Schlagwort-Archive: Martin Tzonev

Leichtfüßig inszeniert: Mozarts „Zauberflöte“ als Traumerzählung an der Oper Bonn

Der Prinz träumt, die Hermenfiguren vom Kamin werden zu den drei Damen der „Königin der Nacht“. Foto: Matthias Jung

Unterhaltsam sollte es sein, das neue Stück für das Theater auf der Wieden des Emanuel Schikaneder, spannend, lustig, überraschend. Dass aus der „Zauberflöte“ ein Stück Welttheater wurde, so populär wie philosophisch: Haben sich Mozart und der Libretti schmiedende Theaterprinzipal das vorgestellt?

Oder hat das Wolferl, wie er es immer tat, Musik nach seiner Art geschrieben, sprühend vor Einfällen und selbst in der Einfachheit tiefgründig, weil er nicht anders konnte? Wir wissen es letztlich nicht – und die „Zauberflöte“ unterzieht unser Verstehen so mancher Feuer- und Wasserprobe. Was wir wissen: Die „große Oper“ ist ein Stück für Kinder und Weise, heiter, verspielt und märchenhaft, gleichzeitig lebensklug und unerschöpflich.… Weiterlesen

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Buddhistische Antwort auf das Leid: „Awakening“ von Param Vir an der Oper Bonn uraufgeführt

Eine Szene mit Cody Quattlebaum, Martin Tzonev, dem Chor, Tänzern und der Statisterie des Theaters Bonn. (Foto: Max Borchardt)

Anfang April drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran, eine ganze Zivilisation auszulöschen. Vier Wochen vorher brennt in der Oper Bonn bereits Kulturgut: In der Oper „Awakening“ von Param Vir hat ein Feind ein ungenanntes Land besetzt, überzieht es mit Hass und Streit.

„Die Flammen, die ihr draußen seht, sind unsere brennenden Bücher, unsere Tempel auch, unsere Orte des Lernens …“, beklagt der Direktor einer Theatertruppe. Sie hat sich in einer leeren Schleusenkammer unter geflohenen Menschen versammelt, um im Spiel die Worte ihres „Großen Lehrers“ zu bewahren. Mündliche Überlieferung als einziger Weg in einer Tyrannei, um die Weisheit des Prinzen Gautam weiterzugeben, der später der Buddha werden sollte.… Weiterlesen

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Todeskuss im Treibhaus: Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Oper Bonn

Dass Vera Nemirova eine faszinierende Erzählerin ist, wissen wir spätestens, seit sie mit dem Frankfurter „Ring des Nibelungen“ einen der bedeutenden Beiträge zum Wagner-Jahr 2013 leistete.

Robert Gambill (Tristan), Dara Hobbs (Isolde). Foto: Thilo Beu

Robert Gambill (Tristan), Dara Hobbs (Isolde). Foto: Thilo Beu

Die Regisseurin braucht keinen dekonstruktiven Überbau, keine umständliche Symbolik, keine privatmythologische Verrätselung, um einem Stück Belang zu geben. Sie erzählt intensiv und klug eine Geschichte. So hat sie es auch in ihrem – 2007 sehr umstrittenen – Frankfurter „Tannhäuser“ gehalten: Das virtuos herausgearbeitete Ergebnis ihrer ersten Regiearbeit mit Wagner wird ab 19. Oktober 2013 wieder zu erleben sein.

Jetzt hat sich Vera Nemirova dem Schlüsselwerk des Wagner’schen Theaterkosmos zugewandt: Mit Spannung erwartet, ging jetzt „Tristan und Isolde“ über die Bühne der Oper Bonn. Und wieder ist ein Triumph der Erzählerin zu vermelden: Selten in den letzten Jahren wurde Wagners Bekenntnis zur transzendierenden Liebes- und Todesmystik so unverstellt und eindringlich in Bild und Aktion gebracht wie in dieser Premiere.… Weiterlesen

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