Mit Emil Schumacher durch das Jahr 2020 – „Blätter aus dem Engadin“ als Kalender in limitierter Auflage

Das Novemberblatt. Bei Emil Schumacher heißt es GG-18 / 1993. Gouache auf Aquari-Bütten, 36,5 x 49,5 cm. (Bild: Emil Schumacher Museum Hagen / © VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Im Januar ist das nichts, jedenfalls nicht viel. Fahler Malgrund, darauf ein paar nackte Zweige. Oben eine Andeutung von kaltem Himmelblau. Noch schlimmer ist der Februar, keine Farben mehr, kalkiges Weiß, Schnee vielleicht, schwarze Konturen, kein Leben.

Pferd und Wagen

Doch im Märzen der Bauer. Könnte man jedenfalls so untertiteln, denn Emil Schumacher, der große informelle Maler, war sich nie zu schade dazu, auch mal einfach einen Pferdekarren ins Bild zu stellen und ein Pferd und einen Menschen, der es führt. Farbe ist hier zwar immer noch nicht zu sehen, doch die Agonie der ersten Monate scheint überwunden.

Und so geht das weiter. Mit dem sich ankündigenden Sommer schiebt sich Farbe in die düsterbraunen Frühlingsräume, sattes, glückliches Himmelblau dominieren die Bilder von Juni bis September. Doch während der August mit seinen runden Konturen noch ganz bei sich selbst ist, löst sich das Septemberblau zu seinen weißen Rändern hin unerfreulich auf. Man ahnt sein Dahingehen.

Behütende Erde

Unblau der Oktober. Dunkel, die Tage werden kürzer, der November. Fern von aller wunderbaren Sommerbläue schließlich der Dezember, der mit seinen gesättigten Brauntönen aber auch tröstlich ist, Rückzug in das Erdige, Bleibende, Behütende, um im nächsten Frühjahr zu neuem Leben zu erwachen, zu erblühen, zu ergrünen. Und das ohne irgendein Grün in den Bildern, anbei bemerkt.

„Blätter aus dem Engadin“ heißt wie im Vorjahr der  nunmehr 24. Emil-Schumacher-Kalender, den das Schumacher-Museum mit 800 Exemplaren für das Jahr 2020 herausgibt. Die Auswahl der Bilder traf Dr. Ulrich Schumacher, Sohn des 1999 verstorbenen Hagener Malers und fraglos der intimste lebende Kenner des gewaltigen Oeuvres. Seine Komposition des Jahreszyklus wirkt vertraut und läßt zuversichtlich hoffen, daß Vater Schumacher mit der Auswahl seines Sohnes einverstanden ist.

Eine hübsche, kleine, kongeniale Kollektion ist dieser Kalender, der durch den überaus fein gerasterten Computerdruck qualitativ auch als Mappenwerk bestehen könnte.

  • Kalender 2020 „Blätter aus dem Engadin“, 12 Monatsblätter und vollformatiges Deckblatt
  • 70 x 50 cm, Spiralbindung, 39,95 EUR
  • Erhältlich im Museumsshop des Hagener Emil Schumacher-Museums und in Hagener Buchhandlungen
  • www.esmh.de

 

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