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Archiv des Autors: Werner Häußner
Schicksal und Geschichte: Prokofjews „Krieg und Frieden“ in der finanziell gebeutelten Kölner Oper
Ein großer Erfolg zur Eröffnung der Saison der Kölner Oper! Sergej Prokofjews „Krieg und Frieden“ nach dem Roman Lew Tolstois sorgte nicht nur für begeisterte Kritiken, sondern bei der letzten Vorstellung auch für einen Beinahe-Tumult vor der Kasse: Hätte der Intendant nicht kurzfristig Stehplätze zur Verfügung gestellt, wären wohl einige Opernbesucher frustriert nach Hause gegangen.

Der Krieg: Matthias Klink als von Schmerz und Qual gekrümmter Pierre Besuchow - eine der drei Hauptfiguren von Prokofjews Oper. Foto: Karl und Monika Forst
Mit „Krieg und Frieden“ hat Uwe Eric Laufenberg, seit 2009 amtierender Intendant der Oper, einen zweiten grandiosen Erfolg verbuchen können – nach der bejubelten Uraufführung von Karlheinz Stockhausens „Sonntag aus Licht“ in der vergangenen Spielzeit. Doch die künstlerischen Großtaten, obwohl vom Publikum angenommen und mit viel Beifall bedacht, sind auch ein Grund für fortlaufende Querelen um die finanzielle Ausstattung der Bühnen Köln.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Oper & Ballett
Verschlagwortet mit Brieger, Johannes Martin Kränzle, Köln, Krieg und Frieden, Laufenberg, Matthias Klink, Olesya Golovneva, Oper, Prokofjew, Sanderling, Tolstoi
Ein Kommentar
Wagners „Holländer“ in Wuppertal: Schmerzensmann und Erlöser
Diese Senta wird man sich merken müssen. Musikalisch leidenschaftlich, technisch abgesichert, kraftvoll und jugendlich unverbraucht: Selten hört man Richard Wagners herausfordernde Frauenpartie aus dem „Fliegenden Holländer“ so überzeugend wie bei der Premiere in Wuppertal. Die Britin Allison Oakes ist keineswegs das Kind, das nicht weiß, was es singt. Sondern eine entschlossene junge Frau, bereit, ihre eigene Existenz aufs Spiel zu setzen, um das Gespenst aus der Tiefe des Meeres auf ewig zu erlösen.
So ist es nur schlüssig, dass Chefdirigent Hilary Griffiths und Regisseur Jakob Peters-Messer in der Wuppertaler Neuinszenierung zum Auftakt der Spielzeit das inzwischen verpönte, harfenumflorte Erlösungs-Finale spielen. Der „Holländer“ darf hier das Ende nehmen, das Wagner ihm in letzter Hand gegeben hat. Nicht Tod und Vernichtung nehmen ihren Lauf.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Oper & Ballett
Verschlagwortet mit Der fliegende Holländer, Richard Wagner, Wuppertal, Wuppertal Wagner Der fliegende Holländer
Ein Kommentar
Bayreuth – Essen und zurück: Die Harfenistin Gabriele Bamberger im Bayreuther Festspielorchester
Sie ist wieder zu Hause. Zwei Monate Bayreuth sind vorbei. Nun probt die Harfenistin der Essener Philharmoniker für die neue Saison. Gabriele Bamberger hat ihren Urlaub im Orchester der Festspiele verbracht. Ein Arbeits-Urlaub also? Die lebhafte Virtuosin der sanften Saiten widerspricht: „Bayreuth ist keine Anstrengung. Es ist wie Urlaub mit Harfe spielen.“ Seit 1985 ist die gebürtige Österreicherin – mit wenigen Unterbrechungen – Mitglied des Festspielorchesters. Nächstes Jahr ist sie zum zwanzigsten Mal dabei. Und freut sich schon wieder auf die Herausforderung, im berühmten verdeckten Graben fünf Wagner-Opern hintereinander zu spielen.
Wie viele andere Musiker und Sänger bestätigt auch Gabriele Bamberger: In Bayreuth zu arbeiten, ist etwas Besonderes. Welches Orchester hat schon vier Harfen, in den „Ring“-Jahren sogar sechs? In einem normalen Orchester sitzen grade mal zwei.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Lebenswege, Musik & Konzert
Verschlagwortet mit Bayreuth, Essener Philharmoniker, Festspielorchester, Gabriele Bamberger
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„Tristan“ bei der Triennale: Liebestod im Zwielicht
Ein „Wagnis“? Willy Decker wählt große Worte bei der Premierenfeier nach „Tristan und Isolde“ zur Eröffnung der zehnten Ruhrtriennale, der letzten unter seiner Intendanz.
Wagners gewaltiges, alle Grenzen sprengendes Werk ist heute fest im Musiktheaterbetrieb verankert: An der Oper Köln scheiterte 2009 David Pountney daran, in Düsseldorf zog 2010 Klaus Guth die Linien hin zu Wagners Biografie, in Essen steht die Inszenierung von Barrie Kosky ab 29. Januar 2012 wieder im Spielplan. Selbst mittlere Häuser wie Wuppertal und Münster hatten in den letzten Jahren ihren „Tristan“ – und konnten szenisch wie musikalisch mit achtbaren Ergebnissen auf sich aufmerksam machen. Wozu also in der Jahrhunderthalle Bochum ein Stück realisieren, das man in der dichten westdeutschen Theaterlandschaft wahrlich nicht missen muss?
Die Antwort liegt bei Decker selbst und in der Programmatik der Triennale: Nach Judentum und Islam steht in diesem Jahr der Buddhismus im Zentrum der Reflexion über die großen Weltreligionen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Oper & Ballett, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Bochum, Jahrhunderthalle, Richard Wagner, Tristan und Isolde, Willy Decker
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