Er war Spock – und er war nicht Spock: Zum Tod des vielseitigen Leonard Nimoy

Leonard Nimoy ist mit 83 Jahren gestorben. Er war der eigentlich unsterbliche Mr. Spock mit den spitzen Ohren, der unverkennbaren Grußhand. Sein wortloser Griff an des Gegners Schulter konnte diesen in Sekunden lahm legen.

Ich ringe noch mit mir, ob ich nun im Gleichklang mit Sheldon Cooper („The Big Bang Theory“) trauern soll oder distanziert, wie es sich gehört. Aber Leonard Nimoy war ein großer Held meiner jungen Jahre. Sein markanter Kopf, sein schneidender Verstand, sein beinahe anerkennendes „Faszinierend“, wenn er als Spock etwas als überraschend empfand, das werde ich vermissen. Niemand konnte den Vulkanier so distinguiert geben, niemand wirkte so überzeugend überlegen, niemand konnte sanfter seiner unterbelichteten, allzu menschlichen Umgebung herablassend begegnen, als er dies tat.

Leonard Nimoys Eltern sprachen noch jiddisch, er trug seinen Geburtsnamen mit Stolz auch als multipler Künstler weiter durchs lange Hollywood-Leben. Seine Wurzeln hatte er in der Ukraine, zum hoffnungsvollen Kinderstar brachte er es schon in seiner Geburtstadt Boston. Er war Musiker, Sänger, Poet, Schriftsteller, Fotograf, produzierte Filme, führte Regie. Er war weit mehr als nur der unvermeidliche Star-Trekker Mr. Spock. Er taufte sein erstes Buch „I Am Not Spock“ (1977) und gestand im zweiten „I Am Spock“ (1995).

Bezeichnender Buchtitel von Leonard Nimoy

Bezeichnender Buchtitel von Leonard Nimoy

Leonard Nimoy spielte listig mit der Trekkie-Popularität, leistete sich eine Gastrolle in „The Big Bang Theory“, wo er Sheldon Cooper (gespielt von Jim Parsons) im Traum erschien. Er kannte seine vielen Talente, blieb stets auf dem Teppich, auch als er in „Kobra, übernehmen Sie“ die Anschlussverwendung nach der TV-Serie von „Star Trek“ fand. Sein Vorgänger Martin Landau war zu gierig bei den Gagenforderungen geworden, also nahmen die Produzenten den bescheideneren Leonard Nimoy. Wieder hatte er die Nase vorn, Landau sollte damals den Spock spielen, lehnte aber vorwitzig ab.

Er lieh seine ungebrochene Popularität gemeinsam mit William Shatner (Captain James Tiberius Kirk) erst kürzlich den Werbespots von VW – und fand die Autos natürlich „faszinierend“. Ob in „Fringe“, „A Woman Called Golda“, „Dragnet“ (Stahlnetz), „Outer Limits“ und immer wieder „Star Trek“ oder „Enterprise“, sein Charakterkopf füllte Leinwand oder TV. Leonard Nimoy war ein ruhiger und mit seinem spezifischen Erfolg zufriedener Mensch. „Lebe lange und in Frieden“ pflegte er ernster Miene mit sonorer Stimme zu sagen, hob dabei die Hand und spreizte je zwei Finger nach links und rechts ab. Seine chronische Lungenkrankheit, Folge jahrzehntelangen Kettenrauchens, setzte seinem Leben nun die Grenze. Aber er hat 83 Jahre lang zufrieden gelebt.




Star Trek (XI), der Film

Star Trek (Plakat zum Film von 2009)

Star Trek (Plakat zum Film von 2009)

Schon vor ein paar Wochen habe ich den inzwischen elften Kinofilm aus der gleichnamigen Reihe gesehen: Star Trek. Dazu wollte ich eigentlich schon die ganze Zeit bloggen, kam aber bisher irgendwie nicht dazu. Aber solange der Film noch nicht bei Sat.1 im Fernsehen läuft, kann man das ja noch nachholen…

Vorweg muss ich sagen, dass ich mich selber schon als Star Trek-Fan bezeichne – etwas anderes wäre sicherlich auch nicht angemessen, wenn man bedenkt, dass ich z.B. noch alle einzelnen Folgen der Serie Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Star Trek: TNG) auf VHS-Cassette irgendwo in einem Karton liegen habe ((wobei ich mich frage, wie lange so eine VHS-Cassette haltbar ist…)).

„Star Trek-technisch“ gesehen bin ich mit TNG und Captain Jean-Luc Picard „aufgewachsen“ und war nie ein Fan von Captain Kirk, Spock, „Pille“ McCoy usw. Natürlich habe ich mir die alte Ursprungs-Serie auch angeschaut, war aber nie wirklich großartig davon begeistert.

Dennoch wollte ich unbedingt den neuen Kinofilm sehen und war wirklich gespannt (keine Sorge, ich verrate nicht alle Details – wer jedoch noch nichts vorab erfahren will, sollte explizit nicht weiter lesen, auch wenn ich mich da sehr zurückhalte):

Um es kurz zu machen: Der Film hat mir sehr gut gefallen!

Der Film fängt geschickt an – da man erst mal gar nicht weiß, worum es geht und somit erst nach einiger Zeit bemerkt, dass der dargestellte Kirk gar nicht James T. Kirk ist, sondern sein Vater. Wobei: Darauf hätte man kommen können, wenn man im Vorfeld sich drum gekümmert hätte, welche Schauspieler welche Rollen haben. Das hatte ich aber nicht und so war ich überrascht die Geburt des berühmtesten Sternenflotten-Offiziers mitten in einer Raumschlacht zu sehen.

Einige Jahre später verschlägt (im wahrsten Sinne des Wortes) es Kirk dann zur Akademie der Sternenflotte nach San Francisco, wo er erstmalig auf „Pille“ McCoy und den Halb-Vulkanier Spock trifft. Wobei letzteres nicht ganz spannungsfrei bleibt… einen plötzlichen Notfall und ein paar Sternenflotten-Regularien gebeut später geht es an Bord der NCC 1701 Enterprise ((ich muss ja gestehen, dass ich immer ein Fan der NCC 1701-D bleiben werde…)) unter dem Kommando von Captain Pike.

In der Nähe des Planeten Vulkan trifft die Enterprise auf einen romulanischen Angreifer, den man schon von der Anfangssequenz her kennt und schnell kann sich Kirk erstmalig so richtig bewähren.

Im weiteren Verlauf deckt er den Plan des Angreifers auf und schafft es diesen zu vereiteln. Nicht ganz ohne Verluste (und das ist sehr harmlos und untertrieben ausgedrückt), aber am Ende ertönen dann doch die berühmten Worte Der Weltraum, unendliche Weiten….

Fazit

Mir ist klar, dass ich nicht wirklich viel über den Inhalt geschrieben habe – das liegt aber daran, dass ich den Film sehr gut fand und jedem Star Trek-Interessierten nur anraten kann, den Film selber zu sehen. Für diese Leser wollte ich nicht zu viel verraten, damit man im Film selber einigermaßen überrascht ist. Denn überraschend ist der Film schon.
Meine Befürchtung, dass ein „Zurück in die Vergangenheit“ nicht gut umgesetzt wird, hat sich als unwahr erwiesen, denn es wurde meiner Meinung nach im Film zwar deutlich, dass es sich um eine ältere Geschichte aus dem Star Trek-Universum handelt, aber das ganze ohne den Plastik-Charme der klassischen Star Trek-Serie. Da ich persönlich ein Fan von alternativen Zeitsträngen bin, gefiel es mir auch gut, dass dieser Film dieses Element nutzte. Nur: Meiner Meinung nach hätte man am Ende das ganze Zeitrad zurückdrehen müssen.

Schade auch, dass an der einen oder anderen Stelle die Geschichte etwas konstruiert wirkt – oder ist z.B. die komplette planetare Verteidigung der Erde auch gerade im laurentanischen System auf Manöver? 😉

Töffte ((ruhrgebietsdeutsch für: gut, schön, passend))

  • interessante Geschichte (ich mag alternative Zeitstränge)
  • gute Schauspieler
  • endlich mal wieder „Star Trek“ im Kino

Panne ((ruhrgebietsdeutsch für: u.a. Zustand der Dösigkeit, etwas was nicht toll ist))

  • Story manchmal etwas konstruiert
  • die Geschehnisse des alternativen Zeitstranges wurden nicht umgekehrt
  • die Romulaner waren meiner Meinung nach nur Barbaren mit spitzen Ohren – und nicht so cool wie in TNG