
Ruhri-Illu gesucht, Ruhri-Illu gefunden, Layout „in trockenen Tüchern“, doch auch ausfasernd und verblassend: Handtuch mit allfälligem Zechenmotiv. (Design: Yorn/Karstadt – Foto: Berke)
Die Revierpassagen existieren immerhin seit dem 11. April 2011 und haben in ihren ersten Jahren gehörig Fahrt aufgenommen. In der besten Phase konnte tatsächlich – in aller Bescheidenheit – von einer Ergänzung zur regionalen Medienlandschaft der Kulturberichterstattung die Rede sein. Wobei zu sagen wäre, dass seither die Kernbereiche etlicher Kulturressorts, sei’s bei Regionalzeitungen oder bestimmten Sendern, fahrlässig bis mutwillig ausgedünnt worden sind. Der Schwund betrifft also nicht nur uns.
Wie das so gehen kann, wenn’s auf Dauer mit den Finanzen hapert: Nach und nach mussten die Revierpassagen arg Federn lassen, zunächst schleichend, zuletzt immer deutlicher, nahezu bis zum Stillstand. Die wenigen verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nur noch vereinzelt Beiträge publiziert, insofern sind die letzten Tage mit mehreren, wieder etwas dichter gestaffelten Artikeln untypisch. Wer wollte den Mitwirkenden die ansonsten wachsende Zurückhaltung verdenken, konnte dieses Blog doch in all der Zeit keine Honorare zahlen. Da war es schon ein mittleres Wunder, dass es überhaupt Jahr um Jahr weiterging. Viel Herzblut und Idealismus sind in dieses quasi ehrenamtliche Projekt geflossen. Gestattet mir an dieser Stelle einen Seufzer.
Hinzu kam, dass hier hauptsächlich Leute aus der „Boomer“-Generation geschrieben haben. Das bedeutet leider auch: Im Laufe der Jahre haben wir von mehreren Kollegen für immer Abschied nehmen müssen. Martin Schrahn ist vor allem zu nennen, aber auch Heinrich Peuckmann, Rolf Dennemann und Rudi Bernhardt. Und ich wage zu behaupten: Mit Anke Demirsoy, Martin Schrahn und Werner Häußner waren wir, zumal auf dem Gebiet der E-Musik, zeitweise mindestens so gut „aufgestellt“ wie manches renommierte Regionalblatt.
Ein paar Anteile hatte auch ich als Gründer am Gelingen des Ganzen. Neben eigenen Beiträgen habe ich die Fäden zusammengehalten und Redaktionsarbeit verrichtet. Man hat dieses Handwerk schließlich gelernt. Dass ich im Impressum als Verantwortlicher genannt werde, hat nicht immer nur Freude bereitet. Erspart mir bitte weitere Details. Das Vergnügen hat jedenfalls insgesamt überwogen.
Nun habe ich freilich ein Alter erreicht, in dem ich meinem Leben noch einmal eine weitere Wende geben möchte. Bilanzen sind genug gezogen, nun will ich endlich Taten sehen – in erster Linie von mir selbst. Dazu gehört, dass ich die Revierpassagen weitgehend loslasse, um Neues beginnen zu können. Wenn hier doch noch etwas erscheinen sollte, so handelt es sich um Einzelfälle. Im Großen und Ganzen ist jedenfalls Schluss.
Das Bisherige aber soll archivarisch erhalten bleiben, so lange es irgend geht. Die Revierpassagen werden weiterhin gehostet, das walte die (kostenpflichtige) Domain Factory. Man weiß ja nicht, welche technischen und sonstigen Wechselfälle diese Seite noch ereilen können.
In diesem Sinne: Vielen Dank an alle, die hier geschrieben und gelesen haben!