
Ein Ritual, um den Regen zu stoppen: Ting Lee in Marina Abramovićs „Balkan Erotic Epic“ (Foto: Marco Anelli/Ruhrtriennale)
Grelle Stichworte kursierten im Vorfeld dieser Performance: von „mannshohen Penissen“ war die Rede und von Frauen, die ihre Vulven gen Himmel recken. Die Aufmerksamkeitsökonomie unserer Zeit — vor allem ihre Algorithmen — belohnt solche Zuspitzungen; sie jagt schnelle, klick- und gesprächsfähige Nachrichten durch alle Datenkanäle. Hinzu kommt der Name einer Künstlerin, die den eigenen Körper seit Jahrzehnten radikal zum Material ihrer Kunst macht.
Wer jedoch die deutsche Erstaufführung von Marina Abramovićs „Balkan Erotic Epic“ bei der Ruhrtriennale besucht, erlebt eine vierstündige, faszinierende Erfahrung von Ritual, Sterblichkeit, Fürsorge und Körperlichkeit. Was als Performance angekündigt ist, fühlt sich in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord zunächst eher wie eine Ausstellung an.… Weiterlesen











Maxim Emelyanychev (Bild) ist unter den Musikern der historisch informierten Aufführungspraxis einer, der nicht nur im Buchstaben nach dem Geist forscht. Entsprechend temperamentvoll subjektiv ist sein Zugriff – ob als Dirigent oder als Pianist. Zum Abschluss seiner vier Auftritte als Portraitkünstler der laufenden Saison präsentiert er sich in der Philharmonie Essen als Meister der Tasten.


























