Tagesarchive: 24. April 2014

TV-Nostalgie (15): Robert Lembkes „Was bin ich?“ – die wunderbare Ruhe beim Beruferaten

Der Mensch braucht seine Rituale. Drum gab es auch Fernsehsendungen wie das heitere Beruferaten „Was bin ich?“ mit Robert Lembke (1913-1989).

Da lief alles immer nach gewohntem Muster ab, da gab’s keine sonderlichen Überraschungen; erst recht keine unliebsamen.

Robert Lembke mit "Schweinderln" (Screenshot aus http://www.youtube.com/watch?v=CherRLsSI6w)

Robert Lembke mit „Schweinderln“ (Screenshot aus http://www.youtube.com/watch?v=CherRLsSI6w)

„Welches Schweinderl hätten S‘ denn gern?“

Zwischen eingeschliffenen Formeln wie „Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?“ und „Gehe ich recht in der Annahme, dass…?“ bewegte sich das Ratespiel in ausgesprochen ruhigen Fahrwassern. Die Teilnehmer blieben die ganze Zeit über fast reglos auf ihren Stühlen sitzen. Rein äußerlich betrachtet, war’s eine wunderbar windstille Ereignislosigkeit, die heute wohl kein TV-Sender mehr riskieren würde.

Ein bisschen Schadenfreude

Die wohldosierte, bestens erträgliche Spannung von „Was bin ich?“ entstand schlicht und einfach dadurch, dass man voller Vergnügen sah, wie sich das Rateteam abmühte, den jeweiligen Beruf zu erraten. Jeder gedankliche Irrweg steigerte die Schadenfreude. Der Beruf wurde zu Beginn eingeblendet und um eine „typische Handbewegung“ ergänzt. Wenn man wollte, konnte man in diesen Momenten die Augen schließen und danach vor dem Bildschirm mitraten. Es war Familienfernsehen der herzlich harmlosen Ausprägung.

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