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Schreckliche Ödnis, rasender Stillstand – Berliner Gropius-Bau zeigt Regina Schmekens Fotografien von Tatorten des NSU

Eine graue Häuserwand, ein verlassener, grob asphaltierter Platz, eine beschmierte Straßenecke, eine Parkbucht an einer Landstraße im Wald. Menschenleere Orte, überall Tristesse, dunkle Wolken, düstere Leere.

Einmal rattert, verschwommen und unscharf, ein Motorroller mit zwei Personen vorbei. Ein anderes Mal hetzt ein Mensch mit Einkaufstüten durch die regennasse Ödnis. Aber ist das, was da so bedrohlich auf dem Boden sich ausbreitet und gefährlich schimmert, nicht eine Blutlache? Nein, es ist eine Regenpfütze.

Unsere Fantasie, unsere Befürchtungen und Erwartungen täuschen uns, sie wollen Dinge sehen, die nicht mehr da sind, von denen nur noch die bösen Erinnerungen unsere Wut und Angst speist: All die Opfer, mit kaltem Hass hingerichtet und von feigen, fürchterlichen Mordhänden hingestreckt, sind längst begraben.

Quälend langes Gerichtsverfahren

Zwei der Täter sind tot, die Mitwisser vor Gericht. Verhandelt wird seit quälend langen Jahren, in denen vieles gesagt und noch mehr verschwiegen wird. Dass wir je die Wahrheit erfahren werden, wie der so genannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) organisiert war und warum er jahrelang ungestört mordend durch die Lande marodieren konnte, ist kaum zu hoffen. Dafür sind die Mauer des Schweigens und die beklemmende Stille nach den tödlichen Schüssen einfach zu groß.

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