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Schlagwort-Archive: Matthias Politycki
In der Fremde soll man sich ändern – Matthias Polityckis anregendes Buch über das Reisen
Auf der Rückseite des Umschlags steht es abermals: Matthias Politycki (Jahrgang 1955) wird gelegentlich als Abenteurer und Draufgänger der deutschen Gegenwartsliteratur bezeichnet. Das mag ja stimmen. Fest steht jedenfalls: Der Mann ist ungeheuer viel und zuweilen recht riskant gereist – bis in die letzten Weltwinkel. Davon legt er in seinem neuen Buch beredtes Zeugnis ab.
Der längliche Titel zieht schon entsprechend weite Horizonte auf: „Schrecklich schön und weit und wild. Warum wir reisen und was wir dabei denken“ heißt der Band, der wirklich auf ausgesprochen vielfältigen Reiseerfahrungen basiert. Auch die allermeisten Backpacker dürften auf vergleichsweise ausgetretenen Pfaden unterwegs sein. Von verwöhnten Individual- oder Pauschaltouristen ganz zu schweigen.
Wo ist nur die alte Freiheit geblieben?
Gleich eingangs benennt Politycki ein Grundproblem heutigen Reisens, das – von Ausnahmen abgesehen – bis vor einiger Zeit noch relativ ungebrochen als Synonym für Freiheit gegolten hat.… Weiterlesen
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Verschlagwortet mit Matthias Politycki, Reisen, Schrecklich schön und weit und wild
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Wo man endgültig stirbt
Ein Mann in den frühen Sechzigern kommt morgens in sein Arbeitszimmer. Am Schreibtisch sitzt seine Ehefrau. Er schöpft zuerst keinen Verdacht. Sie scheint in Lektüre versunken zu sein. Wahrscheinlich korrigiert sie wieder einen seiner Aufsätze – wie schon so oft seit so vielen Jahren.
Doch sie ist tot.
Sie hat ein letztes Schriftstück hinterlassen, korrigierende Anmerkungen offenbar, die sich freilich nach und nach als grundsätzlich gegen ihren Mann gerichtete Suada erweisen. Am Schluss dieser Ausführungen, aus denen fortan ausgiebig zitiert wird, verläuft ihre Handschrift zunehmend fahrig, schließlich taumelt sie ins Nichts.
Nach und nach scheint uns der Autor Matthias Politycki (wohl bekanntestes Werk: „Weiberroman“) nun die Anatomie der ehelichen Beziehung nachzureichen. Aber seine „Jenseitsnovelle“, der Titel deutet es schon an, soll nicht nur von dieser Welt sein.… Weiterlesen
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Ein Mann sucht seine Frauenformel – Matthias Polityckis „Weiberroman“
Von Bernd Berke
«Wie sollte man dermaßen viel Frau aushalten? Wo man doch erst 21 war und sich nach einem Mädchen sehnte“, seufzt Gregor Schattschneider. Jaja, da gibt es Unterschiede. Gerade weil Gregor, Held in Matthias Polityckis „Weiberroman“, ständig im Gefühls-Chaos steckt, hält er formal auf Ordnung im Seelen- und Hormon-Haushalt: Er stellt lauter Frauen-Hitlisten auf, und einmal tastet er sich gar zu einer „Frauenformel“ vor, gegen die Einsteins Relativitätstheorie oder Heisenbergs Weltformel Kinkerlitzchen sind.
Gregor in drei Lebensphasen: Anfang der 70er Jahre erleben wir seine Pubertätsnöte in Lengerich (Münsterland), gegen Ende der Dekade studiert er in Wien – und ausgangs der 80er Jahre begegnen wir dem Taugenichts, der mit 32 Jahren immer noch kein Examen zuwege gebracht hat, in Stuttgart.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Frauen & Männer, Literatur
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