Heine Glas vom VfL Kamen gestorben – eine Fußball-Legende aus den unteren Klassen

Ein kurzer Nachruf von unserem Gastautor Heinrich Peuckmann:

Alle reden von Mats Hummels und andern Fußballgrößen. Aber in niedrigen Klassen gibt es große Fußballer, auf ihre Weise ebenfalls Stars. Der Fußballheld meiner Kindheit, Heine Glas vom VfL Kamen, ist nun gestorben.

Heine war ein großartiger Techniker, ein Halbstürmer, der die Angriffe des VfL aus dem Mittelfeld heraus aufbaute und der dabei immer torgefährlich war.

Hans Tilkowski, damals als blutjunger Mann Torwart bei SUS Kaiserau und später neben dem Russen Lew Jaschin der beste Torhüter der Welt, erinnert bis heute gerne an ihn. „Wer hat die besten Elfmeter geschossen?“, fragt er manchmal und wer bei der Antwort an den Weltmeister Bobby Charlton oder an Franz Beckenbauer denkt, der irrt. Von Heine Glas hat er nie einen Elfer gehalten, wobei Heine sein Silberblick zugute kam. Heine konnte in Ruhe die Ecke anpeilen, in die er den Elfer setzen wollte, ohne dass der Torwart auch nur ahnte, wohin Heine gerade schaute.

Hans Tilkowski und Horst Szymaniak schätzten ihn

Heute würde er, normal gefördert, sicherlich im Profibereich Fuß fassen können, zu seiner Zeit aber wurde so manches Talent übersehen. So profitierte der VfL Kamen, damals eine Spitzenmannschaft in der Landesliga, von seinem Können. Noch als er schon Mitte dreißig war, hat er niemand anderen als Horst Szymaniak, einen der besten Fußballer seiner Zeit, von seinem Können überzeugt.

Szymaniak trainierte den SV Steinheim, der hochklassig spielte und Interesse an einem jungen Außenstürmer des VfL Kamen hatte. Um ihn beim Probetraining richtig einzusetzen, fuhr Heine Glas mit, und hörte nach dem Training ein völlig überraschendes Urteil von Szymaniak. Der junge Mann interessiere ihn nicht, hat Szymaniak geurteilt, aber den Alten wolle er haben. So hat Heine noch für ein oder zwei Jahre höherklassig bei einem anderen Verein gespielt.

Vor einigen Jahren ist ein Bruder Berni, ein bekannter Fußballtorwart gestorben, nun ist Heine ihm gefolgt. In Hamburg, war zu hören, hat er sich nie so wohl gefühlt wie in Kamen, in der Nähe seines VfL.

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