen zum Freiraum“ - in Anlehnung an René Polleschs „Der perfekte - [Die Ex-Gay-Therapie](https://www.revierpassagen.de/289/die-ex-gay-therapie/20110421_0914) - Ted Haggard war mir bis vor kurzem noch unbekannt. Einige US-Amerikaner würden sich wahrscheinlich wünschen, dass es bei Ihnen ebenso wäre. Ted Haggard war der Vorsitzende der Nationalen Vereinigung der Evangelikalen und Sprecher von gut 30 Millionen Christen. Und wie ich aus einem Artikel in der "Zeit" lernte, führte er einen Feldzug gegen Homosexualität – - [20 Jahre Konzerthaus Dortmund (I): Symbol für den Wandel im Ruhrgebiet](https://www.revierpassagen.de/127344/20-jahre-konzerthaus-dortmund-i-symbol-fuer-den-wandel-im-ruhrgebiet/20220917_1628) - Am 8. September 2002 wurde das Konzerthaus Dortmund förmlich überrannt: 40.000 Menschen wollten am „Tag der offenen Tür“ das neue Gebäude besichtigen. Die stolze Bilanz nach 20 Jahren: Dreieinhalb Millionen Besucher in rund 4.000 Veranstaltungen. Doch Intendant Raphael von Hoensbroech will darob nicht die Hände in den Schoß legen: Die Aufgabe, neue Publikumsschichten in den - [20 Jahre Konzerthaus Dortmund (II): Beethovens „Apotheose des Tanzes“ fehlt der scharfe Blick auf den Rhythmus](https://www.revierpassagen.de/127353/20-jahre-konzerthaus-dortmund-ii-beethovens-apotheose-des-tanzes-fehlt-der-scharfe-blick-auf-den-rhythmus/20220917_1627) - Wenn schon die spritzige Eingangsfloskel zwischen Klavier und Trompete so nadelspitz akkurat gelingt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen in Dmitri Schostakowitschs Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester op.35. Der junge japanische Pianist Mao Fujita – eingesprungen für die erkrankte Yuja Wang – und der Trompeter Gábor Richter sticheln dieses ironische Zitat aus Beethovens „Appassionata“ - [Journalist vom besten alten Schlage – Fritz Pleitgen ist gestorben](https://www.revierpassagen.de/127319/journalist-vom-besten-alten-schlage-fritz-pleitgen-ist-gestorben/20220916_1330) - Gerade in Zeiten, da das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem hie und da ins Gerede geraten ist, betrübt diese Nachricht umso mehr: Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist mit 84 Jahren in Köln gestorben. Er stand für eine Ära, als ARD und ZDF meistenteils für vorbildlichen Journalismus bürgten. Wenn Fritz Pleitgen eine Aufgabe übernahm, konnte man stets darauf - [Im Haifischbecken der Berliner Politszene – Christoph Peters' Roman „Der Sandkasten"](https://www.revierpassagen.de/127284/im-haifischbecken-der-berliner-politszene-christoph-peters-roman-der-sandkasten/20220913_1823) - Lang ist's her: Anno 1953 erschien Wolfgang Koeppens legendärer Roman „Das Treibhaus", der den Politbetrieb der frühen Bonner Bundesrepublik famos zur Sprache brachte. Großer Zeitsprung: 2018 erhielt der Schriftsteller Christoph Peters just den Wolfgang-Koeppen-Preis. Jetzt legt Peters' seinen Roman „Der Sandkasten" vor, in dem er sich (in bewusster Anknüpfung an den großen Vorläufer) anschickt, aus - [Wenn die Weltseele kocht – Phantasien über „Das Zuhause"](https://www.revierpassagen.de/127213/wenn-die-weltseele-kocht-phantasien-ueber-das-zuhause/20220907_1946) - Wenn ein Buch „Das Zuhause" heißt, so lässt sich alltagsnaher Lesestoff erhoffen. Doch der Philosophie-Professor Emanuele Coccia enttäuscht derlei Erwartungen. Er geht stets aufs Ganze und vermischt alles mit allem, bis einem der Kopf schwirrt. Das Zuhause steht bei Coccia für eine Sphäre, die sich von der Öffentlichkeit und den Städten absetzt, in der die - [Was vor sich geht und wie – Jürgen Beckers „Gesammelte Gedichte"](https://www.revierpassagen.de/127128/was-vor-sich-geht-und-wie-juergen-beckers-gesammelte-gedichte/20220829_2109) - Misslicher Vorfall mit Nachwirkung: Inmitten der Lektüre diesen grandiosen Sammelbandes bin ich erkrankt und habe wochenlang unterbrechen müssen. Ich will das alles nachholen, Stück für Stück. Das ist ja immerhin das Gute daran: Das (Wieder)-Lesen liegt größtenteils noch voraus. Wir haben hier nichts weniger als ein Lebenswerk in seinem stetigen Fortgang, ein wahres Monument, das - [Unergründlich zu allen Zeiten – Mariette Navarros Meeres-Roman „Über die See"](https://www.revierpassagen.de/127091/unergruendlich-zu-allen-zeiten-mariette-navarros-meeres-roman-ueber-die-see/20220812_0914) - „Einverstanden" hat sie gesagt. Zu ihrer eigenen Überraschung. Wozu die namenlose Übersee-Kapitänin ihr Plazet gegeben hat, erfahren wir nach einer Spannungsphase: Die tatsächlich ausnahmslos maskuline Mannschaft ihres Frachtschiffs darf – bei abgeschaltetem Motor und deaktiviertem Radar – mitten im Ozean, weit hinter den Azoren, schwimmen gehen; nackt, wie die Natur sie schuf. Was zunächst wie - [„Alles geben": Der Fußballer Neven Subotić und seine Abkehr vom rauschhaften Luxusleben](https://www.revierpassagen.de/126463/alles-geben-der-fussballer-neven-subotic-und-seine-abkehr-vom-rauschhaften-luxusleben/20220613_0854) - Ganz ehrlich: Dies Buch gehört eigentlich nicht zu der Sorte, die ich getreulich Seite für Seite und Zeile für Zeile durchackern würde. Querlesen tut's auch. Doch dabei zeigt sich, dass der Fußballer Neven Subotić (unterstützt von der Journalistin Sonja Hartwig) zumindest die Stoffsammlung für eine Art „Entwicklungsroman" vorgelegt hat, der allerdings keine Fiktion ist, sondern - [Kreativ aus der Krise: Eine ziemlich verrückte Theatertour durch Ruhrstadt](https://www.revierpassagen.de/26849/kreativ-aus-der-krise-eine-theatertour-durch-ruhrstadt/20140913_1452) - Vier Jahre nach Ende der Kulturhauptstadt reflektieren vier Künstlergruppen, was nach RUHR.2010 geworden ist. Der gemeinsame, sechseinhalbstündige Abend heißt „54. Stadt“, spielt in Mülheim und Oberhausen, und er gerät zu einer General-Abrechnung mit dem Konzept der Kulturhauptstadt, die Kreativwirtschaft als Identitätslückenfüller zu installieren. Produziert wurde die Tour von „Urbane Künste Ruhr“ - also ausgerechnet jener - [Wo bleiben bloß die Emotionen? - Goosens "So viel Zeit" als Theaterstück in Oberhausen](https://www.revierpassagen.de/28992/wo-bleiben-bloss-die-emotionen-goosens-so-viel-zeit-als-theaterstueck-in-oberhausen/20150127_1754) - Karriere gemacht, Ehepartner gefunden (und verloren), Kinder gezeugt und "v"erzogen, Eigenheim gebaut, Baum gepflanzt - alles erreicht, was vor langer Zeit als Lebensziel angepeilt war. Jetzt kommt die Ernüchterung, die Wehmut und die Erinnerung an einst so unbekümmerte Zeiten treiben mit Macht. Geht es nicht allen Fortysomethings so? In Frank Goosens 2007 erschienenem Buch "So - [Theater Oberhausen: Im Bett mit Brecht](https://www.revierpassagen.de/20789/theater-oberhausen-im-bett-mit-brecht/20131013_2006) - Ist Theater wie Sex: Die Schauspieler stimulieren die Zuschauer? Oder ist Theater ein Hospiz, in dem man der Kultur beim Sterben zuschauen kann? Das Theater Oberhausen lädt sein Publikum ein zum Nachdenken über Theater. „Brecht“ ist ein Mixed-Media-Abend auf der Meta-Ebene – eine Mischung aus Puppenspiel und Schauspiel, Improvisation und Quatsch. Im Zentrum steht Brecht, - [Rückzug in die Vorhölle – Heinz Strunks Roman „Ein Sommer in Niendorf"](https://www.revierpassagen.de/126986/rueckzug-in-die-vorhoelle-heinz-strunks-roman-ein-sommer-in-niendorf/20220726_1957) - Vom Leben enttäuschter Mann, gestandener Jurist in seinen Fünfzigern, zieht sich für einige Zeit nach Niendorf/Ostsee zurück, um nach Bandaufzeichnungen eine Abrechnung mit seiner Familiengeschichte aufzuschreiben. Ist solch ein Plot, oftmals gehabt, nicht gewöhnlich und langweilig? Halt! Nicht, wenn sich einer wie Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse", „Der goldene Handschuh") der Sache annimmt. Vor - [„Auf dem Meer der Verwunderung" – Kapitel 3: Blicke zurück](https://www.revierpassagen.de/127010/auf-dem-meer-der-verwunderung-kapitel-3-blicke-zurueck/20220727_1405) - Skript, das gutes Buch werden möchte, sucht VerlegerIn und LektorIn! Das 220 Seiten lange „Auf dem Meer der Verwunderung“ erzählt Momente einer Lebens- und Familiengeschichte im Kontext gesellschaftlicher Zusammenhänge, regionaler Industrie und literarischer Bezüge, ist ebenso Polemik, Essay, Bildungsroman wie Schelmenstück, Poesie, ein Text über Liebesversuche und Emanzipationswirren. Erzählt wird von vergiftetem Alltag, von schmerzhaftem - [Auf Entdeckungstour: Die Oper Frankfurt präsentiert in Rossinis „Bianca e Falliero“ erlesenste Gesangskultur](https://www.revierpassagen.de/124782/auf-entdeckungstour-die-oper-frankfurt-praesentiert-in-rossinis-bianca-e-falliero-erlesenste-gesangskultur/20220308_2150) - Ein gewaltiger Kontinent liegt vor uns. Einige seiner zentralen Orte sind wohlbekannt und häufig frequentiert. Andere liegen abseits, kaum jemand weiß ihre Namen. Zwar gibt es immer wieder – und immer häufiger – Expeditionen an solche entlegenen Stellen, denen aber kaum Neugierige folgen, obwohl ihre Schönheiten gerühmt werden. So bleiben diese Orte unbekannt, das Leben - [„Literaturhaus Herne Ruhr" zwischen Salonkultur und Stadtmarketing](https://www.revierpassagen.de/32623/literaturhaus-herne-ruhr-zwischen-salonkultur-und-stadtmarketing/20151014_1943) - Die Einladung zum Pressegespräch über den am 7. Oktober 2015 gegründeten Verein „Literaturhaus Herne Ruhr“ erfolgte durch die Stadtmarketing Herne GmbH. Die so ganz und gar nicht graue Eminenz dieses auf den Eintrag im Vereinsregister wartenden Vereins ist allerdings die Unternehmerin Elisabeth Röttsches. Mit der „Alte(n) Druckerei“ und der Buchhandlung Köthers & Röttsches bereichert sie - [Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren](https://www.revierpassagen.de/27850/erfinder-des-saxophons-vor-200-jahren-wurde-adolphe-sax-geboren/20141105_1115) - Ein Glück, dass die Welt in diesem Fall nicht auf den Papst gehört hat: Im Jahre 1903 erreichten Pius X. alarmierende Nachrichten vom Eindringen eines neuen Instruments in die geistliche Musik. Umgehend verbot er das Ding, das den Namen seines Erfinders Adolphe Sax trug. Bis heute sei der Bann nicht gelöst, heißt es. Aufgehalten hat - [Festspiel-Passagen VIII: Zwischen Carmen-Leid und Händel-Leidenschaft](https://www.revierpassagen.de/12053/festspiel-passagen-viii-carmen-leid-und-handel-leidenschaft/20120909_0027) - Die Zeit der sommerlichen Festivals ist vorüber, der Alltag erwartet uns wieder. Vorbei die letzte Vorstellung des früher ungeliebten, jetzt mit Wehmutstränen verabschiedeten Bayreuther „Tristan“ Christoph Marthalers; vorbei die Dernière des begeistert gefeierten Herheim-„Parsifal“, dessen Absetzung immer noch unverständlich ist, denn so wird das Wagner-Jahr 2013 am Hügel ohne das Stück gefeiert, das Wagner für - [Ein fairer Sportsmann durch und durch – zum Tod von Uwe Seeler](https://www.revierpassagen.de/126909/ein-fairer-sportsmann-durch-und-durch-zum-tod-von-uwe-seeler/20220721_1938) - Für Menschen meiner Alterskohorte gibt es ein paar wenige Gestalten, die eigentlich „immer da waren" und ohne die man sich das Dasein auf diesem Erdkreis gar nicht vorstellen mag. Bob Dylan und Paul McCartney gehören beispielsweise für viele von uns dazu. Oder auch die Queen. Und auf wiederum anderem Felde: Uwe Seeler. Umso trauriger ist - [Einsam auf der Höhe der Kunst: Ernst Kreneks „Jonny spielt auf“ am Theater Hagen](https://www.revierpassagen.de/34419/einsam-auf-der-hoehe-der-kunst-ernst-kreneks-jonny-spielt-auf-am-theater-hagen/20160125_1215) - Nein, eine optimistische Oper ist Ernst Kreneks „Jonny spielt auf“ nicht. Auch wenn der Komponist selbst in seinem Bandgeiger aus Amerika eine Figur des Urwüchsigen, Ursprünglichen und Freien gesehen hat. Roman Hovenbitzer inszeniert am Theater Hagen – im Vorgriff auf den 25. Todestag des Komponisten – die fast neunzig Jahre alte Erfolgsoper äußerlich als Künstlerdrama, - [Surreale Ästhetik des Untergangs: Perttu Saksas Fotografien vom Raubbau in Afrika](https://www.revierpassagen.de/126293/aesthetik-des-untergangs-perttu-saksas-fotografien-vom-raubbau-in-afrika/20220705_1936) - Perttu Saksa ist ein vielfach mit Preisen ausgezeichneter finnischer Foto- und Video-Künstler. In seiner Kunst interessiert er sich vor allem für das schwierige Verhältnis von Mensch und Natur, für die Belastungen der Umwelt durch menschliches Handeln. Seine nicht immer leicht zu entschlüsselnden Arbeiten werden weltweit in Galerien und Museen gezeigt. Jetzt präsentiert er ein Buch - [Heillos verknäult, filigran entwirrt: Donna Leons 31. Brunetti-Fall „Milde Gaben"](https://www.revierpassagen.de/126299/heillos-verknaeult-filigran-entwirrt-donna-leons-31-brunetti-fall-milde-gaben/20220704_1205) - Langsam erwacht Venedig aus dem Tiefschlaf der Pandemie. Die Masken fallen, die Touristen strömen in die Lagunenstadt. In den Bars gönnt man sich einen Blick in die Zeitung, einen Espresso und ein süßes Teilchen, bevor es ins Büro geht. Auch einige Läden, die den Lockdown überstanden haben, öffnen ihre Pforten. Doch während viele Gewerbetreibende aufgeben - [Corona: Viele Absagen für Theater, Oper und Konzert in NRW – und auch jenseits der Landesgrenzen](https://www.revierpassagen.de/106464/corona-viele-absagen-fuer-theater-oper-und-konzert-in-nrw-und-auch-jenseits-der-landesgrenzen/20200311_1908) - Für die Kulturszene in NRW hat das Corona-Virus bereits Auswirkungen. Hier ein erster Rundblick: Die Maßnahmen, die eine weitere Verbreitung von Sars-CoV-2 – so heißt das tückische Kleinteilchen – hemmen sollen, führten bereits gestern, 10. März, zur Einstellung des Spielbetriebs des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen bis voraussichtlich 19. April. Soeben hat auch das Theater - [Operetten-Spürsinn in Gießen: Amerikaner aus Westfalen schreibt „Tanz auf dem Pulverfass"](https://www.revierpassagen.de/23090/operetten-spursinn-in-giesen-amerikaner-aus-westfalen-schreibt-tanz-auf-dem-pulverfass/20140127_1851) - Der Mann war Westfale und stammte aus Herford. Sein Glück machte er aber – wie manch anderer – als Auswanderer in Amerika: Gustav Adolph Kerker, 1857 geboren, 1923 in New York gestorben, war ein Komponist der leichten Muse. Gewichtige Fachbücher widmen ihm höchstens wenige Zeilen; seinen Zeitgenossen war er als Dirigent am Broadway, vor allem - [Gestochene Klarheit: Nikolai Tokarev beim Klavier-Festival Ruhr in Mülheim](https://www.revierpassagen.de/18851/gestochene-klarheit-nikolai-tokarev-beim-klavier-festival-ruhr-in-mulheim/20130712_0310) - Um mal gleich die Kleiderfrage zu beantworten: Beim Klavier-Festival Ruhr in Mülheim trat Nikolai Tokarev im schwarzen Hemd über nur wenig hellerer Hose an den Flügel. Keine Nadelstreifen, keine Chucks, und beim gut gelaunten Signieren nach dem Konzert ein eng anliegendes, helles Shirt. Soweit die Nebensächlichkeiten, nun kann folgen, worum es jenseits der Styling-Masche eigentlich - [Zwischen Seelentrost und Menschheitsdämmerung – sechs Bücher über beinahe alles](https://www.revierpassagen.de/126700/zwischen-seelentrost-und-menschheitsdaemmerung-sechs-buecher-ueber-beinahe-alles/20220625_1250) - Hier ein Schwung neuerer Bücher, in aller Kürze vorgestellt. Es muss ja nicht immer ein „Riemen" (sprich: eine ausufernde Rezension) sein. Auf geht's: Lebensgeschichten am Sorgentelefon Mit dieser Idee lassen sich allerlei Themen und Charaktere recht elegant unter ein Roman-Dach bringen: Judith Kuckarts Roman „Café der Unsichtbaren" (Dumont, 206 Seiten, 23 Euro) spielt in der - [Zwischen Yellow Press und Wahlplakat: Wie sich Hendrik Wüst in Szene setzt](https://www.revierpassagen.de/126814/zwischen-yellow-press-und-wahlplakat-wie-sich-hendrik-wuest-in-szene-setzt/20220629_2037) - Nein, ich will nicht behaupten oder auch nur argwöhnen, dass der NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst mit seiner nagelneuen schwarz-grünen Koalition schlechte Politik machen wird. Das wird man einfach abwarten müssen. Doch eins geht mir schon jetzt, ganz zu Beginn seiner Amtszeit, gehörig auf den Geist: seine (Selbst)-Inszenierung. Wir erinnern uns daran, wie er sich in den - [Die Landkarte der Liebe neu vermessen – Nicole Krauss' Storys „Ein Mann sein"](https://www.revierpassagen.de/126297/die-landkarte-der-liebe-neu-vermessen-nicole-krauss-storys-ein-mann-sein/20220628_1316) - Es ist Sommer. Ein Mann liegt träge am Strand, beobachtet seine spielenden Kinder und seinen alten Vater. Während die Hitze ihn schläfrig macht, lässt er sein Leben Revue passieren, denkt er an das unmerkliche Älterwerden, all die kleinen Veränderungen, die sich ständig ereignen, an das Leben, „das sich immer auf so vielen Ebenen abspielt, alles - [Familienfreuden XXVIII: Adieu, Grundschule!](https://www.revierpassagen.de/126757/familienfreuden-xxviii-adieu-grundschule/20220623_1338) - Morgen ist es vorbei, vier Jahre Grundschule – ade. Eine kleine Ära im Leben von Fi endet. Ich frage mich jetzt schon, wie viele Packungen Taschentücher ich mitnehmen soll. Und ob ich am besten eine Sonnenbrille aufsetze, damit es nicht ganz so offensichtlich ist, dass ich Rotz und Wasser heule. Fis Grundschule ist nämlich in - [Zerbrechliche Kunst: „Fragile. Alles aus Glas!" in Ahlen](https://www.revierpassagen.de/126595/zerbrechliche-kunst-fragile-alles-aus-glas-in-ahlen/20220620_1257) - Beim Presserundgang wiederholt sich ein Thema hartnäckig: Ausgesprochen ängstlich sei man beim Aufbau dieser Ausstellung gewesen. Stets hätte ja etwas zu Bruch gehen können. So heißt denn auch die neue Schau im Kunstmuseum Ahlen: „Fragile" (wahlweise englisch, französisch oder italienisch auszusprechen). Und weiter: „Alles aus Glas!" Verständlich, dass das Publikum um besondere Vorsicht gebeten wird. - [Alles bergen, was nicht vergessen werden soll: „Papyrus. Die Geschichte der Welt in Büchern"](https://www.revierpassagen.de/126295/alles-bergen-was-nicht-vergessen-werden-soll-papyrus-die-geschichte-der-welt-in-buechern/20220622_0937) - Als Marcus Antonius in Ägypten ankam, war Rom zwar das Zentrum des größten Reiches im Mittelmeerraum. Aber eigentlich war es nur ein Labyrinth aus schlammigen Gassen. In Alexandria gab es hingegen Paläste, Tempel, Denkmäler – und eine Bibliothek, in der das Wissen der Welt gespeichert und dem Vergessen entrissen wurde. Marcus Antonius, vom Wunsch beseelt, - [Ein gelungener Pass ist wie ein gelungener Satz – Was Fußball und Literatur verbindet](https://www.revierpassagen.de/126508/ein-gelungener-pass-ist-wie-ein-gelungener-satz-was-fussball-und-literatur-verbindet/20220617_1620) - Was lösen Fußball und Literatur gleichermaßen aus? Vielleicht Emotionen? Das natürlich auch. In erster Linie aber haben beide das Spielerische gemeinsam, sodass eine gelungene Pass-Stafette einer dito Satzreihe ähneln kann. Das meint jedenfalls der Schriftsteller Ariel Magnus. Zu finden sind derlei Mutmaßungen in einem schmalen Buch, das auf einem Gespräch im Deutschen Fußballmuseum zu Dortmund - [Predigt und Pathos – Amanda Gormans Gedichtband „Was wir mit uns tragen"](https://www.revierpassagen.de/126303/predigt-und-pathos-amanda-gormans-gedichtband-was-wir-mit-uns-tragen/20220614_2217) - „Dieses Buch ist eine Flaschenpost“, schreibt Amanda Gorman im Gedicht „Schiffsmanifest“, das ihren ersten großen Lyrikband einleitet, und fährt dann fort: „Dieses Buch ist ein Brief. / Dies Buch lässt nicht locker. / Dieses Buch ist wachsam. / Dieses Buch weckt auf.“ Dieses Buch, möchte man vorsichtig einwenden gegen das Übermaß an poetisch-politischem Pathos, ist - [„Wie eine Straßenköter-Mischung" – Jugendstil und Artverwandtes im Dortmunder Kaiserviertel](https://www.revierpassagen.de/126390/wie-eine-strassenkoeter-mischung-jugendstil-und-artverwandtes-im-dortmunder-kaiserviertel/20220611_1138) - Nein, ein typischer Ort des Jugendstils sei Dortmund nicht, sagt Stadtführer Wolfgang Kienast gleich zu Beginn: „Wir sind hier nicht in Darmstadt und haben keine Mathildenhöhe." Auch das benachbarte Hagen habe in hochkarätiger Hinsicht mehr zu bieten, Stichwort Hohenhof. Doch immerhin befassen sich vier verschiedene Dortmunder „Stadtspaziergänge" mit dem Jugendstil und artverwandten Richtungen. Nanu? Die - [Die hohe Kunst der Heuchelei: Das Opernstudio NRW zeigt seine Abschlussarbeit in Gelsenkirchen](https://www.revierpassagen.de/126309/die-hohe-kunst-der-heuchelei-das-opernstudio-nrw-zeigt-seine-abschlussarbeit-in-gelsenkirchen/20220610_1247) - Die Komponistenfreundschaft zwischen Karl Amadeus Hartmann und Hans Werner Henze verband zwei ungleiche Charaktere. Hartmann, gebürtiger Münchner, war bodenständig und familienbezogen, gewann aus seiner gesellschaftlichen Position Sicherheit im Auftreten. Henze, früh auf der Flucht aus dem westfälischen und kleinbürgerlichen Milieu, fühlte sich eher als Außenseiter, versteckte sich gerne hinter Luxus und Masken. Wie gut beide - [Bochumer Theaterpläne: Fleischfabriken, Abstieg in die Unterwelt – und endlich der „Macbeth"](https://www.revierpassagen.de/126341/bochumer-theaterplaene-fleischfabriken-abstieg-in-die-unterwelt-und-endlich-der-macbeth/20220609_1818) - Kürzlich kursierte im Netz das Schaubild über Anteile der vielfältigen Todesarten bei Shakespeare. Erdolchen stand mit 30 Fällen weit vorn, Ableben durch Schlangenbiss kam nur einmal vor, das finale „Einbacken in Kuchen" immerhin zweifach. Wie ich darauf komme? Weil heute bekannt wurde, wann in Bochum eines der schaurigsten Shakespeare-Dramen, der wegen Corona immer wieder verschobene - [Wir sind Helden: Das Theater Hagen inszeniert ein Rock-Konzert zum Mitfeiern](https://www.revierpassagen.de/126311/wir-sind-helden-das-theater-hagen-inszeniert-ein-rock-konzert-zum-mitfeiern/20220609_1114) - Zum Finale lässt das Theater Hagen es noch einmal richtig krachen. Bringt die große Show auf die kleine Bühne. Feuert kurz vor Spielzeitende am 12. Juni alles heraus, was seine Abteilungen zu bieten haben, inklusive Bühnentechnik, Kostümabteilung, Beleuchtungsmeister, Tänzer, Sänger, Musiker und Sound-Designer. „Heroes“ heißt dieses theatralische Rock-Konzert zum Mitfeiern, in Anlehnung an den gleichnamigen - [Packende Reisen in der Fantasie: Vor 175 Jahren wurde der erfolgreichste deutsche Autor geboren](https://www.revierpassagen.de/40861/packende-reisen-in-der-fantasie-vor-175-jahren-wurde-der-erfolgreichste-deutsche-autor-geboren/20170225_1331) - Seine Bücher sind weiter verbreitet als die jedes anderen deutschen Autors: Schätzungen sprechen von 200 Millionen in mindestens 33 Sprachen. Karl May, der arme Webersohn aus Hohenstein-Ernstthal in Sachsen, hat wie kein zweiter Generationen von jugendlichen Lesern in seinen Bann gezogen. Von Theodor Heuss bis Helmut Kohl, von Hermann Hesse bis Utta Danella reicht die - [Pressereise zu den Projektoren: Mit Panasonic auf Kulturtrip nach Aarhus (oder auch nicht)](https://www.revierpassagen.de/38619/pressereise-zu-den-projektoren-mit-panasonic-auf-kulturtrip-nach-aarhus-oder-auch-nicht/20161106_1756) - Kinners, da hab’ ich ja mal wieder eine ganz tolle Einladung zur Pressereise (Neudeutsch „Media Tour“) auf dem Tisch liegen. Demnach dürfte ich für zwei Tage ins dänische Aarhus kommen, immerhin Europäische Kulturhauptstadt 2017. Warum ich noch zögere, gar dankend ablehnen möchte? Beispielsweise, weil es sich gar nicht um eine generelle Stadtführung im Sinne des - [Als die Revolte noch ganz jung war – Rückblick auf ein Gespräch mit F. C. Delius](https://www.revierpassagen.de/126193/als-die-revolte-noch-ganz-jung-war-rueckblick-auf-ein-gespraech-mit-f-c-delius/20220602_1311) - Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius ist am 30. Mai mit 79 Jahren in Berlin gestorben. Aus diesem Anlass noch einmal die Wiedergabe eines kurzen Gesprächs, das ich auf der Frankfurter Buchmesse 1997 mit ihm führen durfte: Die Werkliste des Friedrich Christian Delius (54) ist lang. Das Spektrum reicht von herzhaften Attacken auf Konzerne („Unsere Siemens-Welt", - [Bis in die letzten Winkel der Stadt: „Dortmund entdecken!"](https://www.revierpassagen.de/126156/bis-in-die-letzten-winkel-der-stadt-dortmund-entdecken/20220530_1539) - Was Tipps rund um Dortmund angeht, verfügt Katrin Pinetzki offenkundig über einen riesigen Datenbestand und daraus folgende Detail-Kenntnisse. Sie ist also prädestiniert, Stadtführer zu verfassen. Erst vor rund zwei Jahren (Februar 2020) hat sie bei Klartext „Dortmund für Klugscheißer" publiziert und (als gebürtige Gelsenkirchenerin, die es jedoch langwierig nach Dortmund verschlagen hat) selbst alteingesessene Dortmunder - [Am atomaren Abgrund: Buch über die Kubakrise 1962](https://www.revierpassagen.de/126121/am-atomaren-abgrund-buch-ueber-die-kubakrise-1962/20220528_2001) - Es waren wahrlich dramatische Tage – damals, im Oktober 1962. Wir („My Generation") waren damals Grundschulkinder und haben kaum etwas von der Kubakrise mitbekommen. Die Medienwelt war noch längst nicht so unabweislich allgegenwärtig. Man erschrickt noch 60 Jahre im Nachhinein zutiefst, wenn man sich das alles heute vergegenwärtigt; erst recht in Zeiten des europäischen Krieges - [Erbarmen! „Die Expeditiven" kommen – ins Ruhrgebiet](https://www.revierpassagen.de/126048/erbarmen-die-expeditiven-kommen-ins-ruhrgebiet/20220526_1158) - Kein sonderlich origineller, sondern ein altgedienter Befund: Noch immer hinkt das Revier vielen anderen deutschen Regionen in mancherlei Hinsicht hinterher. Die Scharte lässt sich aber fix auswetzen, indem man die Backen ganz voll nimmt und diesen pseudokreativen, neudeutsch verblasenen Imponiersound hören lässt. Beispiele folgen sogleich, sie stammen von der Ruhr Tourismus GmbH (RTG), die just - [Ernste Gesänge: Angela Denoke und Hendrik Heilmann in der Reihe „Große Stimmen“ in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/94203/ernste-gesaenge-angela-denoke-und-hendrik-heilmann-in-der-reihe-grosse-stimmen-in-der-philharmonie-essen/20190415_0019) - Auf der Opernbühne verkörpert sie häufig traumatisierte Frauen: Salome, Kundry, Jenufa, Katja Kabanova, die Marie aus Alban Bergs „Wozzeck“, die „Lady Macbeth von Mzensk“ von Schostakowitsch. Angela Denoke mag die abgründige Tiefe dieser Figuren, die Kraft ihrer Geschichten, die in Verbindung mit der Musik einen nachgerade unwiderstehlichen Sog entwickeln. Die Sängerin mit der rotblonden Kurzhaarfrisur - [Pressekonferenz per Video: Programm der Neuen Philharmonie Westfalen rankt sich um Beethoven](https://www.revierpassagen.de/107230/pressekonferenz-per-video-programm-der-neuen-philharmonie-westfalen-rankt-sich-um-beethoven/20200417_2006) - Heute habe ich die erste Video-Pressekonferenz meines doch schon recht langen Berufslebens absolviert. „In den Zeiten von Corona" (eine bereits völlig ausgelutschte Wendung, ich weiß) ist ein solches Verfahren wohl ratsam. Der Blick in eine mögliche Zukunft des journalistischen Gewerbes ging von Unna aus. Dort wurde heute das Programm 2020/21 der Neuen Philharmonie Westfalen (NPW) - [Hymnische Hundertschaften: Die Neue Philharmonie Westfalen feiert ihr Jubiläum](https://www.revierpassagen.de/37879/hymnische-hundertschaften-die-neue-philharmonie-westfalen-feiert-ihr-jubilaeum/20160916_1852) - Ist dies nun Größenwahn? Ein musikalischer Exzess? Ein monumentales Spätwerk oder eine „metaphysische Riesenschwarte“, wie Theodor W. Adorno meinte? Ein Universum in Tönen oder eine „missglückte Wiederbelebung des Kultischen“, um noch einmal Adorno zu zitieren? Wie immer man zu Gustav Mahlers 8. Sinfonie stehen mag, leicht zu fassen ist sie beim besten Willen nicht. Da - [Höhepunkt zur Halbzeit – Angela Winkler und Joachim Meyerhoff begeistern das Publikum der Ruhrfestspiele](https://www.revierpassagen.de/126067/hoehepunkt-zur-halbzeit-angela-winkler-und-joachim-meyerhoff-begeistern-das-publikum-der-ruhrfestspiele/20220524_1537) - Ja, was soll man sagen? Das Publikum im restlos ausverkauften Großen Haus war begeistert vom Stück, spendete stehend anhaltenden Applaus, und die anschließenden Publikumsgespräche im Foyer, so man ihrer in Fetzen teilhaftig werden konnte, waren gespickt mit Superlativen: großartig, grandios, einzigartig, einmalig. Gemeint war damit in erster Linie sicherlich die Schauspielkunst dieses auf den ersten - [Abbilder der Verhältnisse – im „Atlas des Unsichtbaren"](https://www.revierpassagen.de/125996/abbilder-der-verhaeltnisse-im-atlas-des-unsichtbaren/20220522_1752) - Sinnreiche Visualisierung komplexer Sachverhalte ist eine Kunst, auf die sich nicht viele verstehen. Im Netz geht neuerdings der Auftritt „Katapult" steil, der auch verwickelte Dinge auf möglichst simple optische Umsetzungen „herunterbricht" – mit wechselndem Geschick: Manches, aber längst nicht alles gelingt. In den „Atlas des Unsichtbaren" sollte man sich hingegen einigermaßen vertiefen. „Auf einen Blick" - [Wie das Wort der Stunde lautet](https://www.revierpassagen.de/125890/wie-das-wort-der-stunde-lautet/20220520_0854) - Bitte mal eben kurz herhören, Leute! Wie könnte wohl das Wort dieser Tage (Pressejargon: „das Wort der Stunde") lauten? Jetzt mal ausnahmsweise abgesehen vom Militär-Sprech, das neuerdings Einzug gehalten hat und uns schon ganz geläufig von den Lippen geht. Wer könnte nicht den Unterschied zwischen Marder und Gepard darlegen? Zur Erinnerung nur ein paar Beispiele: - [Im Schnee auf den Spuren von Rimbaud – Jon Fosses grandioser Roman „Ich ist ein anderer"](https://www.revierpassagen.de/125529/im-schnee-auf-den-spuren-von-rimbaud-jon-fosses-grandioser-roman-ich-ist-ein-anderer/20220519_1129) - Asle wohnt irgendwo an einem abgelegenen Fjord und blickt jeden Tag über die Nebel verhangene Landschaft. Seine Frau, Alse, ist längst gestorben. Manchmal kommt ein Nachbar vorbei und sorgt dafür, dass Asle etwas isst, den Kamin befeuert und den Hund füttert. Ein Sessel im Wohnzimmer ist noch immer für Alse reserviert. Denn in Asles Gedanken - [Klönschnack zum Kringeln: „Dittsche" im Bochumer Schauspielhaus](https://www.revierpassagen.de/125940/kloenschnack-zum-kringeln-dittsche-im-bochumer-schauspielhaus/20220517_1014) - Vor ein paar Wochen hat sich hier die Frage erhoben, wie Comedians (oder wie man die höchst individuellen Meister ihres Fachs nun nennen soll) mit der gegenwärtigen Weltlage umgehen. Im Dortmunder Konzerthaus hat Helge Schneider eine erste Antwort gegeben und sich klugerweise jeder direkten „Stellungnahme" enthalten. Statt dessen hat er das gemacht, was er am - [Ein äußerst konservatives Verständnis von Kunst – Sammlung des Bundes zeigt ihre Neuerwerbungen in Bonn](https://www.revierpassagen.de/125814/ein-aeusserst-konservatives-verstaendnis-von-kunst-sammlung-des-bundes-zeigt-ihre-neuerwerbungen-in-bonn/20220516_0937) - Und anschließend überlegt man, was wirklich überwältigend war. Spontan eigentlich: Nichts. Oder vielleicht der große hölzerne Guckkasten von Dirk-Dietrich Henning, in dem er in großer räumlicher Tiefe Bildebenen montiert hat, Ausgeschnittenes überwiegend in Schwarzweiß, eine Fleißarbeit. Der französische Titel ließe sich in etwa mit „Schwäche der Leichtgläubigen“ übersetzen, und darunter kann man sich ja eine - [Fall ohne Fallhöhe in Gelsenkirchen: Gabriele Rech verpasst „Madama Butterfly“ ein neues Ende](https://www.revierpassagen.de/125588/fall-ohne-fallhoehe-in-gelsenkirchen-gabriele-rech-verpasst-madama-butterfly-ein-neues-ende/20220501_1301) - Irgendwann musste es so kommen: Am Ende von Giacomo Puccinis „japanischer Tragödie“ richtet Madama Butterfly den Dolch nicht gegen sich selbst, sondern sticht den hereinstürzenden Pinkerton ab. Damit macht Regisseurin Gabriele Rech das Opfer zur Täterin, nimmt ihr die Fallhöhe. Tatsächlich ein „Schritt in Richtung Unabhängigkeit“, wie das Programmheft der neuesten Produktion des Gelsenkirchener Musiktheaters - [Kurz, kürzer, Kurtág: Das Konzerthaus Dortmund ehrt Ungarns großen Komponisten mit einem fünftägigen „Zeitinsel“-Festival](https://www.revierpassagen.de/105144/kurz-kuerzer-kurtag-das-konzerthaus-dortmund-ehrt-ungarns-grossen-komponisten-mit-einem-fuenftaegigen-zeitinsel-festival/20200124_1336) - Wie der Zoom einer leistungsstarken Kamera wirken die „Zeitinseln“ im Konzerthaus Dortmund. Wenn das mehrtägige Minifestival Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts in den Fokus nimmt, erscheinen diese plötzlich verblüffend nahe. Ob Alban Berg oder Olivier Messiaen, Béla Bartók oder György Ligeti, George Benjamin oder Bernd Alois Zimmermann: Sie alle nehmen durch diese Konzertreihe faszinierend - [Herzstück mit Hölderlin: Der Bariton Benjamin Appl bereichert die Kurtág-Zeitinsel in Dortmund mit zwei Uraufführungen](https://www.revierpassagen.de/105495/herzstueck-mit-hoelderlin-der-bariton-benjamin-appl-bereichert-die-kurtag-zeitinsel-in-dortmund-mit-zwei-urauffuehrungen/20200204_1713) - Drei Stunden Probe für einen einzigen Takt Musik. Sechs Tage Arbeit an einem Liedzyklus von lediglich zwölf Minuten Dauer. Wie viel Beharrlichkeit und Einsatzbereitschaft mag der Bariton Benjamin Appl wohl in seinen Koffer gepackt haben, bevor er nach Budapest reiste, um dem legendären Komponisten György Kurtág zu begegnen? Im Vorfeld des aktuellen Zeitinsel-Festivals im Konzerthaus - [Neue Exklusiv-Künstlerin am Konzerthaus Dortmund: „Maestra Mirga“ mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra](https://www.revierpassagen.de/101636/neue-exklusiv-kuenstlerin-am-konzerthaus-dortmund-maestra-mirga-mit-dem-city-of-birmingham-symphony-orchestra/20191007_2149) - Am Konzerthaus Dortmund ist eine neue Exklusivkünstlerin angetreten: Die aus Litauen stammende, erst 32jährige Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla begann diese drei Jahre währende Partnerschaft mit einem erfreulich ungewöhnlichen Programm. Mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Chor stellte die seit 2016 amtierende Chefin des renommierten britischen Klangkörpers zwei Werke vor, die Leiden an dem Terror, - [Mehr als Filet und Trüffel: Die Musikwelt begeht das 150. Todesjahr Gioachino Rossinis – Festivals in Bad Wildbad und Pesaro würdigen sein Werk](https://www.revierpassagen.de/50946/mehr-als-filet-und-trueffel-die-musikwelt-begeht-das-150-todesjahr-gioachino-rossinis-festivals-in-bad-wildbad-und-pesaro-wuerdigen-sein-werk/20180610_0920) - Er ist unbestritten einer der großen Komponisten des 19. Jahrhunderts und hat mit „Il Barbiere di Siviglia“ ein Meisterwerk geschaffen, das seit seiner Premiere 1816 nicht mehr von den Bühnen der Welt wegzudenken ist. Aber die öffentliche Wahrnehmung Gioachino Rossinis weist merkwürdige Brüche und Lücken auf. Von seinen rund 40 Bühnenwerken wird neben dem unsterblichen - [Die Masse als politischer Akteur: Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems zeigt Magdeburg seine Oper „Dantons Tod“](https://www.revierpassagen.de/48206/die-masse-als-politischer-akteur-zum-100-geburtstag-gottfried-von-einems-zeigt-magdeburg-seine-oper-dantons-tod/20180124_1802) - Am 24. Januar 1918, vor 100 Jahren, erblickte in Bern einer der bekanntesten Komponisten der fünfziger und sechziger Jahre das Licht der Welt: Heute nur noch Insidern der Operngeschichte ein Begriff, entfaltete Gottfried von Einem nach der Uraufführung seiner Oper „Dantons Tod“ in Salzburg das musikalische Nachkriegs-Leben in Deutschland und Österreich entscheidend mit. Magdeburg würdigt - [Hochglanz am Klavier: Die gestylten Gebrüder Jussen spielen mit den Essener Philharmonikern Musik von Francis Poulenc](https://www.revierpassagen.de/48108/hochglanz-am-klavier-die-gestylten-gebrueder-jussen-spielen-mit-den-essener-philharmonikern-musik-von-francis-poulenc/20180122_1636) - Arthur und Lucas Jussen werden zur Zeit mächtig gehypt. Ein wenig freundlich-verspielt, dann wieder lässig cool und mit gewagt dosiertem Sex-Appeal präsentieren sich die Brüder hochglanzumschimmert, um sich in der großen Schar der „Ausnahme“-Pianisten zu profilieren. Auch künstlerisch werden sie mit Marketing-Lorbeeren umkränzt und es werden ihnen Hymnen gesungen, bei denen man nie so genau - [Luther, Homer Simpson und die anderen - Arbeiten des Malers Anton Henning in der Recklinghäuser Kunsthalle](https://www.revierpassagen.de/40707/luther-homer-simpson-und-die-anderen-arbeiten-des-malers-anton-henning-in-der-recklinghaeuser-kunsthalle/20170220_1829) - Er malt Gesichter, die wie bezahnte Trompeten aussehen, chaotische Innenräume oder auch gruselig kryptische Gebilde, denen Trichter und einzelne Augen die Anmutung von Lebendigkeit verleihen. Der Grad der Verfremdung naturalistischer Motive schwankt erheblich. Mal begnügt sich der Künstler mit der Applikation eines Horntrichters an einem ansonsten halbwegs normalen Gesicht, mal wirbelt er die Positionen von - [Alles auf Anfang: Wie die Künstlergruppe „junger westen" im Ruhrgebiet der Nachkriegszeit wirkte](https://www.revierpassagen.de/43074/alles-auf-anfang-wie-die-kuenstlergruppe-junger-westen-im-ruhrgebiet-der-nachkriegszeit-wirkte/20170505_2127) - Darüber darf man heute noch staunen: Ab 1947 erlangte die doch relativ kleine Ruhrgebietsstadt Recklinghausen eine Ausnahmestellung in der westdeutschen Kunstwelt. Hier fanden vor 70 Jahren die Protagonisten der alsbald so einflussreichen Künstlergruppe "junger westen" zusammen, 1948 ließen sie sich ganz ordentlich ins Vereinsregister eintragen. In jenen frühen Jahren wurde in Recklinghausen zudem ein alter - [3000 Liebesschlösser bitte im Stadion abholen - In Oberhausen dürften viele Tränen fließen...](https://www.revierpassagen.de/33696/3000-liebesschloesser-bitte-im-stadion-abholen-in-oberhausen-duerften-viele-traenen-fliessen/20151208_1918) - Über die Emschergenossenschaft und den Regionalverband Ruhr erreicht uns eine bemerkenswerte Nachricht: Für die illuminierte Oberhausener Emscherkunst-Brücke („Sinky Springs to Fame“) soll ein neues Brückengeländer für rund 100.000 Euro errichtet werden. Das allein wäre ziemlich normal. Aber die Begründung lässt aufmerken. Anscheinend tragen die Liebenden und wohl vor allem die Entliebten mit den mutmaßlich etwas - [Der Einzelne und die Gewalten: Gubaidulina und Bruckner unter Thielemann in Köln](https://www.revierpassagen.de/26731/der-einzelne-und-die-gewalten-gubaidulina-und-bruckner-unter-thielemann-in-koeln/20140910_1821) - Ein Orchester mit traditionsreichem, golden fülligem Klang, ein Dirigent mit einem Faible für die deutsche Romantik und ein Komponist, der wie kein zweiter für das Abendleuchten der ungebrochenen Tonalität und für einen Höhepunkt der Symphonik steht: Die Sächsische Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann und Anton Bruckner – diese Verbindung muss einfach funktionieren. Und das tut sie - [Ein Sommer für Matisse: Nizza widmet dem Maler acht Ausstellungen](https://www.revierpassagen.de/19641/ein-sommer-fur-matisse-nizza-widmet-dem-maler-acht-ausstellungen/20130824_1150) - Fünf Spidermen fassen sich an den Händen und tanzen Ringelreihen. An wen erinnert bloß diese Tanzszene, die der in Dortmund geborene Künstler Martin Kippenberger so kühn aufs Papier gebannt hat? Genau: „La Danse“ von Henri Matisse ist das Vor-Bild für die ironische Collage und dass beide Künstler nun in einem Museum zusammentreffen, kein Zufall: Zum - [Otto ist jetzt die Otto-Waalkes-Coverband](https://www.revierpassagen.de/4186/otto-ist-jetzt-die-otto-waalkes-coverband/20110916_0257) - Gitarre her, Finger fliegen, Ulkgesicht, Gag, Gag, Stimme hoch, runter, Zack, Pfiff, Schnalz, Gag, Gag, Gitarre in die Ecke rumpeln und weiter geht’s. Das war Otto damals - in den 70ern. Es wird Nacht, Señorita, klonk-zisch-kuckuck-pfeif, und ich habe kein Quartier... Solche Dinge Lacher halt. Rasant, anarchisch, chaotisch. Unerreicht. Die alten Stücke - nur - [Von Natur aus glücklich – „Katzen und der Sinn des Lebens"](https://www.revierpassagen.de/125685/von-natur-aus-gluecklich-katzen-und-der-sinn-des-lebens/20220514_1200) - Meiner Treu! Noch nie habe ich ein Buch gelesen, das dermaßen angefüllt ist mit Katzenlobpreisungen aller Art und Güte. Der britische Philosoph John Gray, Jahrgang 1948 und in olympischen Gefilden der Wissenschaften tätig (Oxford, Yale, London School of Economics), hat Dichtung und Geistesgeschichte auf katzenaffine Inhalte durchsucht und ist vielfach fündig geworden. Wir Menschen kommen - [„Nichts ist, das ewig sei": Bewegender Film über Detroit, Bochum und die Vergänglichkeit](https://www.revierpassagen.de/125709/nichts-ist-das-ewig-sei-bewegender-film-ueber-detroit-bochum-und-die-vergaenglichkeit/20220511_1206) - Kaum zu glauben, aber offenkundig: Das anno 1643 in deutscher Sprache verfasste, barocke Vergänglichkeits-Gedicht „Es ist alles eitel" von Andreas Gryphius scheint sich staunenswert genau zur desolaten Situation in der einstigen US-Autometropole Detroit zu fügen. „Seems like he got it", sagt einer von denen, die vor der Kamera ein paar Worte aus der englischen Übersetzung - [Vom Verschwimmen des Privaten: Paul Hindemiths Satire „Neues vom Tage“ in Gelsenkirchen](https://www.revierpassagen.de/125708/vom-verschwimmen-des-privaten-paul-hindemiths-satire-neues-vom-tage-in-gelsenkirchen/20220510_1715) - Die Badewanne war’s. Sie ließ Paul Hindemiths „Neues vom Tage“ zum Skandal werden. Eine Frau, die nackt und schaumbedeckt Männer empfängt, das erregte den wohlgesitteten deutschen Bürger der Weimarer Zeit: Ein bisschen gucken und sich empören. In Berlin war die „Zeitoper“ zwar nicht sonderlich erfolgreich. Aber den nur 15 Wiederholungen an der Kroll-Oper folgten, so - [Unermüdliche Suche nach Benachteiligung – „Cherchez la FemMe" im Dortmunder Studio](https://www.revierpassagen.de/125660/cherchez-la-hemme-in-dortmund-noch-nicht-fertig/20220509_1552) - Angekündigt wird die Begegnung mit drei sehr unterschiedlichen Frauen, mit Claude Cahun, Josephine Baker und Eartha Kitt. Doch wenn das Spiel beginnt, läuft es ganz anders als geplant. Offenbar ist das Publikum zu früh gekommen, die auf der Bühne sind noch nicht fertig. Und das Licht ist auch noch nicht an. Witzig? In Grenzen schon. - [Auf der Suche nach dem Schicksal – „Sibyl" von William Kentridge bei den Ruhrfestspielen](https://www.revierpassagen.de/125631/auf-der-suche-nach-dem-schicksal-sibyl-von-william-kentridge-bei-den-ruhrfestspielen/20220507_1300) - Papier spielt eine wichtige Rolle, Zettel, Blätter, Formulare. Der Film zeigt den südafrikanischen Künstler William Kentridge, wie er mit Kohle auf alten Blättern malt, handschriftlich geführte Listen offensichtlich, bei denen nicht klar wird, was aufgelistet ist. Bald schon merken wir, daß dieser zunächst ganz real daherkommende Film mit hübschen Trickelementen garniert ist; gleich zweifach taucht - [„Wir haben kein Recht auf Ruhe" – Peter Handke und seine traurigen Engel erzählen weiter](https://www.revierpassagen.de/125527/wir-haben-kein-recht-auf-ruhe-peter-handke-und-seine-traurigen-engel-erzaehlen-weiter/20220505_1653) - „Genug jetzt ins Leere geschaut“, murmelt der eine. Doch von Leere kann keine Rede mehr sein. Alles hat sich inzwischen bevölkert, die Unsichtbaren wurden sichtbar, die Engel verwandelten sich in Erdlinge. Doch die Träumer, die einst durch den „Himmel über Berlin“ schwebten und die Wünsche und Hoffnungen der Menschen lenkten, wollen weiter spielen, sich immer - [Was uns im Museum blüht: Dortmund zeigt „Flowers!"](https://www.revierpassagen.de/125558/was-uns-im-museum-blueht-dortmund-zeigt-flowers/20220429_1816) - Wenn eine Ausstellung „Flowers!" (nur echt mit dem Ausrufezeichen) heißt und stadtweit blumig plakatiert wird, dann könnten optischer Seelenbalsam, Harmonie und farbenprächtige Idyllen zu erwarten sein. Doch so bruchlos darf man das Thema natürlich (!) längst nicht mehr angehen. Also muss man sich jetzt beim Besuch im Dortmunder Museum Ostwall auch auf irritierende oder gar - [Dieses ausweglose Leben – „Beyond Caring": Schaubühne zeigt krasse Sozialstudie über Putzkräfte](https://www.revierpassagen.de/125533/dieses-ausweglose-leben-beyond-caring-schaubuehne-zeigt-krasse-sozialstudie-ueber-putzkraefte/20220428_1933) - „Mich interessiert nicht die Repräsentation von Leben, mich interessiert das Leben.“ Mit „Love“ porträtierte der britische Autor und Regisseur Alexander Zeldin Menschen, die Weihnachten in einer Notunterkunft des Sozialamtes zubringen müssen. Jetzt inszeniert er an der Berliner Schaubühne sein Stück „Beyond Caring“, das die prekäre Arbeit und schwierige Lebenssituation von Reinigungskräften thematisiert. Mit krassem Realismus - [Die „neue" WAZ: Mal wieder gründlich aufgeräumt](https://www.revierpassagen.de/125504/die-neue-waz-mal-wieder-gruendlich-aufgeraeumt/20220426_1533) - Wenn sich die WAZ, die größte Zeitung des Ruhrgebiets, nach rund zehn Jahren ein neues Erscheinungsbild verpasst, so ist das schon ein regionales Thema. Wie will das altgediente Blatt in aufgefrischter Form wohl wirken? Allererster Eindruck: Die WAZ sieht jetzt ungefähr so aus wie gefühlt 60 Prozent der bundesdeutschen Gazetten, die man so kennt. Luftiges - [Der nächste Promi im Osthaus Museum: Dieter Nuhr als Fotograf](https://www.revierpassagen.de/125455/der-naechste-promi-im-osthaus-museum-dieter-nuhr-als-fotograf/20220425_1920) - Die Zielrichtung ist unverkennbar: Schon wieder setzt das Hagener Osthaus Museum mit Aplomb auf den Promi-Faktor. Wir erinnern uns, mehr oder weniger flüchtig: Zuerst hat der weltberühmte Hollywood-Star Sylvester Stallone („Rambo", „Rocky") hier seine Gemälde präsentiert, dann kam der Popmusiker Bryan Adams mit seinen Fotografien an die Reihe. Und jetzt? Stellt wieder jemand aus, den - [Früher war einfach mehr Kneipe!](https://www.revierpassagen.de/116775/frueher-war-einfach-mehr-kneipe/20220110_1557) - Ach, wo sind sie nur geblieben, die vielen Eckkneipen Westfalens, zumal im Ruhrgebiet? Wo sind die knarzigen, urigen Typen, die dort Abend für Abend gehockt und frei von der (wohl arg strapazierten) Leber weg geredet oder stundenlang schweigend gesüffelt haben? Früher war’s nicht besser, aber anders. Da gehörten mindestens zwei Dinge zwingend zum Kneipenwesen: eine - [Geistvoller Zaubertrank: „Le Philtre“ von Daniel François Esprit Auber wiederentdeckt](https://www.revierpassagen.de/114762/geistvoller-zaubertrank-le-philtre-von-daniel-francois-esprit-auber-wiederentdeckt/20210730_1859) - Moment! Die Geschichte kommt uns bekannt vor: Ein einfacher Landarbeiter, ziemlich naiv, aber rührend seelenvoll, schmachtet für eine kapriziöse junge und begüterte Frau. Ein geheimnisvolles Elixier, verkauft von einem großmäuligen Quacksalber, bringt ihn auf die Sprünge, löst ihm die Zunge, aber ein schneidiger Soldat fährt ihm in die Parade. Am Ende kriegt er, was er - [Wie entsteht eigentlich eine Ausstellung? Wuppertaler Museum gibt hochinteressante Einblicke](https://www.revierpassagen.de/80612/wie-entsteht-eigentlich-eine-ausstellung-wuppertaler-museum-gibt-hochinteressante-einblicke/20181005_2105) - Seltsame Ausstellung! Da findet man etliche unausgepackte Bilderkisten, hie und da liegen Sägespäne auf dem ansonsten sorgsam gereinigten Museumsboden. Als Besucher kommt man zudem an einem unaufgeräumten Schreibtisch (Stichwort „kreatives Chaos") vorbei – und in einem Raum lehnen leere Bilderrahmen an den Wänden. Nanu? Sind die Museumsleute nicht fertig geworden? Nun, es ist nur die - [Junge Frau, ganz auf sich gestellt: Wuppertal würdigt das künstlerische Werk von Paula Modersohn-Becker](https://www.revierpassagen.de/79708/junge-frau-ganz-auf-sich-gestellt-wuppertal-wuerdigt-das-kuenstlerische-werk-von-paula-modersohn-becker/20180908_1059) - Man muss es sich immer wieder vor Augen halten: All die Bilder der Paula Modersohn-Becker (1876-1907) stammen von einer sehr jungen Frau. Schon recht früh zeigt ihr Werk alle Anzeichen von Reife. Mit ungefähr 20 begann sie vorsichtig tastend ihren künstlerischen Weg. Anfangs malte sie noch sichtlich unbeholfen. Aber dann! In wenigen Jahren hat sie - ["Weißer Neger Ruhrgebiet": Plädoyer für eine zukunftsträchtige Identität der Region](https://www.revierpassagen.de/33080/weisser-neger-ruhrgebiet-plaedoyer-fuer-eine-zukunftstraechtige-identitaet-der-region/20151109_1043) - Revierpassagen-Gastautor Michael Walter Erdmann, Künstler und Publizist aus Essen, plädiert für eine europäische, in die digitale Zukunft gerichtete Identität des Ruhrgebiets. Worum es geht: „Ein freies Netz, ein an Grundrechten orientierter regulierter Datenmarkt und die Erinnerung daran, dass die Autonomie des Individuums unser Mensch-Sein begründet, kann eine bessere, eine neue Welt schaffen. In dieser Welt - [Jekami, Jeki, JeKits - Yeah, Yeah, Yeah!](https://www.revierpassagen.de/27876/jekami-jeki-jekits-yeah-yeah-yeah/20141106_2201) - Um es vorweg zu sagen: Die Sache an sich ist gut und richtig. Dass Kinder sich zunächst spielerisch und später ausgiebig mit Musikinstrumenten befassen, kann man eigentlich nur begrüßen. Doch schon die bürokratische Abkürzung für das entsprechende Maßnahmenbündel („Jeki“ = Jedem Kind ein Instrument) ist von gelinder Komik der unfreiwilligen Sorte. Da war selbst das - [„Daran muss man sich erst einmal gewöhnen!" – die Corona-Krise aus Sicht einer Zehnjährigen](https://www.revierpassagen.de/106762/daran-muss-man-sich-erst-einmal-gewoehnen-die-corona-krise-aus-sicht-einer-zehnjaehrigen/20200322_1359) - Als Gastautorin schreibt die zehnjährige Stella Berke über ihre Erfahrung mit der „Corona-Krise". Hier der authentische, unkorrigierte Text: Ich bin Stella, 10 Jahre alt. Ich beschäftige mich heute mit dem Thema: „Was hat der Corona-Virus für uns Kinder für Folgen?" Diese Frage kommt hauptsächlich auf das Kind und seine Persönlichkeit an. Nehmen wir an, wir - [Genie für jede Gelegenheit: Erfinder Daniel Düsentrieb wird 70 Jahre alt](https://www.revierpassagen.de/125376/genie-fuer-jede-gelegenheit-erfinder-daniel-duesentrieb-wird-70-jahre-alt/20220421_1402) - Als Gastautorin schreibt die 12-jährige Stella Berke über einen berühmten Einwohner von Entenhausen: Der geniale Erfinder hilft den Mitbewohnern der kleinen Stadt oft beim Lösen ihrer Probleme: Daniel Düsentrieb selbst wurde 1952 erfunden und ist jetzt 70 Jahre alt. Zum Beispiel ist er Phantomias, dem Superhelden Entenhausens, schon oft zur Hand gegangen. Daniel Düsentrieb hat - [Historie in der Horizontale: „Was im Bett geschah"](https://www.revierpassagen.de/125123/historie-in-der-horizontale-was-im-bett-geschah/20220415_1723) - Wenn man nur lange genug über ein Thema nachsinnt, scheint der Stoff schier uferlos zu werden. Beispielsweise das Bett und alles Drumherum. Was lässt sich da nicht alles erzählen! Es lassen sich damit zahllose Bücher füllen, beispielsweise das im Titel etwas anzüglich klingende „Was im Bett geschah" (im Original noch eine Spur aktiver: „What We - [Aufbrüche aller Art: Spuren der 60er und 70er Jahre in der Wuppertaler Sammlung](https://www.revierpassagen.de/125183/aufbrueche-aller-art-spuren-der-60er-und-70er-jahre-in-der-wuppertaler-sammlung/20220413_1744) - Wuppertals Von der Heydt-Museum kreist weiterhin produktiv um sich selbst, genauer: um seine eigene Sammlung, deren Schätze noch gar nicht komplett gehoben zu sein scheinen und noch immer Aha-Erlebnisse mit sich bringen. So entstehen neue Perspektiven aufs Vorhandene. Kostensparend sind derlei Ausstellungen ohne Leihgaben obendrein. Kürzlich begann die Reihe der „Freundschaftsanfragen" mit künstlerischen Stellungnahmen zu - [Die Kunst kann keinen Krieg beenden](https://www.revierpassagen.de/125176/die-kunst-kann-keinen-krieg-beenden/20220411_1113) - Gastautor Bernd Huber über das Verhältnis von Kunst und Krieg in diesen Zeiten: Ich bin verwirrt, weil sich mir Fragen aufdrängen. Die wichtigste Frage ist wohl die, ob die Kunst in Kriegszeiten „rein" bleiben kann. Ich möchte es absichtlich mal auf die Spitze treiben und fragen: „Reicht es, ,Imagine' zu singen?" Wenn die Kunst fordernd - [„Katarstrophale Katarstimmung" oder: Bloß nicht auch noch eine Fußball-WM im Wüstenstaat!](https://www.revierpassagen.de/101366/katarstrophale-katarstimmung-oder-bloss-nicht-auch-noch-eine-fussball-wm-im-wuestenstaat/20191002_1040) - Von den derzeit laufenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Katar habe ich keine einzige Minute im Fernsehen geschaut. Die Veranstaltung geht mir komplett gegen den Strich. Dabei habe ich vor Jahr und Tag mal gern und gespannt zugesehen, wenn gelaufen, gesprungen und geworfen wurde. Jetzt reicht mir schon, was ich da lesen muss, ich brauche die abstruse Quälerei - [Tonhalle Düsseldorf: Konzertreihe zum 100. Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann](https://www.revierpassagen.de/81291/tonhalle-duesseldorf-konzertreihe-zum-100-geburtstag-von-bernd-alois-zimmermann/20181109_1612) - Mit einer Serie von drei Konzerten würdigt die Tonhalle Düsseldorf Bernd Alois Zimmermann als einen der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Aus Anlass des 100. Geburtstags Zimmermanns, der am 20. März 1918 in Erftstadt-Bliesheim geboren wurde und bis zu seinem Tod 1970 an der Kölner Musikhochschule unterrichtete, spielt der Pianist Udo Falkner am Samstag, 10. - [Sprühende Laune, fülliger Klang: Das Toronto Symphony Orchestra und Jan Lisiecki in der Philharmonie Essen](https://www.revierpassagen.de/43873/spruehende-laune-fuelliger-klang-das-toronto-symphony-orchestra-und-jan-lisiecki-in-der-philharmonie-essen/20170606_1329) - In Europa hätte Oskar Morawetz im Jahr 1945 wohl kaum sein Debüt als Orchesterkomponist mit einer Karnevals-Ouvertüre geben können. Da feierten nicht die fröhlichen Narren ihre fünfte Jahreszeit, sondern die grausamen Schlächter ihre Götterdämmerung. Aber der vor 100 Jahren im heutigen Tschechien geborene Morawetz, einer der vielen von den Nazis vertriebenen Künstlern, wirkte zu dieser - [Die Feen, Das Liebesverbot, Rienzi: Oper Leipzig holt den ganzen Wagner ans Licht](https://www.revierpassagen.de/36461/die-feen-das-liebesverbot-rienzi-oper-leipzig-holt-den-ganzen-wagner-ans-licht/20160602_0947) - Den Begriff der „Jugendsünde“ hätte sich Richard Wagner besser verkniffen, als er die Partitur des „Liebesverbots“ König Ludwig II. von Bayern gewidmet hat. Denn dieses – in dem Spruch möglicherweise sogar augenzwinkernd gemeinte – Werturteil ist denen willkommen, die in den drei frühen Kompositionen des „Meisters“ keine „vollgültigen“ Werke sehen. Bis heute wird der anachronistische, - [Festspiel-Passagen II (München): Die Gruberova zehrt nur noch vom früheren Glanz](https://www.revierpassagen.de/31423/festspiel-passagen-ii-muenchen-die-gruberova-zehrt-nur-noch-vom-frueheren-glanz/20150717_1925) - Eine der üblichen Dreiecksbeziehungen? Nicht ganz: In Gaetano Donizettis „Roberto Devereux“ muss eigentlich von einem „Viereck“ gesprochen werden, denn Sara, das eigentliche Opfer der unheilvollen Konstellation, wird von ihrem Mann Nottingham aufrichtig geliebt – und diese Liebe, verbunden mit gekränkter Ehre, ist für das nachtschwarze Ende dieser immer noch unterschätzten Oper entscheidend, die jetzt bei - [Museum Folkwang: Bis zum Rausch in Farben schwelgen](https://www.revierpassagen.de/12551/museum-folkwang-bis-zum-rausch-in-farben-schwelgen/20121002_2148) - Von Zeit zu Zeit schwingt sich das Essener Museum Folkwang immer mal wieder auf, mit kräftiger Sponsorenhilfe die Spitzenposition im Ruhrgebiet zu behaupten. Das geht schon seit Jahrzehnten so. Diesmal heißt das Ereignis (eigentlich wenig originell) „Im Farbenrausch“. So oder ähnlich tauft man eben jene populären Ausstellungen, deren Macher mit Besucherzahlen weit oberhalb der 100 - [Künstliche Intelligenz gibt es nicht – Ausstellung im Dortmunder „U" geißelt grenzenlose Computergläubigkeit](https://www.revierpassagen.de/125198/kuenstliche-intelligenz-gibt-es-nicht-ausstellung-im-dortmunder-u-geisselt-grenzenlose-computerglaeubigkeit/20220410_1151) - Die „Künstliche Intelligenz“, abgekürzt KI, über die Computer neuester Bauart angeblich verfügen sollen, gibt es nicht. Der Begriff ist schlicht falsch. Computer sind genauso intelligent wie, sagen wir mal, ein Gurkenhobel. Eigentlich haben wir das ja immer gewußt, obwohl die elektronische Datenverarbeitung, bleiben wir für einen Moment bei diesem altehrwürdigen Begriff, heute in Gestalt attraktiver - [Ausstellung in der Dortmunder DASA: „Künstliche Intelligenz" – Wer sie steuert und wer sie erleidet](https://www.revierpassagen.de/125250/ausstellung-in-der-dortmunder-dasa-kuenstliche-intelligenz-wer-sie-steuert-und-wer-sie-erleidet/20211112_1316) - Nanu? Da steht man in einer Art Spiegelkabinett und glaubt, es ginge nun auch noch durch ein Labyrinth hindurch. Leichte Irritationen im Eingangsbereich der neuen Schau in der Dortmunder DASA (Arbeitswelt-Ausstellung). Sie entsprechen dem Thema, geht es doch ums Für und Wider der „Künstlichen Intelligenz" (KI); ein vielfältiges Phänomen, das für Verunsicherung sorgt. Der Rundgang - [Gezähmte Dämonen: Sinfoniekonzert der Duisburger Philharmoniker mit Marie Jacquot am Pult](https://www.revierpassagen.de/125256/gezaehmte-daemonen-sinfoniekonzert-der-duisburger-philharmoniker-mit-marie-jacquot-am-pult/20220410_1352) - „Romantische Dämonie“ war das neunte Philharmonische Konzert der Duisburger Philharmoniker überschrieben, doch in Robert Schumanns a-Moll-Klavierkonzert war von romantischen Anmutungen wenig zu hören. Erst Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung von Goethes „Faust“-Vorstudie „Die erste Walpurgisnacht“ ließ im farbenreichen Orchester und in exzessiv ausgekosteter Chordramatik die Dämonen vorüberziehen: „Menschen-Wölf‘ und Drachen-Weiber“ rasen da in dampfendem „Höllenbrodem“ über - [Das Ende der Unendlichkeit: Erinnerungen an ein Buch, das die Welt verändert hat](https://www.revierpassagen.de/125043/das-ende-der-unendlichkeit-erinnerungen-an-ein-buch-das-die-welt-veraendert-hat/20220330_1718) - Im Frühsommer vor 50 Jahren lag es in den Buchhandlungen: Ein blauer Umschlag, darauf lugt der Planet Erde zwischen den beiden Hälften eines aufgebrochenen Eis hervor. „Die Grenzen des Wachstums“ lautete der Titel; die Unterzeile verhieß epochale Erkenntnisse: Ein Bericht „zur Lage der Menschheit“! Kaum einer kannte den „Club of Rome“, noch unbekannter war der - [Dortmunder Nächte sind lang – oder etwa nicht?](https://www.revierpassagen.de/125089/dortmunder-naechte-sind-lang-oder-etwa-nicht/20220406_1556) - Ganz ehrlich: Übers Dortmunder Nachtleben – sofern es ein solches geben sollte – kann ich nicht mehr so richtig fundiert mitreden. Man ist schließlich kein Student mehr. Doch hört man ja gelegentlich dies und jenes über vorzeitig hochgeklappte Bürgersteige und dergleichen Unerfreulichkeiten. Etwas ältere Einwohner werden sogleich bedauernd ausrufen, dass zum Beispiel rund um den - [Ein Beitrag, der jetzt gestrichen werden muss](https://www.revierpassagen.de/125017/ein-beitrag-der-jetzt-gestrichen-werden-muss/20220404_1855) - Seit den monströsen Kriegsverbrechen von Buschta (oder Buchta oder Butscha – sucht euch die Schreibweise aus, es ist zweitrangig) „gehen" Texte wie der folgende, eilig gestrichene eigentlich nicht mehr, es verbietet sich jede auch noch so eingehegte Launigkeit. Da wir aber andererseits keine (Selbst)-Zensur ausüben wollen, bleiben die Ende März verfassten Zeilen noch notdürftig erkennbar. - [Chinas Raubbau an der Natur – Fotografien von Lu Guang im Bergbau-Museum Bochum](https://www.revierpassagen.de/120717/chinas-raubbau-an-der-natur-fotografien-von-lu-guang-im-bergbau-museum-bochum/20211207_1611) - Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum will sich jetzt und mittelfristig (vorerst „in der nächsten Dekade") vermehrt ökologischen Themen widmen. Das kündigte Museumsleiter Prof. Stefan Brüggerhoff heute geradezu pflichtschuldigst an. Nah am waltenden Zeitgeist, griff er dabei auf Worte wie „Anthropozän" (gegenwärtiges Zeitalter, in dem der Mensch die Erde gar zu gründlich verändert) und Nachhaltigkeit zurück. - [Wie man dem Ruhrgebiet (nicht) entkommt – Hilmar Klutes Roman „Die schweigsamen Affen der Dinge"](https://www.revierpassagen.de/124936/wie-man-dem-ruhrgebiet-nicht-entkommt-hilmar-klutes-roman-die-schweigsamen-affen-der-dinge/20220325_1058) - Hilmar Klute hat's mit Europas Top-Metropolen. Sein vorheriger Roman „Oberkampf" spielte überwiegend in Paris, der neue heißt „Die schweigsamen Affen der Dinge" und fängt ebenso weltläufig, wenn auch etwas überdrüssig in Rom an. Zwischendurch schweift die Erinnerung nach München und findet sich schließlich wieder in der jetzigen Wahlheimat Berlin ein. Eine Korsika-Phantasie gibt's hinzu. Doch - [Schluss mit dem Sinn! Helge Schneider im Dortmunder Konzerthaus](https://www.revierpassagen.de/124965/schluss-mit-dem-sinn-helge-schneider-im-dortmunder-konzerthaus/20220323_1225) - Diese Eintrittskarten haben so ihre Geschichte: Ursprünglich hätte der Auftritt von Helge Schneider im Dortmunder Konzerthaus im März 2020 sein sollen. Wegen Corona wurde der Termin mehrfach verschoben – und nun, zwei Jahre später, war es endlich so weit. Ausgerechnet jetzt, wo Putin in der Ukraine einen schmutzigen Krieg angezettelt hat. Wie können Komiker, wie - [Die helle Pracht im Kohlenbunker – „Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr" auf Zeche Zollverein](https://www.revierpassagen.de/121060/die-helle-pracht-im-kohlenbunker-eine-klasse-fuer-sich-adel-an-rhein-und-ruhr-auf-zeche-zollverein/20211212_1624) - In wessen Namen wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts einer der ersten Hochöfen im später so genannten Ruhrgebiet (genauer: Oberhausen) betrieben? Kaum zu glauben, aber historisch verbürgt: Es war die Fürstäbtissin des Reichsstifts von Essen, Maria Kunigunde von Sachsen, die bereits eine andere Hütte besaß. Und wer hat die hernach so imposante Henrichshütte in Hattingen - [„Mit Klassik allein kann man kaum Geld verdienen" – Gespräch mit dem Dortmunder Konzerthaus-Chef Ulrich Andreas Vogt](https://www.revierpassagen.de/82919/mit-klassik-allein-kann-man-kaum-geld-verdienen-gespraech-mit-dem-dortmunder-konzerthaus-chef-ulrich-andreas-vogt/20020821_2318) - Ulrich Andreas Vogt (50) wirkt ein wenig gestresst. Er hat wieder mit dem Rauchen angefangen. Für den Intendanten des Dortmunder Konzerthauses, das vom 13. bis 15. September feierlich eröffnet und dann manchen musikalischen Weltstar hierher führen wird, ist jetzt die ganz heiße Arbeitsphase angebrochen. Westfälische Rundschau (WR): Wie sieht ihr Pensum im Endspurt vor der - [Wrestling beim Wacken Open Air - Lesung beim Rock Hard Festival](https://www.revierpassagen.de/1257/wrestling-beim-wacken-open-air-lesung-beim-rock-hard-festival/20110609_2110) - Während das Wacken Open Air Wrestling ins Programm übernommen hat, versucht es das Rock Hard Festival mit Literatur. Am Pfingstwochenende stellen die beiden Autoren Christian Krumm und Holger Schmenk ihr Buch „Kumpels in Kutten – Heavy Metal im Ruhrgebiet“ den Festival-Besuchern im Gelsenkirchener Amphitheater vor. Ein guter Anlass, um mit Christian Krumm zu sprechen, der - [Von Nöttelefönes, Klötenköhm und Halfjehang – ein Herkunftswörtbuch zur Sprache an Rhein (und Ruhr)](https://www.revierpassagen.de/51598/von-noettelefoenes-kloetenkoehm-und-halfjehang-ein-herkunftswoertbuch-zur-sprache-an-rhein-und-ruhr/20180712_1032) - Zugegeben, anfangs war ich ein klein wenig enttäuscht. Wenn man ein „Herkunftswörterbuch der Umgangssprache an Rhein und Ruhr" (Untertitel) in den Händen hält, erwartet man doch auch etliche Belege zur Mundart des Ruhrgebiets. Doch wenn man erst einmal blättert, stellt sich schnell heraus, dass wir es hier vornehmlich mit einem rheinischen Wörterbuch zu tun haben. - [Existenzielle Angst und Sicherheit im Glauben: Gelsenkirchen überzeugt mit Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites“](https://www.revierpassagen.de/48472/existenzielle-angst-und-sicherheit-im-glauben-gelsenkirchen-ueberzeugt-mit-francis-poulencs-dialogues-des-carmelites/20180202_1049) - Blanche de la Force hat Angst, tief sitzende Angst. Die junge Frau trägt im Namen das Wort Stärke, flieht aber die Welt. Das Kloster sieht sie als Ort der Sicherheit. Aber die alte Priorin, die sie an der Pforte empfängt, lässt keine Illusionen zu. Man könnte Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites“ leicht für eine katholische - [Prägende Gestalt der Nachkriegs-Jahrzehnte: Vor 100 Jahren wurde der Schriftsteller Heinrich Böll geboren](https://www.revierpassagen.de/47520/praegende-gestalt-der-nachkriegs-jahrzehnte-vor-100-jahren-wurde-der-schriftsteller-heinrich-boell-geboren/20171221_0942) - „Freiheit wird nie geschenkt, immer nur gewonnen“ (Heinrich Böll) Seine Erzählungen und Romane prägten die Literatur der jungen Bundesrepublik, sein politisches Engagement ließ ihn zum Feindbild und Hoffnungsträger werden. Am 21. Dezember 1917 kam in Köln einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache zur Welt: Heinrich Böll. Bölls 100. Geburtstag wurde in diesem Herbst mit Lesungen, - [Sarah Kirschs "Märzveilchen": Fern vom dröhnenden Lärm der Welt](https://www.revierpassagen.de/7938/sarah-kirschs-marzveilchen-fern-vom-drohnenden-larm-der-welt/20120310_2154) - Die Wochentage heißen hier beispielsweise Montauk, Mistwoch, Donner, Sonntach. Sie verteilen sich auf Monate wie Jaguar, Zebra, Nerz, Mandril, Mayen oder Junius. Hamburgs Schanzenviertel firmiert als Chancen-Viertel. Mit dem Internet verhält es sich so: „Sonst gab es nur Mist im Indernetz und man vergeudet seine herrliche Zeit.“ Wie soll man das finden, wenn jemand seine - [Verheißung und Grenzen der Freiheit – Andreas Stichmanns Roman „Eine Liebe in Pjöngjang"](https://www.revierpassagen.de/124884/verheissung-und-grenzen-der-freiheit-andreas-stichmanns-roman-eine-liebe-in-pjoengjang/20220315_1027) - Ist es nicht reizvoll, einen Roman zu lesen, der in Nordkorea spielt – obwohl ihn ein gebürtiger Bonner und Wahlberliner verfasst hat? Immerhin ist der 1983 geborene Andreas Stichmann 2017 im maximal abgeschotteten Lande gewesen und legt nun „Eine Liebe in Pjöngjang" vor. Zwei Frauen stehen im Zentrum des seltsamen Geschehens. Die eine heißt Claudia - [Psychische Krankheit und Kreativität: Westfälisches Projekt nimmt „Outsider"-Literatur in den Blick](https://www.revierpassagen.de/124789/psychische-krankheit-und-kreativitaet-westfaelisches-projekt-nimmt-outsider-literatur-in-den-blick/20220309_1646) - Zusammenhänge zwischen Künsten und psychischen Erkrankungen, krasser gesagt zwischen Genie und Wahnsinn, sind ein weites Feld. Ist nicht eine gewisse „Verrückt-heit" gar Antriebskraft jeglicher Kreativität, weil sie ungeahnt neue Perspektiven eröffnen kann? Anders gewendet: Können Künste heilsam oder lindernd wirken? Oder geht dabei schöpferische Energie verloren? Uralte Fragen, die gelegentlich neu gestellt werden müssen. Um - [„Das andere Geschlecht" – Bundeskunsthalle erinnert an Simone de Beauvoirs Klassiker der Frauenbewegung](https://www.revierpassagen.de/124698/das-andere-geschlecht-bundeskunsthalle-erinnert-an-simone-de-beauvoirs-klassiker-der-frauenbewegung/20220307_1305) - Ein rundes Datum gibt es nicht, es ist auf jeden Fall schon lange her. 1949, vor 73 Jahren mithin, erschien Simone de Beauvoirs bahnbrechendes Werk „Le deuxième sexe“, dessen Titel im Deutschen zwei Jahre später nicht ganz exakt mit „Das andere Geschlecht“ übersetzt wurde. Genau genommen eben das zweite, nicht das andere. Die Ordnungszahl Zwei - [„Wehe, wenn der Russe kommt..." – So haben wir damals gelacht und nicht gedacht](https://www.revierpassagen.de/124710/wehe-wenn-der-russe-kommt-so-haben-wir-damals-gelacht-und-nicht-gedacht/20220305_2012) - „Wann und wie mag denn wohl der Russe kommen?" Wenn ich diese triefend ironische, hier noch einmal mitsamt Text verlinkte Überschrift vom 24. Juni 1982 über einem meiner Artikel wieder lese, läuft es mir heißkalt den Rücken herunter, so überaus falsch klingt sie jetzt. Die Schlagzeile stand jedenfalls über einer TV-Vorschau auf einen Film des - [Wann und wie mag denn wohl der Russe kommen? Dortmunder Michael Braun drehte einen Bundeswehr-Film](https://www.revierpassagen.de/123539/wann-und-wie-mag-denn-wohl-der-russe-kommen-dortmunder-michael-braun-drehte-einen-bundeswehr-film/19820624_1842) - Von Bernd Berke Dortmund. So bereitwillig hätten sie sicherlich nicht mitgespielt, wenn sie geahnt hätten, was dabei herauskommt: Vier Wochen lang leisteten Bundeswehrkompanien in Norddeutschland dem Dortmunder Filmemacher Michael Braun jede nur erdenkliche Hilfestellung, als der mit Kamera und Mikro den Kasernenalltag einfing. Braun, der in seinem mit Spielszenen durchsetzten, halbdokumentarischen Film „Es tönt der - [Wahrhaftige Nahansichten aus Europa – Historische Fotografien des Dortmunders Erich Grisar auf Zeche Zollern](https://www.revierpassagen.de/124655/wahrhaftige-nahansichten-aus-europa-historische-fotografien-des-dortmunders-erich-grisar-auf-zeche-zollern/20220303_1301) - „Mit Kamera und Schreibmaschine durch Europa" – schon beim bloßen Titel dieser Ausstellung klingelt es neuerdings wieder vernehmlich mahnend und vielleicht bedrohlich in den Ohren. In diesen Tagen hat „Europa" wieder einen anderen Klang als noch vor kurzer Zeit. Das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern führt uns zurück in die Jahre 1928 bis 1933. Damals gab es - [Gut und teuer eingekauft: Viel Berliner Spitzen-Theater prägt das Programm der Ruhrfestspiele 2022](https://www.revierpassagen.de/124626/gut-und-teuer-eingekauft-viel-berliner-spitzen-theater-praegt-das-programm-der-ruhrfestspiele-2022/20220302_1940) - „Haltung und Hoffnung“ lautet das Motto der Ruhrfestspiele 2022. Erfunden wurde es sozusagen für das Leben mit der Pandemie, aber für den Ukraine-Krieg paßt es auch ganz gut. „Gut und teuer“ wäre ebenfalls möglich gewesen. Denn schaut man auf das Programm, das Schauspiel-Programm zumal, dann begegnen einem dort die Erfolgsproduktionen der laufenden Saison, vorzugsweise aus - [„Freundschaftsanfrage": Künstlerische Stellungnahmen zur Wuppertaler Sammlung](https://www.revierpassagen.de/124546/freundschaftsanfrage-kuenstlerische-stellungnahmen-zur-wuppertaler-sammlung/20220225_1926) - Wuppertals Von der Heydt-Museum legt eine neue Ausstellungsreihe auf. Als wären wir im sozialen Netzwerk, heißt die Serie „Freundschaftsanfrage". Der erste Künstler, der sie angenommen hat, ist Hans-Christian Schink, er wurde 1961 in Erfurt geboren und betont – vor, neben und nach aller Weltoffenheit – seine ostdeutsche Identität. Konzept der „Freundschaftsanfrage": Gegenwartskünstler (Frauen inbegriffen) sollen - [Abermals Promi-Faktor im Osthaus Museum: Nach Sylvester Stallone ist Bryan Adams an der Reihe – als vielseitiger Fotograf](https://www.revierpassagen.de/124494/abermals-prominenz-im-osthaus-museum-nach-sylvester-stallone-ist-bryan-adams-an-der-reihe-als-vielseitiger-fotograf/20220218_1627) - In Hagen gibt sich die internationale Prominenz aus vermeintlich museumsfremden Bereichen die Klinke in die Hand. Noch für dieses Wochenende (bis 20. Februar) sind Gemälde des weltbekannten Hollywood-Stars Sylvester Stallone im Osthaus Museum zu sehen. Und sogleich beginnt am Sonntag eine neue Schau der Rock- und Pop-Größe Bryan Adams. Der wiederum verdingt sich seit längerer - [Corona-Wortsammlung – weitgehend ohne Definitionen, aber fortlaufend aktualisiert](https://www.revierpassagen.de/107263/kleine-corona-wortsammlung-ohne-definitionen/20200419_2319) - Hier ein kleines Corona-„Lexikon", darinnen etliche Worte, Wendungen, Zitate, Namen und Begriffe, von denen wir zu Beginn des Jahres 2020 nicht einmal zu träumen gewagt haben; aber auch bekannte Worte, die im Corona-Kontext anders und häufiger auftauchen, als bislang gewohnt. All das zumeist ohne Definitionen und Erläuterungen, quasi zum Nachsinnen, Ergänzen und Selbstausfüllen. Und natürlich - [Ros*in*enmontagsgruß – Gendern will gelernt sein](https://www.revierpassagen.de/112299/rosinenmontagsgruss-gendern-will-gelernt-sein/20210215_1347) - Liebe Frau*innen und Männer*innen, liebe Männ*innen und Frauende, liebe Närrinnen und Narrhalesen, heute am Rosenmontag möchte ich mich vordergründig zwar vor allem an die Männ*innen unter Ihnen wenden, aber selbstverständlich sind Frauende und Kind*innen immer mitgemeint. Unumstritten, es ist höchste Zeit, dass Frauenzimmer, ja eigentlich alle weiblichen Räume und Welten sprachlich deutlich sichtbar werden! Ihnen, - [Es war ein Sommer ohne Festivals – aber Innsbruck trotzt dem Virus mit einer römischen Prachtoper](https://www.revierpassagen.de/109896/ein-sommer-ohne-festivals-aber-innsbruck-trotzt-dem-virus-mit-einer-roemischen-prachtoper/20200912_1052) - Ein öder Sommer verblasst über der Landschaft der Festivals. Von Schleswig-Holstein bis Macerata, vom Rheingau bis nach Griechenland – alles abgesagt. Leer lag das Nest in Bayreuths prangendem Saal, allzu früh schwand die Triennale an der Ruhr und still lag das Wildbader Tal im Schwarzwald, wo sonst Rossinis liebliche Melodiegirlanden in den Himmel der Musik - [Lehmbruck-Museum: Formfindungen zwischen Körper und Geist](https://www.revierpassagen.de/124433/lehmbruck-museum-formfindungen-zwischen-koerper-und-geist/20220211_1847) - Im Duisburger Lehmbruck-Museum stehen für 2022 spannende Ausstellungen auf der Agenda. Das lässt jedenfalls die heutige Programmvorstellung erhoffen. Söke Dinkla, die Direktorin des Hauses, nennt als Leitlinie den Gegensatz (oder auch das Zusammenwirken) von Geist und Materie: Inwieweit bestimmen Gedanken oder eben Gegenstände unser Dasein? Es wird sich zeigen, in welcher Weise die Ausstellungen diesen - [„Nervös wie ein Rennpferd in der Startbox" – Paul Auster umkreist Leben und Werk des fast vergessenen Stephen Crane](https://www.revierpassagen.de/124390/nervoes-wie-ein-rennpferd-in-der-startbox-paul-auster-umkreist-leben-und-werk-des-fast-vergessenen-stephen-crane/20220208_1639) - Die (post)moderne Literatur hat Paul Auster entscheidend beflügelt. Die „New-York-Trilogie“ hat ihm einen Platz in der Weltliteratur gesichert. Mit „4,3,2,1“ schrieb er sein Opus magnum. „In Flammen“ heißt sein neues Buch, das „Leben und Werk von Stephen Crane“ untersucht: die Biografie eines fast vergessenen Autors, der im Jahr 1900 – mit nur 28 – an - [„Die Jahre der wahren Empfindung" – Helmut Böttigers anregendes Buch zur Literatur der 70er](https://www.revierpassagen.de/124306/die-jahre-der-wahren-empfindung-helmut-boettigers-anregendes-buch-zur-literatur-der-70er/20220206_1843) - Noch andere Leute hier, die hauptsächlich in den 1970er Jahren literarisch sozialisiert worden sind? Mir wurde es wieder bewusst, als ich jetzt Helmut Böttigers Buch „Die Jahre der wahren Empfindung" gelesen habe, in dem die 70er laut Untertitel als „wilde Blütezeit der deutschen Literatur" gelten (wobei es eigentlich „deutschsprachig" heißen müsste, aber das wäre zu - [Man entkommt ihnen nicht: "Die Roboter" - Dortmunder Schau über Mensch & Maschine](https://www.revierpassagen.de/33305/man-entkommt-ihnen-nicht-die-roboter-dortmunder-schau-ueber-mensch-maschine/20151119_2024) - Am Eingang der Ausstellung „Die Roboter“ heißt uns ein gewisser Jemand willkommen – dreimal darf man raten, wer... Richtig. Ein Roboter namens "RoboThespian" macht die Honneurs und sagt artig Guten Tag. Manchmal hat er dabei sogar blinkende Herzchen in den Augen. Putzig, nicht wahr? Doch die kurzweilige Ausstellung hat etliche ernstere Aspekte. Schließlich geht es - [Zwischen Strenge und Witz: Flo Kasearu aus Estland – eine gar frühe Vorschau auf ihre Ausstellung bei den Ruhrfestspielen](https://www.revierpassagen.de/124266/flo-kasearu-aus-estland-zwischen-strenge-und-witz-eine-gar-fruehe-vorschau-auf-die-kunstausstellung-der-ruhrfestspiele/20220203_0958) - Was die Kunstausstellung der Ruhrfestspiele betrifft, so muss man noch viele Details abwarten. Gar (zu) früh, schon rund drei Monate vor Eröffnung, hat die Festspielleitung jetzt bei einer Online-Pressekonferenz im Schnelldurchgang Bruchstücke des Konzepts vorgestellt. Es zeichnet sich denn auch nur in vagen Umrissen ab. Fest steht immerhin, dass die Ausstellung – unter dem geradezu - [Wie eine gute alte Freundin – Die Westfalenhalle wird 70 Jahre alt](https://www.revierpassagen.de/124145/wie-eine-gute-alte-freundin-die-westfalenhalle-wird-70-jahre-alt/20220201_1000) - Es mag seltsam anmuten, wenn man dies über ein öffentliches Gebäude sagt, aber es stimmt: Die Westfalenhalle ist mir – wenigstens ein paar Jahrzehnte lang, immer mal wieder – wie eine gute Freundin erschienen und ans Herz gewachsen. Vor 70 Jahren, am 2. Februar 1952, ist der imposante Rundbau (der ab 1925 schon einen eleganten, - [Explosive Kunst: Folkwang Museum Essen würdigt Klaus Staeck mit einer Ausstellung zum 80. Geburtstag](https://www.revierpassagen.de/48628/explosive-kunst-folkwang-museum-essen-wuerdigt-klaus-staeck-mit-einer-ausstellung-zum-80-geburtstag/20180214_1845) - Inzwischen etwas in die Ferne gerückt, gehört das Schaffen von Klaus Staeck untrennbar zur Geschichte der Bundesrepublik in den Siebziger und Achtziger Jahren. Seine satirischen Plakate provozierten, weil sie stets den Kern der Probleme trafen. Jetzt widmet das Museum Folkwang in Essen dem Grafiker, Satiriker, Polit-Aktivisten und ehemaligen Präsident der Akademie der Künste in Berlin - [Akte und Architekturen: Essener Museum Folkwang würdigt den Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard](https://www.revierpassagen.de/46325/akte-und-architekturen-essener-museum-folkwang-wuerdigt-den-schweizer-fotografen-balthasar-burkhard/20171020_1408) - Einen der bedeutenden Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts würdigt das Museum Folkwang in Essen mit einer Ausstellung: Die 150 Werke und Werkgruppen umfassende Retrospektive für Balthasar Burkhard ist die erste große museale Würdigung des Schweizers in Deutschland und zeichnet das facettenreiche Schaffen des Fotografen etappenweise nach. Die Palette der Werke reicht von frühen - [Der teuerste Maler der Welt: Gerhard Richter wird zum 85. Geburtstag in Köln, Essen und Bonn ausgestellt](https://www.revierpassagen.de/40299/der-teuerste-maler-der-welt-gerhard-richter-wird-zum-85-geburtstag-in-koeln-essen-und-bonn-ausgestellt/20170209_1819) - Für die Kunstwelt ein großer Tag: Einer der prägenden Meister des letzten halben Jahrhunderts, Gerhard Richter, feiert heute, am 9. Februar, in Köln seinen 85. Geburtstag. Der in Dresden geborene Maler ist mit dem Rheinland seit mehr als einem halben Jahrhundert verbunden und lehrte bis 1994 als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Richter zählt zu - [Ein Kapitel Foto-Geschichte: Bilder aus der Sammlung Ernst Scheidegger im Museum Folkwang](https://www.revierpassagen.de/21924/ein-kapitel-foto-geschichte-folkwang-museum-zeigt-bilder-aus-der-sammlung-ernst-scheidegger/20131130_1643) - Das Folkwang Museum Essen zeigt seit heute eine Ausstellung mit rund 60 Fotografien aus der Sammlung des Zürcher Fotografen Ernst Scheidegger. Sie stammen aus einem Ankauf, den das Museum mit Unterstützung der Krupp-Jubiläums-Stiftung in diesem Jahr tätigen konnte. Anlass ist der 90. Geburtstag des Bildjournalisten und Künstlerfotografen am Samstag, 30. November. Das Konvolut von Fotos, - [Düstere Szenen und klare Linie - Plakate, Fotos und Grafiken im Museum Folkwang](https://www.revierpassagen.de/10438/dustere-szenen-und-klare-linie-plakate-fotos-und-grafiken-im-museum-folkwang/20120716_1635) - Kaum etwas scheint langweiliger zu betrachten, nichtssagender in der Wirkung als Wahlplakate. Eine bunte, zumeist familienkompatible Szenerie oder ein plumpes Symbol, garniert mit so flotten wie hohlen Sprüchen – fertig. Doch vielleicht ist dies nur Ausweis eines routinierten, ja ritualisierten Politikbetriebes, trotz aller Krisen und Probleme. Dieser Eindruck von gesitteter Normalität verfestigt sich, blickt man - [Hier gibt es für Künstler nichts zu lachen – Milan Peschels „Das Vaudeville der Verzweiflung" im Theater Dortmund](https://www.revierpassagen.de/124174/hier-gibt-es-fuer-kuenstler-nichts-zu-lachen-milan-peschels-das-vaudeville-der-verzweiflung-im-theater-dortmund/20220131_1213) - Leicht zugänglich ist dieses Stück nicht, trotz seines munteren Aufspiels. Vieles geht hier durcheinander, Zeitebenen und Rollenzueignungen bleiben unscharf, der Text trägt eher zu weiterer Verwirrung bei, als daß er die erklärenden Bezüge schaffte. Das Dortmunder Theater zeigt „The Head in The Door oder Das Vaudeville der Verzweiflung“; Milan Peschel hat das Stück geschrieben und - [Eigenwilliges Informel: Neue Galerie Gladbeck würdigt Gerhard Hoehme](https://www.revierpassagen.de/124053/eigenwilliges-informel-neue-galerie-gladbeck-wuerdigt-gerhard-hoehme/20220130_1421) - Mehr als 100 Jahre nach seiner Geburt rückt die Neue Galerie Gladbeck einen eigenwilligen und prägenden Künstler der Nachkriegszeit ins Blickfeld: „Relationen“ nennt sich die neue Ausstellung mit Werken von Gerhard Hoehme. 1920 in Greppin bei Dessau geboren und 1989 in Neuss gestorben, gehörte Hoehme zu den ersten Malern, die nach 1945 einen Neuanfang suchten. - [Immer Kohlestaub auf dem Zeichenpapier – Künstler Alfred Schmidt arbeitete vier Monate lang unter Tage an einem Großbild](https://www.revierpassagen.de/122456/immer-kohlestaub-auf-dem-zeichenpapier-kuenstler-alfred-schmidt-arbeitete-vier-monate-lang-unter-tage-an-einem-grossbild/19830831_1556) - Von Bernd Berke Gelsenkirchen. „Nimm lieber 'ne Schippe und verdien dir dein Geld richtig!" Solche Schmähungen mußte Alfred Schmidt (53) über sich ergehen lassen, als er die ersten Male auf Zeche „Hugo" in Gelsenkirchen-Buer einfuhr. Seit über 100 Jahren wird auf „Hugo" Kohle abgebaut, doch ein Maler war noch nie vor Ort. Alfred Schmidt ließ - [Kunst-Aktion mit Feuer, Wasser, Luft und Erde: Holzbilder 5 Jahre lang den „Elementen" ausgeliefert](https://www.revierpassagen.de/122307/kunst-aktion-mit-feuer-wasser-luft-und-erde-holzbilder-5-jahre-lang-den-elementen-ausgeliefert/19831015_1132) - Von Bernd Berke Mülheim. Gegen 11.27 Uhr schwebte gestern ein Hubschrauber über die Ruhr auf die Mülheimer Schloßbrücke zu und warf ein verwittertes HoIz-Quadrat ab. Eine Viertelstunde später hing das Objekt im Städtischen Museum – spektakulärer Abschluß einer Kunst-Aktion, deren Anfänge fünf Jahre zurückreichen. Seit 1978 hat der Mülheimer Willi Brands (38) vier quadratische Holzleistenkonstruktionen - [Eine frühere Kirche als Backstube und Sauna? – Das gibt es nur bei „Urbane Künste Ruhr"](https://www.revierpassagen.de/124069/eine-fruehere-kirche-als-backstube-und-sauna-das-gibts-nur-bei-urbane-kuenste-ruhr/20220128_1339) - Was unter dem Label „Urbane Künste Ruhr" in manchen Ecken des Reviers passiert, darüber lässt sich ohne Anschauung offenbar nur vage reden. Das hat sich abermals bei der heutigen Jahrespressekonferenz zum vielfältigen Projektbündel gezeigt. Fünf Statements waren angesagt – übrigens ausnahmslos von Frauen. Da hieß es erst einmal: den Überblick gewinnen, den zur Gänze vielleicht - [Warten auf Macbeth – Schauspielhaus Bochum plant eine zweite Saisonhälfte in Omikron-Zeiten](https://www.revierpassagen.de/124032/warten-auf-macbeth-schauspielhaus-bochum-plant-eine-zweite-saisonhaelfte-in-omikron-zeiten/20220127_1858) - „Das schaffen wir nicht“, hat Johan Simons immer deutlicher gespürt, „das bekommt nicht die Qualität, die es haben muß“. Und deshalb wird die Premiere der Macbeth-Inszenierung des Bochumer Intendanten ein zweites Mal verschoben. Vorgesehen war sie für Freitag, 28. Januar, das neue Datum steht noch nicht fest. „Ich mußte einfach diese Entscheidung treffen“, legt Johan - [Der Busen muß der Heimat weichen – WR-Umfrage: Was tun deutsche „Aufklärer" nach der Sex-Welle?](https://www.revierpassagen.de/123994/der-busen-muss-der-heimat-weichen-wr-umfrage-was-tun-deutsche-aufklaerer-nach-der-sex-welle/19740126_1132) - Von Bernd Berke Die Sexwelle, so hört man allenthalben, sei zu Ende. Nun gibt es für diese Behauptung einen untrüglichen Beweis: Selbst Alois Brummer, Bayerns und Deutschlands unermüdlichster Sex-Film-Produzent („Graf Porno"), ist von der Welle an Land gespült worden. An Heimatland. Brummer resignierend: „Ich bin auf Heimatfilme und Abenteuerstreifen umgestiegen." Sein einst so zahlungswilliges Publikum - [Wild wucherndes Roman-Gestrüpp – Hanya Yanagiharas „Zum Paradies"](https://www.revierpassagen.de/123366/wild-wucherndes-roman-gestruepp-hanya-yanagiharas-zum-paradies/20220125_0944) - Berühmt wurde Hanya Yanagihara mit dem Roman „Ein wenig Leben“. Jetzt hat die in New York lebende Autorin mit familiären Wurzeln auf Hawaii, die sich in ihren Büchern mit Missbrauch und Ausbeutung auseinandersetzt, einen 900-seitigen Roman veröffentlicht: „Zum Paradies“, ein wild wucherndes Gestrüpp literarischer Fantasien, eine Reise ins Herz der sozialen Abgründe und sexuellen Tabus. - [Zorn, Hochmut, Wollust und mehr: Die sieben Todsünden stehen im Mittelpunkt der „Tage Alter Musik" in Herne](https://www.revierpassagen.de/81260/zorn-hochmut-wollust-und-mehr-die-sieben-todsuenden-stehen-im-mittelpunkt-der-tage-der-alten-musik-in-herne/20181106_1828) - Herne ist unter den Ruhrgebietsstädten nicht gerade als ausgeprägte Kulturmetropole bekannt. Einmal im Jahr rückt die Stadt mit ihren 156.000 Einwohnern aber ins überregionale Interesse, wenn mit kräftiger Unterstützung von WDR 3 die „Tage Alter Musik“ veranstaltet werden. In diesem Jahr widmen sich die Konzerte und Opern dem Thema der Todsünden in der Musik vom - [Harlequin-Theater mit viel Spielfreude und aktuellen Ideen](https://www.revierpassagen.de/123565/harlequin-theater-mit-viel-spielfreude-und-aktuellen-ideen/19820202_1854) - Von Bernd Berke Auf spontane Einfälle darf man schon gefaßt sein beim Dortmunder „Hand- und Fußtheater", das jetzt im Café des Fritz-Henßler-Hauses zwei kurze Stücke unter dem Obertitel „Harlequin auf dem Pulverfaß" zeigte. Eine hautnahe Kostprobe überbordender Spielfreude bekam einer der etwa 100 jungen Zuschauer zu spüren, als Mitspielerin Elke Drews unvermittelt durch die Reihen - [Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus" nach Jean-Paul Sartre in Dortmund](https://www.revierpassagen.de/123913/alle-so-schoen-bunt-hier-das-spiel-ist-aus-nach-jean-paul-sartre-in-dortmund/20220123_1307) - Bunte Neonröhren an Wänden und Decke illuminieren in rhythmisch getaktetem Aufleuchten die Bühne, Wandflächen konturieren sich in pulsierenden Lichtrahmen, harte, schnelle Beats wummern durch den Raum. Endlich betreten die beiden Hauptpersonen die Bühne. Sie sind, das wird bald klar, durch Farb-, Licht- und Klangwirren hindurch im Totenreich angelangt, wo nun Nummern aufgerufen werden, mit denen - [Ganovenjagd geht rund um Hochöfen – Hansjörg Felmy als neuer „Tatort"-Kommissar](https://www.revierpassagen.de/123915/ganovenjagd-geht-rund-um-hochoefen-hansjoerg-felmy-als-neuer-tatort-kommissar/19740223_1716) - Von Rudolf Horsmann (alias Bernd Berke) Das könnte der Krimi-Hit des Jahres werden. Nachdem schon die Wiederholungen aus der „Tatort"-Serie von mehr Zuschauern gesehen wurden als fast alle Erstsendungen, jagt ab April Hansjörg Felmy als neuer „Tatort"-Kommissar Haferkamp die Verbrecher durchs Ruhrgebiet. Ständige Kulisse: die Industrielandschaft. Hochofen A dröhnt: Abstich. Rotglühender flüssiger Stahl fließt aus - [Kultur mit Kick: Martin Suter legt Roman über „Schweinis" Leben vor](https://www.revierpassagen.de/123879/kultur-mit-kick-martin-suter-legt-roman-ueber-schweinis-leben-vor/20220120_1854) - Der in Zürich beheimatete Diogenes-Verlag zählt zu den renommiertesten in deutschsprachigen Landen. Nun aber diese Diogenes-Pressekonferenz in Berlin. Auch und gerade Journalist*innen von Bild, RTL und Radio Schlagerparadies stellen ihre Fragen. Nicht gerade die kultursinnigsten Medien. Was ist denn da los? Martin Suter, Schweizer Schriftsteller von einigen Graden und Gnaden, hat ein Buch über den - [Ein Mann ging in die Küche – Hausmann muß noch gegen Vorurteile ankämpfen](https://www.revierpassagen.de/123824/ein-mann-ging-in-die-kueche-hausmann-muss-noch-gegen-vorurteile-ankaempfen/19740330_1611) - Von Bernd Berke „Manch einer wird sagen: ,Das is'n fau-ler Hund. Schickt seine Olle Geld verdienen und macht sich selbst zu Hause schöne Tage'", witzelt Hans-Jürgen Gräber (44). Gräber ist Hausmann. Der gelernte landwirtschaftliche Verwalter hat sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und führt den gemeinsamen Haushalt, während seine Frau Tanja (38) arbeitet. Und wenn sie - [Ein großes Dach für die Tiere – Europas erster Allwetterzoo öffnet bald seine Pforten in Münster](https://www.revierpassagen.de/123810/ein-grosses-dach-fuer-die-tiere-europas-erster-allwetterzoo-oeffnet-bald-seine-pforten-in-muenster/19740406_1550) - Von Bernd Berke (Text) und Helmut Orwat (Fotos) Ein riesiger „Platz für Tiere" wird am 2. Mai in Münster eröffnet. Auf einem 300 000 Quadratmeter großen Gelände wurde am Südrand der Stadt der erste Allwetterzoo Europas aus dem Boden gestampft. Damit übertrifft der Mammutzoo seinen Münsteraner „Vorgänger", der Ende letzten Jahres seine Pforten schloß, an - [Singende Kinder – ebbt die Welle ab?](https://www.revierpassagen.de/123847/singende-kinder-je-kleiner-je-lieber/19740316_1129) - Von Bernd Berke Als Heintje in die Jahre kam, gab es eine Austrittswelle: Der Dortmunder Heintje-Fanclub, einst der größte seiner Art in der Bundesrepublik, schrumpfte zusehends. Innerhalb weniger Monate kehrten über 100 Fans des holländischen Kinderstars ihrem Hörder Verein den Rücken. Im Umland machten von 29 Heintje-Clubs zehn dicht. Dr. Riemer vom Deutschen Institut für - [„Blödeln Sie doch mal wieder!" – Narr Herbert Bonewitz kritisiert den Karneval](https://www.revierpassagen.de/123861/bloedeln-sie-doch-mal-wieder-narr-herbert-bonewitz-kritisiert-den-karneval/19740223_1151) - Von Bernd Berke Der Fernsehkarneval ist tot. Seit -zig Jahren: immer dieselben Gesichter, immer dieselben Gags. So düster sieht es ein Mann, der sich seit einiger Zeit gegen den trocken durchorganisierten Fasching wehrt. Herbert Bonewitz (40) ist selbst ein erfahrener „Narr". Seit 22 Jahren schon läßt er seine Stimme für die Mainzer „Gonsbach-Lerchen" erschallen. Aufsehen - [Einziger Böttcher weit und breit: Der Selmer Bernhard Böcker fertigt Fässer auf althergebrachte Art](https://www.revierpassagen.de/123762/einziger-boettcher-weit-und-breit-der-selmer-bernhard-boecker-fertigt-faesser-auf-althergebrachte-art/19810717_1330) - SELM. Wetten, daß . . . Bernhard Böcker von allen Selmern den mit Abstand seltensten Beruf hat? Das Metier des 48jährigen war schon zu seiner Ausbildungszeit so rar, daß er seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Münster um ein Jahr verschob, um nicht allein die hohen Prüfungsgebühren berappen zu müssen. 1960 war es dann soweit: Ein - [Duisburg, Zentrum des Verbrechens – Erster „Tatort" mit dem neuen WDR-Kommissar Götz George](https://www.revierpassagen.de/123718/duisburg-zentrum-des-verbrechens-erster-tatort-mit-dem-neuen-wdr-kommissar-goetz-george/19810630_1258) - Von Bernd Berke Mit Götz George als neuem Kommissar versuchten die „Tatort"-Macher der ARD das angeschlagene Image der Krimiserie aufzupolieren. Eines wurde dabei auf keinen Fall aufpoliert, nämlich das Bild des Ruhrgebiets. Das Revier wurde einmal mehr als schmutzige Hinterhofregion präsentiert. In die Geschichte von den Morden am Binnenschiffer Petschek und am türkischen Gewerkschafter Celik - [Den Täter vor sich selbst bewahren – Auftakt zur neuen ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei"](https://www.revierpassagen.de/123748/den-taeter-vor-sich-selbst-bewahren-auftakt-zur-neuen-zdf-krimiserie-ein-fall-fuer-zwei/19810914_1313) - Von Bernd Berke Im Vorspiel zur Kriminalserie „Ein Fall für zwei", mit der das ZDF den Zuschauer im Monatsrhythmus bis mindestens 1983 beglücken will, wimmelte es von Zufällen. Erst sagt der Polizeibeamte Jupp Matula (Claus Theo Gärtner) bei einem Prozeß gegen einen Jugendlichen aus, der daraufhin eine Bewährungsstrafe erhält. Dann lernt Matula, anläßlich einer nächtlichen - [Von der Heydt-Preis fällt Sparkurs zum Opfer – Initiative will Auszeichnung retten](https://www.revierpassagen.de/123734/von-der-heydt-preis-faellt-sparkurs-zum-opfer-initiative-will-auszeichnung-retten/19810916_1308) - Von Bernd Berke Wuppertal. Großes Entsetzen in der Wuppertaler Kulturszene: Der seit 1950 jährlich verliehene Von der Heydt-Preis (bisherige Preisträger u.a.: Heinrich Böll und die Choreographin Pina Bausch) soll diesmal nicht vergeben werden – aus Sparsamkeitsgründen. Empfahl die Stadtverwaltung noch ein maßvolles Vorgehen, nämlich eine Reduzierung der Preissummen (bisher 10 000 DM für den Haupt-, - [Farce von Dario Fo in Dortmund: Unbequeme Fragen nach dem Tod eines Anarchisten – und scharfe Kritik am Intendanten](https://www.revierpassagen.de/123704/farce-von-dario-fo-in-dortmund-unbequeme-fragen-nach-dem-tod-eines-anarchisten-und-scharfe-kritik-am-intendanten/19811214_1252) - Von Bernd Berke Dortmund. Mitten in der Premiere des Dario Fo-Stücks „Zufälliger Tod eines Anarchisten" hielt Claus-Dieter Clausnitzer das Programmheft in die Höhe und rief, im ironischen Brustton der Überzeugung: „Wir haben hier doch keine Zensur!" Die Zuschauer quittierten die Anspielung mit Beifall. Gemeint war die Entscheidung des Generalintendanten Paul Hager, eine erste Fassung des - [„Freie Schule": Kinder ergreifen erstaunlich schnell die Initiative – Unterricht hat trotz Ablehnung des Kultusministeriums begonnen](https://www.revierpassagen.de/123691/freie-schule-kinder-ergreifen-erstaunlich-schnell-die-initiative-unterricht-hat-trotz-ablehnung-des-kultusministeriums-begonnen/19810910_1240) - Von Bernd Berke Bochum. Die ersten Unterrichtsstunden in der „Freien Schule" Bochum-Dahlhausen sind vorüber. Wie berichtet, begann dort am Montag – einer Ablehnung des Düsseldorfer Kultusministeriums zum Trotz – der „Schulbetrieb". Was tat sich ini den ersten Tagen? Die Startphase ist mit derjenigen einer Regelschule kaum vergleichbar: Die neun Jungen und Mädchen im Alter von - [Wo Könige Märchen erzählen – Kasseler Verlag publiziert mündlich überlieferte Geschichten aus aller Welt](https://www.revierpassagen.de/123659/wo-koenige-maerchen-erzaehlen-kasseler-verlag-publiziert-muendlich-ueberlieferte-geschichten-aus-aller-welt/19811224_1007) - Von Bernd Berke Kassel, Ortsteil Nordhausen. Ein verwitterter roter Backsteinbau. An der Mauer ein unscheinbares, verblichenes Schild: „Erich Röth Verlag". Nichts deutet darauf hin, daß hier Schätze gehortet werden. Zwar türmen sich keine Goldbarren, aber es fauchen, fleuchen und brummen so alltagsferne Wesen wie „Der blaue Drache", „Der Vogel Mitternacht" und „Der Bärensohn". Die Rede - [200 Meter Bauzaun als Kunstwerk – und Joern Schlund träumt schon von einem Liebesbrief an der Spitze des Florianturms](https://www.revierpassagen.de/123643/200-meter-bauzaun-als-kunstwerk-und-joern-schlund-traeumt-schon-von-einem-liebesbrief-an-der-spitze-des-florianturms/19820223_0941) - Von Bernd Berke Kassel/Dortmund. Joern Schlund (47) will dem großen Kasseler Kunstspektakel documenta die Schau stehlen. Er wird – mit finanzieller Unterstützung einer Dortmunder Firma – knapp 200 Meter Bauzaun zum gigantischen Kunstwerk umgestalten. Schlunds Aktion soll genau zehn Tage vor Eröffnung der documenta, die am 19. Juni ihre Pforten öffnet, gestartet werden und 20 - [„Schön isst hier" – aber die Krise ist gegenwärtig](https://www.revierpassagen.de/123630/schoen-isst-hier-aber-die-krise-ist-gegenwaertig/19830128_0925) - Von Bernd Berke Dortmund. Die nicht gerade leichtgewichtige Tana Schanzara wirbelt temperamentvoll über die Bühne im Hörder „Bollwerk-Eck" und besingt die Schönheit eines Schrebergartens. Sie bekommt den größten Beifall des Abends. Die Revier-Revue „Schön isset hier", eine Produktion des Ruhrfestpielensembles (Regie: Corinna Brocher), die gestem Abend in Dortmund-Hörde Premiere hatte, präsentierte – abgesehen von jenem - [Zum Tod von Herbert Achternbusch: Bayerischer Suff – auch im alten Griechenland](https://www.revierpassagen.de/123602/zum-tod-von-herbert-achternbusch-bayerischer-suff-auch-im-alten-griechenland/20220113_2244) - Betrübliche Nachricht: Der Dichter, Filmemacher, versierte Biertrinker, Lebenskünstler usw. usw. Herbert Achternbusch ist mit 83 Jahren gestorben. Und was finde ich dazu in meinem Archiv? Ausgerechnet eine Art „Verriss" – vom 21. Mai 1996. Aber sei's drum. Schmeicheleien waren seine Sache eh nicht. Passt scho'. Hier der Text von damals, gesudelt anlässlich der Mülheimer Theatertage. - [Ovationen für die „Bots" und ein Kuß für Lerryn](https://www.revierpassagen.de/123588/ovationen-fuer-die-bots-und-ein-kuss-fuer-lerryn/19820331_1925) - Von Bernd Berke Die holländischen „Bots", Kultgruppe der Friedensbewegung und seit ihrem Auftritt im November 1981 auch in Dortmund keine unbekannte Größe mehr, gaben in der vollbesetzten Westfalenhalle II erneut ihre musikalische Visitenkarte ab. Mit von der Partie: Der Frankfurter Liedermacher Lerryn, der nebenbei deutsche Texte für die „Bots" schreibt, Klaus Lage mit der Rockgruppe - [Walzermusik sollte Fans besänftigen – Zweimal Rock in der Westfalenhalle 1, mal hart, mal deutsch](https://www.revierpassagen.de/123572/walzermusik-sollte-fans-besaenftigen-zweimal-rock-in-der-westfalenhalle-1-mal-hart-mal-deutsch/19820601_1915) - Von Elias Bierdel und Bernd Berke Dortmund. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, so wurde er am Wochenende in der Westfalenhaiïe 1 erbracht: Rock mit deutschen Texten (etwa 13 000 Zuschauer, ausverkauft) rangiert im Urteil der Fans derzeit eindeutig vor anglo-amerikanischen Hard-Rock-Formationen, die diesmal „nur" 9000 Leute ins Hallenrund lockten. Allseits wurde Erfreuliches vermeidet: Die - [Diskussionsrunde zerredet gekürzten Umwelt-Film vollständig – Bernward Wembers „Vergiftet oder arbeitslos" im ZDF](https://www.revierpassagen.de/123551/diskussionsrunde-zerredet-gekuerzten-umwelt-film-vollstaendig-bernward-wembers-vergiftet-oder-arbeitslos-im-zdf/19820723_1852) - Von Bernd Berke Selten dürfte ein TV-Film in derart zerstückelter Form ins Programm gehoben worden wie dieser: Bernward Wembers Beitrag „Vergiftet oder arbeitslos", der für natürlichenLandbau und gegen chemische Dünge- und Vertilgungsmittel Partei ergreift, wurde gleich von zwei Diskussionen eingerahmt. Machart und Inhalt des Streifens wurden separat zerredet. Außerdem schaltete sich Redakteur Helmut Greulich mehrfach - [Fürs Taschengeld gibt es das Blutbad leihweise – Initiative: Keine brutale Video-Filme für Jugendliche](https://www.revierpassagen.de/123526/fuers-taschengeld-gibt-es-das-blutbad-leihweise-initiative-keine-brutale-video-filme-fuer-jugendliche/19820814_1747) - Von Bernd Berke Im Westen. Die Godesberger Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften erhält derzeit gleich stapelweise Video-Kassetten. Die sieben festen Mitarbeiter werden sich un- glaubliche Szenen ansehen müssen: Kannibalistische Orgien, bei denen die Kamera minutenlang auf Mündern verweilt, die genüßlich Menschenfleisch schmatzen; Großaufnahmen von herausgerissenen Eingeweiden und Bilder von zahllosen anderen Greueltaten, die die Ekelschwelle überschreiten. - [Erfolgreicher Arzt und Schriftsteller lernte das Alphabet mit Brezeln – Kortums „Jobsiade" vor 180 Jahren in Dortmund erschienen](https://www.revierpassagen.de/123504/erfolgreicher-arzt-und-schriftsteller-lernte-die-schrift-mit-brezeln-kortums-jobsiade-ist-vor-180-jahren-in-dortmund-erschienen/19790815_1724) - Von Bernd Berke Wäre der Einfall mit den Brezeln nicht gewesen, so wäre Carl Arnold Kortum vielleicht niemals Schriftsteller geworden. Als Kind schien er weder Lesen noch Schreiben lernen zu wollen, bis endlich ein Student die Idee hatte, dem Jungen aus Brezeln Buchstaben zurechtzulegen. Von nun an begriff Carl Arnold schnell. Als er 1760 – - [Haßtiraden gegen die Kunst und Vandalismus bei der Kasseler documenta 7](https://www.revierpassagen.de/123488/hasstiraden-gegen-die-kunst-und-vandalismus-bei-der-kasseler-documenta-7/19820805_1249) - Van Bernd Berke Kassel. Das Team des Hessischen Rundfunks traute den Ohren kaum. Sechs Wochen lang hatte man ein „Mecker-Tonband" auf der Kasseler documenta postiert. Was den Funkleuten beim Abhören der Bander entgegentönte, erinnerte vielfach an längst überwunden geglaubte Zeiten. Da verschaffte sich Besucherzorn mit Haßtiraden gegen ,,entartete Kunst" Luft. Ein wütender Zeitgenosse wünschte sich - [Neue Suhrkamp-Titel nur noch als Paperback – Verlag bestreitet Hardcover-Programm aus dem Archiv](https://www.revierpassagen.de/123475/neue-suhrkamp-titel-nur-noch-als-paperback-verlag-bestreitet-hardcover-programm-aus-dem-archiv/19820818_1231) - Von Bernd Berke Frankfurt. „Tragisch und unerfreulich" findet Franz Xaver Kroetz die ganze Angelegenheit, doch er resigniert: „Ich muß mich wohl fügen." Grund für das Stimmungstief des bekannten Dramatikers („Stallerhof, „Wildwechsel") ist eine Hiobsbotschaft aus dem Frankfurter Suhrkamp-Verlag. Erstmals in seiner 33jährigen Geschichte will das renommierte Haus im Frühjahr 1983 keine Neuerscheinungen in Hardcover-Ausstattung (fester - [Archäologen wollen nun in Südwestfalen gründlicher graben – Neuer „Vorposten" in Olpe](https://www.revierpassagen.de/123462/archaeologen-wollen-nun-in-suedwestfalen-gruendlicher-graben-neuer-vorposten-in-olpe/19820901_1217) - Von Bernd Berke Olpe. Trotz Verknappung der Finanzmittel soll jetzt die archäologische Tätigkeit in Südwestfalen, vor allem im Märkisehen Kreis, im Hochsauerlandkreis und im Kreis Olpe, vorangetrieben werden. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist man seit gestern einen Schritt weiter: Eine neue Außenstelle des Westfälischen Museums für Archäologie wurde in Olpe eingeweiht. Das Institut - [Timothy Leary als Star eines Treffens im Hochsauerland – Kritik am westlichen Denksystem](https://www.revierpassagen.de/123456/timothy-leary-als-star-eines-treffens-im-hochsauerland-kritik-am-westlichen-denksystem/19820909_1207) - Von Bernd Berke Dortmund/Willingen. Timothy Leary, in den 60er Jahren durch sein Eintreten für die Droge LSD weltweit bekannt gewordener US-Professor, weilt derzeit im Sauerland! Anlaß ist ein Kongreß in Willingen bei Brilon, der sich damit befaßt, Geist, Seele und Leib durch Körperübungen in Einklang zu bringen. Seit dem letzten Wochenende vertiefen sich Jm Hotel - [Der Prinz als Privatmann und ein vielbeschäftigter Kammerherr – „Emilia Galotti" in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/123443/der-prinz-als-privatmann-und-ein-vielbeschaeftigter-kammerherr-emilia-galotti-in-wuppertal/19820914_1157) - Von Bernd Berke Wuppertal. Die erste Schauspielpremiere der neuen Saison in Wuppertal, Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti", entfachte im Zuschauerraum beinahe mehr „Theater" als auf der Bühne. Einige Theaterbesucher auf den hinteren Rängen forderten vehement, die Schauspieler möchten doch lauter reden. Von den empörten Vorderreihen niedergezischelt, erhöhten die Hinterreihen die Phonstärke (Gebrüllter Dialog: „Ich will hören!" - [Polizist debütiert als Romanautor – Reinhard Bottländer erzählt die Geschichte einer Flucht](https://www.revierpassagen.de/123428/polizist-debuetiert-als-romanautor-reinhard-bottlaender-die-erzaehlt-geschichte-einer-flucht/19820908_1148) - Von Bernd Berke Im Revier. Als „Kind des Ruhrgebiets" bezeichnet er sich, als einen, der „aus ganz einfachen Verhältnissen kommt". Sein Vater war Bergmann in Bochum, Reinhard Bottländer selbst ist Polizist geworden – und Schriftsteller. In diesen Tagen erscheint im Recklinghäuser Georg Bitter Verlag sein erster Roman: „Konrad oder die lange Flucht". Für die Geschichte - [TV-Team auf Kurzbesuch in Dortmund: Kulturabbau im „Pott"? Nichts wie hin!](https://www.revierpassagen.de/123413/123413/19820920_1136) - Daß ein Kulturmagazin einmal ein paar Minuten fürs Revier, gar für Dortmund, übrig hat, ist verwunderlich genug. Kann man in so einem Fall nicht fast darauf wetten, daß von Düsternis, sozusagen von „Ruß am Kulturhimmel" zu berichten ist? Aber ja! Dortmunds Schauspiel ist in Gefahr – das Team von „Aspekte" (ZDF) wird hellhörig: N o - [„...hat es keinen Zweck etwas anzufangen, / nicht einmal einen Satz.“ – „Winterrezepte" der Nobelpreisträgerin Louise Glück](https://www.revierpassagen.de/123364/hat-es-keinen-zweck-etwas-anzufangen-nicht-einmal-einen-satz-winterrezepte-der-nobelpreistraegerin-louise-glueck/20220113_1111) - Die Erinnerung scheint aus einem Traum oder Märchen zu stammen, nicht aus wirklichem Erleben: „Jedes Jahr, wenn der Winter kam, gingen die alten Männer / in den Wald, um Moos zu sammeln, welches / auf der Nordseite mancher Wacholdersträucher wuchs.“ Waren ihre Säcke voll, machten sie sich mühsam auf den Heimweg. Die Frauen fermentierten und - [„Darüber spricht man nicht": Mit erprobtem Stück gegen neue Prüderie](https://www.revierpassagen.de/123381/mit-erprobtem-stueck-gegen-pruederie/19820927_1017) - Von Bernd Berke Dortmund. „Darüber spricht man nicht" ist ein Stück, bei dem Aktionen und Reaktionen der Zuschauer genauso wichtig sind, wie die Arbeit der Darsteller. Ein ruhiges Publikum würde jede Aufführung mißraten lassen. Weil aber das Kindertheater in Dortmund das spontanste Publikum hat, konnte gar nicht viel „anbrennen". Um Platz fürs Mitspielen zu schaffen, - [Die Logik der Kernkraft-Freunde – Hildebrandts „Scheibenwischer" zur Atomenergie](https://www.revierpassagen.de/123368/die-logik-der-kernkraft-freunde-hildebrandts-scheibenwischer-zur-atomenergie/19820925_1011) - Von Bernd Berke Dieter Hildebrandt läßt sich nicht beirren. Allen Anfeindngen zum Trotz, hat er mit der neuesten Ausgabe von „Scheibenwischer" (ARD) in die gleiche Kerbe gehauen wie mit seiner schon legendären Sendung über den Rhein-Main-Donau-Kanal. Diesmal ging es um Kemkraftwerke, und siehe da: Die Namen einiger bayerischer Politiker, die schon in der Kanal-Sendung in - [Forum für mutige Freizeit-Autoren – Literaturzeitschriften im Ruhrgebiet](https://www.revierpassagen.de/123345/forum-fuer-mutige-freizeit-autoren-literaturzeitschriften-im-ruhrgebiet/19821002_1602) - Von Bernd Berke (Text) und Bodo Goeke (Fotos) Sie heißen „Spinatwachtel", „Gießkanne", „Schmankerl" und „Galgenvogel", nennen sich „Perlen vor die Säue" oder auch „Geil & Fröhlich". Die exotisch, versponnen, witzig oder provozierend titulierten Literaturzeitschriften – links ein Blick in die Redaktion des Essener Blattes „Schreibheft" – sind Ausdruck einer Entwicklung, die in den letzten Jahren - [Neil Young – Besuch aus der Zukunft](https://www.revierpassagen.de/123332/neil-young-besuch-aus-der-zukunft/19821007_1235) - Von Bernd Berke Köln. Neil Young-Fans in Dortmund und Umgebung dürfen sich auf das Gastspiel des 36-jährigen Kanadiers am kommenden Montag in der Westfalenhalle freuen. Doch die Freude wird nicht ungetrübt bleiben. „Testfall Köln": Das Publikum in der ausverkauften Deutzer Sporthalle erlebte schmerzhafte musikalische „Wechselbäder". Young hat eine denkbar unglückliche Auswahl aus einem riesigen Repertoire - [„The Wall": Mitreißende Bilderfluten](https://www.revierpassagen.de/123319/the-wall-mitreissende-bilderfluten/19821014_1229) - Von Bernd Berke Die britische Rockgruppe „Pink Floyd" war mit ihrer Show „The Wall" („Die Mauer") 1981 auf Tournee. Es erschienen das dazugehörigen Platten-Album (Auflage 12 Millionen) und ein einschlägiges Buch. Nun wird das Spektakel auf Zelluloid vermarktet. Ab morgen kann man das Ergebnis in den Kinos sehen. Dann läuft der Film „The Wall" an, - [Bühnen-Effekte aus der Trickkiste – Wuppertaler Premiere „Alice im Wunderland"](https://www.revierpassagen.de/123305/buehnen-effekte-aus-der-trickkiste-wuppertaler-premiere-alice-im-wunderland/19821218_1220) - Von Bernd Berke Wuppertal. Im Wunderland der Theater-Effekte glaubte man sich zeitweise zu befinden, und das war gar nicht verwunderlich: Auf dem Programm der Wuppertaler Bühnen stand schließlich die Premiere von „Alice im Wunderland". John V. Baer und Götz Burger zeichneten für Dramatisierung und Inszenierung der Geschichte verantwortlich. Lewis Carrolls 1864 für ein Kind geschriebene - [Wenn sich die Künstler drängeln – Die „Nacht der Lieder" des ZDF in der Westfalenhalle](https://www.revierpassagen.de/123291/wenn-sich-die-kuenstler-draengeln-die-nacht-der-lieder-des-zdf-in-der-westfalenhalle/19821217_1202) - Von Bernd Berke Dortmund. Weniger wäre wieder einmal mehr gewesen. Die „ZDF-Nacht der Lieder" in der nicht ganz gefüllten Westfalenhalle bot nicht weniger als zehn Programmpunkte, die sich – im steten Wechsel zwisehen zwei Bühnen – schier endlos von 16 Uhr bis nach 2 Uhr früh hinzogen. Das macht bei einem Vorverkaufspreis von 25 DM - [Neu in Wuppertal: Museum für Frühindustrialisierung](https://www.revierpassagen.de/123278/neu-in-wuppertal-museum-fuer-fruehindustrialisierung/19831015_1150) - Von Bernd Berke Wuppertal. Der Weg führt durch eine Gasse zwischen Stellwänden. Plötzlich weitet sich der Raum, und man steht vor dem Modell eines Bürgerhauses. So sinnfällig stellt das neue und bundesweit einzige „Museum für Frühindustrialisierung", das am Sonntag in Wuppertal seine Pforten öffnet, nicht nur den Gegensatz zwischen Enge und Großzügigkeit von Arbeiter- und - [Botho Strauß: Erfolg ohne Medienrummel](https://www.revierpassagen.de/123259/botho-strauss-erfolg-ohne-medienrummel/19820130_1141) - Der von fast allen Theaterkritikern überschwenglich gelobte Autor Botho Strauß gilt zugleich als „unzugänglichster" Schriftsteller der Gegenwart. Das einzige umfängliche Gespräch mit Strauß wurde 1979 von einer Schweizer Zeitung veröffentlicht. Jetzt konnten WR-Redakteur Bernd Berke und Marianne Hausen, freie Journalistin aus Heidelberg, den Schriftsteller in Berlin besuchen und ein längeres Gespräch mit ihm führen. *** - [Nur ein leiser Hauch von Logik – Weiterer „Tatort" mit Götz George als Schimanski](https://www.revierpassagen.de/123246/nur-ein-leiser-hauch-von-logik-weiterer-tatort-mit-goetz-george-als-schimanski/19821214_1104) - Von Bernd Berke Nicht gerade nachsichtig ging der neueste „Tatort" („Kuscheltiere", ARD) mit der bundesdeutschen Wirklichkeit um. Das Drehbuch stammte von einem Niederländer (Chiem van Houweninge) und legte etwa einem Amsterdamer Kommissar den an ruppige deutsche Kollegen gerichteten Satz in den Mund: „W i r leben hier in einem Rechtsstaat!" Auch sonst kam vieles vor, - [Rock-Reader umfaßt 259 Bands des Reviers](https://www.revierpassagen.de/123230/rock-reader-umfasst-259-bands-des-reviers/19821216_1056) - Von Bernd Berke y Essen. Eine Dortmunder Rockgruppe hatte sich gerade aufgelöst, da kam ein Anruf vom Verein „pro ruhrgebiet": Man wolle ein Handbuch über die Musiker der Ruhr-Szene herausgeben. Fixe Reaktion der Dortmunder Band: „Was? Das Buch erscheint? Dann machen wir doch weiter!" Mit solch' hochgesteckten Erwartungen sahen Teile der „Szene" jener Neuerscheinung entgegen, - [Kulturbörse in Essen erneut ein Erfolg – 14000 beim „Marktplatz Ruhrszene"](https://www.revierpassagen.de/123215/kulturboerse-in-essen-erneut-ein-erfolg-fuer-amateure-14000-beim-marktplatz-ruhrszene/19830228_1044) - Von Bernd Berke Essen. „Lesungen auf Wunsch" gab es an einem Stand, ein paar Kojen weiter versuchte sich einer als Zauberkünstler, nur Schritte entfernt gab's Marionettenballett. Aus der Halle schallte derweil harte Rockmusik. Vielfalt, aber kein Chaos: Der „Marktplatz Ruhrszene", jene vom Verein pro ruhrgebiet aus der Taufe gehobene und von manchen als Rummelplatz bezeichnete - [Von einer hartnäckigen Linde und blitzschnellen „Blumen-Uhren" – Kreis Kleve will weg vom Negativ-Image des „Schnellen Brüters"](https://www.revierpassagen.de/123200/von-einer-hartnaeckigen-linde-und-blitzschnellen-blumen-uhren-kreis-kleve-will-weg-vom-negativ-image-des-schnellen-brueters/19830110_1749) - Von Bernd Berke Der Kreis Kleve hat Image-Sorgen. Allzu häufig, so meinen Offentlichkeitsarbeiter vom Niederrhein, hat allein der „Schnelle Brüter" für (eher unrühmliche) Schlagzeilen gesorgt. Den Ruf des bloßen Sammelplatzes für Großdemonstrationen zu korrigieren, war denn auch der Zweck einer Pressefahrt, die das Amt für Wirtschaftsförderung des Kreises an der deutsch-niederländischen Grenze veranstaltete. Tenor: „Wir - [Wenig Raum für Gespräche – Dortmunder Michael Braun mit neuer Jugend-Talkshow](https://www.revierpassagen.de/123158/wenig-raum-fuer-gespraeche-dortmunder-michael-braun-mit-neuer-jugend-talkshow/19830110_1437) - Von Bernd Berke Jetzt ist die „Neue Deutsche Welle" kurz vor ihrem Abebben noch in eine Programmform geschwappt, die noch nicht Infiziert war: in die Talkshow. So wirkte jedenfalls die erste Folge von „Jugend: Ohne Titel", der Serie, die künftig alle 14 Tage samstags gesendet wird. Ein endgültiger Titel wird noch gesucht. Zwar gibt es - [Bochums Ensemble stellt sich hinter Peymann – Hektische Betriebsamkeit nach SPD-Abstimmung](https://www.revierpassagen.de/123144/bochums-ensemble-stellt-sich-hinter-peymann-hektische-betriebsamkeit-nach-spd-abstimmung/19830127_1430) - Von Bernd Berke Bochum. Hektische Betriebsamkeit hat gestern am Bochumer Schauspielhaus die Nachricht ausgelöst, daß die SPD-Fraktion sich – wie berichtet – mit einer Mehrheit von 20:19 Stimmen gegen eine Vertragsverlängerung für Schauspieldirektor Claus Peymann aussprach. Um 15 Uhr begann eine Ensemble-Versammlung, die bis etwa 17 Uhr dauerte, danach tagte das Direktorium (Peymann, Kirchner, Beil, - [Symbol des Christentums entfaltet großen Formenreichtum – Äthiopische Kreuze in Recklinghausen](https://www.revierpassagen.de/123131/symbol-des-christentums-entfaltet-grossen-formenreichtum-aethiopische-kreuze-in-recklinghausen/19830226_1421) - Von Bernd Berke Recklinghausen. Der Rhythmus hat sich eingependelt: Alle zehn Jahre wieder gibt es in der Bundesrepublik eine Ausstellung äthiopischer Volkskunst, zu der vornehmlich Holz- und Metallkreuze gehören. 1963 fand (Schirmherrschaft: Heinrich Lübke und Haile Selassie) eine solche Exposition in der Essener Villa Hügel statt, 1973 war Stuttgart an der Reihe und jetzt Recklinghausen. - [Auch Dortmunder Theater erwägt verbilligte Karten für Arbeitslose – Umfrage nach Krefelder Initiative](https://www.revierpassagen.de/123118/auch-dortmunder-theater-erwaegt-verbilligte-karten-fuer-arbeitslose-umfrage-nach-krefelder-initiative/19830122_1413) - Von Bernd Berke Im Westen. Sehr unterschiedliche Reaktionen hat die Nachricht ausgelöst, daß das Krefelder Theater als angeblich erste deutsche Bühne Karten für Arbeitslose um die Hälfte billiger abgeben will. Während es beim Wuppertaler Theater auf WR-Anfrage hieß, dies könne beispielgebend sein, meinte Bochums BühnenVerwaltungsdirektor Dr. Rolf Paulin: „Verbilligte Theaterkarten für Arbeitslose sind ein uralter - [Peymann bleibt doch bis August 1986 in Bochum – SPD-Meinungskorrektur nach Spar-Zusage des Schauspieldirektors](https://www.revierpassagen.de/123103/peymann-bleibt-doch-bis-august-1986-in-bochum-spd-meinungskorrektur-nach-spar-zusage-des-schauspieldirektors/19830128_1407) - Von Bernd Berke Bochum. Gegen 21 Uhr waren die Würfel gefallen. Bochums SPD-Fraktion korrigierte ihr Votum vom Montag und entschied sich „mit großer Mehrheit" dafür, den Vertrag des Schauspieldirektors Claus Peymann doch um zwei weitere Jahre zu verlängern. Es gilt damit als sicher, daß Peymanns Vertrag nunmehr bis zum 31. August 1986 läuft und nicht - [Muß Peymann Bochum verlassen?](https://www.revierpassagen.de/123089/muss-peymann-bochum-verlassen/19830126_1356) - Von Bernd Berke Bochum. Die Vertragsverlängerung zwischen dem Direktor des Bochumer Schauspiels, Claus Peymann, und der Stadt Bochum ist stark gefährdet. Wie gestern bekannt wurde, hat sich die SPD-Fraktion mit der denkbar knappen Mehrheit von 20:19 Stimmen gegen eine Fortführung des Vertragsverhältnisses ausgesprochen. Bochums Kulturausschußvorsitzender Hans-Dieter Kaulfuß meinte gegenüber der WR, er sehe „gewisse Möglichkeiten, - [Jetzt die Hauptmahlzeit! – Umfangreiche Matisse-Ausstellung in Düsseldorf](https://www.revierpassagen.de/123073/jetzt-die-hauptmahlzeit-umfangreiche-matisse-ausstellung-in-duesseldorf/19830129_1342) - Von Bernd Berke Düsseldorf. Autofahrer können es kaum übersehen. Als hieße so ein neuer Düsseldorfer Stadtteil, geleiten Schilder mit der Aufschrift „Matisse" den Ortsunkundigen zur Kunsthalle am Grabbeplatz. Dem logistischen Aufwand entspricht ein nahezu sensationelles Ereignis: Noch nie war in einem deutschen Kunsttempel das Schaffen von Henri Matisse derart umfassend dokumentiert wie jetzt am Rhein. - [„Ruhrdeutsch" wird aufgewertet – Tagung in Duisburg](https://www.revierpassagen.de/123059/ruhrdeutsch-wird-aufgewertet-tagung-in-duisburg/19830303_1329) - Von Bernd Berke Duisburg. „Ruhrdeutsch", von dem selbst hochkarätige Wissenschaftler noch nicht so recht sagen können, ob es sich dabei um einen Dialekt handelt oder nicht, ist Thema einer Fachtagung, die gestern an der Universität Duisburg begonnen hat. Noch nie war das Thema in dieser Intensität Gegenstand einer wissenschaftlichen Diskussion. Der Duisburger Germanistik-Professor Arend Mihm, - [6000 eingewanderte Wörter – Paderborner Professor Broder Carstensen sammelt Belege für Anglizismen-Wälzer](https://www.revierpassagen.de/123046/6000-eingewanderte-woerter-paderborner-professor-broder-carstensen-sammelt-belege-fuer-anglizismen-waelzer/19830210_1258) - Von Bernd Berke Paderborn. Surfen bleibt Surfen. Der Versuch, die englische Sportbenennung mit dem Monsterwort „Brettsegeln" einzudeutschen, darf als gescheitert gelten. Gescheitert sind auch die meisten anderen Versuche, die Flut von Anglizismen (Wortübernahmen und Entlehnungen aus dem Englischen) einzudämmen. Bei vielen Worten merkt man inzwischen gar nicht mehr, daß sie von der britischen Insel oder - [Diffuses Figuren-Inventar – Shakespeares „Maß für Maß" in Wuppertal](https://www.revierpassagen.de/123031/diffuses-figuren-inventar-shakespeares-mass-fuer-mass-in-wuppertal/19830208_1248) - Von Bernd Berke Wuppertal. Den Angelo würde man heute wohl einen „Zombie" nennen. Blutleer, Grau in Grau gekleidet, betritt er die Bühne, ein Abgestorbener mit abgetöteten Gefühlen. Ausgerechnet ihm überträgt Herzog Vincentio die Gewalt im Staate. Angelo, selbst nicht ohne Fehl, nutzt das weidlich, bis an und über die Grenzen der Diktatur. Die Ausgangssituation von - [Hier ist sie – die wohl dämlichste Schlagzeile der Woche...](https://www.revierpassagen.de/123013/hier-ist-sie-die-wohl-daemlichste-schlagzeile-der-woche/20220107_1821) - Ihr könnt es kaum noch erwarten, die dusseligste Schlagzeile der Woche zu lesen? Gemach! Hier steht sie. Die Überschrift scheint mir nicht nur dämlich, sondern auch verantwortungslos zu sein, wenn man mal die ganze aufgeheizte Stimmung dieser Tage mitbedenkt. Denn natürlich sitzt der Mann nicht etwa im Gefängnis, w e i l er keine Maske ## Seiten - [Bilder vergrößern](https://www.revierpassagen.de/groessere-bilder) - Hier ein (hoffentlich nützlicher) Hinweis zum Umgang mit älteren Bildern bei den Revierpassagen bzw. bei WordPress: Ein erster Klick aufs jeweilige Bild isoliert das Motiv vom zugehörigen Beitrag. Es steht also allein für sich und ist bereits in einer vergrößerten Darstellung zu sehen. Ein weiterer Klick auf die Ziffern der Pixelangabe (z. B.: "Die gesamte - [Datenschutz](https://www.revierpassagen.de/datenschutz) - Einleitung / Grundlegendes Die Betreiber dieser Seiten nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Wir behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und gemäß den gesetzlichen Datenschutzvorschriften (einschließlich der seit 25. Mai 2018 EU-weit gültigen DSGVO = Datenschutzgrundverordnung) sowie dieser Datenschutzerklärung. 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