Monatsarchive: April 2026

Meistens leise und lakonisch – Cartoons von Hauck & Bauer

Zweierteams im Comic- und Cartoon-Bereich sind ein spezielles Phänomen. Man fragt sich, wie genau beim Zusammenwirken eins ins andere greift, ob es nun z. B. um die Asterix-Erfinder Uderzo und Goscinny geht oder um die wechselnden Kooperationen und Gruppenarbeiten der unsterblichen „Neuen Frankfurter Schule“ (Gernhardt, Waechter, Bernstein).

Gegenwärtig bilden etwa Katz & Goldt oder Hauck & Bauer großartige Duette. Letztere (beide Protagonisten sind vom Jahrgang 1978) legen jetzt einen neuen Sammelband vor. Streckenweise kommt man aus dem Lachen, Kichern, Schmunzeln oder Feixen gar nicht mehr heraus. Die Pointen kommen keineswegs polternd und krachend, sondern gleichsam auf leisen Pfoten daher. Ich gestehe freimütig, dass ich Hauck & Bauer – vielleicht auch wegen solcher Zurückhaltung – lange etwas unterschätzt habe. Doch diese … Weiterlesen

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Ein „offener Fall“: Judith Hermanns schwierige Spurensuche nach dem SS-Großvater

Vom Großvater gibt es diese furchtbare, zugleich banale Fotografie, auf der er 1941 mannesstolz mit einem SS-Motorrad in Polen posiert. Was, so fragt sich die bestürzte Autorin, gibt so einer wie ihr Großvater an seine Nachkommenschaft weiter? Was hat er getan? Und was kann man eigentlich über ihn erfahren?

Die Autorin ist Judith Hermann. Sie legt einen autobiographisch grundierten Text vor: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ ist keiner Gattung zuzurechnen. „Zurückgehen“, um so etwas wie die den Anschein von Wahrheit zu finden. Aber wie schwer, wenn nicht unmöglich ist das! Vor allem davon zeugt das Buch. Anders gesagt: Es erschöpft sich darin. Buchstäblich. Es zehrt an der, die sich auf die Suche begibt. Und sie kann mögliche Antworten nur … Weiterlesen

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Faszination des meisterlichen Gesangs: Countertenor Franco Fagioli in der Philharmonie Essen

Der Countertenor Franco Fagioli war in der Essener Philharmonie zu Gast. Foto: Igor Studio/DG

Kaum jemand kennt sie noch, aber in den zwei Jahrzehnten zwischen Mozarts Verlöschen und dem Aufgehen von Rossinis Stern bestimmten sie das Opernleben und versetzten halb Europa in Verzückung: Carlo Coccia, Giovanni Simone Mayr, Giuseppe Nicolini, Ferdinando Paër und Niccoló Zingarelli in Italien, Luigi Cherubini und Étienne-Nicolas Mehul in Paris, Joseph Weigl in Wien.

Einer der weltweit gefragtesten Countertenöre, Franco Fagioli, hat sich einiger dieser Komponisten angenommen – und zwar solcher, die für den letzten großen Kastraten-Opernsänger Giovanni Battista Velluti geschrieben haben. In der Philharmonie Essen gastierte er zusammen mit dem Orchestre de l’Opera Royal de Versailles unter Stefan Plewniak. Der Abend basiert auf Fagiolis Hommage … Weiterlesen

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