Schlagwort-Archive: Jürgen Habermas

Keine Nachrufe mehr – und warum nicht?

Grabstätten-Impression vom Dortmunder Ostfriedhof (Foto: Bernd Berke)

Jürgen Habermas. Alexander Kluge. Mario Adorf. Welche immensen Verluste waren in letzter Zeit fürs Kultur- und Geistesleben in diesem Land zu beklagen! Immerhin hatten alle drei ein langes und erfülltes Leben. Doch waren an dieser Stelle keine Nachrufe zu lesen. Warum nicht?

Nun, ehedem, als man noch bei der Zeitung gearbeitet hat, versetzten einen solche Nachrichten in gelinde Panik. Würde man vor Redaktionsschluss noch eine halbwegs passable Würdigung zustande bringen? Und wenn man’s nicht selbst anpacken konnte oder wollte: Welche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter standen bereit und waren kurzfristig erreichbar? Von Fragen der Illustration ganz abgesehen.

Die Kulturseite war fast fertig, als Karajans Tod bekannt wurde

Mein hektischstes Erlebnis war in dieser Hinsicht ein … Weiterlesen

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„Es musste etwas besser werden“ – Jürgen Habermas und die Pflicht zur Vernunft

„Ich halte das Streben, die Welt um ein Winziges besser zu machen oder auch nur dazu beizutragen, die stets drohende Regression aufzuhalten, für ein ganz unverächtliches Motiv. Daher bin ich mit der Bezeichnung ,Philosoph und Soziologe‘ ganz zufrieden.“

So äußert sich Jürgen Habermas in einem neuen Buch, in dem er über die Motive seines Denkens, die Umstände, unter denen es sich entwickelte, und die Veränderungen, die es im Laufe der Jahrzehnte erfuhr, Auskunft gibt.

Debatten und Diskurse beispielhaft geprägt

Dass der inzwischen 95-jährige Intellektuelle, der mit seinen Beiträgen und Büchern wie kein anderer die politischen Debatten und wissenschaftlichen Diskurse in Deutschland geprägt hat, mit dieser Selbstbeschreibung tiefstapelt, weiß er natürlich auch. Denn Habermas war nie nur ein „Philosoph und Soziologe“, … Weiterlesen

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Allen Krisen zum Trotz: Jürgen Habermas will das Projekt Europa retten

Die Euro-Krise scheint kein Ende zu nehmen. Die zögerlichen und halbherzigen, oft populistischen Reaktionen der Politik lassen ein Scheitern des europäischen Projekts als reale Möglichkeit erscheinen. Da kommt ein Buch von Jürgen Habermas gerade recht. Der bekannteste lebende Philosoph Deutschlands – wenn nicht sogar der ganzen Welt – hat einen Essay („Zur Verfassung Europas“) geschrieben, mit dem er in die Debatte um die Zukunft des Kontinents eingreifen und der sich ausbreitenden Europa-Skepsis einen philosophischen Antikrisenplan entgegensetzen will.

Wenn allerdings „Die Zeit“ meint, es sei „das Buch der Stunde“, werden falsche Erwartungen geweckt: Denn Habermas gibt keine Handlungsanweisung zur Rettung des angeschlagenen Euro. Es geht ihm nicht um Rettungsschirme oder Eurobonds, sondern, im doppelten Sinne, um die Verfassung Europas: Wie haltbar … Weiterlesen

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