Tagesarchive: 24. Dezember 2008

Im Spiel findet der Mensch sich selbst – nachgefragt beim Dortmunder Spieleforscher Rainer Korte

Dortmund. Klingt beneidenswert: Der Sozialwissenschaftler Professor Rainer Korte von der Dortmunder Fachhochschule befasst sich beruflich mit Spielen. Seit 25 Jahren leitet er die bundesweit einzigartige „Arbeitsstelle für Spielforschung und Freizeitberatung”.

Weihnachten ist die Spiele-Zeit des Jahres schlechthin. Was also sagt der Freizeitberater: Sollen wir zu Heiligabend und an den Feiertagen in gemütlicher Runde etwa aufs Brettspiel zurückkommen? Wird das unseren ersehnten Familienfrieden befördern und den beteiligten Menschen ein Wohlgefallen sein?

Professor Rainer Korte (64) ist sich da gar nicht so sicher. Die Erwartungen seien an solchen Tagen oft zu hoch gespannt. Alle sollen mit dem Stand der Beziehungen, mit Speis und Trank sowie ihren Geschenken rundum froh und zufrieden sein. Möglichst soll auch noch Schnee liegen. Oje.

„In solchen Fällen ist es immer schwierig, Harmonie zu erzeugen. Schlimm genug, dass man so eng aufeinander hockt.” Spielen allein kann also die Lage nicht entkrampfen; erst recht nicht, wenn es sich um ein neues (vielleicht gerade frisch geschenktes) Brettspiel handelt, dessen Regeln noch keiner kennt. Dann sollte man lieber erst einmal die Finger davon lassen.

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