Tagesarchive: 28. Juli 2014

Dortmund als Spaghettiträger-Metropole: „Juicy Beats“ mal anders betrachtet

Um 12 Uhr mittags gehen im Dortmunder Kreuzviertel die Türen auf. Heraus strömen die Freiluftlivemusikfreunde. Gelassen und lässig wandern sie zum Westfalenpark. Manche sind ausgerüstet wie für einen Kurzurlaub, anderen reichen Flipflops und ein Jutebeutel mit Proviant. Die meisten sind zwischen 15 und 30.

Die Palette ihrer Lieblingsmusiken reicht von Raggae bis House, von Ethno bis Hiphop. Um 12 eröffnete das diesjährige 19. Juicy Beats Festival, das zum ersten Mal (damals noch unter dem Titel „Juicy Fruits“) am 26. Juli 1996 die Live-Musik in Dortmund unter dem Sonnensegel im Westfalenpark bereichern wollte. Inzwischen haben sich Programmumfang und Publikum vervielfacht. Ausverkauft. Früchte sind die Wegweiser zu den Veranstaltungen –  über 40 Live-Acts und 100 DJs, die dafür sorgen, dass hier keine Ruhe einkehrt.

Alles so schön bunt hier: Screenshot der "Juicy Beats"-Homepage.

Alles so schön bunt hier: Screenshot der „Juicy Beats“-Homepage.

Als „Alter Sack“ fühle ich mich wie Methusalem und beobachte das Treiben und sehe nur einige  Ü40er und Ü50er oder sogar mehr, manche in Erinnerung an früher, andere, um sich das Jungsein zumindest musikgeschmacktechnisch zu erhalten, manche auch, weil sie so sind, wie sie sind. Alle verlassen sich auf den Wetterbericht. Sommerliche Kleidung, zuversichtliche Gesichter, hier eine lange Party zu feiern. Kein Regen, also kein Woodstock in Dortmund mit vermatschten Böden und klitschnassen Liebespaaren.

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