„Tödliche Camargue“: In Südfrankreich wird weiter stilecht gemordet

Der Dumont-Verlag hat in dem GEO-Redakteur Cay Rademacher einen Krimiautor gefunden, der Spannung mit sicherem Stil und sprachlicher Eleganz verbindet. Davon kann man sich auch in seinem zweiten Provence-Krimi überzeugen, in dem wieder Capitaine Blanc ermittelt.

Ging es im ersten Band noch um Korruption im Bauwesen, so spannt er nun im Buch „Tödliche Camargue“ den Bogen weiter und lässt die blutige Tat in einem Zusammenhang zur jüngeren Zeitgeschichte stehen.

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Roger Blanc war seinerzeit von einem Tag zum anderen aus Paris in die Provence versetzt worden, weil er in der Hauptstadt mit seinen Korruptionsermittlungen einigen Politikern zu heftig auf den Fuß getreten war. Zufällig hat er vor Jahren in der Nähe von Salon eine halb verfallene Ölmühle geerbt, die er nun wieder herrichten lässt, während er gleichzeitig in schwierigen Mordfällen ermitteln muss.

In der Camargue spießt ein wilder Bulle einen Radfahrer auf und tötet ihn. So beginnt das Buch. Das Opfer ist ein in Frankreich bekannter Journalist, und Blanc vermutet sofort und zu Recht, dass jemand absichtlich das Gatter geöffnet hat, um die Bluttat herbeizuführen. Geschickt baut der Autor mehrere Verdachtslinien auf, doch der Krimi endet überraschend.

Zusätzlichen Reiz erhält die Geschichte durch das sehr erotische Verhältnis zwischen Blanc und der selbstbewussten Untersuchungsrichterin, die zudem die Gattin genau jenes Staatssekretärs ist, der hinter Blancs Versetzung in die Provence steckte. Allerdings bleibt nach dem Lesen der wohlige Eindruck, dass die Abschiebung des Capitaine nach Südfrankreich eher ein Glücksfall für ihn war. Hoffentlich sind seine Ermittlungen nicht so bald beendet.

Cay Rademacher: „Tödliche Camargue. Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc“. Dumont, 304 Seiten, 14,99 €

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Über Hans Hermann Pöpsel

Historiker und Germanist. Pensionierter Redakteur
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