Der Maler, der die Frauen zerstört – Martin Mosebachs Roman „Die Richtige“

Louis Creutz ist ein Maler, der nach anfänglicher Mühsal längst internationalen Erfolg hat. Er lässt nur noch eigene Maßstäbe und Perspektiven gelten, die er häufig dozierend in gewundenen Sentenzen ausbreitet. Überdies betrachtet er sich selbst in jeglicher Hinsicht als unabhängig. Etliche Frauen zeigen sich davon beeindruckt.

Seine langjährig treuesten Käufer und Mäzene heißen Beate und Rudolf, Letzterer ist Mitinhaber einer weltweit operierenden Hydraulik-Firma. Deren Geschäfte führt vor allem sein Bruder Dietrich, ein unscheinbarer Mensch, der jedoch durch Beständigkeit und Verlässlichkeit ungemein gewinnt. Seine Abgründe, die es durchaus zu geben scheint, werden durch bescheidene Liebenswürdigkeit ausbalanciert.

Damit hätten wir bereits wesentliches Personal aus Martin Mosebachs neuem Roman „Die Richtige“ beisammen. Die den Titel inspirierende Frau kommt hinzu: Es ist jene, vermeintlich etwas naive, jedenfalls ausnehmend hübsche, munter plaudernde und bis dato grundsätzlich lebensfrohe Halbschwedin Astrid, die eines Tages in diese begüterten Kreise gerät. Opernsängerin hat sie einst werden wollen. Nun arbeitet sie in einem Intendanten-Büro. Aber das nur nebenbei.

Zunächst langsam, dann aber fatal gerät die Handlung in Gang, als der Künstler jenen Dietrich und Astrid in einem abgekarteten Spiel zusammenbringt, bis sie tatsächlich zueinander finden und heiraten. Eine ungleiche Allianz? Nein, es scheint sich wundersam zu fügen. Doch dann die Versuchung und Verstrickung, die Gift ins scheinbar beruhigte Glück träufelt: Während Dietrich wochenlang geschäftlich in China unterwegs ist, kann Louis Creutz nicht widerstehen und will – uraltes Motiv der Künste – Astrid als ideales Aktmodell recht eigentlich „besitzen“. Das Widerstreben währt nicht lange, sie lässt sich darauf ein. Sitzung folgt auf Sitzung, bis das offenbar „Unvermeidliche“ geschieht. Aus der Gemengelage zwischen Maler und Modell erwächst dann freilich unversöhnlicher Streit, der schließlich in eine Tragödie von zermalmender Wucht mündet.

Rückblicke offenbaren des Künstlers seit jeher zerstörerische Wirkung. Seine rasend eifersüchtige Ex-Frau Ira ist erloschen auf der Strecke geblieben, sein langjähriges Modell Flora Ortiz ist vollends entgleist und geistert vogelfrei als obdachlose „Ver-rückte“ durch die Stadtlandschaft. Zerstörerisch auch die Auswirkungen auf Astrid. Details dazu seien hier verschwiegen, sie würden den Spannungsbogen bei der Lektüre erheblich mindern.

Derweil leugnet Creutz jeden Zusammenhang zwischen seinem Leben und den künstlerischen Resultaten, die angeblich den Niederungen des Alltags enthoben sind und nur den ewigen Gesetzen der Kunst gehorchen. An biographischen Nachforschungen eines Galerie-Mitarbeiters namens Rucktäschel mag er denn auch nicht mitwirken, er nennt ihn eine „Archivwanze“. Wo käme der selbstgerechte Malerfürst denn hin, wenn er sich schnöden Ursachen oder womöglich gar einer Verantwortung stellen müsste! Ja, man könnte diesen Louis Creutz von Herzen verachten, doch man hüte sich vor Eindeutigkeit. Von Zeit zu Zeit erlaubt sich der Künstler – im Gefolge seines Schulfreundes Ed Weiss – Ausflüge ins klein- bis mittelkriminelle Milieu. Es könnte ja einmal nützlich sein…

Martin Mosebach erzählt abermals ausgesprochen gediegen, meisterlich gliedernd und zergliedernd, vergleichsweise konventionell bis konservativ, stets hochkulturell grundiert. Es ist sozusagen Bildungsliteratur, die mal an die Übergröße Thomas Mann, mal auch an Martin Walser zu dessen besten Zeiten gemahnt. Auch dürfte etwas von Goethes „Wahlverwandtschaften“ als Muster durchscheinen. Auf viel geringeren Höhen sollte man nicht über Mosebach reden. Seinem Duktus kann man sich lesend gut und gerne anvertrauen. Er geleitet uns trittsicher, sprachmächtig u n d mit angenehmer Diskretion durch die Kältezonen der Kunstwelt ebenso wie durch Brutalitäten im Jagdrevier oder Abgründe des Begehrens.

Martin Mosbach: „Die Richtige“. Roman. dtv. 348 Seiten. 26 Euro.




Ein Finanzjongleur auf der Flucht – Martin Mosebachs eleganter Roman „Mogador“

978-3-498-04290-5Er ist offensichtlich ganz tief in schmutzige Finanzgeschäfte verstrickt und wurde gerade von der Polizei verhört. Da entscheidet sich der Düsseldorfer Banker Patrick Elff von einem Moment auf den anderen zu einer durchaus filmreifen Flucht.

Der junge Mann, einer der Hauptfiguren in Martin Mosebachs neuem Roman „Mogador“, springt direkt nach seinem Termin auf dem Polizeipräsidium aus dem Fenster, macht sich auf dem Weg zum Flughafen und steigt in einen Flieger mit dem Ziel Marokko. In Mogador (portugiesischer Name der Hafenstadt Essaouira) hofft er, vor den Fahndern in Sicherheit zu sein.

Dass sich der Finanzjongleur ausgerechnet nach Marokko begibt, hat mit seinen weit verzweigten Kontakten zu tun, die angesichts solch heikler Situationen schon mal ganz hilfreich sein können. Die Ungewissheit soll ihn aber noch länger begleiten.

In der Geschichte, die der Autor nun entwickelt, spielen die schmutzigen Bankgeschäfte eher eine Nebenrolle. Spannender sind die Verhältnisse, in denen der getürmte Spitzenbanker nun Unterschlupf findet. Auch seine „Gastgeberin“ Khadija bessert unter anderem mit Geldverleih ihr Einkommen auf und nimmt es bei ihren Geschäften nicht immer ganz so genau. Doch sie allein auf das Finanzgebaren zu reduzieren, würde der Figur nicht gerecht.

Mosebach zeichnet das Bild einer Frau, die lange Jahre ein biederes Leben geführt hat, bis ihr schwere Schicksalsschläge widerfuhren. Zwei Ehemänner starben bei Unfällen, ihr Sohn ist geistig behindert. Doch von wirklichen Zweifeln an sich oder an ihrem Dasein scheint sie nicht geplagt zu sein. Ganz allmählich lässt sie ihr altes Leben hinter sich und ist vor allem darauf bedacht, die Kontrolle über sich und ihre Umgebung, Freunde, Bekannte, Geschäftspartner eingeschlossen, nicht zu verlieren.

Es ist beeindruckend, wie es dem Autor gelingt, den allmählichen Wandel dieser Khadija anschaulich und nachvollziehbar zu beschreiben. Ist sie anfangs noch ein Mensch, dem das Leben zu entgleiten droht, hat sie bald alles im Griff. Sie verdient zunächst ihr Geld als Hure, wird später zur Kupplerin und kümmert sich schließlich sogar um einen sehr eigentümlichen Imam, dem magische Kräfte nachgesagt werden. Sie ist von Eigeninteressen geleitet, denn sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass ihr Sohn – durch welche Methoden auch immer – geheilt werden könnte.

Patrick Elff tritt in ihr Leben, weil sie ihm eine Wohnung zur Verfügung stellen kann. Dort hofft er, vor seinen Häschern in Sicherheit zu sein. Doch Mosebach charakterisiert den Banker keineswegs als einen Mann, der ständig in Angst lebt oder mit dem Leben hadert. Vielmehr malt sich der Geflüchtete aus, wie Kollegen in der Bank und vor allem seine Lebensgefährtin Pinar wohl versuchen, ihn irgendwie zu erreichen. Dass man in Sorge um ihn sein könnte, scheint Patrick Elff eher unbedeutend zu sein. Dieser Finanzmensch ist wohl jemand, der – ähnlich wie Khadija – sehr rational den Fährnissen des Lebens begegnet. Doch manche seiner Gedanken an Pinar legen aber die Vermutung nahe, dass es ihm nicht immer gelingt, Herr über seine Emotionen zu sein.

Das Ende der Geschichte ist schließlich sehr überraschend und lässt auch durchaus manche Fragen offen. Lesenswert ist das Buch insbesondere auch deshalb, weil hier spannende Biografien auf sehr ungewöhnliche Art miteinander verwoben werden. Mosebachs Sprache kommt dabei äußerst elegant daher, wirkt allerdings stellenweise auch schon mal antiquiert oder verschnörkelt.

Und übrigens: Dass in diesen Zeiten eine Flucht von Deutschland nach Afrika führt, das hat schon eine besondere Note.

Martin Mosebach: „Mogador“. Roman. Rowohlt Verlag, 367 Seiten, 22,95 Euro.




Rituale statt Rebellion – Interview mit Martin Mosebach

An Martin Mosebach (56) scheiden sich manche Geister: Den Einen gilt der Frankfurter Schriftsteller und Büchner-Preisträger als Vorbote oder gar Leitgestalt einer „konservativen Wende”, die Anderen rühmen Werk und Wirkung. Jetzt hat Mosebach seinen Roman „Der Mond und das Mädchen” bei einer Lesung im Dortmunder Harenberg-Center vorgestellt – Gelegenheit zu einem Gespräch.

Was hat sich mit dem Büchner-Preis für Sie verändert?

Martin Mosebach: Die wichtigste Änderung war schon eingetreten, nämlich das Bewusstsein, dass ich jetzt einen Einschnitt erreicht habe in meiner Arbeit. Ich möchte einen Neuanfang versuchen. In welche Richtung, das wird sich zeigen. Der Preis hat das Gefühl eines Einschnitts nur noch bestätigt. Aber meine Romane unterscheiden sich ohnehin sehr stark voneinander. Ich bin niemals den gleichen Pfad gegangen.

Was können Sie mit dem Begriff „konservativ” anfangen”, der Ihnen immer wieder angeheftet wird?

„Konservativ” empfinde ich als ein sehr defensives Wort, ein Wort in Verteidigungshaltung. Das entspricht nicht meinem Lebensgefühl. So ängstlich bin ich nicht. Aber die Worte „aggressiv” oder „offensiv” wären auch falsch. Ich beziehe mich gar nicht so sehr auf Andere. Ich bin nicht besonders stark auf die Öffentlichkeit hin ausgerichtet.

Ganz anders als Grass?

Ja, er definiert sich selbst als politischen Menschen. Das trifft auf mich nicht zu.

Sie haben gefordert, die alte lateinische Liturgie in der Katholischen Kirche wieder einzuführen. Haben Sie damit etwas bewirkt?

Nun, eine Debatte habe ich bestimmt angeregt. Sie schwelte schon lange, wurde aber von der offiziellen Kirche nicht zugelassen. Ich glaube, dass der Ritus ein essentielles Bedürfnis ist – für die Religion, aber auch ganz allgemein für die Humanität. Der uralte Kultus verbindet uns mit der ganzen Menschheitsgeschichte. Das rituelle Empfinden ist im Westen seit längerer Zeit verkümmert, aber dabei darf es nicht bleiben.

Sie sind Jurist und haben im Nachhinein gesagt, sie hätten dieses Fach gern engagierter studiert. Warum?

Weil alles, was man wirklich intensiv lernt, letztlich interessant ist. Etwas langweilig zu finden, ist eigentlich ein Zeichen für Unerwachsenheit. Doch leider habe ich schlampig studiert. Die juristische Sprache ist eine Schule der Klarheit und Präzision.

1968 mit dem Rücken
zum Zeitgeist erlebt

Wie sehen Sie die Rebellion um 1968? Sind Sie „Anti-Achtundsechziger”?

Ich bin ein „Nicht-Achtundsechziger”. Ich habe mit dem Rücken zu allen Phänomenen von „68” gelebt. Auch die kulturellen Aspekte der Zeit – wie etwa die Musik – haben mich nicht berührt. Ich war in einer Art Emigrations-Zustand.

Ging das denn damals?

Ja. Ich habe die bedenkliche Gabe, Dinge, die mir nicht passen, zu verdrängen. Man selbst stellt ja auch eine Welt dar. Die war mir wichtiger.

Viele Ihrer Romane spielen in Frankfurt am Main. Sie haben Frankfurt eine der hässlichsten Städte genannt, die aber – als Vision – auch schön sein könnte.

Ich weiß gar nicht so genau, worin mein Verhältnis zu Frankfurt besteht. Die Stadt ist mir vollkommen selbstverständlich. In den Romanen wird sie zu einer Stadt der Phantasie, und meine Schilderungen strotzen vor Unwahrscheinlichkeiten. Ich schreibe nicht nach Stadtplan. Aber die Sprache erzeugt die Suggestion, es sei von realen Orten die Rede. Und schauen Sie mal, wie Nabokov oder Proust ihre Elternhäuser beschrieben haben. Wie krass sich das von der Realität unterscheidet! Romane sind eben keine Fotografien und keine Reportagen.

Und die Hässlichkeit?

. . . wird immer dann als besonders schmerzlich empfunden, wenn man die Schönheit noch kennt, die durch sie verdrängt worden ist. Denken Sie an den Kölner Dom und die absurde Domplatte. Wer nicht weiß, wie der Domberg vorher ausgesehen hat, wird unter dieser schwächlichen Brutalität viel weniger leiden. Es scheint, als habe im 20. Jahrhundert Schönheit nur entstehen können, wenn sie nicht beabsichtigt war: Fabriken sind gelungen, Opernhäuser fast nie.

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INFO

Martin Mosebach wurde 1951 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Jura in Frankfurt und Bonn. Seit 1980 ist er freier Schriftsteller. Er lebt in Frankfurt, schreibt seine Bücher aber meistens im Ausland, um den nötigen Abstand zu haben.So spielt zwar auch sein jüngster Roman „Der Mond und das Mädchen” (Hanser Verlag) in Frankfurt. Verfasst hat ihn Mosebach aber in Marokko.

Weitere Romane: „Das Bett” (1983), „Westend” (1992), „Die Türkin” (1999) und „Der Nebelfürst” (2001).

Der Georg-Büchner-Preis, den Mosebach in diesem Jahr erhalten hat, gilt als wichtigste deutsche Literaturauszeichnung.

Aufsehen erregte Mosebachs Dankrede, in der er die Französische Revolution als Gesinnungsterror brandmarkte und zur Nazi-Diktatur in Beziehung setzte.

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(Der Beitrag stand am 30. November 2007 in der „Westfälischen Rundschau“)




Diese teuflischen Sommernächte – Martin Mosebachs Roman „Der Mond und das Mädchen“

Von Bernd Berke

Jede Menge Zukunft in Sicht: Junger Mann heiratet Tochter aus gediegenem Hamburger Hause und tritt in Frankfurt seinen ersten Bankjob an. Alles bestens? Nicht ganz. Im neuen Roman des aktuellen Büchnerpreisträgers Martin Mosebach ist dem Paar schon mal kein gemeinsamer Hochzeitsurlaub vergönnt.

Stattdessen fliegt die elfenhafte, nicht gerade rauschend lebenstüchtige Ina erst mal mit ihrer Mutter nach Ischia. Derweil muss Hans im brüllend heißen Hochsommer schuften –  und überdies noch eine Wohnung fürs erhoffte Eheglück finden. Der Leser erfahrt: Sie haben einander so herzlich lieb, dass ihnen all das nichts ausmacht. Die Trennung auf Zeit soll gar die Freude aufs Wiedersehen steigern. Und überhaupt scheint dieser Hans ja ein „Hans im Glück“ zu sein. Märchenhaft.

Ein junges Paar wird gründlich irritiert

Doch unvermischtes Gelingen erzählt sich selbst als Märchen schwer. Also schleichen sich immer mehr Irritationen in die junge Beziehung ein. Erst ganz leise, irgendwann unabweislich – spätestens, als Hans eine aparte Nachbarin (Schauspielerin) kennenlernt. Dies führt bis zur Lebenskatastrophe -– und in einer unverhofften Schlussvolte gnädig darüber hinweg.

Hans‘ anfängliche Such-Streifzüge durch Frankfurt lesen sich wie ein Städtebau-Roman. Da werden höchst ortskundig die Vor- und Nachteile diverser Wohnviertel und Straßen erwogen. Schließlich bekommt Hans eine Art Entscheidungs-Anfall und nimmt eine Behausung am tosenden Baseler Platz, nah beim Rotlicht-Viertel. Was wird die giftigeSchwiegermutter dazu sagen?

Ist diese Wohnung des Teufels?

Gattin Ina macht dekorativ noch das Beste draus, doch irgendwie ist der Wurm drin. Diese Wohnung, so scheint’s, bringt Unglück, ist vielleicht gar des Teufels. Ein beängstigend umtriebiger marokkanischer Hausmeister und die bizarre multikulturelle Hinterhof-Gesellschaft, in die sich Hans zuweilen aus dumpfer Wohnungsenge flüchtet – sie wirken wie Boten aus einer kaum begreiflichen Welt. Einmal fällt sogar das Wort „Hexensabbat“. Uber allem hängt der zauberisch fahle Mond, der nachts das bleiche Mädchen Ina bescheint. Kurzum: ein Sommernachtstraum, in dem die Dingwelt ihr geisterhaftes Eigenleben führt und die Menschen wie betäubt sind…

Teufel und Hexen? Nun ja, Mosebach neigt zum Zeitenthobenen, zum Jenseits, zur Religion. Zuletzt hat er sich als vehementer Befürworter traditioneller (lateinischer) Formen der katholischen Liturgie tiervorgetan. Überhaupt ist er ein entschieden konservativer Geist, was sich auch in seiner Erzählweise mitteilt. Ruhig mäandern die epischen Sätze dahin, oft auch ein wenig behäbig. Der Erzähler nimmt uns fürsorglich an die Hand. Oft schein1 er „allwissend“ zu sein wie in den guten alten literarischen Zeiten. Gern lässt er altväterlich klingende Lebensweisheiten in den Redestrom einfließen. Etwa solche: „Eine Frau, die sich unterordnet, gewinnt an Einfluss…“

Man kann sich als Leser freilich auch wohlig aufgehoben fühlen – fern jeder angestrengten Avantgarde. Hier gibt es keine Experimente. In den besten Passagen fühlt sich Mosebachs Sprache an wie seidige Sommerluft. Und wie ein Hauch von gestern.

Martin Mosebach: „Der Mond und das Mädchen“. Roman. Hanser Verlag. 191 Seiten. 17,90 Euro.

Am Mittw., 28. November (19.30 Uhr), liest Mosebach in der Reihe „Kultur im Tortenstück“ im Dortmunder Harenberg City-Center aus dem Roman.

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ZUR PERSON

In Frankfurt verankert

  • Martin Mosebach wurde am 31. Juli 1951 in Frankfurt geboren.
  • Er hat Jura in Frankfurt und Bonn studiert.
  • Seit 1980 lebt er als freier Schriftsteller in der Main-Metropole.
  • Seine Verankerung in der Stadt erinnert an den Büchnerpreisträger von 2004: Wilhelm Genazino, dessen Figuren oft ziellos durch Frankfurter Vororte streifen.
  • Mosebach schrieb zuvor Romane wie „Das Bett“ (1983), „Westend“ (1992), „Die Türkin“ (1999) und „Der Nebelfürst“ (2001).
  • Der Büchnerpreis gilt als wichtigste deutsche Literatur-Auszeichnung. Die letzten Preisträger vor Mosebach: Wolfgang Hilbig, Alexander Kluge, Wilhelm Genazino, Brigitte Kronauer und Ostkar Pastior.