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Eine Frau zwischen Sein und Nichtsein – Jacques Rivettes Film „Die Geschichte von Marie und Julien“

Von Bernd Berke

Jetzt bitte die Denkerstirn in Falten legen, denn im neuen Film von Jacques Rivette geht es schier um alles: Liebe, Tod, Zeitlichkeit und Erlösung; noch dazu jeweils um deren Gegensätze (also Hass, Leben, Ewigkeit, Verdammnis). Und um die Galaxien dazwischen. Man könnte ins Grübeln kommen über diesen reichen, brokatschweren Stoff.

Doch er wird ja gar nicht abstrakt verhandelt, sondern (auch im Sinne einer fast religiösen Inkarnation) wahrhaft fleischlich verkörpert. Über 150 Minuten erzählt Rivette ausgiebig „Die Geschichte von Marie und Julien“. Gelegentlich gibt er sich den Anschein eines kaltblütigen Beobachters. Doch es häufen sich Geheimnisse ohnegleichen, und am Ende steht man fast ehrfürchtig vor einem Mysterium der Liebe.

Marie und Julien begegnen einander anfangs gleich zweimal. Eine unterkühlte Szene bricht ab, die zweite zeigt ein Treffen mit wärmeren Gefühls-Valeurs. Aus derlei rätselhaften Perspektivenwechseln wird der Zuschauer nicht mehr entlassen.

Verschattetes Wesen aus einer anderen Sphäre

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