Tagesarchive: 3. August 2012

Revierstädte im Kulturvergleich ganz hinten – und nun?

Mittlere Sommerloch-Aufregung um eine Studie des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Auftrag der gleichfalls in der Hansestadt ansässigen Berenberg Privatbank: In einer vergleichenden Studie zur Kultur-Produktion und Rezeption schneiden die Städte des Ruhrgebiets miserabel ab. Oje, oje!

Für besagte Studie hat man auf vorhandenes Datenmaterial zurückgegriffen und offenbar keine sonderlichen Eigenanstrengungen unternommen. Da riskieren wir mal, den alten Satz noch einmal aus der Mottenkiste zu holen: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Sprich: Verlagerte man die Schwerpunkte dieser Untersuchung nur ein klein wenig, so würde sich vermutlich schon ein etwas anderes Bild ergeben. So verzerrt etwa die Rubrik Denkmalschutz-Fördermittel das Gesamtbild, weil es im Revier nun mal nicht mehr so viel erhaltenswerte historische Substanz gibt.

Um das Ruhrgebiet insgesamt nach vorn zu hieven, müsste man ohnehin heftigst manipulieren, ja schlichtweg lügen, dass sich die Bilderrahmen, Kinoleinwände und Bucheinbände biegen. Man braucht nur einmal ganz unvoreingenommen zu vergleichen, dann wird klar, dass beispielweise Dortmund mit Dresden nicht mithalten kann. Dabei gibt Dortmund pro Einwohner immerhin mehr für Kultur aus als Köln oder München!

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