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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Dezember

Geschafft: Der Dezember, die Weihnachtsfeiern, das Jahr. Das allüberall beherrschende Thema war – das Wetter. Statt ersehnter weißer gab es warme Weihnachten.

nicht von Pappe

Doch Abhilfe naht spätestens zum nächsten großen Fest,
zum Trost sei erinnert an die

Bauernregel des Monats: Ist es warm zur Weihnachtsfeier,
fällt der Schnee auf Ostereier.

Und das war dem Ruhrpott sein Dezember:

Symposium des Monats
: Begleitend zur aktuellen Folkwang-Ausstellung „Otto Steinert. Absolute Gestaltung“ schaute eine beachtliche Referentenriege auf Leben und Werk des bedeutenden Fotolehrers.

Schlagzeilen des Monats: Rätselraten im Dortmunder Zoo! Kriminelle Taten oder unglückliche Fluchten?

Comeback des Monats: Richard Ford läßt seinen knorrigen Chronisten Frank Bascombe wieder aufleben.

Premiere des Monats: Huan-Hsiung Li, Theatermann aus Taiwan, gab in Duisburg sein Europa-Debüt als Regisseur mit Giacomo Puccinis „Turandot“.

Eröffnung des Monats: In Bochum wurde der „Platz des europäischen Versprechens“ eingeweiht, gedacht als großes, demokratisches Manifest für ein Europa.

Wiederaufnahme des Monats: Aus dem letzten Jahrtausend, aber aktueller denn je. Das Essener Aalto-Theater nimmt die Inszenierung von Verdis Maskenball von 1999 wieder in sein Programm auf.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der November

Es war zuallererst ein schrecklicher, ein trauriger Monat. Was für eine zerrissene, oft hasserfüllte, hilflose Welt zeigte ihr grausigstes Gesicht. Die Terrorgefahr ist allgegenwärtig, die Ereignisse von Paris lassen fassungsloses Entsetzen, Bestürzung und Trauer zurück. Aber nicht nur:

Lichtblick des Monats: Noch in der schrecklichen Nacht von Paris, mitten unter den Horrormeldungen, verbreitete sich der Hashtag „Porte Ouverte“, unter dem viele Pariser Unterschlupf für die vielen Menschen, die irgendwo in der Stadt oder im Vorort Saint Denis am Stadion gestrandet waren, organsisierten. DAS war ganz, ganz groß und ein Hoffnungsschimmer, der zeigt, wo es nun lang gehen sollte, lang gehen muss. Aber auch kleine Gesten der Solidarität können trösten.

Ein Bild des Monats:

ZecheHolland

Und das war dem Ruhrpott sein November:

Erinnerung des Monats: Ein Lesebuch erinnert an den Bochumer Germanisten Gerhard Mensching.

Abschied des Monats: Altkanzler Helmut Schmidt starb im gesegneten Alter von 96 Jahren. Deutschland nimmt Abschied von einem sich immer treu gebliebenen Politiker und Publizisten.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober

Ab inne Pilze. Oder auffe Streuobstwiese. Selbstversorgung wird immer beliebter im Ruhrgebiet – und die auch öffentlich geschaffenen Möglichkeiten werden immer vielfältiger. Hat ja auch berückende Konsequenzen: So bleibt mehr Geld übrig für die vielfältigen kulturellen Angebote des Reviers.

innePilze

Und das war dem Ruhrpott sein Oktober:

Adaption des Monats: Das Bochumer Theater an der Rottstrasse bringt eine sehr gelungene Bühnenfassung von Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ auf die Bühne.

Provinz des Monats: In der Carmague wird stilecht gemordet – zumindest in den Krimis von Cay Rademacher.

Avantgarde des Monats: Das Museum Folkwang zeigt eine von Kasper König kuratierte Ausstellung.

Blamage des Monats: Die Verleihung der Steiger-Awards in Dortmund – für Gerd Herholz eine Ruhrgebietsposse zum Fremdschämen

Abschied des Monats: Bernd Berke zum Tod des Dortmunder Journalisten Werner Strasdat

Laken des Monats: Ein 484qm großes Betttuch spielt eine traumhafte Rolle im Gelsenkirchener Musiktheater in Benjamin Brittens „Midsummer Night’s Dream„.

Nachlese des Monats:Die stille Kraft“ des Niederländers Louis Couperus in der Kokerei Zollverein in Essen – eine der letzten diesjährigen Triennale-Inszenierungen.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der September

Erste Blätter fallen, erste Kastanienmännchen zieren Fensterbänke, Kürbisse tanzen durch Suchmaschinen, die Tag-und-Nacht-Gleiche ist schon vorbei, zwar herrscht noch Sommerzeit – aber keine Frage, es wird Herbst. Schön, dass es da auch in der Rückschau goldene Momente gibt.

Und das war dem Ruhrpott sein September:

Hashtag des Monats: Wenn ein Begriff treffend zusammenfasst, was die Menschen (nicht nur) im Ruhrgebiet im September vor allem anderen bewegte, dann ist es der Hashtag #trainofhopeDo . Seit Anfang September überschlagen sich die Ereignisse in der so genannten Flüchtlingskrise. Dortmund war und ist eine der ersten Anlaufstellen und Drehscheiben in Deutschland. Unter diesem Hashtag koordiniert sich die enorme Hoffnung und Mut machende Hilfsbereitschaft der Menschen im Ruhrgebiet.

Allee des Monats: Erstaunlich unterhaltsame Seiten zeigt die Königsallee in Düsseldorf. Dies allerdings in der gleichnamigen Inszenierung von Ilja Richter und Wolfgang Engel.

Vergleich des Monats: Wie stellt sich die Ruhrtriennale gegenüber anderen Sommerfestivals in der Fläche dar? Dieser Frage ging Rolf Pfeiffer nach.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der August

Auf, auf. So langsam, aber sicher wird es nicht nur in der Rinderbadeanstalt Zeit, sich von den träge genossenen Plätzen an Seen und Kanälen zu erheben und zu schauen, was alles so wieder anrollt: der Kulturbetrieb zum Beispiel und natürlich der Ball in der Bundesliga.

Rinderbadeanstalt

Und das war dem Ruhrpott sein August:

Aufruf des Monats: Frauen an die Macht! Zumindest die Kandidaturen im Ennepe-Ruhr-Kreis für die Bürgermeisterwahl deuten darauf hin.

Nostalgie des Monats: Die Geschichte des motorisierten Krabbeltiers – eine wehmütige Erinnerung an den VW-Käfer

Phänomen des Monats: „Es ist zum Ananas auf die Theke hauen“ – wie man seinen Mitmenschen mit gut gefüllten Flaschentaschen gehörig auf die Nerven geht.

Debüt des Monats: Katharina Wagners erste Regiearbeit auf dem grünen Hügel von Bayreuth.

Umarmung des Monats: Die Ruhr-Triennale lädt ein zur Neugier.

Klang des Monats: Dicke Mauern – feine Töne im Haus Kemnade.

Tücken des Monats: Was Wattestäbchen mit Reisen und Erwachsenwerden zu tun haben. Frank Goosen beim Festival Ruhrhochdeutsch

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juli

Es war doch ein bunter Monat. Das Wetter schlug Kapriolen, für die Bauern allerdings keine schlechten. Die Menschen feierten trotzdem allüberall. Schützenfeste landauf, landab, Scheunenfeste, Festivals. Für alle von allet watt dabei. Soviel kornblumenblau war selten.

kornblumenblau

Und das war dem Ruhrpott sein Juli

Manifest des Monats: 64 Wissenschaftler(innen) veröffentlichten das „konvivialistische Manifest“, welches sich mit den Grenzen des Wachstums beschäftigt und Chancen aufzeigt.

Rückkehr des Monats: Marc-André Hamelin, Preisträger des Klavier-Festival-Ruhr spielte in Mülheim wieder ein atemberaubendes Programm.

Oasen des Monats: 20 Wanderungen im Ennepe-Ruhr-Kreis

Nichts des Monats: Einfach einmal keine Sau durch’s Dorf treiben

Pranke des Monats: Der Pianist Denis Matsuev begeisterte in der Essener Philharmonie mit virtuosem Handwerk

Bewegung des Monats: Die „Internationale Plattform Physical Theatre“ fand im Essener Maschinenhaus statt und begeisterte vor allem mit einer ganz eigenen Atmosphäre.

Hyperlativ des Monats: „Äußerst“ zufrieden oder nur „sehr, sehr“ zufrieden?

Dorf des Monats: Das Ruhrtriennale-Dorf der Rotterdamer Crew um Joep van Lieshout ist von niedlicher Brutalität.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Na bitte. Wer sagt’s denn! Es ist Sommer. Richtiger, echter, heißer Sommer. Und das in der Siebenschläfersonne. Da wird das tapfere Bibbern und Ausharren während der Schafskälte doch belohnt.

Schafskälte

Und das war dem Ruhrpott sein Juni:

Unbehagen des Monats: verursacht die hochaktuelle Inszenierung von Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ bei den Mülheimer Stücketagen.

Fundament des Monats: Noch tragen die Strukturen der Unnaer Stadtkultur. Nur wie lange noch? Es geht immer mehr um Mittelverteilung.

Anstalt des Monats: Im Essener Aalto-Theater findet Antonin Dvoráks Märchenoper „Rusalka“ den Weg in die Psychiatrie.

Nashörner des Monats: Samuel Finzi und Wolfgang Koch begeistern bei den Ruhrfestspielen im gleichnamigen Klassiker des absurden Theaters von Eugène Ionesco, die Inszenierung eher nicht so.

Lebenswege des Monats: Julian Barnes erzählt in seinem Buch „Lebensstufen“ von ungeahnter Freiheit und untröstlicher Trauer.

Würdigung des Monats: Rudi Bernhardt erinnert sich an den in diesem Monat verstorbenen Pierre Brice.

Premiere des Monats: Zum Abschluss der Ruhrfestspiele gab es eine gelungene europäische Erstaufführung von George Taboris Frühwerk „Flucht nach Ägypten„.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Mai

Ausgerechnet am Brückentag zu Himmelfahrt mussten Beamte allerorten Sonderschichten einlegen. Der 15.5.15 war als Datum wohl zu verlockend und die Termine bei den Standesämtern dementsprechend gefragt. Und auch sonst war es ein ganz herziger Monat.

Herzensbaum

Und das war dem Ruhrpott sein Mai:

Folie des Monats: Das Recklinghäuser Festspielhaus und die Kunsthalle sind im Rahmen der Kunstausstellung der Ruhrfestspiele mit Farbfolie versehen, was ganz neue Wahrnehmungen der Gebäude eröffnet.

Fortsetzung des Monats: Thomas Schweres legt mit „Die Abräumer“ seinen zweiten Krimi vor.

Album des Monats: Die Dingwelt der 70er und 80er Jahre, zusammengefasst in einem Album der Erinnerungen.

Experiment des Monats: Siri Hustvedts Roman „Die gleißende Welt“ entlarvt Fiktion und Realität von Geschlechterrollen.

Faust des Monats: Herbert Grönemeyer und Regisseur Robert Wilson verjuxen mit dem Berliner Ensemble den Goethe-Klassiker.

Betrachtungen des Monats: Die Handschrift des Filmemachers Wim Wenders drückt sich kongenial auch in seinen großformatigen Fotografien aus. Zu bewundern noch bis Mitte August im Museum Kunstpalast Düsseldorf.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der April (mit einer Nachlieferung vom März)

SpargelmannAnderswo mag der Frühling sein blaues Band flattern lassen, bei uns ist es alljährlich der Spargelmann, der uns wissen lässt: Wir haben den Gülle-Gestank der letzten Wochen nicht umsonst ertragen. Et iss soweit, Frühlingsgefühle werden wach und feiern dürfen wir die bei einem Festmahl mit dem königlichen Stangengemüse. Sehr lecker im übrigen dieses Jahr wieder, schön erdig, nicht wässrig, knackig – ich bin dann mal in der Küche. Aber vorher noch schnell die Höhepunkte aus

dem Ruhrpott sein April:

Märchen des Monats: Schön und kess. Die junge Oper Dortmund zeigt „Sneewitte„.

Klammersätze des Monats: André Comte-Sponville philosophiert über Sexualität, schafft es aber nur einmal mehr, diese zu zerreden.

Ikonen des Monats: Das Ikonenmuseum Recklinghausen zeigt mit Ikonen aus Varna Bilder einer aufstrebenden Gesellschaft.

Pionierin des Monats: Das Frauenfilmfestival Dortmund erinnert an die „filmende Bäckersfrau“ Elisabeth Wilms.

Käfer des Monats: Das Bochumer Prinz Regent Theater überzeugt mit einer popkulturellen Version von Kafkas „Verwandlung“.

Lebenswerk des Monats: Erinnerungen an Günter Grass

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Vielleicht ist ja jetzt die Zeit, wo das Wünschen wieder hilft. Einen ruhigen Monat hatten wir im Nachsatz des Januar-Rückblicks gewünscht und was haben wir bekommen? Einen ruhigen Monat. Und der BVB ist offenbar auch wieder auf dem aufsteigenden Ast. Geht doch. Dafür lassen sich in der Februarsonne die Aufregungen der vergangenen Monate umso trefflicher besichtigen. Egal, wo man derzeit im Revier spazieren geht, die Schäden von Pfingststurm Ela (2014) fallen jetzt nach den Aufräumarbeiten so richtig ins Auge:

Haardt

Und das war dem Ruhrpott sein Februar:

Wanderer des Monats: eine kostbare Interpretation von Schuberts „Winterreise“ im Konzerthaus Dortmund.

Diskussion des Monats: Quo vadis, Lindenbrauerei Unna? Der stellvertretender Vorsitzende des Kulturausschusses Unna Sebastian Laaser im Interview.

Gesundschrumpfung des Monats: Schloß Cappenberg bleibt dem Kreis Unna als Museum erhalten, Kunst wird es jedoch nur noch auf einer Etage geben

Medienliebling des Monats: Der „Gröfaz“ ist wieder da. Das westfälische Landestheater bringt Timur Vermes‘ Romanerfolg „Er ist wieder da“ auf die Bühne.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Januar

Es war ein trauriger Monat. Die terroristischen Anschläge von Paris ließen uns alle traurig und fassungslos zurück. Daran konnten auch mannigfache Solidaritätsbekundungen nichts ändern. Dazu in Deutschland dieses gida-istische Genöle, Gepöbel mit fast schon folgerichtiger Selbstzerfleischung. Lichtblicke – verzweifelt gesucht. Gut, dass wir diese ab und an noch in der Natur finden können. Und im kulturellen Geschehen natürlich.

"Lichtblick" ©Frank T. Zerres

„Lichtblick“ ©Frank T. Zerres

Und das war dem Ruhrpott sein Januar:

Gedankenanstoß des Monats: Angesichts des „Charlie-Hebdo“-Anschlags ist es Zeit für eine Debatte über die Rolle der Religionen.

Ermahnung des Monats: Verallgemeinerung ist die Philosophie der Stammtische (abgewandelt nach einem Zitat des Schriftstellers Ben-Gavriêl).

Routine des Monats: „So uninspiriert wie das Spiel des BVB in dieser Saison“ : Der Dortmunder Geierabend.

Nostalgie des Monats: Einkaufen – früher und heute. Warum verklärte Erinnerungen manchmal in die Irre führen.

Käse des Monats: Um seine „ministrable Realexistenz“ mal wieder in’s Scheinwerferlicht zu rücken, blies der Bundesagrarminister den Amerikanern ein Zückerchen in den Hintern des Chlorhühnchens. (Im Klartext: Es ging um TTIP und das geht uns alle an! )

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Dezember

der WeihnachtstrollDas Ruhrgebiet ist erleichtert, dass der größte im Dezember zu vermeldende ruhrische Skandal der des „Rolls-Reus“ war und unser Pott von diversen „Gidas“ verschont blieb, die in einer eigenartigen Mischung aus Ausreden, Schuldzuweisungen und Heiligenschein durch andere deutsche Innenstädte paradierten. Dafür schlug der Weihnachtstroll eine wettertechnische Kapriole zum Jahresende. Die erhofften weißen Weihnachten wurden grau und nass, danach gab’s dann ein bisschen Schnee.

Und das war dem Ruhrpott sein Dezember:

Szenen des Monats: Das Dortmunder Schauspielhaus seziert Bergmans „Szenen einer Ehe“ in einer eher umgangssprachlichen Umsetzung.

Abtaucher des Monats: Thomas Schweres legt ein beachtliches Krimi-Debut vor. Und das als Schalker in der „verbotenen Stadt“…

Wunderteam des Monats: Die aus den 30er Jahren stammende Fußball-Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ erlebte erst jetzt eine umjubelte Premiere im Dortmunder Opernhaus.

Sparmaßnahmen des Monats: Die durch immense Sozialkosten gebeutelte Ruhrgebiets-Metropole Dortmund reduziert ihre sozialen Leistungen stetig. Da macht auch Kleinvieh Mist und die durch Schließung eines Dammwildgeheges eingesparten 4.500 Öcken sind anscheinend willkommen. Aber „zum Glück“ ist es noch nicht soweit, dass an lukrativen Chefposten gespart werden muss.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der November

Lichtwochen Essen, Winterleuchten Dortmund, Recklinghausen leuchtet – die Stadtoberen im Ruhrgebiet lassen sich einiges einfallen, um die Menschen trotz trüben Novembergraus in ihre Innenstädte zu locken. Dabei war früher wesentlich mehr Grau im November. Selten einen so hellen elften Monat gehabt. Aber schön sind sie natürlich trotzdem, die leuchtenden Kunstwerke. Einer der Höhepunkte wie in jedem Jahr die phantasievoll beleuchtete Engelsburg in Recklinghausen:

RE leuchtet

Und das war dem Ruhrpott sein November:

Zeitinsel des Monats: Das Konzerthaus Dortmund würdigte das Schaffen des Komponisten Prokofjews. An sich eine gute Idee, doch schon der Auftakt-Abend enttäuschte mit eher lustloser Professionalität.

Festival des Monats: Auch das Dortmunder Festival „favoriten 2014“ war mehr gut gemeint als gut gemacht – so einiges an guter Absicht wurde überstrapaziert. Rolf Dennemann vergleicht es mit einer Art Ruhr-Triennale in Wundertütenform.

Geheimtipp des Monats: Hans Hermann Pöpsel empfiehlt das Örtchen Beyenburg samt Stausee. Eine kleine Idylle südlich des Ruhrgebiets.

Herkunft des Monats: das seit langem zugänglichste Buch von Botho Strauß, autobiographisch und wunderbar verdichtet.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober

FörderturmZecheZollernSo. Jetzt ist Schluss mit lustig. Auch wenn der letzte Monat noch jede Menge Re­mi­nis­zenzen an den Sommer zu bieten hatte, jetzt sind sie da: lange, graue, dunkle Tage. Nur gut, wenn es genug schicke Kulturangebote gibt, die das Leben bunter machen. Und wenn es die Industriekultur ist, die zuverlässig dafür sorgt, datt et im Pott jederzeit erstaunlich grün ist. Und das war dem Ruhrpott sein Oktober:

Forschung des Monats: Neue Erkenntnisse, die unbedingt gegen einen Abriss des Dortmunder Ostwall-Museums sprechen.

Irrlicht des Monats: Regisseur Dietrich Hilsdorf nutzt seine Inszenierung von Ariadne auf Naxos in der Rheinoper als perfekte Vorlage für eine Persiflage über das Theater am Theater.

Polemik des Monats: Bernd Berke ist genervt von Berliner Befindlichkeiten, die in epischer Breite in allen Gazetten quer durch die Republik aufgebauscht werden.

Managerin des Monats: Tanja Schleiff gibt in Düsseldorf eine Iphigenie, die das Tempelwesen kühl und klar managt.

Übertreibung des Monats: Regisseur Stefan Herheim bläst Puccinis „Manon Lescaut“ zu einer kolossalen Göttin auf und beschert dem Essener Aalto-Theater damit den ersten Flop der Saison.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der September

SeptemberMan merkt es deutlich. Das Sommerloch hat geschlossen. Alleine die schiere Menge der in den Revierpassagen veröffentlichten Beiträge ist der beste Beleg dafür. Et war für alle von allet watt dabei. Und zum Glück wurden die größten Kürbis-Köppe nur in den zahlreichen Hofläden der ländlicheren Ruhr-Gebiete gesichtet. Und das war dem Ruhrpott sein September:

Satz des Monats: „Das Ruhrgebiet hat eine vergleichsweise geringe Arschlochdichte.“ (©Fritz Eckenga in der Wochenendbeilage der WAZ)

Einstieg des Monats: „Die Essener Philharmoniker gaben sich zum konzertanten Auftakt der Saison dem Zauber des Anfangs hin.“

Kosmos des Monats: Das Holzwickeder Haus Opherdicke widmet Poppe Folkerts und seinem Kosmos Nordsee eine Ausstellung.

Erkenntnis des Monats: Alle nackten Männer gleichen einander. Aber manche tanzen schöner.

Abgesang des Monats: Das Leben ist ein langer, schmutziger Fluss. Der Film zum Ende des Industriezeitalters.

Herzblatt des Monats: Veronika Ferres als verliebte Kanzlerin. Staatsaffäre wörtlich genommen.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der August

So langsam kehren wir zur Normalität zurück, die Sauregurkenzeit neigt sich dem Ende zu. Die Theater öffnen eines nach dem anderen wieder, die Urlauber kehren zurück und für Autobahnen im Revier gilt wieder der alte Leitsatz: „A 40, nur wennsse Zeit hass“. Der Monat war eher ein dummer August, ziemlich viele Veranstaltungen fielen buchstäblich ins Wasser.

Sunrise Avenue, Open Air im Westfalenpark, August 2014,  Hollywood Hills im Regen.

Sunrise Avenue, Open Air im Westfalenpark, August 2014, Hollywood Hills im Regen.

Und das war dem Ruhrpott sein August:

Sau des Monats: Wehe, wenn sie losgelassen! Junggesellenabeschiede als Event.

Radiolegende des Monats: Als Carmen Thomas und der Ü-Wagen noch regelmäßig vor Ort berichteten.

Medienkompetenz des Monats: Bernd Berke empfiehlt sehenswerte Trickserien (nicht nur) für Kinder.

Festival des Monats: Die RuhrTriennale startet vielversprechend.

Schafe des Monats: Möööh. Heiner Goebbels ließ bei der Deutschen Erstaufführung von Louis Andriessens Oper „De Materie“ tatsächlich eine Schafherde über die Bühne treiben.

Opfer des Monats: Strawinskys Sacre du Printemps als Choreographie für 40 Maschinen: blanker Unfug und verlorene Zeit, findet Martin Schrahn

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juli

Die gute Nachricht ist: Es war ruhig im Ruhrgebiet. (Wenn man nicht gerade an den Zufahrtsstraßen zu einem Stausee oder in der Nähe eines Public Viewing wohnt).

Nachdem sich im Vormonat der heilige Geist das Pfingstwetter über dem Ruhrgebiet ausgetobt hatte, blieb das Revier im Juli weitestgehend verschont von weiteren Wetter-Katastrophen. Die Schäden sind noch nicht ganz, aber schon sichtbar beseitigt. Bei aller Ruhe wird das Dröhnen der Kettensägen wohl noch länger das Geräusch des Reviers bleiben. Einzelne Städte wie Recklinghausen und Essen haben bereits um Spenden zur Wiederaufforstung gebeten.

Die schlechte Nachricht ist: Es war ruhig im Ruhrgebiet. Kultur hatte Ruh, Urlaubszeit allüberall. Kultur fand weitestgehend im Abarbeiten des Stapels ungelesener Bücher statt. Aber auf ein bißchen was können wir zurückblicken. Und das war dem Ruhrpott sein Juli:

Sehnsuchtsort des Monats: der Halterner Stausee (siehe Bild).

Stausee Haltern

Volksbelustigung des Monats: Highland-Games in Ennepetal

Requiem des Monats: Abschied von einem bewegenden Ballett in Duisburg

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Es war ein Monat, der wohl vielen in Erinnerung bleiben wird. Ein Unwetter mit hier bisher unbekannten Ausmaßen tobte sich am Pfingstmontag aus. Kurz vor knapp, dass man unser Revier in ruhrische Seenplatte hätte umtaufen müssen.

Und nein, wir hatten keinen Sturm, wir hatten ganz offiziell Orkan, der (nicht nur) in Teilen des Ruhrgebiets eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Mit Wirbeln. Währenddessen. Der Wirbel nachher, auch der mediale hielt sich in Grenzen. Wer auf anrückende Hilfskonvois und Spendenfluten wartete, wurde eines Besseren belehrt. Aber hier ist eben Ruhrgebiet, man krempelt die Ärmel hoch, schließt sich in Gruppen zusammen, gewöhnt sich an Kettensägen als Hintergrundmelodie, räumt auf und verliert seinen Galgenhumor nicht: Wohnen wir eben jetzt alle im Grünen.

Nach dem Orkan Jeden vierten Baum hat es getroffen und vor allem die ganz, ganz großen. Die, die beim Umfallen den halben Strassenbelag oder den halben Park mit sich reißen. Kyrill, dessen Narben auch hier erst langsam heilten, war ein laues Lüftchen dagegen. Mittlerweile geht es wieder so halbwegs, jeden Tag ist wieder eine Straße mehr, ein Gleis mehr befahrbar. ein weiteres Auto aus dem Urwald befreit. Es besteht begründete Aussicht, dass unser Verkehrsnetz nicht nur etwas sein wird, von dem die Alten erzählen, die sich an die Zeit vor dem großen Sturm erinnern können. Deswegen im Rückblick auch zuerst der

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Mai

blühendeLandschaftenBlühende Landschaften hatte man uns im Monat des Wahlkampfs mal wieder versprochen. Und was haben wir bekommen? Die Erkenntnis, dass es kein richtiges, nur ein ganz, ganz falsches Rechts gibt. Da wäre es einem ja wirklich noch lieber gewesen, der FC Bayern München hätte auch noch die Europawahl gewonnen. Auch der viele Mairegen half rein gar nichts. Vielleicht macht er ja manchen schöner, aber bestimmt nicht klüger. Und das war dem Ruhrpott sein Wonnemonat:

Festspiele des Monats: Auf dem Recklinghäuser Hügel und angeschlossenen Spielstätten gab es umjubelte Beckett-Interpretationen, Rassismus im Reihenhaus, uralte Mythen und eine Gruppentherapie für die große Koalition.

Mummenschanz des Monats: Mittelalterlich Spectaculum im Dortmunder Fredenbaum. Wirklich für jeden was dabei?

Maskottchen des Monats: Schluß mit niedlich. Das Nashorn in seiner Eigenschaft als Wappentier des Dortmunder Konzerthauses fordert gewaltig: „Stell Dich der Klassik“ – ein Ausblick auf die nächste Saison.

Maikönig des Monats: Das Gelsenkirchener Musiktheater zeigt „Albert Herring„, einen komischen Dreiakter von Benjamin Britten.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der April

Die Farbe des Monats war eindeutig gelb. Gelb wie der aufblühende Ginster, wie die reichlich aufscheinende Sonne, wie Ostereier, wie Löwenzahn und vor allem wie die Erkenntnis: Raps ist die neue Kohle. Das ganze Revier ist umgürtelt von Rapsfeldern. Bleibt die Frage, ob die Hausfrauen und Hausmänner unter uns es wirklich als Fortschritt empfinden, wenn der allgegenwärtige Staub nunmehr gelb statt schwarz überall festklebt.
Raps ist die neue Kohle
Und das war dem Ruhrpott sein April:

Ausblick des Monats: Knochenstaub auf Heiligtümern, Spiegelungen und sehr viel schöne Musik – mangelnden Einfallsreichtum kann man Heiner Goebbels für die letzte von ihm inszenierte Ruhrtriennale nicht nachsagen.

Perspektivwechsel des Monats: Kann bildende Kunst mit Krieg jemals „fertig“ werden? Das Wuppertaler Von der Heydt Museum geht in seiner oszillierenden Ausstellung „Menschenschlachthaus. Der Erste Weltkrieg in der französischen und deutschen Kunst“ dieser Frage nach.

Prophetin des Monats: Bettina Lieder beeindruckt im Dortmunder Schauspielhaus als zornige, traurige, aufwühlende Kassandra.

Komödie des Monats: Im Theater Dortmund kann man mit „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn ein Spaßstück erster Güte erleben.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der März

IMG_20140202_151422347_HDR (1)Wo wir sind, ist die Welt. Was die Weltöffentlichkeit im Großen bewegte, hatte das Revier ganz lokal zu bieten. Von Russen über Sichtungsgeräte bis hin zum (unentschiedenen) Derby – et war wieder von allet watt dabei. Nur nach Flugzeugen wurde in der Ruhr nicht gesucht. Und so war dem Ruhrpott sein März.

Käse des Monats: Zur Stärkung nach den berüchtigten Höllen-Höhlen-Touren gibt es demnächst im Ennepetal köstlichen Klutertkäse. Wohl bekomm’s.

Favoriten des Monats: Die Oscar-Dekorierten sind nicht immer diejenigen, die das Herz des Kino-Fans höher schlagen lassen.

Enthüllung des Monats: Das Essener Aalto-Theater enthüllt die Identität der „Straniera“ von Bellini effektvoll.

Kapitalmarkt des Monats: Das Duisburger Lehmbruck Museum setzt sich im Rahmen der Ausstellung „Hans im Glück – Kunst und Kapital“ mit der Frage auseinander, wie den Dingen Wert zugemessen oder abgesprochen wird.

Wutbürger des Monats: Die Gruppe „artscenico performing arts“ um Rolf Dennemann zeigt in Bochum und Dortmund mit „Vorhofflattern“ einen Workshop für den gemeinen Wutbürger und den, der es werden will.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Februar

Dem Februar sein närrischer Hut Da geht er hin, der kürzeste Monat des Jahres und zieht seinen närrischen Hut. Zurück lässt er neben nachstehenden Höhepunkten ob des viel zu warmen Wetters besorgte Landwirte und Myriaden von närrischen Mücken – bei einer Fahrradtour durch Feld und Wald gesichtet.

Die Prognose, dass das Streusalz bei diesen Wetter reicht, dafür im Sommer Mückenschutzmittel knapp wird, scheint nicht gewagt. Pro-Tipp des Monats: Nelkenöl bevorraten. Und das war dem Ruhrpott sein Februar.

Tatort des Monats: Im neuesten Tatort aus dem östlichen Revier ging es dringlich zur Sache. Bernd Berke hat ihn für uns gesehen und zieht nicht unzufrieden das Fazit: Dieses Dortmund ist überall.

Gemeinschaftsleistung des Monats: Regisseur Carsten Kirchmeier setzt gemeinsam mit Ballettchefin Bridget Breiner Leonard Bernsteins Musical „On the Town“ in Gelsenkirchen schwungvoll in Szene.

Wagner-Epos des Monats: Das Aalto-Theater in Essen hat den „Fliegenden Holländer“ in Barrie Koskys Inszenierung von 2006 wieder ins Programm genommen.

Telefonate des Monats: Das westfälische Landestheater zeigt Jubril Sulaimons Zwei-Personen-Stück „Call Shop“ eher als Statement denn als Erzählung inszeniert.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Januar

Ein Zwölftel ist geschafft. Gibbet eigentlich schon erste Jahresrückblicke? Nein? Schön, ziehen wir wenigstens ein erstes Resümee des noch jungen Jahres.

Muttis Bundesbecken kommt erst langsam wieder in Gang, die Netzwelt hingegen schraubt ihre Erregungstumulte in ungeahnt schnellschäumende Höhen. Da wird petitiert, was der Volkszorn hergibt, Komiker reichen Petitionen gegen Petitionen ein, kein Wunder, dass im Ruhrpott mancherorts die Erde bebte. Die Bundesliga startete in die Rückrunde, diverse Programme für das laufende Jahr wurden preisend vorgestellt, der Aufregungen war also genug. Und das war dem Ruhrpott sein Januar.

Reise des Monats: Rolf Dennemann verbrachte den Jahreswechsel in leuchtenden bajuwarischen Gefilden.

Gnadenlosigkeit des Monats: Franziska musste sterben. Der Kölner Tatort war ein schreckliches Psycho-Duell. Bernd Berke hat ihn für uns gesehen.

Wenn Dortmund holländisch wäre, würden wir hier vielleicht solches Schuhwerk tragen... (Foto: Bernd Berke)

Wenn Dortmund holländisch wäre, würden wir hier vielleicht solches Schuhwerk tragen… (Foto: Bernd Berke)

Nachbarn des Monats: Hans Hermann Pöpsel erklärt, warum Dortmund ein beliebtes „Tussendoortje“ bei den Holländern ist und warum Oranje eine grenzüberschreitende Farbe ist.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Dezember

6799308_c0f5839c0b_lWer sagt es denn? Das wäre mal wieder geschafft. Advent, Weihnachten, ach was – gleich ein ganzes Jahr, welches sich mehr oder weniger glorreich verabschiedet.

Sogar eine sogenannte Regierung hat das Land, die Bundeswehr eine neue Mutter der Kompagnie und zu guter Letzt bekommt „der Kloppo“ noch ein neues Geschlecht und eine neue Bedeutung: „die Kloppo“, die kleine Opposition als ungeliebte Schwester der „Gro-Ko“, der großen Koalition. Offen gestanden, für ein ehrlich gemeintes Glückauf reicht es bei mir nicht, die Micky Maus hätte ich freudiger begrüßt. Aber sei’s drum. Das war dem Ruhrpott sein Dezember:

Assoziationskette des Monats: Was Latte macchiato und Maria Immaculata (nicht) gemeinsam haben. man würde nie drauf kommen, klingt aber logisch.

Gegensätze des Monats: Das Dortmunder Schauspielhaus bietet ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles Programm der Gegensätze. Exemplarische Betrachtung der Stücke „Verbrennungen“ und „Peer Gynt“.

Würdigung des Monats: Vor 100 Jahren wurde Willy Brandt geboren. Ein Porträt aus Erinnerungen und ein Denkmal derer, die Demokratie wagen woll(t)en.

Familienfreuden des Monats: Papa-lapap und wunderbar fliegende Sterne.

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Was vom Monat übrig blieb – das war der November

Fast geschafft: Der von vielen als düster empfundene November neigt sich dem Ende zu. Fast geschafft: Rein theoretisch stieg in Berlin weißer Rauch auf und es könnte demnächst tatsächlich dazu kommen, dass die Damen und Herren gewählte Volksvertreter geruhen zu regieren. Wenn nicht noch – aber das wäre dann ein Thema für den nächsten Monatsrückblick. Wie schön, dass die Kulturschaffenden des Ruhrgebietes herkulische Anstrengungen unternehmen und nicht nur fast was schaffen.

Herkules von GE

Das war dem Ruhrpott sein November:

Schatz des Monats: Nicht nur in Limburg gibt es so Einiges zu bestaunen, auch der Schatz des Ruhrbistums Essen lohnt eine Besichtigung.

Legende des Monats: Das Herner LWL-Museum für Archäologie zeigt kostbare Artefakte und Leihgaben rund um Uruk, den legendären Vorläufer moderner Metropolen.

Aufzug des Monats: Das Dortmunder Schauspieler bringt sein Publikum in das goldene Zeitalter.

Lacher des Monats: Dortmund etabliert sich als Metropole des Humors. Oder tut zumindest alles Er- und Undenkliche dafür.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Oktober

Deutschland wartet. Auf die Manifestation der Fast-Abschaffung einer parlamentarischen Opposition. Darauf, dass Angela Merkel Obama ihr vollstes Vertrauen ausspricht. Auf die Lieferung einer zweisitzigen Luxus-Badewanne für bischöfliche Residenzen. Gut, dass im Revier auch andere Dinge interessierten. Und das war dem Ruhrpott sein Oktober:

Freude des Monats: Goldenes Spätsommerwetter nicht nur für alte Weiber:

Ruhr in Witten Herbede im Oktober

Freundschaft des Monats: Don Carlo am Theater Dortmund

Meisterlicher Schlusspunkt des Monats: Giampaolo di Rosa, Titularorganist der portugiesischen Nationalkirche S. Antonio in Rom, beschloss mit einem Konzert den 10. Internationalen Orgelzyklus am Essener Dom.

Film des Monats: Steven Soderberghs Werk über das Leben von Liberace. Leah Herz fand in ihrer Besprechung den Untertitel „Zuviel des Guten ist wundervoll“ zwar sperrig, aber sehr treffend.

Wehmut des Monats: Zum letzten Mal gab es Neues aus der Anstalt. Abschied von einer der besten Kabarett-Sendungen, welche das deutsche Fernsehen je aufbot.

Firlefanz des Monats: Rossinis „Italienierin“ landet im Gelsenkirchener Regenwald.

Zustandsbeschreibung des Monats: Bernd Berke wirft einen differenzierten Blick auf ein Stadtviertel zwischen Luxus und Niedergang.

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der August

Malis neues Spielzeug 2Die Urlaubszeit neigt sich ihrem Ende zu, langsam aber sicher kehrt der Pott zu Normal-Temperaturen zurück. Die Hundstage sind vorbei und auch wenn das offizielle Sommerloch in diesem Jahr so groß war, dass das Krokodil im Baggerloch schon von einer Schildkröte vertreten werden musste, im Revier und Umgebung war trotzdem genug los. Das war dem Ruhrpott sein August.

Farbenfreude des Monats: Dortmund wird zur Hochburg der so genannten Color Runs.

Heimatlosigkeit des Monats: Annika Scheffels Roman Bevor alles verschwindet.

Versuch des Monats: Erstaunlicherweise ist bald Bundestagswahl, auch wenn das wenige zu interessieren scheint. Das ZDF wagte zumindest den Versuch von Porträts der Kandidaten Angela Merkel und Peer Steinbrück.

Rückkehr des Monats: Sie ist überstanden: die bundesligafreie Zeit. Zum Start die persönliche Geschichte einer Nicht-Liebe.

Geburtstag des Monats: Bleiben wir beim Fußball. Das Essener Urgestein Otto Rehhagel wurde 75.

Stolperer des Monats: Fußball zum dritten. Leider wenig erfreuliche Spielpraxis. Nicht nur bei den Königsblauen, sondern auch bei der ARD.

Avatar des Monats: Volker Königs Roman Varn

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juli

Erdbeeren
Na bitte. Da wissen wir doch endlich, wofür der lange Winter gut war. Für selbstgepflückte Erdbeeren noch den ganzen Juli. Wann hat es das je gegeben? Entschuldigung angenommen.
Und das war dem Ruhrpott sein Juli :

 

Satz des Monats: Lieber German Angst als American Zustände. (Teufelsküche auf Twitter zum Abhörskandal Prism)

Festivals des Monats: Begeistertes Publikum unter strahlendem Himmel bei der Extraschicht im ganzen Pott und den Juicy Beats in Dortmund. Und natürlich das Klavier-Festival Ruhr: ging auch mit Einspringern erfolgreich weiter.

Empfehlung des Monats: Trotz Skepsis im Vorfeld – Auschwitz auf der Opernbühne.

Augenblick des Monats: Fotoporträts von Anton Corbijn in Bochum

Kabarett des Monats: Im Zelt mit unser Fritz. Eckenga bei Ruhrhochdeutsch.

Preisverleihung des Monats: Marc-André Hamelin ist der Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 2013.

Vorfall des Monats: Zechpreller am Nebentisch

Denkmal des Monats: Die Pferderennbahn in Dortmund-Wambel wurde hundert Jahre alt.

Meisterschaft des Monats: Mehr als ein ruhiger Lückenfüller: der Frauenfußball

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Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni

Darf man dem allüberall zu vernehmenden Gestöhne Glauben schenken, hat der Junimond wohl vielen zu schaffen gemacht. Zu schaffen machte dem Ruhrgebiet nach der Afrika-Hitze auf jeden Fall eins der heftigsten Unwetter, an die man sich so erinnern kann. U-Bahn-Eingänge wurden zu Wasserfällen, ganz normale Strassen zu reissenden Flüssen, kurzum: Apocalypse Pott. Und das in der kältesten Klimaerwärmung aller Zeiten. Nicht mehr ganz sechs Monate, dann ist Weihnachten. Wollte ich nur mal so gesagt haben. Und das war dem Ruhrpott sein Juni:

Bild des Monats: Wasserfall in der Bochumer U-Bahn (©Sylke Finke)

Wasserfall in der U-Bahn Bochum

Mission des Monats: Cecilia Bartoli begeisterte in Essen als Inkarnation barocker Affekte.

Utopie des Monats: Die Ruhrfestspiele beendeten in Recklinghausen ihr ambitioniertes Programm Aufbruch und Utopie. Die Reaktionen in der Stadt fielen diesmal sehr verhalten aus. Werner Häußner gefiel die Inszenierung von „Gas.“ Eva Schmidt begleitete den Triumph der Teufelin. Ich war nach dem letztjährigen grandiosen Gastspiel des Eifmann Ballet St.Petersburg so maßlos enttäuscht von Red Giselle, dass ich es leider nicht in Worte fassen konnte.

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Was vom Monat übrig blieb – das war der Mai

DerMaiwirdgegangenSo schnell kann es gehen. Das war es mit dem Wonnemonat im „Frerbst“ 2013. Bleibt die Hoffnung, dass die alte Weisheit „Mairegen macht schön“ wirklich wahr ist. Genug davon dürften wir gehabt haben, um das überprüfen zu können. Zum Glück gab es reichlich sportliche und kulturelle Ablenkung. Und das war dem Ruhrpott sein Mai:

Finale des Monats: Das Wunder von Dortmund wiederholte sich im Londoner Wembley-Stadion leider nicht. Dafür haben die Schwarz-Gelben den Bayern etwas anderes gezeigt: Wie man sich als als fairer zweiter Sieger benimmt und würdig vom Platz/zur Medaillenvergabe geht. Die Fans hatten es vorgemacht. Zum Nachlesen: der völlig objektive Vorbericht.

Vermisstenmeldung des Monats: Keine Rauchzeichen, nirgends mehr im Ruhrgebiet.

Vorschau des Monats: Der italienische Dirigent Claudio Abbado wird erstmals im Ruhrgebiet gastieren. Das neue Programm des Konzerthauses Dortmund wurde vorgestellt.

Animation des Monats: Im Essener Aalto-Theater wird sogar das Publikum gaga.

Verheerung des Monats: Klima-Manipulationen versauen uns nicht nur den Mai, sondern auch eine Ehe. Zumindest im Roman. Wenn das Land still ist.

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