Archiv des Autors: Rudi Bernhardt

Kultur und Infrastruktur

Wer es besser weiß, der möge mich ohne jede Hemmung korrigieren – das gilt übrigens stets und ständig, wer ist denn schon von Irrtümern verschont? Aber hat irgendwer einmal davon gelesen, dass ernst zu nehmende Menschen aus dem noch ernster zu nehmenden Bereich der Betriebs- oder Volkswirtschaft einen Straßenbau angezweifelt hätten, weil dieser sich womöglich nicht rechnen könnte – oder gar ein Minus gebären könnte?

Ich weiß, niemand käme auf solch eine ungeheuerliche Idee. Hingegen geht so etwas pfeilschnell, wenn Theater oder Orchester oder Museen nicht das einspielen, was der ernst zu nehmende Betriebs- oder Volkswirt errechnet hat. Oder wenig ernst zu nehmende Politiker.

Im kulturell noch immer beseelten Hagen war vor gar nicht allzu langer Zeit das Theater (wie … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Gesellschaft, Kultur an sich, Politik und so, Region Ruhr | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Kultur und Infrastruktur

Er ist wieder da!

Er hat anscheinend einen anderen Tagesrhythmus gewählt. Morgens fehlt er dem gewohnten Bild im Streckenabschnitt Hagen – Unna des RE 7 nach Rheine. Wie er missmutig dreischauend, angestrengt schnaubend, hypertonisch roten Kopfes Zug auf Zug ab marschierte und die Sitzplätze oder Müllbehälter nach Leergut absuchte. Wenn er fündig wurde, befüllte der Mittfünfziger (grobe Schätzung) sorgsam seine Kunstleder-Aktentasche, deren Design für ein Aktentaschen-Methusalem-Alter sprach, denn so eine hatte ich auch mal, als ich noch zur Schule radelte.

Nun, er war eine Zeit verschwunden, machte seine Runde nicht mehr im Zug. Traf in Schwerte nicht mehr seinen Bekannten, der gleichgesinnt durch die Abteile stöberte und sammelte. Bis vergangenen Freitag, als wir uns im Nachmittagsverkehr des RE 7 Richtung Hagen wiedertrafen. Das hypertonische … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Alltag, Lebenswege, Region Ruhr | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Er ist wieder da!

30 Jahre „Dallas“: Als Larry Hagman der fiese J.R. wurde

Es war ein Dienstag vor 30 Jahren, zum ersten Mal gab’s „Dallas“. Genau genommen ist das schon einen Tag her, dieser Dienstag von 30 Jahren war ein 30. Juni, aber ich kann es nicht unterlassen, einige Worte darüber zu verlieren.

Der intellectuell correctness widersprach es ja zutiefst, sich dergleichen Flachsinn anzuschauen. Glatt, ultra-amerikanisch, superreich und mit seinen Protagonisten auch extrem fies – geht doch gar nicht!

Dennoch haben wir es zu Hauf geschaut. Wir staunten, was für Bösartigkeiten sich Larry Hagman als J.R. einfallen lassen konnte, wo er doch als der trottelig-liebenswerte Major Tony Nelson noch kurz zuvor die bezaubernde Jeannie bezaubert hatte, litten mit Sue Ellen, wenn sie sich dem Alkohol ergab, fieberten mit Bobby, wenn er um Pam … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Alltag, Bekenntnisse, Gesellschaft, Medien | Verschlagwortet mit , , , | 11 Kommentare

Aus der Sehnsucht nach einem „Käfer“ wurde eine Kunstsammlung

„Wäre ich nicht Westfale, Sie würden unschwer feststellen, welche Begeisterung mich gerade bewegt!“ Thomas Hengstenberg untertreibt. Selbst seine westfälische Herkunft kann nicht verdecken, dass dieser Mensch irgendwo zwischen Glückseligkeit und überbordendem Stolz schwebt, wenn er von Frank Brabant, vom „Haus der Moderne“, vom Werden der einstigen Schlossruine zum wundervollen „Haus Opherdicke“ in Holzwickede und wieder von Frank Brabant spricht. Thomas Hengstenberg stimmt einige Lokalpolitiker (darunter durchaus wuchtige Skeptiker) auf den Rundgang durch die obere Etage ein, wo sich, begleitet von seiner wahrhaft liebevollen Fürsorge, Werke aus der Brabant-Sammlung zu einer, selbst Laien berührenden Ausstellung „Frauenansichten“ zusammengefunden haben. Doch zuvor müssen/dürfen sich die etatgewaltigen Damen und Herren sich anhören, wie es dazu kam und was sie mit kommunalen Umlagefinanzen unterstützen.

Irgendwie … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Region Ruhr | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Ein Kommentar

Thanks for your company, Bobby

Keine Ahnung, wann es war, aber ich war ganz sicher ein Jüngelchen, da trällerte ich auf dem Schulweg, so etwa in Höhe der Kreuzung Lindemannstraße/Kreuzstraße in Dortmund „Like a rollin‘ stone“ – hatte ich nächtens gehört, via Transistorradio. Keine Ahnung wer da sang, aber es ging widerstandslos ein und blieb in Erinnerung.

Ehrfürchtig meinte mein damaliger Schulfreund, der mich wie jeden Morgen begleitete: „Ah, Bob Dylan …“ Und ich tat so, als wüsste ich, wer das ist. Wenig später wusste ich es, wusste ich, wer dieser Robert Allen Zimmermann war, der sich (man weiß nie, ob man ihm wirklich glauben darf, oder er einen schlicht auf den Arm nimmt), der sich also nach Marshall Matt Dillon nannte, weil ihm die … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Alltag, Rock & Pop, Weite Welt | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Thanks for your company, Bobby