Tagesarchive: 13. Oktober 2008

Kulturhauptstadt Ruhr 2010: Im Dickicht der Projekte

Essen. Rund um die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 scheint sich eine eigene Designer-Sprache zu entwickeln. Bei einer Programmvorstellung war von „Hochpunkten” (nicht Höhepunkten), „kreativen Erlebnisraum-Arealen” sowie „Adern und Passagen” des Verkehrs die Rede. Es soll wohl dynamisch klingen.

Auch mit Slogans geizt man nicht: „Wo das geht, geht alles!” lautet ein Merkspruch der Macher, der die Fülle der Kultur als Zukunftsmotor des Ruhrgebiets preist. Eine weitere Sentenz geht so: „ So haben Sie Ihre Metropole noch nie gesehen.” Man will also manches umpflügen – mit sage und schreibe rund 1500 Veranstaltungen im Kulturhauptstadt-Jahr 2010. Da soll noch einer durchblicken.

Seit Montag gibt’s ein erstes, 150 Seiten starkes Programmbuch, das Schneisen durchs Dickicht schlagen soll, doch für sich genommen schon prall wirkt. Zwei weitere Leitfäden sollen folgen. Und überhaupt: Die eigentliche Publikums- und Tourismus-Werbung wird erst 2009 einsetzen. Die Ruhr2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt werden mithin noch etliche Stufen der Rakete zünden. Am Montag ließen sie den vier künstlerischen Spartenleitern den Vortritt. Die schickten sich allen Ernstes an, binnen 90 Minuten erste Grundzüge von rund 150 Projekten zu skizzieren. Das war selbst im Parforceritt kaum zu schaffen.

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