Volltextsuche
Archiv aller Beiträge
Themenbereiche
-
Die 10 neuesten Beiträge
- Mit „großem Bock“: Julien Chavaz wechselt 2028 als Intendant von Magdeburg ans krisengeplagte Essener Aalto-Theater
- Hauptsache unterwegs – Felicitas Hoppe über das Reisen
- Comedy plus Oper: Bülent Ceylan entert an der Berliner Staatsoper Mozarts „Entführung aus dem Serail“
- Es ist 38 Grad im Schatten, nebenher läuft zuweilen diese seltsame Fußball-WM – und mehr mag ich jetzt auch nicht schreiben
- Mozarts Klangwelten: Maxim Emelyanychev als Pianist in der Philharmonie
- Die Römer sind los: Der Archäologische Park Xanten feiert fünf Jahre als UNESCO-Welterbe
- Ausflug in den Zauberwald: Marie Jacquot und das WDR Sinfonieorchester in der Philharmonie Essen
- „Das Gurkerl“ – eine ätzende Petitesse
- „Alptraum für Deutschland“: Volker Lösch inszeniert in Bonn einen Politthriller unter Verwendung des „Freischütz“
- Buddhistische Antwort auf das Leid: „Awakening“ von Param Vir an der Oper Bonn uraufgeführt
Meistgelesen (ab 1.10.23)
- Aufklärung, das unvollendete Projekt – opulente Ausstellung in Berlin
- Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten
- Wie sich die chinesische Lyrik nach und nach von Fesseln befreite und…
- Wahn und Wirklichkeit: „Englischer“ Opern-Doppelabend in Duisburg
- Viele, liebe, beste, schöne, freundliche, herzliche Grüße: Die etwas…
- Entdecker in den Gefilden der Rockmusik: Alan Bangs wird 70 Jahre alt
- Konjunktur mit Fußballbildchen: Das Wunder in Tüten aus Dortmund und…
- Woran Goethe glaubte
- Wie sich Pflegedienste nennen
- „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ – ein opulenter…
- Die Unternehmer-Familie Quandt und ihr Bezug zum Ruhrgebiet
- Der Struwwelpeter, der Suppenkasper und ihre Wirkung auf die Kunst –…
- „Familie Hauser“ als (un)heimlicher Internet-Hit: Viele Millionen…
- Zum Schluß bleibt noch die Altersmilde – Robert Gernhardts „Lichte…
- Kindheit im Ruhrgebiet – Erinnerung an versunkene Zeiten
- Kunst-Stoff für Christo – Fabrik in Emsdetten fertigt das Gewebe für die…
- Gemischte Gefühle beim Abschied von sämtlichen Dingen: „Später…
- Bedeutsam wie eh und je: George Orwells „Farm der Tiere“ gleich in…
- TV-Nostalgie (19): Werner Höfers „Frühschoppen“ – das Sonntagsritual
- Bürgerinitiative peilt ehrgeiziges Ziel an: Altes Dortmunder Rathaus…
- Heino wird 80 – Sind denn alle Geschmäcker nivelliert?
- TV-Nostalgie (6): Erik Ode als „Der Kommissar“ – Mal…
- Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab
- Wo selbst Prominentengräber unscheinbar sind – ein Gang über den…
- Dortmund damals: Beim Betrachten alter Bilder aus der Heimatstadt
- Früher war einfach mehr Kneipe!
- Trotz allem optimistisch bleiben – die fabelhaft farbigen Welten…
- Die einfachen Dinge des Lebens lieben – Der Schauspieler Heinz Bennent…
- Von Unna aus ein wenig die Welt verändern – Nachruf auf den vielseitigen…
- TV-Nostalgie (28): „Der goldene Schuß“ mit Lou van Burg – „Kimme,…
- „Mächtiger Körper, Wahnsinn im Glas“: Das Vokabular der Weinverkostung
- Reizendes Kaleidoskop: Anna Vinnitskaya ist Porträtkünstlerin der…
- Dem Ruhrpott seine Sprache
- WDR 4: Radio für Senioren – aber ganz anders als früher
- Vom Mikro zur Motorsäge – die zweite Karriere von Pia Lund („Phillip Boa…
- Der Flaneur braucht kein Ziel
- Die „Essais“ des Michel de Montaigne und ihr deutscher Übersetzer –…
- „Tegtmeier“ lebt nicht mehr – Ruhrgebiets-Komiker Jürgen von…
- Was ist denn wohl ein Aminaschlupferle? – Neues Buch über „Wörter, die…
- Schurke und Biedermann: Ausstellung zum 100. Geburtstag des…
- Iserlohn: Ein Hauch der weiten Welt im Goethe-Institut – abseits der Metropolen
- Entlustet und mohrifiziert – Wortverhunzung und Schlimmeres im…
- Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße
- Berührende Tragödie: Cecilia Bartoli mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ in…
- Queen für ein ganzes Zeitalter: Vor 200 Jahren wurde die britische…
- Garantie auf Gänsehaut: Das Gesangsoktett VOCES8 sprengte beim…
- Zum Tod von Ulrich Wildgruber: Ein Berserker, der uns sprachlos machte
- Die Geburt des Kinos in Europa: Vor 125 Jahren markierte das Patent der…
- Größter Holzhandel weit und breit: Grabstätte führt auf die Spuren einer…
- Erich Fried: Schriftsteller, Philanthrop, Vor-Denker und…
- TV-Nostalgie (24): „Der große Bellheim“ – Die älteren…
- Ein Grundklang für Generationen: Bochums Jugendsinfonieorchester feiert…
- Die Kunst des Schmerzes: Marina Abramović in Bonn
- Der Vater der Luftschiffe: Vor 100 Jahren starb Ferdinand Graf von Zeppelin
- Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger – ein lehrreicher Rundgang…
- Das Leben ohne Verdünnung: Otto Dix in Düsseldorf
- Einkaufen früher und heute
- 90 Jahre „Kampfbahn Rote Erde“: Wenn Gerd Kolbe erzählt, wird die…
- Frauen, die beim Wohnen warten
- Langer Abschied vom Generalmusikdirektor: Gabriel Feltz wechselt bald…
- Nashorn oder Fuchs: Städtische Symboltiere auf der Straße
- Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel
- Sprachphilosophie aus der Bauernstube – Brian Friels Stück…
- „Spätlese“ zum 90. von Loriot: Eine Fülle bisher unbekannter…
- Nicht nur zum Ende der Zechen-Ära eine Erinnerung wert: August Siegel,…
- Es könnte ruhig ein wenig mehr sein – Museum Folkwang zeigt Werke Lyonel…
- Vom Hauen und Stechen im Theater: Kampftrainer Klaus Figge im Porträt
- Beispiel Dortmund: Mit Karstadt schwinden auch Erinnerungen
- Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal
- TV-Nostalgie (22): „Ein Herz und eine Seele“ – als…
- „Wie eine Straßenköter-Mischung“ – Jugendstil und Artverwandtes im…
- Hömma, Dingenskirchen, ey! Und schon wieder liegt ein Asterix-Band auf…
- Wenn Bäume Zähne zeigen
- Impressionismus und Fotografie – zwei Wege in die Moderne
- TV-Nostalgie (35): Konversation mit Kitzel – „Je später der…
- Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der…
- TV-Nostalgie (27): „Auf der Flucht“ – Als Dr. Richard…
- Das Ruhrgebiet – von allen Seiten betrachtet: 100 Jahre…
- Zum Tod von Marianne Faithfull – Rückblick auf ein Konzert von 1999
- TV-Nostalgie (17): „Wünsch Dir was“ – als Dietmar Schönherr für…
- TV-Nostalgie (32): Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“…
- Schloss Cappenberg: Nach langer Schließung kehrt bald wieder Leben ein
- Seelenfenster geöffnet: Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Krefeld-Mönchengladbach
- Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund
- Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es…
- Bye-bye, Sabine – ein Nachruf auf die Dortmunder Krimiautorin Sabine Deitmer
- Unbewusstes aus der Dunkelkammer – Bilder des deutschen…
- Im 100. „Schreibheft“: Vergessene, verkannte, verschollene…
- Natur und Kunst, Schönheit und Grauen: Vor 150 Jahren starb der…
- Onkel Dagoberts Traum: Deutschlands größter Geldspeicher steht…
- Bumsfideler Bergmann anno 1971: „Laß jucken Kumpel“ – der etwas…
- „Schwarze Kohle, rotes Licht“ – Schwere Jungs erinnern sich an ihr…
- Geflüchtete Kinder in der Schule: Essener Gymnasium am Stoppenberg gibt…
- Der BVB verteilt alljährlich über 155.000 Plastikkarten – muss das denn sein?
- Von Nöttelefönes, Klötenköhm und Halfjehang – ein Herkunftswörtbuch zur…
- „Geh nicht durchs Gewischte!“ – Torsten Sträters „Heimspiel“…
- Dem „göttlichen Claudio“ zum 450. Geburtstag: Monteverdi bringt in…
- Mathematiker kontra Verbrecher – Antti Tuomainens Comedy-Thriller „Der…
- Schonungsloser Blick auf Missstände seiner Zeit: Vor 150 Jahren starb…
- Für die Benachteiligten schreiben: Die Werkstatt Dortmund im „Werkkreis…
- Beklemmend schön: „Der Hamiltonkomplex“ mit dreizehn…
- „Wenn der Wind von Hörde kam, roch es wie Pech und Schwefel“…
- Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?
- TV-Nostalgie (15): Robert Lembkes „Was bin ich?“ – die…
- TV-Nostalgie (11): Loriot – Humor mit Stil
- Rekonstruktion einer Abtreibung von 1964 – „Das Ereignis“ von Annie Ernaux
- Ruhrgebiets-Flamenco: Rafael Cortés brilliert in der Lichtburg Essen
- Das Ruhrgebiet war gegen Nazis nicht immun: Schon 1932 füllte Hitler die…
- Die Zeiten ändern sich: Neue Chefin im Dortmunder Museum für Kunst und…
- Perfekt, freudlos – das Folkwang-Museum zeigt italienische Malerei…
- Wie die Kunst auf die Industrialisierung reagierte – „Vision und…
- Hohe Belastung mit Umweltgift PCB: Uni Bochum reißt zwei Großgebäude ab
- Auf dem Berg der Wahrheit – Ein Spaziergang auf den Spuren von…
- Die Posen des jungen Werther – Joachim Meyerhoff im Einpersonen-Stück…
- Stadt, Land, Fluss: Andreas Gursky in Düsseldorf
- Hach! Hihi! Huch! – Mal wieder ein Buch zur putzigen Dingwelt der…
- Joachim Meyerhoff: Literarisches Denkmal für die Mutter
- Mit vokalem Volldampf durch Georgien: Der Trinity Cathedral Choir aus…
- Kriegsende an der Ruhr: Bei Hattingen gab es „Friendly Fire“
- Duplikate für den historischen Ostfriedhof – warum muss das denn sein?
- Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren
- Der erste Opernstar der Schellack-Zeit: Vor 100 Jahren starb der…
- Olympische Spielstraße, München, 1972 – Erinnerungen an ein fröhliches…
- Lars Vilks „Nimis“: Kunstwerk aus Treibholz reizt seit Jahrzehnten…
- Mäuse, Schweinchen, Feen und Pinguine: Sehenswerte Trickserien für…
- Grenzgänge an der Küste – die melancholischen Meeresbilder des Hermann Buß
- Das Revier im Paket: Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Filme im Kino und auf DVD
- Schrecken und Schönheit der Natur – Münster zeigt grandiose…
- „Haus der Löcher“: Ödnis im Porno-Paradies
- Das Erbe von „Tegtmeier“ wirkt weiter – Jürgen von Manger wurde…
- Goethe-Institut – auf Wellenlänge der neuen Außenministerin
- Schneller Fuchs, träger Hund, Bayern und Sylt oder: Das ganze Alphabet…
- Der Krebs und der Krieg – Robert Gernhardts erschütternde „K-Gedichte“
- Werke von großer Aussagekraft – eine nachdrückliche Erinnerung an…
- Alles auf Anfang: Wie die Künstlergruppe „junger westen“ im…
- Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen
- Künstler auf der Suche – Hagener Museum zeigt frühe Bilder von…
- Frank Zappa enttäuscht Publikum in Ahlen – ganz im Gegensatz zu Rory Gallagher
- Neustart bei den „Mitternachtsspitzen“: Da geht noch was…
- Verzicht auf die Katastrophe: „Schwanensee“ am Essener Aalto-Theater
- Schlapphüte und andere Trends: BVB-Spielerfrau Jana Kirch als neue…
- „Nichts als gegeben hinnehmen“ – Der Schriftsteller…
- „Zupacken Ehrensache“: Wie die Ruhris mit einem…
- Wenn Dichter baden gehen
- „Schöne Scheiße“ im Dortmunder Museum: Die stets unfertige Welt…
- „Was für ein Jahr!“ (Gesammelte Grußformeln, 2020er…
- Helles Malz, Aroma-Hopfen, weiches Wasser: Vor 175 Jahren erfand der…
- Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul…
- „Ruhrgold“ und silberne Pommes-Picker
- Von „Alka Seltzer“ bis „Schapusiak“ – Spitznamen, mit denen…
Schlagwort-Archive: Theater
Zwischen Brontë und O’Neill – Schauspielhaus Bochum kündigt Programm für 2024/2025 an

Der Intendant des Bochumer Schauspielhauses Johan Simons und Chefdramaturgin Angela Obst präsentierten das Programm der kommenden Spielzeit (Foto: Daniel Sandrowski/Schauspielhaus Bochum)
„Ausgewogen“ – hartnäckig setzt sich das Wort fest und lauert auf Wiederaufruf, wenn man sich das Programm des Schauspielhauses Bochum für die kommende Spielzeit durchliest. Dreimal werden Stücke inszeniert, viermal ist Literatur die Vorlage; viermal richtet sich das Angebot an Kinder und Jugendliche, vier projektartige Produktionen schließlich kreisen um die Themenfelder Ökologie, Frieden, KI. Der Rest ist unterschiedlich zuzuordnen.
Abhängig von den Zuordnungen kann man auch zu anderen Zahlen kommen, jedenfalls ist für jeden (und jede!) etwas dabei. Und einmal mehr ist man dem Hausherrn Johan Simons dankbar dafür, daß er in Zeiten, in denen „Rechtspopulist*innen immer mehr Zuspruch“ erhalten, sein Theater nicht zur dumpfen Trutzburg gegen nämliche macht.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur, Theater
Verschlagwortet mit 2024/2025, Bochum, Johan Simons, Schauspielhaus Bochum, Theater
Schreib einen Kommentar
Zwischen Bühne und Familie – Jörg Hartmanns Chronik „Der Lärm des Lebens“
Gibt es überhaupt noch Fernsehprominenz ohne Buchveröffentlichung? Schwerlich. Jetzt ist endlich auch Jörg Hartmann (weithin bekannt als Dortmunds zur Depression neigender „Tatort“-Kommissar Faber) an der Reihe.
Bei seinem Buch „Der Lärm des Lebens“ handelt es sich um eine streckenweise sehr nachdenklich und zuweilen melancholisch, zwischendurch aber auch süffig erzählte Autobiographie. Eine lebensnahe Mixtur also, die vom etwas aufdringlichen Titel (Stichwort „Lärm“) gar nicht so recht erfasst wird.
Zungenschlag des östlichen Ruhrgebiets
Der 1969 im westfälischen Hagen geborene Hartmann ist im eher beschaulichen Herdecke bei Dortmund aufgewachsen. Wann immer er auf diese Vergangenheit zurückblickt oder spätere Besuche bei den Eltern schildert, gibt er die Dialoge in der charakteristischen Mundart des östlichen Ruhrgebiets wieder. Dabei stimmt nicht nur der Zungenschlag, auch die „Seele“ des Gesprochenen und der Sprechenden kommt glaubhaft hervor.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Arbeitswelt & Beruf, Buchmarkt & Lesen, Lebenswege, Theater
Verschlagwortet mit Berlin, Boysen, Breth, Der Lärm des Lebens, Dortmund, Faber, Herdecke, Holtzmann, Jörg Hartmann, Schaubühne, Tatort, Theater
Schreib einen Kommentar
Männliche Familienbande – Johan Simons inszeniert Dostojewskijs „Brüder Karamasow“ mit viel Gelassenheit

Elsie de Brauw als Stariza Sossima in ihrer Klause. Der brave Hund taucht in der Besetzungsliste namentlich leider nicht auf. (Foto: Armin Smailovic/Schauspielhaus Bochum)
Dies könnte eine Kirche sein, ein lichter Raum mit hohen Fenstern und vielen Kerzen, sparsam möbliert; es könnte aber auch ein Labor sein, steriler Ort für emotionslose Untersuchungen und Experimente. Beide Deutungen haben etwas für sich. Auf der Bühne des Großen Hauses inszeniert Bochums Schauspielchef Johan Simons den ersten Teil seiner „Brüder Karamasow“-Produktion.
Später wird das Publikum ins Kleine Haus umziehen, noch später im Foyer des Großen Hauses ein „Gemeinsames Dinner“ zu sich nehmen. Dies ist nicht eben ein unaufwendiges Projekt, schon das erste überaus beeindruckende Bühnenbild (Wolfgang Menardi) läßt daran keinen Zweifel.
Dostojewskijs Qualen
Tief tauchen wir ein in den Kosmos der Dostojewskijschen Qualen, in dem Himmel und Hölle, Wiederauferstehung, ewiges Leben, Schuld, Strafe, Vergebung, Lebensüberdruß zentrale Begriffe sind.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur, Theater
Verschlagwortet mit Bochum, BrüderKaramasow, Dostojewskij, Johan Simons, Schauspielhaus Bochum, Theater
Kommentare deaktiviert für Männliche Familienbande – Johan Simons inszeniert Dostojewskijs „Brüder Karamasow“ mit viel Gelassenheit
Empathiemangel in Zeiten der Cholera – Maxim Gorkis „Kinder der Sonne“ in Bochum

Szene mit (v.l.) Amelie Willberg, Anne Rietmeijer, Guy Clemens, Dominik Dos-Reis, Victor Ijdens (Foto: Matthias Horn/Schauspielhaus Bochum)
Sie kommen einem alle so bekannt vor, der Weltverbesserer, der liebestolle Tierarzt, der prügelnde Trinker, die enttäuschte Gattin, das aufsässige Dienstmädchen und all die anderen. Mag sich die bürgerliche Gesellschaft im alten Rußland auch im Niedergang befinden, ihre Vertreter wußten auf der Bühne, in ungezählten Inszenierungen vergangener Jahrzehnte, zuverlässig zu begeistern. Jedenfalls in den Stücken von, beispielsweise, Maxim Gorki, „Die Kleinbürger“, „Nachtasyl“, „Die Sommergäste“.
Starke Charaktere sind sie, getrieben ebenso wie reflektiert, auf tragische Weise unvollkommen. Jetzt gibt es in Bochum, in der Regie von Mateja Koležnik, Gorkis „Kinder der Sonne“ zu sehen. Und etwas irritiert fragt man sich, was aus den Helden von einst geworden ist.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Autismus, Bochum, Cholera, Empathie, Gorki, Jele Brückner, Kinder der Sonne, Koleznik, Schauspielhaus, Theater
Kommentare deaktiviert für Empathiemangel in Zeiten der Cholera – Maxim Gorkis „Kinder der Sonne“ in Bochum
Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul Sartre in Dortmund

Pierre und Eve (Adi Hrustemović und Sarah Yawa Quarshie) sind fast ein Traumpaar. (Foto: Birgit Hupfeld/Theater Dotmund)
Bunte Neonröhren an Wänden und Decke illuminieren in rhythmisch getaktetem Aufleuchten die Bühne, Wandflächen konturieren sich in pulsierenden Lichtrahmen, harte, schnelle Beats wummern durch den Raum.
Endlich betreten die beiden Hauptpersonen die Bühne. Sie sind, das wird bald klar, durch Farb-, Licht- und Klangwirren hindurch im Totenreich angelangt, wo nun Nummern aufgerufen werden, mit denen die Neuen sich zur Registratur zu begeben haben. Ordnung muß schließlich sein. Man prüft, man sieht: etwas ist hier nicht in Ordnung, ein Fehler der Verwaltung, der korrigiert werden muß. Das ganze nimmt Fahrt auf, und nur am Rande irritiert, daß das Stück „Das Spiel ist aus“ heißt. Denn ganz im Gegenteil folgt nun eine relativ fest gefügte Handlung, die auch Azeret Kouas Inszenierung auf der Studiobühne des Dortmunder Schauspiels nicht verschweigt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Philosophie, Theater
Verschlagwortet mit Azeret Koua, Das Spiel ist aus, Dortmund, Jean-Paul Sartre, Theater, Theater Dortmund
Kommentare deaktiviert für Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul Sartre in Dortmund
Sozialer Aufstieg hat seinen Preis – Theater Dortmund zeigt „Der Platz“ nach dem Roman von Annie Ernaux

Marlena Keil, Antje Prust, Mervan Ürkmez, Linda Elsner, Lola Fuchs, Raphael Westermeier (Foto: Theater Dortmund/Birgit Hupfeld)
Was, so könnte man zu Beginn vielleicht fragen, macht den Wert einer Biographie aus? Bei Herrschern, Künstlern oder Verbrechern, beiderlei Geschlechts sie alle natürlich, fielen uns schnell Antworten ein; stets gilt es von der Lebensleistung zu berichten, von großen Taten oder großen Irrtümern, von Wahnsinn oder tragischer Verstrickung.
Macht und Reichtum begünstigen fraglos die Entstehung von Biographien, doch auch arme Leute können ein interessantes – und somit berichtenswertes – Leben geführt haben. Wenn aber nur ein zu jeder Zeit ausgesprochen durchschnittliches Leben gelebt wurde, es bis zum etwas frühen Tod mit 68 keine dramatischen Brüche und Wendungen gab – ja was soll man da erzählen?… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Frauen & Männer, Literatur, Theater
Verschlagwortet mit Annie Ernaux, Dortmund, Julia Wissert, Theater, Theater Dortmund
Kommentare deaktiviert für Sozialer Aufstieg hat seinen Preis – Theater Dortmund zeigt „Der Platz“ nach dem Roman von Annie Ernaux
Kühne Visionen der Intendantin Julia Wissert: Dortmunds Theater soll Maßstäbe setzen
Donnerwetter! Die (immer noch) neue Dortmunder Schauspielchefin Julia Wissert hat mit dem Theater jede Menge vor. Zum live gestreamten Gespräch eingeladen hatten die Theater- und Konzertfreunde Dortmund. Deren Vorsitzender Ulrich Wantia stellte die an sich schon kühne Frage, was Frau Wissert mit ihrem Team bis zum Jahr 2025 verwirklicht haben wolle.
Die Antwort fiel mindestens ebenso kühn aus: Nichts weniger als eine Komplett-Sanierung des Hauses schwebt Julia Wissert vor. Als erstes und bis dahin einziges Theater in Deutschland solle Dortmund den Standard für alle künftigen Bühnenbauten setzen. Es solle alle denkbaren Bühnenformen in sich vereinen und sich auch zur Straße hin öffnen können. Gewiss, für diese Vision müsse die Stadt dann auch schon etwas mehr Geld in die Hand nehmen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Netzwelten & KI, Region Ruhr, Theater
Verschlagwortet mit Dortmund, Intendantin, Julia Wissert, Schauspiel, Theater, Theater- und Konzertfreunde, Ulrich Wantia
Kommentare deaktiviert für Kühne Visionen der Intendantin Julia Wissert: Dortmunds Theater soll Maßstäbe setzen
Kultur geht notgedrungen weiter ins Netz: Viele Programme online / Ständige Updates: Weitere Projekte (und Absagen)

Das waren noch andere Zeiten: Blick in den Zuschauerraum des Dortmunder Opernhauses – vor Beginn einer Vorstellung. (Foto: Bernd Berke)
Das Theater Dortmund bietet auf seinen sämtliche Bühnen (Oper, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater) bis einschließlich 28. Juni 2020 keine Vorstellungen an. Wie es danach weitergehen wird, weiß noch niemand.
Die Regelung schließt die Konzerte der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund ein.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Krankheit & Gesundheit, Kultur an sich, Literatur, Musik & Konzert, Netzwelten & KI, Oper & Ballett, Region Ruhr, Theater
Verschlagwortet mit Bochumer Hamlet, Corona, Dortmund, Extraschicht, Glaskasten Marl, Impulse Festival, Internet, Judith Kuckart, Klangvokal, Konzerthaus, Micro!Festival, Moers Festival, Mord am Hellweg, Musik auf Rädern, Oper, RuhrTriennale, Stadtbeschreiberin, Theater, Witten, Wittener Tage für Neue Kammermusik
Kommentare deaktiviert für Kultur geht notgedrungen weiter ins Netz: Viele Programme online / Ständige Updates: Weitere Projekte (und Absagen)
Zum Beispiel Dortmund und Bochum: Nach Bühnenschließungen jetzt Theater-Angebote im Netz

Auch „Green Frankenstein“ kommt als Film ins Internet: Szenenbild aus der Dortmunder Inszenierung von Jörg Buttgereit. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Die Bühnen lassen sich in der Corona-Krise notgedrungen einiges einfallen, um trotz der Theaterschließungen noch präsent zu sein, und zwar im Internet. Hier nur zwei Beispiele aus der Region, ansonsten am besten mal das oder die Lieblingstheater (bzw. Opern, Konzertstätten, Museen etc.) im Netz aufrufen und schauen, was sich dort so tut…
Das Schauspiel Dortmund hat seinen Spielplan sozusagen ins Netz verlagert und zeigt – als vielfaches Déjà-vu – eine kleine Retrospektive von Produktionen aus den letzten zehn Jahren. Täglich ab 18 Uhr geht eine weitere Inszenierung für mindestens 24 Stunden online. Gestartet wurde das Projekt gestern (23. März) mit Jörg Buttgereits Inszenierung „Green Frankenstein“ aus dem Jahr 2011.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Literatur, Netzwelten & KI, Region Ruhr, Theater
Verschlagwortet mit Bochum, Corona, Déjà-vu, Dortmund, Homestories, Internet, Schließungen, Theater, Videoblog
Kommentare deaktiviert für Zum Beispiel Dortmund und Bochum: Nach Bühnenschließungen jetzt Theater-Angebote im Netz
Corona-Update: Alles dicht! – Dortmunder Kultur-Absagen und tägliche Ergänzungen aus dem Revier

Ein Blick in den Zuschauerraum des Dortmunder Konzerthauses, das 1500 Plätze hat und selbstverständlich auch von Absagen betroffen ist. (Foto: Bernd Berke)
Hier am Anfang zunächst der Stand vom 11. März, ständige Aktualisierungen weiter hinten:
Ausnahmsweise werden hier zwei ausführliche Pressemitteilungen aus den Dortmunder Kulturbetrieben wörtlich und unkommentiert wiedergegeben – weil es hier vor allem auf die sachlichen Details ankommt und nicht auf diese oder jene Meinungen.
Im Anhang folgen weitere Informationen, auch aus anderen Revier-Städten.
Zuerst eine ausführliche Übersicht zu städtischen Kulturveranstaltungen, die in den nächsten Wochen ausfallen werden, übermittelt von Stadt-Pressesprecherin Katrin Pinetzki.
Danach eine gleichfalls längere Aufstellung aus dem Dortmunder Mehrsparten-Theater, auch das Konzerthaus betreffend, übermittelt von Theater-Pressesprecher Alexander Kalouti.
Wir zitieren:
„Öffentliche Kulturveranstaltungen fallen bis Mitte April aus – Museen, Bibliotheken und U bleiben geöffnet – Unterrichtsbetrieb in VHS- und Musikschule läuft weiter
Die Kulturbetriebe der Stadt Dortmund, das Theater Dortmund und das Konzerthaus Dortmund sagen alle ihre öffentlichen Veranstaltungen bis Mitte April ab.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Gesellschaft & Soziales, Krankheit & Gesundheit, Kultur an sich, Kunst & Museen, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Operette & Musical, Region Ruhr, Theater
Verschlagwortet mit Absagen, Auslandsgesellschaft, Corona, DASA, Dortmund, Fletch Bizzel, Konzerthaus, Museen, Oper, städtische Kultur, Theater, Veranstaltungen, VHS
Kommentare deaktiviert für Corona-Update: Alles dicht! – Dortmunder Kultur-Absagen und tägliche Ergänzungen aus dem Revier
Tschechows „Kirschgarten“ geht uns immer noch an – Eine vorzügliche Essener Inszenierung beweist es

Szene mit Silvia Weiskopf (Gutsbesitzerin), Stephanie Schönfeld (Dunjascha) und Jens Winterstein Jepichodow) (Foto: Birgit Hupfeld/Schauspiel Essen)
Firs haben sie vergessen. Der alte Diener liegt schon schlafend auf der Bühne, wenn das Publikum seinen Plätzen zuströmt. Schließlich erwacht er, sieht all die Menschen, will sie wieder nach Hause schicken. Es sei doch alles schon vorbei, sagt er, und eigentlich hat er ja Recht. Aber dann hebt sich der eiserne Vorhang doch , wird die Geschichte vom Kirschgarten erzählt, in Essen, im Grillo-Theater. Der alte Diener ist hier übrigens eine Frau, Sabine Osthoff.
Verdrängung und Selbstbetrug
Tschechows Stück, er selbst nannte es eine Komödie, was natürlich nicht stimmt, reizt zur lapidaren Inhaltsangabe: Die Gutsbesitzerin ist pleite, widersetzt sich dem Verkauf ihres schönen, aber nutzlosen Kirschgartens, schließlich kommt alles unter den Hammer.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Alice Buddeberg, Essen, Grillo-Theater, Kirschgarten, Theater, Theater Essen, Tschechow
Kommentare deaktiviert für Tschechows „Kirschgarten“ geht uns immer noch an – Eine vorzügliche Essener Inszenierung beweist es
Mörderischer Goldschmied, getarnter Zar: Theater Hagen stellt Programm für die Spielzeit 2019/20 vor

Blick aufs Hagener Theater. (Foto: Werner Häußner)
192 Seiten, vollgepackt mit Programm: Ironisch signalisiert das Theater Hagen mit dem Reclam-Heft-Format seiner Spielzeit-Übersicht 2019/20 wieder Sparsamkeit. Inhaltlich allerdings fächert es den ganzen Reichtum auf, den das in den letzten Jahren arg gebeutelte Haus mit dem Team um Intendant Francis Hüsers aus seinem 18-Millionen-Etat zaubert. Eine bunte Vielfalt tut sich auf, die gleichwohl einige durchgehende Linien sichtbar werden lässt, die sich in den nächsten Jahren in den Spielplänen abzeichnen sollen.

Ein bisschen Ironie muss sein: Das „Datenheft“ des Theaters Hagen für die Spielzeit 2019/20.
Im Musiktheater schreitet Hüsers vom Schwerpunkt der Romantik in der laufenden Spielzeit weiter in Richtung des Beginns der Moderne: Die Spielzeit eröffnet am 21. September 2019 Paul Hindemiths „Cardillac“, basierend auf dem romantischen Stoff des „Fräuleins von Scuderi“ E.T.A.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Musik & Konzert, Oper & Ballett, Operette & Musical, Region Ruhr, Tanz, Theater
Verschlagwortet mit Francis Hüsers, Hagen, Joseph Trafton, Marguerite Donlon, Spielzeit 2019/20, Theater
Kommentare deaktiviert für Mörderischer Goldschmied, getarnter Zar: Theater Hagen stellt Programm für die Spielzeit 2019/20 vor
Es geht noch viel: TuP-Festtage in Essen mit Aribert Reimanns „Medea“ und einer spartenübergreifenden Uraufführung

Freuen sich auf die TUP-Festtage 2019 (v. li.): Schauspielintendant Christian Tombeil, TUP-Geschäftsführer Berger Bergmann, der stellvertretende Ballettintendant Marek Tuma, Musiktheater- und Philharmonieintendant Hein Mulders sowie Oliver Bohnenkamp, Vorstandsmitglied der Sparkasse Essen. Foto: TuP
Rien ne va plus – das ist ein aus dem Casino geläufiger Satz, wenn im laufenden Spiel nichts mehr geht. Ein etwas gekünstelter Titel für die TuP-Festtage Kunst in Essen. Denn zum Glück geht in der Zeit vom 22. bis 31. März eine Menge: Premiere der Reimann-Oper „Medea“ am Aalto, drei beliebte Ballettproduktionen, die deutsche Erstaufführung von Robert Menasses Europa-Stück „Die Hauptstadt“ im Grillo-Theater. Und erstmals ein spartenübergreifendes Projekt.
Musiktheater, Ballett und Schauspiel realisieren in der Casa im Grillo eine gemeinsam erarbeitete Inszenierung: „Schließ deine Augen – Rien ne va plus“ heißt das Stück, in dem Tänzer, Sänger und Schauspieler gemeinsam agieren und ihre Spartengrenzen ein wenig überschreiten.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Tanz, Theater
Verschlagwortet mit Aalto-Theater, Aribert Reimann, Ballett, Essen Philharmonie, Medea, Musiktheater, Rien ne va plus, Schließ deine Augen - rien ne va plus, Theater, TuP-Festtage Kunst, Verdi
Kommentare deaktiviert für Es geht noch viel: TuP-Festtage in Essen mit Aribert Reimanns „Medea“ und einer spartenübergreifenden Uraufführung
Bühnenarbeit mit Häftlingen im Gefängnis Köln-Ossendorf: Die Produktion „Antikörper“ spielt irritierend mit Klischees
Es gibt Orte, über die man ungern redet, geschweige denn, dass man diese gern betritt. Dazu gehören Krankenhäuser, Altenheime, Schlachthöfe und sicher auch das Gefängnis. Dieses kann man auch nicht einfach so betreten, sondern es bedarf eines Sicherheitsvorlaufes. Hier in der JVA Köln-Ossendorf ist dies ein mühsames Kontrollprozedere. Man endet in einem Saal mit Bühne.
An den Wänden befinden sich zahlreiche Plakate von vorherigen Veranstaltungen. Hier wird also für Sonderabwechslung gesorgt, meist dargeboten durch Comedians oder Live-Musiker. Das Kölner Festival der Multipolarkultur, „Sommerblut“, veranstaltet an diesem Ort zum zweiten Mal eine Festivalproduktion, eine Bühnenarbeit mit Häftlingen. In der 17. Ausgabe des Kulturfestivals dreht sich alles um den Schwerpunkt KÖRPER. Das Festival greift das Thema in allen Formen der Kunst auf.
Zu Beginn wird aus dem Grundgesetz zitiert
Und es sind eben die Körper, die wir zuvorderst zu sehen bekommen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Gesellschaft & Soziales, Krimi & Kriminalität, Lebenswege, Theater
Verschlagwortet mit Antikörper, Elisabeth Pleß, Gefängnis, Justizvollzugsanstalt, Knast, Köln-Ossendorf, Sommerblut, Theater
Kommentare deaktiviert für Bühnenarbeit mit Häftlingen im Gefängnis Köln-Ossendorf: Die Produktion „Antikörper“ spielt irritierend mit Klischees
Boulevard am Abgrund: „Biedermann und die Brandstifter“ zeigen in Bochum freundliche Gesichter
Die Kulisse lässt an anspruchsloses Tourneetheater denken, eine Art Wohnzimmerwand mit Türen darin, Sofa, Tisch, Sessel. Und wenn sich Herr Biedermann bei der Zeitungslektüre über die Brandstifter aufregt, die in der Stadt ihr Unwesen treiben, dann wirkt das immer noch wie Boulevardkomödie.

Herr Biedermann (Martin Horn, Mitte) mit dem Ringer Schmitz (Jürgen Hartmann, li.) und dem Kellner Eisenring (Matthias Eberle, re.). (Foto: © Thomas Aurin / Schauspielhaus Bochum)
Doch spätestens mit dem Auftreten des dreiköpfigen Chores kommt Hintersinn ins Spiel. Regisseur Hasko Weber inszeniert auf der großen Bühne des Bochumer Schauspielhauses Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“, und dies ist angeblich eben keine Komödie, sondern, in den Worten des Dichters, „ein Lehrstück ohne Lehre“.
Zudem war dieses Lehrstück eins der erfolgreichsten Stücke der Nachkriegszeit.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Biedermann unn die Brandstifter, Bochum, Hasko Weber, Max Frisch, Schauspielhaus Bochum, Theater
Kommentare deaktiviert für Boulevard am Abgrund: „Biedermann und die Brandstifter“ zeigen in Bochum freundliche Gesichter
Schrilles Styling, graue Würste – „Kasimir und Karoline“ im Dortmunder Megastore

Schrilles Outfit, graue Würste (von links): Ekkehard Freye, Christoph Jöde, Bettina Lieder (Foto: Birgit Hupfeld/Theater Dortmund)
Die Bühne groß, die Musik laut, das Licht grell und die Figuren so unwirklich bunt und künstlich, als seien sie einem Videospiel entsprungen. Gordon Kämmerer inszeniert im Megastore „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth – oder das, was er noch davon übrigläßt. Doch das ist gar nicht wenig, man lasse sich durch den furiosen Anfang nicht täuschen, in dem die brave Exposition, wer mit wem und warum und so weiter ersetzt worden ist durch wütend in Richtung Publikum geschleuderte Statements.
Diese Jugend, die älter aussieht als sie ist, ist hart, weil man hart sein muß in schweren Zeiten. Und der Rummelplatz ist das Vergnügen über dem Abgrund, ganz nahe am wirtschaftlichen Absturz in die Arbeitslosigkeit.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Dortmund, Fanfaren-Corps 1974 Dortmund-Wickede, Gordon Kämmerer, Horvath, Jana Wassong, Josa Marx, Kasimir und Karoline, Max Thommes, megastore, Theater, Theater Dortmund
Kommentare deaktiviert für Schrilles Styling, graue Würste – „Kasimir und Karoline“ im Dortmunder Megastore
Projekt „Ruhr Bühnen“: Elf Theater „unter einem Dach“ – leider nur die Etablierten
Von unserem Gastautor Werner Streletz (Schriftsteller und Journalist in Bochum):
„Nachhaltigkeit“ hatten sich die Macher des Kulturhauptstadtjahres 2010 auf die Fahnen geschrieben. „Ruhr 2010“ sollte nicht nur ein zwölfmonatiges Feuerwerk abbrennen, sondern auch langfristig Wirkung zeigen. Die Kunstmuseen an der Ruhr arbeiten schon geraume Zeit zusammen, jetzt folgen die Theater.
„Ruhr Bühnen“ ist das Zusammenwirken von nicht weniger als elf Bühnen des Ruhrgebiets betitelt – vom kleinen Schlosstheater in Moers bis zum Schauspielhaus Bochum. Den ersten Schwerpunkt dieses neuen Kulturnetzwerkes, das finanziell gut ausgestattet ist (fast zwei Mio. Euro in drei Jahren) und das jetzt im Theater Oberhausen vorgestellt wurde, bildet das gemeinsame Marketing, also die vereinigte Werbetrommel. Inhaltlich wird anschließend ein erster Versuch im Herbst 2017 gestartet, wenn bei einer Theaterreise durchs Ruhrgebiet jeweils Inszenierungen der beteiligten Bühnen besucht werden können.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Oper & Ballett, Region Ruhr, Theater
Verschlagwortet mit "Ruhr Bühnen", Kooperation, Ruhrgebiet, Theater
Kommentare deaktiviert für Projekt „Ruhr Bühnen“: Elf Theater „unter einem Dach“ – leider nur die Etablierten
Ein wenig Theater mit jungen Migranten – „Grubengold“ im Bochumer Prinzregenttheater
„Grubengold“: Das Wort lässt an die Kohle denken und an die Menschen, die sie aus der Grube holten. Im gleichnamigen Projekt des Theaterpädagogen Holger Werner indes, dessen Ergebnis nun im Bochumer Prinzregenttheater zu sehen war, ist nichts davon. Sein „Gold“ sind geflüchtete Menschen, die das Revier sozusagen in der Kohle-Nachfolge bereichern werden. Neun junge Leute aus Guinea, Irak, Syrien und Deutschland, zwischen 18 und 31 Jahre alt, haben das Stück erarbeitet, und nach einer Stunde ist schon alles vorbei.
Ein langes Gedicht
Die ersten etwa 20 Minuten gehören dem Vortrag eines dramatischen Gedichtes in arabischer Sprache, in dem, wenn das gleichzeitig stattfindende sparsame Bühnenspiel nicht täuscht, der Tod eines jungen Mannes eine zentrale Rolle spielt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Bochum, Flucht, Flüchtling, Flüchtlinge, Holger Werner, Migranten, Prinzregent, Projekt, Sylvia Fadenhaft, Theater
Kommentare deaktiviert für Ein wenig Theater mit jungen Migranten – „Grubengold“ im Bochumer Prinzregenttheater
Dreimal Ina – „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf im Prinzregenttheater
Als sich die Chance bot, ist sie entwischt: Isa, die es hinter vier Meter hohe Backsteinmauern verschlagen hat. Gründe dafür werden nur angedeutet, „Ich bin verrückt, aber nicht bescheuert“, sagt sie selbstbewusst. Isa ist die Hauptfigur des Stücks „Bilder deiner großen Liebe“, das jetzt seine Premiere im Bochumer Prinzregenttheater erlebte. Gleich drei Schauspielerinnen geben der jungen Frau Stimme und Gestalt, wenn sie auszieht, die Welt jenseits der Anstalt zu ergründen.
Der Autor von „Tschick“
Der Stoff des Stücks stammt von dem 2013 mit 48 Jahren viel zu früh verstorbenen Wolfgang Herrndorf. Robert Koall hat daraus eine Bühnenfassung gemacht, die jetzt zur Aufführung gelangte. Zum Werk Herrndorfs zählen einige unverstellte, klarsichtige, dabei jedoch auch launige Beschreibungen der Lebenswelten jüngerer Erwachsener wie „In Plüschgewittern“.… Weiterlesen
Megatheater im Megastore – Schauspiel Dortmund präsentiert Teil II des Spielplans

Gut, da denkt man nicht sofort an prickelnde Theateratmosphäre – doch wenn es im Dezember hier im Megastore losgeht, sieht es bestimmt schon ganz anders aus. (Foto: Theater Dortmund)
Natürlich haben sie jetzt doch noch was gefunden, und die Angst vor einer spielstättenfreien zweiten Halbzeit in der diesjährigen Dortmunder Theatersaison hat sich als unbegründet erwiesen. Der neue Ort heißt „Megastore“, und der Name ist so stark, daß sie ihn gelassen haben. Was man gut verstehen kann: „Megatheater im Megastore“ klingt doch um Klassen besser als „Vorstellungen in der Ausweichspielstätte“, oder?
Der Megastore befindet sich in Dortmund Hörde im Gewerbegebiet nahe Wilo-Pumpen, an der Felicitasstraße, also quasi eine Straße vor oder hinter dem Recycling-Hof der Stadt, je nach dem, aus welcher Richtung man kommt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Dortmund, Kay Voges, megastore, Schauspiel, Spielplan, Theater
Ein Kommentar
Die Illusionen sind dahin – „Raketenmänner“ von Frank Goosen in Oberhausen

„Raketenmänner“ in Oberhausen, Szene mit Torsten Bauer und Anja Schweitzer (Foto: Klaus Fröhlich/Theater Oberhausen)
Wie soll man sie nennen? Mitmenschen, Nachbarn, Allerweltsgestalten, Normalos? Das Personal wirkt ziemlich durchschnittlich.
Eine Frau, die weiß, dass ihr Mann fremdgeht, ein Mann, der gerne fremdgehen würde, ein unglücklicher Angestellter, den der Vorgesetzte mobbt, ein alternder Platzwart, zwei alte Freunde, die sich nicht mehr richtig verstehen, eine Demente, ein sterbender Kinobesitzer – sie bevölkern das erste Theaterstück des Bochumer Autors und Kabarettisten Frank Goosen, das in Oberhausen Premiere hatte und, auf den ersten Blick etwas unverständlich, „Raketenmänner“ heißt.
Eine alte Schallplatte
Doch ist der Titel flugs auch im Stück erklärt: „Raketenmänner“ lautet der Titel einer fiktiven Langspielplatte, die ein gleichfalls fiktiver Stefan Moses in den 70er Jahren aufnahm.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Lebenswege, Theater
Verschlagwortet mit Frank Goosen, Oberhausen, Peter Carp, Raketenmänner, Theater, Theater Oberhausen
Ein Kommentar
Kochen vs. Theater 40:2
Jeglichen Tag liest man in der Zeitung von Phänomenen, die sich beispielsweise binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent gesteigert haben. Donnerlittchen!
Und dann knüpfen die Redaktionen schwerwiegende Überlegungen an diese Entwicklung, denn sie ziehen stets gern die „Immer mehr“-Nummer durch. Auch wenn’s nur schmale 1,8 Prozentpunkte sind. Andernfalls gäb’s ja manchmal wenig zu schreiben. Irgendwie muss man ja für Panik sorgen, für Exaltation und dampfenden Betrieb. „Welchen Aufreger haben wir denn heute?“

Der Kulturpessimist fragt: Werden Kinder, die heute die Theater-AG verschmähen, später z. B. ins Bochumer Schauspielhaus gehen? (Foto: Bernd Berke)
Nun aber die grazile Überleitung zu einem wirklich exorbitanten Zahlenverhältnis. Als es jetzt in einer Dortmunder Grundschule daran ging, sich für bestimmte nachmittägliche Arbeitsgemeinschaften zu entscheiden, haben gleich rund 40 Kinder (bzw.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Kinderzeiten, Kulinarisches, Kultur an sich, Schule, Uni, Bildung, Theater
Verschlagwortet mit Kochen, Schule, Theater
Ein Kommentar
Zwei gefährliche Geradeausdenker: Brechts „Flüchtlingsgespräche“ in Dortmund
Was tut einer den lieben langen Tag, wenn er vor den Nazis in ein fremdes Land flüchten mußte? Nun, er langweilt sich. Er wünscht sich interessante Gesprächspartner, und weil er sie nicht findet, führt er Selbstgespräche. So oder so ähnlich mag es wohl gewesen sein, als Bert Brecht in den späten 30er Jahren seine „Flüchtlingsgespräche“ in Svendborg (Dänemark) notierte. Was er damals, in dramatischer Form, seinen Figuren Kalle und Ziffel in die Dialoge schrieb, war jetzt im Dortmunder Schauspiel zu sehen: Eine für dieses Haus mittlerweile ungewöhnliche, keineswegs jedoch reizlose Veranstaltung.

Jürgen Mikol (links) als Kalle und Andreas Weißert als Ziffel in Brechts „Flüchtlingsgesprächen“- (Foto: Theater Dortmund/Djamak Homayoun)
Viel Biographisches erfahren wir nicht über die beiden Männer, die sich zufällig zunächst an einem Tisch im Bahnhofsrestaurant von Helsinki treffen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Andreas Weißert, Brecht, Dortmund, Flüchtlingsgespräche, Jürgen Mikol, Theater, Theater Dortmund
Kommentare deaktiviert für Zwei gefährliche Geradeausdenker: Brechts „Flüchtlingsgespräche“ in Dortmund
Peter Høegs „Der Plan von der Abschaffung des Dunkels“ im Bochumer Schauspiel
Was ist Zeit? Zeit ist zum Beispiel Rhythmus: Ein penetrantes Hämmern, ein ewiger Herzschlag. Wiederholung. Das kann beruhigen – oder in den Wahnsinn treiben. Eher letzteres ist der Fall in Peter Høegs Roman „Der Plan von der Abschaffung des Dunkels“ – eine vor 20 Jahren erschienene Außenseiter-Geschichte des dänischen Autors, der zuvor mit „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ einen internationalen Bestseller geschrieben hatte.
Im „Theater Unten“ des Schauspielhauses Bochum feierte nun eine Bühnenversion der Romanvorlage Premiere (Bearbeitung: Christiane Pohle, Miriam Ehlers). Martina van Boxen richtete das Stück für vier Schauspieler und einen Musiker ein.
Nach einer unglücklich zusammengekürzten Hörspielfassung lautete die spannende Frage: Gelingt es, den Stoff zu visualisieren? Denn die Geschichte um drei Jugendliche, die an einer Privatschule in den 1970er Jahren Teil eines reformpädagogisches Experiments werden, ist nur der eine, vordergründige Teil des Romans.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur, Theater
Verschlagwortet mit Bochum, Peter Hoeg, Plan von der Abschaffung des Dunkels, Schauspielhaus Bochum, Theater
2 Kommentare
Das Elend wird seziert – Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ im Dortmunder Schauspiel

Szene einer Ehe mit (v.l.) Sebastian Kuschmann, Julia Schubert, Uwe Schmieder und Bettina Lieder. (Foto: Birgit Hupfeld/Theater Dortmund)
Es ist so deprimierend. Vermeintlich freie Menschen in einer modernen, selbstbewußten Bürgergesellschaft haben alle Möglichkeiten, ihr Leben zu regeln, und sie schaffen es nicht.
Früher einmal konnte man die Ursachen vieler Probleme in überkommenen Tabus und im verdrucksten Umgang mit der Sexualität finden, lag die Lösung logischerweise in der Überwindung dieser Zwänge. Im schwedischen Mittelstandsmilieu jedoch, das Ingmar Bergman 1973 für einen Fernseh-Sechsteiler portraitierte, ist die Sexualität – oder das Geschwafel über sie – geradezu allgegenwärtig.
Doch der – vermeintlich – freie Umgang mit der Sexualität ist längst schon nicht mehr Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Denn persönliche Freiheit zu haben bedingt ja auch die Fähigkeit, sie sich nehmen zu können.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Liebesleben, Psychologie & Seelenleben, Theater
Verschlagwortet mit Dortmund, Drama, Ingmar Bergman, Szenen einer Ehe, Theater, Tragik, Tragödie
Ein Kommentar
Tödliche Dreiecksbeziehung – „Einsame Menschen“ im Schauspielhaus Bochum
Man könnte sich in einer antiken Richtstätte wähnen. Gegenüber vom Saal ragen auf der Bühne weitere Zuschauerreihen auf, zwischen den Rängen befindet sich somit der Spielraum. In dessen Mittelpunkt wiederum dreht sich langsam eine Plattform mit fünf Stühlen, welche gemächlich von Schauspielern eingenommen werden, während seinerseits das Publikum seine Plätze einnimmt.
Man erkennt: Was immer in den nächsten zwei Stunden auf dieser Bühne geschehen wird, ist gründlichster allseitiger Betrachtung preisgegeben. Gespielt wird im Bochumer Schauspielhaus Gerhart Hauptmanns Stück „Einsame Menschen“ – genauer: das, was Regisseur Roger Vontobel daraus gemacht hat.
„Einsame Menschen“, uraufgeführt 1891 in Berlin, zählt zu den weniger bekannten Stücken Hauptmanns, behandelt aber doch einen durchaus aktuellen Konflikt. Johannes Vockerat, Wissenschaftler und Freigeist, empfindet wachsendes Unwohlsein in seiner engen, kleinbürgerlichen Existenz, in der Mutter und Vater (Katharina Linder und Michael Schütz), vor allem jedoch Gattin Käthe (Jana Schulz) nebst Nachwuchs seinem intellektuellen Streben enge Grenzen setzen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Bochum, Einsame Menschen, Gerhart Hauptmann, Roger Vontobel, Schauspiel, Schauspielhaus, Schauspielhaus Bochum, Theater
2 Kommentare
Ideen zum Theater der Zukunft – Schlaglichter aufs Dortmunder Festival „favoriten 2014“
Es wäre ein Kunst- und Kulturzentrum, wie es Dortmund gut zu Gesicht stehen würde. Würde und wäre. Gab es hier in Dortmund nicht, wird es mutmaßlich nicht geben. Das ehemalige Museum am Ostwall (MAO) steht lange leer, kostet Geld und wird vermutlich doch als Gebäude erhalten bleiben. Die Entscheidung fällt bald. Hier also lud das Festival Theaterfestival „favoriten“ mit einem ansprechenden Ambiente zum Verweilen, zu Betrachtung und Aktion, zu Café und moderner Speise, zu Gespräch und Performance.
Es war ein temporärer Auftritt eines offenen Hauses mit Anspruch – für die Zeit des favoriten-Festivals. Und dieses hat durch seinen Umfang für Verwirrung gesorgt: Das Programmheft als Rätselbuch, durch das man sich durcharbeiten musste. Cirka 40 Programmpunkte an wahrscheinlich 30 Orten innerhalb von acht Tagen hätte man wahrnehmen können.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Region Ruhr, Theater, Utopien & Dystopien
Verschlagwortet mit Dortmund, Favoriten 2014, Freie Szene, Museum am Ostwall, Theater, Theaterfestival
Ein Kommentar
Gescheiterter Kraftkerl – „Tod eines Handlungsreisenden“ überzeugt in Dortmund
„Tod eines Handlungsreisen“ – das klingt so schön abgehoben, so zeitlos; und der Reisende ist in Religion oder Literatur ja sowieso oft mit quasi mythologischer Aufladung unterwegs, ins Totenreich oder ins Paradies, seiner alten Liebe hinterher oder wohin auch immer. Und möglicherweise ist gar der Weg schon sein Ziel. Auch Arthur Miller wird Gedanken wie diese gehabt haben, als er seinen dramatischen Welterfolg so abgehoben betitelte.
Seit das Stück wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in New York uraufgeführt wurde, mußte es in der Folgezeit, da fraglos auch ein Spiegelbild aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse, wieder und wieder die Vorlage für wohlfeile Reflexionen und Ausdeutungen amerikanisch-kapitalistischer Verhältnisse abgeben. Nicht nur Pennäler wissen davon ihr Klagelied zu singen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Andreas Beck, Arthur Miller, Dortmund, Liesbeth Coltof, Theater, Tod eines Handlungsreisenden
Kommentare deaktiviert für Gescheiterter Kraftkerl – „Tod eines Handlungsreisenden“ überzeugt in Dortmund
Reales Drama: „Die Kinder von Opel“ am Schauspielhaus Bochum
Ende des Jahres schließt das Opel-Werk in Bochum für immer. Der Automobilhersteller kam Anfang der 1960er Jahre und läutete den Strukturwandel ein: Die ersten Zechen in Bochum hatten damals längst dicht gemacht, Opel war der Hoffnungsträger. Sein Ende hinterlässt ein Trauma.
Das Schauspiel Bochum, traditionell stark verwurzelt im Alltagsleben der Stadt, leistet schon seit einem Jahr kreative Traumatherapie mit seinem „Detroit-Projekt“. Einen Abschluss-Beitrag lieferte nun die Künstlergruppe „kainkollektiv“: Im Theater unter Tage, der kleinsten Spielstätte des Schauspielhauses, hatte „Die Kinder von Opel“ Premiere.
„kainkollektiv“, das sind Mirjam Schmuck und Fabian Lettow. Konzept, Regie und Text stammen von ihnen, und sie benötigen für ihren Abend keinen einzigen professionellen Schauspieler. Mit Mitteln des Theaters, der Performance, der Recherche holen sie das reale Drama auf die Bühne – und lassen keine „Typen“ zu Wort kommen – sondern echte Menschen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Region Ruhr, Theater, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Bochum, kainkollektiv, Opel, Schauspielhaus Bochum, Theater
Kommentare deaktiviert für Reales Drama: „Die Kinder von Opel“ am Schauspielhaus Bochum
Klug und beschwingt: „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ in Bochum

Hier droht ein Nervenzusammenbruch. Szene mit (v.l.) Sabine Osthoff (Candela), Anna Döing (Marisa), Bettina Engelhardt (Pepa) und Matthias Eberle (Carlos). Im Hintergrund Katharina Linder (Lucia). (Foto: Diana Küster/Schauspielhaus Bochum)
Der langjährige Lebenspartner hat sich per Anrufbeantworter verabschiedet und das gemeinsame Apartment verlassen. Außerdem stellt sich heraus, dass er vorher verheiratet war und Vater ist. Und die Neue ist die Anwältin seiner Ex und nach eigenem Bekunden Feministin. Hemmungslos nutzt Iván, dieser Lump, die Frauen aus, mit ein paar belanglosen Worten – „Blablabla“ – bricht er scheinbar Mal für Mal mühelos ihren Willen.
Das wäre in Kürze die Grundkonstellation des Stücks, einer Beziehungskomödie ganz offenbar mit Neigungen zum politisch Unkorrekten und zu gewissen Schlüpfrigkeiten. Oder doch eher eine Tragödie? Gegeben wird im Bochumer Schauspielhaus das Musical „Frauen am Rande des Nervenbruchs“ nach dem gleichnamigen Film von Pedro Almodóvar aus dem Jahr 1987.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino, Kunst & Museen, Operette & Musical, Theater
Verschlagwortet mit Almodovar, Bochum, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs Schauspielhaus, Hauck, Theater, Theater Bochum
Ein Kommentar
„Zeitgenössische Programmierung“: Rückblick auf die Triennale-Ära von Heiner Goebbels

Die Triennale geht zu Ende, in die Bochumer Jahrhunderthalle kehrt Ruhe ein Bis 2015 Johan Siemons kommt (Foto: Ruhrtriennale/Jahrhunderthalle Bochum)
Es ist – das Ende. Der Platz vor der Jahrhunderthalle wirkt verlassen, hinten bei den Kühlbecken werden letzte Kulissen von „Neither“ in Container verladen. Man kann das Rund des Dampflokkessels erkennen, das in Wirklichkeit eben doch bloß schwarz angestrichenes Sperrholz war. Die Ruhrtriennale 2014 geht zu Ende.
Am Sonntag (28. September) ist in Bochum Schluß mit dem Royal Concertgebouw Orkest. Auch endet, was noch wichtiger ist, die Drei-Jahre-Intendanz von Heiner Goebbels. Er wird sich wieder seiner Professur für angewandte Theaterwissenschaften in Gießen widmen und komponieren. Johan Siemons ist, wie berichtet, sein Nachfolger. Und deshalb war die Abschluß-Pressekonferenz am Mittwoch nicht nur eine Spielzeit-Bilanz, sondern eine der Ära Goebbels, die von 2012 bis 2014 währte.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Kunst & Museen, Oper & Ballett, Region Ruhr, Tanz, Theater
Verschlagwortet mit Bochum, Duisburg, Heiner Goebbels, RuhrTriennale, Theater
2 Kommentare
„Minority Report“ in Dortmund: Wie ein Blockbuster auf die Bühne kommt
„Wo ist mein Minority Report?“ Diese Frage reicht aus, damit Kinogänger Tom Cruise vor ihrem geistigen Auge sehen, verbissen anrennend gegen ein aus den Fugen geratenes Kontrollsystem, atemberaubend verfilmt von Steven Spielberg, basierend auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick. Das Schauspiel Dortmund aber findet: „Das wahre Kino der Zukunft und das wahre Theater der Zukunft sind eins“ – und schon kann auch ein Blockbuster zu einem Bühnenexperiment (mit App!) werden, wie Regisseur Klaus Gehre jetzt im Studio bewiesen hat.
Eine Zeitreise ohne großes Budget? Geht! Man nehme einfach die riesige Jahreszahl 2014, lasse die Schauspieler die Ziffern tauschen – und schon ist man im Jahr 2041 gelandet und die Phantasie wirft den Science-Fiction-Blick an.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater, Utopien & Dystopien
Verschlagwortet mit Dortmund, Kay Voges, Klaus Gehre, Minority Report, Schauspiel, Steven Spielberg, Theater
2 Kommentare
Der arme IT-Experte und seine gute Fee – „Jenny Jannowitz“ bei den Ruhrfestspielen
Wenn täglich das Murmeltier grüßt oder man gar eines Morgens als Käfer aufwacht, ist das bedenklich; wenn man nicht mehr weiß, ob die Wirklichkeit oder man selber mehr oder weniger „ver-rückt“ ist. Ganz so schlimm ist es Karlo Kollmar nicht ergangen, er hat lediglich verschlafen. Doch all die Menschen um ihn herum sind jetzt so anders. Und was er von der geheimnisvollen Zauberin Jenny Jannowitz halten soll, weiß Kollmar gleich gar nicht.

Karlo Kollmar (Raphael Traub) herzt auf der linken Bildseite seine gute Fee Jenny Jannowitz (Bea Brocks). Foto: Ruhrfestspiele
„Jenny Jannowitz“ war die letzte Premiere der diesjährigen Ruhrfestspiele. Das Stück des Autors Michel Decar (Jahrgang 1987) gewann den Förderpreis des Kleistforums in Frankfurt an der Oder und erlebte deshalb, einer noch nicht all zu alten Recklinghäuser Festspieltradition folgend, als Produktion des Staatstheaters Braunschweig seine Bühnenweihen in der Halle König Ludwig 1/2 (Regie: Catja Baumann).… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Arbeitswelt & Beruf, Theater
Verschlagwortet mit Braunschweig, Decar, Jannowitz, Jenny, Kleistforum, Recklinghausen, Ruhrfestspiele, Schauspiel, Theater
Ein Kommentar
„Dalí vs. Picasso“ – Fernando Arrabáls genialer Malerstreit bei den Ruhrfestspielen
Ja, so kennt man sie: Picasso trägt Shorts, Dali einen Nadelstreifenanzug, Beide halten sich für genial. Auf der Bühne haben sie sich in zwei abgeranzte rote Sessel gelümmelt, reden miteinander, ohne sich wirklich verstehen zu wollen und erinnern ein ganz klein wenig an Becketts Landstreicher, die auf Godot warten. Aber worauf warten Dali und Picasso?
Nun, natürlich warten sie nicht in stiller Gottergebenheit. Sie lauern auf Gelegenheiten, ihre Karrieren voranzutreiben. Man schreibt das Jahr 1937, vor wenigen Tagen haben die Deutschen Guernica bombardiert, Picasso winkt ein Großauftrag für den spanischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung. Eine Million Peseten in Gold für ein großes Gemälde! Guernica wäre sicherlich das Thema – dummerweise hat Picasso aber nur ein Großformat zum Lobpreis der Elektrizität im Angebot, in dessen Mittelpunkt eine Glühbirne von der Decke hängt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Theater
Verschlagwortet mit Arrabal, Dali, Picasso, Recklinghausen, Ruhrfestspiele, Schauspiel, Theater
Kommentare deaktiviert für „Dalí vs. Picasso“ – Fernando Arrabáls genialer Malerstreit bei den Ruhrfestspielen
Grandioser Zeitvertreib – „Warten auf Godot“ bei den Ruhrfestspielen
Die Bühne hat ein Loch. Mit mehreren Metern Durchmesser und gelegen im Mittelpunkt der quadratischen Schrägebene ist es, sieht man von einem in den Zuschauerraum gerichteten Scheinwerfer ab, das einzige Stück Ausstattung dieser Inszenierung. Selbst das Bäumchen fehlt. Doch das macht nichts. Diese Inszenierung von Becketts „Warten auf Godot“ – als Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Deutschen Theater Berlin hatte sie jetzt ihre umjubelte Premiere – gehört zum Besten, was das Festival mit seinem doch recht durchwachsenen Programm in diesem Jahr zu bieten hat. Leichte Kost ist sie dennoch nicht.

Samuel Finzi (links) und Wolfram Koch sind Wladimir und Estragon in „Warten auf Godot“, das von Ruhrfestspielen und Deutschem Theater Berlin koproduziert wurde. Foto: Declair, Ruhrfestspiele
Samuel Finzi und Wolfram Koch, zwei fernsehbekannte Gesichter, sind Wladimir und Estragon, jüngere Männer, denen die Last der Lebensjahre und der körperlichen Gebrechen noch nicht so zusetzt wie den Landstreichern früherer Inszenierungen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Finzi, Godot, Gotscheff, Koch, Recklinghausen, Samuel Beckett, Theater, Warten
Kommentare deaktiviert für Grandioser Zeitvertreib – „Warten auf Godot“ bei den Ruhrfestspielen
Kraftvolle „Hamletmaschine“ in Dortmund
Schwarz gewandete Totengräber weisen dem Publikum den Weg zu den Plätzen. „Willkommen in der Maschine“, raunt es bassig.
Im Vordergrund liegen schwarz gekleidete Menschen auf- und übereinander, im Hintergrund steht ein Totengräber am golden glitzernden DJ-Pult. Heiner Müller ist tot – aber was passiert mit seinem Text, seinen Ideen? Sie bleiben, werden aber neu gesampelt und mit neuen Unter- und Obertönen versehen – so die musikalische Umschreibung der Idee hinter der „Hamletmaschine“, die am Sonntag im Studio des Dortmunder Schauspiels Premiere hatte.
Man kann sich Heiner Müllers Stück aus dem Jahr 1977 vorstellen wie eine Collage aus Monolog-Fragmenten, gesprochen von zwei Figuren, die ebenso Hamlet und Ophelia sind wie die Schauspieler, die Hamlet und Ophelia spielen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Dortmund, Hamletmaschine, Heiner Müller, Merle Wasmuth, Sprechchor, Theater, Uwe Schmieder
Kommentare deaktiviert für Kraftvolle „Hamletmaschine“ in Dortmund
Zwischen Repertoire und Experiment – Theater Dortmund stellt Spielplan 2014/2015 vor

Die Theater-Reihe „Das goldene Zeitalter“ – hier ein Bild aus der letzten Produktion – wird fortgesetzt: „100 neue Wege dem Schicksal das Sorgerecht zu entziehen“ kommt im Januar 2015 heraus. Foto: Edi Szekely/Theater Dortmund
Spielzeit 2014/2015 – das Theater Dortmund mit den Abteilungen Oper, Ballett, Philharmoniker, Schauspiel und Kinder- und Jugendtheater hat seine Pläne vorgestellt. Ein einheitliches Bild ist nicht auszumachen, zu unterschiedlich sind die Fachabteilungen und die Menschen, die sie prägen. Hier eine erste kleine Übersicht, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.
Den französischen Friseur Arthur hat es auf eine Insel fern ab von aller Zivilisation verschlagen. Hier, die Welt ist ja voller verrückter Zufälle, lernt er die hübsche Häuptlingstochter Atala kennen, und alles könnte richtig schön werden. Leider aber kündigt Häuptling Biberhahn, Herrscher über die Nachbarinsel Papatutu, kurz darauf seinen Staatsbesuch bei Atalas Vater Abendwind an, und das verlangt nach einem Festmahl.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Kultur an sich, Kunst & Museen, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Operette & Musical, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie, Theater
Verschlagwortet mit Ballett, Dortmund, Jens Daniel Herzog, Jugendtheater, Kay Voges, Kindertheater, Konzerthaus Dortmund, Oper, Orchester, Spielplan, Symphoniker, Theater
Ein Kommentar
Was wird hier gespielt? NRW-Theatertreffen 2014 in Dortmund
Der Dortmunder Theaterchef Kay Voges gibt sich bescheiden. Die zehn besten nordrhein-westfälischen Theaterproduktionen des Jahres 2014 herauszufinden, sei schlichtweg unmöglich. „Wer will das entscheiden?“ Stattdessen haben die Dortmunder ihre Kollegen in den anderen Städten um Vorschläge gebeten. Und die Vorschläge haben sie darauf hin geprüft, ob sie auf einer Dortmunder Bühne gespielt werden können.
Die ausgesuchten Inszenierungen sind das Teilnehmerfeld des NRW-Theatertreffens, das vom 13. bis 20. Juni in Dortmund stattfindet. Und weil ein bißchen Superlativ eben doch sein muß, werden nun, wenn schon nicht die zehn besten, so doch die zehn bemerkenswertesten Produktionen präsentiert. Übrigens mit einer Ausnahme, der Oberhausener Beitrag ist nicht transportabel. Deshalb fährt am 19. Juni ein Shuttle-Bus.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Bühne, Konzert, Kunst, Musik & Konzert, Panel, Project, Schauspiel, Theater
Kommentare deaktiviert für Was wird hier gespielt? NRW-Theatertreffen 2014 in Dortmund
Es gibt etwas zu lachen – „Der nackte Wahnsinn“ in Dortmund

Vicki (Merle Wasmuth) und Tramplemain (Frank Genser) haben Streß auf der Treppe (Foto: Birgit Hupfeld/Theater Dortmund)
Nein, dass das Dortmunder Theater in der Intendanz von Kay Voges eine besonders trübselige Veranstaltung wäre, kann man wirklich nicht behaupten. Glücklicherweise gibt es hier immer wieder was zu lachen. Und jetzt erst recht!
„Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn, der hier am Samstag seine Premiere erlebte, ist ein Spaßstück erster Güte, ein Komödienstoff nach allen Regeln der Kunst, den ein hellwaches Ensemble mit Tempo und großem Körpereinsatz zum ungetrübten Vergnügen macht. Damit wäre fast schon alles gesagt. Aber warum sollte eine Bewertung erst am Schluß der Besprechung stehen, wenn sich der Rezensent so gut amüsiert hat?
„Der nackte Wahnsinn“ ist der Form nach eine klassische Türenkomödie, folgerichtig hat die Kulisse derer zehn, auf mehreren Ebenen (Bühne: Pia Maria Mackert).… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Scherz, Satire, Ironie, Theater, Wahnwitz
Verschlagwortet mit Komödie, Schauspiel, Theater, Türenkomödie, Wahnsinn
3 Kommentare
Die Katastrophen sah sie kommen – „Kassandra“ in Dortmund
Die Rückwand eine Spiegelfläche, einige Scheinwerfer – mehr Bühnenbild braucht es nicht, um Kassandras Denken sinnfällig zu machen: Reflexion und Erhellung (vielleicht auch Erleuchtung) kennzeichnen es, ein Verstandesmensch ist sie, eine Analytikerin, ein Intellektuelle. Und eine Leidende unter eigener Erkenntnis.
Im Studio des Dortmunder Theaters gibt die jugendliche Bettina Lieder Kassandra Gesicht und Stimme. In einem kräftezehrenden 80-Minuten-Monolog erzählt sie ihre – Kassandras – Lebensgeschichte, und sie wirft sich so bedingungslos in die Rolle, daß ein Schwächeanfall nach etwa einer Stunde den Fortgang der Aufführung für kurze Zeit fraglich macht. Doch nach wenigen Minuten ist Bettina Lieder wieder vorne. Und sie ist wieder Kassandra, die zornige Frau, die die Gabe der Weissagung haben soll und die darunter körperlich leidet.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Kunst & Museen, Literatur, Theater
Verschlagwortet mit Bettina Lieder, Christa Wolf, Drama, Griechenland, Kassandra, Schauspiel, Schauspiel Dortmund, Theater, Tragödie, Troja
Kommentare deaktiviert für Die Katastrophen sah sie kommen – „Kassandra“ in Dortmund










