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Mythos Tour de France: Ja, wo radeln sie denn?

Die Düsseldorfer meckern gerne bei einem schönen Gläschen Crémant über den Grand Départ, den großen Start der Tour de France 2017 in unserem Möchte-gern-Klein-Paris. Ein einziger Reklamerummel sei das, viel Geld, Gedöns und blöde Dekoration für ein paar Momente, die nur Radsport-Fans interessieren.

Aber halt, die Chose hat auch kulturelle Aspekte, ja, da staunen Sie, Mesdames et Messieurs! Im NRW-Forum, dieser Forschungsstation für eine Philosophie der westlichen Lebensart, wurde soeben eine Ausstellung über den „Mythos Tour de France“ eröffnet, die auch Sportschau-Verächtern gefallen wird.

Dabei geht es nicht um eine kritische Betrachtung des Radzirkus mit seinen obskuren Geschäften und Skandalen. Man will ja die Stimmung und das Sponsoring nicht verderben. Lediglich ein kleines Wandobjekt mit Beutelchen Eigenblut des jungen Künstlers Martin Höfer weist diskret auf das Doping-Problem hin. Ansonsten freut man sich an Menschen, Rädern, Emotionen – und einer zum Teil überwältigenden Ästhetik. Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe hat nicht Unrecht, wenn er feststellt, Sport und Kunst seien sich näher als gedacht.

Legenden der Landstraße

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Fotokunst im Minutentakt – tolle Polaroidausstellung im NRW-Forum Düsseldorf

Sie war ein Wunder der Technik. Die Kamera, die das Labor in sich trug. Auslöser gedrückt, kurz gewartet, fertiges Bild in der Hand: Mancher ist mit der Polaroid in den 70er, 80er Jahren auf Motivjagd gegangen, hat Reise-, Familien-, oder andere Erinnerungsfotos geschossen, und präsentierte stolz (oder enttäuscht) binnen Sekunden das papierene Ergebnis. Die Kamera, das große Spielzeug, ein Modell für jedermann.

Man mag das in Zeiten pixelhöriger Digitalfotografie belächeln, doch die Polaroids hatten allemal ihre ästhetische und freizeitkompatible Berechtigung. Und sie konnten, geriet die Kamera nur in professionelle Hände, zur bildmächtigen Kunst avancieren – ohne auf den Spaß verzichten zu müssen. Im Düsseldorfer NRW-Forum ergibt sich jedenfalls die schönste Gelegenheit, dem Phänomen Polaroid auf die Spur zu kommen.

500 Exponate – vom klassisch quadratischen Kleinformat zum großen Abzug, von Makroaufnahmen (André Thiessen) bis zu im Studio entstandenen Glamourfotos (Auke Bergsma), in schwarzweiß oder Farbe (teils von Hand nachkoloriert), Sachlichkeit (Martin Pudenz) oder erotisch Aufgeladenes (Helmut Newton) – sind zu sehen, zu entdecken, zu bestaunen. Die Ausstellung wirkt wie ein riesiger Experimentierbaukasten, eine bunte Spielwiese der fotokünstlerischen Kreativität. Dass manches dabei skurril anmutet, liegt wohl in der Natur der Sache.

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