Schlagwort-Archive: Förster

„Kein Wunder“ – ein enttäuschender Roman von Frank Goosen

Sommer 1989: Nichts ist mehr so, wie es mal war und doch hat sich (noch) nicht allzu viel verändert. Die Schulfreunde Förster und Brocki studieren vor sich hin, gehen altvertraute Wege, besuchen altvertraute Kneipen und wagen sich nur zaghaft an Neues. Weniger aus Angst vor dem Unbekannten als aus einem diffusen „Ist doch alles ganz nett so“-Gefühl heraus.

Ganz anders ihr alter Kumpel Fränge. Der hat immerhin einen kleinen Aufbruch gewagt. Nach Berlin hat er sich aufgemacht, angeblich vor der Einberufung „geflüchtet“. In Wahrheit wurde er ganz unprosaisch ausgemustert, aber auch sonst strickt er gerne an seiner eigenen Mär eines coolen und aufregenden Lebens. Fränge ernennt sich zum Weltenwanderer der Liebe, im Westen der geteilten Stadt unterhält er eine Beziehung zu Marta, im Osten zu Rosa.

Den ungleich größeren Aufbruch im Osten bekommt er dennoch lange nur am Rande mit. Erst als die Mauer durchlässig und seine Jonglage schwieriger wird, realisiert Fränge, dass er eigentlich mittendrin statt nur dabei war. Selbst die schwer auf sich konzentrierten Förster und Brocki bekommen bei ihrem Berlin-Besuch mehr von der Ost-Berliner Dissidenten-Szene mit.

Veröffentlicht unter Buchmarkt, Literatur, Region Ruhr | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was die Förster von mir wollen

„Liebe Waldfreunde“, so beginnt der Brief, der jetzt in etlichen Kästen steckt. Die Wurfsendung richtet sich jeweils unterschiedslos an „die Bewohner des Hauses“. Und sie hat es in sich.

Bevor ich gegen das Urheberrecht verstoße und FriedWald-Bilder verwende: Friedliches Grün kann ich auch selber... (Foto: Bernd Berke)

Bevor ich gegen das Urheberrecht verstoße und ungefragt Bilder der FriedWald GmbH verwende: Friedliches Grün kann ich auch selber, notfalls sogar mit Schäfchen… (Foto: Bernd Berke)

Der unbekannte Texter fängt gleich an zu säuseln. Er möchte einen bei Waldeslu-hu-hust und Naturliebe packen. Von der „friedlichen Atmosphäre im FriedWald Möhnesee“ (man beachte die friedvolle Redundanz) könne man sich in Kürze selbst überzeugen, wird uns verheißen. Persönliche Anmeldung genügt.

„Wir FriedWald-Förster begleiten Sie“, heißt es weiter. Wie überaus nett von den Förstern! Wie man weiß, genießt dieser edle Berufsstand – auch jenseits des Silberwalds – gerade bei älteren Leuten besonderes Vertrauen.

Über den lieblichen Zeilen prangt jedenfalls ein Bild von grünen, grünen Blättern im milden Sonnenlicht. Ach, wer sich dort entspannen dürfte! Vielleicht sogar für immer?

Auf einem weiteren, nicht minder anheimelnden Bild (Ich sage nur: flatternder Schmetterling) sind Gedichtzeilen des Mörike-Zeitgenossen Martin Greif eingerückt, die uns vollends einlullen sollen:

Veröffentlicht unter Lebenswege, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar