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In der kleinen Stadt die Welt erkunden – Michael Zellers poetische Mitbringsel aus Schwerte

Von Bernd Berke

Schwerte. Der Schriftsteller Michael Zeller (56), anno 1999 „Stadtschreiber“ in Schwerte, hat jetzt den poetischen Ertrag seines Aufenthaltes vorgelegt. „Mein schöner Ort“ heißt das Buch. Doch dieser Titel täuscht bruchlose Aneignung idyllischer Gefilde nur vor. Zwar hat Zeller viel Liebenswertes entdeckt, aber manches hat ihn auch befremdet.

Als Freunde ihn fragten, wo um alles in der Welt dieses Schwerte zu lokalisieren sei, fiel ihm zuerst das bundesweit durch Staus bekannte Westhofener Kreuz ein. Die Stadt liege eben an der Autobahn. Blumiger ausgedrückt: „Schwertes Lage ist am Weg“.

Vielleicht hat .der Autor den Ort in seiner Rand- und Durchgangs-Lage als etwas formlos empfunden. Jedenfalls hat er – wie zum Ausgleich – seine Beobachtungen in eine uralte Form gegossen: ins klassische Versmaß des Jambus. Zuweilen sprengen Zellers Zeilen dieses Korsett, doch die suggestive Kraft der (ungereimten) Verse bestimmt den Fluss der Dinge in den 37 „Gesängen aus dem deutschen Alltag“ (Untertitel). Ein Auf- und ein Abgesang zu dieser Strecke der Lebensreise umrahmen, melancholisch getönt, die vielfältigen Stadt-Erkundungen, die sich in etlichen Passagen als Welt-Erkundung erweisen.

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