Riley ahnt noch nichts von den Erschütterungen, die bald über ihn hereinbrechen und unzählige Opfer kosten werden. Um seinen neuen Roman in Frankreich vorzustellen, fliegt der US-Autor nach Paris. Als seine Frau Caroline ihn anruft und sich Sorgen macht, weil sich in Europa ein bisher unbekanntes Virus ausbreitet und erste Tote zu beklagen sind, wiegelt Riley ab und witzelt: „Mir passiert schon nichts. Schick mir einen Schutzanzug, okay? Für den Rückflug.“
Das Lachen wird ihm schnell vergehen. Denn nicht er, sondern Caroline wird vom Virus erfasst und getötet. Als bei der Trauerfeier Carolines Bruder, ein bigotter Christ und Plattitüden absondernder Schwätzer, von Jesus und Auferstehung predigt und sagt: „Das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang“, überkommt Riley Wut und Zorn: „Ich weiß nicht, wo du Jesus findest, aber Carolines Moleküle sind da drüben, in der Urne mit dem Blumenkranz – und ein paar vielleicht noch im Kamin des Krematoriums.“… Weiterlesen






Maxim Emelyanychev (Bild) ist unter den Musikern der historisch informierten Aufführungspraxis einer, der nicht nur im Buchstaben nach dem Geist forscht. Entsprechend temperamentvoll subjektiv ist sein Zugriff – ob als Dirigent oder als Pianist. Zum Abschluss seiner vier Auftritte als Portraitkünstler der laufenden Saison präsentiert er sich in der Philharmonie Essen als Meister der Tasten.
































