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So also standen damals die Dinge – Bilder schlürfen, Dialoge trinken auf filmischen Zeitreisen in die 60er und 70er Jahre

In den letzten Wochen und Monaten habe ich zuweilen Streaming-Dienste wie vor allem den auf deutsche Filme spezialisierten Auftritt alleskino.de in Anspruch genommen, um mich auf cineastischem Wege in die späten 60er und frühen 70er Jahre zurückzuversetzen. Warum nur?

Tableau aus Rudolf Thomes Kinofilm von (Screenshot)

Weitwinkel-Tableau aus Rudolf Thomes Kinofilm “Fremde Stadt” von 1972. (Screenshot)

Es war die Zeit, in der man sein bisschen Bewusstsein herausbildete, in der man sich aber stark und gelegentlich sogar unbesiegbar fühlte, was natürlich auch den einen oder anderen “Kater” nach sich zog.

Wie sehr ist das alles mit der Zeit geschwunden! Wie kopfschüttelnd und zugleich verständnisinnig sieht man heute die Jungen sich am Weltenlauf abarbeiten.

Nun trinkt, schlürft und inhaliert man geradezu die Signaturen jener alten Zeiten, in denen man selbst so sehr nach vorne schaute. Musikalisch sowieso. Doch auch im Lichtspiel: Man scannt gleichsam jedes einzelne Bild. So also haben die Lichtschalter und Hinterhöfe ausgesehen. So die Möbel. So die Kleidungsstücke. So die Tapeten. So die Autos. So die Straßen und Gebäude. Wie man damals redete und sich gab…

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Dennis Hoppers “Lost Album”: Ikonen einer wilden Zeit

Vor gut 40 Jahren hatte Dennis Hopper seine kleinformatigen Fotos direkt an die Wände im Fort Worth Art Center Museum in Texas montiert. Über 400 Schwarz-weiß-Fotos, aufgezogen auf Pappe, ohne Rahmen und Glas: eine unprätentiöse Installation von meist spontanen Schnappschüssen aus dem bewegten Leben eines künstlerischen Multitalents, das – wie kaum ein anderer – für die wilden, von exzessivem Drogenrausch und politischem Umbruch gekennzeichneten Sechziger Jahre steht.

Dennis Hopper: Andy Warhol, Henry Geldzahler, David Hockney, Jeff Goodman, 1963 (© The Dennis Hopper Trust / Courtesy The Dennis Hopper Trust)

Dennis Hopper: Andy Warhol, Henry Geldzahler, David Hockney, Jeff Goodman, 1963 (© The Dennis Hopper Trust / Courtesy The Dennis Hopper Trust)

Nach dem Ende der Ausstellung im Jahr 1970 verschwanden die heute legendären Fotos des als Schauspieler und Regisseur, Maler und Fotograf arbeitenden Künstlers in mehreren Kisten und galten lange Zeit als verschollen. Erst nach dem Tod von Dennis Hopper kamen sie 2010 wieder ans Tageslicht. Die Fotos, die jetzt unter dem Titel “The Lost Album” im Berliner Gropius-Bau gezeigt werden, haben erstmals ihren Weg nach Europa gefunden und sehen ein bisschen mitgenommen aus: Fingerabdrücke und Kratzer, zerfaserte Ecken und kleine Dellen. Einen besonderen Kunstanspruch, so die klare Botschaft, wollte Hopper mit seinen Fotos offiziell nie erheben.

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