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Besuch im „Opernhaus des Jahres“: Mainz kann auch die leichte Muse von Gilbert & Sullivan

Opernhaus des Jahres: Das Staatstheater Mainz. (Foto: Werner Häußner)

Geht’s noch schneller? Ja, es geht: Alexander Spemann wirft sich in Positur und feuert seinen berüchtigten „patter song“ über den typischen modernen englischen Generalmajor ab. Ein Maschinengewehr ist eine lahme Ente dagegen: Die Musik rattert und die Salven treffen zielgenau die Lachmuskeln des Publikums im vollen Mainzer Theater.

Das Staatstheater in Rheinland-Pfalz wurde bei der jährlichen Umfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ von 40 befragten Kritikern zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt. Ein überraschendes Ergebnis, das mit dem „couragierten Spielplan“ – u. a. mit der Uraufführung von Julia Kerrs 1933 entstandener Oper „Der Chronoplan“ – und „eigenwillig-klugen Regiehandschriften“ begründet wird. Damit findet sich das Mainzer Mehrspartenhaus in einer Reihe mit viel größeren Häusern wie Zürich, Frankfurt, Genf oder Lyon – eine gewichtige Auszeichnung.… Weiterlesen

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Wässeriger Humor-Transfer: Gilbert & Sullivans „Piraten von Penzance“ als biederer Operetten-Jux

Joslyn Rechter als Queen Elizabeth in der Wuppertaler Inszenierung von Gilbert & Sullivans „The Pirates of Penzance“. (Foto: Jens Großmann)

In der englischen Architektur gibt es seit dem 18. Jahrhundert die sogenannten follies, exzentrische, aber nutzlose Bauwerke. Sie ziehen den Blick auf sich und werfen Fragen auf, die sie nie beantworten.

Als eine solche „folly“ in musikalischer Form ließe sich auch William Schwenck Gilberts „The Pirates of Penzance“ begreifen: Literarisch perfekt gezirkelter Nonsens, kongenial in Musik gefasst von Arthur Sullivan. Eine der schimmernden Perlen des musikalischen Unterhaltungstheaters, deren Glanz auch nach 140 Jahren noch nicht ermattet ist.

Wer Gilbert & Sullivans „Piraten“ mit gesundem Menschenverstand oder gar Maßstäben dramatischer Logik auslotet, wird sich unausweichlich vermessen. So etwas gibt es im imaginären Penzance von 1879 nicht.… Weiterlesen

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