Tagesarchive: 8. August 2008

Abgebrühte Mädchen

Wir wissen’s ja: Brave Mädchen kommen in den Himmel, freche überall hin. Diesem Leitsatz folgt der Film „Die Girls von St. Trinian”.

Schauplatz ist ein britisches Mädchen-Internat mit Horror-Garantie. Alle schrillen Girlie-„Szenen”, besonders die düsteren, scheinen hier Stützpunkte zu haben. Schlimmer: Schnapsbrennen, Drogenmissbrauch und Bombenbasteln beherrschen die Schülerinnen aus dem Effeff. Sie sind clever und abgebrüht.

Nachmittags im Kriminal-Unterricht (Lernziel heute: „Wir komme ich schnell zu ganz viel Geld?”) lobt der Lehrer, ein schmieriger Ganove: „Richtig! Fein! Erpressung ist eine prima Idee.” Man ahnt schon: „Pisa” interessiert hier keinen. Im Lehrerzimmer wird beim Pokern gesoffen, die schräge Direktorin (männlich besetzt mit Rupert Everett, der auch ihren Bruder mimt) kifft, was die Tüte hält.

Die Regisseure Barnaby Thompson und Oliver Parker (zuvor hauptsächlich mit Komödienstoffen von Oscar Wilde befasst) schicken anfangs eine neue Schülerin (Typ „zarte Elfe”) ins sittenlose Inferno. Was die Kleine nicht umwirft, härtet sie ab.

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