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Nützliches und Kurioses übers Ruhrgebiet

Das Cover gibt sich internetaffin: Die Buchkapitel werden durch bunte Icons angekündigt, als müsse man nur noch klicken. Überdies heißt das Ganze „Smartbook“. Wenn das kein Appell an jüngere Kundschaft ist…

Im kleiner gedruckten Untertitel wird dann ganz konventionell verraten, worum es geht: „Ruhrgebiet für Fortgeschrittene“ versammelt auf 192 Seiten Wissenswertes und vielfach auch Kurioses übers Revier. Da finden sich nicht nur Ausführungen über spektakuläre Aussichtspunkte oder einschlägige Rekorde der Region, sondern etwa auch die Rubriken „Dummes Zeug“, „Schräges“ oder „Unnützes Wissen“.

Da mag der Eindruck aufkommen, es sei nach dem Larifari-Prinzip munter drauflos gelistet und getextet worden. Irrtum! Gerade die schrilleren Mitteilungen erhellen oft den speziellen Charakter der Gegend. Das Buch taugt zwar in erster Linie zum schnellen Blättern, doch man kann sich hie und da auch mal festlesen.

Der Autor Wolfgang Berke hält mit – eigentlich immer nachvollziehbaren – Meinungen nicht zurück, sofern es denn angebracht ist. Nicht alle Fakten lassen sich eben „wertfrei“ aufzählen. Zu Tatsachen aus der Sozialgeschichte oder zu kommunal- und regionalpolitischem Schwachsinn (letzterer besonders in den Kapiteln „Flops“ sowie „Dichtung und Wahrheit“) muss man Stellung beziehen, die Dinge beim Namen nennen. Wem wäre heute schon noch bewusst, dass das heutige Unesco-Weltkulturerbe, die Essener Zeche Zollverein, nach 1986 von der Ruhrkohle AG mit Billigung der Lokalpolitiker beinahe abgerissen worden wäre?

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