Tagesarchive: 17. April 2015

Was Dachdecker nicht zu erzählen wagen

In letzter Zeit gab’s abermals Anlässe, um über das althergebrachte Handwerk der Dachdecker nachzudenken. Einzelheiten spielen hier keine Rolle. Nur dies: Auf dem fünfstöckigen Nachbarhaus ist gerade eine Firma zugange, es sieht momentweise richtig gefährlich aus.

Immer wieder hört man horrible Geschichten über abgestürzte Dachdecker, auch im berühmten Gedicht „Weltende“ des Jakob van Hoddis kommt bekanntlich ein solches Unglück vor – sogar kollektiv: „Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei…“ Vielleicht rührt auch daher der spezielle, manchmal eher schwarz schattierte Dachdecker-Humor, von dem hier in einem früheren Beitrag die Rede war.

Tollkühne Männer in Baumkronenhöhe (Foto: BB)

Tollkühne Männer in Baumkronenhöhe (Foto: BB)

Heute fiel mir auf, dass die angeblich „brummende“ Konjunktur in einem Online-Nachrichtenportal mal wieder mit einem Foto von Dachdeckern illustriert wurde. In den Debatten um die vorgezogene Rente wurden häufig die Dachdecker als Beispiel für arbeitende Menschen herangezogen, die nicht bis 65 oder gar 67 tätig sein sollten. Der Dachdecker scheint heute so etwas wie der ideelle Gesamt-Arbeiter der Nation zu sein. Er sorgt ja auch für die Krönung des Hauses.

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