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Ärgerlich: Der Wettbewerb um die „Vestische Literatur-Eule 2018“ als Symptom verfehlter Literaturförderung

„Nimm meinen brüderlichen Rat und gib ja den Vorsatz auf, vom Schreiben zu leben.“ Diesen Satz schrieb Gotthold Ephraim Lessing vor 250 Jahren am 26. April 1768 seinem Bruder Karl. Und ganz so viel hat sich über die Jahrhunderte nicht geändert. Laut Künstlersozialkasse liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen von Künstlern um die 16.000 Euro, junge Autorinnen und Autoren liegen weit darunter.

Literatur verträgt keinen unnötigen Lärm. (Foto: © Jörg Briese)

Darüber könnte man jammern, letztlich aber bleibt die Entscheidung, eine selbständige künstlerische Existenz zu führen, mit viel Risiko behaftet und kein Künstler darf damit rechnen, dauerhaft staatlich alimentiert zu werden.

Wer es aber schafft, die Anerkennung der Kritiker, gar der „Influencer” literarischer Blogs zu gewinnen oder aber den Markt zu bedienen, kann heutzutage immerhin ganz gut oder bestens vom Schreiben, von Preisen, Stipendien, Lesungen, Schreibkursen und Auftragsarbeiten leben. Nur schaffen dies nicht eben viele – und die ungezählten Anderen leben von Zweit- und Drittjobs, Ehepartnern oder vagabundieren als schlecht bezahlte Projektleiter kultureller Jugendbildung durch heruntergekommene Schulen.

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